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1 N, | ⸗
Ed
Bwölfter Bericht
tber das
Deftehen und Wirken
hiſtortſche Vereins
| zu
Bamberg .
ae in
Oberfranhen in Bayern,
vorfelefen und genehmigt in ber Sigung vom 28. März 1849,
umd heraudgegeben auf Koften des Vereins.
(Mit dem erfien Bande der Quellenſammlung für fraͤnkiſche Geſchichte,
enthaltend: Des Mitters Ludwig von Eyb Denkwürdigkeiten
beanbenburgifcher (bobenzollerifcher) Fürſten, herausgegeben
von Dr. Conſtantin Höfler.)
Jamberg, 1839.
(In Conmiſſion bei Buchner in Bayreuth.)
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HARVARD CO FGE LIBRARY
JAN 6- -1905
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‚Vorbemerk J—
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Der ſonige heyein front. Rip, hefidien di *
daß die aufftowentlichen Heizeneigniſſe nit gur Leinen, ſi
senken Einäuß ‚auf, ſeine Verhandiungen znd Forſchungen
ausgeübt, ſondern yielmehr- Mehre zu, reger Zyhaͤtigteit in
der Bearbeitung des Feldes_der Geſchichte veranlapf haben,
Aue indem: ruhmwürdigen Streben, durd) Mittheilung
der Urfunbag. ober Aſthitten verfiiten. Malerialien zur Abs
fe fung.. van. HOrto, und: Rombengefihkihten beizutragen. Theis
wu Mande tinigemmeßennnufgchaten. warden zu fen. Moͤ⸗
en dieſe ht arncade, ſendenn mit lem Gifgr: hierin
ſorraroltenmif· maff einmal ien werde in. Den noch
duntiax Barten nr Geſchiche! , KB. De Auffardens da⸗
17 „
⸗
zu in Ro. 105. S. 850, Sun. 1843. Vahreuthet Intelli⸗
genzblatt und VII. Bericht. S
I.
Seiſtungen Des Vereins.
Die Freunde der Geſchichte werden mit Freuden die
Nachricht vernehmen, daß ber hiſtptiſche Verein die Hexaus⸗
gabe fraͤnkiſcher Geſchichtsquellen beſchloſſen und bereits im
Begriffe ſteht, das lterarſſche — mit da ana
Bande zu beſchenken. en
-Der derzeitige Vorſtand ded Vereins, "gen Archivar
Dr. Conſtantin Hoͤflex hatte bei der Verſammlung der Mit
„glieber auf deu Aarolinenhöbe am 3. Zus des Jahres 1848
in feiner Abhandlung „über die Aufgabe und Wirkſamkeit
der biftorifchen Vereine, befonderd derer in Franken auf
die Wichtigkeit und Rothivendigfeit der Heraudgabe der frän-
Ktichen Geſchichtsquellen zum Frommen bet Geſchichte hinges
wiefen und dieß An einem Programme, daB In einem Ab-
drude ſowohl an die Mitzlieder“ als an die hiftorifchen Ber:
eine Frankens vertheilt worden ift, weiter RUF RARDEN
geſetzt. — £
Das Tal. Regierungspräftium von Oberfranken erließ
gleich nach dem Empfange des Programms an Tämmtliche
Diſtriktspolizeibehoͤrden und Rentämter des Bezirks eine Auf⸗
forderung, das Unternehmen zu unterftügen. Wir koͤnnen
uns bad Vergnügen nicht verſagen, den Erlaß hier mit⸗
RE
Eee 2 ;, Bayreuth, den 24. Dezember 1848.
— * neuen Zeintr Acqetat des Königs...
"Der hiſtoriſche Verein zu Bamberg. beabſichtigt die
„Herausgabe fraͤntiſcher Gefdichtäqwellen in Gemeinſchaft
„mitden Abrigen hiſtoriſchen Vereinen ber fränfiichen
„Provinz. Diefe Herausgabe iſt für die teutſche Ge⸗
fchichte ut fo wichtiger, als aus den XV., XVI. und
=
—
2 . v
„IVII. Jahrhunderte nun wenige ebinie teuiſche Geſchichts⸗
„quellen exiſtiren, während: Die ſraͤntiſchen Archive noch
„viele wichtige, aber menig belanate Urkumden enthalten.
„Er iſt daher dieſem Unternehmen der gedeihlichſte Hart
„gang zu wünfchen und wird dafſelbe zur Förderung und
„Mitwirkung auf das Angelegenfte: empfohlen, indem zu⸗
„gleich alle ver gl. Regierung untergehenen Behoͤrden
„aufgefordert werben, bie Sache der hiſtoriſcher Vereine
„überhaupt anf bas Giftigfte zu fürbern, Damit durch ger
„meinfames Zuſanmenwirken ſowohl hie Geſchichtsquellen
„immer mehr aufgeklaͤtt, als auch das Intereſſe an der
„vatetlandiſchen Geſchichte geweckt und erhalten werde.“
Se. Königliche Hoheit, Herzog Auimilian in Bayern
gab in einem Schreiben d. d. Münden, den 17. Januar
1849 fein Wohlwollen über bas Unternehmen zu erkennen.
Dort heißt ed:
„Zebhafte Befriedigung bat Mir die Abſicht des Ver
„eins gewährt, eiu Zuſammenwirken ſaͤmmilicher hiſtori⸗
„ſcher Vereine ber fraͤnkiſchen Länder zum Zwecke einer
„gemeinſamen Herausgabe fraͤnkiſcher Geſchichtsquellen zu
„veranlaſſen. Möge das löbliche Beiſpiel, das durch die
„bereits unternommene Herausgabe der Denkwürdigkeiten
„Ludwigs von Eyb vorangeſtellt wird, jenem zu folgen,
„nneifern und recht fördernde Sheilnahme finden!”
Der hiſtoriſche Berein von Bayreuth bat ſich in der
Antwort anf die Ueberſendung des Programms ſehr beifällig
ausgefprochen, bie Ehre der Herausgabe überläßt er jedoch
dem dieſſeitigen Vereine.
Den Erklaͤrungen der hiſtortſchen Vereine von —
md von Unterfranken und Aſchaffenburg ſehen wir noch
entgegen. Da bis jezt noch keine Antwort: erfolgt. it, fo
laͤßt ſich vermuthen, daß Die Paquete nicht an Ort und
Stelle gelangt fein widgen. Wir ſind im dieſem Falle be⸗
reit, noch einige —— folgen gu laſſen. ::".. ti.
—
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Be Br. Ber arte a Aucfang Jhd Her⸗
wußgabe geinacht; Dev 1. Band iſt Oulienber wu wird Allen
gewir sine wirft: willkummene "abe: fein. Et miHält..Die
Dortwürkighitten des Ritters: Qudcbig Yun Eyb: Der’ Ber
ein glaudt, dle Berfichetung ‘geben:igu imnimen,ı baß ww. naͤch⸗
fon en "vo: nie. Band‘ ns leyentche Big“
rück warb in nn
Der · Gerichterſtatter ſigt die Beratung sei; beß —
verch ie Bufrahmr von Abhandinigen über bie: Sefhichte
Bambergo und alles beſſen, wu daruuf Mezug Hat) wicht
ettigefielit Hs der Werebr wirs auch femer, wie bisher, die
treffenden Arbeiten der — ae mit Bergunü-
gen. veröffentlichen.
1 Daß, zweite Unternehmen, dem. ſich ber hiſtoriſche Ver⸗
ein auf. Anregung feines, durchlauchtigſten Proteltors, des
Herzogs Marimilien in Bayern unterzieht, verdient gleich⸗
falls die groͤßte Begchtung. Es wird naͤmlich eine Chronik
angelegt, in welcher ‚alle Beiterelgniffe, welche irgendwie
auf. Franken Bezug haben, genau verzeichnet werden.
Hinſichtlich der Art und Veiſe der Ausführung drückt
ſich der durchlauchtigſte Protektor in einem Schreiben an
unfer verehrliches Miiglied, Herrn Hofmarſchall Freiherrn
von Muͤnſter, der auf Erſuchen des Vereins bie Anfrage
‚zu ſtellen die Gũůte hatte, alſo aus:
„Was die Grenzen anbetrifft, innerhalb welcher dieſe
Une zu Haken Bibel buͤrfte, ſo bin Ich, ohne
nhierin Macß geben zu wollen,: der Auſicht, daß dibſelbe
27h auf die Proving Befchtänten ſollten, für welche der
- „dortige Verein gegründet iſt. Die Haupteveignifſſe
in univerſalor Ausdehnung :wäsben dabei’ mehr ober we:
„niger angezogen, inſoferne berückſtchtigt werben. müſſen,
„als dieſelben bei’ dem allgemein tage gewordenen öffent
„lichen Reben nirgenbe: mehr ohme Ginfluß, Theilnahm⸗
und — wo IB EILIBNEN. Läntertheile- bleiben
„innen. tut im ae nem ei ι—. IT,
[2
*
—
ul)?
Im Berlaufs- des Jahres vourden verſchiedene Abhand⸗
Inngen zur Vorlage gebracht; fo beſonders bei der Verſamm⸗
ung der Mitglieder bes — Vereins auf. der Karo⸗
imenhöße. a
Außer Heren Dr. Höfler hielten daſelbſt Vorträge
Herr Pfarrer Peter zu Stadtſteinach uͤher dad wendiſch
flavifche Wort Paltena, Paltema und Herr Roder, Achivar
des Seren Grafen v. Giech über denſelben Gegenſtand. Zus
gleich erſtattete er Berticht uͤber eine Abgabe des Kloſters
Langheim an den Aelteſten von Giech, die in Kammlatuch
oder in einem Paar Filzſtifeln beſtand. (S. über dieſen
Gegenſtand die Gedichte des Slavenlandes an der Aiſch
und den Ebrach⸗Flüßchen. Bamberg 1819. Erſter Theil.
S. 6. Anmerkung.) - -
Herr Dr. Höfler verbreitete fih hier über bie
Wichtigkeit. des keyſeriſchen Buchs, fowie über die von ihm
im bamberger Aschive aufgefundene Altefte Urkunde bed Hau⸗
ſes Hohenzollern vom Jahre 1234. Er wurbe vom Könige
von Preußen, dem er fie überfandte, mit der goldenen Mes
daille „für Wiſſenſchaft“ heehrt.
Herr Magiſtratsrath Dietrich zu Vorchheim übergab
eine Abhandlung über die Entſtehung der dortigen Hoſpi⸗
talſtiftung.
GHerrn Domtapitular Wunder verbanfen wir ſehr
ſchaͤtzbare Aufſchluͤſſe über bie Geſchichte Bambergs. Sie
finden ſich in der Beilage zu feinen „Gelegenheitspredigten,
die er als Feſtgabe bei feinem Prieſterjubilaͤum für feine ehe⸗
malige Pforsgemeinde zu U. L. Frau und St. Gangolph
bahier am 25. Dezember 1848” im Drude erfcheinen ließ.
Mit der geſchichtlichen Darſtellung verfchiedener kirch⸗
licher Stiftungen, welde er in hurzer Zelt ericheinen laffen
wird, wird einem laͤngſe gefühlten Beduͤrfniſſe abgehalfen.
Herr Domlaptiniar Karl Friedrich Schmitt gebrie .
terefiante Erläütsrangen und Notizen dur Geſchichte von
Bayerſdorf und Doringſtadt. | Ä
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"Der Beriterftatter, Carat Thiem hatte im Jahre
florbener Vereinsmuglleder durch ben VBerht” miitheilen
möge. (©. fiebenter Beriht S. IX.) Dieſer wurde neuer-
dings in Anregung gebracht und er ſoll jetzt ausgefuͤhrt
werden. Bir muͤſſen indeß die Bitte hier ausſprechen, daß
die Angehörigen der Verſtorbenen Nachrichten über deren
1844 ben Vorſchlag gemacht, daß man Lebendtſtizzen vers
Lebensverhaͤltniſſe übergeben. Mit Vergnügen wird der Be.
richterftatter die Zufammenftellung beforgen und fo ben Das _
Mngefchiedenen ein chrended Denkmal ſetzen.
Die Lebensgeſchichte des verlebten Herrn Domdechants
und Bereinsvorftandes Dr. v. Bienner floß aus feiner
Feder.
. Für die Zukunft dürfen wir und noch mehr verfpre
Ken, indem die Ausſicht vorhanden ift, daß von Zeit zu
Zeil, vielleicht regelmäßig‘ im jeder Sttzung Vorträge über
die Geſchichte gehalten: werden. Mehre Mitglieder haben
Dazu, freundliche Zufage gemacht, wenn — nicht ſtoͤrende
Verhaͤltniſſe eintreten.
- Wir können uns alſo der —— Hoffnung hin⸗
geben, daß der Verein nicht nur in feiner bisherigen Thaͤ⸗
tigfeit fortfahren, fondern noch mehr „erftarfen und von Zeit
au Zeit ſchoͤne Beweife von feinen ee und dor
ſchungen geben werde.
II.
— Wirken ber beiden Ver⸗
— Bon Oberfraukenz Verbaͤndung
mit awslnartigen Vereinen.
Der hiſtoriſche Verein zu VBamberg- geht. mit dem zu
Bayreuth fortwährend in dem bisherigen edlen Streben
Hand in Hand. Das Ardtv für Geſchachte und Alterthums⸗
Stunde, welches biöher feinen Beftand dem rüſtigen Yafıms
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IX
menwirfen der beiden Bereine verbantt, enthält diesmal nur
Einen Beitrag zur Geſchichte unter dem Titel: „Das Für:
ſtenthum Bayreuth im dreißigjährigen Kriege. Nach hands
ſchriftlichen und gedrudten Quellen dargeſtellt von Dr. Holle.
Mit urkundlihen Beilagen. I. Abfchnitt (1618 — 1632).
Der Herr Berfaffer war einige Wochen in Bamberg, um
aus dem Archive daſelbſt Materialien zu feiner Geſchichte
in fammeln.
Wenn diefe Arbeit vollendet ift, fo wird wahrſchein⸗
{ih Died Archiv wieber mit Arbeiten von Mitgliedern der
beiden Bereine audgeftattet werben.
Auf den dritten Juli des verfloffenen Jahres wer
eine Berfammlung für die Mitglieder der beiden Bereine
auf der Karolinenhöhe anberaumt. Die Bamberger erfhie .
nen in großer Anzahl; die Bayreuther wurden leider an
der Theilnahme gehindert. Wir freuen und jedoch in diefem
Jahre, unfere Bayreuther Freunde auf der Karolinenhöhe
begrüßen zu fünnen. Bir haben biefen Ort auch darum
wieder zum Verſammlungsplatze gewählt, da fie vor zwei
Jahren mit und einftimmig bier zufammenzufommen bes
ſchloſſen haben. & —
Die freundlichen Verbindungen, in denen der Verein
mit den in ganz Deutſchland beſtehenden hiſtoriſchen Ver⸗
einen ſteht, laſſen auch die Fortſetzung der ſchoͤnen Schrifs
ten derfelben_hoffen. Selbſt un Auslande hat der Berein
Anerkennung gefunden. Bir wünſchen, durd die Ramhaft:
machung ihrer Geſchenke eine Schuld der Dankbarkeit abtra⸗
gen zu können. Zugleich fügen wir die. Bitte bei, daß die
geehrten Vereine und auch ferner mit ihrem RUE
beehren mögen.
Die Verſammlungen, deren wir im eilften Berichte
S. Vi und VII gedachten, , find wegen unvorbergefehener
Hinderniffe niht zu Stande gekommen. Möge für -
die Zukunft ihrer Wirkfamfeit, welde für die. Wiſſenſchaft
von größten Raupen if, nichte mehr im Wege fiehent _.
x!
Sa
— | ‚IE ce a
gertennungen, S em · unrgen
Unterſtũüczungen. | 2
Ber hiſtoriſche Verein erfreut fi von der Zeit feine
Entſtehens bis auf die BR, Zeit großer Auszeich⸗
x -
nungen.
König Sedwig 1. gab in einem Schreiben fein Wohl:
gefallen über deſſen Leiftung an erfennen.
Se. Majeftät König Marimilian u. hatte ſchon als
Kronprinz dem Vereine ein ſchönes "Zeichen ſeines Wohl—
wollens gegeben. S. zehnten Bericht S. V. —
Der Proteltor des Vereins, Herzog Marimilian in
Bahern, Kol. Hoheit, fpricht bei.jeder vorfommenden Ges
legenheit ſeine Anerkennung über des Vereines Wirkſamkeit
in den wohlwollendſten Ausdrücken aus. Mit wahrem Ber:
gnügen laſſen wir das Schreiben, welches Se. K. ‚Hoheit
nad). dem Empfange ded XI. Berichts anher erloffen haben,
nach feinem ganzen Inhalte zur allgemeinen Kenntnignahme
abdruden:
München, den 20. September 1848.
Der Herzog. ie ein in Bayern re.
den Ausſchuß des hiftorifchen Bereind in Bamberg,
„Indem Ich für Die gefüllige Mittbeilung des eilften
‚Berichtes über dad Befichen und Birken des vorgennsars
„ten Bereined Deinen verbindlichen Dant auösrätke,
„bitte Ich, es als ein Merkmal Meiner Theimahme an«
: „gufehen, wenn Ich bemfelben eine Bemerkung zur Er:
„wägung vorzulegen Mir erlaube, die aus dem Wunſche
„entſpringt, ein Unternehmen angutegen, welches ber
„künftigen Geſchichtſchreidung ein — mertnelie
: "„‚Meotetiol zu bereiten vermoͤchte.
"7,86 glaube nemlich, Daß ed dazu ſehr dienßam ſein
„werde, wenn Der hiſtoriſche Verein mehrere feiner Mit⸗
> ıKa
„Alieder, bie. ſich beſonders mit Gefchichtfotſchung abgr⸗
„ben, eigens beauftragen witde, in der ſetzigen Zeit gaͤnz⸗
„licher Umgeſtaltung aller birherigen oͤffentlichen Verhalt⸗
„nifſe efte auf kritiſcher Scheidung ber reinen Thntfachen
„gegründete Chronit anzulegen und fortzuführen, aid
„Aufzeihnung der pofltiven Refultate aus dem Treiben
„der Parteien unferer Tage. Da aber befanntlidh die
Anfchauungsweiſe auf bie Darftellung felbft der antſchle⸗
„denen XThatfachen einen wefentlihen Einfluß" Abt, fo
‚‚bürfte anzurathen fein, daß Jeder der beftimmten Ber:
„faſſer einer ſolchen Chronik für ſich allein‘, ganz nadı
„ſelbſtſtaͤnbigen Anſichten die Begebenheiten des Tages
„aufzeichne. Das vorerwaähnte Treiben der Partheten
„würde immerhin dabei gleichfalls als ein hiſtoriſches Ro⸗
„ment beachtet werden können und mirffen; bie verſchie⸗
„denen Auſchauungsweifen ver Chroniften ſelbſt aber eins -
‚ander Berichtigen und ergänjen.: Daß übrigens das Auf⸗
„faſſen des Lebens der Gegenwart durch Zeitgenoffen in
„dem Burgen Abriffe einer Chronik eine unfhägbare Hülfe
„fein müſſe für den Fünftigen Geſchichtſchreiber, der fon
„nur aus zerſtreuten, mangelhaften Quellen ſchöpfen und
„ſammeln müßte, um ſich ein volles und wahres Bild
„der fernen Vergangenheit zu erringen, tft an und für
„fich einleuchtend.
Wie gefagt , Diele dee der näheren Erwägung an⸗
"heim gebenb, wiederhole Ich mit Bergnügen dem burd)
„eine rühmliche Thaͤtigkeit verdienſtvollen Vereine die Ver:
„ſicherung Meines fieten fheitnehmehben Wohlwollens.“
Marimilian,
— es in Bayern.
Es ſei ung erlaubt, hier eines edlen Goͤnners unfers
Berlins, Bed Herrn Domprobfted Frhruſv. Lerchenfeld,
dankbarſt zu erwähnen. . Er beforgte. als Borfinnd ‚mähre
Sahte mitı dem umermüdeten und. für Dad Gedehen des
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7
4
Berreins hoͤchſt thaͤtigen Sekretär, errn Bibliothekar Jaͤck
bie Geſchaͤfte. Durch eine Verfügung in feinem Teſtamente
kam der Berein in den Befig einer Stockuhr. Der evle
Geber hat Ach dadurch den — zu großem Dante ver:
pflichtet.
EEE. ; dronomiſche Ber
hältniffe.
Rad) dem am 20. Auguft des verfloffenen Jahres er
folgten Tode des Vorſtandes Herrn Domberhants Dr. v.
Brenn er teitete bid zur Wahl, die im Sanuar d. J. vor
genommen wurbe, Herr Domkapitular Wunder ald Al
ter&präfident. die Gefchäfte. Bei der Wahl des Vorſtandes
fielen alle Stimmen auf den derzeitigen Vorftand des Ar⸗
chivs, Herrn Regierungsrat Dr. Conftantin Höfler; ber
bisherige Conſervator Burat Georg Adam Thiem wurde mit
bem Sefretariate, Kerr Stadtpfarrer Schweiger mit dem
Kaffieramte und Herr Brofeffor J. M. v. Reider wit ber
Drdnung und ng ber Bibliothek betraut: —
%
Rechnung fuͤr 1838, a
| Einnahme: :
An Aktivbefand . » 2 2 2°. 73 5a ie.
= Mtisauflenfländen . . 2... —N —
= Beiträgen . 2 2 2 22. 283 fl — ©
2 Verkauf Er
-Insgemein. .... —
⸗ 356 fl
Ausgabe: :
An —— — . fe — k
— —— N 1f.30M.
Drud eher nn. Ba
Kür Buchbindexlohn.36
⸗ Bebienung - 210... 1
= Mitenfllien . > ur ne De 3a 1
= Botnlhn-. - » 2 222.078
s Sindgemein 18
Abſchluß:
Einnahme: 356 fl. 571% ie.
Ausgabe: 179 fl. 36 kr.
en
Alftivbeſtand: 177 FH. 21, Fr,
1. Beleg.
As Sen beigetretene Ritglieder. =
a) Ordentlide:
Herr Dr. Friederih, Leonard, Domprobft.
* Dr. Gengler, Gottfried, Profeſſor ber. Rechte an
der Univerfität zu Erlangen.
Ihl, Regierungsrat und Stadtkommiſſaͤr dahier.
von Lerchenfeld, Freiherr, k. b. Staatsrath.
von Minutoli, wirklicher Geheime⸗Ober⸗Regier⸗
| ungsratheßräfdent in Preußen.
⸗ von Silberhorn, Hönigl. Appellations⸗ F Getichts⸗
Praͤſident dahier.
⸗Schumann, kgl. Appellations⸗Gerichts⸗Direktor.
| b). Anferstientlige: |
Bauer, Stabtlaplan in Vorchheim. x
Dietrich, Magiſtratsrath in. Vorchheim.
Leppert, Domkapitular in Bamberg.
Schifferer, Staͤdtlaplan in Vorchheim.
⸗ 4
w “ “
vum
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1 4
Het Mei rer (ot Baumgenieur zu —
gi .. Ben, Kaplan in Bucgebraih et
— Ehrenmitglied wurde auſgenomritu:
se Er Steiner, Hofrath, Sifteriograph, bes, großh.
‚ He, Landes und Haufed.
.Bp ‚Werftorbene Mitglieder.
Id agamus, ut Jucunda fiat mobls amissorum
tesordello. Seneca epist. LXIIL
T. Friedrich von Brenner,
i ⸗ 7
N. zu. Bamberg, Borftand des hiſtoriſchen Vereins
Bajellik, geboren. zu’ Bamberg hen: 10. Januar 1784,
geftorben den 20. Auguft 1848.
Brenner, der trefflihe, audgezeichnete Brenner ift
todt — ein großer Verlſt' FAs- die: Wiffenfchaft nicht weni=
ger, g18 für. baß, Domkapitel, deyn ex; ſeit der, Wiederexrich⸗
tung beffelben angehörte — Died war Die allgemeine Spra⸗
che, als die Raul ſich verbreitete; daß er " heimgegangen
zu feinen Vätern. win
Toon‘ ich nit erlaube, einige Rotthen aus ſeinein tha⸗
tenreichen Leben hier mitzutheilen/ ſo mag man dies yur als
eine Aeußerung der Mietãt betrachten. Er war mein Leh⸗
rer, und in dem letzten Jahren feines, Lebens hi8 ‘zu ſeinem
Tode mit’ ein freundlicher, aufrichtiger Gönner geweien.
. „Brenner war ber: Sohn praver Bütgerölgute; fein
Vater, ein Hutmacher, ernährte mit dem geringen Einkom⸗
men ‚jeines Geſchaͤſtes feine Familie treu und zeblich. Bren-
ner hatte ausgezeichnete Geiſtesgaben und machte in der
Elementarfchule fo gTWahihe Föriſchritle, daß er für das
Studiren ald ganzuverguͤglich befähigt erachtet wuzde: Seine
Heltern führten ihn auch in die lateiniſchſe Schule, wiewohl
nicht ohne große Bangigkeit; denn die vielen Keften, Die
' dabei nothwenbig find;: ſtunden an ſrarkem Wiberjuucche mit
Ss
—R
xa Einforamm . An dieſe Zeit erinnerte ſich Buenner wis
aeben Bohlbehagen; ja ey beach in Aeußerungen ber Freud⸗
sus, wenn er erzählte, wie „knapp“ es bei ihn zugegangen,
ze er aber-benn doch bei der Ungunft äußerer , Berhäft«
ziies feine Aufgaben. glücklich gelöft. habe — und in bey
Idat, er hat fie glüdlich geloͤſt; denn er trug immer, die
men Breife am Ende des Schuliahres davon und erhielt
tie erſte Stelle des philofophifhen Primats. Nach einer
mentlichen Prüfung wurde er am 22. September 1803 mit
der Bürde eines Dokdors der Phlloſophie beehrt.
Jetzt war die Zeit gekommen', wo er ſich' für einen
Beruf entſcheiden ſollte. Brenner wählte den geiſtlichen
Stand, und zwar zu einer Zeit, wo große Stimme über
bie Kirche umd ihre Diener hereingebrochen waren und ned
gewaltigere in Ausſicht finden. Mit Yeuexeifer begann ex
im Seminar, in das er, weil der Erſte in der Philoſophie,
iogleich eintreten durfte, das Studium ber Theologie. und
Ge drei Sabre fpäter mit, Meifterbank Die vom Yürkhi;
ſtefe Georg Karl von Fechenbach ausgeſetzte Preisfrage;
„Was hat der Seelenhirt on Jeſus, als dem vortrefflichſten
wd nachahmungswürdigſten Muſter aller Seelenhirten vor
züglich nachzuahmen? Bald darauf begaber ſich an Dig
Univerſität Landshut zum Behufe weiterer Ausbildung und
trat hier mit den ausgezeichneten Lehrern, namentlich mit
dem edlen "Sailer, In nähere Verbindung. Er ſchrieb eine
gründliche Abhandlung: „Was iſt ein wahrer Prophet nad)
dem Sinne der Schrift?” und erhielt, nachdem er in einer
Prüfung feine ausgezeichneten Kenntniffe in den theologiſchen |
Disciplinen an bert Tag gelegt hatte, das Doktordiplom.
Er kehrte hierauf nach Bamberg zurück, um daſelbſ
in bei Weinberge des Horrn zu arbeiten, Er wurde yor⸗
ut als Kooperator an. der Pfarrtirche zu, St. Gangolph
und bald darauf Ad Kapkın bei St Martin angeftellt,
Lehteres geſchah hauptſaͤchlich aus dem Grunde, beit bey
N
xvi Zu —
tüßrige junge Gelehrte bie —— ber Bibliothek — zu
feinen Studien benugen konnte, Brenner benägte biefe Ges
legenheit mit dem günftlgften Erfolge. Bon biefer Zeit am
war feine. literariſche Thaͤtigkeit nie unterbrochen worden.
“Beine Verbienfte um die Theologie And umvergleichlich groß,
ba er in eines Periode alle feine Geifteöfräfte ihr widmete,
wo ber Zeltgeifi wie ein Alp auf biefer Wiſſenſchaft Iaftete.
Brenner zeigte ſich als ein reblicher, unermüdeter Korfcher
und als ein treuer Sohn der Kiche. Durch fein Wert
„hiſtoriſch⸗philoſophiſche Darſtellung der Offenbarung”. hat
er ih in früher Zeit auch im Auslande fchon einen Namen
von gutem Klang erworben.
Bei:der großen Liebe für die Wiſſenſchaft ———— er
indeß ſeines ſchoͤnen Berufes nicht; er war ein Seelſorger
im vollen Sinne des Wortes; er ging eben ſo gerne an
das Krankenbett wie auf die Kanzel, in die Schule wie in
den Beichtſtuhl. Seine Witkſamkeit als Prediger iſt immer
noch in geſegnetem Andenken; ja er hat ſich ſelbſt ein herr⸗
liches Denkmal geſetzt, indem er in der von Bag und ſpaͤ⸗
ter von ihm felbft herausgegebenen Zeitfchrift zweimal Fa⸗
ftenpredigten veröffentlichte, die mit Recht zu den Muftern
Ä bet geiſilichen ig gezählt werben.
; Sm Jahre 1813 wurde Brenner als Subregens in
das Priefterfeminar berufen und hier wirkte er acht Jahre
höchſt wohlthaͤtig an der Bildung ber jungen Geiftlihen und
äußerte fomit einen mächtigen Einfluß auf die religiöfe und ,
fittliche Geftaltung der Dioͤzeſe. Durch mehre gehaltoolle
Schriften, befonderd durch das wegen des trefflichen Inhalts
wie hinfichtlich der Kraft und Schönheit der Sprache aus-
gezeichnete Buch: ‚‚Beiträge zug Ermedung des geiſtlichen
‚ Sinne und Wandels” hat er von feiner Brauchbatkeit und
Tüchtigkett zu diefem "wichtigen Amte ein offene® Zeugniß
abgegeben. Schon im Jahre 1815 wurde er jum Kon
ftorintfetretär ernannt und im Jahre 1820 erhizlt er bie
| xvn
Vorſtandſchaft im Seminar, Auch die Profeſſur der Doge
matit wurbe ihm übertrageu; bald darauf trat er ald Rath
in das geiftlihe Rathscollegium ein.
=. Bei der Wiedererrihtung des Domkapitels wurde Bren⸗
ner zum Domkapitular ernannt. Sah man ihn auch mit
Wehmuth aus dem Seminar ſcheiden, ſo troͤſtete man ſich
doch wieder damit, daß er der Dioͤzeſe erhalten wurde und
als Profeſſor der Dogmatik und Patriſtik fortwirkte. Die
Früchte ſeines Fleißes waͤhrend ſeines Lehramtes liegen vor
und — bie katholiſche Dogmatik in drei Bänden drei Auf⸗
lagen ungeachtet- ded zu Reutlingen erfolgten Nachdrucks. —
Geſchichtliche Darftellung der Saframente drei Bände. —
Kaifer Heinrih der Heilige und König Mar Sofeph in Be
ziehung auf Bambergs Firchliche Verfaſſung — das Gericht
oder Aufdedung der Unwiſſenheit und Unredlichkeit lutheri⸗
icher Doktoren und Baftoren der Theologie in Darlegung
des Fatholifhen Lehrbegriffe — Lichtblide von Proteftanten
oder neuefte Befenntniffe für die Wahrheit bei ihren Geg—
nern — Nachträge zur Dogmatik. — Diefe Bücher wurden
mit entfchiedenem Beifalle aufgenommen; nur Eined — die
Schrift: Ueber das Dogma — verwidelte ihn in einen hef-
tigen Streit. Brenner berichtigte Aber, was angefochten
worden war, mit eben fo großer Ruhe ald-Offenheit. Er
bat mir einmal, als über dies Buch gefprochen wurde, in
ernfter Stimmung bedeutet, wel harte Kämpfe er deßhalb
habe beftehen- müffen. ‚Sie find zwar vorüber”, fagte er,
„aber daB Andenken baran friſcht man mir von Zeit zu
Zeit wieder auf.“
Brenner war nicht bloß der Wiſſenſchaft, er war auch
ber Kunft mit aller. Seele zugethan. Schon als Kaplan
begann er, eine Sammlung von Delgemäfden, Kupferftichen
—RVW
und anderen Kunſtgegenſtänden anzulegen und er ſammelte
fort mit. Umſicht und Geſchmack bis zu feinem Tode. Als
ich ihm einmal meine Berwunderung darüber bezeigte, ſprach
2
Yu FE
er: „Sehen Ste, dad Alles ift zu meiner Freude, zu mei⸗
ner Belehrung und Yortbildung; ich möchte uͤberall, wo ich
gehe und ſtehe, Etwas haben, das mich anzieht, das ver⸗
ſchoͤnert das Leben.“ Der Reſtauration der Domkirche wid⸗
mete et fein beſonderes Augenmerk, er ließ bei der Wieder⸗
eröffnung derfelden. feine Anfichten darüber in einer kleinen
Drudichrift zur Offenfunde gelangen. Nicht minder pflegte
er auch die übrigen ſchoͤnen Künfte, ſo insbefondere Die
Poeſte. Hätte er fih ausfchließend ihr geweiht, er würde
einen ehrenvollen Plag unter den erften Dichtern einneh-
men. Ich erinnere nur an das vortrefflidie Gedicht: „Em⸗
pfindungen des Domfapiteld zu Bamberg bei dem Eintritte
des Königs Ludwig in die Metropolitantiche in einer Ode
1830.“ 2efen wir feine Schriften, fo zeigt fih überall bie
Anmuth und Kieblichkeit der Sprache der erften Dichter. Die
Geſchichte Hielt er für die befte Lehrmeifterin und darum
war er feelenvergnügt, wenn er an den Quellen derjelben
fih Raths erholen Fonnte. Cr ſchloß fih allen Vereinen
an, um an ibren Berathbungen Theil nehmen. und
-fo, wie er gar oft fagte, immer mehr lernen zu Fünnen.
Brenner war bei jeder Sitzung des hiftorifhen Vereins yu=
gegen, er fragte, er gab Aufſchluß; Nichts ſchien ihm ge—
Yingfügig. Als Vorſtand des Vereins war er fortan. für
dad Gedeihen deijelben bis zu feiner Todesſtunde eifrig bes
forgt. Er ftand daher auch bei Allen in hoher Achtung.
Auf die Naturwiffenfchaft verlegte er fih mit dem regſten
Eifer; die Ergebniffe feiner Forfhungen find von größten
Intereſſe. Er unternahm daher aud- mehre Reifen, und
immer fehrte er, audgeftattet mit größerer Menſchenkenntniß
und bereichert mit dem herrlichſten Material, aber auch fro=
ben und frifchen Geiſtes zurüd, um meiter au wirfen und
au ſchaffen.
Mas Brenner im Domkapitel leiftete, überlaß ich An⸗
Deren zum Referate; nur fo viel will ich hier anführen, daß
man ihn fowohl in der Eigenfhaft eines Mitgliedes als in
ber eines Ordinariats vorſtandes hochverehrte, ein fprechendes
Beweis von der Anerfennmng feiner. FeRungem und feiner
Pen eollegialifchen. Wirkſamkeit.
In Bezug auf feine übrigen Verhäͤltniſſe im Leben
und zu — Menſchen überhaupt befolgte er die Mahnung -
des Herrn: Estote prudentes sicut serpentes et simpli-
ces sicut .colambae! Und darum fonnte er ſich auch in
allen Kreiſen wohl bewegen. Er war froͤhlich und heiter
und liebte dies auch an Anderen. Wie oft war ich an ſei⸗
ner Seite, wo der ſonſt ſo ernſt und krankhaft außfehende
Mann in edler Munterfeit Alle erfreute! War -er in der
Sefellihaft der Großen, fo wußte er durch feinen Anftand
und feine äfthetifhe Haltung fowie durch gehaltvolle Reden
fie zu gewinnen; war er unter Berjonen, bie ihm gleich
Randen, fo fprudelte in reichen Strömen Wig und Laune,
ohne Jemand zi nahe zu treten und ihn zu beleidigen; er
zeigte ſich in allen Kreifen gleih achtungswürdig und liebe
voll. Er war überhaupt gerne In Gefellichaft, nur da nicht,
wo man die Fehler Anderer zum Gegenftande der Unter⸗
haltung machte. . „Jeder hat feine Fehler‘, fprach er öfter,
„and nicht felten haben Diejenigen die größten, welche fo
gerne über Andere harte Urtheile fällen.”
Der vortrefflihe Mann’ wurde wegen feiner auöges
zeichneten Eigenfchaften, wie jchän bemerkt, hochgeehrt; allein
er blieb fih immer gleih; die größte Einfachheit, wie in
der Kleidung, fo in der Außeren Umgebung, behielt er auch
ta, ald er hoher Auszeichnungen fich erfreute. Die herzog⸗
lihe Familie, welde mehre Sahre in Bamberg refidirte,
hielt ihn in Hohen Ehren, da er unter Anderem bei dem
ode ber einzelnen Mitglieder als Beichenrebner wuftrat.
Ueberhaupt war er's, der bei außerorbentlihen Creigniffen
in heiliger Rebe in dev Kathedrale feine Stimme erhob,
Die Reden find. durch den Druck Gemeingut geworden; die
⸗
*
x
legte, kraftvoll und erhaben, hielt er auf den Tod de Pap⸗
ſtes Gregor XVI. ‚Died war meine legte Predigt“ fagte
er zu mir, „meine Körperkraͤfte nehmen gewaltig ab.“
Wie die herzogliche Familie, fo zeichnete ihn auch Der
jetzige König, Marimilian, vorzüglih aus. Er lernte ihn
als Kronprinz bei feiner Anwefenheit in Bamberg kennen
und erfreute fich bei den Unterredungen über beflen geiftvolle -
‘ Borträge.
⸗
Rad, dem Tode ded Domdechants Fraas wurde Bren⸗
ner am 5. Nov. 1844 zu deſſen Nachfolger ernannt. Einige
Jahre fpäter am 1. Januar, 1847 wurde ihm das Ritter-
kreuz ded Verdienſtordens der bayerifchen Krone verliehen.
Bald nah feiner Ernennung zum Domdechant legte
Brenner die Profeffur der Dogmatik nieder, nachdem er 25
Jahre lang mit dem größten Beifalle und dem beften Er-
folge durch Wort und Schrift gewirkt” hatte. Die ‘Zeit hat
ed gelehrt und wird es noch lehren. Seit der Zeit, -daß
er fih vom Lehramte zurüdgezogen, welfte er immer mehr
und mehr dahin: er that ih Gewalt an, um überall, wos
bin ihn fein Amt und fein Beruf rief, anmefend zu fein;
allein feit dem April des Jahres 1848 konnte er‘ fein Zim⸗
mer nicht mehr perlaffen, uud, nachdem er mehre Monate
gelitten und gebuldet, ftarb er am Feſte des heiligen Ber⸗
nardus, den 20. Auguſt. Die Domglode verfündete früh
6 Uhr feinen Hintritt. Ueberall nur die Sprahe: Brenner
ift todt, Der ausgezeichnete Brenner ift ln ein großer,
schwerer Verluft!
Bei der Eröffnung feines —— wurde dieſelbe
Sprache laut, und ſie wird in allen Klaſſen fort und fort
ertoͤnen — und mit Recht; denn Brenner hat ſich, wie durch
ſeine wiſſenſchaftlichen Werke, fo auch durch wohlthätige Ver⸗
maͤchtniſſe unvergeßlich gemacht. Seine Vaterſtadt iſt ihm
in letzter Beziehung ganz beſonders zum ‘Danke verpflichtet.
»
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nd xxt
Seine Grabſtaͤtte bezeichnet ein ſchoͤnes Denkmal; das
Khönfte Denkmal hat er fi aber ſelbſt durch feine Werke
geſetzt.
„Sein Andenken wird nicht vergehen, und man wird
von Geſchlecht zu Geſchlecht nach feinem Ramen fragen. Die
Bölfer werden feine Weisheit erzählen und die Gemeinde
wird fein Lob verkündigen.“ Eccl. 39, 13, 14.
Georg Ad. Thiem
— ———
Reding, Freiherr v., kgl. b. Appellationsgetichts⸗
Direktor dahier, geflorben den 19. Juni 1848.
Das Bamberger Tagblatt hat in Nr. 167. 1848 die
Biographie des Berftorbenen mitgetheilt.
Hardt, Johann Baptift, herzogl. bayer. Kanzleidirek⸗
tor, geboren zu Muͤnchen 1770, geftorben zu Bamberg den
16. Juni 1848.
S. Jack's zweites Pantheon der Literaten und Kuͤnſi⸗
ler Bambergs vom XI. Jahrhundete bis 1844.
Foͤrtſch, Ernſt, Pfarrer in Seußling, geboren zu
Trunſtadt am 12. Mai is geftorben 5. Sanuar 1848.
Brei ß, Wilhelm, freirefignirter Pfarrer von Kloſter
Ebrach, geboren den 18. Februar 1764 zu Kronach, geſtor⸗
ben zu Bamberg den 6. Auguſt 1848.
Blumröther, Heinrich, Dehhant und Pfarrer zu
Beißmain, geboren zu Bamberg den 5. Dei. —— geſt.
den 22. Rov. 1848. |
Künell, Johann, Pfarrer zü Kirchehrenbach, geboren
zu Staffelftein den 31. Aug. 1778 geſtorben den 15- De.
1848,
«
Dr. Andreas Steinruch,
penſionirter Profefor und Rektor ded Gymnaſiums zu Damberg,
Ehrenmitglied des hiftorifhen Vereind, geboren zu Baus
nad 1788, geftorben zu Bamberg den 8. Mai 1849.
/
)
Der: Verlebte ftand in dem Rufe eines audgezeichneten
Mathematikers. Für die Kundigen in Diefem Face war er
auch ein tvefflicher Lehrer, weniger Dagegen für diejenigen, welche
. diefer Wiffenfchaft fich eeft widmeten. Bon feinen Lebensverhält-
niffen Beben wir das Kauptfädlihfte hervor. .Am 23. Sept.
1803 wurde er mit dem Doftorate aus der Philoſophie beehrt.
Das Studium der Theplogie, dem er fith einige Zeit Hierauf
widmete, verließ er bafd wieder, um ſich ausſchließlich mit
der Mathematik und den damit verwandten Wiflenfchaften
zu beſchäftigen. Er vervollfommnete aud) fi hierin, fo zwar,
"daß ihm 1808 die Stelle eined Reallehrers am Gymnaflum
zu Bumberg anvertraut wurde. Bier Jahre fpäter wurde
er ald Profeſſor der Mathematif nad Innsbruck und zwei
Sahre darauf nad) Neuburg verfegt. Im Nov. 1816 Fam
er als folher nad) Bamberg. Das Rektorat des Gymnafiums
wurde ihm im November 1821 übertragen; im Sahre 1839
wurde er von biefem Amte auf fein Anſuchen 'enthoben. Bon
diefer Zeit an zog er fi auch wegen Augenleiden vom Leht-
‚ amte zurüd; erhielt aber erft im Sahre‘ 1843, da eine Bei:
ferung nicht erfolgte, unter Beifalldbezeugung definitiv feine
Penſion. Er Schloß fih nun ganz von der Welt ab: feine.
Freide war fein Garten und die freie Natur, Mathematik
und Politik. Der in fi gefehrte Mann Fonnte indeß aud)
ſehr heiter und fröhlich fein, wenn er im Kreiſe feiner Fa⸗
milie fi) bewegte oder wenn ihm hie und da einer von feis
nen Freunden einmal einen Beſuch machte.
an
Nur eine Whanblimg „von trigowemetstihen Hoͤhen⸗
vermefiungen“ ließ er im Drucke erfcheinen. — Yu wänicen
wäre, daß bie Reden, die er am Schluffe des Studienjahres
gehalten hat, durch den Druck veröffentlicht würden.
Georg Ad. Thiem.
KR. Beleg.
Berzeichniß des Zumachfed der Sammlängen des
Vereines vom Mai 1848 bis zum Mai 1840.
A. Druckſchriften. |
a) Geſchenke von inlandiſchen Vereinen.
| Kol. Akademie der Miffenfchaften.
Abhandlungen der hiſtoriſchen Kaffe. Bd. V. Abthl. 1.
4, 1849,
Bulletin 18AT Nero. 1 — 35.
1849 Re. 1 — 32.
Laſaulx, über den Entwicklimgsgang des griechifhen und
tömifchen und den gegenwärtigen Zuſtand des deut⸗
hen Zbend, Ein Beitrag zur: Philoſophle der Ge⸗
ſchichte. Münden 1847.
Buchner, Andre. Ueber das ethifche Clement im Rechts⸗
prinzip. Münden, 1848.
Kol bayer. Akademie ber een.
Deſſen 10. SSahreöberiht.
Monumenta, boica Vol. 35. p. 1.
— — — Inder sd vol, 1 — 14 Pars I.
Hiftorifcher Verein von Oberfranken zu Bayreuth.
Archiv für Geſchichte und Alterthumskunde A. Bos erftes
Heft. Bayreuth 1888. (Das Fürftenihum Bayreuth
\
ãxiv
im — Kriege von Dr. Sole. 1. Abs
ſchnitt. (1618 — 1632.).
Hiſt. Verein von Oberbayern zu Münden.
Archiv def. Bd. IX. 3. Hft. Münden 1848. 8.
| X. Bd. 1. Heft mit zwei Kupfertafeln.
Deſſen zehnter Jahresbericht für das Jahr 1847.
Hiſt. Verein von Oberpfalz und Regensburg.
Deſſen Verhandlungen XII. Bd. enthält den IT. Bd. der
| Geſchichte des Regensburger Doms. Regensburg. 1848.
Hiſt. Verein für Unterfranfen und Aſchaffenburg.
Deſſen Archiv. 10. Bd. 1. Heft. >
Hiſt. Verein für Mittelfranken -zu Ansbach. :
Deſſen 16. Sahresbericht.
Defien 17. Jahresbericht. 1848. — *
b) Geſchenke von "ausländifchen Vereinen.
Alterthumsverein für das Großherzogthum Baden.
Bildertafeln zu dem dritten Hefte desſelben. Bier Blätter.
Alterthums⸗ und Geſchichtsvereine zu Baden. und Donau⸗
eſchingen.
Deren Schriften 3. Ihrg. II. Bos 1. Heft. Rarlöruhe 1848,
Gelehrte Eſtn. Gefellihaft zu Dorpat.
a) Deſſen 2. Heft.. 2, Bd. der Verholgen. Dorpat 1848.
b) Deren Verhandlungen Erften Bandes erſtes bis viertes
Heft. incl. 1840 — 1846.
Oberlaufige Gefellihaft für Wiſſenſchaften zu Särlig.
Deifen neued Magazin Sahrgang 1846 — die. erſte Haͤlfte
für 1847.
Oberlaufig. Geſellſchaft der Wiffenfchaften zu Görftg.
Neues Laufitziſches Magazin. 24. Bd. 3. 4. Heft. Görlig
88.
Sohanneum zu Gras in Steiermark.
Deſſen 1. Heft der ee
⸗
\
s xxv
Hennebergiſcher alterthumsforſchender Verein.
Einladung desſelben zur XVI. Jahresfeier.
Hiſt. Verein für das Großherzogthum Seifen.
defin Archiv V. Bd. 3. Hft.
Regeſten der bis jegt gedrudten Urkunden zur Zanded-- und
Ortsgeſchichte des Großherzogthums Heſſen. Geſam⸗
melt und bearbeitet von Dr. E. Skriba. Zweite Ab⸗
theilung: Die Regeſten der Provinz Oberheſſen ent⸗
haltend. Darmſtadt 1749.
Verein für heſſiſche Geſchichte und Landeskunde.
Deſſen Zeitſchrift V. Bd. 1. Heft. — Das 1. ‚Heft der
wülten Örtfchaften in Kurheffen und Ru. 10. 11.
der periodiichen Blätter.
Verein für heiliihe Geſchichte md Landeskunde.
a) II. Supplement der Vereinsſchrift. '
b) periodiſchen Blätter.
Ferdinandeum in Innsbruc.
3. Heft von Brandis Geſchichte ber nn von
Tirol...
v. Brandis, Geſchichte der Landethauptleute in Tirol.
IV. Heft.
Deutſche Geſellſchaft zur Erfſorſchung vaterlaͤndiſcher Sprache
und Alterthümer zu Leipzig.
a) Das neueſte Heft der Vereinsſchrift vom Jahre 1847.
b) Die Berichte auf die Jahre — — 46.
c) Bericht an die Mitgliever v. J. 1848.
Hiſt. Berein der fünf Orte — Uri, Schwyz, uUnter⸗
walden und Zug.
Der Geſchichtsfreuud Mittheilungen. 5. Lieferung 1847.
Berein zur Erforſchung der rheiniſchen Geſchichte und Alter⸗
thumer zu Mainz.
Deſſen 3, Heft des 1. Bds, feiner Jeitſchrift.
3 ®
xıVI <
- Derein für mellenburgifche Geſchichte und Alterthumskunde.
a) Jahrbücher und Jahresbericht. Dreizehnter Jahrgang.
Schwerin 1848.
b) Deſſen Regifter über den ſechſten bis zehnten Jahrgang
‘der Jahrbücher u. |. w. daſ. 1848.
e) Defien Quattalberiht Schwerin 1848.
Hift. Verein für Nieberfachfen.
Deffen Archiv. Zweites Doppelheft 1847 und bie zehnte
‚und eftfte Nachricht über dieſen hiftorifhen Berein.
"Hannover 1846. 1848.
Königl. Böhm. Gefellfchaft ver Wilfenfchaft zu Prag.
Abhandlungen — fünfter Folge fünfter Band vom Sahre
1847. Prag 1848.
Koͤnigl. Schledwig : Holftein= Lauenburgifche Gefellfhaft für
die Sammlung und Erhaltung vaterländifher Alterthümer.
a) Deffen. dreizehnter Sahresbericht.
_- b) Die zweite Abtheilung vom 2. Bde der ſchleswige hol⸗
ſteiniſchen Urkundenſammlung.
c) Nordalbingiſche Studien.
Sinsheimer Geſellſchaft zur Erforfhung der vaterländifchen
Denkmale der Borzeit.
Deſſen 12. Jahresbericht. *
Literariſch geſelliger Verein zu Stralſund.
Deſſen ſämmtliche bisher erſchienenen ſechs Berichte.
Literariſch geſelliger Verein zu Stralfund.
Bericht über deſſen Beſtehen während der Jahre 1835 — 1836.
Wüuͤrtembergiſcher Alterthumsverein zu Stuttgart.
Defen 4. Sahreöheft neh dem Rechenſchaftsberichte von den
Jahren 1846 und 1847.
— Berein für Geſchichte und Alterthumskunde Weſtphalens.
Deſſen Zeitſchrift für vaterlaͤndiſche Geſchichte und Alter⸗
thumskunde 10. Bd. Mit einer Abbildung. 1847.
x
I KEY
Königl. Württemberg. ftatiftifch- topographiſches Bureau.
Jahrgang 1846 der würtemberg. Jahrbücher.
Alterthumsverein im Zabergau.
Dritter Bericht 1848. Stuttgart.
Beglar’fcher Verein für Geſchichte und Alterthnmstunde.
Wetzlar'ſche Beiträge für Geſchichte und Rechtsalterthuͤmer
herausg. von Dr. P. Wigand. Dritter Band zweites
Heft. Weplar 1848.
Gefellihaft für vaterländifche Auterthümer in Zuͤrich.
a) 12. Heft der Mittheilungen desſ.
b) Jahresbericht von 1846147. J
ec), Mittheilungen für vaterländifche Alterthümer XIII. 1849.
(Befchreibung der Burgen Alts und Neu:Rapperswil.)
ce) Geſchenke von verjchiedenen Perfonen.
Baumann, Schloßlaplan in Ban.
Abbildung und Lebensbeſchreibung mamttliher Aebte bed
Klofterd Zangheim. \
Mar v. Sped, Freiherr v. Sternburg.
Bericht ter Kleinkinderbewahranftalt zu Lutſchena. 1848.
Hofrath Dr. Steiner in Seligenftadt.
a) Geſchichte And Topographie des Maingebieted und
Speffarts unter den Römern. Darmftadt 1834.
b) Geſchichte des Patrimonialgerihts Lohndorf und. ber
Freiherrn von Norded zu Rabenau. 1846. '
ec) Saroline, Landgräfin. von Heflen Darmftadt. 1840.
d) Ludewig, Großherzog. von Heſſen und bei Rhein nad
feinem Leben und Wirken 1842.
e) Geſchichte und Alterthümer des Rodgaus im alten
Maingau 1833. _
. f) Geſchichte der Städte Umſtadt und EIER.
| Aſchaffenburg 1827. '
Thiem Georg Ad., Kurat im Bürgerhofpitale und an ber
" Irrenanſtalt.
Anzeige dei fünf katholiſchen Stiftsfräulein des loͤblichen
⸗
- BXVUHI
Ritterorts Gebürg, welche im dem wirklichen an
genuß ftehen. 1787.
Addreß- Handbuch für den fgl. bayer. Mainkreis * das
Jahr 1810.
Der landwirthſchaftliche Berein in Bayern am Sählufle des
Septembers 1816.
Thiem, ©. An. Nefrolöge verftorbener Seiftlihen und Laien.
Weimar 1847 und 1848. -
Wunder, Domfapitular.
Deffen Gelegenheitöpredigten: Feſtgabe bei feinem Priefers
jubiläum feiner ehemaligen Pfarrgemeinde geweiht. -
7 Bamberg 1848. !
d) Gekauft wurden:
Fortſetzung der Chronik von Fries. |
Anteröhofen, Geſchichte des Herzogthums Riemen. (Fortf.)
B Geſchricbene Urkunden, Akten, —
Dr. Kirchner dahier.
Das Teſtament des Fürſtbiſchofs Franz Ludwig.
Dr. Chriſtian Pfeufer, Vorſtand des aufgeloͤſten Med.⸗
Comitee's, dirigirender Arzt des allgemeinen
Krankenhauſes dahier.
Abſchrift der Urkunde der Erhebung des Johann Scheu⸗
ring in den Stand und Grad des Adels.
| ‘Dr. Roth zu. München.
Urkunden der Stadt Obermofchel.
Dr. Karl Klunzinger, Borftand des Alterthumsvereins
im Zabergau.
Deſſen artiſtiſche Beſchreibung der vormaligen Ciſterzienſet
Abtei-Maulbronn Mit einem Grundriß derſelben.
Stuttgart 1849. | | |
Ban 2
C. Kupfer: und Steindrüdt, Zeichnungen, Hotzſchnitte
Gemalde, Landkarten, Pläne n. ſ. w.
Thiem, Bereingfefretär und Conſervator.
Abdrüde von den Portraits von Profefigr Scheifele, von
B. Kilian Roffat, Panlfen u. 9.
Gekauft wurde:
Die Karte ded Obermainkreiſes in acht Blättern von Chri⸗
ſtoph Auguſtin Hannbaumb, kgl. Bauptmann und
Angenteur zu Bamberg.
D. Münzen.
Barnidel, Pfarrer in Markte Zeuin.
Zwei Kupfermüngen — eine neugriechifche, und eine uf
das Kuͤnſtlerfeſt in Dresden 1847.
Gekauft wurde
eine Goldmünze mit ver Aufſchrift auf dem Avers:
ALBT’: MARCH’ — BRAND’: ELTO’ -
und in der Mitte:
Johannes db. %.;
auf dem Revers:
+ MONETA: NOVA: AVR’: SWOBACH.
E. Alterthümer. |
Thiem, Eurat auf dem St. Michaelöberge.
Zwei Pfeile (ohne Schaft) gefunden auf der Altenburg bei
Bamberg.
Nachſchrift.
Waͤhrend des Drucks des Berichts wurde am 4. Juni
db. Irs. der Vereins = Bibliothefar Herr Joſeph Heller
durch den Tod entrißen. Er hat fih große Berdienfte um
den Verein erworben. Als Schriftfteller, Kunftfenner und
Sammler erfreute er fi eined ausgezeichneten Rufed im
In⸗ und Auslande.
Herr Brofeffor Martin Zofeph von Reider wurde
bald darauf einftimmig ald Bibliothekar gewählt.
Herr Domkapitular Wunder hat die Fürftbifchöflidy
Ottontanifhe Stiftung geſchichtlich bearbeitet; er wird
noch andere Stiftungen, unter anderen die Schnappaufifche
in ähnlicher Weiſe darftellen, und dieſe Arbeiten fpäter durch
den Drud zum Frommen der Gefchichte veröffentlichen.
Dreizehuter Bericht
Wirken des hiftorifchen Dereins
zu
Bamberg
Oberfrenhen in Bayern,
vorgelefen und genehmigt in der Sigung vom 15. Mai 1850,
und herausgegeben auf Koften des Bereins.
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Bamberg,
1850.
Neindi’figer Drad,
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un
Dreisehnter Bericht
über das
Wirken des hiſtoriſchen Vereins
Bamberg
von Mai 1849 bid zum Juni 1850,
erflattet von bem Bereinbfelretär
G. A. Ehiem.
1.
Die hiſtoriſchen Vereine Haben nicht blos Über Bayern,
fondern Aber ganz Teutſchland ein Reg gezogen, in ber
rühmlihen Abſicht, Alles, auf die Geſchichte Bezuͤgliche, zu
erhalten and das, was in Gefahr ſteht, der Bergeffenheit
anheim zur fallen ober in bisher verborgenen Rämmen zu
vermodern, dem Freunde der Gejchichte zugänglich zu ma⸗
hen. Die Liebe zur Gefchichte foll durch fie auf alle Stände
übergehen, jeder Einzelne exkennen, daß er, wenn er auch
den Männern vom Sache fich nicht anfchließen fann, doch
N in feinem Kreife fo manches Erſprießliche für Wahr:
beit und Wiffenfchaft zu wirken Im Stande fel.
Ki | wi
IV
Der hiftoriihe Berein zu Bamberg hat diefe Aufgabe
nad feinen Kräften zu Idfen gefucht. *) Zugleich hat er
aber aud in der Zeit, wo alles Gefchichtliche, durch Tradi⸗
tion und Bergangenheit Gehetligte, mit Füßen getreten wird,
die Aufgabe fich geftellt, an den Errungenfhaften früherer
Sahrhunderte treu feftzuhalten, weil die Politik die Wiſſen⸗
haft zu umfchfingen,, ja zu erbräden und die Liebe zur
Wahrheit den Partheizweden aufgeopfert zu werden fchien.
Gerade in den Tagen, in welchen die Eiferſucht verfchiede:
ner Nationalitäten wieder erwadte und ohne Rüdficht auf
hiftguifche: Verwandſchaft Volk gegen Boll; Stamm gegen
Stamm gehegt wird, ſuchte der Biftorifhe Verein von Bam
berg, welches das Gebiet feiner Fürftbifhöfe in Kärnthen,
Oeſterreich, Bayern und Franken ausgebreitet ſah, von Die:
fem fFünftlih erregten Streite gänzlih zu abflrahiren und
mit doppelter Hingebung die Bande zu erfaſſen,
welde Franken durch fo viele Sahrhunderte, namentlich)
mit Bayern und Schwaben, diefen Kernvälfern Alt-
teutfhland8, verfnüpften.
Was daher von Seite des hiftorifhen Vereins geſchah
und namentlih die Herausgabe der Quellenfammlung
für die Gefhichte, möge non dieſem Standpunfte
aus erfaßt werden. Gerade weil wir die fränfifche
Erde fo. chren und fie unfere Mutter nenuen,, halten wir
ed für unfere Pflicht, nicht bloß an der Scholle feſt⸗
zuhalten, jondern wie dad Kaiferthum und bie Be:
gründung des dDeutfhen Reiches von Franfen au
ging, auch das allen teutfhen Stämmen Gemein:
*) Mol. Bericht deB Regierımgsrathed Chmel über bie Seiftungen
be& hiftorifchen Wereind zu Bamberg, insbeſondere bie Quellen⸗
ſammlung für froͤnkiſche Geſchichte. Aus dem Oftoberhefte bed
Jahrgangs 1849 ber ZSigungäberichte ber Faiferlichen Akademie
der Wiffenfchaften befonber® abgebrudt. ©. 34 gß. 8.
IV
fame mit dem Oberfranken ſpeciell Anhörigen, foweit ed
unfere Kräfte nur immer erlauben, zu vereinigen. Aus
eben diefem Grunde behandelt denn auch die Quellenfamm:
lung in ihren Publikationen das ganz Franken Gemeinſame;
ed wird aber auch zugleih von Seite des Vereins Sorge
getragen werden, daß dad fpeziell Bambergifche ſoviel wie
möglih in gleichem Maaße vertreten fey.
II.
Die freundliche Beurtheilung, *) welche die raſch ins
Leben gerufene Quellenſammlung fir fraͤnkiſche Geſchichte
gefunden bat, veranlaßte den hiſtorifchen Verein, nach⸗
tem bie Denkwürdigkeiten des Ritters Ludwig von Eyb
berauögegeben worben waren, das failerlihe Buch des
Rarfgrafen Albrecht Achilles Band. I. 1440 — 1470 ats
weiten Band der ganzen Sammlung erjheinen zu laſſen.
Die Mitglieber ded Vereins erhalten dieſen für die tentfche
Geihihte und namentlih für Die politiihen Reformen bes
X. Jahrhunderts fo intereffanten Beitrag als Geſchenk des
Jahres 1850. Durch die lebhafte Theilnahme, welche der
fgl. preuß. geheime Oberregierungsrath Herr Dr. v. Mis
nutoli unferem Unternehmen ſchenlte, wurde «8 moͤglich,
daß auch fchon der zweite Band bes Eaiferlihen Buchs nach⸗
felgen Eonnte. Diefer 3. Band der. Duellenfammlung,. 34
Bogen ſtark wird den Bereinämitgliebern als Gefchent fir
das Jahr 1851 übergeben werden.
Indem wit hiebel da8 Intereſſe des Geſchichtsforſchers
wie des Geſchichtsfreundes im Auge hatten,’ glaubten wir
uud denjenigen, welche für die engeren Verhältniſſe bam—
) S. Gerädorfs Rerertorium Bo: 3. Hft. V. &, 28284:
v
bergifcher Aemter und Gemeinden für zum Theil noch be⸗
fiehende Rechte und Giebigkeiten ein Intereſſe hegen, gleich-
falls eine willflommene Gabe mittheilen zu müfen. Diefe
wird aus dem Codex Friderleianus dem alten Privilegien⸗
buche der Kirche von Bamberg beftehen. Wir hoffen im
Laufe eines Jahres das Werk vollendet den Lefern über:
liefern zu koͤnnen. Wir erlauben uns in Bezug auf dieſen
Eoder die geeignete Stelle au dem Programme „die Ouel-
lenfammlung für fränfifhe Geſchichte, ihr Plan und ihre
Fortführung” von dem gegenwärtigen VBorftande, Herrn
Dr. Höfler hervorzuheben:
Bilden nun dieſe Publikationen, an welche fich viels
teiht in Bälbe der dritte Band des Faijerlichen Buches an
ſchließen dürfte, eıne eigene Serie, weiche ich die der re-
rum Franconicarum in genere benennen möchte, fo fchließt
fih. an diefe naturgemäß eine andere an, deren Inhalt we⸗
jentlih die Bambergiſche Geſchichte if. Ach Habe feit
dem Programme des vorigen Jahres meine Nachforſchungen
in diefer Beziehung nicht ausgefegt und obwohl, wie es dem
Bereine bekannt ift, durch die gehäuften Arbeiten eines ım-
gefuchten, vielfach hoͤchſt mechaniſchen Berufes theil® von
literarifchen Arbeiten abgehalten, theild wnaufhörlih in Die
fen unterbrochen, Bin. ih doc fo glüdlih, auch in biefem
Betreffe eine Quelle zu bezeichnen, welde bie Serie der
Bambergenfen nicht minder würdig eröffnen duͤrfte, als es
bei der vorgngegangenen durch Ludwig von Eyb geſchah.
Es iſt dieſes der ſogenannte codex Fridericia-
vus, ober, wie er ſich ſelbſt einführt, liber passes-
sionum, prediorum, jurium et proventuum ec-
clesie Babenbergensis ad episcopalem men-
sam pertinencium conscriptus anno domini
MCECXLVII ad maudatum Reverendi' patris et
\
KL
dosini friderici*)venerahilis pzedicte sancte
Babenbergensis ecelesie episcopi, wahrhaft ein.
codex insignis, fowohl der Ausſtattung ald dem In⸗
halte nach. Er enthält die Alteßen Iandeöherrlihen Rechte.
über die Stadt, bie Berpflichtungen der einzelnen Gewerbe,
Beamten und Bürger, die fürſtbiſchoͤſlichen Gefälle aus den.
verihiedenen Aemtern, Dörfern und ihren Inſaßen, fo daß
in Berug auf Gemeinden wie in Beitel von Privaten, ver
Drtihaften wie der Perfonen bie genuinſten Buffchiärffe ſtati⸗
fmden und für Stuatsrecht, Adminiſtvativn, Statiſit und
Geſchichte zugleich durch seine Publikation ein weſentlichet
Gewinn erfolgt. Gleichzeitig, wo nicht aͤlter als die be⸗
kannten Aufzeichnungen des Bamberger Stadtrechtes "erhal:
ten dieſe vielfach dadurch erſt ihren wahren geſchichtlichen
Boden und greift der Codex Fridericianus, da‘ er ſich zu⸗
gleich als speculum und als regula anfündigt, noch weiter,
ald dad bloße Stadtreht. Als speculum: in quantum
in ipso veluti in speculo possessiones, predia, jura,
proventus et redditus ipsius Babenbergensis ecclesie
nominatim et expressive refulgent. Ald regula: in
gquantum per ipsum tam officiati in exigendo et coloni
in tribuendo regulariter diriguntur, ut tam exigens
quam tribuens per hujus libri inspectionem agnoscat,
quid, quantum ant quale vel quando petenduny
sit vel salvendum, ut porcionem terreni census taliter
secundum mensuram justicie petentes exigant
et tribuentes reddant, quod tam petentibus et redden-
tibus, quod justum. est, beata porcio | in terra viven-
cium per justicie meritum. trißuatur., Br —
Möchte doch für Jedes Rand eine fo — Datie⸗
gung feine innerer Verhältiniſſe aus ſo alter Zeit vorhanden
ne na
"3: Belebrich: vom Gohallche 19h: — BSR -
vin
fen! Iſt diefer Codex gedruckt, fo iſt damit eine Serie
eröffnet, welche nothwendig die Diplomatatien, ſei es des
Domcapitels, ſei es der Fuͤrſtbiſchoͤfe In ſich aufnehmen muß,
ohne welche die Bamberger Geſchichte ihre noch immer ſo
großen Lücken nicht ausfuͤllen kann, die fränfifhe Geſchichte
ſomit ihres Centrums a ER
Durch dieſen Codex if. bie zroeite Serie ve Quellen:
ſanmlung bereits eröffnet und dadurch wird von felbft Der
Uebergang zur beitten Serie der „Regeſten“ gebildet, Das
Programm ſpricht Ach hierüber alfo aus:
„So wünſchenswerth es wäre, mit einem grundlichen
und erſchoͤpfenden Re geſtenwerke über die Bamberger
Fürftbifhöfe zu beginnen, jo wird bei der Zerftörung ber
alten Archive durch bie allgemein befannte Concentration
diefer dringende Wunſch leider noch lange unerfüllt bleiben.
Um fo mehr wird der Berein und wer immer in feine Bah⸗
nen einlenft, zwei, Richtungen in das Auge faſſen müffen.
Einerfeit8 wird es von größter Wichtigfeit fein, die Regeften
jener Geſchlechter zu verfallen, welche mit den Fürſtbiſchöfen
und dem Haufe Hohenzollern in Erwerhung der Landesho⸗
heit wetteifern, wie ber .Zruhendingen, ber Orla:
münde, inöbefondere ‚aber der Herzoge von Meran.
Andererfeitd follten ‘aber auch jene Geſchlechter hereingezo⸗
gen werden, welche, wie die Freiherrn von Auffeeß,. Truch⸗
ſeß, Marfhalt von Ebnet, Rotenhan, Erbämter des
Fuͤrſtbisthums befleideten, oder, wie die Grafen von Schdu-
born, von Seinsheim, von Giech, die Freiherrn von
Buſeck ꝛc., theils durch die aus ihrem Schooße hervorge⸗
gangenen Fürſtbiſchoͤfe, theils durch erworbene Veſthungen
in den intimſten Beziehungen zu dem Bisſthum ſtanden.
Ueber ihre Behandlungsweiſe bieten Chmel und Böh:
mer dad beite Vorbild, über ihre Nuganmwendung auf Spe:
cinlgefhichte hat Stälin den bein Weg gezeigt. | Mehte
IX
doch die fräntifche Geſchichte in aͤhnlicher Weiſe, wie letzte⸗
rer die würtembergiſche behandelt hat, geſichtet und zugaͤug⸗
ih gemacht werden. jede andere Behandiungsart wird ſich
ala unfruchtbar erweiſen, feine aber auch nur mit einigem
Erfolge eingefchlagen werden fünnen, ehe nicht die Quel⸗
infammlung das ihr vorgeftedlte Ziel erreichte.‘
Bir laffen nun über die weiteren Leiftungen fowohl
ald über das, was wir in nächfter Zeit zu erwarten haben,
das Nähere folgen.
iM.
Herr Dr. Seller frug vor den Anfang und Schluß
feine® im Anfange d. J. erſchienenen Werkes ‚Bayern, fein
Recht umd feine Geſchichte““ mit dem Motto:
Genns darum sumus experiensque laborum,
Et documenta damus, qua simus origine nati, Ovid.
Herr Domlapitular und Regens des Priefterhaufes,
Dr. 2. Cl. Schmitt bearbeitete die Geſchichte des Erneſti⸗
niihen Klerifalfeminard zu Bamberg und ließ diefelbe in
kurzer Darftellung mit dem Kataloge ‚ber Studienanftalten
im J. 1849 vertheilen.
Mit Spannung feen ie feiner - — der
Bamberger Concilien entgegen, zu welcher das hieſige Archiv
dieſem Gelehrten das Material liefert.
Her Domtapitular Karl Friedrich hm ttt gab ſach⸗
dienliche Erklaͤrungen über die Chronik von Jakob Ayrer
bezüglich des ehemaligen Bisthums Bamberg und über eini⸗
De Aufenthau des ae von Weimar —
x
Sem BDomfapitules Wunder. verfafte die Geſchichte
mehren. Bamberg. Stiftungen, vom denen ein ae dem
diesjaͤhrigen ‚Besichte beigegeben iſt.
Herr Univerfltätöprofefior Dr. Genglher in Erlangen
ließ ein neues Werk „‚teutfche Rechtögefchichte im Grunduiffe”
Erlangen 1849' erfiheinen. (8. die’ Rec. im Leipziger Re
pertorium der teutſchen und ausländiſchen Literatur von Dr.
Gersdorf. 1. Bd. ©. 331. Leipzig 1850.
Herr Rektor und Inſpektor Dr. Haupt. — eine
geognoſtiſche Skizze ‚über die Ausfüllung bed Main⸗— und
Regnigthales bei Bamberg. (Atyebrudt in den Abhandlun⸗
gen des zoologiſch mineralogifchen Vereins in Regensburg.
erfted Heft. Regensburg 184)
Der Berichterftatter Curat Thiem bearbeitete Notizen
über Irmbert, Abt des Kloſters Michaelsberg 11661172
und lieferte Nekrologe auögezeichneter , Männer im Refro:
loge der Deutſchen; auch befchäftigt er fich mit Börarbeiten
zu einer Gefchichte des Kultus und der ‚Öffentlichen andach⸗
ten im ehemiligen Fürftbisthume Vamberg.
Herr Landgerichtsaſſeſſor Fexer in Lichtenfels ſam—
melte zu einer ſtatiſtiſch topographiſchen Beſchreibung des
fgl. Landgerichts Lichtenfels und der Umgegend Materialien,
welche nad) feinem Tode dur die Güte deſſen Schwieger⸗
ſohnes, des Herrn Landgerichtsaſſeſſors aa en — int den
——— J F
Herrn Dr. Diemer, erſtem Kuſtos ander et. üniver⸗
ſitaͤtsbibliothet in Wien verdanken wir bie Herausgabe der
von ihm im regulirten Chorherrnſtifte zu Vorqu in der
Steiermark aufgefundenen und. durch ihr, Alter: ſowohl wie
durch die Großartigkeit des Inhaus als durch ihre VBehand⸗
lungsweiſe in ‚hohem Grade -außgegeichgeten dautſchen Ge⸗
dichte des 11. und 12. Jahrhunderts. Darin ſtehen zuei
Dichtungen, die mit vieler Wohrſcheinlichkeit em Dom⸗
heiaftitus Ezzo von. Bamberg zugeſchrieben werben. kön⸗
nen. Das cine biefer Lieder, dad er auf eme: Pil⸗
gerfahrt mit dem Bifchofe Günther im Jahre 1065 ver:
faßte, glaubt Hert Diemer in ten „vier Evangelien”,
das zweite in der „Schöpfung“ gefunden zu haben. Wir
freuen und, die Nachricht mittheilen zu Tonnen, daß ber
Here Herausgeber im Begriffe if, Alled zu fammeln,
wad auf Ezzo's Lebensverhältniffe Licht verbreiten kann.
In unferem Intereſſe möchten wir hiebei der Wunſch
auöiprehen, einen Separatabdruck der beiden Gedichte be:
werfftelligen zu laflen. Daß Diefe Gedichte mitgetheilt ſind,
muß ganz befonbers die Stadt Bamberg freuen, da fe een
dadurch Die Ehre in Anſpruch nehmen kaun, einen Dichtet
beſeſſen zu haben, der für jene Zeiten ſo ganz allein und
ſo ausgezeichnet daſteht. — Auch in der Kaiſerchronik,
durch deren Herausgabe ſich Herr Diemer ein neues Ver⸗
dienſt erworbden hat, wird Bamberg erwähnt.
Bon Herrn Dr. Glax in Wien, fowte von der k. f.
Akademie der Wiſſenſchaften zu Wien durch Herrn
Regierungsrat Dr. Chmel erhielt der Verein höchſt intereß⸗
ſante Werke. Wir erwähnen hier ganz beſonders des V. Sitz⸗
ungsberichtes, da darm naͤhere Nachrichten über Friedrtich
Raufen, Biſchof von Wien (geb. zu Weifchenfeld, einen
ehemals biſchoͤſlich Bamberg. Stäptihen) ſich finden: °
Herr Dr. v. Meiller, Offizial des k. E. Haus: ‚Hofe
und Staatsarchivs in Wien, gab „Regeften‘ zur Geſchichte
der Markgrafen und Herzoge Deflerreihd aus dem Haufe
der Babenberger heraus. Eine fühlbare Luͤcke in der frän-
kiſchen, äfterreichifchen, ja in Jar ganzen deutichen Geſchichte
iR dadurch mit außerordentlicher Sorgfalt ausgefüllt und
ein Werd geſchaffen, das jedem Forſcher deuticher Geſchichte
unentbehrlich, dem Verfaffer wie Der A —— Br
gieicher Ehre gereicht.
u I |
Bon Herrn Lyzealprofeſſot Dr. Martinet haben wir
den zweiten Theil der Geſchichte der Lniverfität Bamberg
zu hoffen.
Gerr Stubienteftor und Profeffor Dr. Gütenäder
. bat fi tie Befchreibung ber dem Vereine zugehörigen römis
hen Münzen zur Aufgabe gemacht.
Herr Stadtpfarrer Schweiger übernahm- die Aus-
arbeitung der Regeſten der Herren nachher Grafen von
Truhendingen, womit für die Geſchichte von Ober: und
Mittelfranken, Schwaben und Bayern ein weſentlicher Dienft
geihieht, und Die Serie II der Quellenfammlung "Regeften’,
eröfmet wird. Auch lieferte er vollftändige Auszuͤge aus
dem Copialbuche des Stifte St. Stephan:
Herr Direktor Klemm zu Dresden ftellte Anfragen
über die Ringelpanzer. (Wann kommen diejelben vor? Hat
man Nachrichten über die Verfertigung bderfelben, über die
Drte und Berfonen, mo fie gemacht wurben, über die Preife
derjelben ?) Ferner wünfchte er Aufſchluͤſſe über die Drachen⸗
lagen, die außerordentlich weit verbreitet find und nament⸗
lich fih auch in Aften wiederfinden. Wir laden auch auf
diefem Wege die Sachkenner ein, ihre Mitiheilungen durch
den Berein an Herrn Klemm gelangen zu laſſen. — Auch
wollen wir die Nachricht unferen Alterthumsfreunden mit⸗
theilen, daß Herr Klemm den erften auf teutfhen Boden
gefundenen Broncehelm beſitzt. (S. illufte. Ztg. Sahrgang
1847. Rro. 219. S. 167.
IV.
Der hiftorifche Verein fteht wie bisher mit dem Bay⸗
reuther Vereine in freundſchaftlicher Verbindung. Es freut
und, berichten zu koönnen, daß das Archiv für Geſchichte
und Alterthumslunde, welches ſchäͤnbare Arbeiten von Ten
Mitgliedern der beiden Vereine enthält, die Aufmerkſamkeit
ver Faif. Akademie zu Wien auf ſich gezogen, indem daſſelbe
nah Chmels Bericht über. die Leiſtungen des hirtorifchen
Bereind zu Bamberg einer näheren Würdigung unterftellt
werden fol.
Daß zweite Heft ded vierten Bandes, Bayrenth 1849
enthält die Fortjegung der im Jahre 1848 begonnenen Ar⸗
beit „das Fürftenthum Bayreuth im dreißigjährigen Kriege.
Nah handſchriftlichen und gedrudten Quellen dargeftellt von
Dr. J. W. Holle. Mit urfundlihen Beilagen. II. Abfchnitt
(1633 — 1637.)
Einen fchönen Beweis treuer Berbräderung ber beiden
Bereine liefert auch die alljährliche Rattfindende Generalyen
fammlung. Im verfloffenen Jahre famen die Mitglieder in
großer Anzahl am 2. Zuli auf der Karolinenhöhe ober Lich⸗
tenfeld zufammen. Es wurben von den Herren v. ‚Hagen,
Domlapitular Schmitt, Profeſſor Neubig Borträge gehalten.
Auch der Borftand ded Bamberger Vereins biekt ‚einen auf
die Wichtigkeit der Quellenfämmlung bezüglihen Bortrag,
der in allen Anweienden den Wunſch nad rafcher Foͤrde⸗
tung des Unternehmens hervorrief. Ungetheilten Beifall
“fand der Borfchlag ded Herrn Barond Hanns von Aufieeß
im Betreffe einer zu Rürnberg ftattzufindenden Generalver:
fommlung der vier fränfifhen Vereine. Man ftellte das
Erfuhen an den Kern Antragfteller, die treffenden Ein
leitungen zu treffen.
Die übrigen Vereine fowie ‚viele audgegeichneie Ges
lehrte find uns fort und fort zugethan und. befreundet. Wir
verweifen bier auf die ſchoͤnen und mitunter. prüchtigen
Verke, mit denen fie unfere Bibliothek bereichern. Wir ha⸗
haben an ihnen wahre Goldminen zu hiſtoriſchen Studien.
Das In⸗ und Aabland bezeigt uns feine. Auſmertſeamleit
IN
und Theilnahne in erfreulicher Weiſe. Wir fühlen und ver⸗
ꝓflichtet, unferen Dank auszuſprechen, damit wollen wir
such die Bitte verbinden, uns. auch ferner wit den —
rn der Geſchichtforſchung zu erfreuen.
- Dem Zuftandefommen der Berfammlungen, deren wir
im eilften Berichte ©. VI. u VI gebadıten, jehen wir
ee
V.
Der hiſtoriſche Verein erfreute ſich vieler Beifallsbe—
zeugungen, wie dies aus den vorausgegangenen Berichten
zu erfehen iſt. Namentlich fand Die Herausgube der Ouel⸗
lenſammlung In den höchften Kreiſen die wohlwollendſte An⸗
erkennung. Se. königl. Hoheit, Herzog Maximilian, der
durchlauchtigſte Proteftor des Vereins, erließ wie fruͤher,
auf die Ueberſendung des zwölften Berichts ein huldvolles
Schreiben, das wir für unfere Mitglieder bier nach feinem
Inhalte mittheilen. Es lautet:
‚ Münden ben 28ten Juli 1849.
Ber Herzog Aarimilian in Jahern ı. -
| an £
den hiſtoriſchen Verein zu Bamberg,
„Den Mir mit Zufchrift vom 15ten laufenden Mo:
„nats zugefendeten zwölften Bericht über dad Beftehen und
„Mivlen des Vereins habe “Sch mit Bergnügen empfangen,
„and ſehe in dieſer imereſſanten Abhandlung einen neuen
„Beweis von dem fortwährend rühmlichen Wirken deſſelben.
„Indem Ich dem verehrlichen Ausſchuſſe des Vereins Mei⸗
„men verbindlichen Dank für die gefällige Mittheilung dieſes
„Berichtes exftatie, verhinde Sch damit die Verſicherung, daß
IKT
„Bir jede Gelegenheit willlbamen feyn wird, die Mir ges
„Rattet, dem verdienftvollen Vereine Meine wohlwollende
„Theilnahme zubethätigen. ——
\ Herzog in Bayern.
.. Der Berein beſchloß nun auch ſeinerſeits, Sr. koͤnigl.
Hoheit für die Beweiſe der ausgezeichneien Huld, welche
dem Vereine bisher fo maͤchtigen Vorſchub keiftete,'cir wenn
auch nur ſchwaches Zeichen: der: Dawfbatfeit zu geben. Er
veranftaltete zur Worfeier: Hochſtdeſſen Geburtöfefled eine
Siping,.an welcher Viele Theil nahmen, „Ynfer Anderem
wurden Mehre gu Ehrenmitgliedern ernannt, und pwar vier
Mitglieder des kgl. bayer. Staatöminifteriumd, Her Minis
ferpräfident Dr. v. der Pfordten, die Herren Staatömi-
nifter Dr. v. Kleinfhrodt, Dr. v. Ringelmann und
v. Zwehl. Huch mehre auswärtige Gelehrte erwählte der
Verein zu Chrenmitgliedern und zwar Herrn Dr. Diemer,
eriten Kuſtos an der k. F Yniyerfitätsbibliothek in Wien,
Hertn Profeffor Dr. Gfrörer in Freiburg, Herrn Pros
feſot und Bibliothefar Dr. Stälin in Stutt art; ſpaͤter
San Dempropß Dr. v. Deütinger, Herrn Domdechant
Dr, v. Reind in Muͤnchen, und Hextn Dr, Andreas v.
Reilter, Offial des R. f. Bu voß und Staatsar⸗
chivs in Wien.
Am’ Schluͤſſe — —— BR wir auch noch
der Auszeichnung gedenfen, ‘welche unſerm verlebten Bor:
Rande, dem Herrn Domdechante Dr. v. Brenner noch nach
ſeinem Tode zu Theil geworden iſt. Er wurde bekanntlich
von der Prager Univerſitäͤt in Anerkennung feiner vielen
literatiſchen Leiſtungen bei Gelegenheit ihres 500jährigen
Sublläums zum — — theologiſchen Fakultät
ernannt.
W I
Sabre, da ftatutenmäßig alle 2
VL
Die Ausfhußmitglieder find diejelben, wie im vorigen
Sabre eine neue Wahl vor:
genommen wird. ‘Der Borftand des kgl. Archivs, Herr Dr.
Höfler führt die Vorſtandſchaft; Eurat Thiem ift Sekre⸗
tär und Eonfervator, Herr Stadtpfarrer Schweiger Kal
ge und Herr M. 5. v. Reider Bibliothekar.
Sabre, wie der Etat für das gegenwärtige.
Rehnung für 1849.
An Aktivbeftand
Aktioauffenftänden
Beiträgen .
Berfauf
Andgemein
Le 6
Einnahme :
Ausgabe:
An Zahlungsrädftänben :
” W “ “ ” 11} W
Ankauf
Druck.
Buchbinderlohn .
Bedienung
Reparaturen .
Botenlfn . -»
Insgemein . .
Abſchluß:
Er —
sA—
Einnahme: 501 fl. 21 /, kr.
Ausgabe:
367 ff. 22
Attivbeſtand: 133 fl. 59 14 fr.
fr.
Es folgt nun der Rechnungsausweiß vom verfloffenen
:% VA
Etat.Tür 1850.
I. Einnahme.
An Atiobefnd . ». .» 2... 133 f. 591% ke.
Acivaufenfänden . . . . 4 4J. —
Beiträgen vom Herzoge Mar K. H. 60 fl. —
⸗ 20 ordentl. Mit⸗ —
glieden 80 l. —
= = 350 auſſerordentl. |
Mitgliedern 150. —
: Berkauf von Drudichriften . 5 —
“ w “
432 fl. 591), fr.
IL. Kusgaben. |
An Zahlungsrüfad . . . .. — —
Ankauf von Büchern, Münzen,
Bilden, . » 2. 222.2. 80. —
Drukfoften . » 2... AO. —
Buhbinderlohn . . ». ».. 40 fl. —
Beinung .- -» . 2... 20f. —
Reparatun . 2... 10. —
Poſtporto, Botenloin . . . 10f. —
Abgang an Beiträgen - . .» 108 —
Indgeme .» 2 222 HE —
270 f. —
LT ya 7 Vase MM Ss |
UL Mo 5
Fumahme: A092 fi; 59 I fr.
Ausgebe: 220 . —
Beftand: 162 ſi. 59 14 Ir.
.
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’ - [| e
XVII
VII.
‚Dem Vereine flub beigetreten
Her Theodor: Froͤhlich, Offigiaitt Bei dem“kgl. Acts zu
Bamberg’ als ordentliches. Witglieb.-:
Anton Dinkel, Stabtkaplan in Stadtfteinach
Dr. Pirhn, Gerichtsatzt in Weismain
Raab, Pfarrer in Doͤringſtadt
Dr. Rapp, Praktiſcher Arzt zu Bamberg
Rothlauf,. Pfarrer in — als außerordentliche
ie
— Geſtorben —
Her Dr. Kirchner, praktiſcher Arzt dahier.
-Muſſinan, kathol. Pfarrer‘ “In Neudorf.
= Xöfer, Revierförfter zu Bamberg; - a
“ ” “ ” “
OT VIE |
Der Berein. erhielt im Laufe des Jahres namhafte
Geſchenke, wie aug dem folgenden Verzeichniſſe ‚a en ift.
— Druchſhriften.
a) — von inländifhen Vereinen;
Kl, Alkademie der Wiſſenſchaften.
Monumenta boica. Vol. 35. 4.
Abhandlungen der Hiftorifhen Klaſſe. Bd. V. Abth. 2. 3.
Die ftaatlihe Entwidlurg:-bei’ den: 'WVölfern der alten umd
neuen Zeit..:Wor G. DR. — — 1849. 4.
Bülletin. 1849. Nro. 1—2% =
Kal. Gymnqſlal⸗ Vaſſorat dahier.
Jahresbericht über das kgl. Lyceum, Gymnaſium und die
latein. Schule 1848149
* «
xıX
Hiftorifher Berein zu Bayreuth.
Deſſen Archiv für Gefchichte und Alterthumskunde von Ober:
franfen 4. Bd. 2. Hft. (Das Fürftenthum Bay:
reuth im breißigjährigen Kriege. Nah handſchrift⸗
liden und gebrudten Düellen dargeftellt von Profeſ⸗
for Dr. Holle. Mit urfundliden Betlagen. TI. Ab
ſchnitt (1633—1637.)
Hiftorifcher Verein von und füt Oberbayern.
Teilen eilfter Sahresberiht für das Jahr 1848. Ardiv
für vaterlaͤndiſche Geſchichte A. Band_2. Hft. mit 3
(ithographirten Tafeln. Münden 1848. XI Band
1. Seft. Mit 2 lithographirten Tafeln.
Hiftorifher Verein von Schwaben und Neuburg
zu Augsburg.
Combinirter Zahresbericht des hiſtoriſchen Kreißvereins für
den KRegierungdbezisf von Schwaben und Neuburg.
Für die Jahre 1847 u. 1838. Augsburg 1849. 4.
Jagbuch des Hand Lug aus Augsburg. Ein Beitrag zur
Seihichte des Bauern⸗Kriegs. Mitgetheilt yon Pro⸗
feſſor Dr. Benedikt Greiff in Augsburg. 1849. 4.
Der legte Markgraf von Burgmı Earl, ein Sohn des Erz:
herzogs Ferdinands H. von Oeſterreich und ber Augs⸗
burger Patrizierstochter Philtppine Weller. Berfaßt
vom K. Regierungsbdireftor Dr. Ritter von Raifer in
Augsburg. 1849. A.
Hiſtoniſcher Verein ven Unterfranfen. und —
zu Bürzburg
Deſen Archis. Zehnter Band zweites und britte Heft
Bürzburg 1850.
Hiſteriſcher Werein. in Mittelfranden zu Ansbach.
Deſen achtzehntet Jahresbericht. Ansbach 1849. 4. mit
232 8
xX
Beilagen?! Rachweis über die frühere Geſchichte von
Mittelfranken; Geſchichte des Markts Pleinfeld, Ver⸗
ſuch einer hiſt. Darſtellung des. Bauernkriegs 1525
im chem, Fürſtenthum Eichſtaͤtt, landwirthſch. Betrieb⸗
ſamkeit im 46. Jahrh. PN zur Geſchichte Des
Z0jährigen. riegs. |
Hiftorifcher Verein für Niederbayern zu EP t.
Defien . Verhandlungen. Erfter Band, 3. und & Heft.
Paſſau 1835 u. 1836. |
bb) Geſchenke von’ ausländifhen Vereinen.
Bon der Akademie der Wiflenfhaften zu Wien durch
Herrn Regierungsratb Chmel, Vicedireftor des Haus:
Hof: und Staatsarchivs u. ſ. w.
Zur Kritik der öſterreichiſchen Geſchichte. Von Joſeph
Chmel, wirklichen Mitgliede der kaiſerl. Akademie der
**Wiſſenſchaften. (Aus dem I. Bande der Denkſchriften
"der philoſophiſch-hiſtoriſchen Klaffe der Faiferl. Akade⸗
mie der MWiffenfchäften befonders BUBeDFARR.: Imp.
tal, we 1849.
Foptes, rerum austziasarım, Defterreichifche Geſchichts⸗
2 quellen. Herausg. von der hiſtor. Commiſſion der
> & Akademie der Wiſſenſchaften in Wien. Zweite Ab⸗
.,:., teilung. Diplomataria et Acta. .I. Band. Diplo-
matarium miscellum saec, XII. (Urfunden zur Ge⸗
fhichte von Defterreich, Steiermarf, Kärnten, Krain,
. Eörz, Trieſt, Iſtrien, Tytol. Aus den Jahren
1146—1300. Aus den Originalien des kaiſ. Haus⸗
nos und: Staatsarchiys, herausgegeben ven Joſeph
Chmel. Wien 1849. gr. 8. :;
Aktenſtuͤcke ur Geſchichte des oſterpeichiſchen sömiich = ‚Fatho=
„Men. Kirchenweſens unter K. Leppold, U. (1700.)
ti
Aus dem 1. Hefte des erften Bos. des Jahrg. 1850
ded von der Afademie der Wiſſenſchaften herausgeg.
Archivs für Kunde öfterreichifcher Geſchichtsquellen.
Das Formelbuh K. Albrechts I. Aus der im f. E. geh.
Haus⸗ Hof- und — aufbewahrten Hand⸗
ſchrift, mitgetheilt von J. Chmel. gr. B.
Den hiſtoriſchen Mittheilungen, von J. Chmel Rro. IV.
VE. VI. VI. (Nro. I. II. v. IX. fehlen.
Bericht des Regierungsrathes Chmel über die Zeiftungen
tes Hiftorifhen Vereins zu Bamberg, Inabefondere
über tie Quellenfammlung für die fränkiſche Gefchichte.
(Aus dem Oftoberhefte des Jahrg. 1549 der Sitzungs⸗
berichte der. kaiſerl. Akademie ber Wiſſenſchaften beſon⸗
ders abgedruckt. S. 34.
Geſchichts⸗- und Alterthumsforſchende Geſellſchaft des Oſter⸗
landes zu Altenburg.
Deren Mittheilungen. Zweiter Band IV. Heft. Mit einer
Lithographie und 4 Stammtafeln. Altenburg 1848. 8.
Die Herhfiverfammlung ber pomologiſchen Geſellſchaft
in Altenburg am 11. Okt. 1848.
Die Alterthums⸗ und Geſchichtsvereine zu Baden und
Donauefdingen. .
Deren Schriften, dritter Jahrgang II. BB. 2, ‚Heft. Karls:
ruhe 1849.
Berein von Alterthumßfreunden im Rheinlante zu Bonn.
Deſſen Jahrbücher. Siebenter Jahrgang 2. Mit fieben
lithographirten Tafeln, Bonn. 1849. gr. 8.
Die Kapitole. Einladungsprogramm zu der am Geburts⸗
xıH
tage Winfelmannd ftattfindenten Generalperſammlung
von dem Borftande des Vereins. Bonn 1849. Ato.
nn Geſellſchaft für Baterländiihe Cültur in
Breslau.
Ueberſicht der Arbeiten und Beränderungen derſelben im
Jahre 1848. Breslau 1849, &to.
K. 8. Maͤhriſch⸗Schleſiſche Geſellſchaft zur Beflwdenung des
Ackerbaues, der Natur⸗ und Landeskunde zu Brünn.
Deren Mittheilungen Jahrgang 1847 vier Se und Zahr:
gang 1848 vier Hefte Brünn 4.
Ferdinandeum zu Innsbruck.
Tyrol unter Friedrich von Eu Bon Cemens u
von Brandis. Wien 1823. .
Oberlaufitziſche Geſellſchaft der Wiſſenſchaften zu Goͤrlitz⸗
Neues Lauſitziſches Magazin beſorgt von Br. J. K. O.
Jancke. 25. Bd. 1 und 2. Heft. 26. Bd. 2., 3. und
4. Heft. Goͤrlitz 1849.
Verein für hamburg iſche Geſchichte,
Deſſen Zeitſchrift dritten Bandes eiftes Heft. 8.
Hiſtoriſcher Verein für Niederſachſen zu Hannover.
Deffen Archiv. Neue Folge. Sahrg. 1848. Erſtes Dop:
pelheft Sannoser 1848. Zwälfte Nachricht über den
b. 3. f. Niederfachfen. Hannover 1849.
Hiftorifher Verein für das Großherzogthum Heffen.
Archiv für Heſſiſche Geſchichte und Alterthumskunde. Sech⸗
xEn/
ſter Bd. 1. Heft. Mit Holzſchnitien. Darm⸗
ſtadt 1849.
Periodiſche Blaͤtter für die Mitglleber dee beiden hiſtoriſchen
Vereine des Großherzogthums und —
Heſſen 1849. Nr. 12. 13 1. 14,
Urlundenduch des Alofterd Arnsburg in der Wetterau.
Bearb. u. herausg. von Archivar E. Bauer. Erſtes
Heft. Die ungebrnsdten Urkunden des 12. und 13.
Jahrh. nebft einem Berzeichniffe der gebtuckten aus
diefem Zeitraume Darmftadt. 1849. 8.
Berein für heſſiſche a. und — zu
Kaſſel.
Deſſen Zeitſchrift Band V. Kaſſel 1849 und Band V. Hft.
3. Kaſſel 1850. Viertes Supplementheft (Beiträge
zur Geſchichte und Statifit bes heſſiſchen Schulweſens
tm 17. Sahthundert Yon Dr. &. Hoppe
Hifterifhetopographifche Beſchreibung der wüſten Ortſchaften
im Kurfürſtenthum Heſſen und in ber grohßherz. heſſ.
Provinz — von Dr. Landau. 2. er -
Giſtoriſcher Verein für Aunrehferrete,
Veen Schriften. Erſtes Heft. Grag 1848. Im Anbange
Artiftifhe Beigaben zur vollſtaͤndigen Sammlung der
vömifhen Alterthümer bed Leibniger Feldes. (258
Abbildungen auf 32. Tafeln.) Mit: der Karte des
Leibniger Feldes.
Hikorifcher Verein für Kärnten zu Klagenfurt.
Lirntens römiſche Alterthümer in Abbildungen. KHerandg.
zıW.
vn M. F. v. Jabornegg Altenfeln und Brafen Al⸗
fred Chriſtalnigg. 1. Heft. Klagenfurt 1843 gr. Folio.
Zweites Heft daſelbſt 1845.
Ueber die im Jahre 1847 bei Sonnegg im — auf⸗
gefundenen antiken Grabſtätten von A. v. Gallenſtein.
Relation über die Generalverſammlung des hiſtoriſchen Ver⸗
eins für Kärnten im I. 1847.
Mittheilungen des hiſtoriſchen Vereins für Kärnten. Klagen⸗
furt 1848.
Archiv für vaterlaͤndiſche Geſchichte und Topographie.
Erfter Jahrgang. Mit zwei lithogr. Tafeln und eis
ner Karte. Red. Gottlieb Frhr. v. Ankershoͤfen.
Klagenfurt 1849.
Hiftorifcher Verein für Krain zu Laibach.
Deſſen Mittheilungen. Bierted Quartal (Maͤnzweſen der
deutſchen Biſchoͤfe und Erzbiſchoͤſe, mit beſonderer
Nuͤckſicht auf das Bisthum Laibach. Mit einer litho⸗
graphirten Tabelle. Von Anton Jellouſchek. *)
Museum Francisco-Carolisum zu Linz.
Deſſen zehnter Bericht mit Beiträgen zur Gefchichte und
Landeskunde von Defterreih ob der Enns. Mit neun
lithographirten Tafeln. Xing 1848.
—— zur Erforſchung der rheiniſchen Geſchichte und Alter⸗
thuͤmer zu Malnz.
Abbildungen von Alterthümern des Mainzer Muſeums mit
Erflärungen. I. Grabftein des Bluffus. Mainz. 1848. 4.
*) Weber bie Münzen und gelehrten Abhandlungen, welde Herr Jel⸗
louſcheck, Staatsbuhhaltungsacceffift im Laibach, fenbete, körken
wir fpäter berichten, ba das Paquet erft vor un aus ber
Nachlaßmafſſe des Herrn Heller uns zugekommen tft.
KV
Berein für mellenbntgijde Seichichte uud En
funbe.
Deſſen Jahrbücher und Jahresbericht herausgegeben von Dr.
Liſch und Dr. Beyer. Bierzehnter Jahrgang Schwes
tin 1849 gr. 8.
Deſſen Quartalbericht KV. 2. 3. und XV. 1. Sqhwerin.
1849.
König. Säch ſiſcher Verein für Erforſchung und Erhal⸗
tung vaterlaͤndiſchet Alterthuͤmer.
Deſſen Mittheilungen. Fünſtes Heft. Dresden 1849. 8.
Schleswig = Holftein =» Lauen burgiſche Geſellſchaft
für die ‚Seneienı und Erhaltung vaterländifcher Alters
thümer.
Deren vierzebnter Bericht mit einer Kupfertafel. Kiel. 1849.
Kgl. würtemberg. jtatiftifch- topograph. Yureau Namens des
Vereins für Vaterlandöfunde in Stuttgart.
Bürtembergifhe Sahrbücer. Jahrg. 1848. Erſtes Heft
1849. Zweites Heft. 1850. Stuttgart mb —
gen Gotta’ ſcher Verlag.
Die kgl. öffentl. Bibliothek zu Stuttgurt durch Di. PER
Oberbibliothekar an der kgl. Öffentl. Bibftothef:
Bürtembergifches Urkundenbuch. Herausgeg. von dem tgl.
Staatsarchtv in Stuttgart., Erfter Band. Stuttgart.
gr. 4. 1849. Die ‚Urkunden ‚laufen von 708-1137.
Allgemeine gefhichtforfchende Geſellſchaft der Schweiz.
Atchiv für Schweizeriſche Geſchichte herausgegeben auf Ver:
anftaltung der allgemeinen geihichtforfchenden Geſell⸗
Haft der Schuiz. Fanfter Band. Zürich 47. gr. 8,
Sechſter Band. Zuͤrich bei ·S. Höhr 1849. gr. 8.
x
Die Regeften ber Archtwe in ber: Schweizerhſchen Eidgenoſe
ſenſchaft. Auf Anordnung der genannten Gefellfchaft
: „herausgegeben von Theodor von Mohr, Erſten Ban⸗
des erſtes Heft... Die Regeften der ‚Benediktiner- Abtei
Einfiedeln; bearbeitet von Dr. Gallus, Morel, Eon
ventual und Subprior dafelbfl. Chur. 1848. gr. 8.
MErften Banbes 2. Heft. Die Bogeften ver Klöſter
uud kirchlichen Stifte de8 Kantond Bern: (Bearb.
von Dr. Frie drich Stettler. Chur 1819. gr. 4.
— Verein ber — — Uri, Sch —
.Unterwalden und Zug.—
| Der Befictsfreun. Fünfter Band. Einfiedeln 1838. 8.
| Mit ‚gel litho graphirten Tafeln. u Ra
..
r ——
— ir Kunft und Alteethum in Um und Ober:
| ſchwaben. | —
Deſſen 6. Bericht mit einer Lithographie im ki a 5
welteren Illuſtrationen in beſonderem Umſchlage.
eſellſchaft für vaterlaͤndiſche Akterthümer in an B:
Deren: Metheilungen XIV. 1880. gr. 4. |
Fünfter Bericht über die Werrichtungen der autlquari⸗
ſchen Befellihaft in Züric. en 1. — 1848 —
{: Zuli 1849. ———
Beſchreibung eines aus dem 1äten ae Rammenz
den Brautfmudtäftchene nad den Zeichnungen und
. . Angaben des Herrn Dr. Stang von Ludwig Ettmül:
fer. (Die Zeichnungen, 5 an ber Zahl, beiger
geben.
c. Geſchenke von verſchiedenen Berfonen.
Joſeph Diener, erfter Kuflos ai ber 8. Untserftänsse
=; in. Wien. .
AAV
Deutiche Gedichte des X], und ZU Sehrhunderts, Aufge⸗
finden im: regulirten Chocherrenfifte zu Bopau in der
Steiermarf und zum erftenmale mit einer Einleitung
und Anmerkungen herandgegeben von Joſ. Diemer.
Mit vier Nahbildungen der Handſchrift. Auf Koſten
der faif. Akademie der Willenihaften. Wien 1849.
gr. 8.
Die Kaifereäronit nad) der Alteften: Handſchrift deb Glifted
Vorau. Aufgefunden mit einer Einleitung, Anwen
fungen und den Leſearten der zunächſt ftehenden Hſſ.
herausgegeben von Joſeph ‘Diemer. Theil I. Urtert.
Auf Koften der Taiferl. Akademie der Wiſſenſchaften.
Wien 1849 gt. 8.
%. € Eppenaner, Stadtpfarrer in Ebermannſtadt.
Ritter Heinz auf Modenftein im Odenwalde. Ein poetbiher
Verfuch nad) einer Sage. Von J. B. Eppenauer 1848.
Ueber den Planeten Jupiter und feine Trabanter von J. B
Eppenauer. Bbg. 1847.
Dr. M. Fertig, Brofeffor in Paſſau. _
Cajus Sollius Apollinaris Sidonius und feine Zeit. Nach
feinen Werfen bdargeftellt. Dritte Ahtheilung. Pro⸗
gramm zum Jahresberichte des ERROR 1847,18.
Paffau 1848 4.
Univerſttaͤtsprofeſſor Dr. Gengler in RR
Deffen deutſche Rechtsgeſchichte im. Grundriße. — Er dv
langen I gr. 8.
Dr. Heinrich Sta x zu Wien; ehemaliger —
ordneter zu Frankfurt.
Duck und Forſchungen der vaterlaͤndiſchen Geſh ichte, æi
teratur, Kunft. 1849. Mit Sehen: Kunßdeilagen.
ıxvin
Bin 3. bei Wilhehn Braumäller, Buchhändler des
K. 8 Hofed und der K. Akademie der Wiffenfchaften.
i Dr. v. Hefner, Brofeflor im Münden.
Deifen afademifche Abhandlung ‚„Römilbe Inſchriften mit
DBemerfungen.” Mit 2 Tafeln Abbildungen. 3.
Direktor und Bibliothefar Dr. Guftav Klemm in Dresden.
Deſſen Tantafie über ein Mufeum für Die Kulturgefchichte
der Menſchheit. Dresden 1843.
Verbreitung der aktiven Menfchenraffe über den Erdball.
Andeutungen. Dresden 1845.
Dr. v. Meiller, Offizial des f. €. Haus⸗ u. Staatsarchivs.
Deſſen Regeften zur Geſchichte der Marfgrafen und Herzoge
Defterreit 8 aud dem Haufe Babenberg. Wien 1850.
gr. 4.
Prof. Dr. Franz Pfeiffer, Bibliothekar an der k. öff.
Bibliothef in Stuttgart.
Oberrheiniſche Chronif, ältefte bis jegt befannte in deutfcher
Profa, aus einer gleichzeitigen Handſchrift zum erften-
mal herausgegeben von F. K. Grieshaber, geiftl. Rath
“und Profeffor am Lyceum zu Raftatt. Raſtatt 1850.
geh. m. Umſchl. 8.
Dr. Schmidt.
Leitfaden für Beſucher der Alterthums⸗Sammlung zu Hohen:
leuben.
Curat Thiem.
Mehre AYahres- Berichte über die Kleinkinderbewahranftalt.
- Mehre im chem. Fürfibisthume Bamberg gebräud:
liche Andachtsbuͤchlein.
9
d) · Gekauft wunben - ; a J
Handbuch der Geſchichte des Henzogthums Kärnten bis zur
Vereinigung mit ben öÖfterreihiihen Fürſtenthümern.
Bon ©. Frhrn. » Aneröhofen. V. — ‚Klagenfurt,
1850.8.
Codex diplomaticus fuldensis. ——— von Eng
Friedrich Joh. Dronfe. 3. Lieferung. Caſſel 1847. 4,
B. Manuffripte, urkunden, Zeichnungen, Muͤnzen.
Degen, kal. Landgerichtsaſſeſſot dahier.
Fexers topogr. ſtatiſt. Beſchreibung des Landg. Lichtenfels.
Manuſkt. 1—5. Bd. und 10. Bd. dann Denkwuͤrdig⸗
feiten aus. ber Geſchichte Franconiens. II. Bd.
Stadtpfarrer Eppenauer in! Ebermannſtadi
Gabelmanniana von Julius v. Ecker. 1845. 4.
Reuefte Gedichte mit der Ueberſchrift: „Meine Erholungen“
1849. 4. von J. B. Eppenauer. Abhandlung über
den Planeten, den SRingträger Saturnus und feine
Trabanten. Bon J. 3. Eppenauer, Pf. in Eber:
mannftadt. 1849. 4.
Johannes, der Herold des Herrn oder der Tod für bie
Wahrheit. Eine dramatifhe Darftellung in einem Akte.
Bon J. B. Eppenauer, Pfarrer in Ebermanftadt.
(Manuifript )
Berwalter Eihenmüller.
Ein Ablaßbrief von 1754 auf Pergament.
Kunfthändler Braun (Klee)
Anfiht von Bamberg gez. von C. v. Bufel.
xxx
Eppenauer,: Stadtpfarrer in Ebermannſtadt.
—— von der Rordweſtſelte gezeichnet von Eiſen⸗
ſchmid, Altnar bei: ber Liquidations⸗Commifflon.
RR geseichnet und illuminirt von einen Schaus
ſpieler Welmner von der oͤſtlichen Saäte.
ine. illuminirte wohigelungene Zeichnung Ghermannitabts
von Eifenfhmid.
” Pilaum, Domlapitular und Dompfarrer.
Eine venetianiſche Siibermüuͤnze. |
Barnikel, Pfarrer in Marttzeuin.
&ine polniſche Silbermunze.
Feldbaum, Pfarrer in ——
Mehre kleinere Kupfermünzen.
\ ⸗
—
*
Die
Geſchichte der Stiftungen
des
Fuͤrſtbiſchofes Melchior Dtto,
des
Kanzlers Johann Neuß,
und der
Ritter v. Schnappauſiſchen
Geſchwiſter.
SCHERE INS
Geſchrieben
von
Ftiedrih Wunder, Bomcayitnlar.
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Borwort,.
Am Abende meined Lebens habe ich mir vorge
nommen, Die Geſchichte einiger Bamberger Stifkungen
zu ihreiben. Ich fah mich um auf Diefem weiten
delde, wo unfere Altvordern reichen Samen ded Gu:
ten auögefireut haben und es traten mir viele eble
Geber größerer oder Fleinerer Gefchenke zu frommen
und milden Zweden entgegen, melde, wie liebliche
Geiſter- Erfcheinungen Die legten. Tage meines Dafeins
erleuchten und erwärmen.
Im vorigen Sommer hatte ich die Geichichte der
Ditonianifchen Stiftung bearbeitet, wie ©. XXX.
des Jahresberichtes des Hiftgrifchen. Vereins v. J.
1849 bemerkt und zugleid; angedeutet ift, daß ich
noch die Geſchichte anderer Stiftungen, ald der
Schnappaufifchen u. f. w. zu bearbeiten gedächte.
Ron fand. für gut, daß fie nicht vereinzelt, fondern
mehte zufgmmen im Drucke erfcheinen follen.
Demnach treten and Licht Die Gefchichte der
Dltonianifchen, Kanzler Reuſſiſchen und Schnapp:
auffiſchen Stiftungen. Letztere in ihrem Stiftungs:
imede höchſt nützlich, ift auch Deshalb wichtig, "weil
H-
durch einen Theil ihrer Nenten ein Priefter unterhal-
ten wurde, welcher vermöge feiner” Beflimmung mit
der Berbefferung des hiefigen deutfchen Schulweſens
fich zu befaffen hatte Man fchritt Hierin immer wei-
ter und und der Fürftbifchof Franz Ludwig errichtete
ein Schullehrer Seminarium, welche v. J. 1791 bis
1804 im Schnappaufiſchen Stiftungshauſe feinen
Sig aufgefchlagen hatte. Hiedurch wurde ich mit Der
Entftehung des hiefigen Schullehrer- Seminars befannt,
und. mit vielen auf Dad deutſche Schulwefen bezügli-
cheu Berichten und Verordnungen u. f. w. Wenn
Gott mir Leben und Gefimdheit ſchenkt, fo mag auch
die Gefchichte des Schullehrer: Seminard und der hie:
figen Bolfs » Schulen ferner noch einiger Wohlthätig-
feitö - Stiftungen 3. B. des Pilger oder Martha:
Seelhaufes, —des Chehalten : Haufed, der Pet und
Siechen⸗Häuſer von mir bearbeitet werden.
Wenn Diefe Arbeit auch nicht ganz gelungen fein
mag, fo wolle man mehr den guten Willen des Ver:
faſſers berücfichtigen, ferner an die ſchwachen Kräfte
eined Greiſes Feine zu hohe Forderung ftellen.
Bamberg, den 18. Mai 1850
Friedrich Wunder,
Domkapitular.
Die Fürkbirhöfid - Ottonimwiiche Stiftung.
$. 1.
Entftehung und Zwed der Stiftung, Stif:
tungss Brief.
Melchior Otto (Voit v. Salzburg) der Gründer
der Bamberger Univerfität, erflärte, die Abnahme feiner
Kräfte fühlend, und aufmerkfam gemacht, eine legwillige Ber:
fügung zu treffen, kurz vor feinem Tode, welcher den 4-
Sanuar 1653 im Schloffe zu Vorchheim erfolgte, mündlich,
daß er zum Beten nicht hinreichend befoldeter Seelforger eine
Stiftung zu machen gefinne, und wieß hiezu ein bedeutendes
Capital an. Diefe mündlihe Ausſage wurde durch eine Ur⸗
finde v A. Februar 1655 beflätigt, welche der nachfolgende
Fuͤrſibiſchof Philipp Valentin (Voit von Rieneck) und die
beiden Teftamentd » Erecutoren ausfertigten und unterzeich⸗
neten. Dieſe Stiftung Urkunde lautet alfo:
Bon Gotted Gnaden Wir Philipp Valentin Bifchof
u Bamberg Dan von deſſen Gnaden Wir Georg Hein⸗
th von Kinfperg Domb =» Dechant zu Bamberg und Bomb:
tapitular zu Würzburg, auch Probft zu St Stephan und
St. Jacob Nebenftifter 20. dann Johann Hartmann von
Roſenbach Dombdehant zu Würzburg, und Dombherr zu
Bamberg auch Probſt der Stifter Haug und Weſterwinkhel
u gedachten Würzburg 20. Als Weyland des Hochwürdi⸗
gem Fürften und Herrn, Herrn Melchioris Ottonis
Unſers in Gott ruhenden reſpective Hochgeehrten Herrn An⸗
teteſſoris und gnädigen Fürſten und Herrns Chriſt feel.
Andenkens conftitutete geiollmächtigte Teftamentarti,
Demnach Hochgedacht Se. Bilh. und Fürftl. Gna⸗
den, Zeit obgehabter Fürftl. Regierung ſich negſt (andern
rühmlihen Sorafaltigfeiten auch . ſonderbahr angelegen fein
laffen uf Mittel und Weeg zu_gedenfhen, wie die, bei De:
nen im Heil. Römifchen Reich, faft aller Orthen eingeriffe-
nen ſchwehren Kriegätrangjahlen fo merflih abgenommene
Geiftlihe Seelforg (weilen aus Eundtbahren Mangel unent-
behrlihen Unterhalts theild Pfarren nicht können beftellt,
und in ieder der Gottesdienſt, wie fi gebühren will, ver:
richtet — in dero anverttrauten Keil. Hochſteft und
Biftumb Bamberg, bey Gottlob wider erlangten Frieden,
jo viel möglih nah und nach zu reſtabilirn, und eingurich-
ten fein mögte, zu welchem Ziel und endt bie er
Se. Biſchfl. und Fürftl. Gn. vor ihrem feel. Abſchied aus
diefer Weldt, da man fe wegen Hinterlaffung teftamenta=
licher Difpofition wohlmainendt erinnert, Ihre zu dieſem
hochnothwendigen werthtragende Loͤbl. intention und grofen
Eyfer genugjamb verfpüren und erfcheinen laffen, indem Sie
ſoviel mündtlid bedeutet und zuverftehen geben (mie ſolches
alled L. Cornelius Gobelius dero geiwefener Rath und Domb-
fapitlifher Syndicus ſo ſchriftl. als mündtlich berichtet) Wie
Sie nemblich Vorhabens waren, die iärliche intereſſe, von
denen beftehenden Geltern, weldye Ihro an dem affignirten
fürftl. Deputat dero Cammer nody fehuldig verbleibe, für
die armen nothleidende Pfarren ufm Landt (worunter aber
dieientge, von welchen Benflones geraidht würden, nicht
follten zu verfiehen fein) damit felbige umb fo ehender mit
Seeljorgern widerumb könnten verfehen. werden, nah Bes
findung iedes Orts zuftandt und Bedürftigfeit, fo lang bis
die Pfarrlihden Intraden mit hoffender Beſſerung der Zeiten
fünftig mehreres zunehmen, und von- folhen die Seelforger
ihren ehrlichen Unterhalt, ohne: andere Addition ober Beiz
hilf Haben mögten zu employren, alsdann und uf ſolchen Fahl
folte berürted Capital zum Fürftl. Alumnat gewidmet, und
bie Sährlih, fallende penſiones, zu heſſerer Erhaltung ber
Alumnen verwendet werden, So Urkundten. und bekennen
Wir eingangs” ernannte, conftituirte Teſtamentarii; hiemit
und in Craft gegenwärtigen Briefd, das Wir hiefe Unſers
respective Hochgeehrten Herrn. Anteeessoris auch gn. Für⸗
ften und Herrns Chriſtenmild. Andenkhens Inbwürdige in-
tention in effeetum zu redigiren, eine unumgänglice Not⸗
turft zu ſein reiflich ermeſſen, und wollen dahere das obe
verſtandenermaſſen die ven mehr beſagten hinderſtändig ver-
gliebenen Geltern jährlich fallende penſiones nad ‚guetbefin-
den eines ieden Regierenden Yriten und Biſchofs zu Mans
berg zu mehr und befferer wieder Beſtellung deren bei von
gewejenen Kriegd Zeiten ruinixten Pfarren uf den Landt
jellen angewenbet, und wan man deren bey hoffentlicher
Berbefferung der Zeiten dahin nit mehr folte vonnoͤthen
haben, das Capital zum Fuͤrſtl. Alumnat, und die penftos
ned iedes Jahrs zu mehrer Hufnahme und Jertbringung der
ver Alumnen nad) gleichmeſiger Dispenition und Berorbnung
eined der Zeit Regierenden Fürften und Biſchofs zu Bam⸗
berg, uertirt, und als eine ewige Fundation und Stiftung
m Hochgedacht. H. Fundatoris Seelenhail, Iob und uns
ſterblicher Gedaͤchtnus gehalten werben, geftaltfamb da,
Bir Philipp Balentin der Zeit Biſchof zu Bam:
berg diefeB als ein Immer wehrende Fundation und Stif-
tumg authoritate et potestate Episcopali ordinaria nit
allein allerdings genehm ratifhieirn, comirmirn und befckfs
gen, fonbern auch über mehr beiagtes Kapital benaͤntlich.
Zwölf Taufend Gulden, welche uf Unfer Fünkl.
Dbereinnahmb fiehen und unſer Landſcſhaft bezahlen über ſich
genohmen mit Borbewuft und Einwilligung de8 Ehrwürbigen
unferd Domb- Eapttuls eine abfonderliche Schuftverfchreibumg
anöfertigen,, und zu unferer geiftiihen Verwaltung Itefem
fen, alwo Sie fo lang verbleiben folle, bid Fünfkig dieſe
Gelter zu unſern Alumnat fommen, alsdan zu deſſen Bora
Rechen Handen gehen werden.
Urkundlich haben Wir obenannte conftituirt Te⸗
Ramentariii negft aigenhändigen fupfeription ng Fürft.
Secret und Jaſtegel auf gegenmertigen biefen Fundation⸗
brief thun bangen. Be Tre
So geichehen in Unferer Statt Bamberg den Bierten
gebtnarti Anno Taufend Sechshundert fünf und. fünfig.
Philipp Valentin zZ. Johann ‚Hartmann
er v. Roſenbach, D. D.
‚ Georg Heinrich |
von Rinfperg, D.D.. ..,.
Aus diefer Urkunde geht hervor, daß die Hofkammer
um verlebten Fuͤrſthiſchofe an dem asnigeirten fürfl. De⸗
yısae 12,008 K. Trank. ichuldig wer DBeiagte Summe
wurte als verinsüches Carital auf tie fürſtliche Ober⸗
Ginnabme kerncmumen Tiere Schule bat die Landſchaft
(e. i das Tencapitel, tie Prãlaten von Mihaelöberg,
Langfeim unt Ban;, als Etaats-Schuld aneılannt. Zu
mchser Sicherheit wurte ein Schulebrief ausgefertigt, und
bei ver geiklihen Bermaltung niedergelegt. Vergl. 6. 5.
6 2.
Ins Lebentretung tiefer Stiftung.
Unter ten Acten tes kiihell. Ordinariates findet ſich
eine nah Schrift und Bapier jehr alte Aufzeichnung ber
bie jährliche Zins⸗ Erhebung, aber nicht über bie Berthei-
Iung an Pfarrer und Gapläne. Diefelbe befagt, daß in den
Jahren 1656. 58. 61 u. 62. 400 fl. 1659 u. 60. 300 fl.
1664 u. 65. 240 fl. 1666 325 H. 1667 u. 68. 430 fl.
1669. 70 u. 71. 350 fl. für ten Stiftungszweck abgegeben
wurden. Rad einer andern, fpätern Aufzeihnung wurden
jährlih 480 fl. ala Zind= Gelter verabreicht, alfo 4 fl. Zins
son 100 fi. Capital; die Ober = Einnahme leiſtete die: Zah⸗
lung an dad geiftlihe Fifcalatamt bis zum Eintritte der
bayer. Regierung, und zwar am Ziele Lichtmeß.
8. 3.
Die Vertheilung der Renten an einzelne Rfatrer
und Capläne.
Die die Vertheilung in ben erſten Zeiten gemacht
worden ſei, findet ſich nicht in den Acten. Das erſte, was
noch vorhanden, iſt ein Dekret des bifhöfl. Vicariats v. J.
1745, durch welches bie ſämmtlichen Curati und’ Beneflciati
aufgefordert wurden, zu berichten, „ob fie aus dem geiſt⸗
lichen Fiscalatamte, oder aus’ den Ottontanifch= Reußftih *)
oder andern Stiftungen eine Zulage genößen; Zugleich hät-
*, Man fehe unten die Kanzler Reuſſiſche Stiftungen.
‘9
in fe ihren titulum cum termine 's. qua ei ad quem,
oder wie, wann, warumb md wie lang fie dam gelanget
im, Sub poena privationis anzuzeigen. Denjenigen aber,
weiche mit Entrichtung ihrer jährlichen ‚Bebüren an Baus
Charitativ- Smbsidien - Cenmend - Absenz.. und dergleichen
Geldern noch zurück fünden, werde Sub poena exeoutionia
vie Zahlung anbefohlen.
Hierauf gingen die Berichte ein, anf weichen ein
kurzer Auszug mitgeiheilt wird. Nach demſelben hatte bis
hieher erhalten: Pfarrer von Wrnflein 10: fl. Pfr. von
Bechhofen 18 f. Anmerkung. Diefer bezog biß 1699 aus
der St. Aegidius Spital Stiftg. in Bamberg jährlih 40 fl.
Died wurde abgeändert, . daB an ihn 20 fl. aus den Got:
teöhäufern Schnaid und, Bechhofen au bezahlen feien. Fer—
ner bezog er 30 fl. aus der Kanzler Reuſſiſchen Stiftg. für
Leſung hi. Meſſen. Pfr von Burgunftadt 10 fl. Pfr. v.
Elbersberg 30 H. Pf. v. Geisfeld 10 fl. berfelbe 16 fl.
and den Dfteinifhen Geldern. Pfr. v. Guͤsbach 15 fl. Pfr.
v. Hallerndorf u. Willersdorf 15 fl. Pfr. v. Haufen 20 fl.
Pr. v. Hirſchaid 10 Pfr. v. Hopfenohe 10 fl. Pfr. v.
Kirſchſchletten 18 fl. Pfr. v. Lichtenfeld 20 $., Pfr. v. Lohne
dorf 10 FH. Pr. v. Mainroth 15 fl... Diefer bringt in ſei⸗
uem Berichte v. 18, Aug. 1745 vor, „daß. von einer hoch⸗
fürſtl. Ober - Einnahme 120 fl. fraͤnk. jährlih an den Pfr.
von Mainroth bezahlt wurden, weldhe in bie 40 Jahre und
iwar tempore reformationis dem hier gewejenen Pfarrer
Ambrofio Sartorius fowohl wegen feiner bey befagter
vorgegangenen Reformation treu geleifteten eifrigen geiftli=
hen Dienften, ald auch wegen ſchlechten Gehalt beigelegt
worden. (Vergl. geiſtl. Raths Protokoll von 21. Febr.
1686.) Pfr v. Miftendorf 22 fl. derfelbe bezog noch 108.
von 200 fl. Capital aus einem Oftelnifchen Legate. Die
Barrer v. Neuhaus bei Veldenſtein 30 fl. v. Stabelhofen,
10 fl. v. Steinfeld, 10 fl. v. Strullendorf, 20 fl. v. War⸗
tenfels, 20 fi. v. Wichſenſtein, 18 fl. Windheim 20. fl. Der
Eaplan "von Epgoldhem 30 fl. Ran erfolgte bie Ver⸗
theitung ©. J. 1745 folgendermaflen; 6 erhielten bie
Pfarrer von Bechhofen 18 fl., v. Birnbaum 3 €, v. El⸗
beröbesg 30 fl., v. Geisfeſd 10.8, 'v.. Gasbach 25 M., v.
Hirſchud 10 8, v. Hopfenohe 10 1, v. K4nmern 15 |l.,
v. AMvchfchletten 9 fl., v. Bangenfendbelbah 10 fl., v. Lich»
tenfeld 16 fl., v. Mainroth 15 fl., v. Miſtendorf 15 ML,
v. Neufang 20 fl. v. Neuhaus 30 fl, v. Dbezeilsfeld
80 f.,:0, Pettſtadt 6 H., v. Poſſed 15 fl., v. Stadelhofen
16 fl.,. v. Steinberg 18. ,, v. Steinfelb 10 8, v. Strul⸗
lendorf 20 fl, v. Wallenfels 26 fl., v. Wartenfels 20. f.,
v. Wichſenſtein 18 I, Windheim 24 fl., v. Beihern 20 Ri,
Da im J. 1760 die Pfarrei Siegaurach ’ errichtet,
und. der dortige Pfarrer unter die Unterflügungs = Bebürftis
gen Aufgenommen würde, fo ward im S. 1763 nachſtehende
Vertheilung gemacht; demzufolge erhielten die Pfarrer von
Behhofen 18 fl., v. Birnbaum 25 fl., v. Elbersberg 30 f.,
v. Geisfeld 10 fl., v. Güsbah 24 fi., v. Saufen 25 fl.,
v. Hirſchaid 10 fl., v. Kammern 15 fl, v. Kirchſchletten
18 fl, v. Langenſendelbach 10 fl, v. Mainroth 15 fl., v
Miſtendorf 15 I., v. Neufang 20 fl., v. Neuhaus 30 fl.,
v. Oberailsfeld 10 fl., v. Poſſeck 15 fl., v. Stadelhofen
16 fl., v. Stegaurach 34 fl., v. Steinberg 10 fl., v. Stein⸗
feld 10 f., v. Strullendorf 20 fi., v. Wallenfels 26 fl.
v. Wartenfels 20 fl, v. Windheim 24 fl., v. Zeihern
20 fl. Caplan von Ebermannftabt 10 A IT
Anmerkung: Das Subsidinm charitativum, welches
die Seiftlichfeit an die fürftlihe Ober: Einnahme zu zahlen
hatte, wurde bei Verabreichung der TREE Gelder
fogleih in Abzug gebracht.
Sm X. 1789 wurde eine neue Vertheilung gemacht,
indem im genaunten Jahre Hochſtall zu einer Pfarrei erho⸗
ben wurde. Zum Baue des dortigen Pfarrhauſes wurden
quch jene 128 fl.. verwendet, welche für den Caplan zu
xti
Reuhaus für hie Jahre 179658 89 mit 32 fl jährlich ben
fimmt waren, indem. bush Das. Pfarrer Taeettenbachiſche
Stiftungs = Gapital für dieſen eine. qudere Quielle ‚war. er⸗
Öffuet werden. Demnach wurde gugesheilt deu Pfarrern von
Schbofen 18 fL, v. Bimbaum 15 fl., v. Elbexsberg 30 fi.
y. Haufen 25 fl, v. Hihaid 10 fl. v. Hochſtall 32 fl.,
v. Kreuzberg 30 fl, v. Langenſendelbach 19 fl, v. Reus
fang 10 fl., ». Neubaus 30 fl, v. Stadelbafen 16 fl., v.
Stegaurah 34 fl., v. Strullendorf 20°, v. Wallenfels,
25 fl. 45 fr, v. Zeihern 4 fl., m Caplaͤnen v. Ebermann⸗
ſtadt 18 fi.
8. 4.
Veränderung durch die —7— — Sees
Sa J. 1802 fam Bamberg ale Entfegädigungsland
an den Churfürften von Pfalz: Bayern. Die biäherigen
Berwaltungsd = Behörden wurden aufgehuben u.. nene errichtet.
Die oberſte im der nun ſogenaunten Brovinz Bamberg war
das churfürſti. General: Land » Sommiflarlat, dann Pie chur⸗
firftl. Landes = Direktion welche als Provinzial-Gtats⸗Curatel
alle Stiftungen in ihren Bejhäftsfreid zog, uud hiermit auch
im J. 1805 die Ottonianiſche Stiftung.
Bei dieſem Wechſel der Verwaltungs = Behörden ſtock⸗
ten die Zahlungen an die Pfarrer, welche ſich deshalb bes
ſchwerend an das biſchoͤfl. Generals Vicariat wandten. Die
ſes wurde hierdurch veranlaßt, fi ihver anzunehmen, wos
durch erwirkr wurb, daß die Ptovinzial Haupt= Kaffe zu
Bamberg die Anweiſung erhielt, die Ottonianiſchen Gelder
an die betref. Pfarrer und Caplaͤne auszuzahlen. Allein diefe
Vertsellung wurde nur einige Jahre von genamnter ‚Stelle
befergt, umd wieder an die gelſtl. eu — übetwies
in, beginmend ». SI. 1808.
Da von dieſem Gepitale. zu 12,000 #. mie fchan oben
erwähnt, nur vier Brogent bezahlt wurden, fo hat“ die im
3. 1808 angeorbnete „Herabfegung don 5 auf 4 Seien Ein
\
12
fluß auf daſſelbe gehabt. Vielmehr ergab fich etwas Guͤn⸗
ſtiges, indem nach einer Regierungs-Entſchließung v. 4.
Sept. 1812 angeordnet wurde, daß das 5te Prozent, wel:
des den Stiftungd= Eapitalien für Pfarrer und Benefizia⸗
- ten bei der im J. 1808 erfolgten allgemeinen Zins = KHerab:
fegung von 5 auf 4 von 100 entzogen worden mar, wie:
ber an fle zurüdvergütet werde. Es erfolgte daher ſogleich
eine Nachzahlung dieſes fünften: Progentes für die Red:
wungs = Jahre 18078 mit 1810111. |
[1
Demzufolge famen nun 750 fl. oder nad Abzug ber
Ausgabe für den Stempel 749 fl. 41 4, Er. zur Berthei-
lung, und zwar erhielten die Bfarrer von Bechhofen, 22 fl.
30 kr., v. Birnbaum,“ 18 fl. 45 Er, Elbersberg, 37 fl.
30 kr., v. Geisfeld, 6. fl. 15 kr., v. Güsbach, 30 fl., v.
Haufen, 31 fl. 15 kr., v. Hirſchaid, 12 fl. 30 kr., v.
Hochſtall, 40 fl, v. Kammern, 18 fl. 45 fr. v. Kirchſchlet⸗
ten, 60 fl., v. Kreuzberg, bei Kronadh, 37 fl. 30 kr., v.
Langenſendelbach, 12 fl.30 fr., v, Mainroth, 168 fl.45 fr.,
v. Miftendorf, 18 fl. 45 kr., v. Reufang, 12 fl. 30 fr., v.
Neuhaus bei Beldenftein 37 fl. 30 Er., v. Stabelhofen,
20 fl., v. Steinfeld,. 12 fl. 30 kr., v. Strullendorf, 25 fl.
v. Stegaurach, 42. 30 kr., v. Wallenfelld, 32 fL. 11 !,. kr.,
v. Wartenfeld 25 fl., v. Zeihern 5 fl. die Kapläne von
Ehermannftadt, 22 fl. 30 fr. Auf diefe Zinderhöhung. folgte
eine Zindherabfegung. Nämlich unter 15. Mat 1834 hat
die F, Staats-Schuldentilgungs-Caſſe in Bamberg zufolge
Minifteriale Refcriptd und. Auftragd der k. Staats » Schul:
dentilgungs⸗ Commiffion dem erzbiſchoͤfl. Orbinarigte die Aufs
fündigung dieſes Kapitals zu 12,000 fl. fränf. oder 15,000
fl. rhn. eröffnet, oder die fernere Liegenlaffung bei der Caſſe
jedoch nur gegen vierprogentige Verzinſung zugeftanden.
Das erzbishöfl. Ordinariat wendete fi ‘an die k.
Kreide Regierung, und. diefe an das Minifterium, um bie
fernere fünfprogentige Berzinfung zu erwirken Das Finanı-
= 18
Miniftertum hat hierauf. unter 8. Oct. 1894. erflärt und ges
nehmigt, daß zur Unterbringung dieſes Capitals zu 15,000
f. chn. zu 5 Procent Zeit zu geben, und nod ein. Jahr fr
Prozent von der .f. Staat? : Schulden. Tilgungs = Unftalt. zu
bezahlen feien. Bon der. geifil. Oberbehörde wurde dieſe
noch ein Jahr beftehende fünfprogentige und alsdann die vier⸗
prozentige Verzinſung angenommen. Die k. Regierung des
Obermainkreiſes K. d. J. hat in ihrem an das ersbifchäft:
Drdinariat gerichteten Schreiben v. 12. Nav. 1834. fich alfo
geäuffert.
„Bir find im Allgemeinen mit der Anficht verftanden,
daß das fragliche Capital von 15,000 fl. bei der Staats⸗
Schuldentilgungs = Caffe ferner angelegt verbleibe und ber
duch die Reduktion von 5 auf 4 progentige Berzinfung fid)
ergebende Entgang von 150 fl. jährlich fünftig durch moͤg⸗
iihfte Abminderung ber Leiftungen wieber autzugleichen
verſucht werde.“
Wir ſtehen ohnehin im Begriffe, einen vollſtaͤndigen
Kataſter aller geiſtlichen Pfründen herzuſtellen und werden
dem erzbiſchoͤfl. Ordinariate in Baͤlde hievon ein Exemplar
mittheilen, woraud auch zum Zwecke der gegenwärtigen Re:
gulierung die nöthigen Anhalt » Bunfte entnommen werden
innen. Allein vorläufig wollen wir das erzbifchöfl. Ordi⸗
nariat aufmerffam machen, daß die fämmtlichen bebadıten
Pfarreien im bieffeitigen Kreife (die Verhaͤltniſſe der Pfarrei
Haufen im Rezatkreife find und nit bekannt) mit alleiniger
Ausnahme jener zu Zentbechhofen, Gusbach und Warken⸗
feld unter der congrua (Sustentatio) ſtehen; ed duͤrfte
daher nur biefen Pfarrſtellen, u. zwar erft nad dem Ab⸗
gange der dermaligen Inhaber, welche hierauf in ihren
Faſſionen bereit8 eingewiefen find, der. hisherige Beitrag
ganz zu entziehen, allen übrigen hingegen nur fehr mäßig,
und zwar gleichfalld in Erledigungsfällen zu moberisen fein.
Da vom erzbüchöfl. Orbinariate und der k. Regierung
feine Quelle ermittelt werben Eonnte, um biefen, Entgang
24
zu decken, ſo war nichts anders übrig, als bei ben: einzel⸗
nen Meilnehmern verhaͤltnißmaͤßige Abzüge zu machen. Nur
{ft Hier. noch beigufügen, daß bie 2. Regierung 8. d. J. im
ihrem Schreiben v. 31. Det. 1835 "auch noch den Curatus
auf ‚dem Kreuzberge bei Kronach als einen folchen bezetchnet
babe, welchen dee Zuſchuß aus den Ottonianiſchen Geldern
zu :entziehen fei; denn mit jener Stelle tft das Engelmeß⸗
Denefljium in Kronach vereinigt und die ——— er
zaͤge beider Stellen ke 6 bis 800 fl.
+66.
:!Shidfal der Sguldsttetunde. |
Daß eine Schulb=Urkunde über dieſes Kapital. zu
12000 fl. fraͤnk. als Landesſchuld ausgefertigt worden ſei,
iſt oben, $. 1., am Ende. erwägnt. Unterm 25. November
1812 Hat das General: Commiffariat des Mainkreifes in Bay-
veuth ſch an das bifhäf. General⸗Vikariat dahier gewen⸗
det und zu wiſſen verlangt, wo dieſe Original⸗ Urkunde über
das Ottonianifche Stiftungs« Capital von 12000 fl. wovon das
bifhöfl. General: Bifariot unserm 10. v. Mts. Abſchrift ihm
mitgetheilt Habe, ſich dermalen befinde, da nad dem Inhalte
dieſer Urkunde dieſelbe zur geiſtlichen Amalia abgegeben
worden fei.
- Die Antwort vom 10.. Dez. 1812 war, daß, da dir
geift. Verwaltung incamerirt. worben fel, umb den: vorhinige
Berwalter dieſer Stiftung Kaiſenberg fie wahrſcheinlich in
ſeiner Berwahrung gehabk habe, derſelhe auch die Aufklaͤ⸗
zung werde ‚ertheilen können, wohin. bag. — beregter
Urkunde gekommen fei, _
In Folge der: geſchehenen ——— oder be⸗
anttagten Zinsherabſetzung erging ua manderlet Berkanb:
kungen folgender Erin:
„Die! kOnigliche Skaatd:-Schuldenttlgunge = Spezial:
Kafe-;in Bamberg. bat mittelfe: diesſeitiger Entſchließung
P4
»
som 14 DE. 1834 bad Finanzminiftieuiei: Mekript. vom
8. def. Monats rubrizirten Betraffs in. Abſchrift witgetheilt
erhalten, mit dem Anfügen, daß hiernach am 8. Oct. 1835
die Zurüdzahlung des Capitals zu 15,000... ‚oder die
Herabfegung der Zindfußes auf 4 Progent ein zutreten habe.
Nach Angabe des erzbiſchoͤſi Owinartiaus im Bamberg
und der k. Ardis⸗-Regierung in Bayreuth ſoll gebachtes Gas
pttal in eine 4 prozentige SAlftungdsObligation umgeſchrie⸗
ben, jedoch bie zu Verluſt gegangene ‚Altere. unse
vorerſt gerichtlidg amortifitt werden. - ° .
Da aber bie betreffende Stiftung, welche ad supplen-
dam congruam dürftiger Pfarrer beftimmt if}, den am 2.
Fehr. 1836 verfallenen Jahreszins hart entbehtt und nicht
er den Erfolg der Amortifation abwarten kann, fo wird
die f. Spezial: Baffe in Folge Minifterial- Keferiptes vom
9. d. ermächtiget, die Umſchreibung auf den Zesmin. 2. Febr.
einfweilen, gegen bloße Quittung: der Sciftunga⸗ Pflege son:
smehmen, wobei jedoch kepiere der Quittung bie verbindliche
Zuſicherung beipufiägen. hat, daß ſie das gerichtliche: Amon
tiſalions⸗ Erlenniniß —— u 9 Monaten: —
gen werde.
Der Jahreszins vom 2. gebt: 1835 Ts 2, Gebr.
1836 iſt in zwei Raten,’ nämli "vom 2. "Fehr. bis 8.
Det. 1835 nad fünf und vom 8. Oft: 618 2. Febr. 1836
nad vier vom Hundert zu vergüten.”
Mündyen, ven 12. April 1836: ee
K. Staatsſchuldentilgungs —— —
Es wurde hierauf; durph.. daB k. Stadigericht dahier
die Amortiſation der abhanden gekommenen Originglr Schuld⸗
Usfunde zu Stande gebracht, von ber k. Staat, Schulbens
Hgumga- Commiſſion ‚für ‚bie Ottonianiſche Suiftung eine
ww Schuld⸗ ‚Urkunde. ‚gu. &. Prozent: da, Münden, 11. Mai
zer A,
1836 außgefertigt und der ‚JahreBsind -vom.. 2 Fehr-,.bid-
i6
8: Oct. 1885 mit 512: 17 fr. und: bom 8; Det: bis 2.
Febr. 1836 mit 100 u in summa mit 702 #. 17 fr. ver
gütet.
Die nun ſͤhrlich anfallenden ginge zu 600 fl.
werden ſeitdem affo verthetlt:
88 erhält. der Bfarrer von Birnbaum 15 fl., v. El-
beröberg 20 fl, v. Geisfeld 5 fi., v. Güsbah 24. fl, v
Haufen 25 fl., v. Hirſchaid 10.fl., v. Hochſtall 32 fl., v
Kämmern 15 fl., v. Kirchſchletten 48. fl., v. Kreuzberg (bei
Kronach) 30 fl., v. Langenſendelbach 10 . v. Mainroth
135 fl., v. Miſtendorf 15 fl. v. Neufang 10 fl, v. Neu⸗
haus 30 fi.i, v. Stadelhofen 16 fl., v. Stegaurach 34 fl.,
v. Steinfeld 10 fl., v. Strullendorf 20 fl., v. Wallenfels
25 fl. 45 kr., v. Wartenfels 20 fl., v. Zeyern 4 fl.; der
Caplan v. Ebermannſtadt 18 fl.; Summe 581 fl. 45 fr.
Da. fi Hinfihilich der Seelforge für die Katholiken
in Withermöborf ein unabweisliched Bebürfniß ergab, jo Hat
auf den Antrag bes ‚eräbifchöflihen Ordinariats ber hoch⸗
würbigfte.. Herr Erzbifhof, Joſeph Maria v. Fraunberg
unterm 17. Sanuar 1841 ein Dekret erlaflen, daß der jähr-
liche Ueberfhuß der Ottonianifhen Gelder zu 17 fl. 57 kr.
für Wilherm$dorf abgegeben werde. In Folge gemeinfchaft:
licher Verfügung ber k. Regierung von Mittelfsamfen und
bes erzbifchöflichen Ordinariats beſteht ſeit 1. Juli 1847
proviſoriſch alldort eine Caplanei zur Pfarrei Sondernohe
"gehörig, und es werden diefe 17 fl. 57 Er. zur .
der Congrug dorthin beat |
de 2 Sqhluß.
Diefer merkwuͤrdige Fuͤrſtbiſchof dit — daß er
feine noch ruͤckſtaͤndigen Tafelgelder, welche er auch zum Ge⸗
nuſſe von Tafelfreuden hätte verwenden konnen, zu diefem
Zweite beftimmte, fih ein bleibendes Verdienſt um unſer Bis
thum erworben. Dant dem Edlen!
n
Be Karzler lenliſhen Stiftungen.
Vorwort.
Da in dem oben 6 3. angeführten Dekrete des bi-
ſchoͤſlichen Vikariates vom Jahre 1735 von der Reußifchen
Stiftung die Rede tft, fo veranlaßte mich dieſes, die wich⸗
tigften Lebensverhältniffe des Kanzlers Reuß und feine
Stiftungen, deren gute Wirkungen +. B. in der Kaplanei
u Beidmain noch beftehen, hier aufzunehmen, und als
Zugabe der Ottonianiſchen Stiftung folgen zu laſſen.
Joh ann Reuß war im Jahre 1641 zu Weismain
geboren, wurde feiner wiſſenſchaftlichen Vildung wegen zum
Doctor juris erhoben und ſchwang fich endlich zur hoͤchſten
Stelle, die ein NRichtabeliher m Bamberg erwerben konnte,
nämlich zn der eines Kanzlerd empor — unter den Regies
mngen der beiden Fürfibiichöfe Peter Philipp (von
Dernbach) und nad beiten Tode im Jahre 1683 Mars
guard Sebaſtian (Schenk von Stauffenberg). Er
beſaß ein bedeutendes Vermögen, befiehend in baarem Gelbe,
Fapitalien, liegenden Gründen, Zehenten u.f.w. Da erin
inderlofer Che lebte, und feine Gattin vor ihm, im Jahre
1676 geſterben war; fo. Eonnte er gang nad; feinem Gut⸗
dinken üßer fein. Bermögen verfügen. Gr machte ein Te⸗
Rament, welches den 7. Sannar 1680 folennifirt, und mit
Rohıträgen bid zum 14. Aug. 1682 vermehrt wurbe. Sein
äod erfolgte den 15. Mai 1691 und fein Bchinem wurde
18
nad feinem Willen in ber hieflgen Dominicaner- Kirche vor
dem Kreuzaltare an der Seite feiner Gattin beigefeget.
Wo das Original feined Teftamentes fich befindet, ift
unbefannt. In der Regiftratur des ergbifhöflihen Ordina⸗
riats ift eine Abfchrift deffelben vorhanden, und wird daſſelbe
hier im Auszuge mitgetheilt: |
„Zu feinen Erben Feste er ein das hleſige Dominika⸗
ner⸗Kloſter und das Nonnenkloſter zum h. Grabe zu !y,, die
Anverwandten feiner Gattin gleichfalls zu ’/, und die feini-
gen Blutöverwandten zu 1, und Zwar in der Art, daß die
Erbſchaftomaſſe ER. beſtandiges Yideiskommiß exhalten und
von den drei Exhen und derſelben Nachkommen zu 3 glei⸗
hen *heilen in fo lang -benugt werden foll, bis ſaͤmmtliche
Dr. Reuß'ſche Anverwandten und vetjelben Stamm ganz
erlojhen ‘fein wuͤrde, wornach die gunze Erbſchäftsmafſe auf
die beiden Kißfter- als haersdes ultimate substkuton zu
cp flln dahe Erhen zit macht hahen {ein
„Doch jollen dieſe Erhen nit hahen ſein Frey⸗
hauß auffn Brande) zu verkaufen und zu verpfaͤnden,
ſondern wie er und ſeine Eheliebſte auch ſeine Vordern es
poſſedirt und inne gehabt, mit ſeinen Privilegien, Rechten
und Gerechten es innehaben, höügen, und ‚genießen, Doc
daß nur einer von feinen Freunden oder ſeiner Frauen feel.
wer dazu: am nanglichſten ſei, Daun wahnen thue, Die dapu
beftiniete Guͤther beftefen „der in Beſtand verlaifen, die
*) Die Zöllner von Brand befdffen mehrere Hftifer in der Domi⸗
nitaner⸗Guſſe, fonft Waffe am Brand genannt,z. B. Mm. 1176.
- 1186. Diefelben waren vermoge katſerlicher ıuıh, biſchoflicher Pri⸗
“eg sah Abgaben befreit. Eins derſelben Haben .fie an den
. : Kmzler Reuß verkauft, welder ed nun ald einen weſentlichen
Theil feined Fidei⸗Commiſſes beſtimmte. Daffelbe wurde, feil
„es baufaͤllig geworden, und bie Erden deffen Reparatur wegen
* Mangelnden Geides nicht beſotgen Konnten, hit Erlaubniß bed
üuͤrſtbifchöfs im Scihre 1781 am. ben dumaligen Domlapftub
. "und Regierungd» Bräfbenten, nachherigen Zürſtbiſchof Chriſtoph⸗
Fran von Bufed für 3900 FL verkauft. Es ift das Haus in
der. Carolinen⸗ Strafe, Rum. 1186, und jebt Friedrich Weil:
holz’fched Tigenthum. Digit Be
Sind und Pemsiones mon folgen. aind ben hauen
Gapiialien zährlic fleißig eindringen und u: geſtellte Le-
gata entrichten, und denen gefammten Erben ordentlich ver
rechmen ſoile. *
Er ſtiiftete tele gahrrage und bedachte zu dieſem
Zwecke vie Kloͤſter Langheim, Richaelsberg, die Domini⸗
caner, Karmeliten, Capuziner, Franziskaner, Jeſuiten u. ſ.
w. mit Begaten; insbeſondere Hat ex im Artikel 13: „denen
vier armen Haͤuſern in Bamberg als ben beeden Sieel⸗
Häufern auff dem Kaulberg und im Steinweg, titan den
zwei Franzoſ und Peſthäuſern 400 fl. als jedem 100 fl.
ingleihen St. Antori Slechhoff auf dem gedachten Kaulderg
100 fi. fie fein und feiner Hieben Hausfrauen auch allen
Chriſtglaubigen Seelen wicht winder 1000 fl. für 2 ame
Studenten vermacht. Im Artikel 5 Hat er der Stadt Wels
main 1000 fl. für Weeg, Steg und Stadtthore u, im
Act. 23 noch einmal 1000 1. zur Haltung eines ftändigen
Caplans beftimmt, much bat er die 4 hieſigen Schweiters
Sänfer zujammen wit einem Legate von 80 Hl. bedacht.
Kanzler Reuß batte au Die gute Abſicht, eventuch nach
dem Muſter des Fürſt⸗-Biſchofs Melch ior Otto für noth⸗
kidende Pfarrer auf dem Lande mit einer Unterſtuͤtzung zu
ſotgen. Es wird der Artikel 21 des Teſtaments in feinen
wiprängliägen Faſſung bier ‚gegeben.
21. „ergit umd verſchaffe tch u dent Aegidy Spk
tal ailhirr 2,000 fl. tn einer Det on, fo bei Hochfuͤrſtl.
Cammer haftet, dann meinen dritten Theil Zehent zu Ebens⸗
ſeld, ferbofeid, Prechting und Letterbach, alſo daß von den
jihelichen Binfen und Zehemt⸗Getreid zween angehende Prie⸗
ſet, welche von meine und meiner lieben Hausfrauen
Greundfchaft, oder wo deren keine vorhanden, BWeifmäner,
wie auch andere ehrliche Stiftöfinder von Ihro Hochfürſt⸗
üden Gnaden :befio ‚cher gudvigſt mdgen augenoummen, Ti⸗
tulirt un Mt und aufn Nothfall in ‚Spital *) ober in. einem an⸗
9 da jene Zu jener Beit, als dieſes Teſtament gemadt wurde, hielten ſich
Te Ammen.⸗ded Dlevteal⸗ Beutinurs mit aihrem Inſpector im
Mogibinärköigtieie nit Anfakıger auf.
bern bequemen : Ort "genommen, und ehtlich verpflegt wer-
den, ingwilchen aber, und fo lang bergleihen Geiftliche
der wirflihen Berpflegung und Unterhalt nit vonnoͤthen,
follen zwey andere Priefter und Pfarrer, die dem: Hochftift
gedient und, aus Ungermögenheit curae animarum nit län⸗
ger vorftehen koͤnnen, noch jelbjt haben, wovon fie ehrlid
leben mögen., in gedachtes Spital genommen und nothdürf:
tiglich verfehen werden, welche Prieſter, wo fie anders hier:
hu qualificiret, und Krankheit halber es verrihten mögen,
Jeder für mich,. meine lishfte Hausfrau und alle unfere Ab-
‚oeftorbene wochentlich in der heiligen Dominikaner Kirchen,
oder im Spital: Kirchlein zum 14 Heiligen ein Seel und
Lobmeß zu Chren der allerfeligften Sungfrauen Matiae,
Mntter "Gottes, ihrem allerliebften Sohn, Chriſto Jeſu,
unferm Heiland- und Seligmachern aufopfern follen; da
aber dergleichen alt und unvermöglichen Prieſter feiner vor:
handen; foll das löbliche Spital andere. auf Dem
Zand nothleidenden Pfarrern nad Proportion
diefer meiner” wohlmeinenden, Stiftung jährlid
mit einem gewißen Subsidio an Handen geben,
und - gleihmäßiger Intention wochentlih ein. Seele Meß
{efen laflen, der ‚ganz zuverſtchtlichen Hoffnung ‚gelobende,
weilen dieſes ein ziemliche Legat, dem Hochſtift ſelbſt und
unfer allein ſeligmachenden Religion zu Ehren und zu Nut-
zen gefhieht, man werde ex parte der Fürftlihen Sammer
um’ ſo mehtere8 geneigt und willig fein, bie Zinsgelder
ordentfich zu bezahlen, und deren nichts erwidern laſſen,
widrigen und ganz unverhofftem Fall: all diejenige fo der⸗
‚gleichen. en und nit vielmehr befördern, vor. Dem
ſtrengen Nichterſtuhl Gottes die Verantwortung haben, und
„bafelbft. ihren ‚verdienten Lohn erwarten ſollen. “
Doch erhob ſich gegen dieſe ‚Stiftung Widerſprach,
denn im der geiſtl. Raths Stube: wurde am 25. Mai 1691
veſchloſſen. F wer of | A
> ,„Da im Kanzler Reußſiſchen Teftament viele bedenl⸗
liche Sachen’ enthalten, ‘welche gegen die uralten Constitu-
Uones...Synpdales. dann gegen die fürftl.. Bambergiſchen
jura :territorialia ia puneto sollectarum anſtoſſen, da des
Aegidii Spital ZehentAntheil verſchiedener Orten) vermeint⸗
ar
ih angefprocden, da einige Zehenten u. Behenfihaften , welche
ſchon vor geraumer Zeit zu dem Fürſtenthum Bamberg ein-
gezogen worden, fo hat der Fürfſtbiſchof anbefohlen, wider
diefe Anmaflungen Verwahrung bei den Erben einzulegen.“
Sn den Arten des erzbifhäflihen Orbinarintes konnte
zur Zeit nichts gefunden werden, daß Seelforger aus dem
Bermächtniße, welches für die Aegidius Spital: Stiftung be
ſtimmt war, eine Unterftügung erhalten haben. Da der
Fond des Aegidiud Spital, wie Haas! in feiner Geſchichte
der Pfarrei St. Martin und der milden Stiftungen ©.
488 angiebt, an das Damenftift St. Anne nach München
gefommen ift, fo kann aus Mangel an Aalen nichts
weiter hierüber vorgebracht werden.
Richt unerwähnt kann Helaffen werden werden, was
Kanzler Reuß in feinem Teſtaments-Nachtrage von 16.
Juli 1682 unter Num. 2 für Arme der Stadt Bamberg
vermacht hat.
„So jollen aud die famtlihen Erben und Inhaber
des Haus jährlih um die oͤſterliche Zeit zu Ehren der allerh.
Dreifaltigfeit drei arme Berfonen wechlelweis, .alfo heuer,
drei Mann und dad andere Jahr drei Weibs : Perfonen
nothdürftiglih von geringem ſchwarzen Tuch und zwar die
Mannsperfonen mit einem Rod, baar Hofen, f. v. Strümpf,
Schub, Hueth und Hemeth verfehen alfo doch, daß derglei⸗
hen Kleidung für ein Perſon über 6 fl. oder 6 Rchsthlr.
Ah nit erftrede, eben auff folhe Welf wären die Weibs⸗
Perfonen mit ihrer Bekleidung zu verfehen, waf ſodann von
Zinnſen bemeldter 2,200 fl. übrig, hätte der Inhaber ded
Hauf, wie im Teſtamente difponirt, zu verrechnen und zu
vertheilen.“
In Folge dieſer Beſtimmung wurde über dieſes Ca⸗
pital eigne Rechnung gefuͤhtt, und dieſe Rechnungen wur⸗
den im J. 1819 von dem k. Ertradition=Commiffär an den
hiefigen Magiftrat übergeben.
Der Stiftungéfond mag an den Armenpflegichaftärath
übergegamgeit fein, denn von bemjelben erhielten jährlich 3
ame Männer und 3 aume Frauen 2TfL., die Perſon
ae 9 N.
Zum Schluße wird bemerkt, daß dieſes Fidei⸗ Commiß
die Aufmerkſamkeit rege erhielt, weil Die beiden Klöfter zum
h. Grabe und den Dominicanern als Miterben betheiligt
waren, und am Ende, wenn keine Anverwandten des Stif-
terd mehr vorhanden fein würden, Die ganze Erbſchaftsmaſſe
an fie überginge.
Rachdem aber diefe beiden Kloͤſter aufgehoben wor⸗
den, hatten Die Äbrigen. Erben Tome Verbindlichkeit mehr bie
Subftanz des Fidei⸗Commiſſes zur erhalten; Sie haben die
Sapitalien getheilt und die dazu gehörigen Zehnten u. ſ.
w. verkauft, fo daß alfo dieſes Fidei-Commiß nicht mehr
* auch desgleichen nicht mehr die hieſige Kanzler
Reußiſche Stiftung für Bekleidung armer Männer und Wei:
der; nur in Weidmain hat noch die dortige Kirchen:
Verwaltung eine Kanzler Reußifche Stiftung zu abminiftriren.
Rah der Rechnung vom Jahre 1848149 betrug dic
Einnahme 206 fl. 54 fr. aus 6527 fl. 15 fr. Bapitalien,
und die Ausgabe: 109 fl. 45 fr. den bortigen Geiftlichen,
35 fl. 15 fr. den dortigen Armen, 16 fl. 17 fr. der Schul:
caffe, 19 fl. 30 fr. der Pfarrkirche, A fl. 18 fr. den Mu:
fifern und dem Kirchner. Summe 185 fl. 5 fr.
Geſchichte Der Ritter uon Schuappauffchen
flug. a2
* 6. 1.
Entſtehung und Zwed ber Stiftung.
In ihrem elterligen Haufe dahier — genannt zum
goldnen Stern, welder daran glänzte — lebten in erfreus
licher Eintracht die fieben Geſchwiſter Schnappauf — fünf
Schwfteen und zwei Brüder. Der jüngere, Georg So:
ahim, geboren 15. Fehr. 1686 und der Ältere, Johann
Joſeph, geboren ben 13, Mär, 1684 widweten fidh den
Studien und legterer mit fo gutem Erfolge, daB er zum
Licentiatus utriusque juris graduirt wurde. Seiner Kennt⸗
wiile wegen erbieli er bald eine Ankellung, wurde an ben
teiterlihen Hof berufen, zum kaiſerlichen Rathe, gekeimen
Reihs= Sekretär und Reichſ⸗Referendarius beutfcher Expes
bition befördert, und zur Belohnung vom Kaifer Karl VI.
1. Febr. 1726 „wegen feiner Tugenden, feiner Wiiffenfhaft
und den, fowohl dem Reiche als dem Bisthume geleifteten
Dienſte“ (fo heißt es in dem in der Regiſtratur dex. obern
Pfarre aufberuahrten Adeldbriefe) für Ab und feine allen
müfigen Rachtommen nebft feinem Bruder Georg Joachim
und feinen Schweſtern Anne Maria Auguflinn — Maria
Anna Thereſia — Anna Gatharina — Maria Eliſabetha
Tleonora — und Marin Barbara, in den Rittesfiand erhoben.
Keines diefer Geſchwiſter ift in ben Eheftand getreten,
und & derjelben waren bereits aus biefer Welt gefchieden,
ala Die 3 noch ‚lebenden: Georg Joachim, Anna Eatharina
24
und Maria Barbara im Jahre 1749 den Entſchluß faßten,
über ihre gemeinfchaftlichen Befigthümer eine legtwillige
Verfügung zu treffen.
And Auge faffend die Verhältnifje ihrer Pfarrei, welche
damald über 7000 theils in der Stadt, theils in 11 Doͤr⸗
‚ feen und 8 Höfen lebende Genoffen zählte und von einem
Oberpfarrer, der wenig that für feine Einfünfte, ferner von
einem Pfarrverwefer und ‘zwei Saplänen paftoriet wurde ‚*)
erfchien ihnen die Vermehrung der Seelforger bringendes
Beduͤrfniß. Ein zu diefem Zwecke verfaßtes Teftament über-
gaben fie dem regierenden Fhrftbifchofe Johann Philipp An-
ton (von Franfenftein), weldyer e8 den 26. Juni 1749 be⸗
ftätigte. Die Stiftungs= Urkunde wurde zweifach auögefer-
tigt und daB eine Eremplar in der Regifttatur ded Ordi⸗
nariates aufbewahrt, das andere den Stiftern übergeben.
Der Inhalt ift folgender:
„Bir Johann Bhilipp Anton von Gotted Gnaden,
Biſchof zu Bamberg, des Heil. Röm. Reichs Fürft ıc. fü-
gen hiermit zu willen, und zu der Sachen Ewigen Gedächt⸗
nus, welder @eftalten die drey Schnappauflihe Geſchwi⸗
firige, benanntlihen: Georg Joachim, Anna Katharina, und
Maria Barbara Unſere Tiebe Getreue von Schnappauf das
hernach befchriebene fromme Gejchäfft mit unterthäntgfi> und
demüthigiter Bitt, ſelbiges von bifchöfflihen Amtd= und Ge⸗
waltöwegen gnädigſt zu beftättigen vorgelegt haben, vieles
vorftehendlichen Inhalts:
Sm Nahmen der Allerheiligften Drevyfaltigteit, Gottes
des Vaters, des Sohnes und Heiligen Geiſtes. Denmach
die tägliche Erfahrnus lehret, daß unfere verderbte Natur
vielen gefährlichen Anderungs- Fällen unterworffen — und
auf Diefem Jammerthal nichts gewiſſers ald der Tod, deſſen
Weiß und Stund dem Allmächtigen Gott allein befannt zu
erwarten fene; So haben wir obgenannte drey &efthwi-
. feige damit unß die ungemwiffe Stund unſers Abſcheidens
*) Schellenberger, Geſchichte der obern Pfarre zu U. 8. Frau.
Bamberg, 1787 Seite 158 u. 159.
53
niht unverfehen überfalle, annoch gefunden Leib, guter
Sinne und Bernunfft wohlbebächtlih, ungezwungen und
ungetrungen , von Riemand darzu beredet, fondern aus eis
gener Bewegnug, frey= und einmüthigen Willend, welder
unferer bereitd in Gott ruhenden vier Geſchwiſtrigen Mei⸗
nung ganz und gar gleichförmig, in befter Form, wie es
dem Allerhöchften Gott am gefälligften feyn mag, anforberift
zur Vermehrung Seiner und der Jungfraͤulichen Mutter
Rariae Ehr und Dienft, zu allerunterthänigfter Danffagung
für alle ung Sieben Gefchwiftrigen beſonders erwiefene Gna⸗
den und Gutthaten, zu unferen und verftorbeneh Eeſchwi⸗
frigen auch anderen Gutthätern ewiges Hey! folgende Stiff-
tung fchrifftlich zu verfaffen beſchloſſen; Sezen alfo und bes
nennen Erſtlich Die ober Pfarr⸗Kirch zu U. 2. Frauen
aud obangezogener Beweg-Urſach auf den Fall, wo Keined
von ung drey Gefchwiftrigen wird mehr bei Xeben ſeyn, zu
nen Haupt⸗Erben unferes ganzen Vermögens dergeftalten:
daß Zweytens: von unſerer Habſchafft foviel brauchbare
Prieſter, alß nach abzug der Vermäctnuffen und erforder⸗
lichen untöften thunlich, unterhalten⸗ und gleichwie dieſe Drit⸗
tens: unter Ihro Hochfürſtlichen Gnaden und Hoöoͤchſt dero⸗
ſelben nachgeordneten hohen Ordinariat ohnmitielbahr zu⸗
ſtehen, alfo auch von dort aus Viertens: Einer zur Auf⸗
Abt und Führung des Haußhaltens in unferen vätterlihen
auß, dann zu gelreuer Verwalt⸗ und jährlichen Berech⸗
nung fothaner Stifftung pflichtig beftellets die übrige hin⸗
gegen, glei denen hiefigen Seminariften gehalten werden
jellen; wie dann auch diefe ſambtliche Geiſtliche ohne den
geringften Ein- und Abtrag in dem Opffer oder denen bey:
ven HHrn. Eaplänen wegen obhabender Seel⸗Sorg zuges
hörigen Gefällen, auch fonften jedermann ohne nadıtheil
nebſt gedachten HHrn. Eaplänen, oder ihren HHrn. Coo⸗
peratoren in der Obern Pfart-Kirch die Matutin, Vesper
und Complet, wann es anderſt ſeyn kann, nad den romi⸗
Ken Brevier zu curſiren; an denen Feſitaͤgen aber alles
obiged= und an denen Samftägen, nad Läutung des Abend»
gebetted mit Beyftimmung ber Orgel ha8 Sub tuam prae-
Sidium abzufingen, beyneben® auch denen Proceſſionen alle
Dmmerftäg und Monate-Sonntäg, befonderd alle Sonn:
ag der chriftlichen Lehr beftändig und mit Enffrigfter Mit
würtung beyzumohnen; an ander Tägen die Jugend, welche
leine Lehr hat, in denen katholiſchen giaubens Articuln wohl
RR
zu unterweißen; die Kranken in und. außer der Stadt Die
Wochen wenigftend zweimal zu befuhen, de Sonn= und
Feyertag Beicht zu hören; endlich ein jeder Prieſter wochent=
lich drey heilige Meflen in obgedachter Pfarr-Kirch, und zwar
zu jener Zeit, wie es Ein Hohes Ordinariat verordnen
wird, zu folgender Intention aufzuopfern verbunden fein
ſollen. Die. Erfte zu allerunterthänigfien Dankſagung für
Ale uns Sieben gefchwiftrigen. verlichenen Gnaden und
Sutthaten, zur Genugthuung für unfere begangene Sünden
und: baldige Erledigung der Sünden-Straffen. Die andere
für unfere Eltern und Boreltern, damit fie durch Krafft bes
unblutigen opferd, falls fie noch etwas abzubüllen, zus An⸗
ſchauung Gottes gelangen mögen. Die dritte für unſere
Butthäter, durch welche die göttliche Vorfichtigkeit ung gautes
erwießen, damit fie auch, wenn fie noch etwas zu leyben,
mögten getrößet werden, und die ewige Ruhe erlangen.
Sonften ift auch unfer Will und Meinung, dag von Denen
Einfünften unfered Vermögens denen Ehrwürdigen PP.
Franziglanern ein Seel-Amt für die Sieben Schnappaufliche
Geſchwiſtrige zu halten Zehen Gulden zjum Tiſch olf ein
Allmoßen, au zwey halbpfündige Kerzen an dem allerjeelen-
Abend auf das Schnaypaufiſche Grab jährlich. überſchicket
werden. Gleichfalld vermachen wir denen Ehrwürdigen PP.
Domisicanern Hundert Gulben, em Sährliched Seelamt: zu
halten für Die Sieben Schnappauffiſche Geſchwiſtrige und
ihre Befreunde, welde ed am mehreken beduͤrfftig. Weiter
vermachen wir Frau Thereſtaͤ Bauerin verwittibter Stüd-
haubtmannin zu Vorchheim, Frau Eleonoräͤ Ederin, Fähn⸗
drichin allhier, Jungfer Thereſiaͤ Dinzenhoͤferin und Philipp
Anton Up, weil: Ken. Philippi Valentini Utz geweßenen
Ober⸗Einnahms⸗-Officianten unſeren Weinberg Vinea brait
genannt, nebſt den Felſenkeller, welchen Sie verkauffen, und
ven Kaufigilling in gleiche Portionen theillen ſollen; falle
eine von gemeldten Perſonen vor ung mit Tod abgehen
follte; fo wachſet ber Theil ded Werftorbenen denen noch
lebenden zu. Mehr vernachen wir denen zwey Dienftbotten,
welche bey.-de# legten von und drey Geſchwiſtrigen toͤdtlichen
Hinteitt in würklicden Dienften feyn werden, einen gaugen
Jahreslohn, ald der Köchin 16 fl. 40 Er. der Haußmagd
13 fl. 52 Er, einer jeden. 15 J. fih ſchwarz zu kleyden,
ein gerichte Beth und alle Kleyder, es ſeyen Manns⸗ oder
Weibs⸗Kleyder, Hembder, ſchuhe mit ſchnallen und Strümpf
.
— — — — — — — —
uehft einem filbernen Böffel, Meſſer und Gabel mis ſilhernen
ſchalen. Xegtlich vermachen wir Margareth Iheuerfaufferin
Heckers⸗ Tochter in der Sutten, welche unß fowohl im Hau
ald Weinbergen gute Dienften geleiftet, zwoͤlff Gulden zum
Andenken.
Solchemnach gelanget an Euer Hochfurſtlichen Gnaden
unfere unterthänigft — und demüthigfte Bitt, diefelben ges
ruhen gnädigft, zu verordnen, damit von dero hohen Ordi⸗
nariat diefe StifftungdsVBerwaltung nach unferen fämtlichen
Siniheiden auf obige Weiß beſtellet Die Vermaͤchtnuͤſſen auds
gerichtet und erfisbefagte Stiftung mit ſorg und ſſeiß un⸗
terhalten werde, auch, ſobald es immer möglich, nach beſche⸗
hener treulicher inventur den anfang nehme.
Urkundlich defien baten Wir unß Cigenhänbig unter⸗
Wrieben, und unfer gewoͤhnliches Pettſchaft wiſſentlich bey⸗
geſeget. Georg Joachin von Schnappauff, Anna Katha⸗
— Schnappauff, Maria Barbara von Schuappauff,
(L. 8.)
Und wann dann von beregten unferen bifchöfflichen
Amt? wegen ung fo gensigt ald verbunden erfennen, bie
Er und den Dienſt Gottes möglichft zu befördern und zu
vrmehren; fo haben Wir keines Weegs entſtehen Fünnen
oder wollen, dieſes zur gröfferen Chr Gottes abzielende fromme
Geihäfft in obiger Maaß, wie hiermit gefchiehet, zu begneh⸗
wigen, oder auf alle weiß oder Zeit zu befkättägen.
Zu deſſen mehrerer Urkund, Beglaub- und Beveſtig⸗
ung Wir dieſen offenen Brieff zweyfach haben auffertigen
ud mit unferes Vicariats gröfferen Inſiegl bedrucken⸗ bein-
nach einen bei der Regiftvatur verwahrlich⸗ dann dem zwey⸗
un denen Stiffteren ſelbſten zu mehrerer ihrer Sicherung
inellen Iaffen. So gegeben und geicheben im unferer Re⸗
Wenzftadt Bamberg, den 26. uni 1749.
KB. Anton,
B: und F. zu Bamberg.
Am 31. März 1762 hat die allein noch lebende Maria
Barbara von Schnappauf um wiederholte Beſtätigung
deß Teſtaments und um Genehmigung einiger Radhträge zu
biefem Teſtamente gebeten. Fürftbifchof Adam Friedrich
(Graf von Seinsheim) hat unterm 22. Juni 1762 biefer
Vitte entſprochen, und ließ von biefer Beftätigunga«lisfunde
*
zwei Exemplarien ausfertigen, eines für die Regiftratur des
Orbinariated, das andere für die Stifterin.
Der Inhalt deffelben lautet:
Wir Adam Friderich von Gotted Gnaden, Biſchof zu
Bamberg und Würzburg, des Heiligen Roͤm. Reicyd-Fürft,
auch Herzog zu Franfen ıc. fügen hiermit zu wiſſen, daß,
nachdem unter weiland Unferen zweiten Regierungd Vor—
fahrer Herrn Johann Philipp Anton Biſchof und Fürften
ju Bamberg lobfeeligen Gedähtnus in dem Jahr 1749. die
damahlen noch im Leben gemefeue drey Schnappaufifche
Geſchwiſtere, benanntlihen Georg Joachim, Anna Catharina
und Marla Barbara von Schnappauf, auß vereinbarten
gänzlich. freien Willen eine fromme Stiftung errichtet Haben,
folhe auch auf ihre geziemendes Anfuchen und demüthigſtes
Bitten von Hochgedachten Unferen Herrn Regierungs= Bor
fahrern im nemlihen Jahr von Fürft-bifchöflihen Amts⸗
wegen angenohmen, begnehmigt und feyerlich beftättiget
fofort zu deſſen mehrerer Urkund, beglaub= "und Beveftigung
darüber ein - offener Brief zweyfach außgefertiget und ber
eine denen Stifteren felbft zugeftellet= der andere aber bei
Unferer nachgeordneten Geiftlihen Regirungs Regiftratur
Derwahrlich niedergeleget worden; Und nun bei Unß die
dermalen allein noch lebende Unſere liebe getreue Maria
Barbara - von Scnappauf um Unfere gleihmäfige fürft-
biſchoͤfliche Genehm⸗ und Beftätigung befagter frommen Stif-
tung ſowohl, als einer von Ihr, den 31. Merz lauffenden
Jahrs diesfalls fchrifftlih geäußerten Erflärung demüthigſt
gebetten ‚hat; Wir ſonach zu Beförderung der Ehre und des
Dienft8 Gottes erwehnten in dem Jahr 1749 errichtete= und
bereits von Biſchoͤflichen Amtswegen begnehmigt= und bes
ftättigte fromme Stiftung von gleichmäßigen Fürftbifhöflichen
Amts wegen hiermit nicht allein begnehmigt und beftättiger,
fondern auch Unferer Lieben getreuen Mariä Barbardk von
Schnappauf zu Bethätigung Unferer Gnade und geneigten
guten Willens, hierdurd die feyerliche Zuſtcherung ertheillet
haben wollen, daß alles und jedes nad Inhalt ofterwehnten
Gemeinſchaftlich mit ihren Gefchwifteren Berabredeten= ver:
bindlih abgefchloffenen und errichteten Stiftung, auf das
ftradefte und genauefte erfüllet= fofort zu ewigen Seiten
darauf veftgehalten= über dieſes auch der ihrige Anverwandte
und unfer dermaliger Glericus Titularis Antonius Graf,
nach ihren Verlangen, bie Adminiſſration dieſer ‚geißlicgen
Stifftung, und in dem Stiftungs⸗Hauß die Direktion, jedoch
unter Sberaufficht Unſerer nachgeordneten geiſtlichen Regie
rung, und mit der, dieſer ſchuldigen Subordination zu ſeiner
Zeit, haben⸗ und hierzu von Unß begnehmigt ſeyn⸗ nicht
minder ihrer Magd Margaretha Schmitlin, in Anbetracht
beren 14 Jahr hindurch geleifteten treuen Dienſte, ein weis
thered Legat von Hundert Gulden fränt. auß ‚der Stiftung
abgereichet= und ihr, wann fie meithereß zu bienen. außer
Rand gefeget fein follte, bei einer oder ber anderen unferen
milden Stifftungen eine lebenslängliche ma verfehaffe,
endlihen auch einer ober der ander von Ihr Maria Bars
bara Schnappauf unterfchrieben= und. nad ihren Tode vor⸗
ſindliche EinlagsZettel, in fo weith diefer oder biefe ber We⸗
jenheit Der frommen Stiftung gemäßs und nicht entgegen
ſeyn werben, ebenfall® für güftig. angenpmmen feyn= und
geſtalten Umständen nad) befolget und in Erfüllung gefeget
werden follen.
Zu deflen mehrerer Beglaub⸗ und Beveftigung Wit
diefe reſp. Beſtättig— Bewillig- und Berfiherungsd : Urkun:
den zweifach haben auöfertigen und mit unſeres Vifariats
größeren Inſigel bedruden= hiernaͤchſt das eine bey. ber
Regiftratur niederlegen- das andere aber Unſerer Lieben
getreuen Marine Barbara von Schnappauf alb ME-Stiff-
terin zu ihrer Sicherheit und gänzliden Beruhigung haben
zuftellen laffen. So gegeben und geihehen in Unferer Re
fidenz = Stadt Bamberg den 22ten Jung 1762. {L. S.)
er des Stiftungs: Saufes mit Prieſtern
und Wirken derſelben.
Der letzte Sproſſe dieſer Familie, Maria’ Barbara
v. Schnappauf war den 2. Nov. 1762 geſtorben. Ihr Leich⸗
nam wurde am 5. Rovbr. in der hieſigen Franziskanerkirche
und zwar In der dort befindlichen Familien⸗-Gruft beigefegt*)
*).Das Atanziotanerfloſter wurde im Jahte 1806 wufgrhaben und die
Kirche einige Jahre darauf niedergeriſſen, wodurch man einen leeren
(iegt Schrannen-) Plat erhielt. Das v. Schnappauf'ſche Grab⸗
mal, wurde in die obere Pfaͤrrkirche verfept, be nie 2 Bei er
Gaupt-Thäre rechts zu fehen Mi.
Die 7 Geſchwiſter ethielten nun auf eher ſchwarzen Mar⸗
mortafel, geziert mit einem goldnen Sterne, folgende Grab⸗
ſchrift: |
„Mic cum piis parentibus diu praedefunctis quies-
cuat in uno septem, quorum dum vna viverent, fuit cor
vaım et amiıma vna, raro inter fratres Sororesque Oxem-
plo. Tu qui trinus et vnus es, Deus, da eis in te vno,
qui es sahıs, resurrectio et vita, requiem et vitam
aeternam.“
Für die Lateind-Unfundigen folgt hier die Meberfegung:
„Hier ruhen famt den fchon fang verſtorbenen from⸗
men Eliten in einem Grabe Sieben, ‚welche, al® fie zuſam⸗
men lebten, ein Herz und eine Seele waren. Selktenes Bei⸗
Spiel zwifhen Brüdern und Schweften! Du o Gott, bet
du dreifaltig und Einer bift, gib ihnen in Dix Einem, ber
Du bift Hell, Auferſtehung und N Rabe und ewiges
Beben.‘
Alsbald fertigte man bad Inventar über das fänmt-
liche in Häufern, Gärten, Feldern, Wiefen, Weinbergen,
Waldungen, Kapitalten, baarem Gelde und Kausgeräthe
beftehende Bermögen, meldes fih uach Berichtigung ber
Zegate auf 43,744 fl. 5114 Fr, fränfifh, oder 54,680 fl.
Al Er. rhein. .entzifferte. Als Bermögenstheil. ift hier ins⸗
befondere das zur Wohnung für die Briefter beftimmte Haus
zu nennen. Dieſes Haus zum goldenen Stern war gewer:
fhet auf. 6000 fl. fraͤnk. und. hat eine bebeuterde Größe.
Es befieht eigentlih aus zwei Häufern — dem größern
(gelegen in der jegigen Sarolinen-Straße, Difir. IM. Rum.
1208 und dem kleinern — gelegen der Franziskaner⸗
Birtge ‚gegenüber — jotzt am Schrammenpiage Ram. 1214.
Unter die Hegenden Gründe gehörte auch der Bartett und
Die Hofftatt bei dem Set. Elara=Kfofter (jegt Caſerne) im
Zinkenwoͤrthe, welche beide der Stiftung verhlieben, und in
dad Inventar nad em SR — ————
ſind.)
Nechdem nun die noͤthigen Bordereitungen helrefen war
ren, traten Vermöge Dektets ded biſchoͤſtichen Ordinarkates vom
2. Aug. 1763 drei Prieſter in das "SHftungdhuus ein.
Sie hatten freie Verpflegung und jeder Den jährigen Gelbe
bezug von 75 M. vhn. Eine Tagbordnung war Ahnen vor-
gefhrieben, und fie hatten alle jene Dienfie — befonders
much in der Seelforge zu leiſten, welche laut Selftimasbriefed
ihnen auferlagt waren. Die Ausubung in der Seelſorge
von ihrer Seite führte zu einigen Reldungen mit don 2 Ca
plänen der oberen Pfarre, welche jedoch bald beſetligt wurden.
Du nad) Rum. 4 der StiftungssUirfunde vom Jahre
1749 eimer ‘von dtefen Priefteen a) zur Aufficht und Fuͤh⸗
mg des Haushaltens b) jährlichen Berechnung fothaner
Stiftung verpffkichtet war und nach Beftaͤtigungb⸗Urkunde
vom J. 1762 der clericus tltularis Antonius Graf, dom
Willen der Mitſtifterin gemäß, als Ihr Anverwandter bie
x :
*) Diefer Garten war durch eine Bretterwand von dem Zinkwörth⸗,
platze abgeſchloſſen. Durch Verfügung der k. Atınbed >» Direction
vom 4. Sept. 1806 wurbe angeorbnet, daß din Durthganp om
Bintenwörth aus gegen das Schießhaus Hergeftellt werben follte.
Zur Bildung biefer neuen Straße, weldher man den Ramen „Fürs
ſtenweg“ beilegen wollte, wurden vom Schnappauffähen Garten
6760 QDuadrat⸗Schuhe abgegeben, dagegen vom arten des Sct.
&lara » Klofterd. dafür 3900 Duatrat » Schuhe abgetreten, fo daß
ein Verluſt von 20: uatent Schuhen Keftank, Sp wurde
nun zur großen Bequemlichkeit biefer neue Beg durch abgetretene
Gartentheile und Ausfüllung des Stadtgrabend mit Erbe gebil⸗
bet. Der nun beftehende Stiftungdgarten wurde vermöge Ber
Thfuffes der -t. Landes⸗Direction vom 14. Oft. 13906 dem Affent⸗
lichen Verticufe auſsgeſetze -und ging buch das im ‚Jan 1801
gelagte Meiſtgebot ua 1740 A. rhn. an den l. Stadigerichts⸗
Director Dangel als Eigenthum über. Dieſer neue Beſitzer
hat ſpäter einen Theil des Kloſter⸗Gartens, des Stadtgrabens,
des Erdwalles und ſtadtiſchen Angers erworben, wodurch einer
er ſchoſten Garten · unferer Stadt entſteenben · iſt
Bermallung:, dieſer geißlichen Stiffung führen ynb- umter
Oberaufficht. der geiftliden Regierung die Direktion im Stif-
tungshaufe haben follte, fo wurde. er damit betraut. Gr
führte dad Haushalten und die Rechnung bi zum 25. Suly
1768 und bezog für dieſe Dienftleiftung jährlih 125 R.
zheinifch und fein Skribent 50 fl. rhein.
Ihm folgte der Schnappayfflfche Priefter Dr. Theol.
Ferdinand Henneberger — zugleih Provtfor in der Wun⸗
derburg, Canonikus zu Skt. Jakob und wirklicher geistlicher
Rath. Er, führee beide Geihäfte bis zu feinem am 12.
April 1772 im Stiftungshauſe erfolgten Tode.
Allein die geiftliche Oberbehoͤrde überzeugte ſich, daß
Die Verwaltung dieſes bedeutenden Stiftungd = Bermögens
mit den feelforgerlihen Geihäften eines Schnappauf’fchen
Priefterd nicht wohl vereinbarlich fei, und von jener Zeit
an wurde die Verwaltung einem weltlichen Beamten, ber
im Hinterhaufe freie Wohnung erhielt, übertragen. Die
Haushaltungsführung wurde vom Sabre 1772 an, bi8 zum
Mai 1791 vom äÄlteften Schnappaufifhen Priefter beforgt,
und ihm der eine Schlüffel zur Caſſe, in welcher die Schuld:
Urkunden und Stiftungsgelder lagen, der andere dem Ber:
walter anvertraut. ——
8. 3.
Neuer —— Kreis für einen der Sch na p⸗
pauffiſchen Prieſter.
Die geiſtliche Oberbehoͤrde hatte vielfältig wahrgenom-
men, daß die meiften Schulmeifter unſeres Bisthums einen
geringen Grad von Bildung hatten, weshalb der Unterricht
der Schullinder fehr mangelhaft war. . Das bifchöfl. Gene
rals Bicarlat beichloß daher im May 1776, zwei hiefige
Schutmeifter und Johann Gerner, damals Caplan in Stadt:
ſteinach nad Würzburg zu- ſchicken, um dort die Einrichtung
bed vom Fürftbifhofe . Adam Friedrich neugegründeten
Schullehrer: Seminariumd und, der. Real: Schule Tennen zu
(men, damit aledann bei uns bie. geeignete Anwendung
gemacht, und das Schulweſen verbefiert werden koͤnnte.
Dieſer Beſchluß wurde mit fürftbifchöfliher Genehmigung
in Bollzug geſetzt, und die beiden Schulmeiſter begaben fich
wit Berner den 3. Juni 1776 zu dieſem Zuwede nah Würze
burg, wo fie 8 Tage und Gerner 3 Wochen verweilten.
Am Herbfte 1776 wurde Caplan Gerner von Stadt
ſteinach ab und ale dritter Prieſter ind Schnappauffiche
Prieſterhaus berufen. Er hatte. die beiondere Beftimmung,
von feinen im Schulweſen erworbenen Kenntniffen nüslichen
Gebrauch d. i. Borfchläge zu machen, 1. wie die biefigen
Eulen zweckmaͤßiger eingerichtet,.2. die Schulmeifter beſſer
ausgebildet werden fünnten. Dieſem Auftrage entſprach er
dur eingereichte Pläne. Es wurde ihm hierauf die Auf—⸗
ht über die Stadtichulen übertragen und der Auftrag ers
teilt, den hieſigen Schulmeiftern: den nöthigen Unterricht
in der verbefferten- Kehrart (Rormal: Schulslinterriht) zu
geben, welch — Geſchäft er am 12. Roy. 1776 bes
gann, und im J. 1777- für die damaligen biefigen Schul⸗
meifter —
In den Jahren 1778 u 1779 ertheilte Gerner meh⸗
reren Landſchulmeiſtern im Schnappauffiſchen Hauſe Unter⸗
richt. Am 18. Febr: 1779 farb der für Verbeſſerung des
Schulweſens eingenommene Furſtbiſchof Adam Friedrich,
und vermachte ein Legat von. 20,000 fl. zur Verbeſſerung
des Schalweſens.
Zum Rachfolger wurde Franz Ludwig (von Erthal)
wohl in Bamberg als Würzburg gewählt, welcher das
von feinem Borgänger. angefangene Werk auf alle Weife zu
unterftüßen und foriguführen ſich angelegen fein ließ.
Berner befchränfte feine Thaͤtigkeit nicht auf Bamberg,
fondern ging im J. 1782:.nach Vorchheim, im J. 1787 nach
Kronach u. Stadtſteinach, um. Die Schulmänner jener Städte
und der. ———— — in der, Normal⸗ Lehre
du unterrichten... Rn Tee
3
°
Doch das Ungestügenbe des :biäherigen Beriahrend
einfehend ließ Fürſtbiſchof Franz Ludwig in Folge einer mit
bem geiftl. Rathe Schellenberger .gehabten Unterredung vom
biſchoͤſſ. Orbinariate ein Gutachten ſich Darüber ausſtellen, ob
nicht ein vierter Prießer nd Schnappauffiige Prieſterhaus
aufgenommen werben koönne, weldher dann als Borfteher
de8 zu errichtenden Schullehrers Seminare aufzuſtellen fein
würde. Das Ordinariat begutachtete dieſes Vorhaben, in-
dem die jährlichen: Renten des Fonds und bie Räumliche
keiten des Stiftungähaufes dieſes zuließen, worauf water
23. Aug. 1788 Die beftätigende fürfbiichäfl. Entichliegung
erfolgte. Es wurden nun Anftalten geisoffen, bie brei
Schnappauffifhen Priefter anderwaͤrts untergubringen.
$. 4.
Reubau für 3 Schnappauffifhe Prieſter. Anftel-
lung derfelben ald Capläne der obern Pfarre.
Benupung des StiftungdsHaufes zum
Schullehrer-Seminarium v. 3. 1790
bis zum %. 1804.
Bermöge fürftbifhöfl. Befehles wurde im Sommer
des 38. 1789 ein an das Pfarrhaus der obern Pfarre an⸗
ftoßender Neubau auf der Stelle des biöherigen Oekonomie⸗
Gebäudes und auf einem GartensSheile für 3 Schuappauf:
ſtſche Prieſter bergeftellt, und zwar auf Koften ber Schnap-
pauffifchen Stiftung, welde nah der Buuführmegss Rech:
nung ih auf 4342 fl. 30 fr. rhn. beliefen.
Die 3 Schnappauffiſchen Prieſter verließen in Felge
gegebener Weifung im Monate Mai 1790 das Stiftungs⸗
Haus und Bezogen den -für fe hergeftellten Neubau. Fuͤrſt⸗
biſchof Franz Ludwig exlieb unter 30. Juny 1790 ein
wichtige Defvet an das. bifhöfl. AIRUIROEIAN, welches bier im
Weſentlichen mitgetheilt wird.
„Wir haben und zur erſten Pflicht gezaͤhlt, die im
Hochſtifte beſtehenden frommen Stiftungen nicht nur in Ihrer
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Beienheit zu erhalten, ſondern auch alle dienlichen Mittel
anzuwenden, daß fie ihrem Zwede gemäßer — zum Seile
der Seelen serwendet werden. Eingedenk der loͤblichen Ab⸗
fihten, welche die Schnappauffiihen Geſchwiſterige bei ihrer
frommen Stiftung gehabt haben, und wahrnehmend, daß
dieſe bei der zeitherigen Berfaffung, in ihrer ganzen Voͤlle
nicht erreicht werden, Haben Wir Uns daher entichloffen,
aus bifhäfliher Macht nicht fowohl eine Abändes
rung desfalld zu treffen als vielmehr die gnädigfien
Verfügungen eintreten zu laffen, daß durch dieſe heilfame
Stiftung der Vermehrung der Ehre Gottes und der felig-
ten Jungfrau Mariä dann des Seelenheild aller Eingehd-
rigen zu Unferer Oberpfarre dahier näher beigemwirkt werde.
Zur Vermeidung aller fünftigen Anftände verordnen Wir
daher, daß 1) die erwähnten — in den Neubau überfeg-
ten — drei Prieſter von nun an nicht mehr zur alleinigen
Aushilfe in der Seelforge und DVerrichtung des Gottesdien⸗
Reß, fondern zu allen und jeden pfarrlihen Vorkommenhei⸗
ten, wie diefe den Namen haben mögen, nad Anwelfung
und unter der unmittelbaren Aufficht des zeitlichen Pfarr:
verweferd fih auf das emſigſte verwenden; daher auch 2)
unter diefen Prieftern, denen Wir fürs Künftige das Prä-
difat und den Rang eines ordentlichen Caplans verleihen,
mit den zwei andern Saplänen der obern Pfarre eine voll-
kommene Gleichheit fein foll — (mit Rüdficht auf die Zeit
und Ordnung ihrer Annahme zum Klerikalſtande) ſowohl
in allen Verrichtungen als auch in den zufälligen Einkünfs
ten. 3) Um diefe neuen Capläne den alten im Gehalte
gleih zu ſtellen, verftatten Wir, daß foldhes jährlich mit
10 fl. fränf. vermehrt, und denfelben ftatt 70 fl. nun 80
f. fränf. aud der Stiftung verabreicht werden. A) Ber
jeitlihe Pfarrverweher hat jährlich für jeden diefer 3 Ca⸗
pläne 124 fi. 48 fr. fränf. Koſtgeld, 30 fl. für Holz, Licht
md Wäfche 50 fl. fränf.'für einen Dienſtboten zu beziehen,
auch And die Auslagen für Bett und weißes Zeug aus der
3*
Etiftung zu beſtreiten. 5) Der Reuban ift auf Koften ter
Stiftung im baulihen Zuftante zu erhalten. 6) Wir und
das Eifhöfl. PVicariat vorbebalten und tie Gerichtsbarkeit
über tiefe 3 Gapläne, das Beſetzungs-Recht, und die Be⸗
fugnig, Abänterung zu treffen. 7) Wir verfehen un zu
tiefen 3 Eaplänen, daß fie ihren Stiftungs = Obliegenheiten
u. den Anordnungen des Pfarrverweierd nadfommen, fid
friedfertig gegen Jederman, injonders gegen ihre übrigen
Mitcapläne betragen werben.”
Wir befehlen dem fürfibiichöfl. Vicariate, diefe Verord⸗
nung ihrem ganzen Snhalte nad in Vollzug zu bringen,
auf deren genaue Beobachtung fiete Obfiht zu tragen, Dem
Pfarrverwefer aber zu feiner und fämmtlicher Sapläne ge:
horfamfter Nachachtung eine beglaubte Abſchrift hievon zus
gehen zu laffen.
Nachdem Fürftbifhof Franz Ludwig durh ein aus
Würzburg unter 6. Febr. 1790 erlaffened Dekret dem Dr:
Binariate die Weifung gegeben hatte, einen Riß fertigen zu
lafien, betreffend die Einrichtungen im Schnappauffifchen
Haufe, um ed zu einem Scullehrer = Seminarium, und
wenn ed thunlich, zugleich zur Wohnung für audgediente
Seelforger verwenden zu Eönnen, fo wurde biefer Riß ge
fertiget, und Gutachten über vorzunehmende Wendungen
der Baufälle unter 11. Juni 1790 erftattet. Es wurden
nun die nöthigen baulichen Einrichtungen in Folge ergan-
gener Genehmigung getroffen, und berichtet, daß es nicht
nothwendig fei, eine neue Einrichtung zur Aufnahme aus:
gedienter Seelforger zu maden. Sollten aber: höchfter An-
ordnung gemäß bei einigen Zimmern des zweiten u. dritten
Stockwerks die Wände gegen den KHausplag heraudgerüdt
werden, um vom Hausplatze aud einen eignen Eingang in
biefelben, u. die Anbringung eines Ofens zu gewinnen,
jo könnte diefe Einrichtung ohne alle Gefahr für dad Hau?
vermöge Ausſage der Baumeiſter — getroffen _ werben.
Allein die Ausgaßen würden fih auf 6700 fl. belaufen,
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was dem Schulfonde läftig fein möchte. - Dermal feien fchon
wei heizbare Zimmer für einen oder den andern ausgedien⸗
ten Stelſorger und hinlängliher Gelaß für den Direktor,
für die Böglinge u. |. mw. vorhanden. TFürftbifhof Franz
Ludwig bat Hierauf im Schreiben d. d. Würzburg 12. Juli
17 geäußert: „Weil bereitd zwei heizbare Zimmer für
auögediente Seelforger, und auch noch hinlänglicher Gelaß
für den Direktor, Lehr und Erercitien Zimmer vorhanden
feien, jo wolle Er, was viele Veränderung der dieöfallfigen
Gebäulichkeit anbelange, ed noch zur Zeit beruhen laflen.
Nachdem nun das Schnappauffifche Priefterhaus Die
nöthigen Einrichtungen zu einem Schullehrers Seminarium
(von Aufnahme außgedienter Seelforger in daſſelbe war
niht mehr die Rede) erhalten hatte, jo begann der vierte
Schnappauffifhe Priefter Gerner ald Schul= Direktor ver:
möge Dekrets vom 25. July 1791 für 5 im Gtiftungs-
Haufe wohnende Zöglinge den Unterricht, welchen cr am
20. Dez. 1791 endigte. Er trat theild feiner geſchwaͤchten
Geſundheit theild vieler andrer Geſchäfte wegen von dieſer
Stelle ab. Auf ihn folgte der Prieſter des geiftlichen Se:
minard Sohann Beg, weldher im Febr. 1792 ind Stiftungs:
Haus einzog, und den 10. April 1792 den Unterricht er:
Öfnete. Doch die Anftrengung als Lehrer, Auffeher der
Stadtfchulen, wirklicher geiftliher Rath einerfeitd u. fein
wicht feſter Körperbau andrerſeits führten am 21. Januar
1801 feinen Tod herbei. Auf diefe erledigte Schuldireftors-
Stelle wurde feiner Bitte gemäß der bißherige Profeffor der
Grammatik, Nikolaus Hauptmann befördert, welche er bis
zum Schluffe des J. 1804 verſah.
§. 5.
Zuſtand des Stiftungs-Hauſes während der er:
ten Zeit der bayerfhen Regierung. — Berfauf
beffelben im Jahre 1815.
Rahden Bamberg und Würzburg vermöge des
Reichsdeputations⸗Rezeſſes nebft ambern als Entfchaͤdigung
+.
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an das Churhaus Pfalzbayern im Sept. 1802 gefommen
waren, wurde im J. 1804 ein Ober: Schulen: ımb Studien⸗
Commiſſariat für Franken errichtet, welches feinen St& da⸗
bier hatte. Zum Ober = Schulensund Studien » Commiffir
wurde Sohann Baptift Grafer, feit kurzer Zeit. Profeſſor
der Theologie in Landshut befördert. Wegen: der im J.
1803 aufgehobenen Univerfität in Bamberg follte zur Ente
fhädigung ein Generals Schullehrer Seminar für Franken
dahier errichtet werden. Da man die Raͤumlichkeiten des
bisherigen Schullehrer = Seminars -für ungenägend hielt,
und da das Waifenhaus auf dem Kaulberge bereitd aufge:
hoben war, fo wurde legtered mit bedeutenden. Koften, um
ald Seminar dienen zu koͤnnen, hergeftellt, und ber Unter:
richt in demfelben am 2. Zuly 1805 vom Brofeffor Ste
phan eröffnet.
Gleich im Anfange des J. 1805 hatte ber Ober:
Schulenzund Studiene-&ommiffär Grafer an die hurfürftl.
Landes= Direktion dahier den Antrag geftellf, ihm freie
Wohnung für feine Kanzlei und feine Perfon im Schnaps
pauffifhen Priefterhaufe zu bewilligen, .welhem Antrage
durch Dekret von 14. Jannar 1805 entſprochen wurde.
Das Fürkbifchäfl. Vicariat erließ hieramf unter 11.
Mär; 1805 nachftehended Dekret an den Hauptmann. „Der
geiftl. Rath und OberpfarssVerweier Schellenberger hat
beim fürftbifchöfl. Vieariate vorgeftellt; daß man dem Schnaps:
pauffiihen Priefterhaufe,. dem Vernehmen nad), eine Beftims
mung zu geben gebenfe, Die mit dem Eigenthums⸗ und das
raus fließenden Benutzungs-Rechte, welches wermöge Teſta⸗
ments der obern Pfarrkirche zufteht, fih nicht vereinigen
laſſe. | |
„Das bifhofl. Bicariat wuͤnſcht über die. Bermendung
dieſes Haufes, welches zu dem Obetſchulen-Commiſſariate
beftimmt fein fell, nähere Aufklärung zu erhalten, umd for:
dert daher den geiftl. Rath Hauptmann, der im Verhaͤlt⸗
niſſe als Schnappauffikhen Prieſter zum Theil gegen biejes
Haus ſteht, auf, dem fürftb. Vicariate anzuzeigen, welche
Seränderungen man mit biefem Kaufe gemaht habe.”
Der 2c. Hauptmann antwortete unter 17. März 1805,
„daß von der dhurfürfl. Landes: Direktion dem Oberſchu⸗
len und Studien-Commiffariate bewilligt worden fei, einen
von den beiden obern Stöden zn beziehen, und daß deſſen
Kanzlei bereits in ten mittlern Stod verlegt ſei.“
Das biſchoͤft. Vicariat ließ es hiebei beruhen und
machte über dieſe Eingriffe feine Gegen: Borftellung. Hier⸗
mit ſchließen ſich die Altern Acten der geiftl. Oberbehörde.
Der nun ald Unter: Schulen: Sommiffär und Auffeher
der hiefigen PVolld: Schulen angeftellte Hauptmann bezog
ten obern Stock des Schnappauffifhen Hauſes, wo ihm
eine Küche hergeftellt wurde. Dafür daß er als Schnappauf.
Priefter die geftifteten Seelen- Mefjen in der oben Pfarr⸗
Kirche Ind, bezog er jährlih 489 fl. und genoß bie freie
Tohnung auf ungefähr 100 fl. gewerthet, A Jahre lang,
nämlich bis zu feiner durch Dekret v. 15. Sept. 1808
erfolgten Vefoͤrderung als Sreis- -Schutrath des Unter⸗
Donaukreiſes.
Das Erdgeſchoß und der witilere Stock wurde vom Ober:
ſchulen⸗ und Studien» Gommißfariate benugt: Allein im J.
1810 wurde eine neue Eintheilung des Koͤnigreichs Bayern
mat, der Obermainkreis gebildet, und Bayreuth zur
Kreiss Hauptſtadt und zum Sitze der Kreiß- Regierung ers
heben. Demnach Hatte auch Graſer ald Regierungd- Rath
ſih dorthin zu begeben. (Er verzögerte feinen Umzug, und
verließ erft im Fruͤhlinge 1812 dad Schnappauf. Stiftungds
Haus, in weichem er: 7 Jahre unentgeltlich gewohnt Hatte, ,
Shlägt man die von ihm genoffene Wohnung zu einem
jährl. Miethe⸗ Extrag von 200 * an, fe —J— die Stiftung
änen Entgang von 1400 fl.
\
Auf erſtattete Berichte von Weite der Abdısiniftration,
dag nun dad Haus geräumt, und wegen ber häufigen Ein-
quartierungen in jenen Kriegsjahren viele Ausgaben gemakht
worden feien, wurde dur Minifterials Defret der k. Ge⸗
neral = Adminiftration des Stiftungd: Vermögen? zu Mün-
chen v. 20. April 1812 verfügt, daß beide Stiftungs-Häu⸗
fer dem Öffentlichen Verkaufe ausgefegt werden follen. Allein
erft im J. 1815 wurde er verwirklicht, und der Kauffchil-
ling von 6350 fl. in theilweifen Zahlungen vom $. 1815 —
1821 an die Stiftungs⸗Caſſe bezahlt.
6. 6.
Schicktſale diefer Stiftung binfihtlih ihrer Ber
waltung bi8 zum J. 1845.
Nah dem Beginne der bayer. Regierung im Sept.
1802 wurde bald eine hurfürftl. milde Stiftungs =: Commif-
fion dahier errichtet. An dieſelbe mußten vom bifhöfl. Or
dinariate alle Stiftungd= Urfunden, und vermäge einer von
genannter Commiſſion gegebenen Weifung v. 14. Febr. 1803
auch die beiden Scnappauffi. Stiftungs = Urkunden v. J.
1749 u. 1762 in Original ausgehändigt werden. Der vom
Bifhofe und deſſen Orbinariate aufgeftellte weltliche Ver⸗
walter ftand feit dieſer Zeit unter der Oberaufficht der
Staats⸗Gewalt, welhe nun die Berwalter ernannte, dic
Rechnungen revibiren ließ, und über die Verwendung ber
Renten verfügte u. ſ. w. Die Wirkſamkeit d. i.. die Oder:
Auffiht der geiftfihen SOberbehörde auf das Rechnungs⸗
Wefen hörte auf, und ed wurden ihr feltdem nicht einmal
die Rechnungen diefer Stiftung zur Cinficht mitgetheilt.
Nur zuweilen hat die k. Kreiß-Regierung hinſichtlich der
Unterftügung, welche man aus den Renten. ber Stiftung
einigen Pfarrern angedeihen ließ, Dem erzbiſchoͤfl. Ordina⸗
riate eine Eröffnung gemacht.
Als das Gentralifations » Syftem in München entftan:
den war., fo wurde in deffen Folge dahier eine k. Admini⸗
ration für Cultus und Unterricht gebifdet, zu welcher ad
die Schnappauffifde Stiftung gezogen wurde. Nachdem vier
ſes Gentralifations = Syflem feine verderblichen Manipulas
tionen ungefähr 10 Sahre lang angewendet, und für viele
Stiftungen Berlufte herbeigeführt hatte, ſah man endlich
feine Unhaltbarfeit ein, und es wurde im J. 1818 auf:
gehoben.
Durch die Verfaſſungs-Urkunde und das Gemeinte-
Edilt v. J. 1818 erhielten die &emeinden die Befugniß,
ihre innern Angelegenheiten felbft zu ordnen; in Folge defs
jen wurde an die neugewählten Gemeinde- Berwaltungen —
in Städten ftatt. ®emeinde: Rath oder Gemeinde: Verwal:
tung — mit dem lateinifhen Namen Magiftrat bezeich:
nd — von den koͤnigl. Berwaltungd= Behörden das örtliche
milde Etiftungd :Bermögen fowohl ald jened der Kirchen
und geiftl. Stiftungen überwiefen. Rad gejchehener Bor:
bereitung wurde diefe Ueberweifung an ben Mäagiftrat da:
bier im J. 1819 befchäftig. Demgemäß follte auch ter
Schnappauffifhe Fond an denfelben ausgehändigt werden; . -
old man Bedenken darüber erhob, ob dem Magiftrate die
Verwaltung diefes Fondes gebühre, indem nah Rum. 3.
des Stiftungsbriefes dieſe Stiftung unmittelbar un-
ter dem Bifchofe u. deſſen Ordinariate zu ſtehen
habe. ,‚Man fragte alfo bei dem Minifterium am, wie es
damit zu halten ſei. Daſſelbe antwortete unter 13. Okt⸗
1819,” daß diefe Stiftung vor der Hand und bi zu tem
Ubergang an die bifhäfl, Curie bei der vorigen Berwals
tung dieſer geifilihen Stiftungen belaflen werben ſoll, daß
nach gefeglihen Beitimmungen die Fonds der Priefter und
Emeritene Häufer zur Bermaltung an die bifhöfl. Curie in
Bamberg übergingen, daß das Schnappauffiihe Prieſterhaus
aldort einen Ergänzungs: Theil diefer Anſtalten nach feiner
dmbation ausmache, und daher bie -Anfprüde des
bifhdfl. General: Bicartates auf die Berwaltung
2 gegründet feien.” Es ‚blieb. alfo der- Schnappauffuſche
Stiftungsfond bei den königl. — der geiſtl.
———
= Am 22. Nov. 1821. erſtattete die k. Kreis: Regierung
an das Minifterium Bericht „bie Ueberweifung geiftlicher
Stiftungen an dad Metropolitan = Capitel iu Bamberg betrf.
in welchem biefelbe ſich alfo äußerte: „daß fih auch Die
Schnappauffiſche Priefterhaus = Stiftung zur Ucherweifung
an das Metropolitan= Kapitel unbeftritten, eigne.“ “Hier⸗
auf erfolgte. Keine Entichließung. . —
Nach einigen Jahren Stillſtand in diefer Sache hat
der Magiſtrat Bambergs im Betreffe 1) der Schnappaufſi⸗
ſchen 2) der Pfarrer Lang'ſchen Stiftung an bie f. Regg.
des Obermainfreifed Bericht erftattet und behauptet, daß bie .
-Schnappauffifche Stiftung eine Local-Stiftung fei, und der
Magiftrat le für die Stadt in Anfprud nehmen mäffe, die
f. Regierung wolle daher mit dem Schluße des gegenwaͤr⸗
figen Rechnungs⸗ Jahres die Verwaltung derſelben un ihn
überweifen, dagegen jene der Lang’ichen Stiftung — ale
nicht hieher gehörig — ihm abnehmen.”
Die k. Regierung antwortete unter 25. — 1825.
Bu 1. daß die Bermaltung der Schappauffifchen
Stiftung wiht dem Wagiftrate, fondern demjenigen
gebühre,. welcher hiezu von dem erzbifhöfl. Gene
ralzBicariate werde beftellt werden und daß bereits
bie‘ Einleitung zur Weberweifung biefer Stiftung an. dad
Metropolitan = Gapitel in Bamberg getroffen worben : fei,
wohin ſich auch diefelbe ihrem Zwecke nach eigne. In Er⸗
wägung, daß dem ausgedrüdten Willen des Stifterd ſtets
nachgelebt werden müfle, könne daher auf den Antrag des
Magiſtrats hierorts nicht: eingegangen werden. Zu 2: daß
die Anficht des Magiftrats richtig fei, und die Einleitung
werde getroffen werden, Dad Pfarrer Range Stiftunge:
Bermögen an bie Gottedhaͤuſer zu Jentbechhofen u; Edmaid
ald Haupt= Erben zu ertradiren. “
Der Magiftrat berubigte fi mit diefer abweiſenden
Entihliegung keineswegs, wendete fih am 1. Sept. 1825
unmittelbar an dag Minifterium, und machte von tiefem
Schritte — der k. Kreis⸗ -Regierung die Anzeige.
Das Miniſterum ließ fi —— Reftripte v. 6.
Ze. 1825 von der k. Dbermainfreids Regierung unter Bor
lage der beiten Driginal-Stiftungd s Urfunden Bericht er:
Hatten, welchem Auftrage unter 12. Dez. 18325 entſprochen
wurde. Sm Eingange des Berichtes hat die k. Kreis- Mes
gierung wiederholt, was fie fhon in ihrem Berichte v. 22,
Rov. 1821 geäußert hatte, „daß die Schnappauffifde
Prieferhaud:- Stiftung fih zur Uebermeifung an
dad Metropolitan = Kapitel (ſoll heißen bifchöfl.
Ordinariat) unbeftritten eigne.“ Da auf ihren
Beriht v. 22. Nov. 1821 feine Minifterial: Enkihlierung
erfolgt fei, fo babe fie dieſe Same auf fich beruhen und die
Verwaltung der Schnappauffifchen Stiftung der (lkoͤniglichen)
Aminiftration der geiftl. Stiftungen in Bamberg belaf'en.
Der Magiftent in Bamberg verlange neuerdings bie Ueber⸗
weifung fraglicher Stiftung als einer Local> Stiftung — an
ihn zur Verwaltung. Allein die Kreis-Regierung fünne
tem Antrage bejjelben auf den Grund des Stiftungd- Bricz
ſes v. 26. Suny 1749 nicht willfahren, indem darin der
auddrüdliche Wille der Stifter enthalten fei, Daß die Ver⸗
waltung nur von dem Drdinariate ausgehen und
von demfelben Einer zur getreuen Verwaltung:
derehnung ber Stiftung aufgeftellt werben ſoll.
Zwar ſei die obere Pfarrkirche zu U. 8. Frau zum
Haupterben heftellt worden; dies fünne jedoch feinen recht:
lien Grund abgeben, dem Willen der Stifter geradezu
aigegen bie. Verwaltung des Stiftungsfondes derjenigen
#8
Behörde zu entstehen, welche Tpegiel Meran aufgeſtellt wor⸗
den ſei.
„Dergleichen ——— von — zu Gunſten
von Privaten oder Geſellſchaften — von Ständen — oder
gewiſſen Klaſſen von Menſchen richten fi) nach dem aue-
gedrüdten Willen der Stifter.”
Run erfolgte unter Zurüdfendung der beiden Original⸗
Stiftungs = Urkunden - die Minifterial- Entfchliefung v. 18.
Febr. 1826 des Inhaltes:
„Das Bermögen der Schnappauffiihen Stiftung in
Bamberg foll bis auf weitere *) wie bisher von ber F. Ad⸗
miniftration der geiftl. Stiftungen dortſelbſt verwaltet und
der Stadt-Dlagiftrat mit den erhobenen Anfprücden auf die⸗
fe Verwaltung abgewiefen werden. Rah den Fundationg:
Urkunden ift die Aufftellung eined der, zur Beihilfe an der
Pfarrfirhe zu U. 2. Frauen zu unterhaltenden Prieſter
für die Verwaltung angeorbnet, mit diefer Anordnung fo=
bin der Wille der Stifter, daß die nun bezielte Bereinis
gung **) nicht Statt zu finden habe, ausgedrüdt. Wenn
*) Wenn nach der Miniſterial⸗Entſchließung v. 3. 1819 diefe Stif
tung vor ber Hand und bis zu dem Uebergange der Ver⸗
waltung an die bifchöfl. Curie bei der vorigen Verwaltung ber
geiftl. Stiftungen brlaffen werben fol, fo mag ein Grund darin
zu finden fein, daß damald in Bamberg fein Biſchof war, und
Unterhandlungen des Eoncordate® wegen gepflogen wurben. Allein
fett 1821 beſtand das Concordat u. ein Erzbiſchof, die geiſtlichen
Oberbehörden waren gehörig organifirt — eine geiftlihe Stiftg-
nämlich die Erneftinifhe Priefterhaus » Stiftung war im 3. 1825
an ben Bifchof überwiefen. Welder Grund konnte im I. 1826
vorhanden fein, dieſe Schnappauffifhe Stiftung als eine Local»
Stiftung nod ferner bis auf Weiters von einer Lönigl. Admini⸗
ftration geiftl. Stiftungen verwalten zu laffen?
"+, Was von einer Bereinigung des Schnappauffifhen Fonds mit
dem Kirchengute der obern Pfarre gefagt wird, iſt ohne Halt,
weil diefe Bereinigung nicht erzielt wurde. Wird, ‚mie bißher
daher bei den veränderten Binrihtungen jener Beihüife die
Aufftellung nit mehr in der angeorbneten Weiſe erfolgen
fann ; fo ſteht es der Stiftungs-Obercuratel zu, eine ans
dere geeignete Berfügung biefür zu treffen.” *)
‚Die Beftimmung der Stiftung für oͤrtliche Zwecke be:
gründet gegen den Willen der Stifter feine Ueberweiſung
ter Adminiſtratiou an die Orts-Behoͤrde, welche nur die
mgefchmälerte Erhaltung und ftiftungsmäßige Berwendung
des Vermoͤgens und der Renten zu fordern ‚berechtigt
iſt. “4 —
6. 7.
Die noch beftehenden Berhandlungen in Betreff
der Verwaltung diefer Stiftung.
Da es zu Zag liegt, daß die Schnappauffiiche Stiftg.
eine 2ocal- Stiftung ift, fo hat die in Folge des revidirten
Gemeinde-⸗Edikts v. 1. Juli 1834 gebildete Kirchen = Ber-
waltung der obern Pfarre ihre Anfprüche auf die Admini⸗
eine eigene Rechnung über dad Schnappauffifhe Stiftung » Ber-
mögen geführt, fo if jeder Vermiſchung vorgebeugt. .
*) Gier wird die Frage geſtellt. „Welche Befugniſſe und Rechte
fommen der Ober »Guratel ald ſolcher zu.“ „Sie hat zu über»
wachen, daß bad Stiftungs » Vermögen in feiner Subftanz erhal»
ten, und bie Renten dem Stiftung» Zwede gemäß verwendet
werden. Sinfihtfih der Aufftellung eines Sttftumg® » Vermögen»
Berwalterd konnen zweierlei Fälle vorlommen.. Iſt im Stiftgé⸗
Briefe keine Beſtimmung getroffen, wer das Vermögen verwalten
foll, fo tritt nun vermöge bed residirten Gemeinde⸗Ediktsé v.
3. 1834 die Kirchen» Verwaltung ein. Iſt aber eine Beflimmung
getroffen, fo ift hier der a Wille Bes Stifterd ai
gebend.
”) Das Minifterium Hat hier!die Eigenfchaft ber —
Stiftung als einer Orts⸗Stiftung anerkannt; demnach iſt bir
Orts⸗Behorde d. i. dem Magiſtrate das Recht bed Begehrens
einer ungeſchmaͤlerten Erhaltung u. ſtiftungsmäßigen Verwendung
des Vermögens u. ber Renten dieſer Stiſtung zugefbetiberl,
ſtratien dieſer Stiftung geltenb zu mwaihen geſucht. Nach⸗
‚dena der biäherige Schnappauffiſche Stritungs - Berwalter im
J. 1845 die von ihm gleichfalls Heforgte Vermoͤgens-⸗Ver⸗
waltung des Erneſtiniſchen Briefterhaufes feined. hoben AL
terd wegen abgegeben hatte, fo verbreitete fi das Gerücht,
dag er au die Berwaltung der Schnappauffiihen Stiftung
abgeben würde. Auf diefes Hin fand die Kirchen= Bermö-
gend Derwaltung der. obern Pfarre dahier fih veranlagt,
an,die f. Regierung von Oberfranfen die Bitte zu ftellen,
„daß nah Bernehmung der geiftlihen Ober-Behörde. von
ihr die Verfügung getroffen werte, vermöge welcher Die
Verwaltung des Schnappauffilden Stiftungs -Fondes nad
Abgang des biöherigen Derwalterd an de übermielen werde.”
Diefe. Bitte blieb unberüdfichtigt, indem der Verwalter
nicht abtrat, und diefe Stelle eined Schnappauff'ſchen Stif:
tungs⸗-Verwalters erfi Dur den am 10. Sanuar 1849 er-
folgten‘ Tod des biöherigen erledigt wurde. In Folge deffen
hat erwähnte Kirchenvermögend-Bermwaltung unter 18. San.
deſſelben Jahres an das erzbifhöflihe Ordinariat die Bitte
gerichtet, ihe zur Erlangung ber Bermaltung des Schnapp-
auff'ſchen Stiftungs- Vermögens. behilflich zu fein. Diefer
Bitte wurde durch ein Schreiben vem 29. Sanuar entfpro-
hen; und wegen nicht erfolgter Rüdäußerung dieſe Sache
unter 19, April 1849 bei der f. Regierung in Erinnerung
gebracht. Hierauf hat diefe hohe Stelle im Schreiben vom
7. Rovember 1849 fih alſo .erflärt, daB aus der im (oben
angeführten) Mintiſterial⸗Reſcripte vom 18. Febr. 1826 an:
geführten Gründen auch der — :dermalen vorkiegende —
Antrag der Kirchen-Verwaltung zu U. L. Frau abweislich
zu beiheiden, und zur Verwaltung der Schnappauff’ihen
Stiftung ein eigner Adminifirgter — gegen —————
Caution — aufzuſtellen ſei.“
Nachdem der Antrag der Kirchen⸗Verwaltung abſchlaͤ⸗
gig beſchieden worden war, ‚bat. dad arzbiſchoͤſtiche Ordina⸗
e 1
et unterm 27. Dezbr.. 1849 ein. Scheiben an Die:!. Res
derung von Oberfranken ergehen Infien, in melden. cs fh
auf die in der Stiftwngdrkunde auägeiprodenen‘ Befim-
mungen umd auf die oben fen angeführten Jeuſſerungen
ver hoben Kress: Regierung vom 22. Rovbe. 1821 ud 11.
Aug. 1825 bezog, und dempfpige beantzagte, Daß von ihr
bie Einleitung zur Ueberweiſung bieftz ‚Stiftung an Das
erbiichöfliche Ordinariat getroffen werde. Auf dieſen Antrag
wurde laut Schreibens vom 7. Jonnar 18650 nicht einge:
gangen, indem dem Ordinariate keineswegs die Berwaltumg
ſelbſt, ſondern lediglich die Befugniß: cingeraͤumt fei, dieſelbe
einem ber Schnappauff'fchen Prieſier zu übertragen. Dieſes
knne bei den veränderten Einrichtungen ber Beihilfe Dieter
Brieter an der Pfarrkirche nikht ‚mehr geſchehen, und fo
babe die Stiftungd - Obenfuratel. die geeignete Verfügung zu
treffen. WBhrde auch Die Veſtellung des Mermalters- vom
Ordinariate erfolgen, fo würde hoch ſtets die Oberaufſicht
in der. Stiftungs⸗Curatel fortbeftehen müffen. Die Ent-
Meidımg ber angeregten Frage fe. übrigens ber höchſten
Stelle zu überlofien. Das erzbiſchöfliche Ordinariat ant-
wortete unterm 7. Febr. 1850, daß es immerhin ned moͤg⸗
lih fe, bei den veränderten Einrichtungen: jener Beihilfe
einen Berwalter in der von ben Stifkem angeordneten
Veiſe and jetzt aufzuſtelen. Doc möchte dieß — naͤulich
die Aufſtellung eines Schnappauffichen Priefers ale Ber⸗
walter — and feine Inconvenienzen haben ‚und daß
gerade einer der Schnappauff'ſchen Prieſter zum Berwalter
din das Ordinariat beſtellt warte, wurde: glei in
den rien Zeiten Für nicht weſentlich nothwondig um
inne ber Stifter gehalten: Dieſe Abweichung vor der
Suhhäslichen ‚Beftimmung. der Stifter fei micht erſt im Folge
ber vom Fürſtbiſchofe Franz Ludwig angesrbneien. Veruͤn⸗
derung der Beihilfe der Schnappaufffen Mieſter in: ber
Geflloxge,. ſondern ſchon im Wahre:1'772. eingeiseien, indem
damauls ſchon ein ‚meitlicher Meauuer als Verwalter aufge⸗
=»
ftellt worden. fel, als noch bie urfpränglice. Einrichtung be⸗
ftanden habe. Offenbar aber ſei bie Beftellung eines welt⸗
lichen Verwalters durch das biſchoͤſliche Orbinariat mit Zu⸗
fimmung der damaligen Ober-Gurntel, d. i. des damaligen
Zürften gefcheben, und fo war biefer Modus der Berwal-
tung ein vollfommen gefeglicher und daB Recht der Aufitel-
fung eines weltlihen Bermwalterd der Schnappauffichen
Stiftung ein wohlerworbened Recht des biichöflihen Ordi⸗
narlatd geworben, welches von bemfelben bid zum SSahre
1803 audgehbt worden‘, ald die bayerifche Regierung ein-
trat, und dem. Orbinariate die unmittelbare Aufficht über
diefe Stiftung und das Recht, einen Verwalter zu ernennen,
entzog. Das Otdinariat vindicite ih nun auf.den Grund
ded.. Stiftungäbriefed vom Jahre 1789 diefed Recht und re-
clamire die Herausgabe der fraglihen Stiftung — nit um
‚damit beliebig zu fchalten und zu walten, fondern um bie
tm Stiftungd= Briefe feftgefegten Beflimmungen genau zu
-erfüllen. Uebrigens erkläre man fih damit einverftanden,
Daß ftetd die Staatd-Oberauffiht in der Stiftungs⸗Curatel
fürtbeftehen müſſe. Man fei bei den differenten Anfichten
auch der Meinung, die fraglihe Sache der hoͤchſten Entſchei⸗
dung zu’ unterftellen.”
Die 8. Regierung von Oberfranken hat bierauf ſaͤmmt⸗
Ude. Aeten über die Schnappauffiche Stiftung an das f.
Staatöminifterium ded Innern für Kirchen: und Sculan:
gelegenheiten zur Entihließung über den Anſpruch des erg
biſchoͤſſichen Drbinariatd auf Webernahme der Berwaltung
diefer Stiftung einbefördert, worauf unterm 19. April 1850
das Refcript erfolgte, daß vermöge der -Beftimmungen ded
8. 63 der allerhoͤchſten Verordnung vom 9. Dez 1825 den
Wirkungskreis der Staatöminifterien betr. und Tit VER. ber
Formations⸗Verordnung für die Kreidregierungen vom 17.
Der. 1825 Die }. Regierung von Oberfranfen in eigner. du:
foänbigfeit Die Vorſtellung ter Kirhen-Berwaltung u U. 2.
Frau vom 1. Febr. 1865 und 18. Ian. 1850 zu befiheiben
habe. Durch Eutichliegung vom 24. April 1850 wurde eu
nah der Kirchen Berwaltung eröffnet, daß ihrem Antrage
„die Ertradition ded Schnappauffichen Stiftungsfondes an
biefelbe betr.“, mit Hinblick auf bie Fundattons⸗Urkunden diefer
Stiftung eine Folge nicht gegeben werden fünne. Diele
Abweifung erfcheine um jo mehr gereihtfestigt, als ein fruͤh⸗
ever, diefe Bereinigung gleichfalls bezielender. Antrag dei
Stadt Magiftratd Bamberg dürch Minifterial: Entfchließung
vom 18. Febr. 1826 aud dem nämlihen Grunde bereits
abfehlägig befchieden worden fei. Die Kirchen: Berwaltung
wurde zugleich aufgefordert, fkch zu erflären, ob fie fich bie:
bei berußigen, oder hiegegen in termino- von 30 Tagen Die
Beſchwerde an bie hoͤchſte Stelle ergreifen wolle.”
Die Schnappauff'ſche StiftungssSade ift alſo noch in
der Schwebe, und yon den hohen und hoͤchſten Stellen if
ju erwarten, Daß jedem fein Reht geſchehe.
er |
BermögendsBerhältnifje der Stiftung. Ein:
nahmen und Ausgaben.
Das urſprüngliche Vermögen der Stiftung. betrug
43,744 fl. 51%, fr. fränf. oder 54,681 fl. Al. te. hm,
wie fchon oben angegeben iſt. Sin diefer Summe iſt daß
Haus im Werthe zu 6000 fl. fränt. oder 7500 fl. rhn. ber
griffen; allein für den Garten im Zinfenmwörthe, welcher für
1710 fl. verkauft wurde, war ein Preid nicht angefegt, it:
dem er ald zum Haufe gehörig, betrachtet wurde. In dem
erſten Sahrzehnte können die Einnahmen an. dem Miethgelde
des verpachteten Hinterhäufes, dem Pachte der Grundftüde
und an Gapitalzinfen auf 1900 fl. rhn. und die Ausgaben
auf 1700 fl. chn. angenommen werden. Dad Rechnungs
Jahr begann mit 1, Mai und fchloß mit legten April. Je⸗
der Priefter befam eine Beloldung von 75 fl. thn. nebft
ganz freier Verpflegung , indem wochentlich“ 3 fl. Koſtgeld
Geld für den Mann gezahlt, Holz, Licht: und Arznei im Ers
4
tvanfungsfalle gereicht wurde, Derjenige Prieſter, welcher
die Jahres⸗Rechnung fomohl ale tie Haushaltung führte,
bezog zaͤhrlich 125 A. zhn.
Das Jahr 1772 iſt dadurch merkwürdig, daß bie Drei
Schmappaufffchen Prieſter in Eurzer Zeit nach einander ſtar⸗
ben, nämlich Margin den 27. Febr, Henneberger,
welcher Die Rechnung und das Haushalten führte, den 12.
April, und Diezenbofer ben 1. May 1772, weshalb
für. Berpflegung der Geifllihen zu jener Zeit eine geringe
Ausgabe erſcheint.
Im Jahre 1772 bat Sebaſtian Freymann, ehema⸗
liger Bedienter des Hrn. von Schnappauf, 1000 fl. rhn.
der Schnappauff'ſchen Stiftung vermacht, und zwar mit ber
Verbindlichkeit, daß die Schnappaufffgen Prieſter jährlich
82 hl. Meſſen lefen. -
So hat auch der geiftliche Rath und Set. Gangoipher
Stifts⸗Dechant, Johann Andreas Nieſer, in früheren Jah⸗
ren Schnappauff'ſcher Prieſter, laut Teſtaments vom 5. Aug.
1773 der Stiftung 125 fl. rhn. vermacht; welche erſt nad
feinem, im uni 1790 erfolgten Tode, anftelen.
| Am zweiten SEEN naͤmlich in De, von
erfiheinen ’ Ä
503 fl. 45 Tr. an Beflanbgelbern,
2103 fl. 45 tr. an Gapitalginien,
| alſo .. 2612 fl. 30 fr. Einnahme.
Die Ausgaben betrugen:
59 fl. 44%, fr. für Steuer,
11 fl. A kr. = Rechnungs-Gebühren,
740 fl, 50 fr. = Berpflegung der Geiſtlichen,
91 f. 24 fr. = Befoldungen,.
if. 12 kr. = Schreibmaterialien,
AfL 32 fr. = BausReparaturen,
wg ———* Lats,
928 fl. 36%, fr. Tramspert.
54. 39 fe. für angeichaffees KHausgeräihe,
36 fl. 48 fi. = Leſung der Freynandſchen nn
39 5 Ayı fr. = Inbgemein,
115 kr.⸗Abgaug
1031 fl. 24!,, fr. In Summa.
Sm Sabre 1789 wurde die bebeutendbe Audgabe von
3,474 fl. 47 Er. fränf, oder 3,734 fl. 30 %. vhn. für das
zene Stiftumgs⸗Haus zumächfi des Pfatrhauſes der obern
Pfarre gemacht. Im May 1790 hörte bei dem Umzuge des
drei Schnappatiffichen Prieſter, zefp. Kepläne in ihre neue
Vohnung die Führung ded eigenen Haushallens auf, und
es wurde num Folgendes feſtgeſetzt.
Der Pfarrverwefer bezog
156 fl. — fr. Koſtgeld für jeden Kablan
alſo für 3 jährlich . . . 48 fl. — Me.
7. 30 tr. für Hol, Licht, Wäfche für
jeden, jährl., alfo fr 3_ . 112 fl. 30 fr.
62 fl. 30 Fr. für Haltung einer Dienerin 62 fl. 30 We.
Ferner wurden Betten ımb
andere Haus-Geräthichaften,
Waͤſche der Chorroͤcke von ber
Stiftung bezahlt.
Die Capläne bezogen, jeder _ |
100 fl. — fr. jährlihe Befoldung, alfo 3 300 ſ. — fr.
30 fi. 39 Fr. ee a a unaie
Meſſen . . 30 fl. 39 Er.
Die obere Pfartkirche erhielt:
18 fl. 45 fr. Entfhädigung für den Ge⸗
braud der Paramente . „ 18 fl. 45 Er.
10 8. — fr. der Kirchner für Kichenwälhe 10 fl. — kr.
Summe des Audgaben 1002 fl. 24 Er.
4*
Der feit dem Jahre 1798 anfgeftellte vierte Schnapp⸗
auff'ſche Priefter, welcher als Schullehrer⸗ Seminariums⸗
Direktor im Stiftungs⸗Hauſe wohnen blieb, erhielt
156 fl. — fr. Koftgeld
37 fl. 30 Er. für Holy und Licht
62 fl. 30 fr. für eine Magd
87 fl. 30 fr. Gehalt
343 fl. 30 fr. rhn. in Summa
Sm Sahre 1796 wurde dem Koftgeber 136 fl. 30 Er.
Koftgeldözulage, und 75 fl. — fr. Zulage für Ho bewil⸗
ligt, jedoh nur fo lang, als die Theuerung ber .Lebendmit-
tel beftehen würde. :.
Diefe Begünftigung- ift durch Dekret vom 17. Ron.
1796 auch auf den Schuldireftor Bes audgebehnt wor⸗
den, auch wurden 138 fl. 27 Er. für Einquartirungsfoften
franzoͤſiſcher und äfterreichifcher Soldaten aus der Stiftungs-
Caſſe bezahlt.
Sm Sabre 1803 wurde die Prüfung der Rechnungen
und fogar die Einfiht derfelben dem biſchoͤfl. Vicariate ent⸗
zogen. Der biöherige Verwalter wurde von der bayer. Re:
gterung zum Rentbeamten befördert, und ein anderer aufge:
ftellt. Das Rechnungsjahr wurde feit 1804 mit dem 1. Oct.
begonnen und legten Sept. geichlofien. Es folgt nun ein
Auszug aus der Rechnung für 1805J6.
Nach demfelben beftand die Einnahme in
113 fl. 71% fr. an Wiefen und Garten = Beſtand,
Afl. 21, fr. an Erbzins,
457 fl. 18%, fr. an verkauftem Hol,
2227 fl. 191/ fr. an Capitalzinſen aus 51,004 fl. 111, kr.
Eapitalien,
2801 fl. 42,/4 ft. in Summa.
Das Koftgeld für die Capläne blieb daafelbe, wie es
oben angegeben if. Eine Mehrausgabe für den: Gehalt
derſelben trat dadurch ein, bag verwöge Dekrets ber chur⸗
füͤrftlichen Sambesdirection vom 30. Dez. 1805 den Gapläs
nen eine Befoltungs- Zulage von 50 fl. bewilligt wurde,
und die Geſammt⸗Ausgabe für Verpflegung uud Beloltung
terfelben ih auf 1248 fl. 15 fr. entzifferte.
Für den ale vierten Schnappaufichen Priefter noch
beſtehenden geiftlihen Rath und Stabtichulen » Eommiffär
Hauptmann. wurden im Sabre 180516 veraudgabt.
156 fl. — fr. Koſtgeld,
45 fl. 30 fr. Koſtgeldszulage,
37 fl. 30 kr. für Holz, Licht, Waͤſche,
26 fl. — fr. Zulage,
62 fl. 30 fr. für einen Diener,
59 fl. — fr. Zulage,
25 fl. — fr. neuerlihe Zulage.
489 fl. — fr. in Summa.
Auf deu Stiftungszweck wurde alfe 1737 fl. 15 ft.
werwendet. "
Als neue Ausgaben eriheinen:
100 1. — fr. Benfton für den Pfarrer Rumpler,
5. — He dem Schullehrer Wimmelbacher, als
r/ jäͤhrige Rata, welde jedoch für die
Zufunft aus dem Gchulfonde geleiftet
werden foll:
16 8. 15 kr. dem Chorrector für das Abfingen des:
„Bub tuum praesidium““,
62 fl. 30 fr. jährlich beſtimmten Beitrag zum Schulfond
für’8 Ziel Jakobi 180516 und
13H. 11/, %. bievon die Stüdzahlung vom Ziele Ja⸗
fobi bis legten Sept. 1806,
13 fl. 20 fe. an dem jährlich beftimmten Beitrag zum
Schulfonde zu 20 fl., welche zuvor Schul:
lehrer Wimmelbacher bezog, von Lichtmeß
bis letzten Sept. — alſo auf 8 Monate,
s£
3: 15 Er Beiteag zum Münchner Sofelemofineriat
| für I. un® II. Quartal an den jährlich
beftimmten Beitrag zu @2 fl. 30 £r., -
(NB. Iſt nachher nichts mehr verlangt
worden, und foll auch nichto mehr ver⸗
langt werden, beißt e8 in der Anwierfung.)
88 Wi 241, Er. jährliher Beitrag zur Unterhaltung ber
centraliſirten oberadminiftratien Stelle
für das Etatsjahr 180 516,
100 fl. — fr. jaͤhrliche Beſoldung des Verwalters,
100 fl. — fr. Derimatisn auf 2 Jahre — nämlich für
180415 und 180516 an —* k. Rentamt
Bamberg IK,
12 fl. 107,2 kr. Kriegsanlage vom Schnappouff ſchen Haufe
und Garten,
4 fl. 15 kr. Einquartirungskoften von den Schnapp⸗
auff'ſchen Wieſen zu Seußling.
In der Rechnung für 180617 koͤmmt Folgendes vor, Daß
1710 fl. Kaufſchilling für den Schnappauff'ſchen Garten im
Binfenwörthe eingenommen wurde. (Vergl. $.2., Aumerk.*)
Als beſondere Auslagen nebſt den gewöhnliden für
Verpflegung u: |. w. erſcheinen:
13 fl 4 fe. Kriegsſteuer Stuͤchzahlung vom 1. Kanuar
bis legten Sept. 1804,
r. Kriegsfteuer für 18045,
78.8 Kriegsfteuer für 180516,
17 fl. 52 Kriegsfteuer für 180617,
410 fl. 3 fr. neuefte Kriegs⸗Anlage von jedem 100 fl. Be:
lag 4 E. 30 kr., für das Jahr 180617.
An Rüdftand: :
12 fl. 30 kr. für 180213
12 f. 30 fr. für u;
42. 30 kr. für 18045 > ErtrasSriegöfteuer,
12 8. 36 fr. für 180546
31 f. 15 kr. für 180617 j
en
18 fl. 52
TR
fd. — fr. Decimatien vom Schnappanuff ſchen Haufe für
180617,
fl. 58 fr. für Berpflegung einquartirter Sehaim r
fl. — fr. jährliche Penflon für den Pfarrer Rump-
ler, für 180617,
fl. 30 fr. jährlicher Beitrag zum Schulfonde,
fl. 244 fr. jährliher Beitrag zur Unterhaltung ber
Oberadminiftrationdftelle in Münden.
Durch Dekret vom 15. Sept. 1808 wurde ber biähe-
tige vierte Schnappanfffhe Priefter Hauptmann, der hier
Unter- Schulen &ommiffär und Stadtfchulen = Anfpector war,
zum Kreis: Schulcathe des Unterbonaufreifes befördert, wo⸗
turh fein Bezug von 489 fl. ſeitdem aufhoͤrte. Deſſen
Bohnung im Schnappaufffhen Haufe wurde für 132 |.
jährlich vermiethet, und ed ergab ſich eine neue Einnahme.
Die m betrug:
65 fl. fr. an Beftandgeldern,
2317 fl. 343, fr. an apitalginfen zu 4 und 5 Prozent,
aus 51,735 fl. 321,, fr.
23832 fi. 34%, ik. Summe der Binnahme.
Dagegen ergibt fi bei dem auf höhere Berfügung
vorgenommenen Lmtaufc einer Bethmannfhen Obligation zu
1200 FR. rhn. gegen bayer. Staats⸗Papiere ein — an
Capital und Zinſen von 380 fl. 564 fr.
Das f. General=Commiffariat des Maintreifes erließ
unter 12. Sanuar 1810 ein Schreiben an den geiftl. Rath
und Pfarrer Schellenberger des Inhaltd, „daß ed dur
ein Refeript dd. München 31. Dez 1809 zur Berichterſtat⸗
tung fiber den Zweck und bie Verhältniffe der Schappauf⸗
fiſchen Stiftung aufgefordert worden fei. Ei möge Auf:
ſchiuß geben 1) welhe Bewandniß es mit der Schnappauff'⸗
ſchen ‚Stiftung Aberhaupt Habe; 2) 0b nicht — Die durch
veſbederung des Kreiſ⸗Schulrathes Hauptmann ‚erledigte
Stelle and der damit verbundene GEehalt am zwecmaͤßigſten
595
[3
08
62
88
58
:etwan zur Erleichterung des hieſigen Studienfondes oder
‘zur Befoldungd=Berbefferung für. einen oder den andern
der hiefigen Profefioren verwendet werden koͤnne.“
Derfelbe antwortete durd Bericht von 19. San. 1810.
Zu 1) Der Zwed der Stifung fei, daß aus den Ren⸗
ten berfelben fo viele brauchbare Priefter für die Seelforge
in der obern Pfarre unterhalten werden follen, als nad
- Abzug der erforderlihen Koften thunlidy fei. Da der Fürſt⸗
biſchof Adam Friedrih eine Verbeſſerung ded Schulweſens
vorgenommen und die Schulfandidaten in der neueu Lehr⸗
art habe unterrichten laffen, jo hätte er wegen Abgang eines
befonderen Schulfonded einen der Schnappauffiihen Priejter,
der aber die Dienfte in der Seelſorge auch leiten mußte,
dazu beftimmt, bie. Schulkandidaten in der neuen Lehrme⸗
thode zu unterrichten.
Fuͤrſtbiſchof Franz Ludwig habe es hiebei belaſſen,
und das Schnappauffiſche Prieſterhaus — nachdem er drei
Schnappauffiſche Prieſter als ordentliche Caplaͤne in den für
ſie erbauten Flügel des obern Pfarrhauſes verſetzt, zu einem
Schullehrer⸗Seminar benutzt, mit der. Beſtimmung für den
vierten Schnappauffilchen Prieſter, daß er zugleich. Semina⸗
riums⸗Direktor ſei.
Bu 2) Da durch die Gnuade &. z. meageſat der
Schulfond fundirt ſei, fo wäre es ſchon lang ſein Wunſch
geweſen, daß die Schnappauffiſche Stiftung dem Sinne der
frommen Stifter gemäß ganz zum Beſten ber obern Pfarre
verwendet werden möchte), welhem Wunfche dadurch ent:
ſprochen würde, daß durch allerhoͤchſtes Dekret die k. Admi⸗
niſtration fuͤr Cultus angewieſen würde, jene Ausgaben zu
beſtreiten, welche der Kirchenfond der obern Pfarre nach
den bermaligen Zeit⸗ Umſtaͤnden nicht ertragen koͤnne.
Nachdem dieſe Antwort an bie allerhoöchſte Behoͤrde in
Münden war eingeſchickt worden, ſo wurde durch Entſchlie⸗
Bung, dd, Münden: den 18. Maͤrz 1814, und in Folge
WM
derſelben durch Dekret dei. k. Gensuals Gammilleriaied - det
Rainkreiſes — v. 19 März diefed Jahres die beienbere
Adwiniſtration des Cultus anfgeforbent, zw. berichten, „wos
rin der Fond ber Schuappauffifgen. Stiftung beſtehe, win
hoch fih etwa das Marimum ber jährl. Ausgaben ad bad
Riyimum der Einnahmen belaufe, um bemeſſen au Binnen,
ob die für dje künftig zu organifiienbe obere Piarrei wäthin
gen Summezy hinlaͤnglich gedockt ſeien, und für den eis
fond fich nach einiger Ueberſchuß ergebe. “
Die befondere f. Stiſtungs⸗Adminilſtration für Cultus
und Untevrricht erfinttete. unter 29. Mär, 1810 Bericht, m
welchem geäuffers wird, „daß nadı den fräßer gefertigten
und dem Miniſterium des Innern vorgelegten‘ Eint bie
Renten diefer Stiftung n — — 23711 fl. 18 ak:
die aſten — — m — — 2622 fi. 55 k.
beftünden,, umb: baher. bie Ausgaben bie‘ Sinhaßınen 251 l.
3 ?,, tr. ũberſtiegen. J
Durch Befoͤrderung des ꝛc. Hauptmann zum Kreis⸗
Schulrathe hätten ſich bie Laſten nm 489 fl. ‚gemindert,
an fei zu erwarten, daß die Ausgaben für Einquertirung,
welche im letzten Jahre 180819 auf 730 fl. 20 Fr. geſtiegen
feien, aufhören: würden, Indem nach einem Minifterial: Res
kripte die beiden Schnappauffiihen Häufer verkauft werden
Ken; — dieſe Einquatierungskoſten betrügen nad) einem 10«
jährigen Duräfinitte jährlich 127. A8 fe. 7
Wenn, man beide: eriparten Poßen zu 616 R 48 Fr,
don. "ler Summe der Laſten abziehe, jo ergebe Eh ein Ken⸗
len⸗Ueberſchuß von 365 fl, 11 Ya fr. weiber zur Dedung,
der Erfordeiniſſe der zu. organiſirenden Pfarre zu U. 2.
Frau verwendzt werden koͤnne. Da ſchon 82 I 30 kx. al⸗
jährlicher Beitrag zum Schulfonde beſtimmt ſeien, fo koͤnne
richte" mehr u diefem Zwede. geleäftgt. werben... .. -
— Dekret ber k. General + Adminiſtration 2.4.
Händen, 20 ‚ April 1812 wurde verfügt, daß — wie Men
5
5 =
oben erwahnt, die beide: Stiftungs⸗ Haͤufer Afentnch ver⸗
kauft werden ſollen. Dieß verzögerte ſich bis zum J 1815, wo
das Meiſtgebot vun 6350 fl. etzielt und dieſe Summe nach
uns nach bis um Jahre razt an’. bie St ungs=Caffe be⸗
— wurde |
Du’ vie obere —— wenig Ein⸗
nis, dagegen viele Angaben Hatte, und fh’eln jährfiche®
Deſtzit ergab, fo Hat bie k. Regierung durch Entſchließung
vom 6. Dez. 1826 einen jähtlihen: Beitrag von 400 fl.
pom. Jahre 1825126 an bis auf weiteres — durch Dekret
vom 4. Juli 1833 — xrinen erhöhten Veitrag zu 600 fl vom
Jahre 1832433 an und ſeit 1835/36 — einen mehr erhöhten
Beitrag zu jaͤhrlich 700 ft. fuͤr genannte Kieden-Stiftng;
bewilligt. _ z
Die Beiträge, welche einige Pfarrer der orabageie
Bfarreinfünfte wegen erhalten, find: folgende: :
Durch Regierungd -Entichließung vom 20. uni. 1826:
erhielt der Pfarrer vor. Birnbaum , einen jaͤhrlichen Beitrag
von 100 fl. feit dem Sahre 1825,26. Derſelben · Wohlthat
erfreut fich ‚der Pfarrer von Briefendorf gleichfalls vem Jahre
18 2526 an. Im Rechnungs-Jahre 1830)31 erhielt Pfarrer
Wiendl zu Kirchlein wegen Mißwachs auf. feinen Pfarr⸗
felbern. und Der Baufälligkeit feines Pfarchaufes durch Re⸗
gierungß-, + Dekret vom 23. Jul 1830 für allemal einen
Beitrag von 50 fl.
Dem Pfarrer von Ziefenpiz wurde wegen des ing J. is30
erlitlenen Hagelſchlages, durch Decret vom 18. Mär‘ 1831,
im Jahre 1830131 — 80 —*
im Jahre‘ 18 31432 nad Anhang 3 vom 23. Kal‘,
1832’ gleihfans . :
im‘ Jahre 18 3233 nach Anwelfung | vom 25. Wr
1833 wiedet
= ‚Jahre 1833j34 nach Dekket dom. Mai if, ga 2
2, jateich 20 100
— EZ SF
a
a |
Stand vom Jahre 18 48149.
2980 fl. — fr.
125. — fr.
g0 fi. — k.
N. — xr.
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gun.
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m aa an m pre
u:
PB FE RROHRFE
ae RE :
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3
82. f. 30 fr.
MN. — k.
1008. — kr.
WON. — fr.
72 0. 15 kr.
Einnahme.
an Zinfen von 74,500 fl. Sapitalien und
Ertrag der Grundftüde.
Ausgabe.
für Koſtgeld und Beſoldung der 3 Schnapp⸗
auffiſchen Caplaͤne,
Gehalts» Ergänzung derſelben,
Schaltdergänzung des 4. Eapland, derzugleich
Erbeitifcher u. Schnefderifcher Beneftziat ift,
. dem Hrn. Pfarrer,
. für Dig aefißteten Anaymannfchen hl. Meſen,
. dem Kirchner für die Bedienung der Gas
. pläne bei ihren. geiſtlichen Verrichungen,
. dem Ehorsector: ai m en: Cum: praei
sidium Singen, : . te le fake
. Zulage für EEE
. dem Gapellendiener auf dem Stephandber«
berger Kirchhofe,
. für Kirchenn⸗VBeducfniſſe,
. für Unterhaltung der Gebäude (größere
Bauten audgenommen),
. Unterftügungs-Beitrag an die obere Pfarr:
firhensBerwaltung zur Dedung des jaͤhr⸗
lihen Deficitö der Kirche,
Beitrag zum Volks⸗Schulfonde,
dem Pfarrer von Birnbaum,
dem Pfarrer von Priefendorf,
dem Pfarrer von Tiefenpölz,
Summe der Ausgaben.
Abgleihung.
Einnahme: 2980 f. — kr.
Audgabe: 2742 fl. 15 Er.
Acivbeftand: 237 fl. 45 Er.
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Vierzehnter Bericht
Wirken des hiſtoriſchen Dereins
Samberg
Oberfranken in Bayern,
vorgelefen und genehmigt in ber Sigung vom 2, April 1851
und herausgegeben dauf Koften des Vereins.
Bamberg,
1851.
Reindrfider Drud.
.n
Viersehutes Mericht
über das
Wirken des hiſtoriſchen Wereins
—
- vom Juni 1880 bis Mat 1851,
erftattet von dem VBereindfelrelär
3. Chiem
Ge
Während von vielen Seiten lagen erhoben werden,
daß die Theilnahme an den hiſtoriſchen Bereinenimmer mehr
und mehr nachzulafſen beginne, während bie Vereine die
Schuld hauptſächlich den Zuſtaͤnden der Zeit zufchreiben, er»
freut fly der hiſtoriſche Berein zu Bamberg einer von Jahr
u Jahr gefleigerten Yufmerffamfeit von Seite der Forfcher
mb Freunde ber Geſchichte, inöbefondere feit den Jahren
17-4851, der Jeitpetiode, im welcher fo manches Schöne
md Erſprießliche zu Grabe getragen worden Hl. Freikich
werde in dieſer Zeit glüdlicher Weiſe eine Saite angefchla-
gen, welche den freundlichſten Eindruck machte und deren
Ncwirkeng flr Die fpätere Zeit von den beſten Folgen be⸗
IV
gleitet feyn dürfte. Es wurde nämlich die Herausgabe der
Duellenfammlung für fränfifhe Gefchichte beſchloſſen und
dDiefelbe fofort in Angriff genommen. Gerade dies regte Die
allfeitige Aufmerkfamleit an und war wohl einer der Haupt-
gründe, auf den hin Viele dem Vereine als Mitglieder bei-
traten. Eine weitere Anregung amd Dadurch eine große An-
zahl neuer Mitglieder empfing der Verein dur die ausge-
zeichnete und wohlwollende Umſicht unferes hochverehrten
Herrn Regierungspräſidenten v. Stenglein. In einem
eigenen Ausſchreiben wurde nämlich naf“ die Wichtigkeit der
Quellenſammlung aufmerkſam gemacht, uͤnd zur Theilnahme
an dem Vereine eingeladen, welcher bis zur Gründung des
naturhiſtoriſchen der einzige wiſſenſchaftliche zu Bamberg war.
I.
Wenn wir nun, wie in frühern Jahren, einen Blick
auf die Wirffamfeit des Vereins werfen, fo begegnet uns
vor Allem, wie ſchon bemerkt, das Beitreben, den hiftorifchen
Studien im Fränfifchen ein gemeinfames Ziel zu geben und
der Zerfplitterung der Kräfte vorzubeugen. Der Berein,
wohl fühlend, daß nur durch, vereinigte Kraft ein größeres
Werk gefördert werden könne, hatte auch die anderen frän-
kiſchen biftorifchen Vereine . eingeladen, ſich bei ber Heraus:
gabe der Duellenfammlung zu betheiligen; er. fprach ſich
in. zwei Programmen, welche aus der. Feder des Voreinsvor⸗
ftandes, Hrn. Dr. C. Höfler floßen, über die Wichtigkeit
Des Unternehmens aus, ‚zugleich auch über. die Art, und Weile
der Beröffentlihung und. machte die Werke. nambaft, welde
porerft zum Drucke zu befördern. ſeyen. Der Verein fomute
ih auch zu. einem derartigen Werle ohne DOftentation end
fhließen, da das al. Archiv, weldyes jo lange theils unbe⸗
kannt, theils unbeachtet war, feit Dem Jahre 1847 feine Schaͤtze
aufzuſchließen begam. Zur Genüge iſt dies erſichtlich aus
den ſeitdem erfolgten Publikationen der, Denlwürdigkeiten
21
R v
des Ritters Ludwig von Eyb, des erſten und zweiten Ban:
des des kaiſerlichen Buchs, des Lebens des Churfürſten Fried⸗
richs J. von Dr. v. Minntoli®), ferner aus der Bemitzung
des Archivs Durch Dr. Boigt ans Königsberg, durch Dom:
kapiſular und Brofeffor Dr. Schmitt dahier für Die Be-
richte der Bamberger Synoden, aus der Bearbeitung ber
Irahendingifchen Regeften, der fränfifchen Studien im Archive
für Hunde öſterreichiſcher Geſchichtsquellen, der Auffindung
mes bisher unbekannten Exemplars des Schwabenſpiegels,
aus den Vorbereitnugen zum Brucke des Codex Frideri-
canus (1348), des Hber traditionum ecclesine S. Jacobi
aus dem XI. Iabıh.; des merfwfirdigen Registram Burg-
guittariorum ans dein KIV. Jahrh. — gewiß Thatfachen,
welche den inneren ind aͤußern Beruf: Au au derartigen:
Unternehmen binfänglich beweiſen. ———
Aber auch die Zeit ſelbſt, welche von Stoß Beovinziel-
lem zu: abſtrahiren und das, was bas deutſche Vaterland ge⸗
meinſam berührte, auch ins Auge zii füffen gebot, ſchien dazu
anfzufordern, nichts davon zu fagen, Daß ſchon Spieß, der
verdienſtvolle Vorſtand des-Arhivs' sa Plafſenburg, auf die‘
Rothwendigkeit hingewieſen, Regeſten der Ftänkiſchen Ge⸗
ſhlechter anzulegen, ſomlt die Voratbeiten zu einer allgemei⸗
nen Geſchichte Frankens zu beginnen.
Dies wohl chwägend, beſchloß auch "der Berein, nme!
verrũckt an den Grundſätzen, welche in den Programnmien von
1848 1. 1849 außgefprochen wurden, feftzuhaften und fie ins
hen einzuführen. Die Idee einer Verbindung der Bereine,
zum Behufe der Förderung Ber geſchichttichen Studien war ja’
un von andern Seiten aufgegriffen wotden und es genügt,
unf dasjenige hinzuweiſen, wüs Herr Varon 9%. Anfſeeß
bei der Germaniſtenberſammlumg beantragt hutte. Eben derſelbe
FZuedrich I. Kucfarſt von Braudenburg ünd Meinorabiie aus dem
Leben der Markgrafen von Brandenburg air den Duelle des
ee Archivs: Mur drei lithographirren Bellagen Berlin
1850 a8. 8
”„
kurze zen Eere ter Ermeralveriammiung der bifiswifchen
Bereine von Bauberg az Barıenıb im Jahre 1849 Boll»
matın erbalsen, wescıe Berbandimagen zu Dicfem Endgwede
verzuuchuen. In Der Beriammiunz zu Gulmbad am 8. Juli
1-50 follie ntih die Sache zum Abichiniſe gebtacht werden.
Es ergingen deſßhalb an die Bereine zu Bayıenih, Ansbadı uud
Würzburg Einladungsidreiben: allein es erſchienen aus Mit⸗
glieder des Bayreuther Vercines Die anderen liefen Ent-
IHuldigungsichreiben felgen, erfuchten jeded wu Mitiheilung
der Belhlüfe, welche auf der Berfammlung gefaßt wizden,
Bas über den beſagten Gegenſtand wirklich verhandelt wurde,
liegt vor uns in der au im Buchhandel erſchienenen Rebe
des Kern Dr. Höfler,*) unter deflen Borfipe bie heiden
oberfränfifhen Bereine beinahe mit Umanimität beichloffen :
4, die vier hiftorifhen Bexeine Fraukens bilden, un⸗
beſchadet einer möglichſt freien Gliederung ber einzel
nen Vereine, einen Geſammtperein unter dem Namen hi ſt o⸗
riſcher Sefammtverein für Oſtfranken.
2. Zu dieſem Ende findet: ein. Kongreß von Bevoll⸗
mächtigten der vier Ver eine Rats, anf welchem das Nähere
über Ausbildung Diefes Gefammtugreins beſprochen und eine
gemeinfame äußere Wirkiamleit eingeleitet wird.
3. Jeder Berein verpflichtet ſich, Kiez eine beliebi⸗
ge Anzahl von Depufizten zu: fenden, jeder Verein befist
aber mur Eine Stimme Der Congreß hat ſelbſt zu ent⸗
beiden, wie es bei Stimmengleichheit gehalten werden foll.
4. Als Ort ber erſten. Zuſammenkunft if: Nürnbetg
beſtimmt, als Tag der 8. Oktoher 1860.
Dieſe Beſchlüſſe wurden den Vereinen zu Ansbach und
Wurzburg mitgetheilt, mit dem Erſuchen, ſich ſobald als
möglich ſchlügig zu machen, um die weitern Voxlehrungen
°), Franken. Schwaben uub Bayern. Naebſt einer archivaliſchen Bei-
lage. daB ältefle offizielle Verzeichniß ber fränfifhen Reichgritter
{daft von 14095 enthaltend. Beenheng unb Bayreuth bei Buchner
1830, 8,
vu
me Befamınkıng In Nürnberg reffen zu können: Bemerkt
wurde, wie ſchon feüher, Daß fowohl durch die Herausgabe
wichtiger Dokumente, welche bisher noch unbelannt waren,
als Dur Beartbeitung von Regeſten die Grundlage zu einer
künftigen Seſchichte des Franlenlandes gewonnen werden follte.
Ferner wurde auseinandergefegt, daß es fich hiebei nicht, wie
es in einem Jahresberichte hieß, bloß um eine Beröffentli-
chung alter Manuſcripte, ſondern um Herſtellung eines innern
Bandes aller hiſtoriſchen Bereine Frankens, um gemeinſame
Arbeit nach gemeinſam angenommenen Grundſätzen
handie, ſo daß, während jeder nad) der ihm zu Schell gewotde⸗
nen Aufgabe rüſtig voramfchreite, zugleich in feinem Bereiche
andy das gemeinſame Ziel im Auge halte, eine allgemeine
Geſchichte des Fraufenlaudes vorbereiten zu helfen,
Was auf diefe Müttheilungen von Sette der Vereine
erfolgte, möge man aus den Antwortſchreiben entnehmen.
Der Ausſchuß des hiſtoriſchen Vereins von Unterfran⸗
ten und Afchaffendurg erllärte unterm 4. Gept. 1850 „daß
der Verein den: gefaßten proviſoriſchen Beichläffen in fo ferne
beiſtimme, als wime Aufhebung: des: felbfiftändigen Beſtandes
deöfelben, ber eine genau beftimmie Aufgabe babe, durch
weiche der Beitvitt der meiſten feiner: Mitglieder bedingt, in
feines Weiſe beabficktigt mund das Zuſammenwirlen der oft
fränliſchen Bereime Teine Geldbeitsäge: für werde: mit ſich
führe, welche: außerhatb der Aufgabe der Bereins lägen, ins
em auf. der einem. Seite die: Verwendung der Mittel des
Vereins nothwendig im. Zuſammenhange mit feiner Haupt⸗
aufgabe ſtehen müſſe, uud auf der audern Seite: die Geld⸗
mittel in dem Amgeublicke ſo beſchränkt ſeyer, daß man mit
der größten ‚Spakfantkeit: zu Were geben müſſe, um mur
Yo: allesweeientlichfien Ausgaben befiteiten: zu Eönuen.*.
-Zux, Verſanmlung in Rürnberg, heißt es dann ferner,
inne’ man beine Abgeordneten ſenden, da Beine. Geldmittel
ſäſßig ſeyen mad: mar ja doch keine unbedingte Vollmacht
aiheiien loͤnnie. Zu dem ſey nach althergebrachter Orduung
vım
am 11: Dfioßer das Bereinsfe als Borfeier zum Rame ns⸗
tage Sr. Majeftät des Königs abzuhalten.
Der biftorifche Verein zu Ansbach jagt in einent Schreiben
von 2. Sept. an Henn Baron v. Aufſeeß unter Anders:
„Wenn in die Beröffentlihung (urlundlicher Samm-
lungen und Quellenfchriften) nach dem Plane des hiſtoriſchen
Bereins in Bamberg eine größere Uebereinſtimmung gebracht
werden fell, fo ift der dadurch berswedtte Ruben fin Die fran-
kiſche Gefchichte unverlenubar und die trefſende Vereine
werden: fid) willig dazu Die Hand bieten: Es Kegt je in. der
Börderung der eigenen Interefien eine derartige Berbindung.
Ob aber durch die Conſtituirung eines -hiftorifchen Goſammt⸗
vereins von Oſtfranken der gegenſeitige Austanfıh gewin⸗
nen werde, läßt ſich nach Der innern Gliedecung der Ver⸗
eine nicht mit Sicherheit angeben; jedenfalls müßten wir Die
Mitglieder des mittelfräntifchen darüber baren. Die Ein-
richtung unfers Bereins hat nümlich Das Eigenthinnliche,
daß fie den Theilnehmern die größte Freiheit im Berfüßung:
der Erwerbungen fichert. und jedem Eimgelmen:aıf Die nicht
unbedentenden Sammlungen ein. Kigenthuumsrcht.anweift, Das.
er gefährdet glaubt, fobatd ıdie höchſt einfachen Statuten
Acnderungen erleiden würden. Da nun Das Beſtehen des
Vereins von den Beiträgen . der Mitglieder: abhängt, fo iſt
es ſehr natürlich, Duß die Anficht derfelbe einer genauern
Würdigung unterworfen werde. Schließlich witd -beumsft,
daß „Geſchäfte und: Abweſenheit von bier; wahtſcheinliche
Hinderniſſe gegen die —— am. der Pa it
* Weg legen werden. “
So die Bereine von Unter⸗ er Mitteifrauten, ‚wie
man fioht,. Dem Weſen, nach zuſtimmend. Um ſo unermartes
ter war. sein Schreiben :des’ Bayreuther Vereinte. resp.: feine
Vorſtandes des Hrn. Birgermeiftersew. Sagen, Den Perſön⸗
fh ir Culmbach nicht anfnefend 'war.: Der hiſtoriſcheVerein
von. Bayreuth, heißt es daſelbſt, Hält 1.. „Die Grümdung rinen
Gehunnikvereins: nach dom Projekt des: Herrn'won Aufſeeß
IX
wicht für nothwendig, da der weil durch die” fraͤnkiſchen
Bereine,, welche ſich ihre Forſchungen gegenfeltig mittheilen,
gar wohl erreicht werden fann, ja fogar nachtheilig, weit
Me einzelnen Bereine durch den projeftirten Geſammiverein
ihre Selbſtſtändigkeit zu verlieren fürchten; ferner, weil das
Intereſſe an den Specialvereinen geſchwächt oder gar anf-
gehoben werden würde und weil endlich die entfichenden
Keſten von den Sheclalvereinen bei ihren geringen Kräften
met anfgebracht und getragen werden fünnen. 2. Mit der
von Herrn Br. Höfler geänderten Anfiht, daß das Bro:
jeft der Herausgabe eines oftfrinfifhen Geſammtarchivs wicht
ansführbar fey, ift Der hiefige Verein ganz einverflanden.
3. Was den am 8. Oftober d..3. in Nürnberg zu balten-
den Congreß betrifft, fo tft des biefige Berein..deb Daflırhal-
tens, daß ſolcher deßhaib nicht abgehaiten werden fan, im
die Bereine von Mittel- und Unterfranken daran feinen An⸗
theil nehmen und Die beiden Vereine von Bamberg und’
Bayrenth einfeilig nichts beichkießen Bönuen.: A. Die begon«
nene Quellenſammlung für fränkiſche Geſchichte Macht nad) der
Anficht Des Bereins, die Herausgabe eines ‚oftfränflichen Ger
ſchichts⸗Archivs ganz Äberflilfiig: Die Fortſetzung diefes wichtt-
gen Werks wird deßhalb gewünfcht mit Dem Bemerken, dafs
es den fränkischen Vereinen 'geftnttet ſeyn möge, won Zeit. zu
Jr ſolche Beiträge au Tiefen, welche für DIE Gefammtge⸗
ſchichte ded Frankenlandes von Wichtigkeit find. .:5:) Im
Uebrigen mögen die einzelnen hiſtoriſchen Vereine ihre For⸗
ſchungen wie bisher in der Art ſortſetzen/ daß der Vamber⸗
ger‘ Verein vorzüglich die Bamberger Geſchichto, der Bay⸗
iccuher Die des Fürſtenthums Bayreuth, Der Ansbacher Die
mittelfränfifche und der Würzburger die umterfräntifche Pro⸗
vinzialgeſchichte bearbeite und : die Forfchungen’jeder-in fei-
me Reitfchrift bekaund mache 6) Endlich iſt der Munich
des Vereins, mit dein Wamberger Vevein wie⸗ bisher ind
fnuspfchaftticher Verbindung sr Bleiben und inch den ge-
menifchaftlichen Stakuien :die oBjäpelichen' gemeisPhektünen
Verſammlungen fortzufeßen. 2
%:
Da diefe Erklaͤrung eine einfeitige Auckänahme des in
Cububach gemeinfam gefaßten Befchlüffe war, fonute an eine
Ahhaltung der Berfammlung zu Nürnberg. nicht gedacht wer⸗
den; fie. wird einer beffern Zeit vorbehalten bleiben mäflen.
Mittlerweile wird jeboch der hiſtoriſche Verein Alles aufbie-
ten, das von ihm unternommere Werk wie biäher fortzufegen
und die in. Den Programmen auggeſprochenen Grundfühe ins
Leben einzyführen. Bor unferer Seite mag ed genug ſeyn
eine Verbindung, exfirebt zu haben, ohne. welche ihr non al⸗
len Forſchern als erfprießlich anerlannter Endzwed nur ſchwer
oder. gar nieht erreicht werben Tann.
Rz Zu III.
Außerdem wurde Miles mit Eifer ergriffen, was zum
Gedeihen und zum immer beſſern Emporblühen des Bereius
beitragen fonute, Bieles wurde zum Abſchluſſe gebracht, was
im: vorigen Jahre: noch unvollendet war; Forfehungen wurden
angeftellt und die ErgeBniffe in Zeitſchriften niedergelegt.
Hetr -Domlapihılar und Regens des Prieſterhauſes
Dr. 2. Schmitt vollendete die Geſchichte der Bamberger
Synoden. Herr Domlapitular Wunder arbeitet mit un»
ermüdetem fer. in ben Schachten des Bamberger Stif⸗
tungsweſens und :förbert teefflihes Material zu Tage.
Har Stadtpfarrer Schweitzer exöffnet Serie FII.
der Duellenfammlung ‚‚Regeften? mit den Rogeſten der Hetren
nachher Grafen von Truhendingen. Seine Biographie Jamnel,
Herzogs in Apulien: (yon Kaifer Heinwicdy ‚Ei. Day: euhoben)
war um fo erwünſchter, da das Geſchenk des Mantels, das
derſelbe dem Kaiſer Heinrich, machte, ans der reichen Kapelle
in Münden in die Domkirche zurückgeſtellt wurde: : :: -
Here Poofeffon v. Neider: zeigte die Abbiſdung des
Mantets, wrd:nerbreitett fi zu näherer Auſftlärung über die:
darauf! angebrachten Stickepeien uud ihre Bedeutung. ‘:.
‚Here Studienrelter Dr. Outenäller: übergab mehrere
mmigsmaciſche Votigen, welche im dem Zahresberichte folgen
werden. a rt ee
u
Herr Dr. Höfler hielt zur Feiar des Gehbunsfeftes
des durchlauchtigſten Berainäproteltons eine Rede über bie
Berdienfte der Fürfibifpäfe von Bamberg um Die Erhaltung
des deuntſchen Reichs. Außer Der angeführten Vereinsrede
erfehlen noch won Deufelben eine afadewilhe. Rede über bie
yolisiiche Reformberegung in Deutſchland im XV. Jahrhundert
eine Abbandigng über den von Kaiſer und Fürſten ausgehen
den Berfuch, das freie Bolt der Dithmarſchen däniſcher Erb⸗
herrſchaft zu unterwerfen abgedruckt im Mprilheft dev Sipungs«
berichte des hiſtoriſchen Claſſe der K. K. Akademie der Wiſ⸗
ſenſchaften in Wien; endlich 3 Abhandlungen „fränlifche Star
dien" betitelt, im Archiv für Kunde öfterreichifcher Berichte:
quellen. In biefen iſt auch eine Epiftelgrcodeg. des XIL
Jahrh. mit Priefex Baderbergikher und welßibes Kürten
witgetheilt.
Das Waſchenbuch für die, valerl andiſche Geſcha, gen
rundet und herausgegeben vom Frhru. v. Harmayn, fock⸗
gefebt von Dr, Rudhart enthält. sub. Nr. KAEE mehrere auf
Bamberg bezügliche Mittheilungen: Hofſchuſſer zu Bamberg
MR — Pantoffelverlauf daſelbſt 1100 — Baherordngng —
Badegeld — wie die meuteriſchen Baer. Busch. eine Liß
der Bayıherger Bürger aus der. Stadt gehracht, von Dem
Biſchof Kanonen begehren, um ihn in feinem Afyle (der Als
tenburg) zu belagern — Berzeichniß der im Hochflifte Bam⸗
berg von den Bauern im 314525 zerflörten Schlöffer —
die St, Anthonier Schweine: in. Yamberg. — er.
Polizeiordnung der Schweine. wegen 1461. : J
Das Berapaum Ihrg. 1860. Ne; 1819. entpält bie
inereſſante Runder won: ber Entbedung. der Gamers hra
Huge von. Trimheng #) deſſen großes Gedicht, der Renner’t,
belanntlich ber: hiſtoxiſche Berein im Inhre ABI ri. *
— ne pin”
* Same, (Samanfer) « eine Re — ee — —
Erzoaͤhlungen, welche Hugo, von Trimberg 1466 zum Unbenten
feiner Geſellen (Schuler) vollenbet hatte.
x
Het Dr: Eduard Melly in Wien ſprach bei der Ue-
berfendiung "feines Werkes „das Weftportal des. Doms zu
Wien in feineh Bildwerken und ihrer Bemalung‘ den Wunfch
aus, ſich in zweifelhaften Bambergifche Denkmale betreffen-
den Fällen, die ihm bei der Ausarbeitung eines ſyſtematiſchen
Lehrbuchs der. nationalen Archäologie, Die er eben vorbe-
reitet, begegnen könnten, um Aufllärung nnd Mittheilung an
ihn wenden zu dürfen. Was wir ihm oder andern Gelehrten
mittheilen können, fol mit. größter Berettwilligfeit gefchehen.
"Außer dem liber coplarum ectlesfae S. Jacobi, und
der Beſchwerdeſchrift des laraflofters zu. Bamberg vom 3.
1487 wird anch das Registrum Burgguttarieruin eccdlestae
Bambergensis zu feiner Zeit durch den Drud veröffentlicht;
letzterem werden möglichft genaue Abbildungen der Wappen der
einzelnen adeligen Familien beigegeben werden. Dies foll je—
Dash durch das Fol. Archiv in der Art geſchehen, daß bei
Beſorgimg der: Reinſchtift fr: jede Familie das Wappen
Dnvch einen geſchickten Zeichner nach dem beſten un alteſten
Slegel angeobrucht werde.
- 55 Das von dem Berichterſtatter Curat Thiem verfaßte
Beizeihniß der Wohlthäter des St. Katharinen und Eiffe-
bethenfpitals wird dem Vereinsberichte -beigegeben werden.
A u 66— Ä
Daß der hiſtoriſche Verein von Bamberg ſchon bei fei-
nem ı Entfichen mit! allen Bereinen des Inlandes in Verbin⸗
Dig trat, wurde in den Jahresberichten bemerkt. Darauf
Befähränfte er ſich jedoch nicht; bald wurden auch Die freundlich⸗
ſten ‚Verbindungen mit: auswärtigen Vereinen angeknüpft,
und namentlich war die Herausgabe Des Vedichtes von Hugo
non Trimberg „der Renner“ ganz geeignet, die Vereine zu
gewinnen. Gelehrte ſelbſt vom erſten Range ſchloßen ſich
mit Vergnilgen an, nnd förderten dirch ihre Theilnahme die
Intereſſen des Bereins auf die vortheilhafteſte Weiſe Daß
au
durch - die Beröffentlichung:. der Quellenſammlung für fran-
kiſche Geſchichte die Aufmerlſamkeit der Gefgichtöfreunde wie⸗
der neu angeregt worden iſt, wurde im letzten Jahresberichte
bemerkt; Daß dieſelbe fi auch jetzt nicht minderte, wird aus
dem obengeſagten erſichtlich ſeyn.
Daß durch dieſe Unternehmungen das zunächſt liegende,
nämlich die Bearbeitung von Ortsgeſchichten, die Sammlung
deſſen, was darauf Bezug hat, die Forſchungen über Alter-
thümer, die da und dort entweder ſchon erhoben oder nod)
vergraben find, nicht außer Acht gelaſſen wird, beweiſen unfert
Jahresberichte. So enthaͤlt der vorliegende wieder mehrere
derartige Beilagen und wir fönnen die Berfiherung geben,
dag damit aud in den folgenden Jahren fortgefegt werden
fol. Auf diefe Weife glauben wir am beften den Wünſchen
vieler unſerer Mitglieder zu entſprechen. Ebenſo fünnen wir
berichten, Daß der gegenfeitige Austauſch der Vereinsfchriften
in erfreulichfter Weife fortgefept wird. Unfere Sammmlım-
gen find mit derartigen Schäüßen außerordentlich, "bereichert,
fo zwar, daß der Gefchichtöfreund das ergiebigſte Selb. ean
Ausbente findet.
Der Generalverfammlung, welche alljährlid Rattfinbet
haben wir oben gedacht, und ed genüge nur noch die Be-
merfung; daß die Mitglieder dem Beichluffe zufolge in bie-
fen Jahre in Banz oder Staffelftern zufammen-foimmett wollen
Die Gefchenke, welche wir von den Vereinen fowbhl
fowie von Privaten: erhalten; find’ gehau verzeichnet, wie
dies aus dem Berichte ſelbſt hervorgeht. Möge dem Bereihe
auch ferner die gleiche Aufmertſambeit und een, zu
Theile werden! J
4 “
P N
’ —
a ... ae]
.W,--
Se. Königl. Hoheit, Herzog Maximilian in Bayern,
gab dem Bereine, wie früher fo im vorigen Jahre, Seine
gwädigfte Auerlennung zu — Das daruuf a
Schreiben lautet: Be
XIV
München den. 2, Sepltbr. 1859,
Der berzog Maximiſian in Bayern ꝛ⁊c.
- an:
den Ansſchuß des hiſtoriſchen Bereits zu Bamberg.
„As Ich vorgeftern nach längerer Abwefenheit auf
„einige Tage hieher zurlidgefehrt war, fam Mir der Bericht
„aber die löbliche Wirffamkfett des obgenantten Vereins zu,
„welchen deffen Ausfhuß Mir unterm 22. Juli zu überfen=
„den die abermafige Aufmerffamfelt hatte. Hiefür verbind-
„lich dankend umd ebenfo zuverſichtlich Hoffend als lebhaft
„wünſchend, daß die In der erwähnten Zufchrift angeführten
„Beſtrebungen und Erwartungen in Erfüllung gehen möchten,
„verbleibe Sch dem hiſtoriſchen Vereine mit aufrichtigem Wohl⸗
„wollen ſtets zugethan. DE
Ma zimiltan
Herzog im Bayern.
Dee Feſtſitzung zur Feier des. Geburtöfeftes Cr. Kgl.
Hoheit würde auch Se. Kgl. Hoheit Prinz Luitpold beige
wohnt haben, hätten ihn nicht gerade eingetroffene Depafchen
verhindert. — |
Se. Kgl. Majeftät König Ludwig L. hat. in einem
Schreiben an den Bereinsfeftetär gleichfalls fein Wohlwol⸗
len über bie Beſtrebungen des Bereins zu erlennen geger
ben.
Dben murbe ſchon bemerkt, daß das hohe Regierungse
präfldium auf Die erfolgreichfte Weile auf den Berein fein
Augenmerk richtet. Wiederholt wird hier fir dieſe edlen
und die Zwede des Vereins fo wohlthätig -förbernden Be
firebungen der gebührendfte- Dank ausgedrüdt.
VlI.
Da mit dem Schluſſe des Jahrs 1850 Die Fuultivnen
des Ausſchuſſes endigten, ſo wurden im Jaunar zu einer
W
neuen Wahl geſchritten. Dieſelbe fd wieder auf die Herren,
welche in der abzulaufenen Periode die Gefihäfte beforgten.
Sie nahmen die Mahl au, mit dem Bemerken, daß fie
mit Zuftimmung der Gefammtheit auch ferner den eingeſchla⸗
genen Weg zu verfolgen gedächten. Herr Archivar Dr. Höf⸗
fer übernahm die Vorſtandſchaft, Curat Thiem das Sekre⸗
tariat, Herr Stadtpfarrer Schweiger beiorgt die Geſchaͤfte
des KHafliers und Herr Profefior v. Reider bleibt ar
vator und Bibliothelfar.
Die Einnahmen und Ausgaben. entziffern ſich in nach⸗
ſtehender Weife:
Rechnung pro 1850.
A. Einnahme: -
An Altivbefland . ... x. 139 fl. 59 Er.
„, Aktivauffenfländen . . . . 1 fi. —
„ Beiträgen . . » 3602 fl. —
„» Blu f . 2 2 2 2 — —
„» ISnögemiin . 2 22.0. 2 fl. a2 MM. '
436 fil. Alla te.
B. Ausgabe: i
An Zahlungsrückſtänden. — —
” Paflivreceg —— er — ep
ANA u 22: = in ec % 3 fl. 24 kr.
Für Dud . . . 2222. 471 3867 kr.
Dem Buhbinder . . . !-. 2. 4f.49 ME.
Für Bedienung . :! . 2 2... 233f.48 Fe.
„ Ütnflin -. -. . 2 22% —fl.42 kr.
„ Borto . . 2. 22 20.2.0.40f.57 kr
„ Insgemein. -. . . 2.2... 1f.5 kr
3 Ve .6,. Ast ing: .
Einnahme: 436 fl. Al fr.
Ausgabe: 264 fl. 2444 —
Altivbeſtand; 172 fl. 17 rs
Etat pro 1851.
2 A. Einnahme.
-; An Aktivbeftand. .. 172 fl
„ Altivaufienftänden 18 fl
„ Beiträgen von Herrn Herzoge
Max K. Hoheit Bf.
„ 22 ordentlichen Mitgliedern 88 fl.
‚„‚ 170 außerordi. Mitgliedern 170 fl.
Für — 7 : fl.
5923 fl.
a u Ausgabe:
An Zahlungsrückſtänden to
Für Bücher, — Bilder WA.
. „Druck . . 7.7160 fl.
Dem Buchbinder — 45 fl.
Für ‚Bedienung 20 fl.
„ Reparatur . 02 10 fl.
„Porto 18 fl.
Abgang an Beiträgen 18 fl.
Insgemein 20 fl.
Er ef
C. Abſchluß.
Einnahme: 523 fl. 17 kr.
Ausgabe: 325 fl. —
Beſtand: 198 fl. 17 fr...
..17:
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j pi |
VII.
Uunter u 18. Oltober wurben vom hohen Regiernugspräſidium
ven Oberftanlen als un beigeifetene Nitglieher bezeichnet:
1.
EIS SZ Zi Ei a
3
Herz Banereis, Pfarrer und Diſtriktsſchnlinſpektor zu
Walsdorf.
Berthold, Pfarrer zu Nenuderf.
Böhm, Säulverwefer zu Kteinhereth.
DA, Fat. Forſtamtsaltnar in Ebrach.
Dornhöfe t, Rechtspraktikaut zu Gräfenberg.
Diep, fgl. Landgerichtsaſſefſor zu Lichtenfels.
Eudres, tgl. Forſtamtsaltuar zu Vorchheim.
"Engelhard, Pfarrverweſer zu Briefen.
Fillweber, Pfarrverweſer zu Theifenort.
Förtſch, Kaplan zu Altenfunftadt.
Gleitsmann, fol. Land. ⸗Aſſeſſor zu Vorchheim.
Geld er, Igt. Landgerichtsafſeſſor zu Lichtenfels.
Gengler, tgt. Landrichter zu Pottenſtein.
Glaͤſer, tal. Gerichtsvorſtand zu Banz.
Heydenreich; Taf. Landrichter zu Herzogenaurach.
Herrmann, kgl. Rentbeamter zu Burgwindheim.
Hofflätter, Veneſtziat zu Waifchenfetd.
Herberich, Pfarrer und Dechaut zu Teuſchniß.
Hofmann, Pfartrer' zu Marienweiher.
Jungkunz, Kaplan gu Burgwindheim.
Küffner, fal. Landgerichtsaffeſſor zu Burgebrach.
Kuhn, tgl.’ Landtichter zu Ludwigsſtabt.
Krapp, Kaplan zu: Portenftein.
Zunz, kgl. Landgerichtsaſſeſſor zu Bräfenberg.
Lamprecht, "Pfarrer zu Buttenheim.
Leitner, Schullehrer zu Schwürbitz.
Landgraf, fol. Landger.Afuar zu Lichtenfels.
‚Martin, kgl. Landger Affeffor zu Buͤrgebrach.
Papſtmang, Pfarrer au EN.
xvm
30. Herr Partheimüller, Rechtspraktikant zu Lichtenfels.
31. ⸗
=
je 7)
“ un a % a n u v 111 “
Richter, fol. Forſtwart zu Wachenroth.
Schedel, Pfarrer zu Buͤchenbach bei Erlangen.
Schneider, Kaplan zu Neuhaus dei Beldenftein.
Schrön, fgl. Reviergehilfe zu Ebrach.
Sondinger, kgl. Landrichter zn Hollfeld.
v. Stetter, kgl. Revierfoͤrſter zu ———
Seuß, kgl. Unteraufſchläger daſelbſt.
Scharf, kgl. Reviergehilfe zu Roſenhammer.
Schrauder, Kaplan zu Burgkunſtadt.
Vornberger, kgl. Landg.-Affeffor zu Vorchheim.
Wölker, kgl. Landrichter zu Burgebrach.
Ehrenmitglied wurde Herr Dr. Glax in Wien.
Geſtorben ſind:
Sen Rentamtmann Schöpf zu Wunftedel + 8. Nov. 1850.
“= Dr. Franz FZaver Anfelm Deuber, Hofrath und Pro-
feffor an der Univerfität Freiburg im Breisgau Eh—
venmitgfied des hiftortfchen Vereins F 24. Rov. 1850.
vuI. |
Verzeichniß der dem Vereine gemachten Geſqhenle.
A. Druckſchriften.
a. Geſchenke von inländifchen Vereinen.
Königl. bayer. Akademie der Wiffenfhaften zu Münden.
Abhandlungen der biftorifchen Klaſſe. Bd. VI. Abth. 1.
(Gefhichte der Landgrafen von Leuchtenberg. — Ofto
der Große, Herzog in Bayern und feine Brüder, Pfalz-
Grafen von Wittelsbach. Ihr Leben und Wirken unter
den Welfen und Hobenftaufen. — Die Handelsver⸗
bindungen der Portugiefen mit Timbuftu im XV! Jahrh.)
XIX.
Pülletiu pro 1849 Nr. 26— 37 mit Titel 1850 Nr. 1— 22.
Dr. Rudbart, einige Worte über Wallenſteins Schuld.
Feſtrede 1850. 4.
Dr. Höfler, über die politiſche Reformbewegung in Deutſch⸗
land im XV. Jahrh. und den Antheil Bayerns an
derjelben. Feſtrede 1850. 4.
Königlihes Studienreftorat dahier.
Jahresbericht über das kgl. Lyceum, Gymnaſium und die la⸗
leiniſche Schule 1849,50 mit einem Programme von
Brofeffor Buchert: „Zur Reform der Gelehrtenſchu⸗
len in Bayern.“
| Hiftorifdjer Berein zu Bayreuth.
Defien Archiv für Geſchichte und Alterthumskunde von Ober-
franfen 4. Bd. 3. Heft. (das Fürſtenthum Bayreuth
im dreißigjährigen Kriege. Nach bandfchriftlichen und
gedrudten Duellen dargeftellt von Dr. Holle. Mit
rkundlichen Beilagen. IL. Abfdhnitt (1637 — 1648.)
Hiſtoriſcher Verein von und für un
in Münden.
Deſſen zwoͤlfter Sahresberiht München 1350. Oberbayeri⸗
ſches Archiv für vaterländiſche Geſchichte herausgegebeu
von dem genannten Vereine. X. Bd. 3. Heft. (euth.
das alphabettfche Regiſter über die erften 10 Bände.
Münden 1850. Eiffter Band. Zweites Heft.
Hiftorifcher Verein zu Neuburg a. d. D.
Deſſen Collectaneen⸗Blatt für die Geſchichte Bayerns insbes
fondese für die Gefchichte der Stadt Neuburg a. d. D.
und Deren Umgegend. Vierzchnter Jahrgang 1848.
1. Heft des V. Bd8. Fünfschnter Saprgang 1849.
11. Heft. des V. Bds.
Giftmifcher Verein von Unterfranfen und Aſchaffenburg
zu Würzburg.
Deſſen Archiv x. Band 1. Heft. est
xXX
Hiſtoriſcher Verein von Oberpfalz und Regensburg
zu Regensburg.
Defien Berhandlungen XIH. Band der gefammten Berhand-
lungen... Mit ſechs lithographirten Tafeln. Regeus-
burg 1849. *)
b. Geſchenke von auslandiſchen Vereinen,
Kaiſerliche Akademie der Wiſſenſchaften zu Wien.
Deren Schriften, als 1) Fontes rerum austriacarum. De-
fterreiche Geſchichtsquellen. Zweite, Ablheilung Diplo-
mataria et acta. I. Band Diplomatarium miscellum
saeculi XIII. Wien 1849. Auf) unter dem Titel:
Urkunden zur Geſchichte von Defterreih, Steiermark,
Kärnten, Kain, Görz, Trieft, Iftrien, Tirol. Aus.
den Jahren 1246 — 1300. Aus den Orginalien des
K. K. Haus, Hof und Staatsarchivs von Dr. 9.
Chmel. Wien 1849.
2) Archiv für Kunde öſterreichiſcher Geſchichtsquellen. Exftes
und zweites Heft, Wien 1848, Drittes Heft, (Ur-
funden Regeften zur Gedichte Kärnthens von Dr.
v..Aulexshofen Wien 1849. Viertes Heft 1849. Das
fünfte Heft fehlt.
3) Archiv ‚für Kunde öfterreichifcher Geſchichtsqueilen Jahr⸗
gang 1849. J. — V. Heft. Deſſelben Jahrgangs. II.
Band I. — IV. Heft. .. 1850. 1. Band,
I.-V. Heft. Wien aus der k. k. Hof⸗ und Staate-
Druderei,
Sipungsberichte der faif, Alademie der Wiſſenſch aften. Phi⸗
loſophiſch hiſtoriſche Klaſſe. Jahrgang 1850. Januar
— Mai Wien 1850.
*) Die romifchen infohriftlihen Dentmäter Regendburgd von Hr. v.
Hefner. Stoffen über ein Zinsbuch der Stadt Amberg vom ahre
1585. Von Dr. Schuegraf. Die Schlacht auf dem Marsſelde oder
bie Wiederherſtellung des Abnigreichs Roritum d. i. Bayern. Bon
Obermayrt. Auszüge aus zwei Rekrologien des Kloſters St. Em⸗
meram in Regensburg von Mooyer.
=
IXi
Deren Sitzungsberichte, philofophifch = hiftorifche Klaſſe. Ihrg.
1850. Zweite Abth. (Juni und Jufi.)
Archiv für Kunde öſterreichiſcher Geſchichtsquellen, herausge⸗
geben von der zur Pflege vaterländiſcher Geſchichte
aufgeſtellten Kommiſſivn der PL. Alademie d. W. Ihrg.
1850. 2. Band. I. Heft . Heft (mit einer Beilage
von fünf Stammtafeln,
Antiguarifche Geſellſchaft zu Baf cl. ö
Das Münfter zu Baſel. Bon Dr. D. A. Fechter. 1850.
gB. A.
Ucher einige Gegchflände der. Sammlung von Alterthümern
im Muſeum zu Bafel von Profeſſor Dr. W. Viſchet.
Verein für Geſchichte und Alterthum Seiens
zu Breslau.
Seriptores rerum silesiacarum oder Sammlung jhlcfifcher.
Geſchichtsſchreiber. Herausgegeben yon Dr. ©. 2.
Stengel. : Bierter Band. Breslau 1850. A.
KK. Mähriſch-ſchleſiſche Geſellſchaft des Aderbaues,
der Natur⸗ und Landeskunde zu Brünn.
Deren Mittheifungen. - Rene Folge. 1. Vierteijahrsheft 1850.
lesform. Deren Dittfeilungen-- Jahrgang 1849. eur
Hefte in A. Brünn:
Gelehrte Eftnifche Geſeltſchaft zu Dorpat.
Deren Berhandlungen sweiter Land drittes dert Derpal
1850: 8.
*) Biſchof Albert und fein- —* — Meber. — Cha⸗
rakter der Eſtniſchen Mythologie. — Volksſagen und
Traditionen aus „dem, eigentlichen Eſtlande heſpuders
ans Harrien und der Wied, — Der dankbare Für-
ftenfohn. Eſtniſches Volksmährchen. —
Zur Erinnerung an Profeſſor Dr. Auguft Hanſen zu
Dorpat + den 3. Mai 1849. Dorpat 1849,
xx
Oberlanfigifche Geſellſchaft der Wiſſenſchaften
zu Goͤrlitz.
Neues Lauſitziſches Magazin. XXV. 3. u. 4. Heft. Görlig 1849.
XXVII. Band. 1. und2.(Doppel) Heft. Görlitz 1850.*)
Verein für Hamburgiſche Geſchichte zu Hamburg.
Deſſen Zeitſchrift Band MI. Heft. 2.
Hiſtoriſcher Berein für Niederfachen zu Hannover.
Defien Archiv, neue Folge. Jahrg. 1848. Zweites Dop-
pelbeft. Defien Nachricht über den Berein 1850.
Periodifche Blätter für die Mitglieder der beiden hiftorifhen
Vereine des Großherzogthums und des Kurfürftenthums
Heffen Nr. 15.
Museum Francisco- Carolinum zu Linz. |
Deſſen eilfter Bericht. Mit einer Abhandlung Über die nord-
öftlihen Alpen als Beitrag zur Bundeskunde in geo-
gnoſtiſch⸗ mineralogifch - montaniftifcher Beziehung. Linz
1850.
el Berein der fünf Orte Luzern, Ari, Schwyz,
Unterwalden und Zug.
Der Seiten, Sechſter Band. Mit zwei lithegra-
phirten Tafeln. Einfiedeln 1849.
Berein zur Erforfhung der rheinifchen —
und Alterthümer zu Mainz.
Deſſen Abbildungen von Mainzer Alterthümern mit Erklä⸗
rungen. 11; Schwert des Tiberius. Mainz 1850.
*) Geſchichtliche Entwidelung, wie ſich die Tatholifchen Buftände in
ber Dberlaufig vom Einführung bed Chriſtenthums bis zur An-
nahme der Reformation geftaltet haben. Bon Dr. Peſcheck. —
Materialien zur Gefhihte des Herbſtfeldzuges in Sachen im
Sabre 1745.
RER
XXI
Geſchichte für Pommerſche Geſchichte und Alterthumskunde.
Nachricht für die Neuvorpommerſchen Mitglieder. Auszug aus
dem 25. Jahresberichte. :
Schleswig⸗- Holftein - Lauenburgifche Gefelfchaft für
vaterländifdye Geſchichte.
Rachträge zum erften Band der Urfundenfammlung. Kiel
1848. gß A.
Deſſen fünfzehnter Bericht (der Silberfund von Farve. Mit
zwei Supfertafeln. Kiel 1850.
Berein für meklenburgiſche Geſchichte und Alterthumskunde
zu Schwerin 1850...
Defien Jahrbücher und nn XV. Jahrgang Mit
ſechs Holzſchnitten.
Deſſen Quartalbericht XV. 2. 3. N
Graf Heinih 24. Reuß zu Köſtritz und Herzog Karl Leo⸗
pold von Meklenburg Schwerin. Ein urkundlicher Bei⸗
trag zur Kirchengeſchichte Meklenburgs. Schwerin 1849
Hiſtoriſcher Verein für Steiermark.
Deſſen Mittheilungen. Erſtes Heft. Grap 1850.
Literarifch-gefelliger Verein zu Straif und.
Beriht über fein Beftchen während der Jahre 1848 und
41849. Straffund 1850.
Das Schachſpiel. (Nah einem Romancier der Tafelrunde)
Bon Oberſt von Könnerig. - Straffund.
Georductes Inhaltsverzeihniß der baltifhen Studiew. -Bon
Dr. Zober. Jahrg. 1.— X. Stettin 1847.
Boigtländifcher Alterthumsforfhender Derein.
Defien 22. 23. 24. Jahresbericht, Gera. |
Würtembergifcher Alterthums - Berein.,
Defien vierter Rechenfchaftsbericht für die Jahre 1848 u, 1849.
zum
Deſſen Iabreöheite. Fürnes Heft. Mbbildungen 1. die St.
Balterikstspele un Ruıbartt 2. Detall vom Hl.
Grab zu Reutlin gen 3. Orabfunde bei Rergelfeiten
4. 20 Standkiſder der Bürtemberziihen Grafen in
der Erirräfirde zu Eimttgut. 5. der Licheöbrunnen.
Ein Hel;ikrigwerf ven Albrecht Tara.
Tefien Schriften Erſjtes Heft.
Berein jur Aunfi und Alteribum in Ulm und
Oberſchwaben
Deſſen Berhandiungen. Siebenter Bericht. Der größeren
Hefte fünfte Folge. Mit zchn Holzĩchnitten und drei
Gteinzeidhiuungen im Text Ulm 1850: 4.
Hiftorifcher Berein für das Würtembergifche ——
*Il GCrailsheim. —
Dehſen Sapungen 1846.
Defien Zeitfehrift, erſtes Heft. Jahrgang 1847 Eraileheim.
Zweites Heft. Jahrgang 1848. Aalen.
Gutenberg » Arhiv. Nr. IIk Geſchichte und Sage. Zur
- "Würtembergifchen Geſchichte Leben des’ Ritters von
Ehingen.
Antiquarifche Geſellſchaft in Zürig,
Defien Min hellungen. XV. Zürich 1851. 4.*)
c. Geſchenle von virſchiedenen Perſonen.
Univerfitätöprofeffor Dr. Gengler, in_Erlangen.
Defien deutfche Rechtsgeſchichte im Srunbrie N. Heft.
Erlangen gß 8. 1850.
Dr. Hoffmanns Lehrbuch der Weltgeſchichte für Gymnaſien
2, Bände. Nördlingen 1843 — 1844.
Greim, Dechantpfarrer in Vorchheim.
Abbildungen ſämmtlicher Aebte des Kloſters Langheim auf
Pergament:
*, Geſchichte der Abtel Büric.
1’ ’.ı 1 3,’
1, AXV
7. Hiener, Gaſtwirthe dahier. A
Die vornehmften Merkwürdigkeiten det Reichftadt ————
1772 — des faiferlichen imb-’ NReichskammergerichts⸗
Kalender auf das Jahr 1774. Ftanfkfurt am Main
—. Mehrere Kärtchen — die Wechſelmatrikel des k. b.
Wechſelgerichts Bamberg. Daſelbſt 1845 — Rund»
ſchreiben des Papſtes Pius IX, vom Jahre 1847.
Die Schoͤnbornſche Gemaͤldeſammlung beſchrieben von
Heller. — Trauerrede auf Domdechant Erhard in
- Bürzburg. Nachrichten über das Erziehungsinſtitut
für Studirende in Münden. — Leben und Wirken
des Freiberen von Kreittmayr, kurfrſtk. rg
Münden 145. — JIrquerxxede auf Joſeph TI
Weyermann 1790 — Urkundliche Nachrichten —
Fürſtbiſchofe Mangold ertheilt von Defterreiher —
Ueher Vereine mit gewerblichem Wirkungskreis u. ſ. w.
— die deutſche Literatur und Das bayeriſche Unterrichts⸗
ba in den Jahren· 1830 — 134838.
u Dr. 8; G. Keller in Würzburg.
Die Gründung des Gymnafiums zu Wuürzdurg durch den
Fürſtbiſchof Friebrich von Wurzburg: Rennaw von
Dr. —— Würgdıng 1850. 4. =
.Dr. Eu Meily in Wien
Deſſen Wert: Das MWeftportal des Domes zu Wien, in fei-
nen Bildwerken und. ihrer Demalung. Wien 1850
MEERE... —
Di. v. Minutol t
Deſſen Werk: Friedrich 1. Kurfürſt von Brandenburg und
Memorabilia and dem Leben der Markgrafen von Bran-
deuburg aus der Dnclien. des Plaſſenbarger Archivs
Mit drei lithographirten Beilagen. Bezfin 1850 9ß 8.
"Kkvı
Dr. 3. Ritter vn MWncyantti gu ARaer; und Trzywda
.. „5b. Beirfsphyfiler in, Prag.
? "Run Bart Die Kaltwaſſer⸗Heilauſtalt Kreuzen. ; jn Oeſter
rel ob. der Gans. nebſt einem Anhange: Die Burge
—nd Schloͤſſer des -untern Müptyierted. Mit eine
“ Anßcht ‚von Kreuzen. 2inz.4850. bei Fint.
— — Dr. @ 8: "Mo oyer in Yinden.
dinn Wert: "Ueber die angebliche Abſtammung des nor
manniſchen Konigsgeſchlechts Stziliens von Yen Hero:
: gen der. Rormandie. ‚Eine genealotiſcht Uinterfugung
ki...» Minden 1850 gB 4. —
— 222ller —
te von Ofedeuf’und vor deflen- MORE Ungebun
gen. "Biertes Heft; Dası katholiſche Ohrdruf in dem
„sten Jahrhundert vor’ der Reformation.) Bon Dr.
" Rrugelftein: 41830: 4. ya, %
Geſchichte des Lyckums al eh. on
Jahresbericht des Bymnaſhung AN, Sptefinge 1850.
au hr, ꝓutglans. Rärhkerfkeir. pand, med. .. 7
107 Bagpenfertiih leiten aus⸗ Den Zeit Dep — infofern
berfelbe dieauterfräniiche Myadt,Agriftahk berühte.
Ein Beitrag zur Geſchichte Unterfranfens. Aus Scrip⸗
tem jener Zeit Ugefauitikekunudd hetsusgegeben von EI.
bt NE EERRIEN 8. une ran
Re
3 ir
DE KR Manchen. 1
Defien Feine Beiträge zur deulſchaͤn Sptaih· Giſchichts⸗ und
Ortsforſchung. l. ‚pet. % „Wychen 1850. 8
‚1. Heft daſelbſt 1850.
EEE 7 Een, Rpeiapfehheläc. —
41: ¶ BPeffeh st ften" al e0eric he Bi Binnen |
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ID 0 vnd en fen RER ud) von
nr Kid, Ainere: MR Mi nee do
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— Bohlen —
zur Erlunerung ar ſeike Zigägchge: ri am
18. April 1848 v. Du! _ rn)
x Dr. Intwie, Mrher, (ij m Rrpfeflor —
des Babe Mei J— h Bitteinde
XXRXX mätermed ‚uBoN} R. M InBpttfrido
Uee -Altmanine! proava Hildnzaräat eaeingia Caroli
M. subsisddntds. &ıhäheias Mol; (ci. uni)
Fe Ve — Bemny Merebnäfehhehir. RR
Em Röfchtief wol. Perggment. 12. Mei 1804.
4 Sehaunt würde. ———
Codex diplomaticus fuldensis. Herausgegeben von Dr.
Dronfe. 4A. Lieferung. Gaffel 1850. gß 4.
B. Münzen.
Eppenauer, Stadtpfarrer in Ebermannfladt.
Eine Silbermünze in der. Ordße eines %, Thalerſtücks A
Brufbifd mit der Umfdrift: Carolus Gustavus rex.
R. Drei Kronen unten U. M:
Eine Silbermünze auf die Univerfität Erlangen. A. Drei
Pyramiden auf der Spipe einer jeden eine Krone In
Umfchrift Felicitas, Spes, Deliciae. Unter den Byra-
miden, hinter denen fich (die Stadt?) zeigt CIglgCCXLan.
iNl. Nov. saeculi. R. Academiae Fridericiauae pri-
vilegiae Erlangae promulgata. Umſchrift: Turba
Iinimica crepret: Persta atque obdura.. Cine Sil-
bermünze auf den Markgrafen von Brandenburg 1688.
A. Ein Bogel fliegt der anfgehenden Sonne zu. Um-
ſchrift: Renascendi studio terrena relinguit. R., Um-
. Km
ſchrift: Georg Friederic. Carolus. B. &. "Mearggrav
"Brand: D: Pr. Znſchrift: Watus 19. Ju 4888, rexi
.. „patrigm juste ab anno 1726 obdormiv.'plaeide 17. Ma
— 1735. Beat. Immortalitat. — —
ER Etwirarektor Dr. Buteniden, —F
Eine Bamberger Silbermänzge.‘
„A: Duſtbild des Fürſtbiſchofs Man Frieduch mit der Um
ſyrift: Ad. Frider. D. G. Ep. Bam. et Wire. 8. R
I. Pr. Fr.'Or. Bux.
CR WS: BED dert FI. Zaugfrau Maia mit ber Ichhretzah
order: Uniſchrift: Patrone, Feamenmise. , Unten XI
eine (W.) F. Mark. ©. 8.:B..B. . »
Müller von Raneneit zu Maumedlöbirg ob Schleußingen.
> 7 Städ dite Münzen ad: A Halbunzen, 1 Münze von
Bamberg und zwei andere Münzen.
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Die
- Samberger Synoden.
EIER
Dr. 2. &. Schmitt,
Bomkapitnlar.
OHD
Bamberg, 1851.
Drudvon J. M. Reinbl,
Borwort.
Die Ereigniffe der neueften Zeit berechtigen zu der
Hoffnung, daß das Synodalinſtitut in der katholiſchen
Kirche einen neuen Aufihwung nehmen werde. Da die ein-
seinen Didcefen als Glieder des großen Leibes der Kirche
am allgemeinen Leben diefer Theil nehmen, fo wird die ges
dachte Erſcheinung die nothwendige Kolge für das Erzbis⸗
thum Bamberg haben, daß auch in ihm jene Synoden wies
der in’8 Leben treten, welche fih aus dem Metropolitan:
und Diöcefanverhältniffe nad den Canonen der Kirche erge⸗
ben. Wird dieß der Kal fein, fo haben wir aber feinen
neuen Anfang einer bisher nie dageweſenen Sache, ſondern
wir haben im Wefen nur die erneuerte Yortfegung eines
uralten Inftitutes. Als das Bisthum Bamberg in’s Dafein
trat, war das Synodalwe'en längft vollſtändig ausgebildet,
Das bereitd Vorhandene bildete fih auch in die Gefchichte
der Diöcefe Bamberg ein und in ihr fort. Da die Gefchichte
der Bergangenheit die ehrwürdige Lehrmeifterin der Gegen-
wart ift, und da nichts mehr, als der forgfältige Blick in
die Annalen der Gefchichte die Gegenwart vor Verirrungen
ſchützt: ſo wird auch die wieder beginnende Reihe der Sys
noden inmerhalb der erzbifhöflichen Kirche Bamberg’s an
den aus der Bergangenheit herabragenden Baden der alten
Synoden ſich anfnüpfen müflen; fo wird auch hierin eine
A |
IV.
fhöne Zukunft, ohne Rückblick auf die Vergangenheit kaum
möglich fein. | |
Dieg. veranlaßte mich, nah den in alten Zeiten
im Bisthume Bamberg abgehaltenen Synoden mi um-
zufehen. Allein äußerft fparfame Quellen eröffneten ſich
mir. Bon Synodalaften findet fi nirgend& eine Spur.
Nur fparfame Notizen laffen fih fammeln und einzelne Diö-
cefanftatuten liegen vor. Eine Bearbeitung haben die Bam⸗
berger Synoden bis jeßt nicht erhalten. Der Kanonikus
und Profefior Dr. Schott gibt in einer Differtation vom 2.
1770 eine, jedody fehr unvollftändige, Zufammenftellung der-
felben, wozu er den Text nur aus Hartzheim's Werke
über die deutfchen oncilien mit Benützung der die Bam-
berger Geſchichte behandelnden Schriften von Hoffmann
und Uffermann benüßte. Beide letztern Autoren fagen
aber von den Bamberger Synoden fehr wenig. Welche Zu-
füge zu dem Bisherigen mir Manuferipte möglich machten,
zeigt die folgende Abhandlung. Ein weiteres Matertal,
als das von mir gebotene, vermochte ich nicht aufzufinden.
Zur Erleihterung der Üeberfiht habe ich die obgleich Kleine
Abhandlung in drei Abfchnitte getheilt. Der erfte Abfchnitt
zeigt, wie die Bamberger Synoden fih an das zur Zeit der
Gründung des Bisthums Bamberg bereitd ausgebildete
Synodalinftitut anfchließen; der zweite zählt die innerhalb
des Bamberger Didcefangebietes ſtattgefundenen Synoden,
infoweit hievon Notizen vorhanden find, auf; der dritte lie-
fert die Diöcefanftatuten, welche das Ergebniß der Syno-
den waren und welde von großer Wichtigkeit für die Did-
cefe Bamberg in ihrer Vergangenheit und Gegenwart find.
Erfter Abſchnitt.
Das Berhältuiß der Bamberger Synoden zum Synodal⸗
Auftitute der Tatholifchen Kirche.
Dem Organismus der Fatholifhen Kirche fommt ein
doppeltes, die Aufgabe derfelben fürderndes Merkmal zu,
es ift die Seftigfeit und die Bewegung. Jene befteht
in der Unveränderlichfeit der den Organismus in feinem We-
fen conftituirenden Glieder, welche ihre ſtets gleiche Aufgabe
innerhalb einer ſtets gleichen Sphäre zu Löfen haben; Diefe
in dem lebendigen Verkehre, in weldiem alle Glieder des
Organismus theild unmittelbar, theild mittelbar zu einander
fieben.
Der ganze Körper der Kirche aber in feiner Unverän-
derlidhkeit verdankt feine Gliederung ihrem göttlichen Stifter.
Dazu fam eine weitere Ausbildung „der Gliederung durch
die Kirche felbft. Die Kirche hat im römiſchen Bifchofe ihr
allgemeines Oberhaupt. Er ift das Centrum der Ein-
heit, von dem alle Strömungen des Leibes der Kirche aus-
und in Das alle zurüdgehen. Das Oberhaupt umgeben die
Bifhöfe der fatholiihen Welt. Innerhalb des Episkopa⸗
tes, welcher göttlicher Anordnung ift, hat die Kirche im Ber: --
faufe der Zeiten eine Gliederung eingeführt. Die Bifchöfe
einer Provinz haben ihren Einigungspunft im Metropo-
liten, die Metropoliten einer Nation im Primas. So—
nad bewegen fich die Bifchöfe um ihren Metropoliten als
ihren nächften Einheitspunkt; die einzelnen Metropoliten mit
ihren Suffraganen um je einen Primas; Die einzelnen
Primaten mit ihren Metropoliten und deren untergeordneten
Biihöfen um das univerfale Centrum der Einheit, den Papſt.
6
Die Bifchöfe haben ihre Sprengel als eben jo viele
fleinere Peripherien in der Kirche, für welche Kreife der
Bischof Das Gentrum ift. Die Stellvertreter des Bifchofes
in deſſen Sprengel find die Pfarrer, und deren Stellver-
treter ihre Hilfspriefter. Die Pfarrer bilden unter fi
engere Kreife, deren Mittelpunfte die Defane find. Sonad
wird eine Mehrheit von Pfarrern durch den Defan zu einem
Körper geeinigt, und die Delane mit den Pfarrern, mit Des
nen die Hilfspriefter eime Perſon bilden, bewegen ſich
um den Biſchof ald den Einheitspunft der ganzen Diöcefe.
Die Pfarrer leben und wirfen in den einzenen Gemeinden
der Gläubigen. Durch fie ſtrömt das Wort und die fafra-
mentale Gnade auf die Einzelnen über, und wird die dhrift-
liche Disciplin in den Familien gehandhabt. In dem Stande
des Klerus ift es alfo der Pfarrer, welcher den ausſchließlichen
Beruf hat, in unmittelbaren geiftigen Berfehr mit den ein-
zelnen Menfchen aller Stände zu treten. Cr bildet den
Mittelpunkt der Pfarrei. Die Pfarrgemeinde ift ein Com:
pleg von Familien. Das Haupt der Familie ift der Haus:
Vater; er ift der Repräjentant des Weibes, der Kinder und
der Dienftboten. Die Familien: Bäter umgeben daher
zunächft den Pfarrer; durch fie wirft ex auf die Familien
nad) allen ihren Gliedern ein.
Wir find in der Darftellung der Gliederungen, welde
dem Organismus der Kirche eigen find, vom Oberhaupte
und allgemeinen Centrum der Einheit ausgegangen und find
nun beim niedrigften Gliede der Bamilie in der Hütte des
einfamen Dorfes angekommen. Auch dieſes ift enge mit Dem
Haupte verbunden, Und fo treten alle &lieder der Kirche
in die engfte Berbindung zu etmander unter dem cinen
Haupte. Die angegebene Struktur der Kirche bewirkt ihre
Feſtigkeit.
Das zweite der Kirche zukommende Merkmal iſt die
Bewegung. Alle Glieder der Kirche ſtehen in einem fort⸗
7
danernden geiſtigen Verkehre mit einander. Dieſer Ver⸗
kehr iſt ein ordentlicher und außerordentlicher. es
ner Ändert in ſteter Gegenwart ſtatt. Ein analoges Bild
von ihm ift der Kreislauf des Blutes im menfchlichen Kör⸗
per, defien Eentralsigan das Herz ift, aus weldem das Blut
in alle Erteemitäten des Körpers ausftrömt, Denfelben bele-
beud und nährend, und in welches Das ausgeftrömte zurück⸗
fließt, um die belebende Kraft wieder zu erhalten, welche
es an die Glieder Des Körpers abgegeben hat.
Das außerordentlide Mittel dieſer Bewegung in ber
Kirche find die Synoden. Eine Synode If der unmittels
barfte perfönliche Verlehr des angegebenen Gliederungen der
Kirche zur Förderung des kirchlichen Lebens. Synode und
Concil find zwei Worte für diefelbe Sache, deren Unter⸗
ſchied nur im fprachlichen Urfprunge liegt. Dos brachte
allmälig der theologifche Sprachgebrauch einen theilweiſen
Unterfhied in das, was nad der Etymologie identiſch ifl.
Die Eoncilien beziehen fi) auf den unmittelbar =» perfönlichen
Berfehr innerhalb des weiteren, die Synoden aber innerhalb
der engeren Gliederungen des Kirche. Die beregten Eon-
cilien und Synoden involviren nach ihrem Umfange wieder
befondere Arten. Eine perfönliche Bereinigung des Ober-
haupted des Episkopates mit deſſen einzelnen Gliedern in
der Allheit oder doch relativen Mehrheit heißt ein öfumes
wifhes oder allgemeines Concil. Die Geſchichte zählt
eine große Reihe derſelben, welche mit dem zu Ricän a.
325 beginnt und mit dem im 16. Jahrhundert zu Trient
abgehaltenen ſchließt. Eine Berfammlung des Primas des
Episfopates einer Nation mit den ihm untergeordneten Dir
(höfen zu kirchlichen Zweden wird ein Nationalconcil
genannt. Tritt Des Metropolit mit den Suffraganbifchöfen
ſeinet Provinz zufammen, fo haben wir die Brovinziak
Synode, oder das Provinzial-Eoncil. Berfammelt der
Biſchof den Klerus feiner Didcefe um fi, fo ergibt ſich die Diö-
cefanfynode. Eine Zufammenkunft des Defans mit den Pfar⸗
8
rern (und deren Stellverfretern, den Hilfsprieftern) des Ka⸗
pitel8 gibt die Defanatfynoden, aud Kapitel ge-
nannt. Wenn endlich der Bfarrer die ſämmtlichen Familien
Bäter feiner Pfarrei zn einem religiös -firchlichen Zwecke um
fi fammelt, hat man die Bfarrfynode (Sende, Send-
gericht). Alle diefe Arten von Synoden find mit der Aus—
breitung der Kirche auf Erden allmälig in Uebung gebracht
und durch die Firdhliche Geſetzgebung geregelt worden.
Dieg gilt auh von der Kirche in Deutfhland.
Schon im dritten Jahrhunderte befteht eine Mehrheit von
‚ bifpöflichen Stühlen in unferem Baterlande.. Um die bi-
fhöflihen Kirchen reihen fih in weit ausgedehnten Slirchen-
ſprengeln die Pfarrfirchen, und der Einigungspunft für Alle
it St. Peter's Stuhl zu Rom.
Durch den heil. Bonifacins erlangte die Kirche in
Deutfchland ihre volllommene Ausbildung. Ex erfcheint unter
päpftlicher Auktorität als Primas von Deutfchland. Er gründet
neue Bisthümer und darunter das von Würzburg und Eichſtätt,
welche beide, über das Bamberger Land fich ausbreitend, einan-
der berührten. Weber zwei Jahrhunderte hatten diefe beiden
ſchon beftanden, da Heinrich der Heilige, als Kaifer des
deutfchen Reiches der Zweite, den Entſchluß faßte, die ihm
zugefallenen Güter der ehemaligen Grafen von Bahenberg
zur Gründung eines neuen Bisthums zu verwenden. Im
Jahre 1007 wird das neue Bisthum von den zu Frankfurt
verfammelten Deutfchen Biſchöfen und vom Papſte Johann
XVII. anerkannt, und unmittelbar darauf Eberhard, der
Kanzler des Kaiſers, vom Erzbifchofe Willigis von Mainz
zum erften Bifchofe von Bamberg feierlich confecrirt. Da-
mit beginnt die Gefchichte des Bisthums Bamberg, welches
feine Lage zwifhen dei beiden Älteren Bisthümern von
Würzburg und Eichſtätt, die hiezu das Territorinm abzu⸗
treten hatten, erhält. Es tritt mit gedachtem Jahre die
Imperialis Ecclesia Bambergensis, wie fie in alten Do:
fumenten allenthalben betitelt erfcheint,, m die Gefchichte der
9
allgemeinen Kirche ein. Der Geiſt und das Leben diefer
firömt in das in den Organismus der Kirche fich neu ein-
reihende Glied über, und wiederum übt diefes feinen natür⸗
fihen Einfluß auf den ganzen Leib der Kirche aus. Go
wie das Leben des Leibes aud in jedem einzelnen Gliede
desfelben fich wiederfindet, fo wiederhoft fi in jedem ein-
zelnen Bisthume die Gefchichte der ganzen Kirche nad) ihren
weientlichen Zügen. Dieß gilt auch vom Bisthume Bam⸗
berg in Bezug auf die Synoden. Der Biſchof von Bam⸗
berg vor der Säfufarifation hatte bis zum Tode des lebten,
Georg Karl von Fechenbach, welder 1808 in Bam—⸗
berg ftarb, zwar weder den Charakter eines Primas noch
eines Metropofiten; alleiri er war eremt von der Unterord⸗
nung unter jene und fland daher unmittelbar unter dem
Papſte. Dieß war eine befondere Auszeichnung der Kirche
von Bamberg, womit Papft Iohann XVII. und nod) mehr
jein Nachfolger Benedikt VIII. mit Rüdficht auf den Faiferlichen
Etifter fie ſchmückte. Es fand daher in dem Gebiete des
Bisthums von Bamberg’ nie ein allgemeines, oder Rational-
Eencil, oder eine Provinzialſynode ftatt; vielmehr begab ſich
der Biſchof von Bamberg zur Beier dergleichen Zufammen-
fünfte in andere Kicchenfprengel. Anf dem allgemeinen Con⸗
ci zu Conſtanz erfhien Bifhof Albrecht (oder Albert)
I. von Wertheim (1399 — 1421). Schon vor feiner
Anfunft hatte er zu dem Concil, welches am 1. Rovember
1414 eröffnet wurde, die Achte Lambert vom Michaels:
berge, Heinrich von Michelfeld und Nikolaus von
Langheim vorausgefhidt. Cr felbft folgte nad und ritt
ut Gefolge in feierlichen Zuge in Conſtanz ein ®).
Auf dem Eoneil zu Baſel war. Bifhof Anton von
Rotenhban (1432 — 1459) anweſend und wurde daſelbſt
vom KHaifer Sigismund als Landesfürft belehnt »).
a) Ussermaun, Episcopatus Bambergensis. Binterim, Si
en Geſchichte ber deutſchen Nationalconcilien, Bb.7, ©. 68
b) Usserm, Episc. Bamıb.
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Das Concil von Trient nahe unter dem Fürſtbi⸗
Ihofe Weigand von Redwip (152 — 1556) feinen
Anfang. Derfelbe war wohl entichloffen, auf daßſelbe fi
zu begeben; allein durch Krankheit gehindert ernannte er
den Biſchof won Lübed zu feinem Stellvertreter *).
Der Biſchof von Gamberg war. verpflichtet, auf der
PBrovinzialfynoden in Mainz zu erfcheimen, weil es
ein allgemeines eanonifches Gefeg ift, Daß der egemte Biſchof
zum nächſten Metropofiten bezüglich des Provinzialfynode
fih halte. So finden wir ſchon Den erfien Bamberger Bi⸗
Ihof Eberhard auf der vom Mainzer Metropoliten Ari bo
veranftalseten Sunode zu Branffurt im 9. 1024 und 1027.
Der hi. Otto wurde vom Mainzer Metropoliten öfter&
unter der Strafe der Suspenfiou zu den Provincialfunoden
gerufen. Dagegen finden ſich im der Geſchichte des Dis»
thums Bamberg jene Synoden por, welche unter der bifchöf-
lien Auftorität vor fid) gehen, und zwar alle Arten biefer
Synoden von der größten bis: zur Meinften herab.
Außerordentliher und nur zufälliger Weife fanden im
Bisthume Banıberg auch Bereine von Bischöfen zu kirch⸗
e) In einem Manuſcripte einer Geſchichte des Episkopates Bam⸗
bergs im kgl. Archiv dahier Heißt ed: „Fürſtbiſchoff Weigand
ſchmeichelte fi zwar immer mit ber Hoffnung, es würden feine
Geſundheitsumſtaͤnde fich beffern, damit er felbft ber allgemeinen
Kichenverfammlung zu Trient beimohnen Tönnte; allein es ver»
ging ein Tag um ben andern, ohne daß fi; einige Befferung ein⸗
ſtellte, und ohne daß er fich entfchloß, wen er hiezu bevollmächti⸗
gen wolle, bis e® endlich auf ben Ragel brannte. Da ließ er am
24. April, al® er gerade in feiner Badſtube ſaß, feinen geiftlichen
Rathsfiskal Johann Reidecker, der zugleich Notarius war, zu fi
fommen unb erflärte ch in Gegenwart bed Generalvikars Paul
Reidecker und ſeines Leibbaders Philipp Meihöner, bab, weil er
eihe fo heſchwerliche Reife nach Trient nicht machen konne, berfelbe
eine Vollmacht auf den Bifhof von Lübeck außfertigen follte. Ge⸗
lobte auch darauf an mit feiner auf bie Bruft gelegten rechten Hand,
daß er alles dasjenige; was belobter Bifchof in deſſen Namen thun
würbe, genehm halten wollte.“
rk
lichen Zweden flott und zwar zum Theile ſehr zahlreiche
wsd glänzende Verſammlungen, in deren Mitte zweimal das
Oberhaupt der Kirche felbft im der Perſon der Bäpfte Bes
nedikt VHI. und Leo IX. erſchien, und an denen
ſelbſt Bifchöfe nicht deuticher Länder Antheil nahmen; allein
fie hatten weder den Charakter reines allgemeinen, noch Na»
tonal-@oncils, noch einer Prowimialfynode. Zuweilen wa-
ven fie gemiſchter Natur, inbem fie nebſt kirchlichen auch
yolitiihen Angelegenheiten gewidmet waren, weßhalb au
welsliche Fürſten an ihnen Antheil nahmen. Sie werden in
der nachfolgenden Aufzählung der Synoden des Bisthums
Bamberg Concilien (in der allgemeinften Bedeutung des
Wortes) ſchlechtweg genannt. Solche Berfammlungeit kom⸗
men nur in den frübeften Zeiten Des Bistums vor und ver:
ſchwinden in der Folge gänzlich; Der Grund hievon Tiegt
in den veränderten politiſchen Verhältniſſen des deutſchen
Reiches
An die gedachten Concilien reihen ſich die Synoden
au. Wir finden im Bisthume Die drei oben bezeichneten
Arten von Synoden, Die Diöceſanſynoden, auf denen Der
Biſchof den Klexus des Bisthums um fih ſammelt, die Des
fanatöfynoden, durch weiche Der Defan mit dem Klerus des
Aurallapitels ſich eimigt, endlich die Pfarrſynoden, welche
im Erſcheinen aller Familienväter vor dem Pfarrer befichen.
Diefe drei Arten von Synpden, ſchon ver der Grün-
dung des Bisthums Bamberg zur kirdlichen Diöcefanein-
richtung gehörig, gingen aus. der allgemeinen Kirche in das
im eilften Jahrhunderte gegründete Bisthum Banıherg mit
glen darauf bezüglichen. Slirchengefepen über. Da gerade
diefe Drei Asten won Synoden in der Geſchichte des Banı-
berger Sicchenfprengels und in ihren Folgen auch für den
gegenwärtigen Stanb. des Bisthums vorn Bedeutung find,
fo wird hier auf ihren Urſprung und Zwed mit wenigen
Worten hingewiefen werden Dürfen. Seit dem fechften
Jahrhundert begegnen uns die erflen Spuren, daß die jähr-
12
fiche Abhaltung von Didcefanfynoden vorgefehrieben wur:
de d). Die auf uns gekommenen Beſchlüſſe einer Diöcefan-
funode zu Auxerre in Frankreich im Jahre 578 verordnen,
dag in der Mitte des Mai alle Prieiter zur Synode beim
Bifchofe fih verfammeln. Als ein Hauptzweck der Diöce-
fanfynode tritt vor Allem hervor, daß auf ihr der Biſchof
die Beichlüffe der Provincialfynode dem gefammten Klerus
feines Bisthums verfünden und die Durchführung ihnen durch
die lebendige Rede anempfehlen fol. So berichtet im Jahre
147 der bl. Bonifacius dem Erzbifhofe Cuthbert von
@anterbury, daß eine damals gehaltene Synode der Bi:
fchöfe Deutfchlands diefe verpflichtet habe, nach ihrer Nüd-
kehr von der Reichs- oder Provinzialfynode deren Beſchlüſſe
auf einer jedesmaligen Diöckfanfynode dem gefammten Diö-
cefanflerns zu verfünden. Umgekehrt fol ein Biſchof Ange-
fegenheiten feiner Diödcefe, deren Schlichtung ihm nicht ge-
linge, der Provinzialfynode vorlegen. An den erftgenann-
ten Zweck der Didcefanfonode reiht fih alsbald ein zweiter
an, er war Die Nehenfhafts-Ablage der Seelfor-
ger über ihre Amtöverwaltung So verordnete
Theodulph, Bifhof von Orleans, im Jahre 797 9:
„Wenn ihr nad) altem Brauch zur Synode fonmt, fo bringt
die Baramente, Bücher und hi. Gefäße mit, die ihr beim
Gottesdienfte braucht, deßgleichen zwei oder drei Kleriker,
welche euch bei der eier der hi. Meffe dienen, damit man
fehe, wie eifrig und forgfältig bei euch der Gottesdienft ver-
richtet wird. Iſt die Synode verfammelt, fo foll uns jeder
zu erzählen wiffen, wieviel er mit Gottes Hilfe gearbeitet
und ausgerichtet habe.” Daher die Anordnung des fechften
Concils von Arles im 9. 813, daß die Briefter, wenn fie
zur Didcefanfynode fommen, dem Bifchofe Nechenfchaft ab-
zulegen haben, wie fle das übernommene Amt verwalten,
d) Bol. Dr. Fehler, über bie Provinctalconcklien und Diözefan-
fonoben, Innsbruck bei Rauch, 1849. "
e) Dr. Feßler, le. S 58.
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wie fie die Taufe fpenden. Es war ſonach mit den Diöce-
fanfpnoden ein Sittengeriht für deu Klerus ver
bunden. u
Zur Zeit der Errihtung des Bisthums Bamberg galt
daher als allgemeines firchliches Geſetz, daß jährlich wenig-
tens einmal in jedem Bisthum eine Diözeſanſynode abge-
halten werde. Sie tritt uns deßhalb aus den erften Zeiten
der Geſchichte unjeres Bisthums entgegen. Urkundlich fin-
den wir die erfle im Jahre 1058.
Die Didcefanfynode hat an der Delanats- und
Pfarrſynode ihre Durchführung und Vollendung.
Das Geſetz der Diöcefanfynoden hatte ein zweites zur
Folge, welches wir fchon zu den Zeiten des Hi. Bonifa-
eins ausgeprägt finden und welches dem Biſchof gebot,
jährlich feine Diöcefe zu bereifen, um fih an Ort und Stelle
zu überzeugen, ob die Diöcefanftatuten, auf den Discefan-
ſynoden promulgirt, auch durchgeführt würden. Er hielt an
einzelnen Orten Synoden und auf ihnen Sittengerichte für
Klerus und Volk. Vom Kaifer Karl dem Großen
ging die Anordnung aus f), dag die Bifchöfe jährlich, be-
gleitet von fgl. Beamten, in den Pfarreien Sendgerichte
hielten.
Ob und in wie weit diefe bifchöflichen Sendgerichte auch
im Bisthume Bamberg urfprünglic Aufnahme fanden, fagt
deſſen Geſchichte uns mit weniger Klarheit aus. Es ift fehr
wahrfcheinlich, daß die Biſchöfe von Bamberg von den äl-
teften Zeiten an bei Diefen Sendgerichten größtentheils ſich
vertreten ließen, und zwar bei jenen für den Klerus in den
einzelnen Archidiakonaten und fpätern Defanaten durch einen
Commiffär mit fpezieller Delegation; bei jenen für das Voll
in den einzelnen Pfarreien durch den Pfarrer. Ueber die
Beichaffenheit der Dekanats- und Pfarrſynoden liegen nur
noch Dofumente aus dem Anfange des 17. Jahrhunderts vor.
f) Binterim, Dentwürbigteiten. 8b. 5. Th. 3., &. 36.
14
— — — — ·—
Ans dieſen ergibt ſich als ihr Zwei die Durchführung det
Symodalftatnten bei Merus ımd Boll. Die Pfarrfunode als
die legte Art der Synoden follte ein Vehikel zur Einfenfung
des Chriftenthums unter Leitung des Klerus der Kirche in
_ alle Klaffen der menſchlichen Geſellſchaft und in das Innerſte
eine8 jeden Menſchen fein. Die Synddalſtatuten felbſt wie
der ſtützen fih auf die Befchläffe Ber Provinzialſynoden, Diefe
auf die Befchlüfle der Rationalconeilien, und dieſe find nur
die Anwendung und nähere Ausprägung der Dekrete allge
meiner Contcilien und der Päpfte.
Zweiter tbichnitt.
une
Aufzählung der Synoden im Gebiete des Bisthums
Bamberg mit den über biefelben vorhandenen Notizen.
I. Goncilien.
A. In der Stadt Bamberg).
Aus geſchichtlichen Dokumenten lernen wir folgende
acht kennen:
1) Das erfie Concil fand a. 1012 flatt. Referent
hierũüber it Ditmar, Bifchof won Merſeburg, welder auf
dem Concil amweiend war). Die Beranlaffung des Zu⸗
g) Vor ber Etrichtung des biſchoflichen Stuhled in Bamberg ragte
Borchheim als eine villa regia in der Umgegend hervor. In
bem dortigen palutium regium weilten Häufig bie Könige des
deutſchen Neiches. Dieß war bie Urſache, daß ſich bie Bilchöfe
Deutſchlands vor Errichtung bed Dithums Bambetg Öfter®
za Bvrchheim um den Kontg zu wichtigen Berathungen verſam⸗
melten. So befand ſich im Jahre 800 vortfelbſt Sunderhold,
Erz biſchof von Nainz, und Her wann, Erzbiſchef von "Köln,
mit 14 Bifchoͤſen und 5 Aebten. Im J. 005 finden wir wies
derum 7 Bildyöfe dort verfunmelt. Vgi. P. Aluxunder Schmoet-
zer, Ord. Eapueinorum Exprevinvialts, Pragmenta quae-
dxin Oommreututionum de rebes Bumibergenssiban, 1801, eine
Differtation Bei Gelegencheit einer Promdtion am bex Univerfi⸗
tat Bamberg.
&) Er ſchreibt in feinem Chiromeon libr. 6: „Peracta in civi-
tzte Barenbergemi Eoefewia mujere, sum mutztisius Regis
dies etert, et KXXV. jam inöiperet, M. Non. Mai omnis
PFrimster ud dotitätionem- itfus zulae iBidbık. Hongregatur,
16
fammentrittes der Bifchöfe gab die Eonferration des von
Heinrih dem Heiligen erbauten Domes. Die Feier fand
am 6. Mai des genannten Jahres als dem Geburtstage
des Kaifers ſtatt. Den Alt der Weihe nahm Johannes,
Patriarch von Aquileja, welcher fih der befondern Protel⸗
tion des Kaiſers erfreute, wor. Sechs und dreißig Bifchäfe ')
erhöhten durch ihre Anweſenheit das Fell. Bei Diefer Ge—
legenheit fand das oben genannte oncil flatt. Die Be:
rathungen betrafen Angelegenheiten der Kirche in Deutſch⸗
fand, namentlich bezüglich der Zar bon Regensburg,
al. und Merfeburg. |
2), Das zweite Concil fiel in das Jahr 1020 *)
et sponsa haec Christi per manus Joanuis Patriarchae de
Aquileja et aliorum plus quam 30 Episcoperum dedicatur.
His ego peccator interfui, et ut summo decuit Regi in om-
nibus hanc ornatam vidi. Post haec synodus h;c fuit magna,
in qua Gevehardus, Ratisbonensis Ecclesiae Praesul,
ab Archiepiscopo saimet arguitur, et Metenis Eecclesi ae
Praesul Thiedrieus a Rege increpatur, eos quod epistola
suimet hunc injuste apud Papam accusaret. Sed hasc omuia
et multa alia consilio prudenti sunt finita, et restitatio Pa-
rochiae tune promissa est mihi.‘‘ — Letzteres bezieht ſich auf
einen Konflift Ditmar’8 mit Gisler. Diefer, vorher Bifchof
von Merfeburg, wurde Erzbifhof von Magdeburg unb wollte
zugleich auch den bebeutenbften Theil des Bißthumd (parochia)
Merfeburg beibehalten.
.3) Chronicon Quedlinburgense et Aunales Hildesheim.
. k) on demſelben fprigt Hoffmann „Annales Bambergensis Epis-
.* copatas“ bei Ludewig, und Hartzbeim „Concilia Germaniae“
tom. 3. — Benedikt VI. fohrieb nach feiner Rückkehr nad
Rom an Eberhard, ben erſten Biſchof von Bamberg:
Saepe olınixe dictus imperator (Henrigus) ferveus nimio
amore episcopatus, quem tactus divinp impulau, parfecerat
honorifice, ad confirmandum eum apostolica auctoritate,
Babenbergam nos adire deprecatus est, cujus deprecati-
‚ones assiduas ef. indesinentem instantiam de justo desi-
derio procedere cognoscentes, iniquum judicavimus, prae-
sentiam illi denegare.‘“ Unsermann: „‚Episcopatus Bamber-
gensis‘“ nag. ?. Bol. Gretser: „Vita s, Heurici“‘, osp. 23.
17:
Bayft Benedift VIH:"von Kaiſer "Heinrich dem Heiligen ein-
geladen, kam nad Bünberg und wurde daſelbſt von letz⸗
terem feiertich empfangen. Es war das Oſterſeſt. Inder
Mette ‚der Hi. Nacht las der Patriarch von Aquileja bie
erfte, der Erzbifhof yon Ravenna bie zweite, der Papſt die
dritte Lektion. Am Oſtertage celebrirte der PBapft das Hoch⸗
amt unter Aſſiſtenz von zwölf Erzbiſchoöſen. Zwei und fieben-
jig Vifchdfe ‚waren zugegen. Während: ſeiner Anweienbeit
confectitte Benedikt Die von der bi. Annegund erbaute
Kirche zu St. Stephan: Bor: den verſammelten Erzbi-
ihöfen, Bifchöfen und weltlichen Großen beftätigte der Papſt
die von feinen Borgängern, den Papſten Johann XVII.
ud Sergius IV., der Kirche won Bamberg ertheilten Bri-
vilegien, wornad fie unter feinen Metropofsten geſtellt, ſon⸗
dern dem paͤpſtlichen Stuhls unmittelbar ‚untergeben fein foll.
Die zwet Hierauf bezüglichen ‚Bullen zunde find zu
finden bei Ludewig pan:32.. |"
3.:Das dritte Concil fand im: a Ratt.. 91
In Diefem Jahre Tam Papft Leo !IX. mit: Kaiſer Heinrich
IM. nad) Bamberg. Bor dem Kaifer, dem Kardinal Hu:
bert, zwei Erzbtfchöfen,;;vielen Bifchöfen und anderen Kleri-
tern und weltlichen. Vornrhuten Khlichtete: der Papf den Iwiſt
den Adalbers, Biſchof von Winzburg, wit Harbowich, Bir
Khef von Bamberg, durch widrtrechtliche Eingriffe in die Rechte‘
des Letztern angeregt hatte; und befbätigte alle früheren Privile⸗
gien des bifhöflihen Stuhles von Bamberg, worüber derſelbe
eine eigene Bulle ausfertigte, wie Kir Bi Se 8 Ben
riei) und Hartz heim zw fütben Mm.
4, Im Jahre 1135 war’ zu Baniberg eine Berfamm-
lung (welche theils wegen des politiſchen Zweckes, theils wegen
der Mitglieder derſelben nicht. Den Charalter eines eigentli-
hen Sindte yarı von Vifchofen und weittiotn Gärftent): Auf
—— — Ar
NEPIT
B Böffmana: Kb: 2: Kanal, — Epise, * Laden
Hartekeiis CE. Germ. tom.8i.. .. .1:7:3%
" my: Hägtzbeieb ini aupplein. ud Mem:; III. ——
2
18:
derfelben witr de Kaiſer Lothar. mit. dem Hetzege Frie drich
von Schwaben wieder ausgeſöhnt, und jewer gah ein Diplom
zu Gunſten des. Kloſters Mallersdouf, weldes Folgende
umerſchrichen haben: Dietwinus Kardinalbiſchof von St.
Ruffina, Addibextns. Erzbiſchof von Mainz, Chunradus,
Erzbiſchof von, Magdeburg, Adal hexo Erzbiſchof vn Ham⸗
burg, Wanton Erzbiſchof von Belangen, Otto Biſchof non
Babenberg, Heina ich Biſchof von Regenaburg, Ragim ar
von Baflau,: Giebhardt Viſchof vom Eichſatt, Embriko
Biſchof von Würzburg, Heinrich Herzog von Bayern, Diet-
pold Markgraf, Adalbert Markgraf, Heineich Mark⸗
gef, Wilhelm, Saiedrich Pinkzgeaf, DO tie. Pfalzgraf,
Ulrich Herzog, Der. Sohn des Garage ——— {nm
ich von Aänntheu). 21 1. —
6) Am 13. Juli 4447 enhob und. —8 Ener N..
Viſchoſ. bon Bawberg den Leichnam des hl. Kaiſers He in⸗
rich in Anweſenheit des Eber hard, Erzbiſchofas von Sal
rg, und: Hermaun, Bifchofes ao Brig"). Bon ander⸗
weitigen aha vie — iſt nicht⸗
bekannt. Ba N Ze Ua u Bu
tr R)! mn Jahne 11541 — in — Verfammfung zu
Bamberg. Streitigleiten des Eonnentes im: Klaſter Biburg
mit ſeinem Abte. verhandelt; fodann Der Prouſt Garochus °).
vn, Reicheroberg, ‚welchen, ut: feiner, Schrift, „Die glonie, Fall
nn Drethiimliches labrie — * —
a ee Der ale, Se vu
-ıp) ı Anna; Bamberg. Bpieg; , ; .:
0) Der damalige Biſchof yon Bamberg wer ab echard 1, u
Reifenberg, Er Bubirte zu, Parid mit dem Gerodu
2 und dem Metropofiten Eberhard v. Salzhurg. (welcher leb⸗
4ere vdrher Kunoniker mit dern BermbergerEberhard / zu Samberg
:.8ar). Ehetyarb I. Yon: Mmhergi vg mchgeczelchneter Scho⸗
* laſtiher Gerqchna legta feine perhachtigten Echriſtet („Da Br:
ria Filii hominis“) dem gedachten Biſchof von Bamberg
(und beit Miihhfe.. Otıbe Tv om: resfirgenusgiiiifetia in
Paris gebildet) zur Berstheilunguner; Vrrgl.Aheodor Vie
d emaun, Di/ von | Srapfürgen, Paſſu⸗ RAR Mischa.
©
18
zu widertirfen: Als anweſend wird der Orkiiihef Eberhurd HN.“
von ie ——— Von — wisd —
wahnt —1 4 nl, —
D Im. Jahrt —E enbief, Ne Bier DRM, Segfebigg.
ad Gichſtätt vom Bapfie: Chemana IM: den Auftrag, zu
Bamberg. Das: Beben iund.: die Wunder DaB: hl, Mitte, UM,
Behufe feiner. Aaunuilntion zu uterſucheg. 2 1 nr.
‚8 Im Jahre 1200 waren zu Bamberg viele Bifhöfe
verfahunelt, um die Eanontfätiehe der Ar Kitferin‘ Kunegund
zu feiern, welche Popſt Filz gen, nr si Rom 11% "einer
Bulle ausgeiptothen hatte a — ln i 1
RL ef
B. 36 Kex. — ——6 Ten IT
1) Nachdem Kaiſer“ Hetnei TV: In’ Jahte NOTE in
Bamberg das Dfierfeit efeiett: Hatte‘; Beaikb’"en: Kb. Inıch-
Mirnberg, um vdafelbſtemin Ant: Gefaubrſchaftides Poapſtes
zuſammenzutreffen. Dieſelbe, von Gregor VIE: anteoviſtet,
betantı aus Der. Matten, Geiwriht Hansa, dem Yifchofe
Geraunn ann Mia. dem Bilbala Ubertua, pon Bow
laſtcina, dem Pifchaie Ri na ldus.upn Gom g, pem Yildafe,
Haænxiu4 von; Susi. phecqpp Guriepais). Dieſe ſoll⸗
tem dem Kaiſer pon ſointza geſetzwidrigen Treiben Aabbringen,
ins beſyndere ih quiffordern, van feineninrgen, Fjwonie, ‚dem
von en Fb Dach: Berfauf, der, Rischenämter, Shyldig, mayhig,
abgbailen. . :Deinrän. wegſprech. Beitgrung und, hat, zum, Ende
forechung. nm Rircanhane. „‚Bernsz..bagehrten fie, pie
chan kegatan vom Salsa. Aha au.neftatten, ‚Die —
eva Synode in. Wafljen zu herufsn,: gufweſcher. ‚üben, DIE
durch. Simopit, ezhohenen Bifchöfg, ad, Acht, peebanbeif yer⸗
den faliter, : Ahjein Den. Crataſchof Si auka.r.n8, oftBrezmen
ash don, ihng meh, dem, Bratäichefs ‚pop, Mainz. ‚Kpname Dof
alte Brivilegium zu, Stellvertreter des Bapftes in Deutſch⸗
land zu fein, weßhalb fie anderweitigen Legaten nit Folge
leiften fönnten. An diefem“ een heiter! m Bor:
£E mot .miedssor HH (1
p) Hartzbeim Tom. 3. pagı86ßirq E um T ‚miss (m
72»
2:
haben Den, vapſtlichen 7 welche hierauf nach Rom.
zurückkahrie el ei Paul; iS
2) Im Sabre 1166 adien der Erzbiſchof —
dus von Satzburg auf Ciälabimg des: Kaiferd Frie drich I.
vor demfſelben zn Wärnberg -am’13. Bebr.,- um fich wegen
gewiſſer! gegen’ “ihn erhobener Beſchwetden zu verantworten,
was er ‚mit Entſchiedenheit und Unerſchrocenheit that e)
J 3) Im Jahre 1470 hielt. ſich. Kaifer Friedrich I. in
Nürnberg auf,. Zu ibm kamen daſelbſt zu Anfang der Qua-
dragefimalfafte die Aebte von Ciſterz und Clairveaux in An⸗
gelegenheit des damaligen päpſtlichen Schisma (Alexander's
III. und Vittkor's U) und machten ihm dan Vorſchlag,
mit ihnen den Biſchof, vom Bamberg (Eberhard Il. 1146
— 1172) nach Rom zu, ſchicken, was auch geſchah. Jedoch
die Longobarden hinderten. die Reifendem, was fie zur Heim⸗
De Be ee er at
2: Hr Jahre‘ 4393 fammelt Kaifer end REN mw: zu
—* viele Ptaͤlaten und andere AKleriker und Laien um
fl, fr in ihrerGegenwart gegen gewiſſe Unternehniungen
des Papftes (Zrhann XXI) zu Yrotefliten und: an ein all⸗
gemeines Concil zu Appelltren. Dieß geſchah tn Haufe des
Albert Ebnet. Unter den Anweſenden waren: Kilo:
faus Viſchof bon Regensburg; Heinrid‘ Ae Lupide
Propſt an" derNiiche des neuen Eollegiums gu Sichftatt,
Magiſter Ulrich Ptopſt von St. Stephan zu Bauiberg,
Kontad Pfatrer in‘ Stauff ind Kanomler der’ alten Kapelle
u’ Regenöbireg, Gottfried Bfeeret in. Amberg, Magſter
Frie vrich Notar der "Stadt Rürnberg, Hetnri Pfar⸗
der zu Pelendorfirder Wiskefe Konſtang Heinrich Haud⸗
net Kleriker, Sito don ‚Berbei vor m
ae Ban ;
BERN J eu Be E
::9 Aurteheim.,: Tom. 3. Fr —X ET
r) Hartzbeim, Tom. 3. pag. 410. —
s) Hartæaheim, Tom. 3, pagit0d:, et (noruanında X
%C
‘21
Herdegn leviker der Diöceſe Bamberg, frͤher Eeiſtlicher
des Convad von Babenberg, nun kaiſetlichetr Netar)
5) Im Tube 1410 vereinigten: ch Die Biſchoͤſe Al⸗
bert*). von Bamberg und Yrledsih von, Eichſtätt ya
Rärnberg zu einem gemeinfchafttichen. Colloqulum über. das
damalige päpftliche Schioma. Sie fpradren ſich wider die
beiden Afterpäpſte Benedikt XEN. und Alezander V.
für Gregor U. aus”) u
5) Kaiſer Sigismund am. img Jahre 1423 nach
Nürnberg, um daſelbſt mit vielen dahin Gelabemen..über ei⸗
nen nenen Feldzug gegen Die Huſſiken in Böhmer Nath zu
pflegen. Anweſend wären Biſchof Irtedrig von Bam⸗
berg, Bifchof Johanu von. Würzburg, Johann Biſchof
von. Eihflätt, Albert Herzog non Deftepreih, Chriſtoph
Herzog von Bayern, Frie drich Herzog vom. Sachſen, die
Narfgrafen Briebrich, Johann ud Albert vor Bran-
denburg, endtich Inlianus Kardinal⸗ Legat des Papſtes
Martin V. |
i . BE. - ———
Ein Ueberblick der nachfolgenden Synoden‘ Kat erlen⸗
nen, dab diefelben. zwei Klaſſen bilden. Vor dem 15. Jahr⸗
hundert erſcheinen auß. denſelben auch Laien; ſpäter bios
der KAlernsDarnach hatten die VBerdahungsge genſtäͤnde
früher ein weiteres Intereſſe auch für * Suiten; fpäter
für die. Geiftiggen,
4). Die. erfie, welche befaunt iſt, becef ———
der fünfte Viſchof von Bamberg, im 4088 ).
0: Martueim, To. 4; pas 288; 0!
4% Ulbert von Werthena wveh. 1800 A Be
YjHoffmamı, '„Atun. Biraibärg: Epive. und — Tom.
5, pag. 150.
w) Friedrich II. von Aufſees reg. 1421 — 1431
x) Moffmann'unb Hartaheiu (Tom. 5. pag. 261).
y) Hartzheim, Tom. 3. pag.126. Schannat fand In einem. bie
\ 22
"Die Meranlaffninz Aben pri Mßſtaude Am Biothume
Die Mehegahl der Berndihnarıwarsflandieher Albftemunung, bei
denen fbdh noch manche: Epuren (de Heidenthums erhalten
ihatten. Namentlich wollten, ſit hinſtchelich des Ehehinder⸗
fee der Vlutsverwandiſchaft mid in Vetreff des Zehents
den lirchlichen Geſetzen nit Folge ‚leiten: Aıf.der Synode,
ea
Evangelien enthaltenden mianiſcede der Pewſatuei zu Bir.
‚burg folgendes Dohment:
‚In‘ nömine''sahttde U Yuliviükae Triultaris. Notum sit
' om tm: praichäntlie atatis qamiıh "fdtumm pesteritetie,
rfusditere Bigo. unthariay, pimus Pabenbergenais episce-
7 pa, peopter- mulimpda eye ERqeloniae negotia, Syn-
⸗ —
ca
— tz;
“ testati sunt, Domium vostrum ‚Fhperalötem‘ MHeinricum
„‚odum universorum subjeetorum tenui ;, erat enim plebs hu-
"jus Epiecopfi, ‘ utpofe ex 'makxiıha pati⸗ ’Stavonier, ritibus
yentiliun'deditk, übhortes &-Wellgiste Uhrlatidete ‚tan
‚Foogiuätoriim diuiuhhie, Yalık) fir. desikkiutien um Komradit-
u. ame Mipsrekät Patmum :pmaimp cahtrerja.: ;(Ruspnepter cum-
'musi ’ommium judipio. Konfirmatum; gat, mt, quj sponte ca-
nonicis Decretis noilent obedire, compellerentur intrare,
et qui canonice Banno constrietus, non decimatet ‚' bonis
suis a Domino suo abdicaretur, donec resipiscere com-
pelleretur. Hui yasloriineekärdkb comes, Wirzebur-
— gensis, Adyogatus Supervenieng >, schmafignes, quasdam
Novalium nostrorum ‚per prolocutorem " suum Apelin de
- Canstat, Wirzeburgensi 'Ecdlesiae repostalariti sed hıev
iadvorato —— —— Ber pxcloeuorem sun Kat zetänum
de Hamfıanfold rengondestnnc Baum Meinzarido car-
: tan ‚de oadem To z0ram manjbns parlogente,, Synodali ja-
dicio espostulatio illa infirmata est, et rupradjctz, docjmatio
nosfrae Ecclesine adjudicpta, sicut ego meigug. fideles pro-
hujus Epischpii. terminds uo'pradliß d — Be-
clesia commutasse.‘
Isti autem sunt testess eichnde Sayrrode imtenlsgrumt:
Herimannusy,chujus -Bambargenais. Tcglosiae. Pranposi-
"on. Ws AR ennenige Intgezagniie Hmmm Asa Bndieium
feeit. DE a
Poppo, Degamun.ı * ::: KK wedibne
Razzelin; ‚Penno; Luikzoiddpinnes Geneprehti
vor; Hartuyig,. S Ser 3 one I » stcH '
23
gu welcher das Domkapitel; der Biothumsllerus dom grß—
ten Theile nach, verſchiedene Grafen, Richter md: Mimſte⸗
tialen erſchienen, wurde berathen, was gegen die Mißbräuche
zu geſchehen habe, und beſchloſſen, zuerſt mid Dem Kirchen⸗
beane, daun mit Zwang gegen Die Widerſpenſtigen einzu⸗
ihreiten. In Betreff mehrerer Neubruchzehnten, welche der
auf der Synode anwefende Advolat des Biſchofs von Würz-
' ⸗ Ze 2
Meinnard, Sahnlastiens, —
Adalhare, Donnuus de Durissat.
Heuno. .
Arneld da Kienline.
Dxo de Stafolentpin..
BägelasRnothars;. Necer; Adalbraht; Odalrie;
at for ompin Glems Bambergayais Ecclesiae.
. kLaisiautem isti erant: ,
Cono, Palatinus. Comes...
Pestolt et Rridericus flius ejua.
Gntescale et Frideric .filius ajus. |
Eppo de Nuhpim.
Gozwin, Comes.
a Adalbraht de Vorst. ,
Sterchere, Comes. er ve
Goswin, Comes,
Megiubotrp,, Cames, et, Glius, ejna —— ei
Kraft, Comes. ae
Immo, Waltpete.. . : :
Iudices isti affuerumt:,
Gumpreht et filius ejus Meingo,z. .
Heriman et Volcrat. a Rs a
Ebo; Vochog Ascavin
Adelolt da Tiabhaha ‚ei ‚frajer equa. Homme.
Erbo de Wizenaha. En
iS — Minästeniales.gutom, iatii. —
®
Wiccer. surf ee
Mazelin En Be
Arnolt de Sichendorf.
Teimo.
Tuticho et frater ejus Babo..
';Deipolt,. gt. alji plureſs, qugs ‚ngwinpge Jongum est,
24
burg, Graf: Gberhard, für letztern tu Auſpruch nehmen
wollte, wurde zu Gunfen on — — ent⸗
ſchieden.
2) Robert (Rupert, —— der PN Bifhef
von Bamberg, berief im Jahre 1087”): den Klerus nad
z) Hartzbeim, Tom. 8, pag. 206. Das von ber Synode unter:
zeichnete Dokument lautet:
Anno Dominicae Incarnationis MLXXXVI. Indiet. X1.
XI. Kalend. Aprilis, celebratk: est '8ynodus: in huc Bam-
bergensi Ecclesia, sab Domino Roberto, septime hujus Se-
dis Episcopo. Ubi inter cetera Ecclesiastica negotia, uni-
versi, qui Synodo Domini Guntharii intererakt,' Clerici
quidem per sanctam obedientiam, judicen vero veteriyne laici
BSucramentis astrieti, uno ore protestati sul: quemadme-
dum novalium decimationes, de quibus ‘inter uostram et
Wirzeburgensem contentio erat BEeciesiam, Synodali judi-
cio sub Domno Gunthario, gainto-hajas Sedis Episcopo,
nostrae adjudicatae sunt Eccliesiae. Et haee nomina tes-
tium, qui ad membriam modernorum,''yuidsab Domuo Gar-
thario viderint et audierint, protesteti saut:
Adalbero, Decanus. ER
Aeucher, Eccho, Adelberotk, Bigeloi, ‘ Di
Huno, Ruthart.
Hi sunt Cleriei:
Erbo, Asc'uviu, Volrat, Friderich, — t, De-
both. od
Hi vero Synodo Domninestri Roberti:
Gebenart Praepositws.
Poppo, Decanus.
Tiemo, Abbas,
Keselin, Eberhart, Herimaı, Eberhart.
Adelbero, Poppo; Bruno, Ernest
Adelbero, Decanus,. I
Huno, Mengoz, Baier —* Erche»-
breth, Arnolt. j
Domnus B odo.
Goswin, Comes.
Friderich de Castel.
Gozuvin de Ansperec.
Adelolt, Wolpodo, Lamprecht, Brano, Ebirhart'
W
vornehme Laien zu einer Smobe:: UAußer verſchiodenen
kirchlichen Angelegenheiten, welche nicht weiter bekännt ſach,
wurde von jenen, welche auf der Syneode Güuͤnther's an-
weiend warten, dad dort bezuͤtzlich der Neubruchzehuten ge-
gen den’ ai vor Würzbarg en ge
fätigt. -
3 Sm gehre 1126 — Otto der! Heiuie,
der achte Bifchof von Bambetg, ſeinen Klerus, verſchiedene
Grafen und andere: weltliche Beaniten zu einer Synode,
auf welcher er von den Anweſenden ein Diplom unterſchrei⸗
ben ließ, durch welches er das won ihm weſtlich von: der
Abtei St. Michael zu Ehren unferes Herrn und der hi.
Martyrin Fides (in altdeutfher Mundart nvch dermalen
„St. Getreu“ genannt) erbante kleine Kloſter (in der Ur-
funde ‚„‚Cella‘“ genantt) mit verſthiedenen Dazii gehörigen
Gütern der gedachten Abtei mit det Aüflage ſchenkte, daß
an der Kirche fieben Brüder des Kloſters wohnen und‘ das
beif. Offleium in der Kirche Tag und Raqht verrichten .
4) Thimo, der breigehnte Biſchof von, Bamberg, be:
uf eine Diöcefaufpnode im 3. 1196,.:ym ‚über. „Herftellung
der Kirchenzucht zu berathen... Die. Verhandlungen find
nicht befaung®®). Se 22 a a a a 35 R
5) Werntho, der vier und roahzißfte of» von
Bamberg, berief im Jahre 1333: den Klerus und’ viele Laien
nach Bamberg. Nebft andern nicht weiter befannten Ge—
genftänden wurde auch Über bürgerliche Rechte berathen.“ )
6) Der dreißigfte Biſchof von Bamberg, Ramkeri
von Brunn (reg. 1382 — 1398), bielt im Jahre, 1387 eine
FA .
er y — Po rt. ! > — 7
aa) Vergl. Hoffmann’ s Annalen bei Ludewig und —
woſelbſt auch' die Schankungsurkunde abgedruckt zu finden if.
bb) Hofmann lib, 4, Anna), Bamberg PB: 160. bei —
ce) Vergl. Hoffmann. ne. F—
8
W
MDisboeſauſnode, arunf wolſhea ber Kirchendisqiplin and Die
Siten des Klerus gehandelt wurde), -
7 Wuler dem drei und darißigſten Bichefe ‚von Dawn,
Berg, Anton von Rotenhan, monde 1481. am; Dienfiggt
ab dem Geannkage . „‚Ewandi‘t- (6 Gonntag nach Oſtern)
eine Didcefanfpnode gehalten und auf derfelben Stajuten
promuigirtee). Won. Diefer Zeit an hahen wir verſchiedene
Auflagen von Diögefanflatuten. Nach ihnen ſollte, wie dieß
ſchon läugſt der. Fall war, jährlich. eine. Diöceſanſynode und
zwar. regelmaͤhig am Dienſtage nach dem oben bezeichneten
Sonatage: Fraudie in. der Kathedrallirche zu Bamberg
abgehalten werden. Hiezu forderte auch das Concil zu Ba—
ſel 4433, auf welchem der gedachte Biſchof, pon Bamberg
anweſend war, ‚nom Neuem Auf, indem eß dekrotirte; ‚Sangta
Synodug autqups ef laydahiles mares nostris, cupiens
emporibug. gbservari,- staguit atque praecipit, Syno-
Aum, Episcapalem in qualibet ‚Digeoesi post octavas
Dominicae Pesurrectionis ‚vel alia die secundum cansue-
tudines Dioecesis ad minus semel in anno, ubi non est
consuetudo bil anhdatim, ‚tölebrari per Dioecksanum in
pröprie persona,: Hisi‘ eanonfeo o'ftmpetlimento -fuertt impe-
dltus , et 'tund per Vicarium ad hoc idoneum, 'quae'Syae-
dus saltem triduo vel biduo duret, vel prout necessarlum
Fpispapn:suerit vianm.“..,
»...8 Im Jahre 4448. berief derlelbe, iſchef von Ban
berg, Antpn won Rotanhan, den Kerns in feine Haupt:
‚ftadt. zu „einer ‚Synode, welche, am ‚46. und 47. März ſtatt⸗
fand, Die Veranlaſſung gab der damalige Domprediger
Beinrlch Steinbach, Lizentiat der Theologie, welcher auf
der’ Kanzel’ Wiklefitiſche Irtthitmer“ vorgetragen hatte: md
nun in öffentlicher Verſammlung, derſelben überfühet, weiber
TE:
aa) Bert. "Godenn, au chengeſchicte Itl 20. „P. Alex. Schmötzer,
Uibr. eit.
spe) Vilſe Statuten flnd im Mantırchtftr’ auf be st Vnnolbit dar
* vorhanden. S. Abſchn. 3. N. J.“
uufen
—
ſollte. Bm Auftrage des -Domlaniils trat Johann
von Eyb, Kanoniker an der Bamberger. Kathedrale und
Propſt zu Ouolsbach (Ansbach) auf-und ‚zeigte das Ir
thümlidhe der EUER Stei nbachs, — hinauf
miderrief *). et Io 2 RR a Pi: Ri
— F 4
FM) In einem vorhandenen Manuſcripte Heißt ed: „Cum propter
quaedam pervbnerabliem 'rirum, inagistratam Heihrrioum
' Steynbauki, ib; Thestogia licentiatum, prasdieatsrem
Beeleziae Bambwigengis, in puhlice sarmensımuın pruoiiiemim
‚geavis Tuizset- dissensio ‚aahorin,..ot ob Aop syaodım
sancta totius Cleei dietae Kcolssise Bamber-
gensis ‘celebrata; cum autem idein magister Heinricus
umailiissinie i Informitiont ‘intelligentium se aubjecisset:
awditd materia Eiskeusionie' hujunmodi nos Infra seripti' ad
Ahde (per Revorondissisum !Dohriıum (nostrute TEyisenpum
Bambergensem. spreiahiter depaſati hujnsmadi -Aiffnrestiae
materigm matura deliberatiene prachabita.et :de consengm
eorum, qui in’hae re diversi fuerant, nec non hropter con- °
servationem famae et gloriae cjüsl bet ad pacem et eoi-
condiam zeduximun; adeo, quo: Dominne. Prasdicmtur ante
. dietus ‚praemissa (nämlich einen Widerruf in deutſcher Sprache)
publicare habebit, et in illius rei evidentiam nos praemis-
sam collcordiam pröptiis_ nostris mänibus et’ subscripüd-
"nibds duximds kuhotandam: Anno !Pokhini 1488 An 'die'Mel-
ceutii past Bonduidame ;,Babiluta. ut sii ii ont urn
-
Unterfchrieben find Folgende:
Heinrih Lewburg, paͤpſtlicher —— ‚und „Pfarren, bei Si.
Sebald in" Nürnberg.
Hartwig, Abt zu Minitfe. .
Heinrich, Abt zu Weiſennalh an Sn
Fr. Johannes Profeffot'der Theologie alt Wröfeh ht‘ Vrumbach.
Jehanned Sqh innelpfenig; Ligentiai Der Theologte⸗· 1
Sehanues Ubelen, Propft ih BE: Marta vbn Brixen.
ZSohennede von onitzoſeaab, Bırerd ja nz Dan von
Konad.
Ufrid BmtilfernlPfterer fu Wefofe und — TR
Uri Hirſſaw, Pfarrer zu Ffurtt, Belan:nan —
Her Gerwig, artium Magiter.
Friedrich HJemmarlen, Pfatrer! in Krenfen, — Bac-
calaureus. IT er
Bincenz von ber Mil, Vikar und Subkuſtos zu Bamberg.
+29) hier deniſelben Biſchofe kam der Kardinal Riko-
laus von Enfa, welcher als Legat des Papſtes Wifo-
fäus V. BDentichland bereifte, nad Bamberg, mwofelbft er
am 3. Mat 1451 im Dome 'eine Didcefanfynode veran-
ftaltetese). Der Hauptgegenitand der Befchlußfaffung war
das auf Dem vierten allgemeinen Concil im Lateran a. 1215
‚gegebene Capitel: „Omnis utriusque aexus“, welches vom
lirchlichen Gebote der jährlichen Beichte ‚und öfterlicden Com-
munion ‚handelt, und über deſſen Stun ſich im Bisthume
Bamberg zwiſchen dem Sakularklerns und den Bettelmönchen,
vorzüglich" zu Nuͤrnberg, ein Streit erhoben hatte. Der
Gegenſtand des Streites war, wer, „proprius Sacerdos“
‚fi. Der. näpftliche Begat. enifchied den Streit durch ein ei-
genes Dekret’). Darnach iſt unter „proprius sacerdos‘“ nach
allgemeiner fiechliher Auffaſſung ein jeder mit Imrisdiktion
begabter Prieſter zu verſtehen, er mag. Sad '‘ordina-
rig oder delegata haben. |
- -10) Im Jahre 1491 am Dienſtage er sem ſechſten
Sonntage nach Oſtern veranſtaltete Heinrich m Groß
pon Trodau, der ſechs und dreißigſte Biſchof von Banı-
berg ,. eine. Dideefanfpngde Die auf, derfelben vom Bilchofe
promulgirten Statuten find. in den Druck gegeben worden! ).
Petrus Täler, Pfarrer in Rebmandbgrf, artium Magister.
Berthold Seflelmann, Pfarrer zu Gcindlod,
DVetruß Rewbirt, vicarius perpetuua Ecclesiae Bsmbergensis.
Heinrich Pernoff, Prediger bei U. 2. Fr. in Bamberg.
8 I. Schett, Kanonikus bei St. Dakob und Profeſſor des Kirchen⸗
rechtes au ber-Bambeegen Univerſitaͤß, ic her Abhandlung: Con-
sa, Synodi at Comitin anara u Bamber-
gae, 1770.
ka) Dasſelbe Mibei ich: auch 2 ——— um & Pig. 440.
‚Steh Abſchnitt: 3 R. IH.
ii) Sie finden ſich auf ber’ dgl, Biskonet vabier, bei Hartzheim
. Tom: & pag SM7’und: Ludewig. Tomi: . Peg. 1106 ff. Sieh
. a N. III,
’ “A *)
M.
Georg IH. Eichen! von. Limpyrg,. der naun und
vreifigfte Biſchof von. Bamberg, ‚beftätigfe af einer Symode
Der SE 3 Ze 50
tage. „Exapdic. die. ‚Statuten von 1491 ‚mil: ein. ‚Zufepe
zu Tit, 44 bezüglich des, Umganges der Chriſten mit dem.
Judentk). Dazu fam a. ;1507. eine, declaratio bezüglich
der lütprgighen Sipidung...Iu einem Mandat non 4507 1
an die Delane ‚und Kammerer - fordert en zur genanen.
Befolgung der Diöceſanſtatuten auf, ‚yon. denen, fügt,
daß er dieſelhen in. Folge ber. gemeinen ‚Rischengejepe,
und nad) Dem Beifpiee ſeiner Dorafager.. jahr. memule,
giren laſſe
12) Der ao. Viſchof von Bamberg, Welgaud von,
Redwitz, hielt 1534 am Dienſtage nad, dem Seuntage
„Exaudi‘ eine Syuode, anf, welcher er, ‚Die. früheren, Syungr
dalflatuten mit nguen ‚Zufägen ‚beftätigke,, we von, DH
im Drude erfpienen"=), ., je
Es iſt nad. dem Monate. Sepp 8 ui "not. ante
uchmen, daß Die Dissefanfpnpden, Lange Zeit jährlich abger,
halten md auf ihr, Die Synodalſtatuten dem ;Slerus Peer.
kündigt worden find. Ailmaͤhlig aber gingen dieſelben ein.
Der. naächßte, Grund hievon mag in le — der ‚Zeiten
zu ſuchen ſein. ic end
Der zwei und nierzigfte. Bishof von. Bande, ‚Beit,
H. von Würzburg 41561. 4577 7") Jieß, in, feinem, Biß-
thume die Delrete des Konrits yon Trienk. promulgiven,
durch welche die füpern Synodglftatuten. igran Wecthe ver⸗
loren haben. 3 ——— a a
Fe — -
ik) Härtzheim. Tom. 8 pag, 1% 8. Abſcn. J. —AV
t) Hartzheim 1. €: pag. 68° ü. O7" &. uonäh.’3. RE, * LE
=) Diefelben re. ſich — — gt. ———— bafter:- S. Ab⸗
fchu. 3. VW‘: d | Er FREE LT
wi) Nabſt Pin V. — — — un bos —* Drews,
' deffen Delginal: 6 Mitt Archto buhter beſtaber, an Veit II.,
wotinſer ihn nit der Promulgatibn der Defrete: des Condils von
Trient beauftragt. "nun Io
—
C
Es fehlte nk te miachtigen Sechtiuinen, welche an
die Abhaltung der ehemaligen Synoden mihnten. Schon
an® den‘ Augsburger Reichstägsverhandkungen vom J.
1530 iſt zn erſehen, wie unter den gravaminihis ‚geben die
Borſteher der Kirche der Vetfatt des! Synodalweſens vor⸗
komme). Dad Eoncil von Trient war bemüht, das
Synodalwefen zu' heben; Sihung 24. Rap. 2 de reform.
wird angeotdnet, daß die Metropoliten "wenigftens*alle Drei
Jahre ihre Suffragmen zu eltteim Provineialeonctt ver-
ſammeln ſollen pro moderandis morfbus; corrigehdis ex-
cessibus, eontroversils’ componendis altisyue' ex’ sacris
canonibus —— se Diörejoujen oben jofle jäßr-:
lich ſtattfſtnden
Als ie Fahre 1599 der? getade — ih Geſchaften
in Deutſchland 'verweitentde paͤpſtliche Legat⸗ Kardincit GSraf
de 'Pörtta’ nich Bamberg kam,, uin den neugewählien Bt-
hof Johann Philipp von Gebſattel'bezüglich Feiner
Qualitaͤren zul Yriffeh; erntahnte ee’ denſelben "unter Attderm,
er ſolle gleich och erliingter paͤpftkilher Confirmation eine
Dibreſanſhnode —— auein folche kanren wicht mehr zu
Otanbe. —— — Me eh, a
Es ſteht reihen das Verſchwinden der Didtefanſynv⸗
den im Bisthum Bamberg in jener Zeit nicht vereitzelt da;
viekniehr ſindet Ray! dieſe Erfcheinumg mehr “oder wentger in
der ganzetr Kirche Eb kann huch! die Dibdceſanſhnode ag“ ein
Rad innerhalbedes größen Organismus ber Synobemfür
ſtch allein nicht beflehen: Eb Hänge ihr Gedeihen und Le⸗
ben von den allgemeinen, Rational: und ProvingtalConci⸗
lien ab; allein quch dieſe verſchwanden na dem Konfjl. von
Trient, Der, segenkiäe und, Iris Grund Pieyor i weher
nie, 2 TH
) „Item, = die Bifof ihre en — Kımidlia mit ber
Baſammſung ihrer: Mräsaten: und · Andarer Qeitliche
n DI perſoxtich baſuchten umb hielten, wie geißliches. Bart ſol⸗
. Ab Atmen aullsah. Te mische ah: — hesän rien, Mangel
viel in Beſſerung gezogen.“ Ken rd
32:
fer ie auf tegead. einer Sette, nei; Biukiiintet 'im
der Pflichterſullung, ſondetn ri liegt ian deur ‚Mangel Da
Gefühles eines vorhundenen. Deducſrüſſere "Die heilſamen
dolgen des Corrtils am Trient und ke Dadarsthı verenlaßte neue
Guſchärfung Der Kirchengeſege war din Bbmb,) daß die, Er⸗e)
ideinumg der Synoden immer: ſeltener :nAıde.::;. Dran :fah. ill
m erweiternden Aufägen nilst vrrauiaſtt. GDliebe je Die
Wirklichleit hinter: dem Gegabenew. noch ikıiner: Weit: zurüd
Bea errrichte Die vorzüglichſſen Zee der Syndden durch
anders. Mittel: :. Das: Sittenhericht :eufamgte: tin den · bifchöfe:
fies, Senaten eine Permanenz. Das lebenbige Mor wurde
mehr in. ein ſihriftbliches: verwankelt., ı Nar in werigen Dies
ceſen, wie in der. von: Münfter, Haben RE aud der Met“
gangenheit einzelne: Epuren undeeſFormen der aflen: Altöger.
ſauſynoden bis inıdas.19:.:Iafchımdest erhalien·Obgleich
die Rirchs ich anf, öhee eigene Kraft Mühl. ihr: eigenen!
Leben KbH, forbehanpteb fie Aady wine vilkwinsfsige Unebiiupe:
lichleit fer nipeiie Aur oegungen mad Tarın, fie Der: WB ewagaier
gen der Weltgeſchichte wicht entfählageni.ı Wie - Bewegungen:
der Deutfehen Hütten auf xiolitiſchom Mebiete gegemidir BRäkte
dieſes Jahrhundepas blieben : daher⸗nicht ahnei —
Rücwiriuug huf die, batholiſche Kinchs in Deupichlamd:.: Dam
pektifihen Aſſociatieienfozto fie At apclidcen cchenoſei⸗
ſchaften und: ihren Synoden entgegbus Did: iinher ddl: bb
die nene ufchyeieunn::ciued, Khranguoiie&-d en: Iemssiähen Biſchaſe
u Miherburg, worin reiten Beniikd Sühftigen Nationleoneilien:
iR. Deutiehlandıgegthen waurden Ip Die wich ig e Jaucht, pen
jet: Zuſanmmemtrittas iuninıatne: eugent Bearbeitung: ad.
rühtung⸗ deg Biſchefe Deutſchlands, wie dieß wirklich ſeitdent
ſich im eufreulicher Reife bemerllich/ machta/ Ammvſten SHri
tober HU nerſammelten Bis Abiden: Erzhiſchäfer ‚som. Mine
chen ⸗Freiſing / und Bambeng: ihre: Buikigeaner zu, einen. Mr
mathe ũber Die wichtigſten alagelegenhaitan, der⸗bau holiſchen
Kirche Payent: in idar aliai iſchofs⸗ reg u
fühnumd veramigten diaſa, Canfetdozi Dardıı nie muſeangraiches
Henduandwwsi) die denſelban bakgas angei dien alle Anneguagi
md Das Benbild Tünftiger. PBronimicisomtilien, Diefe Ad:
aber die nothmendige Borbedingung, der ‚Did le
dem; Diefer nothwerdigen. Folgen jener. . -
Auf einen dem Papſte Bius IK. erſatteten Bert über =
Congreß der: Dastpchen Biichefe zu Würzhurg ſprach fich der HI.
Bäter in einer an den Cardinalerz biſchef von Salzburg, Friedrich
von Schwarzenberg geichtetenincyaliea dd. Gueta 16. Mai
1849 über Die. Wiederabhaltung der Aıtionai-, Provincial-
und. Didcefan-Syuoden aus Ration alxc oicilien (,‚Gem-
siom-Bermaniae Ansistitum soleumia conwEntus)", ſagt er,
feien fire jetzt, dar Zeitverhältniſſe wegen, noch: nit abzu⸗
halten; aber dad) jet der Zukunft zu. vertrauen, daß weit
Gottes. Hüfe. Abe und Friede: wiederkehren, nad Dann
„majora Episeeporum eontälla‘. . gehälten: werden Töumen..
Die. Provincial⸗Eoncilien, würnſche und : empfiehlt Der
hl. Bater;. „„Interkan lud vel:maximenptamus, ut: qeem-.
admoden ‚mommuili: ©: werte ‚ondiue: Jam coepermat,
gaisyque, Genmanhlae. Archlepischpus :Prosinsialem. Syno-
dum a. saeris oamonibus,: utl. optimme schtis,. praescriptam
habeat, in qua usa, cum Üo£öpiscapis Sufltaganeis kuis
omni cur, industria,:stndis er vel proponere vel agere
connitatur, 'quas summopere tenducamt 'ad catholicam
religienem :smplificandem , ad :serleniasticam ‚disciplinam
retinendam. et’ instäurasdam, .adı phetaben niorismquei he-
nentateinfevendam et ewcitarklam, 'adı.grassarties: urre-
res. »adieitus: eitirpandos, Atime ad, vesanae. inchodkläta-
tis postem. profigandam,; qua6. iuctuesigsinis Muse tam-
potibas umiverwum bene‘ terraruns :erbeni'imkosne:,et per-
dere tentat;.: Bon den Dideeſanfyn oben: heißt es, DAB
ihre Abhaltung durch das vorherige Stattſinden der: Pro⸗
vineialſynoden bedingt ſeil In sc rerwm atutu lungevp
portuulus ot: anlaheias: fore. arbitramiar; db :Arehleplecapi
Peovinciälts Synodek . ;primum ‚habeaut.* Ihr Nupen
aber wird: anerkaunt. Poaimedum vero:.utiliork protsus
ratione Diestesanab.Syusdluuitogari yorsruni j, fa: 'qui-
Isis smallguisque'i Biischplin: sa: cm suo Olereı subızal:
88
tum deducat, quae cum alioram Antistitum consilio con-
stituta et Apostolicae Sedis auctoritate faerint «orrobo-
rata “
III. Delanats : Synoden.
Die fhon vor Gründung des Bisthums Bamberg vor-
bandene Eintheilung der Bisthümer in Ardhidiafonate
findet fih aud im Bisthume Bamberg feit feiner Entftehung.
Die Höfterliye Einrichtung des Collegiumd des Klerus der
Kathedralkirche nah Chrodegang's Regel erftredte fich
auch in gewiffer Beziehung auf den vereinzelt durch das
Stift zerftreuten Euratflerus. Das Bisthum war urfprüng-
ih in vier Archidiakonate eingetheilt, weldhe von Orten be=
nannt worden find. Sie waren das Archidiakonat Bam-
berg, Kronach, Hollfeld und Eggolsheim. Das
Amt Des Arhidiafon in Bamberg war mit der Würde des
Tomdehant verbunden; das der drei übrigen ging bafd nur
an Mitglieder des Domfapiteld über, welche jedoch eben fo
wenig, wie die Oberpfarrer an ihren Kirchen, fid) im Ge-
biete Des Archidiakonates aufbielten, fondern in der bifchöf-
lihen Refidenzftadt, wenigftens zum Theile, wohnten. Die
Arhidiafonats = Angelegenheiten verhandelten fie theils felbft,
theils durch Pfarrer als ihre Commiffäre. In der Wahlca-
pitulation, welche das Domkapitel in üblicher Weife im
Sabre 1398 mit dem Bifchof Albert von Wertheim ab-
ihloß, fagt Artikel 14., daß die Domberren fih die Arcchi-
diafonate vorbehalten haben). Nach den unter dem Bifchof "
Beigand von Redwitz im I. 1534 veröffentlichten Diö-
zefanftatuten exiſtirten noch die Archidiakonen. Das Concil
von Trient beſchränkte (8ess. 24. c.3. 13.20. de reform.)
die Befugniffe der Archidiakonen, fo wie es aud die Macht
der Domlapitel in engere Schranken zu weifen beftrebt war.
In Folge hievon Tießen dieſe die Vorſtandſchaft der Archi⸗
pp) Friedrich Wunder, Domkapitular, die Archidiakonate und
Diakonate des Bißthums Bamberg, 1845, bei Züberlein, S. 3.
3
34
dialonate wieder fallen, welche fodenn an Pfarrer kberaing,
welche im Bisthum Bamberg von den Kapitularen gewählt
wurden und allmälig den Ramen „Dechant“ erhielten. Dec
wird noch im 17. Jahrhundert die Benennung Archi dia—
fonat und Defanat vermifcht gebraucht. Im Jahre 1510
war das Bisthum nad) einem status ecclesiasticus Dioe-
cesis Bambergensis42) nody in die oben genannten Ardhi-
diafonate, damals fhon auch Dekanate genannt, eingetheift.
Nach den durch den Proteftantismug für das Bisthum ver⸗
anlaßten Aenderungen wurde das Archidiakonat (au De:
fanat und Ruralfapitel genannt) Kronach in zwei Diftrifte
getheilt, den obern und untern, welcher letztere in der erften
Rechnung des geiftlihen Bauamtes vom I. 168% auch Sta-
pitel Weißmain benannt wird. Aus den Landpfarreien
des Defanates Bamberg wurde fpäter das Defanat Sche ß⸗
fig gebildet, wogegen das Dekanat Bamberg verfhwand.
In der Rechnung des geiftlihen Bauanıtes vom J. 1738
werden die fünf Defanate, Oberfapitel und Unterfapitel
Kronach, Holfeld, Eggolsheim und Scheßlitz aufgezähft.
Statt des Unterfapitel Kronach wurde im I. 1746 das
Zandfapitel Stadtſteinach errihtet. Durch Dekret des
Fürftbifchofes Ehriftoph Franz vom 17. Rov. 1795 wurde
das Bisthum in acht Dekanate eingetheilt, welche bis zur
Säcularifation beftanden; fie waren Kronach, Eggols—
beim, Hallerndorf, Hollfeld, Kichtenfeld, Neun—
firhen am Brand, Scheßlitz und Stadtfteinad.
Innerhalb der Grenzen der bezeichneten Archidiakonate
und fpätern Delauate wurden Die Archidiakonats- oder
Dekanats-Syvoden, auch Kapitel genannt, abgehul-
ten. Sie waren ein Infitut, die Disciplin tm Klerus zu
handhaben, was aud) nach den Statuten als ihr Haupt:
zweck erfiheint, Solche Statuten fiad bezüglich des” Bis-
thums Bamberg noch vorhanden. Die älteften befinden fich
qq) Schuberth, hiſtoriſher Verſuch, Erlangen-bei-Malm, 1790.
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als Manufeript im der kgl. Bibliothef ohne Jahrzahl mit
dem Titel: Statuta antiqua Capituli Holfeldensis.“ Nach
denfelben foll jährlich einmal ein Stapitel abgehalten werden,
ud zwar am Dienflage nach dem Sonntage innerhalb der
Fronleichnamsoktav. Alle Prieiter des Ruralkapitels erfchei-
nen zur Borvefper. Nach derfelben nertheilt der Defan oder
die zwei zu wählenden Procuratores geu Provisores Ca-
pituli Die Zunftionen für den folgenden Tag. Alle an-
weienden Prieſter celebriren die hl. Meffe für die Lebenden
und verftorbenen Mitbrüder. Das auf dem Kapitel zu
Verhandelnde ift nicht näher angegeben.
Eine Reform der Statuten für die Defanate und De-
fanatsfpnoden fand unter dem Fürſtbiſchof Gottfried von
Aſchhauſen (reg. 1609— 1622) durch den Weihbiſchof
Förner flatt. Sie erfhienen unter dem Titel: „Restau-
ratio Capitulorum Ruralium et Fraternitatum ss. Eucha-
ristiae sacramenti et Beatissimae Mariae Virginis as-
sumptae singulis Archidiaconatuum Capitulis adjunctarum
sub ill. Principe Joanne Godefrido ab Aschhausen facta
a. D. Friderico Foernero, Episcopo Hebronensi, Suffra-
gaueo ac Vicario in spiritualibus Bambergensi. Sie fin-
den fih im Manufeript auf der kgl. Bibliothef. Unter dem
Fürſtbiſchsf Marquard Sebaſtian Schenk von Stau-
fenberg greg. 1683 — 1693) kamen fie im J. 1684 von
Neuem im Druck Heraus. Die frühern find wörtlich wie-
dergegeben, mit dem einzigen Unterfchiede, dab die Kapitel
fatt jährlid nur alle Drei Jahre gehalten werden follen.
Nach diefer Anordnung haben alle zu einem Ruralfg-
pitel gehörigen Pfarrer und Benefiziaten jährlich einmal zwi-
ihen Oſtern und Pfingſten (nach der letztexen Faſſung alle
drei Jahre einmal zu einer geeigneten Zaͤty zuſammenzu⸗
kommen. Zuvor fol der Dechant die Pfarrviſitationen vor—
genommen haben. Der porher zu deſtimmende Verſamm—
(ungsort ſoll in der Art wechſeln, daß man die vorzügli—
chern Orte des Ardidiäfonates nacheinander zu Verſanim⸗
3*
36
lungsorten wählt. Jeder hat auf eigene Koften zu erfcheinen,
wenn nicht die Ausfagenausder Kapitelskaffe beftritten werden
fönnen. Wer ohne hinreichende, vorher anzumeldende Ur⸗
ſache nicht erfcheint, hat eine Geldftrafe für die Kapitelskaffe
zu erlegen. Das Kapitel beginnt mit der Vorvefper, nad
welcher der Dechant Jedem fein Amt bei der Synode zu⸗
teilt. Bor dem Abendeſſen wird die Matutin gemeinfchaft-
ih abgehalten. Gegen vier Uhr des nächften Morgens fin-
det die Prim und Terz flat. Darnach wird die Meſſe de
Beata gefungen. Da nämlich mit den Ruralfapiteln Die
zwei Bruderfchaften de venerabili Sacramento und B.M.
V. verbunden waren, welche aud) viele Laien zu Mitgliedern
hatten, fo wurde mit der Kapitelsabhaltung auch eine ſolenne
ficchlihe Bruderfhaftsfeier verbunden, wodurch die Synode
des Defanatsflerus einen hohen Feſttag für die benachbar-
ten Gemeinden veranlaßte. Nach obiger folennen Meffe für:
det die Sext ftatt; darauf ein Jahrtag für die verftorbenen
Mitglieder der Bruderſchaft. Nach diefem wird das Sapi-
tel felbft abgehalten und zwar in der Safriftei, oder, wenn
diefe den erforderlichen Raum nicht bieten follte, im Pfarr-
haufe oder an einem andern geeigneten Orte. Der bifchöf-
liche Generalvifar oder fonftige Commiffär hat den Borfig
und die Leitung. Das Kapitel beginnt mit einem kurzen
Gebete, wobei man niet. Darnach legt‘ der Dechant das
Ergebniß der Viſitationen der Pfarreien, audy det feinigen,
dem bifchöflihen Commiſſär fchriftlih vor. Der Decant
referirt in Kürze über das Ergebniß der Pfarrviſitationen.
Hat einer der Pfarrer in etwas gefehlt, ſo wird er auf
ſeinen Fehler aufmerkſam gemacht und ihm angedeutet, wie
er ihn zu verbeſſern habe. Verdient der Fehler Strafe, ſo
fällt der biſchöfliche Commiſſär hierüber ein Urtheil mit Zu
ratheziehung des Dechants, der Definitoren und Profura-
‚ toren des Kapitels. Iſt der Fehler von befonderer Bedeu⸗
tung, fo ift hierüber Anzeige beim Biſchofe unddeffen Bis
J.
kariate zu machen. Sind die einzelnen Pfarrviſitationen
durchgegangen, fo ſtellt der biſchöfliche Commifſaär in Gegen⸗
wart des Dechants, der Definitoren und Prokuratoren an
jeden einzeln, nachdem vorher die Uebrigen abgetreten ſind,
Fragen darüber, was er über den Einen oder Andern vor⸗
zubringen Babe, welche Mißktände vorhanden wären, welche
Hinderniffe des chriſtlichen Glaubens ſeither fich erhoben
hätten. Dieß alles hat jeder. vermöge der Pflicht der brü«
derlihen Zurechtweiſung anzugeben. Dex. bifchöflihe Com⸗
miſſär umd Die Beiſther haben, fie mögen den. Schuldigen
zur Rebe flellen oder aus wichtigen Urfachen dieß unter«
laſſen, bezüglich defiem, der etwas zur Anzeige brachte, ale
auch defien, über den etwas zur nn kam, das in
Stillſchweigen zu beebachten.
Wenn Alle einzeln gehört worden find, fo —
jene nach einander vorgerufen, welche: als ſchuldig befunden
wurden, um zurechtgewieſen oder nad Umftänden auch mit
eimer Strafe belegt zu werden.. Schwerere Zehler —
dem Biſchofe und Vikariate reſervirt. |
Wenn das Kapitel auf. Diefe Weife geendigt ie, —
auch während des Kapitels wird eine Predigt für das Bolt
gehalten, wozu inzwiſchen das: Zeichen: mit: der Glocke ge-
geben wird. Nach der Predigt kann eine zweite Jahrtags⸗
Meſſe für die verſtorbenen Bruderſchaftsmitglieder gehalten
werden, wenn es die Zeit erlaubt. Hierauf wird die Non
gebetet. : Mach. diefer findet eine Procefion mit Dem. aller=
helligſten Saframiente ſtatt, amd nach ihr wird ein ſolennes
Amt de venerabili Baeramento abgehalten.
Alle, weiche zum Kapitel fommen, haben om Abende
vorher oder. am frühes, Morgen Einem von der zwei oder,
drei duch⸗ Den bifchöflichen : Comaniffär und‘ ic —
— Veichtvätern zu beichten.
"Alle haben am. dieſem Tage die. hi. DMefe ‚zu iefen.
Während des :Müttageffend wird etwas aus-einem Er-
banumgabuche worgelefen, ‚aber von Einem eine fusze:paflende,
JE.
Rede gehulten. Nach dem De — alle bei Zei⸗
ten in ihre Pfarreien zurüd. ;
Jedes tadelnswerthe Benehmen. — Kapitel iſt vom
biſchö ſlichen Commiſſär in Verbindung mit Dem Dekane und
den Deſinitoren ſtreng zu ahnden.
"Bu dem feierlichen. · Meffen. unnd zur Predigt beſtimmt
ver Dekan mir den Deftiwitoren: und Prolmauren die Geeig⸗
neten, wobei: jedoch daramıf.zu fehen iſt, daß dergleichen
Funktionen imerhalb mehreren Jahre herumgehen
Die. Prokuratoren haben bie jährlichen Kapitelsabga⸗
ben fleißig zu fammeln und darüber nad) Duschnahme Der
Pfarrviſitationen Rechenschaft. zu geben, |
Aue Strafgelder und Opfer, weiche während des Kas
piteld von den Geiftlihen oder Laien zum Altare gebracht
werden, kommen in die Rapitelslafle. :
Die Auslagen, welche. der: Dekan. bei. den- Pfamviſita⸗
tionen hatte, werden ans der Kapitelskaffe wergitet.
Bezüglich der: VTeſtamente beftätigt:- Au der gegen-
wärtige Fürft das alte -Brivikogam der. Stapitelsgeiftlicher;
wornad Jeder frei teflieen kann; nun: ,bat.er die geſetzlichen
Beftimmnngen und bie Dekrete der Komelier zu beobachten,
fowie Die Armen, Kirchen au andene fromme Iwede nicht
auszuſchließen —
Es iſt aus dem Angsgebinen; ‚erfichtlich, wie die Auf⸗
gabe der Dekanatsſynoden in neuerer Zeit größtentheils an
die biſchoͤſlichen Ordinariate und Generalpifariate überging.
Die in manchen Diözeſen eingeführten. Baftrzatconfe-
tenzen find anderer Natur; alsıgene Kapikehı: Die Stapi-
tel haben: zum Hauptzwecke die Yitderang.der Disciplin und
den Charaksor einer Rechenfahuftsäiklage. und :eines Berichtes ;
dagegen :ditfe- die Förderung der theologiſchen Wiſſenſchaft,
befonders im Fache der Palterat. So wie übrigens die be⸗
regten Synoden vder Kapitel, fo find amd) die wifenichaft-
lichen Eonferenzen: der: afteften Goſchichte des Mönchthums
befannt und aus dieſem auf den Sükutaoligrus: übergegangen.
30
Befannt find die Collationes Patrum aus den früheiten
Jahrhunderten. Auch in die Regelu der Gefelfchaft Iefu
inden wir die Anordnung, daß wöchentlich zweimal Gonfe:
tenzen gehalten werden follen, aufgenommen ").
Die Form der alten Kapitel findet fih jedod mehr
oder weniger noch in manchen Diözefen beibehalten, Go
in der Erzdiözefe München-Freyſing“). Dafelbft wird
jährlich, gewöhnlih im Herbfte, nad) vorheriger oberhirtli-
her Weifung an dem Sitze eines jeden Defans ein Land-
capitel-Congreß abgehalten, wobei alle canoniſch in-
veffirten Pfarrer und Benefiziaten des Defanates zu erfchei=
nen haben. Vorerſt begeben ſich die Capitularen in Talar
und Ehorrod paarweife in die Kirche, wo für die verftorbe-
nen Mitglieder des Kapitels ein Tranergottesdienft gehal-
ten wird. Darnach wird die Verſammlung durch den De:
fon oder einen von ihm fubftituirten Kapitular mit einer An-
rede eröfinet. Neue Mitglieder werden in dag Kapitel eins
geführt und eidlich verpflichtet. - Sodann: hält des Dechant
Umfrage über die während des verflofienen Jahres in dem
Amte der Seelforge vorgefallenen merkwürdigen Fälle, wie
man fi) dabei benommen habe u. dgl. Sodann folgen die
Beruehmungen und Berathuugen über diejenigen Gegenſtände,
über welche dem Ordinaxiate von Seite des Kapitels nad)
fpeciellem Auftrage referirt werden foll; ferner über die Art
und Weife, die Liturgie mit Würde und Gteichförmigfeit
zu feiern, ſowie über alle wichtigen Seiten des Paftoral-
Amtes. Hierauf fieht es jedem Mitgliede frei, Wünfche
und Auträge vorgubringen, worübes beratben und Beſchluß
ır) Regula 4, ad oscupatjiones varias lautet: „NWiaut conferen-
tiae, qxaete et diligenter . de. roban..utilihun et practicis,
et praovidenntur: materiae,. prassertmm ‚quaad casus Con-
seientiae.‘ — ‚„Juvabit etiam facere interdam conferentias
de modo juvandi proximos, verbi geatiainfirmos, vel qui modus
tenendus sit in pacifioaudis diseordibus, aut in confessione
quid remedii dari possit .huic vel illi pecsateri.‘“
s) Permanedar, Kirchenrecht Bd. 2, $: 462.
40
gefaßt wird. Endli) wird vom Kammerer Rechnung über
den Beftand der Kapitelkaſſe abgelegt und von den Anwe-
fenden juftificirt. Weber fämmtliche verhandelte Gegenflände
wird ein Protofoll aufgenommen, von dem Dekan, den Sy-
nodalzeugen (Sekretär) und dem Senior der übrigen Kapi—
tularen unterfehrieben und durch den Dekan mit Beglei-
tungsfchreiben an das erzbifhöffihe Ordinariat zur Einſicht
und allenfallfigen Beftätigung der’ gefaßten Befchlüffe ein-
geſchickt. |
ii.
IV. Pfarrſynoden.
Ueber die Abhaltung der Pfarrſynoden oder Sendge-
richte find Notizen in verſchiedenen pfarrlihen Berichten aus
dem Anfang des 17. Jahrhundert vorhanden *). Bon der
tt) Im 3. 1597 berichtet der Pfarrer Friebrih Bernhard zu Uyfc
und Adel&borf an bad biſchöfliche Generalvilariat: „Die Pfarr⸗
finder find fhuldig, ihren Synodum ober Rügtag mit ben
Pfarrein zu halten; ift aber abgegangen und mollend nit mehr
halten.“ Der Pfarrer von AUmlingftatt: „Der Rügtag if
Montagd na Martini. Die jungen Männer müffen dem Pfar⸗
.rer jeber 7 bt. geben. &8 wird gerügt: Gottesläfterung, Sab⸗
batsbrechung, Hurerei, Wnterlaffung der jährligen Beicht, Un⸗
einigleit der Eheleute, Winkelehen, verbotene Cohabisatinn.“
Der Pfarrer zu Altentunftabt: „Bynodes hebt fih all»
wegen an am Sonntag nad Galli; dahin gehören Altenksustatt,
Waunkendorf, Sehammendorf, Goera, Newses, Zedlitz zum
Theil, Mayngleyn etc. Die von Kirchleus uud Bachau mit
ben bazu gehörenden Dörfern gehen immer über das andere Jahr,
wenn bie Zahl ungleich ift, zu ber’ HL Send gegen Altenkan-
statt $ Bauern zu Kirchleus geben Flachs, 18 dt. einen und
einen gefnt- Schilling. &o ein neuer Wirth gu dem Send ge-
lobt, foll er bem Pfarrer 6 bt. und dem Kekrchner 1 bt. geben.
Unter dem 26. Februar 1815 beridytet der Proytfor gu Attels⸗
dorf: „Er meine, es fey nit nothwendig, ben syaadam zu
uͤberſchicken, Hab aber folhen gehalten, und will ſolchen bem
Auraldehant innerhalb 8 Tage Tenben:” ;Concl.: Soll ges
fraft werden.” — Dekret vom 28. Ottober 1615: „Biſchof
Johann Gottfried an den Ruraldehant Bid. Wüsler zu
a *
VWeiſe fie abzuhalten, handelt ein Manuſcript der kgl.
Bibliothek dahier, ohne Jahrzahl, (jedenfalls aus Dem Anfange
des 17. Jahrhunderts) mit dem Titel: „Modus celebrandi
Synodos parochialesper totam Ecclesiam Bambergensem.
Die Synode follte Jährlich zwifchen dem Anfange des Okto⸗
ber und Weihnachten und zwar an einem gebotenen Feier⸗
tage abgehalten werden. Sie wurde am drei vorhergehen-
den Sonn = oder Feiertagen nah der Predigt von der Kan⸗
sel verfündigt, damit fein Familienvater durch Unkenntniß
ſich entfchuldigen komte, indem alle zu erfcheinen hatten.
Beiflger (assessores) der Synode waren: der Pfar-
rer, die Beneſiciaten, die Stapläne, der: Bürgermeifter, : Die
fürtlichen Beamten, wozu zwei ans den Magiſtraten oder
wei Senioren der Gemeinden aus allen Dee der Pfarrei
kamen.
Die Synode fand in.der Kirche nnd zwar von Mit«
tag an flatt. Der Pfarrer mit den Affeffoxen ſaß im Chor
nm einen Tiſch Wenn der Chor. in eng-war, fo daß die
Parochianen nicht einzeln und geheim ausgeforicht werden
fonnten, durfte das Skrutinium aud .ih ‚der Sakriſtet oder
im Schiffe der Kirche flattfinden, in weich letzterem Falle
Ale auf dem Kirchhofe zu warten hatten, bis ne — —
tinium kamen.
Auf der Synode hatten alle Fartinrate. und die
verwittweten Familienmütter zu erſcheinen, mm über -ibre
Kronach: „Ich hätte geglaubt, die Dechante hätten in den
Bifitationen der Pfarreien nach ber übergebenen Orbnung mehr
darauf fehen follen, ob bie pfarrlichen Synoden und Kinberlehre
fleißiger gehalten würbe. Daher ſollen fur die Zukunft ven allen
Pfarrverweſern bei ben Viſitatienen ſolgende Rynkite begatwor⸗
tet werden: 1) ob die aynodos parochiales von omnium sanc-
torum bis Quatember ante nativit. Christi qn einem Sonns
tag ober gebotenen Feiertag gehalten worden, wo alle exceszus,
abasus etc. inqwirirt und‘ verzeichnet werben follen, um fie bem
Bilnriat anzuzeigen ete. Erinnere alls Pfarrer deined Diſttiktes
Die aynodos einzuſchickean. Die ſaumſelig ſigd, ſollzn 10,5:
Strafe zahlen.“
42
Familienglieder Rechenſchaft zu geben. Sie begann mir Dem
Hynmus „Veni ereator spirituss“ ſammt Pration und
endigie mit der Veſper, nach welcher Der Tune das Volt
mit Dem Segen entließ.
Wer ohne Erlaubniß des Pfarrets * — Beifiger⸗
ohne durch eine Kraukheit gehindert zu fein, nicht zur Sy⸗
node kam, wurde durch Die weltliche Obrigkeit gezwungen,
der Kirche ein Pfund Wachs zu zahlen, wein? Strafe bei
Wieder holung erhöht ˖ wurde:
Jeder Familieuvater wide einge über folgende
Punkte gefragt: Wie viele Glieder: feine Familie mit Kin⸗
bein und Dienſibeten zähle; ob Alle die öſterliche Commu—⸗
nion empfangen haben, und welche nuht; ob Alte katholiſch
find und welche icht; welche von den: Kindern Die Unter⸗
(heidungsjahre erreiht haben und deßhalb zur heil. Gom-
muon zugebaffen : werben können, ee waten zum Un-
tereichte zu ſchicken.
Dann foll auch jeder Aa ‚beim Behorfame, wel⸗
Hera dem Fürſten ſchuldig if, gefragt werden, ob er nicht
von Anden wife, daß fie Zauberei ; Taufelsbeſchwörimgen
treiben ihre Aelbern fchlagen, Blasphemien gegen Gott und
die Heiligen fi” erlauben, Hurerei und Ehebruch ſich zu
.Schulden kommen laſſen, in heimlicher Ehe leben, den cher
lichen Werwag nicht halten, won. ihren Ehetheilen getrennt
leben, sin Ehen, welche wegen Confanquinität, Affinität oder
geiftiger Verwandtſchaft ungültig find, leben, Spieler, Ber-
ſchwender, Sabbathſchaͤnder ſeien.
‚Alle die Che ‚betreffenden Fälle mußten ſchriftlich dem
Dfisiat des Conßſtorinms vorgelegt werden. , Ale übrigen
Excefſe, ſowie Die Namen’ derjenigen, welche auf der Synode
aus ngehorfam nicht erfehienen twaren, mußten ohne Ber-
zug dem Fürſten und dem Vifariate angezeigt werden.
ir. ; Alle Beifiker. der Synode hassen über das, mas fic
duch Das. Sfrutinium erfahren, bei der Dem Fürſten fchul-
Digeh Wreue "Stifiiweigen zu veobachten. Das: Ergebniß
43
der Skrutinien wurde durch den Stadt⸗ oder Gemeindeſchrei⸗
ber aufgefchrieben, wozu ihm die Gemeindebehörde den Auf:
trag zn ertheilen hatte.
Zurechtweifungen follten von Seite des Pfarrers in
Liebe geſchehen. —
Dritter Abfchnitt.
Nah der Darftellung der äußern Gefchichte der Banı-
berger Synoden foll nunmehr zu ihrem Inhalte übergegan-
gen werden. Derfelbe ift bezüglich der Diöcefanfynoden
von großer Wichtigkeit. So lange namlich diefe flattfanden,
wurden alle wichtigen Statuten für die Diöcefe nur anf
ihnen dem anmefenden Klerns duch den Bifchof verfündigt.
Diefe Statuten waren nur die Anwendung der allgemeinen
Kirchengeſetze auf den einzelnen bifchöflichen Sprengel und
betrafen die Ausübung des dreifachen firchlichen Amtes der
Lehre, Liturgie und Disciplin von Seite des Diöcefanflerus.
Sie hatten bindende Kraft für den Klerus und mittelbar
durch Ddiefen für das -gläubige Boll. Das ganze religiöfe
und mittelbar durch dieſes felbft das bürgerliche Leben er-
bielt durch fie feine beflimmte Form und Geftaltung. Durch⸗
lefen wir die älteften Bamberger Synodalftatuten, fo ftellt
fi) auch die Gegenwart in einem neuen Lichte dar. Biele
dermalige religiöfe Gebräuche im Bisthum verdanken ihr
Dafein uralten Gefehen. Wir gewahren im grauen Alter
thume manche ehrwürdige Sitte, weldhe Hüterin des Glau-
bens und Befchügerin der Tugend war und darum wieder
eingeführt oder vor dem allmäligen Erlöſchen gerettet zu
werden verdiente. Daher follen die vorhandenen Bamberger
Synodalftatuten bier folgen. Die älteften, welche zu meiner
Kenntniß famen und bier an die Spike geftellt werden, find
die im Jahre 1431 vom Bifchofe Anton von Rotenhan
T — —
46
uf einer Synode werlündigten. Au ſie reicht, ih das Sta⸗
it des Rifolaus na Cuſa vom Jahre 1451 am.
Bhf Beorg von Schaumberg erließ im Jahre 1461
an Statut in Betreff der Clauſur der Kloſterfrauen, jedoch
sehe einer Synode. Da ih es nur im Manufeript
vorfand, und es als ein Zufag zu den frühern Synodalſta⸗
iin betrachtet werden kann, fo foll e8 durch nachfolgenden
Abdruck Dex Vergeſſenheit enirifien werben. Auf einer Dids
teſauſynode vom Jahre 1491 verfündigte Biſchof Heinrich
U. Groß von Trodan die unten folgenden neuen, bedeu-
tend erweiterten, und nach den Dekretalen geordneten Did-
zeanfatuten Bifshof Georg Ill. Schenk von Limburg
befätigte auf einer Synode im Jahre 1506 die Statuten
Heint ich s mit einem Zufabe,dad Verhältniß ber Chriſten zu
den Juden betreffend. Im Jahre 1507. ſchärfte er durch ein
Mandat die ‚genaue Befolgung der Synodalſtatuten ein. und
gab zu dieſen eine befondere Erkläuung in Betreff. der liturgi⸗
fen Kleidung. Dieſe dyei Erlaſſe Georg's find unten
zu lefen. Im Jahre 1534 ließ Bifhef Weigand von
Red wi tzauf einer Didcefanfpnode dieſelben Statuten Heinrich’s
zeit geringen. unten zu leſenden Yenderungen verkündigen.
Rah dem VPerſchwinden ber Diöceſanſynoden begegnen
wir einer doppelten Weile, Die Didczfauftatuten zu
Kenntniß des Clexuſ zu. bringen... Die erſtexe beſtand da⸗
rin, daß, Die meiſten derſelben einen feſtſtehenden Ausdruck
erhielten und in den fir die Liturgie beſtimmten Büchern
niedergelegt worden find. Nah dem Concil non, Trient
wurde das nerbefferie Miasale und Breviarigm, Romanum
im Bisthum Bamberg eingeführt und bieburd Das frühere
Missale und Breviarium Bambergense außer, Branch ‚ge
fest. Bon beiden if nur noch das Proprium .Dioeceneas
ensis, ale Anhang jener m Gültigkeit. Luͤnger er⸗
hielr fi das" Bamberger Rimalbuch; Bis es dem römiſchen
‚wich, oder vielmehr das tömiſche als nunmehriges ‚Rituale
Romano; Rambergenke, in. ſüich aufnahm, . ‚Lepfered. geſchah
namlich erfi in der unter dem Zürftbifchofe Lothar Franz
46
von Shönbort in dem Jahre 1723 — AA erſchienen,
vom damaligen Director des Klerikalſeminars Br. Sodann
Sartorius benrbeiteten Ansgabe. Dieſes zerlegte den
Stoff in die noch vorhandenen vier Theile des Baeramen-
tale, Benedictionale, Processionele und Instradtionale.
Der letzte Theil ift der allgemeine für die drei erſtern und
gibt die allgemeinen Regen für das priefterfiihe Amt mit Aus-
nahme der Meſſe und des Brebiergebetes, wofür das Meß⸗
buch und Brevier die erforderlihen Vorſchriften enthalten,
am. Die meiften und vorzügkichſten ftühern Synodalftatu⸗
ten finden fich im beregtes Instruetionale anfgenommen.
Dasſelbe handelt von der Verlündignug der «hriſtlichen
Lehre ats Predigt und Katecheſe; ſodann von der Spen⸗
dung der Sakramente im Allgemeinen und Beſonderen;
endlich von der Handhabung der kirchlichen Disckpfin, inſo⸗
weit foldye dem Curat⸗Klerus zuſteht, welche ſtchvvrzuglich auef die
Feier der Liturgie erſtreckt und namentlich in der Seelen
leitung’ pro foro interno beſteht, weßhalb beſonders für
die Berwaltung 'des Bußgerichtes viele Belehrungen amd
Vorfchriften gegeben find. In das oben genannte Instruc-
tionale ift der in den Synodalſtatuten Heirich's enthal⸗
tene Titel über die Reſervatfälle in feiner ganzen Aus-
Yehnung aufgenommen: In der fpätern und neueflen Aus
gabe des Instractionale, welche im Jahre 1774 unter Bi
ſchof Adam Friedrich von Seinsheim flattfand, er-
ſcheinen die bifhöflihen Reſervatfälle nur auf vier und Die
paͤpſtlichen amf acht feftgefeßt, indem für Die bindende Kraft
der letztern die PBromulgetion m der Didcefe durch den
Biſchof in Anſpruch genommen wird, der ‘Ordinarius Bam-
bergeusts aber nur acht Bffentti verliemdigen laſſe ). Die
‚us) „‚Lärca reseryatiowes Pepnles, NaArum quidem persweitde,
..partäm in sacris Canonibus, partim ia Sammorum Pontiß-
eum Bullis ac Decretis oontinentur, cum tamen absolutio
ab ejusmpdi casibus Pontificiis potissimum ‘ob annexam
lie conbaramet nom allter sumnıae * XR eommu-
HR / 14. ä
a
llerikaliſche Disciplin if in einer befondern, zunächft an die
Hilföpriefter gerichteten, jedoch in der Hauptfache jeden Prie⸗
fer angehewden Instruetio enthalten,, welche in ihren derma⸗
len noch vorhandenen Exemplaren den Namen des Biſchofes
Ehriftoph Franz von Buſeck (reg. 1795 — 1805) an
der Spige trägt und jedem neugeweihten Prieſter einge⸗
bändigt wird. Das Matructionale Bambergense, welchem
beregte Instructio anzureihen ift, ‚enthält Die, dermalen im
Erzbisthume Bamberg geltenden allgemeinen und bleibeuben
Discefanftatuten. In einer andern umfgjicaden ſyſtemati⸗
den Form find dergleichen tm beregten Kirchenſgrengel ſeit
dem Aufhören der Diöceſanſynoden nicht veräffentlisht wor
den, wogegen in vielen andern Bisthümern noch jetzt Diö⸗
cefanftatuten, unter diefem Namen in ein eigenes Buch zu-
jnmmengeftellt, in ältern und neuern Auflagen vorhanden find.
Die andere Weife der Bekanntmachung der Didcefan-
Ratuten beſtand feit dem Aufhören der Diöcefanfpnoden in
den anßerordentlichen Erlaſſen des Biſchofes durch defien
geiftliches Rathscollegium. Mehrere folche, ſchoͤne Perlen
anthaltend, werden ‚hier vorgelegt. .
Den Schluß fallen Die Statuten, welche hie Weife der
Abhaltung der Kapitels und Biere oder betreffen,
bilden. - Ban
niter censeatur, insuperque notum, et. ipaj menti, ti Ecclenine,
quae reservationes non ad’ destractionem, sed ad dedid-
eationem dirigit, conforme sit,’ talibus censuris non ünte
iigari üdelen, quamı per lacorum Qrdinarıos in qaavia Kise-
ↄrei promulgatan, vol ‚altem ‚ipmo- eu. infrodastae fueripf,
hinc attendenda est praeprimis, cujuslibet Mioeceseog
praxis et observantia, dum de hac vel illa, reservatione
Pontificia, an et quatenus ea locum habeat, quäentio oe-
eurrit. In nostra autem Dioevesi' Bambergensi votumas,
ut Oonfessarli:ad —— tantim ergys veervatoꝛ Pa-
mies atiendant,‘“
48
| I.
Die Synodalftatuten des Biſchofes Anton von
Rotenhau a, 1431.
Statuta synodalia*) Ecclesiae et Diovecesis
. Bambergensis.
Antonius, Dei et spostolicae sedis gratia Episcopus
Bambergensis, Universis et singulis in Christo nohis dilectis
Abbatibus, Praepositis, Decanis, Archidiaconis, Archipres-
byteris, Curatis et non’ ctratis Clerieis, Collegiis et Con-
ventibus totique Clero Civitetis et Dioecesis nestrarum
Bumbergensis communiter et divisim sulutem in Domino
sempiternam.
In hac Synodo nostra statutis praäedecessorum neostro-
rum inhaerentes ea cum ceteris additiohibus, correetionibus
ac declarationibus in unum colecta Vestre dirigimas oariteti
in subscripto tenore; Mandamusgue auctoritate dei omni-
potentis- ut ipsa statuta firmiter et fideliter observare atu-
destis. Inhibemus quoque, ne aliquibus aliis opusculis pro
statutis nostris synodalibus utamini quoquomode,
Reprobatio certi erroris hereticalis.
Inprimis statuimus, ne aliquis clericus vel laicus cujus-
eunque dignitatia, religionis vel status existat, ausus sit, per
‚auperiorem praesumptione damnabili publice praedicare vel
oeculte deocere et tenere, Quod sacerdos in mortali pec-
cato existens non: posit: confieere-corpus christi, sive quod
sit ligatus ligamine vel absolvere nequest suos subditos a
peccatis. Sic ergo praedicans, docens et credendo tenens
pro heretico et ineredulo haheatur. Quem errorem hujus
aancte aynodi approbatione damnamus, Cum sancte scripture
dicat auctoritas, Quod, seu bonus seu malus sit winister,
vo) Manüfeript der kgl. Bibliothek babier.
409
per utrumque deus effectum gratie confert in bae parte.
Non enim, qme-sanete sunt, coinquinari pussuut, Nee ips&
sacramenta possunt hominnm malitia prophanari. Unde 'qui-
cunque sacerdos pollutus existat, divina non potest polluere
sacramenta, que purgatoria cunctorum coutegiorum existunt:
Licite ergo a quocunque alias -ideneo 'sacerdote ab ecelexia
tollerato divin» misteria zudiantur et ecelesiantien —
tur saeramenta. -.
P *
> . a 2
De sacramento aucharistie,. —
Sanetiasimum Corpus Christi, quod digna veneratione
fragiites human. non suffieit comniendare, eum ad infirmos
vel ad mulieres vieinas partni aut &lia ‚de causa extra e=
elesias.portatur, veneratisne mandamus solita venerart videficet
ut presbyter indutud superpelicio cum stola circa collum
illud portet ante pectas, Nisi loci distantia et" temporis
quslitas secus' exposcat.” Clerieus vere indatus snperpelicid
sen konestus laicns,. ubi clerici huberi non possunt, precedat
cum campzuella et iumine, tintinnabulo. Id vero audientes,
videntes aut scientes fieri obvinutes donec säacerdas transeät
geuu fectant et dicant devote ad minus dominicam orationem
ter cum sulutatione angelica, Nos enim tam presbitero,
quam clierico predictis et singulis aliis ad hoe genüuflec-
tentibus et pro reverentia nacramerti ipsum ad infirmum et
inde ad ecclesiam devote sequentibus Veregue penitentibus
et confessis, qui ter hujüsmodi orationem et salutationem
dixerint, centum dies indulgentiarum pro vice qualibet de
injoncta sibi penitentis, auctoritate qua fungimur, in domino
nisercorditer relaxamus. "Presbiter vero, qui aliter vel oc-
eulte ipsum portare presumpserit ,, preter offensam divinam
Penam tunto excessuj F condignam et salntis pröpriae negligen-
team poterit formidare.
Stetuimus insuper, ut sacerdos sacramentum escharistie
deferens ad infirmim ante pectus suum cum reverentia,
cautela et timbre' pottet, et im nullo’indecenti loco ponat
4
+
aid
idque ab. infirme. ad ecclesiam studeat reporiare. Nullus-
qua hor sacramentum in colobiis. transiens tractare pre;
sumet.
Item quivis sacerdes parochialis hortetur plebem suam
ut infirmantes jejuni tempestive occlesiastien sacramenta
percipiant, nisi periculum imminens aliter hoe exposcat.
. Item licet principium diei secundum diversos diversi-
mode sumatur, ecclesia tamen diem a media: Heete. imcipit.
Et ideo sacerdos si aliquid post mediam noctem sumserit
per modum cibi aut potas, debet subsequenti die penitus a
celebratione misse abstinere.
item pueri oarentes usu rationis, qui nan possamt di-
stinquere inter cibum corporalem et spiritasiem, ad sump-
tionem cosporis dominici nullatenus admittantur, cum ad. ejus
sumptionem.et susceptionem cxigatur devetio achralis. Is-
eipientikus autem habere discretionem, etiam. ante perfectam
etatem, puta, cum fuerint decem, undecim, desdecim, tre-
decim annorum et alias quando in illis ad hujus saeramenti per-
ceptionem posf signa distinctionis et devetionis fervor aut
desiderium ratienabiliter ——— Secratissimum Cerpas
demini ministgetur,
: De cantelis habendis circa sacramentum
eucharistie, i
Item caveant sacerdotes, ne hostiam, cum qua cele-
brandum est, tamdiu conservent, quod incipiat corrumpi ac
in ea sit aliqua dispositio corruptionis. Ex tali enim scien-
ter conficiens peccat graviter propter irreterentiam sa-
cramenti. '
Insuper et corpus domini nostri; Jegg Christi usque
ad corruptionem 'specierum panis nullatenus consexvetur,
sed ad minus innovetur singalis sepfimanis auf quindenis
juxta loci qualitatem. Tamen quilibet super -custedia; et
Fenoyatione ipsius sacramenti CUFAM. habeng onstadikum
‘
SU...
— —
sımere et loco ejus sümpti alind. consecrare non diferat
ultra mensem:
Item aucerdotes sint eauti, quando preparant calicem,
ve omnino sit factum’ acidum aut acetum putridum aut pen-
dulum seü cofruptum, Et‘ de aqua parulı apponatur, ut a
vino de facili' et totafiter absorbeatur.
Item’ si müsca vel aranea vel uliud fmmundam liquid”
in ealicem ante conseerationem ceeiderit, effandatur et ab-
hıto calice denuo praeparetur. Si vero sliquid horäm post
_ conseerationem' accrderit, animal caute capiatur et diligen-
ter lavetur et comburatur ablutioque simul- cum eineribus
ad saeraria in ecclcsia recondatur.
Item si sacerdos ante conseerationem sanguinis et
post consecrafionem corporis domini ‚percipiat vioum aut
aquam non esse in ealice, debet statim apponere et con-.
secräre. Si vero “post consecrationem verborum pereipit,
quod aqua desit, nihilominus precedere, nec debet aquam.
rito jam consecrato 'miscere, quia sic a2equeretur corruptio
sacramenti,. Si vero pereipit post verba consecrationis, quod
vinum non fuerit ih ealice, si quidem hoc’ pereipiat ante
sumtionem corporis domini, debet deposita aqua, si inibi
fuerit, — vinum cüm aliqua aqua et resumere verba
consecrationis a
- De: —E ehristi:
Item ' 'si per 'negligentiam aliquid’ de aunqui e stilie-
verit super taBulamı, quae 'solet aub pedibus "sacerdotis lin-
qua lambatur, et cinis juxtä ‚alfare condatur. Sed sacer
dos pbeniteat Vadraginta diebus! Si vero super ‚altare
isterposita palla stillaverit calix, sorbeat mfnister et diebus
tribus poeniteat. Si super lintheum altaris et ad aliud lin-
theum stilla’ pervenerit, quatuor diebus poeniteat. Si un
que ad tertium, triginta diebus poeniteat. si usghe adı quar!
tum, quadraginta diebus pokniteat. Et lintheamina, „gase
tetigit fe stilfa; tribus vieibus minister vel 'sacerdos i ipse ab-
40
52
- -
luat, calice supposito, et aqua ablutionis sumatur vel juxta
altäre condatar. In dictis autem diebus pro hujusmodi neg-
ligentia penitentia est agenda, potest tamen injungi. peni-
tentia arbitria, 'pensatis conditionibus negotii et persone.
Item si quis per ebrietatem, voraeitatem ‚aut infirmi-
tatem eucharistiam evomuerit, debet vomitus ille sumi dili-
genter, et cremari, et cineres juxta altare recondi.
De altaribus portatilibus.' |
' Item cum sacrorum canonum sanxit auctoritas ‚ quod
nullus sacerdos debet in altari viatico specialiter sine or-
dinarii licencia divina missarum solempnia celebrare, Rec-
toribus, ecclesierum. et universis clericis nostre diocesis
firmiter in virtute sancte obedientie precipiendo mandamus,
Ne hujusmodi viaticis absque nostro speciali indulto celeb-
‚rare aut alios presbiteros regulares aut seculares patiantur
in eis aliquatenus celebrare. |
De sacramento Baptismatis.
“ Mulieres instruantur de forma baptismi, ut tempore
necessitatis, quando pueris natis nondum baptizatis pericu-
lum imminet wortis, ipsos valeant presbiteris ahsentibus
rite baptizare, et dicant sine additione. aut diminntione sic
videlicet: Ego baptizo te, In nomine patris et filii et spi-
ritus sancti Amen. Et .est circa hoc exspectandun totalis
egressus partus ex utero. Übi autem periculum mortis im-
minet, egressa parte prineipali seu capite, in quo operationes
anime magis manifestantur, baptizetur iufans.
Item quod pueri, quantocitius fieri poterit, baptizen-
tur, ne forte propter nature debilitatem morte praeventi
damnentur.,
Item in hyeme i in aqua convenienter calefacta infantes
porsunt baptizari.' -
‘ Inhibemus autem, ne baptizentes ad levandum infan-
tem de sacro fonte ultra tres personas admittagt, cum,
y
y!
53
scut experientia docet, periculosa impedimenta® multoties
exinde proveniant in matrimoniis contrahendis.
De extrema unetione.,
Dampnamus quorumdam errorem, quo in extrema unc-
tione unus inungit et alter profert verba sacramenti. Sub
pena igitur suspensionis probibemus talia de cetero attenp-
tari. In omni autem sacramento actum faciens etiam verba
sacramentalia proferat, que ipsa exposcunt sacramenta, dum
eonficiuntur seu tractantur. a
Item sacerdos diligenter observet, ut sacramentum
extreme unetionis administret sub forma deprecativa, quam
beatus Siege: instituit, hac scil: Per istam unctionem
et per suam piissimam misericordiam indulgeat tibi deus
geidquid deliquisti per visum, et sic de singulis membris et
loeis inungendis. Et recipientibus insinuet effectum bujus-
modi sacramenti, qui duplex est, Unus sanitas. corporalis,
alius sanitas spiritualis. Sicut ex auctoritate beati Jacobi
apostoli dicentis: Infirmatur quis ex vobis etc. colligitur
evidenter, quod sacramentum istud adultis tantum et in peri-
eulo mortis constitutis conservandum est. |
Item statuimus firmiter precipiendo, ut in singulis
capellis nostrae civitatis et diocesis, quorum sacerdotes
populum regunt et per exhibitionem' eucharistie tommuni-
eare consueverunt subditos, habeatur de cetero oleum infir-
morum, ne propter ejus ibidem carentiam aliquibus hujus-
modi deficiat sacramenfum.
. Dopenitentiis et remissionibus.
Ne quis de cetero per ignorantiam salutaris statuti
in sacro generali concilio de confitendis peccatis et per-
cepfiohe eucharistie éditi se valeat excusare, Mandamus
ia virtute sancte obedientie universis et singulis ecclesiarum
parochialium et aliid‘ divinorum curatis rectoribus et nobis
subjeetis, ut id singnlis dominicis diebus quadragesime cut
54
jaslibet anni coram populo sibi subdito hujnsmeodi statytgm
studeant publicare in forma subscripta, videlicet:
Omuis utriusquc sexus fidelis postquam ad annos di-
stinctionis pervengrit, amnia aus splus peccata saltem semel
in anno fideliter confitestur proprio sacerdoti, et ipjunctas |
sibi penitentias propriis viribus atudeat adimplere, suscipiens _
reverenter ad minus in pascha eucharistie sacramentum,
Nisi forte de proprii sucerdotis consilio ob aliquam ratio-
nabilem causam ad fompus ab ejus perceptione duxerit ah-
stinendum. Alioquin et vivens ab ingressu ecclesie arcea-
tur, et moriens christiena careat sepultura. Si quis autem
alieno sacerdoti voluerit justa de causa sus peccata con-
fiteri, licentiam prius postulet et obtineat & proprio 3acer-
dote, cum aliter illum non possit solvere aut ligare.
Monemus quoqye et requirimus omnes et singulgs sa-
cerdotes nostrarum civitatis et .diocesis, ut in auditione
confessionum quivis eorum discretus sit et cautus, quod
modo periti medici infundut oleum et vinum in vulnerikus
sauciati, diligeuter inquirens et peccatoris circumatantias et
peccati, quibns prudenter intelligat, quale debeat ei praebere
consilium et cujusmodi remedium praebere, diversig experi-
mentis utendo ad sanandum egrotum. Caveat yutgm om-
nino, ne verbo vel signo ayt alioquovia mode aliquautenus
prodat peccatorem, Et si prudentiore consilig indiguerit,
illud absque ulla expressione personp caufe reguirat, quo-
niam qui peccatum in penitentiali judicio sibi detectum prae-
sumpserit revelare, non solum eum a sacerdotali offigie de-
ponendum, verum etiam ad agendam perpetuam penitentiam
in artum mopaskerigm detrudendum, est doonatum concilio, cujus
et aliarum sanctionum canonicarum de boc editgrum executio-
nem, adversus confessionis quemlibet fuciemus proditerem.
Omuibus utriusque sexus bominibus in nulla reguls
epprobato professis, qui. ab aliorum conversatioye bominum
et secularibys negotiis adeo censeytur ‚sequestrati, quod
fratres et sorores compunitatis uppellanfur, Aliisque, qui ad
5 BB
menssteriorum aliorumque religiosarem lacazım ‚eujunoungus
ordigis neosirarum. civikatis. et diecenis ohbaequis <undasti
sont, preeipimus sub peaa excommunicationis late ex munb
a nobis sententie, quam ÜUnnomiea monitione premissa feri-
mus in rebelles, ut sacerdptihus, im ‚quorum parechiis :ogpr
sistunt, sicpnt ceteri eomum subditi, aubaint et. Bis, ohediant
eorumgue mandatis, rutionibua et leitis diligenter, ut te-
nenter, ‚intandant. Nisi intra mensem pont pnblicationem
pesarım, quare ad Id gem tenenntur, ae daooant <e-
rem nohis, .
“De licencia confitendi.
Quia propter divini offici continuum —— Sa
cerdotibus continue necessarlum est pehitentie saeramentum,
Ei qued prepter «uperiorum absentiam son, commoda requi-
rere men Possunt, pro lioencia .eligendi.cunfessores, quotinp
confitendi. necessitgkem contigerit illis imminere, ;Nee.ulla
petest imiradnei consueludine, quod quis preter aui Su@6-
rierig lioenciam onnfessorem 'eligere valeat, qui eum ponsit
solvere ei .lügare, Idoireo hac ‚nostre lieenoia ‚generali
oemnibus et singulis sacerdotibiis nostre elritatia et die
cesis rlementer indulgemas,. Ut quilibet. eorum, quocies et
quande veluerit; veloat eligere confesaorem, et uns corum
alium abaolvere ‚et sibi penam .aolusarem —
Papalihus dumtaxat exceptis.
f »
Non de clerisia in eoclesüw collegiatis.
Hoo autem indultum extendi nolumus ad cullegiatarum
eccdiesiarum olerices, ‚qui cinca confessorum.cleiiedruin Euer
ram, :desamorum debest ‚licenciam obtikere.. Mlıtonisen ,. uf
at acriptera sahcta, poat naufregium. tahula esi calpam
simplicter eonhtän, evidenter apparet, sinn confessinne vocis
proprie non dimitti ‚peccaia. Praecepit enim dominesn im
erangelio mundaudis pecenteribus, ut astendersmt dımnia ad-
terdetibus corporali presencia, confitenda fere peceaka -uMB
56
per wuntium neo manifentanda per scriptem, dicens: Ite,
ostendite vos sacerdetibus omnes, sed nou unus pro Omni-
bus; nec non alium faeiat, qui pro nobis offerat munus in
eonfessionem- sive penitertiam peecati, Bed qui per vos pec-
osstis, per vos erubescatis. Idcirco presenti edicto in per-
petuum valitaro distrietias inhibemus, ne quis nostrarum
civitatis et diocesis sus peccata confiteri presumat per nun-
tiam vel per scriptorem, vet etiam absolafionis benefieium
a peccatis 'impertire, prout quidam tleriei facdre consae-
verunt contra canonicas sanctiones. Üorporalem-:enim re-
quirunt presenciam. Forma sancte matris ecclesie in abso-
Iucionibus a peccatis observanda. | .
De clericis binantibus. .
- Nonaulli presbiterl ignari, qaagti terroris exintat,
iHicite trectare divina,' que siout gratiam digie sumpta,
sic et mdigne presumpta penam promittunt eternam,;, In ea-
dem ecclesia seu in diversis nulla necessitate urgente, sed
ad splam questum missas celebrant bis in die. @uod sub
attestatione tremendi judicii ac edictali constitutioue singulis
presbiteris inlibemus, videlicet, ne de cetero..pluries quam
unam 'missam, salvo privilegio de die Nativitatis Christi
constituto ac in casibus, quibus a jure permissum est, dici
duas una die quiscunque cantere Aut legere cum sacrifich
celebratione presumat.
De matrimonio.
x -Glandesfisa guoque matrimoaid sub pona ezcommuni-
cationis ſieri prohibemus, et per plebanos inkiberi sub eadem
pena mundamus, Sed in facis ecelesie fiant cum bannis et
monieiouibus juxta formam eoncilii generalin. Si.vere ali-
yus dubia zaper causis mutrimerkalibun, confessionibas sapris
aut officiis ecclesiasticis per parochiasos emerseriut, enper-
detos ad nos vonferaut, — ee dubiis
wonsihtum: selatare. : —
:57
Plebani quoque doesant in- sermonibad sen praedica- -
tionibus subditos suos fideliter, qued servata hac forma
esneilii watrimoniam contrahentes preseutibus testihus fide
dignis sie procedant, "Muod vir dieat mulieri: Resipio te
ia meam legitimam uxorem; Et vice versa mulier dicat viro:
Recipio te in meum legitimum virum @uodque hoc verba
sunt efficacia admatrimonium contrahendum, quando cano-
nicum impedimentum absistat aliumde.
De spirituali cognacione |
Quum de jure inter personam baptizatam et illum, —
eam suscipit, Ac inter eandem. baptizatam personam et
suscipientis filios et uxorem ante susceptionem hujusmodi
carnaliter cognitam ab eodem, Nec non inter auscipientem
patremque baptizati et matrem cognatio spiritualis contra-
batur, que eoguntio matrimonium impedit contrahondum et
diripit prius contractum; Hee quoque jatn dieta de susci-
piente aunt etiam de baptizunte censenda, pretereagne ex
confirmatione seu frontis crismatione spiritwalis eognatio eis-
dem modis contrahitur, watrimonia similiter impediens con-+
trabenda, et dirimens postcontracta: Idcirco presentis et
dieti Juris auctoritate statpnti hujusmodi spirituales cognatos
matrimonium invicem contrahere, districtins imbibemus.
Quod coutrahentes matrimonium contra interdic-
tum eeeJesie incidtnt sententiam excommu-
- nicationis.
Insuper cum. bi, qui divino timore postposito in ani-
Barum suarum periculum scientes in gradibus consanguinj-
tatis vel affinitatis canonica institutipne interdictis, aut cum
monialibus matrimonium contrahere non. verentur, nec non
reigiosi et moniales ac clerici in sacris ordinibus constituti
metrimonia contraheutes' sint: Ypso fucto excommunicationis
aedtentis innudeti. Ideirco 'comihittimus et 'mandamhs qui-
beslibet vobis subjactie ' prelafie et rectoribee paroctiteftei
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scrlesiamm,. ut illos, quos eis oanstiberk 'taliter eontraxisse,
coram suhrditis puis exenmmunicates zureut ‚publice nusciari
kamdiu, damee uım recognescenden errorem ab iuvicem Se
—— et übsoluktonis bewefickum. merserint oktinere.
De sacristis,.
Officium sacriste vel ecclesiastici, sive ad clericos sive
ad laicos eorum receptio pertineat, gratis et sine da-
tione vel promissione pecunie vel alterius rei temporalis
personis idoneis conferatur, Qui velint ac possint rite of-
ficium hujusmodi adimplere et de ornatu ecclesiarum con-
servando prestare idoneam cautionem, qui etiam sacriste ab
hujusmodi oficiis nom nisi ex rationabili causa et coram
ecclesiastico judice valesnt et debeant amoyeri. Superpel-
liciis quoque tempore divinorum utantur,
De. custodia sacramentorum.
Item stufuimus, ut ia geclesi's ‚eucharistia et crisma
sec non aqua bapkismatis, ne ad oa nephande manus ex:
tendi valeat, sub fideli custodia clavibus adhibitis eonser-
ventur et aulli pateat SCCBBAUS ad ea, miei ad quem spectare
noscatur,
u | mulieres sacra vass non tangant.
i
Item ordinamus, ut mulieres sacra vasa contingere
et ad altare sacerdotibus Misistrare non preanmant.
tem statyimus, uf vasa ministerii et sacra vertimenta
nec non corporalia munda servenfur, et in conclavi repo-
nantur, cum autem corporalia sordida fuerint, non nisi per
aucerdotes intra sacrarium abluantur. Ipsaque vestimenta
et torporalia vetustete consumpta ad humanos usus nul-
lateniſs redigantur, sed incendio tribuantur > et cineres, ut
iaoris ost, ‚sonserventur.
De sepultura. | —
. Pesienlis. auimarum ei ‚acyudelis' obvinsg ‚valenten, Ie-
hibemns,. ng neenläris, wegularis vel nexsonn tmjuneummue
en,
status vel gonditignis existat, quemgunm indmeat vorkin,
sutibas vel signis, ut alienam eligat senuliuram, sel at elen-
tam jam immutet.
Quprundam utriusque ‚sexus haminum, qui. in apimarıyn
suarum salutis dispendium ef scaudalum plufimornm, naæa
solom contra prohibitionem apostplicam, sed etjam in detraæ
tionem rectorum parochialium gcelesigrum et prexiwi H0Rlr
mentum multos verbis, nutibns, signis alisqgue syasiomibun
allectivis tam in mortis periculo tam in .‚sauitatg conatitutoa,
indueunt, quod obmissa propris, videliset eorgm garenhialig
ecclesie sepulturam alienam eligant, Vel quod electam im-
mutent, walitüs ox pastorasdis oflich dehito voleates oppor-
tune obviere, Universis Christi fidelibys. utzjusgpe sexus,
eujuseunque status aut ronditipnis exisfant, per nostzas ai,
vitatem et diocesin congtitutis, suh imterminstione maledio-
tionis perpetue in virtute sacre ohedientie et gub. pena ar
communicationis uec non Suspensipnis A, PEFFFPLIORE BBOFM-
mentorum, districtissime proljibemus, Ne qnisquam ad voveit
dam, jurandum vel fide interpgaita, seu alias ad pramitiee-
dum, quemquam ad hoc indurat parsonnm, Auod..proprimm
sic, nt permittitur, sepultnram .dimittat, et alienam eligak
vel quod jam electam: immutet. Aliogyjip quicungue ‚kujum
nostre prohjbitionis violator fuerit, presepfis conatipitionis
edicto, penis excommunicptipnis ef suapengionis bujusmadi
tamdin se noverit jnnodatum, denec per ‚nos auf eum, wi
vostras in bac parte vicen commiserimpa, preierguam . ia
mortis articalo, digus penitentia et aatisfactiong Pe
tihus fuerit ahsolutua.
De canonica portione danda,
Quia jiris. ande vonfunditur,. ‘si: jas 'soun unicuique
uon saryatyr, Stptuimus,ordinandp, uf, peranng.ascianipstice,
tam regulares quam. seculgrea, gujusrungue ardinin. vol. ta
tos existent, que alterius ecclewjg, parochianum. past elanionnm
pultare ejnedem ‚vie at, Ingitime, fagteun,..nd.punm mmce-
...60
siam vel cimiterium susceperint tumulandum, Rectori ejus-
dem parochie, ‘de quibuscunque obventionibus, occasione
ipsius funeris provenientibus, secundum statuta canonica
quartam ' partem infra quindenam post ejusdem funeris tu-
mulationem et dicti rectoris requisitionem, integre persol-
vere teneantur. Alioquin salvis aliis Juribus, penis, omnes
qui in dieta guärte parte solvenda in termino predicto se
negligentes exhibuerint, aut alias cam dictis rectoribus de-
super non cöncordaverint, per censuram ecclesiasticam pre-
‚eipimus coherceri, tamquam aliena temere de facto retiuentes.
De rectoribus eeclesiaram et eorum vieartis.
Quum sit ars artium regimen animarum, curandum
est, et sollicite providendum, ne Imperiti et insufficientes
ad regimen hujusmodi sumantur. Sacre igitur Synodi ap-
pröbstiöne Statuimus, ut clericus quicunqgue ad ordinem
sacerdotii noviter promotus, aliis clericis in exercitio ejus-
dem regiminis animarum jam provectis per bieunium com-
moretur, circa regimen et curam animarum instruendus, uec
hafra idem biennium sibi liceat curam aliene parochie de
nostra divcesi regere, Nisi id ei ex causa a nobis fuerit
dispensative indultum. _
Rectores vero ecclesiarum talibus, sacerdotibus con-
tra praesens statutum nostrum vicariatus concedentes et
&eclesiarum suarum curas committentes, ab eorum beneficio-
rum, quorum :curas 'sic committunt, perceptione fructuum
presentis statuti auctoritate suspensos esse volumus ipso
facto, donec restitutionem a nobis super. hoc meruerint
obtinere.
\ | —
:De.primiapariia of oeteria beneficiis.
Pro ommunl hoto et"cultu 'dirino bugmentando sta-
talmus, ut prislissarii sew prebendarif parochialium ecelesia-
rum auis plebarfik sen victplebanis reverentium "&hibeant,
a0 "Wissin;; vehperis, complätbrin et miuchid'ts "Tesfis," que
61.
2
novem lecetipnibus peraguntur, anp pelliciati interaint cele-
brando cum eisdem plebanis, cum per hoc ipsi primissarü
ab otiie et aliis illicitis retrahuntur, @uod sub pena aolu-
tioeis duorum denariorum pro qualibet et dictarum horarum
et missarum neglectarum, convertendorum ad magnas ipss-
rum ecclesiarum candelas, que ad elevationem corpozia
Christi incenduntur, volumus observari.
De archidiaconis et decania.
Item statuimus, ut nullus omuine archidiaconus aut de-
canıs curam animarum instituendo aliquos pastores vel vi»
carios in ecclesiis parochialibus sive eapellis sine judicio et,
consensu Episcopi alicui tribuat, imo, sicut est sucris cano-
nibus institutum, animarum cura et ecclesiarum ordinatio im
Episcopi judicio et potestate permaneat. Si quis vero
contra hoc facere, aut potestatem, que ad episcapum per-
tinet, sibi usurpare presumpserit, ab ecclesie limitibus ar-
ceatur. Sane cum parum prodest, Jura condere, nipi..essent,
qui ea debite executioni mandarent, Constitutionem premis-,
sam volumus ab archidisconis firmiter observari, ipsis in
virtute sacre obedientie distriete precipiendo mandantes, na
cara animarum pastoribus vel vicariis ecclesigrum sen ca
pellarum sine nostra licentia et consensu, committant, aut
eos in ipsis instituere presumant, Nec ipsi pastores et vi
carii institutionem et curam preter nostrum judicium rec
piant ab eisdem. Nos enim, si quid contra hoc atatutum
noatrum et inhibitionem fuerit atteımptatum, irritamug el cas-,
samas et irritum decernimus et inane ac ipsos rebelles ni-
hlominus aliter, quam permittitur instituentes et Instituto,
graviter, prout sanctiones sacrorum canonum edocent,
pauiendos. ne
De benefioiis fundandis.
Beneficiorum perpetuorom fundationes et institutionen
sea confirmationes, que auctoritste ordinaria in quibuscun-
6%
gie‘ ecelealig' seh pfis loeſs fient, literls seu instramentis
publieis et etitentitis conscribi statuimus et confirmari. In-
strumenta qtoque' et’ litetas, super quihuscunque hujusmodi -
iestitutiemibern den confirmatlonibüs confecta ct conficienda
onmibus quorum interest, commünicari volumus, et manda-
mus, ‚etinnt- in a — autentieis copiis au petentium
voluntatem.
Insuper inhibendo monemus omnes rectoreg ecclesiarum
et capellarum, ne vicariarum et capellarum suarum redditus
eisdem-- vieſaclis et thpellänis antiquitus deputatos presumant
in’antea® ıfaAhrärt. " ECuod si attenipture presumpserit, id,
quod: egekint! irritum habeatur, Et contra presumptores hu-
jesmodt tamgndni‘ traudgressores hujusmodi cönstitutionis
nostre per censärsm ecolesiasticam procedatur,
Presbiteris dias purochialium ecdlesiarum vicarias ha-
berd prolibenhts omnino, cum impossibile sit, quod duabus
duis’ possit''ecthesils debite deservire. Qui vero contrarium
faeere' presumpserint, prima, quami vacare decrevimus, ipso
facto dakkant;, eitertus verd vicarie, quam dia primam oc-
eiipaverint, proventibug per ‘nos’ vel vicarium aut commissa-
ldm'nustrim- in spirkudfibus in utilitatem ecclesie, in qua
ipsn 'vitarfa 'est, cohvörtendd, eo ipsi sint privati.
Eain ver quörätidam rectorum perniciosa. temeritas
in’ preserflis: nostre prohibitionis 'illusionem quedam pacta et
juräinehta 'nitantur ihveuire, Hdeires ad 'eorum malitiam re-
primendam statunndd, Abd, cum rector ecclesiam aut vi-
cäritıs vicarlianı ‘adept? füeriät, Si aliqua pacta vel jurameuta
huic atatuto derogaitie fuerint’ interjecta, ea pro non adjec-
th, sed irrita habeantur, Er'tälia promittentes vel juran-
es ’pro tamtik 'promissionibiiä ef temeris —— geuiten-
tiam agere teneantur.
Item prohikemus :.clericis’ auibuscaigug ne in contrac-
“ tibus, quos faciunt, sic se obligent vel paciscantur, ut,
Hi forsan quid promittant, non ‚adimpleant, ecclesie eorum
stipponantur" ecclesiastico interdicto, que pacta deczevimus
63
non valere, Quib delietum persone ndw delt in eoelesie
subditos redundare.
item sub pena suspeusionis ab „flirie — ne
aliquis clericns nostre civitatis et dioceſis altare auum, ad
qnod intitalatus est, per alium oflieiet, Nisi id ei per nos
ex causa rationabili fuerit dispemsative permissum; que
cası non per aliquem religiosum, cujuscunghe. elkem reli
gionis. existat, sed per secularem. elerieum offieii aus: exe,
cationem habentem snppleat vices, susB.. "
De permutationäbus.
Rermatetioubus bemeficherum nullum inferiörem Episcopo
posse impertiri auctoritetem de Jase'et- tales permutationen
factas aine auctoritate epimeopi carere juribus; dectaramus
Ipnas, si que sie faote sunt vel: fierent, causantes et irritas
aunlinuies,
Quoddam. statutum predegessortim: nostrofuim in cert&
sua ambiguitnte reformantes Gmmibur et smyulid parochia-
Kam: ecelesiarem reetoribes sub penn suspensionis ab in-
grossu .verlesio, quam contrerium faeientes incurrere volu
mes. ipse facto, dietrietius inkibemus, ne vitarios;, quos id
suis otelesiis otiam. sede Zpiscopali? vacante‘ nobis exträ
nesirum : diecesim: oonstltutos- locared ihtendunt, negimen cure
animarum, absque nostra vel sBuccessorum nostrorum aut
nostri vel’eordtr in spirituafibus vicaril seu commissarii ge-
keralis sen. tempore vacationis. predicte aaniurin capilularıs
Canonic; .eoglenie ‚nostre Bumhexgensis., sgntentiai eb commin-
sione, permistunt quodlibet expxoere - ..
Item : pomutihun: sacandetibüs. . mobis:.subjsetis,. : perochid®
rngentihus im, ‚virtnte: mRode. obediontier imjmergiuum firmiter
ei ‚dietiiete,. uf .ipei: singnlie .dichus demitscis ‚infra misdarum
selempnis,.. dumfinitni ‚Sermenes ad: popmimn, Puter nosten
Are Maria .ch Symbeltm. — porali auis · im —
Ipienicdprodiesat at: csponambi ,
68
Me’ fidejussoria et:debitis.
Prohibemus etiam, ut nullus propter debitum aut fide-
jussoriam obligationem »ingularis persone alicujus ecclesie
eoclesiastica bona capiat, que ad ecclesiam seu capitulum
ipsius ecclesie communiter pertinent, Qui vero contra fe-
eerint, nisi moniti infra qnindenam a die monitionis numeran-
dem restituerint eeclesie vel capitulo, ad quos pertinent,
excommunicationis sententie, quam ex nunc proferimus, sub-
jacere volumus ipso facto.
De calicibus,
. Calices quogue et vasa ac alia benedictn eccolesisstica
ornumenta furtim vel raptim ecclesiis ablata vel aliis locis
piis sub pena restitutionis ableterum nullus emat vel veondat
aut piguori obliget vel .ad.tulem obligutionem reeipiat.
Nullus de cetero cum advocatis ecclesiarum guerras
habens, bona ecclesiarım, quarum ipsi advocati defeusores
existunt, pretextu guerrarum hujusmodi surripiat, Aut ec-
clesias ipsas Vel villas earum et loca incendio vel hostili-
tate devastet, aut bomines earum apoliet bonis suis. @ui
vero contra fecerit,, ipso facto excommmnicationis sententie
quam ferimus in bis spriptis, incurrat, a qua abselvi nen
valeat, nisi prius ablata restituat.et pro dampnis. satisfaciat.
‚ De vita et, honestate clericorum.
Ut christi milicla landibus deputata divinik vita, gestu,
merikus et habitu a gente discernatur laicali, districte pre-
cipiendo statuimus, Ut prelati; sacerdotes et alii beneficiati
et in sacris constituti' eleriei nostre. civitatin et ‚diocesis,
cujuacungue :gradus yel conditionis existant, vostes deferant
breyitate non culpabiles. aut wotabiles - ornatu auperfluo vel
ealore. Inhibemusgge sub exeommenicationis pena Jdetesta-
bilem abusum, quo -oomtva elerienlis honeris' preemimentisn
caligas rubei, gilvi aut vizädis ocloris portare vel olamider
N
aut vestes gemmis, aurifrigis, vulyari. Porten nunnupetis,
aut nadulis vel fibulis aut aliis superfluitatibus amai vel
argenti ornare presumaut. Quicungue autem elerions nobis
subjectus partitas vestes aut virgesas in publieum . ahagne
necessitatis excnsabili cansa ferre prosmmpsexik, 2xcdmmm
nicationem vel ezecutionem penarum suspansiopis et imka-
bilitatis a Jure communi constituterum Jjuxta difierentias
status personarum in se senciet exerceri cum rigorq.
De corona clericali.
Cum cleriei quidam ipsa facti ostensione proprii status
honorem ohfuscare.nitentes, coronam et temsuram conde-
centes, que priueipalis. decor existunt ordinis cleriealis, de-
ferre contempnaut: Nos igitur cupientes huic morbo adhibere
remsedium optimum sub pena excommunicationis mandamus, Üt
singuli clerici, cum a quocungue judice ecclesiastioo vel sech-
lari quideunque pro eis tamquam pro clerieis fuerit judican-
dum, quantumcungue vestibus utentur simplicibus ‚et alia in-
signia deferant clericatus, nulla tamen possessione clericatus
fungantur, non ut tales judicentur, nisi per suseeptionem
ordinums sufficientibus et idoneis probationibus .se vere esse
dlericos. probent. Coronam’autem intelligimus condecentem,
que debite capitis laco posita, congruam habens latitudinem,
cooperta, nen crinibus revoluta,
Insuper etiam sub peus excommunicationis preeipimüs
et mandamus, ut singnli clerici, cujuscungue conditionis aut
status existant, in sacrig ordinibus conatituti coromam eo-
rum omnino condecentem portent et habeusnt per modum
superius annotatum.
De coma et barba,
Equidem sont naonnulli sacerdotes seu alii olerici im
sacris ordinibus sonstituti Comam, crines et berkam nutrien-
tes, contra decentiam status clericalis. et sanctorum pairum
deereta, Stataimus ideiroo, ut quisungue nacerdes in'sacerdo-
5
66
te offivio ministrans Vel clericus in sacris erdinibus con-
stitutes Visus fuerit, decetero comam nutrire vel barbam,
Si Canemicus nostre cathedralis vel alicnjus collegiate ec-
olesie: nostre. civitatis et diocesis fuerit, voce oarent capi-
tuleri, . Si autem fuerit olerieus beneficiatus, a perceptione
fraetuum sauorum .. benefieiorem eeolesiantieorum se morerit
auspensum famdiı, denee ipse propriam dedecus cognes-
cens, -prefatos comam et crines radendos dnxerit et defe-
rat condecentes,
J De tabernariis et lusoribis.
Usam tabernerum preterquam iu itinere constituti, et
ne taberans in domibus suis teneant, Iudosque taxillorum
ad hasshardum et huic similia in locis publicis et inter
iaicos emnes et singuli cleriei et persone ecclesiastice nostre
eivitatis et diocesis, presertim in prelaturis et in sacris
ordinibus coustituti sibi sacre nostre synodi prahibitione sub
pena excommunicationis noverint interdieta.
De tabellieuibus.
Item nonunulle sunt persone in sacris ordinibus con-
stitute et alique sorum beneficiate, officium tabellionatus
exercentes, quarum insteumenta non solum in cirilibus, ned
etiam in ecclesiasticis negociis tamquam publica reeipiastur.
Cum de eoram auctoritate et de alils, que circa tabellionis
constitutienem requiruntur, minime nobis cohstat, quod per-
niciosum munus existit, Nos eirca hoc volentes adhibere
medelam, Statuimus, ut hujusmodi persone gerentes se pre
tabellionibus publicis in civitate et dioeesi nostris im jndi-
cio vel extra in antea mullatenus admittantur nec earum-
dem personerum instrumenta tamguam publica recipiantur,
Bec fides talibus instrumentis adhibester, misi prius de auc-
toritate eorum et de aliis, que circa hoe fuerint mecensaria,
dectum fuerit legitime coram nebis,
“ Inbibemus quoqus omnibus subditis mestris, me instre-
menta earumdem persomarım tamimam publica .recipiant,
Nec eis tamquam publicis instruments ateatur, Ef nihilo-
minus ipjungimus peraonis eisdem pro +ahellienibus an ge
rentibus, ut abstineant ab insteumenterme hujusınodi vomfer-
tione, tamdin de earum ausoterikate ot aliin at premiktitun
nobis facta fuerit plena fides, Quibus etiam edio tamperk
tabellionatus affıcium interdieimns per peesamten,
De ternamentis,
Hastiludia et tornamenta’ clerlci ia dignitatibus, per-
sonatibus sen sacris ordinibus Lonstituti hoc edicto perpetuo
sibi noverint interdicte. Itaque persona ecclesiastica in
dignitate seu personatu aut in sacris ordinibus constitute
cum armis ipsa nequaqguum exerceat. Si qui autem coutra
nostrum hujusmodi mandutum ausn temerario venire pre-
sumpserint, illos excommunicationis sententiam, quam in
bis prescriptis proferimus, incurrere volumus ipso facto,
De coneubinariis. _
@uum sint cleriei concubinarit pwblici Ipso jure sam
pensi, quoad se et alios sep& ministrando in sadris or-
dinikus ad guos promoti sunt, irregnlaritem incurrunt,
a qua nisi per sedem apostolicam poterunt liberari, Si
suspensioue hajısmodi durante inminenerint se divinis mi:
sistrende in suo oflicie sicnt prius.
Quoniam eleriei retinendo publice concubinas famam
uegligunt et reverentiam macnlant clericalem, Nos in more
pi patris nen personas sed personarum vitium detestantes,
selati carum sic deximmus providendum. Quicunque deinceps
retinere presumpserint, suis sint privati vicariis et beneficiis
ipso facto, quas et que 'illis, ad quos ipsorum collatio per-
fiet, conferemdi allis personis idoneis liberam concedimus
facaltatem.
%
5 *
_
De Simonia.
Quoniam inter orimina ecelesiastica Simoniaca heresis
primum loeum obtinet, Nos dietam herssim a personis ec-
elesiastieis regularibus et secularibus exstirpare volentes,
scripts: presenti excommanicamus omnes et singulos ven-
dontes eoclenias, sacramenta, videlicet: Baptismum, euchari-
stiam, unctionem exiremam, penitentiam et alia sacramenta
nec non benedictionem nubentium et ecclesissticam sepul-
turam vel beneficium ecslesiastioum, Jllos sententia nostra
complectentes, ‚qui aliquid predictorum negligunt vel diffe-
runt impendere, quousque peeunia vel equivalens pecunie
detur aut promittatur seu desuper quomodolibet fiat pac-
tum, gratis enim et absque omni pacto dona et sacramenta
predicta debent exhiberi Nec pretextu alicujus quantumcun-
que longeve consuetudinis, immo potius corruptele antequam
impendantur aliquid exigi vel pacisci permittimus ‚ licet eis
exhibitis, volumus prout Jure cautum est, laudabiles con-
suetudines observari.
interdicimus etiam Judicibus ecclesiasticis ordinariis, '
delegatis, urbitris et compromissariis quibuscunque in nostra
eivitate et diocesi constitutis, Ne dei timore postposito et
legum pena ac canonum suspensione. non curatis, per sordes
vel pactiones illicitas de danda sibi preterea pecunia vel
alia promissione quacunque: interveniente sententias vel pro-
nuntiationes quascunque in causis, quas auctoritate qus-
cungae audiunt, proferre, Nec dolum seu fraudem contra
hujusmodi nostrum salutare interdietum adinvenire presu-
mant, Alioquin omnes contrafacientes, salvis aliis penis a
Jure statutis, excommunicationis seutentie, quam scripte
presenti proferimus, incurrere volumus ipso facto.
De sortilegis. |
item omnibus christi fidelibus utriusque sexus et precipue
personis ecelesiasticis, Sortilegis, orationes perversas, incan-
tationes et alia quelibet maleficia prohibemus. Si qui vero im pre-
69
dietis forte factis se reos cognoverunt, ab hujusmodi pravo
et perversö usu ubstineant de cetero cum effectu, Et infra
octo dies a propriis sacerdotibus querant et recipiant pe-
uitentias de commissis. Alioquin omnes et singulos hujus-
modi pravos et perversos actus committentes et de jam
commissis satisfacere negligentes, ac omnes eisdem con-
sentientes vel etiam auxiliantes ipso facto excommunicatio-
uis sententia, quam in his scriptis proferimus, volumus
innodari. |
De Jure patronstus.
‚Si plures clerici a diversis patronis ad beneficis ec»
clesiastica nobis fuerint in discordia presentati, Ac uaus
patronorum per se aut alium sive alios clericum ab altero
patrono se pretendente presentatum capit, yulneret vel
oceidit, Ne tem detestabile vicium in nastra civitate vel
diocesi ultra sibi locum vendicet, Hujus sacre approba-
tione synodi Statuimus, quod patronus in premissis aut
eorum aliquo notorie culpabilis repertus, ipso fucto sit
Jure patronatus, si quod illi in dicto beneficio seu ad ip-
sum competit, perpetuo spolietus. Statuimus inanper, ut si
elericus ad beneficium ecclesiasticum in discordia presenta-
tus suum captivaverit adversarium vel vulneraverit seu suo
nomine factum hoc ratum habuerit, sit ipao facto semper
Jure suo, quod sibi competiit et competere poterat, in hoc
beneficio penitus privatus, Salvis penis aliis contra tules et
precipue contra occisores elericorum quomodolibet pro-
mulgatia.
Contra captivos vel incarceratos clericos.
Proisde personas ecclesissticas in suis libertatibus
justa canonicas sanctiones, ut nostri oflicii debitum ad id
208 stringit, confuvere volentes, ne de eetero qainguam ih
Personas ecelesiasticas manus sacrilegen mittere mut sime.
70
nestra licentia speciaji easdem capere vel-tenere aut car-
eerali custodie mancipari presumat, presenti constitutione
firmiter prohibemus. Et tales ‚temerarii presumptores ex-
communicati noscantur, de Jure ipso facto, mandamus ipsos
presumptores in amnihus et singulis ecclesiis nostre diece-
sis, quamprimum de hujusmodi facinere coustiterit, excom-
mupicatos denuncieri nominatim infra missarum solempnia
coram plebe singulis diebus dominicis et festivis, nullo su-
per hoc alio manduto expectato, tam diu donec de ipsorum
absolutione constiterit evideuter. Plebani vero, in quorum
parochiis talia crimine cammittyntur, qusato citius potueriut
‘ad nos deferant, ut contra ipsos malefactores, si eorum
protervitas ac commissi criminis qualitas exegerit, acrius
procedamus.
De spoliatoribus ctericorum in ageone:
Avaritie inprobitas aliquos homines excecat, ut etiam
ea sibi, que Jure divino et humano noverint iuterdicta, ex-
quisitis fraadibus usurpare conantur, pervenit enim ad uos,
quod dolentes referimns, quod nonaulli layci, advocati,
officiales, justiciarii seculares nustre diocesis et etiam iu
terris et locis aliis nostre dicioni subjectis abbates, prepo-
sitos, decanos, parochialium ecclesiarum presbileros, nec
non capellarum et altarium capellanos et rectores.tam in
vita, quam in morte rebus et honis suis spoliare, immo
quosdam adhuc viventes et agonizantes vel ipsis mortuis
eorum cadavera, quod abhominabite est ditere, inhumaniter
in terra palea quandoque subtus strata locare, lectos vero
et supellectilis et vestes et res alias eorumdem clericorum
außerre et illa sibi temere usurpare manu "sacrilega non
fornidant in dei offensam et lesionem immunitatis eccle-
siastiee, im amimarum zunrum grande periculum et standa-
lem plurimoram.. Nos.igitur weclesierum et personarum ee-
olesiasticurem et regiminis earum curam habentes nellicitam,
ewutra talium zusus et consmiue oppertimum remedium Op-
rt
ponere cupienten, ut osolssiamiise. persone ‚06 ros Varıım,
Jurie sui plenitudine et libertatin integritate letensur, As
detestabilis malignozum audacia et nephazia temeritas pre-
pulsetur, Statuende inhibemus omnibus et singulis Comitibus,
Barosibus, Militibus, Advecstis, Scultetis, oppidorum comi-
tatibus, Consulibus, Presonsulibus, Jaditibus, Preconibus et
aliis layeis, qubuscuuque nominibus eenscantur, nostze jir
risdietioni suhjectis, Ne de cetero beua seu res personerm
ecclesiasticarum et presertim rectorum ecelesiarum parochi-
alium et capellarum seu altarıum, que eomaeine. debueriat
et debeut esse libera, in morte et in vita ei post earam
discessum propris voluntste seu petius temeritate tollant,
eripiant, vel sibi usurpent quoquoemodo. Quod ziquis pre-
dietorum laycorum, eujuscunque status preeminencie vel «on-
dicionis exstiterit, contrafecerit presens statutum :nostras
violando, uisi infra triduum post hujusmodi commissum s4-
crilegium immediate subsequens restitutionem ommium diete-
rum rerum et bosorum ablatorum eum eflectu facere cu-
raverit, excommusicatiouis sententiam dietis tribus lapsis
diebas incurrat ipso facto.
De cottidianis distributionibus. -
iuvielabili constitutione probibemus, distributiones, que
in ecclesiis quibuscunque nestrarum civitatis et diecesis pro
defuactorum senniversariis, in quibuaslibet etiam rebus pre
tempore largiuntur, aliis Canonicis, vicariis, altaristis et _
personis, quam qui officiis, ad que ipse distributiones
deputate sunt, curaverunt personaliter interesse, justa cu-
juslibst ecelesie erdiastionem rationabilem jam factam vel
faciondem ‚tribuanter. Qui vero aliter de distributionikus
ipis quicquid receperit, Nisi ipsum infirmitas seu juste et
retienabilis oorporis necessitas aut evidens ecclesie ntilitas
eseusaret, dominium reseptarum rerum non acquiret, sed ad
maism sic reseptaram rerumrestitutienem teneatur. Veln-
mus ea similiter de ositidianis distributionibus non dandis
nn
abseutibun ‚personis‘,, cum suis exceptionibus in jere cousti-
tuta sunt, in nostra majori et aliis ecclesiis dictarum Civi-
tatis et diecesis nostrarum firmiter observari:
Contra conspiratores.
Preterea vestigiis predecessorum noströrum inherentes
excommunicamus clericos, -monachos, Canonicos, seculares
et regulares, qui colligationes et conspirationes seu con-
federationes ullas fecerint fidei vel juramenti interposita
oautiene sive in electionibus faciendis sive pro aliis quikus-
cunque negotiis coutra Canonicas sanctiones, Nisi infra tres
dies post faetam hujusmodi conjuratiouem, confederationem
seu conspirationem immediate sequentes quos illis pro trina
a6 canonica monitione assignamus, ab omni obligatione sua
abhince facta se absolvant et in hujusmodi conspiratione et
ejus occasione acceptata prorsus revocent et penitentiam
desuper recipiant. — Ex conspirationibus enim et colliga-
tionibus istis suboriuntur discordie venenate, ecclesiastica
discipline -dissolvitur, bona ecelesie dissipantur et pericula
proveuiunt animarum. Volumusque ad hujurmodi colliga-
tiones seu confederstiones sub quacunque etiam illicita
forma factas neminem obligari. Quicunque autem inventi
fuerint, confederationes et conspirationes hujusmodi’ facien-
tes, Si monachi fuerint vel canonici regulares, de suis mo-
nasteriis tamquam membra putrida excludantur.
De spoliatoribus et raptoribus,
Spoliatores stratarum et raptores alios, qui in nos:
tra diocesi trauseuntes per vias aut strates publicas vidnas,
pupillos, peregrinos, 'scolares vel clericos ad studium vel
ad curiam BRomanam proficiscentes ac personns alias eorum
benis vi spoliant, ac eorum violentia perturbationes desi-
derande paecis indacunt, Voleutes preter penus, yuas eis
leges inponuwut, tali pena condigaa cohercere, ut- tam ipsi
quam receptantes eos scienter et dantes ein ad hoc aust-
73
Ima, consilium vel farorem, wisi- intra tres dies post com-
missam rapinam et spolium hnjusmodi ad cor reversi, res
ablatas curaverint personis restituere aut restitui facere
spolietis, sint excommunicationis sententia, quam ex DUnC
im ipsos proferimus, innodati.
De falseritis.
Falsarios literarum seu Bullarum summorum pontificum
et litersrum et Sigillorum nostrorum vel Judicum quorum-
eanque nostrarum Civitatis et diocesis, Et etiam eos, qui
scienter receptaverint aut eis prestiterint, quominus capian-
tor, auxilium, consilium vel favorem publice vel oceulte,
preseutis conustitutionis tenore ipso fucte esse volumus ex-
eommunicationis vinculo innodatos.
De apostatis.
Apoststum -habitu suo dimisso vagantem, cum ipse
escommunicatus sit ipso jare, nullus admittet quomodolibet
ad divins, immo tanquam excommunicatus vitetur et man-
detur ab aliis districtius evitari, et nobis aut vicario nostro
in spiritualibus, -si commeodge fieri poterit, presentetur, debite
pena plestendus.
De questorikus.
Item sub peona excommunicationis inhibemus reotoribus
eeelesiarum et quorumlibet divinorum nostre eivitatis et die-
cesis, Ne questores quocunque absque nestris ad persecutionem
negotii aui sire questus in eurum ecclesiis admittant, nec,
quibuscungne etiam uwtanter privilegiüs, in loeis interdictis
ad eelebrationem missaruam admittant eos, Nisi boc eis con-
cedatur de licentia Judicis aut executoris, qui pesuit inter-
dietum aut superioris potestatem habentem super eo.
Ita ad predicandem:iidem qnestores nom admittanter, wod
per sacerdotes ecclesierum vel oratoriermm, in quwibus- in-
74
quirunt subsidium, hoe duntaxat Se ii! qaod in ecormms
literis videretur contineri.
De clericis peregrinis,
Item clericum diocesis allene aullus adwittet publice
io sua ecclesia celebrare, Nisi de ordinatione ejus per lite-
ras sub sigillo noto sui episcopi vel alias legitime docuerit,
et conversatio ipsius aliquandiu sit probata,.
De irregularitate clericorum.
Item Statuimus, ut universi et singuli sacerdotes et
clerici, qui suspensi vel excommunicati aut in locis inter-
dictis celebraverint, priventur uflicio et beneficio tamdiu,
donec cum ipsis super irregularitate per sedem apostolicam
dispensetur. Hoc idem servari volumus de aliis clericis,
qui ministerium sibi sufficienter interdictum presumpserint
exercere.
IKem prohibomus, ne adversus eorrectionem superioris
sei quisunque regularis vel seealaris clericus presumat se-
cularis persone audjutorim aut potentiam invocare. Qui
sutem hoe facere non formidat, et hujusmodi invooatione
asus fuerit, careerali cuntodia tanto tempore recludatur,
donec presumptionem hujusmodi superioris arbitrio pena suf-
fieiens recompenset. Et ut ab hoc malo temerarii clerici
pene duritia retrahantur, quod talia presumentes nullo um-
sum tempore in ecolesia seu menasterio, adversus cujus
es suum prolatum vel superiorem. dietum seculare adjutorium
sive potentiam invesavarınt, cujuscangue dignitatis vel ad-
mipistretionis oflicium consequantur et alias etiam nikilemi-
nes. superioris aui arbitrie legitime ie
De capitulia.
Abusum quormmdam diocesis nostre ecolesiarum eolle-
giatarum et meonasterierum, ne quideungue, quamvis. utile
et necessarium ecclesie, per majerem et nanchiorem parbem
_
/ TE
capitult vel collegii perfisistur vel siglllo capituli sigilletur,
nisi ommes de collegio consentiant, detestatum per latera-
sense concilium detestamus, ldem concilium precipientes
firmiter observari.
Irritantur statonta ecclesiarum non confirmate,
Quum membra sine capite nihil agant pretensa statuta
per quevis capitula vel collegia ecclesiarum nostrerum ci-
vitatis et diocesis, Etiam de prelatorum suorum consensu,
super quibusvis suis arduis statum ecclesiarum tangentibus
ordinata, quibus in ipso actu adınstar tutoris auctoritas
Episcopi non accessit, Declaramus et decernimus non tenere,
talia presentibus irritantes, immo irrita nuntiantes, de ce-
tere fieri probibentes.
—
De statutis Capitulorum.
Abusum detestabilem quorumdam capitulorum, eccle-
siarum civitatis et diocesis nostrarum Bambergensis circa
infra seripta, modium fabricarım earumdem ecclesiarum per
araricie sectatores spiritu maligno- instigante adinventum
abolentes, Statuimus et sub txcommunicationis pena pre-
cipimas inhibendo, Ne canonici et quevis alie persone dic-
taram ecclesiarum pecunias, quas novi canonici pro statutis
seu nomine statutorum in eorum assnmptione awt alio tem-
pore dare consueverunt, de cetere inter se dividere et ad
personales susus convertere presumant, Sed illes ad fahricam
eeclesie faciatt deservire. Ipsi quoque canenici moderni in
eisdem ecclesiis omnes, quas preteztu sine nomine hnjas-
modı statutoram perceperuut, infra dues menses pont hanc
Synodalem insinuationem , que ad hoc sufficiet, immediate
sequentes ad singulas singalurum ecclesiarum fabrican swb
dieta pena restituant seu annigwent, Et si ecclesie ipse in-
gressibus fabrienram tareant, ultra eundem termiuum non
differaut eos deputare.
EEG El ET
76
De’ regularibus.
Claustra monialia omuibus et ınaxime clericis omnino
interdicimus, inhibentes sub privatione honoris, Abbatissis
et priorissis omnium monasteriorum nostrarum civitatis et
diecesis, ne monialium aditum clericis vel laicis prebeant,
nisi ex manifesta, rationahbili et honorabili causa sive di-
spensatione. Monachi et moniales quicunque habitum defe-
rant, secundum quod professio eorum exigit, congraentem,
et hoc ipsorum prelati et prelate sic provideant, ne ipsis
ex eorum circa hoc commissa negligentia penam debitam
cogamur infligere, Nec ipsi monachi et moniules habitum
suum contra presentis constitutionis tenorem illicite depo-
nentes laqueis sententie canonis contra tales late se in-
volvant.
Preteresa cum abdicatio proprietatis et votum castits-
tis sic annexa regule monachali, quod contra ea etiam sum-
mus pontifex non consueverat dispensare, Sub pena privs-
tionis dignitatum et bonoris precipimus Abbatibus et Abba-
tissig ac priorissis quibuscunque nominibus censeantur, qui
monasteriis et collegiis preesse noscuntur, quod infra men-
sem a publicatione presentium auferent subditis omnes red-
ditus annuos, quos habent.
Redditus intelligimus non coberentes administratione
seu oflicio. Alioquin si prelati et prelate eorum hoc dissi-
mulaverint, eos suis privamus dignitatibus, alios ibidem
substituturi, qui velint idem proprietatibus vitium extirpare.
Preteres quodcunque peculium ab omuibus utriusquc sexus
religiosis infra dictum mensem penitus auferatur. @uicun-
que autem monachi vel moniales inventi fuerint proprietarii,
wec in egritudine penituerint, tunc juxta statuta canonica
morientes non tradantur ecelesiastice sepulture, sed cum
. rebus hujusmodi sub stergailinio subterrentur.
Item precipinus Abbatibus, Abbatissis et aliis, quo-
‚cungue nomine censeantur, qui monasteriis et _collegiis pre-
77
esse noscantur, sub pena privationis.dignitetum suarum, ut
quilibet habeat carcerem bene firmatum infra monasterü
maros ad recipiendum et confiemandum ibidem suos monachns
et moniales ae personas alias regulares incorrigibiles et
pertinaces tempere opportumo. . .
. Item : districte precipimus ommibuan. — et monie-
libus ac personis regularibas in Mönssteriis 'prebendatis
nostrarum ciwitetis et diocesis, ut Ahbatibus, .Abhatissis et
aliis preilatis swis obedientiam debitam. exhibeant, et map-
datis ipsorum flicitis et. honestis parent reverenter. Klier
quin a mobis seu nostro in spiritualibus vieario per ‚excom
municationis sententiam eorum pertinsciam summaria de hoc
cegnitione prelsabita deceruimus conpescendam.
Item si qui monachi vel moniales et quocunque alio
religionis ordine censeantur, in lapsum carnis ceciderint,
de que convieti prowt tales, ex hac nostra nententia 0X
wune privamus. iInsuper loce et veee in electione careant,
et inelegibiles in posterum reddantur, quousque. per, .n98
vel episcopam, qui pro tempore fuerit, er-eorum Abbatem
et Abbatissam et alios monasteriorum prelatos post eondig-
Bam penitentiam fuerit restituti vel etium restitute.
De septis monialibus prohibitis.
Pragilitati sexus monislium, ex corde conpatiendo,
maguam tenptationis eccasionem removere ‚volentes, Uni
versis et singulis clericis cwjusennque states, conditiania,
ordinis vel preeminencie existent, sub pena suspensionis ab
ingressu eeclesis et divinis ofliciis, quam contumaces et
quoslibet rebelles,. qui-post quiudenam hanc Synodalem hujus
sostre imbibitionis publicationem immediate sequentem, quam
ipis et singulis pro eorum trina et canomica monitione
presentibus assignamus, jnourrere volumus ipso facto, di-
strietius inkibemus, ne .de cetero alicujus monasterii monialium
20strarem, civitatjs ct diocesis, cujuseungue etiam ordimis
faeriut, septa, videlicet Ambitum, dormiterlum, refeetorium,
T8
domos, quas ipse monisles inbubitent, Aut ortos communes
vei speciales intreire aut oum meninlibus ipais Comenze-
tiones vel confabulatienes suspiciosas im dietis wel alüs eo-
randem mouasterierum iocis babkere presumant, Nisk ipsi a
nobis vel nostro in spiritualibes vicario sive commissnarie
geuereli aut ab eorundem meusnieriorum visilatorihus ex-
presse ad hoe licencia concedatur.
Ptsi monsobi profitendo rehus noscanti - rennmtinsae
mundanis, quibusdanı tnmen monastesiis quam pkırima ime
irreeuperabliis quodammodo incommoda inde. provenerint,
@uod certä momachi effrontes suarum immemores professio-
aum de vietu et amietn aliisque mecessariis admimstrato-
ribus bonorum eoerundem Monasteriorum sibi assiguatis som
eontenti, debika gravis postes de commumibus rebus Mos
nasteriorum persoluta et solvenda contrexerunt ia ant-
merum swarum seletis perieulum et non modicam prejudi-
eium aliorum monacherum Monasteriorumque ipsorum et
gravamen, Nos idcireo Monachis: de ansmarum saluse et
monasteriis ipsis de dempnitatibus circa premiasa salubräter
volentes providere, Universis christi üdelibus nobis subjectis
tam regularibus quam secularibus cuiuscangue siafus, con-
ditionis, dignitatis vel preeminencie existant, strietissime
precipiendo, immo statuendo inhibemus, Ne monachi cujus-
eunque meonasteriorum ordinis sancti Benedieli nostrarum
Civitatis et diocesis, specialiter de monte Monacherum extra
muros Bambergenses, exceptis illis duntaxat mionachis, gei
pro parte Abbatis et eomventus concorditer aut majaria pawtis
iHorum de nostro temen consensu deputatä fuerint, et amsumpti
ministratores, rerum Monschorum' ipsorum zeu procurstores
generales pecunias aut res ‚alısa pecamia oompurebiles mu-
tuare concedere seu credere aut se pro ipsis fidejussorie
vel queris alio. made obligare presmmant: in fmem, quod
ipais corediteribus mutuantibus seu comeedemtibüs: et Adejus-
soribus per Abhetem et eonventum sive -pro iempere admi-
nistratosem de bonis vei rekus mbnarterä, in que Mesncki
79
=
vorius negetiatoren 'tales profenni mmt seu morantur, satis-
factioe impendi debeat pro peceniis vei rehus hujusmodi
creditis sive mutnatis sen dampıis desuper comtractis sen
costrahendis. Si quis autem hujusmodi nostre imhibitionis
temerarius transgresuor fuerit, et menacho alieui; dfeti ori
disis quidquam mataverit vo) ‚se pro ipso fidejussorie aut
'alio mode obligavepit, 'anctoritate hujus nostre statuteri
ishibitionis, spe recuperationis erediti vel liberstionis ab
ebligatione hujusmodi per Abhetem;, comrentum, admili:
stratorem seu procuratörem rerum Mouachorum aut ipsum
monesterium faeiende perpetue, si# frustratus, Nec aotio
ipsis ersditoribus vel Gdejunsoribus aut aliis obligatia newtr6
sermisse adversus Abbutem, conventum,, menasterium vel
procarateres seu admimiätnatores competere debet quo-
quomedo. |
De generalibus Citationibus.
Genereies citatienes de cetero Seri prohibentes, Sta-
time, ne quis Judex ecelesissticas nehis subjectus in suis
processikus videlicet sub generali clauanla ita seribet, eite-
tie, quos lator presentium vobis nominaverit vel simile im
efeetum. Nee sacerdotes mandata talia exequantur. Nos
enim telium eitafionum et eommissionum literas decernimus
esse nulins.
De litera —
Honinum meliciis justicie et judicihus per Apostoii-
coram et allarıma literarum falsitates alinsque suns deo odi-
biles adinventiones animarım snarum salntis periculum et
son medicum aliorum gravamen dei timore penitus post-
tergato illudentinm ohviare Volentes ipsamque justitiam,
cujus radius istis temporibus heu multipliciter obfüscatun
est, Ac vera juatagne judieia, quantum cum deb possumus,
promorere et eonfovere cupientes, Universis et singelis in
echristo mobis dilectis, Akbatibus, Prepositis, decanis, Bco-
80
lasticis, Cantoribus, Custodibus.tam nosire majeris quam
collegiatarum, Canonicis parochisliumgue ecolesiarum recto-
sikus, Vioeplebanis, vicariis perpetuis, Altaristis, Primis-
sarıis, Presbiteris, Curatis et nen curatis, clericis sive
tabellionibus publiois per eivitatem et diocesem nostras Bam-
hergenses caustitutis in virtute- sanefe obedientie disträcte
grecipiendo Inhibemus, me de cetero ipai Abbates, prepo-
siti, derani, scolastiej, Cantores, Oustodes, Archidiacemi
aut quivis alii deputati nunc vel in futurum depntandi a sede
apostolica aut ejus auftoritate, axeputores amt Judices de-
legati vel subdelegati literas apestolicas- de gratia vel ju-
stitia aut commissiones per modum aubdelegationis sen alias
ex ipsis factas quomodolibet exequi, citatorios vel moni-
torios vel quoscuuque alios penales processus decernere,
emittere vel promulgare. Nec Abbates, Prepositi, Decami,
Scolastici, Cantores, Custodes et Archidiaconi, Canonici,
Rectores, Piebani, Viceplebani, Capellani, Vicarii, Altariste,
Primissarii ceterique presbiteri, clerici et. notarii aupra dicti
Apostolicas literas aut quoscunque Citatorios, Moniteries,
Aggravatorios, Resggravatorios Interdicti vel alios penales
processus, quavis etiam preterquem ordinaria auctoritate &
nobis vel judicibus, nobis subjectis in civitate vel diocesi
nostra vel erga quemcungue emissos insiunare, intimare,
publicare vel exequi presumant, Priusquam de diligenti exa-
minatione literarum Apostolicarum et processuum hujusmodi
per nos vel nostrum in spiritualibus generalem Vicarium
sive commissarium per nostras aut illias patentas, literas et
certas desuper datas et confectas literas, que vidimus com-
muniter appellantur, fuerint plenius informati. Quicungue
autem ex supradictis nostris suhditis hujusmodi nestre im-
bibitionis trausgressor repertus, Si beneficiatus fuerit, fruc-
tibus beneficii seu beneficiorum suorum <carebit ad minus per
annum unum, Si autem beneficio proprio earuerit, in sacris
tamen constitutus, bunc pust transgressionem hujusmedi in
ordinibus hujusmodi sacris intra nostras Civitatem et dio-
81
cesis ninistrure, Netaitos vero, qui ipsam mostram inhibi-
bene "viblare .presummpserint, oflieium neteriatus in eiadem
Ciritats et diocesi ponten exercere nullatenus permittemus.
De Copiis mandatorum retinendis per exe-
cutores.
Sub pena excommuniestionis omnibus sacerdotibus et
alis elericis prohibemus, Ne mandata vel citationes quorum-
enuque Judienm delegatarum vel sübdelegatorum reeipiant
rel exenantur son viso rescripto autentico sue Jurisdictionis
Bulla papali ant sigitlo autentico signato eiusdem reseripti
Bt — ish die copia sibi retenta.
Ne J— ponatur pro debito —
Quia perieuloue iuterdieta pro pensionibus et pecuniarum
ae debitorum sırmmis contra constitutionem Bonifaeli pape oc-
tayi, gi hajasmodi interdietam irritat ipso jure, frequeuter
feranter, Nor kujuämodi interdieta omaie pro peouniariis, debi-
tis se penstonibus late vel ferenda per logatos sedis apostu-
he site pertyuemeunque officielem detlaramıs in virtute pre-
diete eonstitatiohrs papalis penitus essu nulla, Inlıibentes om-
nibus plebenis et sacerdotibus- Ontwigte clero :ne hujusmodi in-
terdietw de vetere curent vel-in periculum animarım servent,
Sententiasguie' et processus in quosvis- talia non observan-
tes ab hot futos vel ferendon irritor -decernentes. Omnes
quogue hujesinodi !impetranten Interdicta tam adversarıis
am gravatis deifesiis ad expeusas--etiinterense teneri per-
mittimus, "censttie autem ne divinum eeelesie subtrahatur
offieium,’ Ut si qui debktores Aujasmodi: pecunierum peusie-
bu 'veh- eärrsuuıh ecriesiarum et "piorum locorum pro eo,
quod eos non solvunt in excommunicationis et aggrava-
tionis sententia, ‚servatis juxta modum curiarum debitis
intervalfis per tres menses sorduerint animo indurato, Ju-
dexque vel dominus temporalis bujusmodi executum per Ju-
fcem ecelewiäätiene exfecutoremi: ad: hee requisitus in sub-
; pr . 12 ie}. "ande. e,.ui tn 6 J
82
sidium Jurisdictionms ecclesiestice Ham ad redeundsm ad
nostre ecclesie gremium et parendum sus temperali Juriscie
tione compellere non euraverit, contra Judicem et deminıe
temporalem predictos pro eorum contemptu et maxime quas-
do in loco eis subjecto excommunicatus degit, per interdieti
sententias procedatur.
De testsmentis.
Quia quedam in quibusdam partibun consuetude, ime
potius corruptela detestabilis observatur, videlicet quod tam
laycus quam clericus in leeto egritudinis constitutus ulte⸗
quinque solidos usualis monete vel alism summam. juxta
illius loci consuetudinem limitatam, Nec piis locis, nec per-
sonis ecclesiasticis pro anime sue remedio et salute aliqus
possit ordinare legate, Considerautes predietam conauetu-
dinem sacris canonibus et secularibus legibus etiam obriere,
cum nibil sit, quod magis hominibun debastur, quam ut
supreme voluntatis liber stilus existat, Eundem consmetu-
dinem deo edibilem, animabus et bonis moribus inimicam
Auctoritate hujus sacre Synodi penitus reprobamus, firmiter
stetuentes, ut unicuigue, quem Jura testari nom prahibent,
in sanitate vel lecto egritudisis coustituto legandi, dispe-
nendi et ordinandi de honis sibi a deo callatis ciron pia
loca. et personas eccliesisstican vel seculares, dummode zaes
horedes contra sanotiones legitimes non pretereat, libera
nit fseultas, Volentes et precipientes, ut per universos pre-
latos et Judicen ecclesiasticog omnes clerici et Iayci impe-
dientes defuncterum legata seu ultimas volantates per ex-
communicationis in personas et interdicti in loca nententian
octo dierum monitione premisse ferendgs ab hujusmadı im-
pedimentis desistere cenpellantur.
Ne quis de auctoritate episcopi sine commissione
intromittat.
. Item. isbikemue, us da ceiero aliqus religiena ech
larisve persoga se dispensationis, absolutionis vel aliequoris
sctu ud use ratiene digkitalis poptifisalle wel Surisdistäsnis
de jure pertinentis seu-austoritate -seu petentgte aliqua me-
bis speeinliter renersats aliyualiter iatromistet Vel eadem
sucteritate qmevis mode uwtater, nisi cui nes eandem ano
toritatem mnestram, sicut opportunitas suaserit, in parts se
etiam generaliter daxerimus committendam,
De nudatione capitjis tewpore lectianis
Evangelii.
Ut verbum dei ia cordikus: audientium videntur pro-
ducere bonmm fructım, Mandaums, quod auicusgue ia mine
zut quovis alio divine effieln evangelium legi vel mutipho-
nam de eo assumptam nee nen cautica evangelien, Videlicet
Meguificat. Bonediotus vor Nunc dimittis, vantari, presertim
in ectiesia audierit, :sive olericus sit sive. layeus, miei ni
wium frigue, infrmiten- Vd aliud: eutienabile impedimentum
obeistat, demudato- oppite 'stande audiat reverenter et tunc
in ecelosia quis vagasi vel trastatus habese nen presumat.
Mulieres vero, quibus capita non licet in ecelesia denudare,
Interim, unod leetio evangelica vel cantus talis duraverit,
stent fixo pöde, niei ex simili famen arecautur aliter ze
hubere. j & 2
De plectendis pena mortia,
Ne 'Jadieos seenlures vet dewmini temporales —
deiieta et erimiine eulpie so involvant excessivis, Stutwiame,
ut ultine deputandis‘ supplico, si petierimt, nous deheaat
penitentie et‘ euchauristie demegari sucramenta, et heo- per
tectores parochinles volnmus et precipiufus im mis nevmehi:
ins, ques: in igeis rewidentie Judieum predieterum faeturi
mt, septwe pahlivari:
De usurariis, “
Cum team veteris quam novi testamenti scripture usa-
rram erimen, quied hou in muitia loeis ste Iwwaluit,, ut
6*
quidan positis negotüs, quasi illicite non salat, usuras dXKar-
cere minime pertimescant, Nos igitur ipsam. usurariam pra-
vitatem a mostrie eubditis desideraates: juxte canonieas
sanetiones extirpare et eas im nesizn Kpiscopie executionmi
demandare sanctioses, Universis et eingulia parachialium
ecelesiarum et aliis divinorum quibuscungue meatrae Civitatis
et diocesis Constitatis rectoribus et loca eorum tenentibus
districtius inhibemus, ne manifestos usurarios ad commu-
nionem altarıs admittant. Nec oblationes eorum accipiant
Beque ecelesiastice, si in illo pocoato decesserint, eorum
corpora tradantur sepulture., Qui voro oblationes hujus-
modi receperit, aut corpara predicta tradiderit diete se-
pulture, que accepit, reddere compellendus east, et dosec ad
arbitrium nostrum vel uestri in spiritualihas yiemrii vel com-
missarii generalis satisfecerit, ‘a sul offioii axecutione sus-
pondatmr. Et nikileminus ipse sepelions . usurarinm ‘in
sententiam excommunicatiomis incidat ipso farte, A qua Kon,
nisi injuriam passe fuerit satinfactum, voniet abnolvendus.
De manifestis usurariis.
. Quamguam ‚manifesti nanrarii mäandaveriat expressa
quantitate vel indistricte usuras receptas restitui, Nihil-
ominus tamen ipsis denegari debet ecclesiastica sepultura,
donec de usuris ipsis fuerit, prout patinntur facultates
«corum , plenarie aatisfsctum, Vel illie, quibus fecienda est
restitutio, si presto sint, vel eis absantibus nobis vel nentro
in spiritualibus vicario vel commisserio gemerali size zectori
perochie, in qua usurerius ipae habiset, coram aljiquibus
üde dignis personis de parochin de rastitutiene ipss facienda
idonie sit cnutum, Et si quantitas recepta usure.. fuerit
mauifesta, semper illa in eautious est expzeimends. Alie-
quin recipientis cautionem hnjusmodi arbitrio scienter nen
in minorem, quam verisimihter creditur, ipsa moderetur. Se-
cas vero faciena ad satisfactionem de residuo . teyebitur.
Preteren millus manifestosum ugurariorum testamentia . pre-
85
sumat interesse aut ad confessionem admittetur, Nisi de usuris
sstisfecerit et de satisfacıendo pro suarum virium facultate
prestet, ut porbickten est, tdopeam cautionem,: beutamentagie
eorum alıter faeta nom valebunt, seu ipso Jure irrita wanebunt.
Et quoque nostra Synodalia Statuta mandamus per
rectores parochialium ecclesiarum et slios curatos populi
sibi sobditi opportunitate in nostris Civitate et diocesi tem-
poribus et locis convenientibus publicari, si de inobedientia
noluerint reprehendi. 0 en
Secundum veterem consuetudinem ut sancta Episco-
pelis Annalis Synodus feria tertia post dominivam :Exaudi
hactenus celebrate extitit, Sic siegulis futaris annis cele-
brabitur eadem die in Ecelesia mustra Bumbergensi, es
cleriei, qui tenentur ipsi Synode interesse, nen’ presumant
se absque uostra licentis: aut. rationakili et jnata cause. ab
la quomodolibes absentare. Si antem locum et diem aut
stterum ipeorum conlidgeret aliquando pro endem Synade
immutart, id-'eisdem clerieis volumus intimare tempeslive.
Iasuper velamus et mandamus, quod hec nostra Sy-
nodalia state im nostris Civitate et diocesi firmiter ob-
servanda, ‚in mostra majori ecelenia Bambergensi Nee non
m ceellegiatis - eceleniis et moansterlis ningulis earundem
sostrarum Olvitatis et diocesis, et apud- decanos Rurales,
isfra dudrum mensium apatium debeast de verbo ad vorbum
h:beri couscripts in’ litera oorrecta et auscultata, dispem
sıpdi tzmen super illis nee non absolvendi a swentenälis
kujusmodi "statutis expressis sive latis, ‚interpretandique
algne matandi et cowrigendi ea nebis et quibus id commisse>
fiaus, onmino- dari reservamıs potestutem. -Detam Anno dor
“ini milleyimo quadringentesimo tricosimo prime Feria tertiä
yort dominieam, iu qua in ecelesia dei cantatur Rxaudi.“)
— —
) Ds oben abgedrudte Manufeript ifl nicht nur wegen ber großen
Abbreviaturen ſehr ſchwer zu leſen, ſondern auch höchſt fehlerhaft
geſchrieben. Weitere Verbeſſerungen, als wirklich vorgenommen
Worden ſind, Abrrläßt man bem yeneigten Leſer.
84*
| IL A. |
Das Statut des päpſtlichen Legaten Kilsiend
"von Onfa anf ber "Dideefanignode a. 1451.
Nicolaus, Miseratione Divine, Tituli Sancti Petri Ad Vincula
Sacrosancte Romane Ecclesie Presbyter Cardinalis, Apostolice
Sedis Per Alemanniam Legatus; In Dioecesana Bambergensi
Synodo Presidens, Universis Christi-Fidelibus Ejusdem Dioe-
cesis, Salutem in Domino Sempiternam.
Qusaiam officio nostre incnmbit, ut umdigue om, que
pacis sunt, diligenti studio promovenmus, mezime sutem,
quundo ad id Apostolise Sedis aingularis : jussio aocedil.
Saue ad Sametissinum Douiinum nostram, Dominuum Nieo-
laum Papam Quintum de facte inter Plebauus et: mend-
enntes Fratres oppidi ‚Nurenbergensis dicte- Divecesis nen
parvas fore differeatias exortas, et Nobis per eundem Sauc-
tisstimum Domisum nostrum comminno, wt easdem de medio
fatere curaremus, atque ‚post hoc intelleote in-kac Bamber-
gensi Disecesi in plerisque locis similes querelon ense, yaod-
que scandala plurima in popule ex hoc oriantur.
Auditie in hac Byuode queorelis auper:hoe, 2t renpon-
sionibus per hune nostram ordinatlionem de ‚Synedali con-
sensu de libertate faetam, wti sequitur, providemus. Zt
qua. jem dudüm circa publicationem. C. Ceacilii Generalis
„Omeis utriusque sexus‘: Statutum Synodsle reperimus, tune
eunsequenter ad illud ipsum tsle Statutum Bynodale de pus
blicando dietum ©. „Omuis atriusgue sexns‘ conoiki Generalis
per omues Dommicas Quadragesime approbmtes, auoteritate
Legationis nestre, qua fungimar, decernimus, quud publi
eatin illa im dieto oppido Nurenhergensi per depuiandes a
Domino Episcopo Bambergensi simpliciter, prout textus ja-
cet, tantum fiat. Jubibemus insuper eadem autoritate, ne
quisquam cnjuscumque cpuditionis Ecclesiastice vel zecularis
infra limites Diveronis Bambergensis conatitutus, oxomptus,
87 \
vel non examptus quovis mode directe vel indireete, publise
vei ooenlie quemyuam ab observantia illius jam dicte cou-
stiteionin, ae quod illi auo Bacerdeti, a quo Sacramentum
Kacharigtie resipere tanetur, vel alteri de licentia ejusdem
sıitem semel in anno nen conftestur, aut ab interessendo
Divisis saltem diebus Dominicis, et majoribus Festiyitati-
bus in san Porochiali Ecelesis aut absolutione jurium Pa-
rochialium retrabere presumat. Quinime volumus, quod
quisgnis talia fecerit, otiam cujuscumque ordinis, vel reli-
gionis exemptus, vel non exemplus, suspensionis ab in-
gressu Ececlesie, ac perceptione Sacramenti Eucharistie sen-
tentiam incurrat ‚absolutionem, preter quam in morüs articulo
Apestolice Sedi reservantes. Et, quia Frattes de ordine Men-
dicaatiam mado quo Clem. „Dudum‘‘ ponitur, presentati et per
Episcopum admissi in sasihms ipais per reservationem Pape,
aut Episcopi nen probibitis eis confitentes, ver aciter absol-
vunt, pari peena inhikemas, me quisguam cujuscumque condi-
lienis fuerit, Ecclgsiastice vel secularis, exemptus, vel nun
ezemptng presentatis. absolvendi eorundem fratrum sic adınis-
somm detrahere directe vel indirecte, publice vel occulte
presumat. Guisimo volumus, quod quiscuaque talis fecerit,
smpensionis. ab ingressu Eeclesit, et perceptionis Sacre-
mesti Kucharistie. sestentiam incurrat, absolutionem preter-
quam ‚im mortis asticulo Apostalice Sedi reservantes, Et
ad finem, at populus sciat, qui sint tales admissi, et qui
cases prohibiti, statgimus: ac .dieta aucteritate ordinamus,
quod Deminus Episcopus Bamhergensis ommi anno in prima .
Dominica Quadragesime deinceps per principalia loca totias
u Dieccosis kanc nostram ordinationem, et fratres per
em adpisses ad confersionem audiendum, nowminstim ao
asus Pape, atqne Sibi reservatos, ef is quibus sibi zeser-
vatis aucteritstem dedit ubselvendi, ‚publicationem popule
fseimday, dispenere teneatur, prohibentes sub simili au-
pasionis Inte sententig poena, ne amplius gaisguam ex
Mendieantihus cantrn. Plobanos, et Plebami quicungue contra
88
fratres ipaos predicare presumant: aud':qub‘ opusem qwerele
kabuerit, judicem adeat competentem. ' Datam Bambergae
in Synodo Diocesana per Nos ibidem in mnjeri Roelecis
solenniter celebrata. Anno a Nativitnte -Domini- Millesimo,
quadringentesimo, quinquagerimo prime, die Leme, terlia
mensis Maji. Pontilicatus Sanctissimi ia Christo Patris,
et Domini nostri, Domini Nicolai, Diviaua providemtia Pape
quibti, anno quisto.
B.
Die Verordnung des Bifhofes Georg I. vom
Sahre 1461, die Klaufur der Nonneuklöſter
betreffend,
Georgius dei et apobtofice sedis gretia "Kpiscopus
Bambergensis Universis ‘et singulis christi Adelibas per Ci
vitatem et diecesim nastras Bambergenses ubilibet consti-
tutis Salutem in domino sempiternam. Periculoso -et dete-
stebili quarundam monialium stetuf, que 'honestatis’ Mutis
habenis et monuchali modestia sexusque verecundia iupu-
denter ubjectis extra nonastetin non mıquaki' per hubite-
eula seculerium piersonarum discurrunt et frequenter intra
eadem monasterin personas suspectas admittunt, in ilfius,
eni suam integritatem voluntate spontanen Jevovermmt, gra-
ven offensam, Religionis obprobrium et scandalım - plarimo-
rum, Bone memorie olim Bonifacius papa oetavus 'suluhriter
proridere cupiens, perpetua constitutione irrefragibllifer son-
xit, Universas et singwies moniales' presentes *t: faturas,
eujuscunque siot ordinis vei religismis, in quibusckugue
mmındi partibus existentes sub perpetun in suis mmdusteriis
debere de cetere permanere clansura. Itugte welil earım
religiosurum, tacite vel expresse professe; sit vel’ense ve
leat quacunque ratione'vel causa, nisi forte tante wet tall
morbo evideuter erum aliqunm Iaberite- coustarst, rad
non pusset cum afis absüque gravi: berioule wehrmeundald
2
——
eommoraH, mionasterlä ipsa üelhceps efredienuf' eatas.
Nulique ollgaoßies inhoneste' persone dee etinm "homeste;
visi ratioiebilin et manifedtn cansa existat, ac de "Mus,
ad quem 'pertimierit, spediali Heentia ingyeskus 'vel accessns
pateat ad easdem, Ut sic a publlcis et mundayis 'cönspec:
bus remote omnino servire 'deo valeant Niberius at lascivreni
opportunitate sublota eldem cordu kua et corpora in omni
sanctimonia difigentius eustädire. Matdavitque prewiplenids
pupa Bonifacius prefatirs Unitersis &t singulis locornm or
disariis Wisfriete in virtute säncte: obediantie sub obtestn
ttone dirind‘ jwdichd et interminatione maledietionis eterne,
guatenus Coram yallibet in Ciritate et diocesi proprin im mo-
nasterfis montdlium sibi ordinariv: jure subditie ‘ atıctoritate
saa, im kis- vero que ad Yomanam inmediate' spectant ecele-
sim, sedrs apostolice atittoritate prefetum stafutem-diligenter
exequi prochret,; si divime de spostelice sechs Mmdignationiy
volgerit "nerimöttias' evitare, 'Oöntrüdtetores 'atque rebellen
per censuram ecclesins@cait appellztisne poktpenite -compe:
seendv, ;Invocato nd hoc Mi opnd fuerit reklio breahit "30:
eularfs. Verum experientia teste “m none weahusterlik
noninlinm ‚Eivitutiniet diecesis mosttarttn - Bumbergeniith
prefatsrum' exitum menlslium de ipuiö monasteriim 'et' al
twer-aliorum jersonarmm nd eademi : münnuteriu frequewttrt,
et ob huc winhtn Mei didichauw deo' adrersa; qui tanc-mu-
xine effewditur, - qnande 'nibi "deiiicnte sponse ad -Hlleieh
traftinter: Uside: cm wentri affisil-sit raperiorem mandatie
rereventer-parere deiqre ofennas elimimare et auinmımm
proeerare solatem,'''prbsemtitkn tenore distriete precipimus
et mundehaie sub: pena excommunigatkeris emmibas vet site
galis menistibus, esiam'abbatissis eb: prioriesnd "monhsteflw-
ai etemptbrum -wucteritpte -sedie apostelice et Iron exemi“
torum' autturituter pröpria peridietus wosteww Giritatem et
üsceshn ubililetı aumheitirtorem;' quatenus post hotktiweb pre:
nentium 'noqgtaqepm ut unten" absyue Koymtiu, qirma 'dari Et
tech, probibensue, wierpnmut Jumceamune permittit; 'exivs
9:
—n
monasterium earum audesmt seu aliqua sarum andeat et Ü-
costia etiam petita et obienta nen aisi nigre velamine im
‚sapits publice velata exira suum menssterinm patsater is-
cedat. Alioqguin quociens aligua monialis, etiam si sit Ab-
batissa vel priorissa exempta aut non exempts, extra zuum
mouasterium aub terminis et limitibus alicnjus parechie pu-
hlice visa fuerit, sbsque velamine predicto, totiens et per
kotam ipsam diem in sandem parochiam, ipsam divinerum
sessatiouem tenore presentis isndieimus, quam et obser-
vars strictissime precipimus et maudamus. Sub simili quogse
excommunicatione late sentenlie pena precipimus et man-
damus, Quod nallus omnino cujascungue etiam status, digni-
tatis et presminentie fuerit, nisi secundum Juris communis
dispesitinnem ab eo, eni id incumbit, lisentiam hakusrit et
iu casibas a Jure permissis deinceps et post executionen
prosentis nestei mandasi aliqued monasterium monpialium Ci-
vitatis et diecesis nestrarum predietarum quayismode intro-
ive prosumut. Quod si quis contraxium facere Attenptaverit,
ultra paenam premissam excessum ausm Condigue Pusipmus.
Et ne quis per premissorum ignorantiam so valeat aligna-
tenus oxeusare, universis et singnlis Abbatibun, Prierikus,
Prepesitis, decania, Scelasticia, Canteribus, Custodikus, Ca-
nonieis et Visaziis perpeiuis tam nesirs Cathedralis Ban-
hergensis quam Collegiatarum parochialium ecolesiaram rec-
kerikus, plebanis, vioeplebanis esteringus bemeficiatia ‚et sig-
naster decanis capitulerum Ruralium .ac verbi- divini predi-
entarihus Civitakis ei diocenin nastrarım grotsotarum ia virtute
‚ nancte obedienkie ot sub excommunicatienis, pena commiliimus
et mundamas, quatenas ipsi prediotum nontrum mandeatum ob-
sorvont, publssent et ab aliia, quantum in eis ent, abservari
at publiceri faeient ot Adeliter procurent, Abselutionem
a dietis etusuris, ai quia quod aheit kas ineurrorit, me-
bis dunkeuat reservantes, qmam abselntienem impendondun
otiam visnrie ei commismarie nesiris im spirituslikns gene
salibus + ‚ouilibet earam er nei ul speckhse ei
9
isdividualiter eis aut alteri eorum committemus. - Datum
Bamberge Anno domini willesimo quadringentesimo Sexa-
gesimo primo Die tredecima wensis Junli Vicariatus nostri
sub sigillo presentibus Appresso. 5
III.
Statota Synodalis in Synodo publica per Reverendissimum im
Christe patrem et dominum dominum Heinricum dei gra-
tia Episcopum Bambergeusem in ecclesin Bambergensi cele-
brats, lecta et publicata (a. 1491.)
Heinricus, Dei gratia et apostolicae sedis episcopus
Rambergensis, universis et singulis in Christo nobis devotis,
&lectis abbatibus, prioribus, praepositis, decanis, archidia-
conis, scholasticis, cantoribus, ceustodibus, tbesaurariis, sue-
centoribus, canenicis, collegiis, capitulis et conventibus, pa-
rochisfiumgne ecclesiarum rectoribus vicarlis perpetuis, capel-
lanis, primissariis, alturistis, presbyteris, curatis et non cura-
tis, diaconis et subdiaconis et tam secularibus quam ordinum
quorumcunque regularibus clericis, totique clero civitatis et
dioecesis nostrae Bambergensis cujuscungue etiam dignitntis,
status, gradus, ordinis ac praeminentie et excellentiae existant
conmuaiter et divisim, salstem in domino sempiternam.
In hacsynodo nostre vestigiin praedecessorum nostrorum
inheerendo, constitutionibus super synodo celebraude in con-
eiio Besiliensi editis setinfactende, quasdum sonstitutiunes
et erdinstienes, ae rorte stutntu cum quibusdam additien:-
be, correetienikus et deelarationibun simtl collsetin westrur
tirigimms charitati tenewis subsöquentis, vobisune j ot vertrum
ehlibet autoritute dei omeipotentis mandamus, ut ipsn sta-
tuts in vistute nauctae obedientine firmiter et -Adeliter abser
varo studentis. Inkibemus quayne sub peena excommmnice-
tionis, ne alique alie opusculo praeter praesens pre atatutie
nostris synodalibus utamini quequo mode. Et primum,
92
Tit. 1. de 88. trinitate et fide catholica.
A summo inprimis numine, a quo omnia procedunt,
sumentes exordium, catholicam Christi profitemur fidem, ac
eam quam tenendam docet et praedicat mater universalis
et apostolica ecclesia, praecipientes clero et populo nobis
subjectis, ut in vera religionis christianae veritate ambu-
lantes sanctam et individuam £rinitatem, patrem, filium et
spiritum sanctyum unum Deum sincera adorent copdis puri-
tate: mec quicquam credant, colant et venerentur, qued
Bomanae ecclesise aut patrum ortbadoxorum decretis et a
veritate catholica censeatur alienum atque refutandum.
Propter quod ut fidelium populus vulgaris in ipsa chri-
stiana fide rectius vivat et plenius instruatur; precipimus
ecclesiarum parochialium rectoribus et aliis quibuscunque,
qui praedicationis exercent officium, quod tam in sermonibus,
quam confessionum auditionibus, circa hoc specialiter sint
attenti, ne, quod absit, error in fide exurgat in populo,
quodque in singulis parochialibus ecclesiis dominicis et fe-
stivitatum diebus in praedicationibus ipsi populo orationem
dominicam, i.cipientem Pater noster etc. et Ave Maria et
symbolum apostolorum in materna et vulgari lingua, secuu-
dum quam populo congruerit, fideliter et diligeuter pronun-
cient et predicent.
Tit. n. de constitutionibus.
Cum membra sine eapite nilil agant, proekentia sta-
tutn, quae queris capitala vel collegin ecclesiarum nestrs-
rum civitatis ‘et diveesis, etinm de praelatorum suorum co®-
sensu, super quibusvis urdeis statımm ecolesierum taugentt-
bus, ordioata, quibus in ipso acta udiustar tuteris Ancteri-
fos episebpi: non nocessdrit, deelerkmus et deceraimus, non
benere talin praesestibus trrituntes, imino irrita renwieiantes
et de cetero ßeri Bun Ze
t ; .— ke ie:
%
Tit. IN. de rescriptis et commissionibus.
Heominum maßtiis justitiaegue, et judiciis ger Apoastoli-
carum et aliarum Hiereram folsitates, aliesque. Deo wdibiles
sdisventiones, Dei timore pontposito, älludentiym, -ohviare
relenies, justitiam ipsam vera justagus judieie,. qientum
cam Deo poaaumus promovere et confavere capieutes: Ybir
versin et aingulis abbatikus,. praspesitis, diapunis, archidia-
conia, eantorihus, austedibun, kam nastrae cathedralis, quam
eollegieterum, canoniels, perockieliumque ecolesinrum reoter
rıkan, plebanis, viesplebasis, onpellanis, vicarlig. perpetuis,
altarıatin, primissarüs, presbyteris euratis et non curatis,
clericis, notariis et tabellienikus puhlicis, ‚per civitatem et
diecesin nestram..Bemiherg. coustitutis, in virtute sanotan
obedientine et auh exeommunicationig peena.districte pragei-
piendo inhibemun, ne de catero ahbates, praepositi, decani,
scholastiei, cantores, custodes et alii deputati,.:vel in futa-
sum deputandi, etiem a sede opostolica aut ejus auctori-
tate, executores et subexecutores. aut judicen delegati. vel
subdelegati, literas ynascunque eliam upoatelicas de gratia
vel justieie, ‚aut commissioneg. per modum suhdelegationis
sen alias iysis factas qunmadalihet exequi, vel ‚ritatarins,
aut gusscungup alios processus ‚pognales .decesnere, ewittere
vel promulgare. Nec, ahbates, pragpnsiti, deeasi, scholastiei;
archidieconi, canteren, custades, cananieci, rectores, plehaui,
capelleni, viparii perpetui, altaristae, primissarii, ceferigug
preesyteri. olerici, motarii et tahelliones zupre dipti, literag
kujugmordi aut. quascamgue citatorigs, aggravatarigs,. Feagr
gravateries interdicti, vel alias prognasus' poenales, quaxia
etiam ‚araeiergmem ardinsrie aucheritete a nobis vel judicihng
nobis aubjsctin, in: civitate, vel diecesi, nystra,. per quem-
cuaquo, emistos jnsiuuare, ‚intimare, publjcarg,.. vel ‚exegui
Praesumgnt,. priusquam de.diligenti eyaminatione literarum
eurundem ac, procesmuum bujnsmpdi, ‚per nos 'et „nicariug
nostzum in.;epimitualhus. ‚an commisgarium ‚generalem. per
9
nostras aut illius patentes desuper datas seu confectas li
teras, quae vidimus communiter appellantur, fuerint plenins
mformati. @uicunque autem ex supre diotis kujusmedi no-
strae inhibitionis tranagressor, ai: beneficiatus fuorit, fvuetn
beneficii sen benefriorum suomm carere debet ad waum
sunenf: si autem beneficio caruerit, in sacris tamen cen-
stitutus, suspendi debet a divimis, et in sacris ministrare
probibemus. Notarios vere, qui ipsam praesentem inhibitie-
nem violare praesumpseriat, abaque eo, quad poens cum. hoc
condigna mulctentur et pesismter, in coivitate et diecesi
nostris eorum setus exercare postea nwliatenus permittemmn.
Ex tejuncte nobis pustorali ofliele compellimur, wt
nsum falsarum literarum restringamus, ne damma inde -ave-
niant, in quantum nobis a domimo conceditur, illud extirpare
eupientes hac presenti imrefragabili perpetus conatitutione et
sanctione, autoritate, qua fungimur, statuimas omnibas et
smgulis nosteae civitatis et diocesis clericts et persumis, im
quocunque gradu constitutis, tam dignitatibus, personatibus,
pröelaturis, officits et benefichin ecclesiastieis, praesidentibus,
et allis quibuscnnque notariis et tabellionibus publicia prae-
“ sentibus et faturis, in virtute sanctae obedientiae, et sub
excommmicetionis, privationis benefieii et oflicii poemis,
quas quemlibet, qui contra ‚praesentem eonstitutionem pt ie-
hibitionem fecerit, out fieri procurarerit, eo ipso et de -facte
incurrere volumas, et eas in eondem et quemlibet eorum feri-
mus, Dei nomine in.his seriptis firmiter et distriete praeeci-
. phaus et wandemns, ne aliquis eorum per literas quascen;
que etiam bullatas seu tangunm apestolieng' in judioemi sen
conservatorem vel commissarium, aut in oxecutorem vel awb-
executorem' in gratiosis vel justitise negeiiis, tangunm de-
legatus, wel alias fuerit requisitus, hajusmedi literas reci-
piet, aen ens exeguatur, vel eas oxequi faciat;, amt ‚pre-
curet, sen procedat, vigore earundem, alliuwo mude et
we uliter clerus uostrae ‘ohritetis ot diecesin procdmes sen
mandate ex ÄBujusmodi 'Iiteris et osrum -autkuritate habiten
ww
et eonfsetös ae habita et confeetu sen Yuoscungue, qusb-
eunque et quaecungue alios, alias. vel alia processus, %-
teras et mandata per delegatos vel zubdelegatos hujus-
modi emanstas sou aliquem eorundem recipist, intimet vel
Insinuet, publicet vel alias exequatur, tamdit et quous-
gue priwitus certificati fuerint per literas mostras aut
vicari, vel commissarii nostri literss, yuse communiter
vidnems &uncupantur, quod hujusmodi literae per nos vel
vicarium 'nostrum visae, etsminatae et absque Talsitate ja-
stae, legitimae et rationabiles fuerint approbätae: Quod
"ex Tune eus rerverenter accipiant, et eum omni obe-
dientia exequantur, certificantes insuper clerum nostrum
universam, quod etiam post poenas et censuras ecciesinsti
cas praedietas toktra contradictores quoslibet et rebeilen
aretins, prout eorundem pertinacitas et temeritas meruerit,
procedetur. .
Tit. IV. de qualitste praefieienderum.
Quoniam sollicite curandam et providendum est ‘de
turs animarum et sacramentorum ecclesiasticorum, ne fmpe-
riti ad regimeu hujusmodi ctrae et beneliciorum adsumantur,
auteis praeficiantur: Hae sacra synodali approbatiene statuimns
et volumus, quod deinceps non solum, quandb ad 28. urdinen
admittenter, sed etiam dum ecclesias suscipiunt regendas et
benefieia, clerici de scientia, peritia, moripus, vita, honesta
eonrersatione et alits diligenter examinentur: Et clericus
soviter” ad sacerdotium promotus cum ullis clericis in exer-
eitio regiminis animarım dudum provectis per bieanium
eommerari debet, circa regimen et curam instraendus. Nec
infra biennium liceat alicui talium curam alienae parochiae
in nostra diocesi regere, nisi id ex causa per nos vel yk
carium nostrum dispensative fuerit indultum. Rectores ec-
clesiarum suarum vicarias contra praesens uostrum statutum
concedeutes et curam committentes ab earundem ecclesiarum
fraetuum perceptione antoritate praesentium auspen#oß ERNR
96 =
voluwus jpyo facto, tamdiu, donec a mabig yel diefo mostre
—— super hoc marueriut. A
. 67
Yen ' ' Tit. v. de s. unctione, u
Damnamıs quorundam errorem, . quo in extrema unc-
kione unus injungit. et .ulter profert verba saczamenti: auh
pgena igitur suspensionis, prohibemus, talip, da cefero atten-
kari, ip ommi „autom sacramenty ‚conferendo, actum faciens
esiam aneramentalia . ‚verba ad conficiendum.et tractandum
profgsre debet Item, sacerdos diligenter, observet, ut. sa-
exgmeutum extremae unctionie adminiatret sub forma depreca-
tzra, quam beatus, Gregorius hae videlicet. forma, instituit:
Ber istam. unctiopem, et_ suam pilssimam, misericordiam in-
dulggat tibi Deus quidquid deliquisti, per visum: et sie de
singnlig.. memhris et locis inungendis,. Etiam. inginuet reci-
pientibus effectum hujus, sacramenti, qui duplex est, unus
sanitatis corporalis, et alius sanitatis spiritualis; et istud
sacramentum tantum adadtis et in: periqulo mortis oalıstitutis
est canferendum. Firmiter aimiliter praeripiendo atatuimus,
ut in singulis exelesüs et capellis nostrarum civitatis et
diocesis, in quibus sacerdotes populum regunt et subditos
gammunicare consueverpnt, habeatur de cetero eleum inſir-
morum, ne propter ejus, carentium aliquibus deficiat ‚hujus-
modi Aucrpmentum.
.
* XR ae ir
Lit.vI. de clerfcis peregriäis,
Olericum. extra nostram diocesin. et ab. alio episcopo
Rromatu, ac alium quemcuugüe alienue diocesis, nullus rec-
tor sive ‚begeficiatus in sua ‚ecclesia » ‚Sive capella, divina
‚permpittat celebrare officia, sen in gppellanum ‚resipiat, nisi
Ber nos, aut nostrum in spiritualibus vicarium ‚gxaminatun
et, adınissum, ac, de. examinatione, et ordinatione "ejusdem
per ‚nogfras aut dicti vicarii nostri literas legitimam fecerit
fidem et conversatio ejus probata ‚fuerit; ‚aub su spensionis
poena, prassentibus probibemug. ,
0 Jir- 123:23 1 Zu 1er:
41
Pit. VII. de efficio archidiecons..
Statuimus, ut nullus omnino archidiaconus curam ani-
marum instituendo in parachialibus eealenüg, sive capellis,
aut benefi ichs, sine consensu nostro aut mandato alicui tribuat,
immo cora animarum ac beneficiorum ordinatio et institutio
in episcopi judieio et potestate maneat. Si quis vero contra
hoc agere, aut potestatem, que nd episcopum pertinet, sibi
Bsurpare presumpserit, ab ecclesie limitibus arceatur. Quam
eunstitutionem volumus ab archidiaconis ecclesie nostre fir-
miter observare; ipsis in virtute sancte obedientie districte
precipiendo mandantes, ne curam animarum pastoribus vel
vicariis ecclesiarum aut capellarum sine nostra. licentia et
consensu committant aut eos in ipsis instituere presumant Dec
ipsi pastores et vicarii institutionem et curam ‚preter nostrum
judieium seu consensum recipiant ab eisdem. Nos etiam,
si quid contra presens statutum et inhibitionem attentatum
fuerit, irritamus et cassamus ac irritum decernimus et inane
ipsosgue rebelles graviter puniri volumus.
’ . ’ 9
Tit. vm. de officio sacriste.
Officis. sacrisbe, vel ecelesiastic, sut eampanatoris,
sive ad clericos, sive ad laicos eorum redeptio. pertimeat,
gratis et sine omni datione aut -promisgione pecuniae vel
alterins rei temporalis, persehis ideneis: conferantur, qui vo-
ist et possint rite oflicium ‚bujysmodi adimplere, et de sa;
eramentis custodiemdis ac elynodiis-ac orsatu ecelesisrum cow-
serrandia diligentiaque debita: circa singula farjenda -pro-
stare. debent camtionem;, Et piehano au vitriois obedientie
et fidelitatis eflictorum hujusmodi facere promissionem te-
neantue. Qui etiam: suoriste sige -campanatores ab officiis
suis; si pfeminsa faeere rechsaverint, ac alias ex justa cause
per et coram judice ecclesiadtico discutienda, possint amo-
veri; superpelliciis quoque temppre divinorum, beptismi et
deportationum corporia. Christs et 'sacke ugetionis- ad infie:
7
mos uti deheant, sub poena privationis. hajusmodi suorum
offieiorum.
Tit. IX. de officio vicarii.,
Statuimys, ut rectores ecclesiarum suflicientem assig-
nent portionem suis vicariis, de bonis suarum ecclesiarum
et beneficiorum, ut de iis congruam sustentatiouem habere
et jura episcopalia persolvere, ac alia onera incumbentia
valeaut supportare, alioquin decernimus dictos rectores huie
nostro statuto non parentes dictaram ecclesiarum et bene-
ficiorum fructibus privandos. Statuendo etiam decernimus
providere contra malitiam ipsorum rectorum et statuimus,
quo ipsi vicarii mutari non debent passim singulis annis ad
voluntutem ipsorum rectorum, qui hoc propter turpem ques-
tum facere satagunt. Sed tunc demum, cum ipsi rectores, actu
sucerdotes existentes, in ipsis ecclesiis per se deservire
volunt, vel quando alias ipsi vicarii ex causis legitimis ab
ipsis ecclesiis merito suut removendi. Similiter statuimus
et sub poena privationis tertiae partis fructuum mandamus,
ut plebani et beneficiati nostrarum civitatjs ef diecesis domoa
suarum ecclesiarum et beneficiorum competenter reficiant,
ae in. agdifieiis solitiis mannteneant, me ipsas ruinsm seu
casıum peti oentingat,
Cum sit zeprehengione dignum, ut quis oves. prepkias,
alteri earum curam commiltende, deserat es alichas regere,
psesestim causa avanitie, presumat; ideirco disträcte imba-
bewun, ne quis parochialem ecolesiam ebtinenm, alienem ro-
gere tanquam mercenarius aliquatenus attentet, misk super
kos petäta et obtenta nestra, aut vicarii mestri licentia '2pe-
cial. Et nikilomiaus in litesis desuper pes. nos vel eundem
vieskium editia caysa :continestun, quase sumı commede
negere non valeat, contrarium vero faeientes ab. eflteiis
diuinis: deeernimus auspendendos,
Presbyteris duurum parschialjum, ecelesisrum: vicarias
hahare omninn pookihemus, qui vero ‚cogtrarium facere..gre-
sunserint, prime, quana ipu0 fatto vubare deverkhäuß, em
rennt. Alterius vera vicurie, quamıdia primem oecupärerint,
preveatibus, per ‚nos vel vidaricır nontrum in wpititäteiiibe:
im wtilitwtens. fisei nustri et eoeledie, im qua vicafia enf,
osuvortendis, eo ipse Aiut privati.
+
Fr. % de majoritste et obedientia.
Inbiboemus, ne de cetero aligen religiens meculariaye
persona.se de dispensationis, abselutienis, vel alie quovis
actu ad mon, ralione dignitatis pantificishs vel jırisdietionie
de jare pertinentis sau auchoritate, aive poteskate ulqua
zobis specialiter reservata aliqualiter intromittat, vel eadem
zuetoritate quevis mode utatur, nisi cut nos dundeln auc-
teritaıem mnostram, sieuti oppoPkunftas zuaserif, in parte
vel etiam gieneraliter duxerimus cöniaittendam, sub pocıa
eNcommunicationfk, — — — un: volahes
imo füeto: - 1
Nulli eapeflani nobillum in capelfis etiam castrorum
dominorum suerum divina celebrare debenf, nisi anten nobis
auf nostro -in apiritmalibus vicario' “ obedientiam faciant md-
nualent. en
Et ad syasdıum et capituis — deheut r£kepturi
umdete scclesiagtica et deunweiare suis dominis et eerum
eastrenzibus: zusı plebawi aliqntando hos facere propter vorum
tyrassıılems non: sand wusi. Qui autem ante ebedientiam hu:
jesmodi facts enpellas: eoffiiäverint, tamdiu: nıllsionten
summensi eb oxoommumieati, douec pre peemissis: satigferiant
&, wet diefmm: est, obediemt.: Superstiliosam: quaruudam
jensenurani iuvhäium: colmpeszere euptentts, qui. move Chain
üleetiond Miali rejechn ei paternuli pietate conculcats, nom
sol iu gapituli» at. comrentienibus pertractumdis, capitw-
tsriter cougwegatis preiatis suis et superieribus revorem-
tie debitam . sebtrahumt, vermm etiam- ad inyioem Romemm-
gan in vorn opprubrioss et contamelioas psorkmupnni; em
7%
108
guibus negpfis, propter yuae tractanda convenerant, ple-
rumque indiscussa Femanere cernantur:. hinc. nestrb in per-
pekmum valituro .edieto statuimns et ordinsmus, uf im sin-
gulis capifulis et couventienibus servetur reveremfia ac
morum gravitas et honesteg: ita quod.:nullus in nlterum
verbis vel factis opprobriogis prorumpat; eorumque capi-
tulis et conveatiopibus presidentibus, sub, exgummunicationis
poena, late sententie districte injungentes, ut his, qui
contra edichkm prohibitionis nostre bujusmodi veberint, per
anius mensis spatium sine spe venine frectus snarum sub-
trahantur prebendarum a quibus ipsos per 'dicti temporis
spatium suspensos manere volumus et decersimns .eo 'ipso.
-:., In. virtute s, abedientie preripigus universia gt sin-
gnlis presbyteris et clericis ruralibus. nostre diocesis, qua-
kemus quotie- ipsas ‚per suos, decenos ‚at .cameraries, aut
sligs, ad quos, hꝗc. pertinent, ad capitula siye convocationes
pro insinuatione mandatorum nostrorum vel alias. comvocari
contigerit, toties ipsi ad capitula et cenyentiones hujusmodi
studeant conyenire, nisj ex rationubili causa, ge de absentia
poterint excusare, in quo casu alium idoneum . ‚presbyterum
loco sui ad capitula et conventiones dirigent ante dicta.
Prohibemds, ie -adversup correcikkdnem :söperiäris sui
quicun que regularis. vel sechlaris clericus 'presumat sechlaria
persone ‚adjuformm aut:’potentieih. iardcarea;:-qui aıtam hoc
faders non formidat, et hujusmodi.invacatione.: usus fmerit,
caroerali: cusdedia tamte ;temfere...concludatar, doüee, ob
presumptionem. bejugmedj, nostra, aut vicarli: nesfei pena
arbitraria sit sufficieuter: recompenaata, misi.id: ei per nes
admissum fuerit. Et at ab hoe malo temerarii' clerici penae
duritis retrabantur, adjioimus, quod talie 'zike hujusmeodi
mestsa licentia. presumentes. nulle. unguam. tempore im ec-
elesia, seu monenterio, .adversun gbam, SER, qed.. an ‚pre-
lasum, vel superideem sen alium ;dickam ‚sechlare adjutorium,
sive potontiam: invocaverint, oujascänime dignitatis- vol ad-
101
ninistrationis officiuni consequantur et alias etiam ‚nibilomt-
Aus superioris sui ——— legitime ————
Tit. XI. de his quae vi metusve causa finat.
Quia clerici religiesi nonnulli, non uttendentes quam-
tam sit obedientie bonum, qnod victimis antefettur, et quod
peccatum est maximum et seelns idololatrine obedire 'non
velle; amissionem suärum rerum et corporis, vanum metum
allegant frequenter, ne cogantur mandata exequi prelatorum,
qui etiam cum prosperitatis tempore multa bona receperint,
lauteque de patrimonio crucifixi vixerint, imminente eccle-
sie necessitatis articulo pre honore illins et commeditate
adversitates stustinere detrectent, ex quo autem propter
contemptum clavium etelesine nervas ecclesiasticne disciplinae
dissolvitur, et animas miserabifiter perielitari contingit, statui-
mus, ut nulla reram perditio, aut metus corporis, wisi legithne
prebatus, subditi inobedientiam, mandatum prelati exeqai non
eurantis, valeat excusare, adeo quod si metus corporis non sim-
pliei proprio jwramentoe, sed legitimis coram eo, a we
mandatum subditus recepit, ontewsus fuerit docnmentis, ni-
bilomivus loco cedat, ne notam transgressiotis incurrere
videatur; in his autem, 'quae in non faciendo consistunt,
utpete cum mandatur non commnnicare exconnnanicatis, non
eelebrare coram imterdietis, ac alia hujusmodi, nullus om-
nino BEc rerum nec corporis quamodocungue probatus metus
excusat, cum pro nullo metu quis debeat peccatum mortale
committere, quod aanctorum auetoritatibus comprobatur.
Eos, qui absolutionem vel quamoungue revocationem ab ex-
communicationis, suspeusionis et interdicti sententiis per vim
vel metum extorserint, cum hoc, quod hujusmodi revocatio-
nes zunt irritae, statuimus et publicamus, excommunicationis
sententie subjacere. 2
Tiu. XIL de judiciis.
Quidam crudeles homines, et pervers, dum ad
forum dceelesiasticum in causis efiam , it quibus ‚ ecclesid
182
merite huhet cognogsere, ah authorihus evocantur illims
auctoritatis, qua dicitur, qui banarat wissum, mitientem
honorat, immemores existentes , nuncios ecclesiasticorum
judicioeun et jadcum, eitutionum, exXcommanicationis,
sel alias judicialis et jurisdiotienis literas deferen-
tes verbis probrosis et guandeque diris verheribus ultra
comminationes graves, quosdam etinm captivantes, alies
interdum suis rebus temere publice rpoliantes, multiplieiter
aflicient et perturhant ac impedinst citationes, ia nom mo-
dicam ecoleginntice libertatis contumeliam et janturam. Can-
siderantes igiter, malitiis bemisum nen nase indulgendum,
steteimus, ut seus, nuacios sota Andicialia deferenteg per
se vel pae alium verberans, spaliana sem eaptivase, lite
etiam nor contentata, habeptar penitus pen conviete, actor
vero in cansa. reconventionis similia perpetrare ner ne vel
por aliuam mon formidans, super institata conira rem actie-
ne amplius mullstenns audiafur; et inauper utergus atque
etiam omaen ali, qui namine wel occasione eorum talia
faeera praesumnerint, unque ad condignum satiskactionem
laese et iudieibus, summaria cogsitione smper hoc facto
praphabita, punientur.
Gexnerales citationes fieri ‚prahibentes statuimus, ne
quis iudex eeclesinstious mebis nubiecins in suis pronessi-
bus, videlicet sub generali clausuls, ita nerikat: sitetis
quos lator prussentium vebjs nominnverit, vel simile in
eflectu. |
Nec sacerdotes talig mandata aine etiam speoiali er-
pressioge partium, SE nominum exegHankur; Noa elsm
talium citationum et commissionum literas decernimma oase
irsitas et amllas.
Tit. XIII. de foro competenti.
Praeterea nullus ercleaiastieam personam iu criminali
«ausa, vel civili quasstione, nec- aliquem etiam Iniogm pre
rebus, bonis et. possessionibus ecclesiarym, sixe perapnali
1093
iare, quod vulgo Leibgeding sicitur, quis enrugdem eccle-
sisrum ponsessiones vel bona pessideat; sive aſio quecup-
que titalo, trabere praesumat in indıcium aseculare.
Ststuimas etiam, me ivdicen eeclesisstici de canpis,
quas laici habent ad invicem, se nullatenus intremiktant,
nisi tales cause sint, quas ad forum ecclesiasticum non
sit dubiam pertinere, ne ex hoc saeculare judicium, quod
esset valde ipcongruum, enervetur. Quoniam ex constitu-
tione supra posita dubitationes insyrgunt, videlicet, quae
causae ad forum ecclesiasticum debeant pertinere, nonnullos
casus eiusdem praesentibus duximus annotandos.
Ioprimis vindelicet omnes iuvasares ecclesissticarum
rerum seu religiosorum locorum, sub ecclesiastice iudice
convesiuntur.
ltem causue rusticorum et servorum ecciesise,
Item causae publicae poenitentium.
tem causue pupilorum, viduasam et miserahilium
persenarnm.
item tausse peregrinorum.
lem quando index secularis iustitiam seddere neg-
Ki.
Item in crimime sacrilegi.
kem usurarum.
ken baeresis, Simoniae, exzcommunisatienis, adultennis
metrimonii, detis, super deoimis.
Kem causa nutivitetis, benefiehalin, inris patrunatus,
rapinae, ratione peccati ei voti fracti, pretiä deserviti.
Item ratione iuramenti vel fidei dationis.
item quendo pars aliqua fuerit ecclesinstica, etiam
super se profana cause in foro ecclesiastico terminari
debet,
Libertatem ecelesiasticam tueri ac nostris temporibus
sdeugeri cupientes, sub poena excommunicationis latae sen-
tentise, quam ferimus in his soriptis, et privatiowis fruckuum
benefieierum, distrietissime inhibemus, ne chezich, ad quan-
104
canque suecnlarla ac vetita indicia vocati, im personalibus
ac alfis actionibus, super rebus ecclesiarum, aut benefici-
orum suoram coram indice laico, im contemtum privilegü
elericalis, quovis modo respondeant, seu se subiiciant foro
saecnlari.
Quinimo citati aut vocati debeant absque mora ad
nos vel nostrum in spiritualibus vicarium super hoc habere
recursum, ad impetrandum remissionis literas, aut alıter,
prout melius expedire ‚cognoverimus, eis providendum; con-
trarium facientes acrius decernimus fore punieudos.
Tit. XIV. De fide instrumentorum.
Nonnullae sunt personae in ss. ordinibus constite-
tae et benefieiatae officium tabellionis seu notariatus exer-
centes, quorum instrumenrta non solum in civilibus, sed
etinm in eoclesinstieis negotiis tanquam publica recipiuntur,
licet de uuthoritate eorum et de aliis, quae circa tabel-
lionis coustitutionem requirunter, minime nobis canstet, qued
perniciosum nimium existit. Nos circa praemissa velentes
adhibere medelam: statuimus, ut personae, gerentes se pro
notariis seu tabellionibus publicis, in civitate et in dioecesi
nostris, in iudicio vel extra, in antea nullatenus admittan-
tur, nec eorandem instrumenta, tanquam publica reeipiantur,
nec fides talibus instrumentis adliibeatur, nisi prius de au-
thoritate ipsorum et de aliis, quae circa hoc fuerint ne-
cessaria, doctum fuerit legitime coram nobis aut nostro in
spiritualibus viearie generali.
Inribemusque omnibus subditis noatris, ne instrumenta
eorunden tanguum publica recipiant, nec eis: tauquem pub-
licis instrumentis utantur. Et nibilominus iniungimus eis-
dem pro tubellionibus se gerentibus, ut nbutineant ab in-
strumentorum Huiusmodi confectione, tamdiu, donec de
eörum auctoritate et aliis, ut pruemittitur, nobis faeta
fuer plena files, quibus etiam medio tempure tnbellionatus
Ä
105 -
efietam ad. arbitrium nostrum sen dicti nostri Yiarii et
einsdem arkitrinm —— interdieimus per DEREN!
Fit, XV. De J—
Vestigiis praedecessorum nostrorum inhxerentes, ex-
commaiicamus omnes et ‚singulos tlericos, monachos, can-
onieos regulares et asecnlares, qui colligetiones, conspira-
tiones sen confoederationes ullas fecerint, fidei , vel jura-
meatt interposita cautiene, site in electionibus fuciendis;
sive pro aliis quibuscunque negotiis, contra canonicas sanc-
tioaes, mist intra tres dies post habitam huiusmodi coniu-
fationem, confoederationem sen conspirationem iwmediate
seguentes, quos Hlis pro trina et canonica menitione as-
signsmus, ab ompi obligatione sua ad hoc facta se abso-
Ivant, et in hulusmodi- eonspiratione t ejus dcecasione at-
teutata prorsus revöcent et puenitentiam desuper- recipiant:
Ex conspirationibus enim et obligattombus istis suboriun-
tar diseordiae veteratae, ecclesiastica diseiplma- dissolvitar,
bona ecelesiae dissipantur, et pericula proveniunt animarum.
Volumus ejusmodi eolligationes seu confvederationes sah
gaseungue etiam illieita forma factas neminem obligare. '
Quleungque antem: inventi fuerint, comfosderationes
aut conspirstiones hitiusmodi facientes, etiamsi menachi
faerint,, vel eanonici secuhares, de suis monasterlis, tan-
quam membra putrida, exciudantur.
Tit. XVI. De vita et er leiser:
Vt Christi wmilitia laudibus divinis deputsta, vita, ge-
ste, moribus et habitu u gente discernatur laiculi, dist-
riete sub poena suspensionis praeeipiendo statuimus, uf
praelati, sacerdotes et alii beneficiati ac in sacris consti-
tati elerict nostrae civitatis dt dioecesis, cuiuscunque gra-
dus ‚et conditions existant, habitum deferant ' breuftute
non culpabilem, aut ornatu snperfluo vel culore notabilem:
Ishibemusque sub excommunichtionis poena .detestabilem
\
— — —— — — ——
— — — — —— —
106
vaum, quo vestes, euliges rubei, gilvi, aut viridis oeleris
Poriare, aut gemmis, nodia, fihulis vol aliie superfuitatibus
auri et argenti, vel perlis ornare seu calceis rostratis vel
colleriis cancellatis, aut a tergo foemineo more nimirum
superqus in brachiis exciais se diversorum colorum sonis,
nec non manicis deguper incisis, uti praesumant. (aioun-
que. uutem clericus nohis subjectus partites vestes aut vir-
gutes in pablicum absgne canas necesnitatis excusabili ferre
Praesumserit, executionem poenarum suspenaionis et inhabi-
litatis @ jure conetitutarum, juxta differentins status per-
sonarum in se sentiet exereeri cum rigore. Similiter auh
poena excammunicationis praecipimus, ut singuli clerici
cum 3 quocunque judice ecclesiastico, vel seculari quic-
am pro eis tanquam pro clericis fuerit judicandum, quan-
tumcunque vestibus utentur simplieibus, et alia Insignia
deferant clerientus, fugiastur, nes ut olerici judicentur,
uigi pro Susgepterum erdinum sufficientibus et idomeis pro-
- bationibus se veres clericos esse probent; insuper etiam sub
excommunicstionis poena praeeipimus mandantes, ut singuli
olerici, cuiuscangee comditionis existunt, in sacris ordini-
bus eonstituti, ceronam omnino condecentem portent et
babeant, quae debito capitis loce posita congrusm habeat
Istitudinem et cooperta mom est crinibus revolutis; inhihen-
tes quoque im eadem excommusnicationis poena eisdem ele-
ricis in sacris ordinibus constitutis, ne contra decentiam
clericalis status de caetero comam ‚ eriues et barbam
uutriant, sed radendos deferant condecenter. Vsum 'taber-
varum, praetorguam in itinere constituti, et ne tabernas
in domibus suis teueant, ludosque taxillarum et chartarum
et bis similes in locis puhlicis et maxime inter laisos, om-
nes et singuli clerici in praelatnris etiam et in sacris or-
dinibus «enstitätj, sibi hac sacrae nostrae synodi probibi-
tione, sub excommunicationis poena noverimt esse inter-
diotes et psohibitos,
\
107
Ti, XWI Be cabakitastione elericorum
et mnlierum.
Deeratum 'eonsilii Basilieneis.
Quicungue clericus culuscanque status, oonditionig,
religionis vel dignitakis, etismsi pontificaie vel alterius
praeeminenliae existat, qui post huius constitutionis noti-
tiam, quam babere pruesumatur, per duos mensen port
publicationem ejusdem in ecclesiis catbedralibus, quam ipaj
dioecesani omnino facere teneantur, postquam eudem con-
stitutio ad eorum notitinm pervenerit, fuerit publicus con-
cubivarius, a perceptione fructuum ommium heneficiorum
suorump, trium mensium spatio sit ipse facto suspensus,
quos suns superior in fabricam, vel alism evidentem eccle-
siarum utilitatem, ex quibus bi fructus percipiuntur, con-
vertat. Nec non et huiusmodi publicum concubinarium, ut
primum talem esse innotuerit, mox suus superior monere
tenestur, ut intra brevissimum terminum concubinam dimit-
tat; quod si non dimiserit, vel dimissum aut akam publice
resnmserit, jubet haec sancta synodus, ut ipsum omnibus
suis beneficiis omnino privet, et nibilominns hi publici con-
cubinarii, usquequo cum eis per suos superiores, post ip-
saram coucubinarum dimissionem wanifestamque vitae emen-
datfonem, fuerit dispensatum, ad susceptionem quorumcus-
que bonorum, dignitatum, benefieiorum vel officiorum sint
ishabilen; qui si pent dispensatiunem' recidivo vomitu ad
huiusmodi pwblicum concubinetum redierint, sine spe ulieu-
jan dispensationis ad praedicta prorsus tahabilen existant.
Quesi hi, ad quos talium curreetis pertinet,, eos, m6
praedictum est, punire neglexeriut, eoram supersores ihm
in ipson, pro eorum neglectu, quam in illes pro concubi-
natg, modis ompihus digaa punitione animagdvertent.
In coneiliis etiam provincijslibna et synodalibus adver-
sus tales punire negligentes, vel de hoc crimine difamstus,
etism per suspensjonem a cellutione heneficiorum val, alias
condigna poena sereriter procedatur; et ai, hi,‘ quoram
108
destitatie ad sunimum: pontificem spectat’, per concilie pro-
vincialia aut suos superieres, propter publicum concubive-
tum reperiantur digni, steatim «um proceksu jognlsınemin
ipsi summe pontificı deferantur.
'Eadem diligentia et inquisitio in quibascunque capitulis
generalibus et provincialibus quoad suos servetur, pe-
nis aliis contra praedictos et alios non publicos concubina-
rios statutis in suo robore permansuris,
Publici autem intelligendi sunt non solum hi, quorum con-
cubinatus per sententiam aut confessionem in jure factam,
seu per rei evidentium, quae nulla possit tergiversatione
© elari, notorius est: sed qui mulierem de incontinentia
suspectam et infamatam tenet, et per suum superiorem ad-
monitus, ipsam cum effectu non dimittit.
Quia vero in quibusdam regionibus nonnulli Surisdie:
tionem ecelesiasticam hahentes pecuniarios quaestus a con-
cubinsriis percipere non erubescunt, patiendo eos in tali
foeditate sordescere, sub poena muledictionis aeternae prae-
cipitur, ne deinceps sub pacto, vel compositione aut spe
alicujus quaestus, talia quovis modo tolerent, aut dissimu-
lent, alioquin ultra praemissam negligentine poenam duplum
ejus, quod propteres acceperint, restituere ad pios usus
omuino teneantur et compellantur.
jpsas sutem concuhines, seu mulieres suspectas, prae-
lati modis omnibus curent a aubditis suis, etium per brachii
secularis auxilium, si opus fuerit, penitus arcore, qui
etinm ex tali coneubinetu procreatos filios apad patres zuos
eohabitare non permittant.
lubet insuper hiaec sancta synodus, ut efiam in prae-
dietis capitalis haec constitutio publicetur et quilibet suos
subditos ad concubinarum suarum ‚dislissionem moneat dili-
genter. Iniungit prasteres omuibus saecularibus viris, eti-
amsf praefulgeant regali dignitate, ne’ ullum qaalecungue
inferant impedimentum, quocunque Quaesito (colöre| - qui’ ra-
fiaue oflieii swi advoraun sus suhditas pre nn
cubinntu proesdunt. . ...
Et am omninp' — — — diuin⸗ —
bibitam zit ei sub Peccati mortalie. poenu necensario evk
tandsm, monet omues laiens, tam uxorkton, quam ‚selwins,
ut’ similiter a concubinstu abstinesnt: wimis. enim reprehem-
sibilis est, qui nxorem; habet et ad mulierem alionam acce-
dit. Qui vero aplutus est,. si eomtinere nom welit,. juste
apestoli consilium uxorem ducat; pro hujusmodi autem obr
servatione praecepti, hi, ad quos ‚portiget, team nalıtaribps
monitis, quam als cananiois remediis cam emni stadia ar
berent. Cam cleriei: coneubinarik metorü wint,.ipso juro.ab
efliciis et beueficis sint zuspensi, quond sp et alien, minisir
randoque .ia sacris ordinihus saepe irregularitetem. Ic
rent, a qua nonniai per sedem äpostelicam potarant —XRX
si suspensiome ‚bujnamodi durante se..io divinis iImmecennk,
ia suie officiis ministrando, ut prius, publicegua cananbinas,
aut alias de inchatinentia. sunpertag aut imfamatad, aut NEOr
sas mulierds spud se in damibus et.habitatienikus ‚suis teur
entes,: famam: nogligent, vitamque wacılant. elericalem.
Nes igäer pi peiris mere, non ‚hersenas ned PREHORAFUM
vitie. desestänten,. sacresgie Cananka et jara.damiper ‚orte
dehitas. exaoutiomi,. mt. tenemur, ::damandare -valentes, mus
et singulos clericos nostrarum -cavitatis et. diepcesis, ‚eujme-
eusique digmitatin,; stnkmn;. gradus,. ordinie,.-canditienis et
proceminentise fueriet, qui kfunmodi, wikio ‚pmhliei -epnaur
hinatma saat. iavalıli., ohbsheramme,. ragsmus, 'nagmirisuen..af
menemus, oin ei :aerum.icuilibet: in wirtute anıickar abedinr
taae et..suh -‚praencripti jaris eb. infra..seriptis -popnis, ‚mb
omnen et singulon. hujusmoli. nontris salaianibun' mquitienir
has, requisitionibus ot. mandastin. nem phrentes, incidere ‚var
lumms,, dintticte peaeeipiendo mandanten, Anntenus ommeR
et singyli ‚aupeadieti, qui. in praemissis «ulpabilen. fuorint,
ad-praenensque existant., amt, quod. Deus avortak, iR für
tarum erunb,. infie ;triginte dierum-.apatium. ‚et. pranseimtium
publicationum 'cis fadtum immediate segueutes, guoram tri-
ginta dierum decem pro primo, decem pro-seeünde et rellgues
decem diespro terkio ao peremtorio termine ae -menitione cano-
aicn et emnibus dilatianibus eie et cuilibet ipsoram adsigwaseus,
diosas conenbinas de imcontinewtia. nuspectas, infamatan et
lies rizosas sen seandelosas mulleres a domibus et cobn-
bitatiowibus eorum separent, ameveant atque dimittant wm
effectu. PWujesmodi multeres dimissas et fimiles ad domos
et hebitationes wuns deinceps non resszumamt, seh quivis
Corum roassaniere proemmmat, altequim dieto sienitienis ter-
mino elspse, monitionibus ei reqwisktionibus Wajusmedi wen
parentes, ab offietis ut beweilciie sule susponuon deelurari desie-
ratosque publice deuumeigri faciemas. Intimantesgue nihileminne
eisdem clericis concubineriis prausentibus et futaris, quod,
quioungne kujusmodi sententias. saspengienis: et 'poeuas, wec
non reqwisitionem: eb. wenitionem numtras praedietas contem-
zore ‚praesnkperikt, in- vebeilione, et oomtumacia ultra 30.
dies praedietos: temere perduraverint, qued'contra prassum-
veres eosdem etiam per excomunimicatienie et deinde, exö-
gente contummeie, rebulliune et duritia ipsorem, ad prive-
tienis benefieierum et alias gravieres poegas, preut pre-
tervitas eorum expostelabit, juregue wc ratiemis verdo die-
tarerit, per mos ant wertruur in epiritualibkes vicarium pre-
vodemus. et procedi fueinmus.
- Üt praesens nostrum mimdaten, quosd ommes cler+-
0. ‚nostsarem +iuitatin ot: dieiecenis, qui; in pruemiusin -onl-
pakiten enisbunt,: efiessioremw sortietur effeetum, henorubiluen
noble ia Christe sincore ‚dilestum. dovanum erolesise' weutrme
Bembergensis st, ipso: deoane whwente, seniorem pro bem-
pore- ejundem 'ocelsalae, in domino hertumar ntgme: obssure-
mus, rogamus, requigimms: et munemus , guuberlus- intra de-
faitum trigiuta dieram spatium praesenten hano peblios-
henem mostram immediete spquens‘; ob püstguam Reuonehs
wandatum et puhlisatib: sibi inaotderit, ad extirputienem
penedieti vitii comenbipatun murmigme: reformatiouem , jaria
ELLI i
commmuin proosentisgue mandat! wesirt neo nun omimiem''ct
singulerum aliorum stetutorum nostrorum sysudeltım, pradee-
dentium ot sequentkum, eorroetionem, vumendativesıs - et
exermtionem, quead omner et niugwise clericos, une com
rectiemi, reformationi et jarindiotiont in cu parte Immeiiats
subjeotos, cujusennque etiam states, gredus, ıconditionis
aut pracemisentiae feerint, prout uuumtmeisne veipeetive
coneersunt, et transgressores nulpabiles rewerientug, vum
effectu procedere non omittant. Alteyuiw 'ipeins deusui
nestri vel senioris praedicti, quod absit, negligentia in bee
parte exigente, ipsoque: in oorysotione vitierum et: exces-
suam 2 jure <ommepi se in ‚pressemibes mpntris statutis
designatorum atque prohibitorum, in praedicto dierum ter-
mins contra, ut praemittitas, sibi sabditos minime proce-
dere curante, sed forsau dissimufantes‘ eundem praesen-
tibes certificamus, quod tam juxta jaris commmmie, quam
preusentis mandati nostrĩ dispositionem contra tales vitio-
ses atqne culpabiles, eidem decano sew deniori- subjectos,
ad exeeutionem ommniımn et singulorum supra diotorum, con-
tra quoscangue, qui in hae parte culpubifes fueriut vitid-
ray eis proßibitorum extirpatiowem morumque reforme-
tiosem, pront tenemur, per nos nut wöstrtm in apiritaali-
bus — tapao praedieto termino, cum effectu procederk
curabimus, 'prout: Justitie' mn — en 'ra-
tiamin..
Psaoterea inkimekyr, 'ikziauetum;, — ‚ac a
ompium et singulermmreolorınm parochiniknn wo kensfisiutp-
zum guosumcungue: per peuodiovag dbvitutem: et dioessnim mer
sizas osustitnbosin: tetitiam. dedusiber, eine 6 onilihet
eomm ihhibetus, no. de owetdro ipwi. vol eormiı-:aliquis: adb-
ewi. telıım coueubisarioram, zen hukısmedi- mupliorem. wert
pueron habenti, ocolegiam veh Leusllcium: arremdare. sou-.lor
cm. passumant, amt -praesumel, -
Inhibemusque- similiter — im — viom
sie ac notario nontzis, ne deiuceps talikus commandam,
1dR
nr une, —d
guram. animarım, ‚administtatlonem, Rive. aeoensımı camce-
dant seu, eoudem :admittant, abaque speciali nustre mandato,
sed prorsus et omnine amoyaant. Et ai forsan per ignoran-
tiam seolesia, vel bemehicium eis vel alicui eorum arrende-
zetur, commendaretur. seu nccesaus datetur, kabite praemis-
sorum nolitia, sine ommi dilatiene. ameveri, et per reotorem
slium posi,.ipsoaqua tam locantem, quam lecatum condigna
poena puniri volumus, de quibus omnes et singulos prae-
kentibus certificamus. —
Fit. XV. De alerieis nan residentibus et
distribationibus quotidianis.
lInviolabili constitutione prohibemus, ne distributiones,
qnae ab ecclesiis quibuscunque nostrarum ciuitatis et dioe-
gesig, quae pro defunctorum sunivergariis in quibuslibet
etiam rebus pro tempore largiuntor, aliis personis, quam
in officiis, ad quae ipsae. distributiones deputatas sunt,
guraverint pezsonaliter interesse, juxta cujuslibet ordinatio-
nem ecclesiae rationabijem, jam factan: vel faciendam, tri-
buantur: Qui vero aliter de distributionibus ipsis quicquid
receperit, nisi ipaum infirmitas geu justa et. rationabilis cor-
poris necessitas, auf evidens ecclesiae. utilitas excusaret,
dominium receptarum rerum restitwere teneatur.
Volumusque ea, quae similiter de distributionibus
motidianis ou .dandia; absentibus peräonis cum eiceptio-
sihus. in. juro eanatikuta. aunk, firmiter ohsenvari; insuper
stänm- sub. suspensionis: æt privalionis fructuum. et beupficio-
sam poese distriete inhibemus,.ut nullus hemeficiatus mest-
rarum civitatis et dieceais ab ecclekia sua neu. bemeficio
auo, ad quam sen quod intituleius existit, se ahsentare
welit, nisi nontra amt vicarii nostri lieshtie deauper obtente,
non obstantibus quibuscangue confirmationibus ‚benehiriorum
ac alüs forsan im contsarinm fucientibue.
„+43
‚ Tit. XIX. De pracbendis et soncessione
‚ecarundem.
Bro, emmnnj Dans, degegre ‚ecelesiarum ac. akku di-
— angmentande staiuimus, xt praebendarii ac. benrficiati
parorchialium eeoclesiagum- aus plebanis et vioeplebunis
revesentiam exhibeant ar, in processionihus, matufinis, missis,
vesperis et completoriis, in plenis ofßeiis et in festis, quae
cum uovem loctianihus.peragantuz, similiter dominicis diebus
supperpelliceati. iptereint; gum per. boc ipsi prasbendarii,
primissarii et bemeficieti ab otiis et aliis illicitis retrahan-
tur, quod sub pnens auspeusinnis per praeseutes maudamns
et .observarı volumus.
-kasuper inhikendo monemus ammes rectores ecclesia-
rum ei capellarug, ne fructus suarum ecclesiarum, vicarig-
rum capellarsmque et baseficiorum redditasque eisdem unti-
quitus deputatus preesumant in anten minorare, quod si
sitentare praesumserint, id, quod egeriut, irrikum habeatur
et coniza pracaumfores, tauqyam prursentis ntatuti trang-
grensores, per conaneam pcclesianticam. procedi ompino vo-
Iusens, super quo etiam in iavestitura cpncedenda juramen-
mentum deapper deferri, mandamus,
Setwimus,, qgaod cum aliquis reetor eceleniarum aut
viearins vieariam adepti fuerint, si aliqua pacta vel jara-
mente, statnto. alirui derogantia aut juri contrarie, vel
guaoeungque alias illicita, in quibuscasque aliis contractibus
faarint isterjacka, ea pre san adjectis ned irrita hahbeantur,
et talia pramittentes et jurantes pro bujasmodi promissioni-
baa temerariisgne ot illicitis, jurgmentis poonitentiam agere
et emendam copdignam fucere teneantar..
- Quoddam ptatutum praedocensorum nastrorum in corta
sun ambignitate reformantes, omnibus, et singulis parochia-
um seelesiasum. zectoribus. sub poena ‚guspensionis ab in-
grossu ocelesias et efüch Intae gententise, quam contra-
sum fachenkon. velumng inoidere jpao facte, distriokius im
8
114
bibemus, ne viearios, quos in suis ecclesfis, etiam sede
episcopali vacante aut’ nobis exträ 'dosträm: dfoecesin con-
stituto locare praetendant, seu repimen curae animarum, abs-
que -mostra vel streceisorum nodtrorkit' Tett-Heküre “Takationis
‚proedictae majoris et Hantoris partie cabinAh" Keeatik''et
permissione permittant Yaorkadiolidet ' exrereere: exereraten
autem similem poedam — imeurrere ' — we
graviorem procelemus. Zr wie
Sab poeha suspensiowis ldtne sentöntiae diutrietis ſe
inhemus, ne zliguis rettorparochializ <eclenfze in’ jus
modi sua ——— capeffis, sub Tietitiinrs Ajundem "exte-
tentibus , uliqwem presbyterum ad ofhcianddm pro will she
nostra licentia ad divina admittat, nec eltm nf "enden
pvena nullus beueficiatus nostrae vivitatis ‘et dieecdsis be-
neficium, ad quod fetitulatas exrstit, per: em Wfireet,
nisi id ei per nos, aut aufboritate 'nostra #kpensativd sit
permissum. =e a eo en
Quo casu non per 'aliquem religiosäm, eufurenuäue
etiam religiomis existat, wed per nechtäree eierickmofhieii
sui exechtionem hahentem, suppleat vices suns. Würllesume
aub,eadem poena erchesinm seh Lenrficitm Mıjiritodi "eRkune
non confirmatum absque nostra "speciati Ticentia regät"nen
quovis modo offidtere een: seh a4 — aliquis
we iotromittat. Be
,„ Urare nimis ei et Abaurvum, qjudde 'qaklam "deeie-
siarıtm praelati et mfil serilares we 'religiösi elite
&t conventus, tum possiat viros ilenevs ad’ecttänine Vewe-
ficia et: ordines sacros praenentare, haunmere et'pröikovere
won verentur indifnos, rades et ignaros, 'qulbs nee knorınm
honestas, nec literarum scientia, teqne wetntie -walhhriten
suffraguntur: Ande quimtn exinde erchectis dnmed! prove-
niant , nemo sanae mentis igrtorat, ex hinc ’erktie near
ecclesiasticus 'deförmater, sulus animaruık 'neigifitars;:-et
alia plurn mala et scaudala exiude seguänter. '-°' ' +
Volentes tgitar "hule 'morbo‘ meeri, preechhhalun ut
6
pestapmiasin ‚indigniz,. idemai ad henehois: ecelasiustich at
ad .ondimen .naeren praesententer, qui Deo et ecclesüs ve-
hat et, zalsant graiem efligere famenlatum: contrarium vere
scisates ‚ok ‚prahmumentäs, panpis a ‚sacris prdinibus ‚can-
stitutig Heoonuimme,,. justifäe mediante, puniendos. Inhiben-
tes sisagtisnima:niserio mnaire, in epiritualibps, qui ent et
qui pro. temspase- arit ei. aliis ‚quibuncungue, .ne aliguas se-
eulares vak.regulares ‚ad hannficin eccleginstica, praesertim
ibes..oura.. imuminet animparam, admitteaut, seu inventiant,
ah ad aacana Ordineniprommmeant seu promovsri permittant,
ai peims talen die ei. quper scientin, morihus et aetate ag
@etenis de. .jure ‚newmasuriis, diligenter fueriut exgminati
ei idenei teporti, ais quod ia omnibus et per omnia diligens
ara adhihoater, ut digui pramaveaptur et indigni repellantur,
guepism melins Put. paucoe bopos, quam multos malos ha-
das® mimisfros; wi enim cazcns. cwecum ducit, ambe in fo-
von -älabisntur; et si secus imcaute fuerit praesumtum,
nen solnm sHejirinndus est indigne prawotus, verum eliam
promerenscindigunm animadressians ‚condigna puniendus erit.
Qymism, nk non amligimus, ex. fonte ayaritine illa
proyesit onprmiias; quod uonpulli eceleniarum ac dignitatum
meolati, ahhaten, abhatiguae,. praepusiti, commendatores,
decasi, peieres, präprinsue et certae personae eeclesiasti-
ce euemki et non examti civitatis et Hioecenis nastrarne,
qihne peroohiales ‚eoolesige aunt iucarporatae, annexae, aou
wilne, :atınia ‚geiles jos abfinent patsanatus, zeu rectorum
rraspenkatie. nerkisnt. ad .eondem, .de proyentihus ipsarum
ceeleiarum: kamtnın peseipignt.anauatim, quod rectores ipsarum
veclesigmum., ann possunt de zesidue geu. portione eis ad-
Ieuata. commede, sınientani, episcopalia jura solvere et
abe sis immumbaukie anera auppertare, imo, quod deterius
est, ad ipsas ecelesias promoveri, dum vacant, cupieutes
un aliter praasgpient, sen admifkgnt, ‚nisi prius jurent et
Mmiktant vel.zligg. per Itepas neu instrumenta se adstrin-
Fahnen ‚obligant, :qyod de cestn pprtione debeant eune
2 8%
- m
116
contenti, ultra forsan iucorporationes, per sedem apesteli-
cam aut praedecessores nostros faetas, quae interddm per
tio ita exigun est et meodica, quod modum praeminsg omera
subire valeant, sed etiam miserabiliter sub tanta laberum
et onerum sareiha in opprobrinm uncerdetei digmitasis
egere coguntur, pröpter quas saepiun contingit, qued non
inveniantur 'personae idonene, quae -kajusmgd ecelesius
velidt reoipere, sic qnod frequenter etiam minus -Iieneis
conferäntur, ex quibus pericnta imminent suimaum. Nee
volentes super praemissis, prout nobis ex uostre imeum.
bit officio, remediam adhibere: ipsis Yicariis perpetwis
onus diei et aestus portantibus salubriter subvenire, m vie
tate sanctae obedientiae et süb ühtestatione .divimi jadien
districte praecipimus et mandamus vobis emnibus et siugu-
is supradictis, quatenus iofra trium meastem spatmm, a
publicatione praesentium namerandum, vicariis ipsis perpe-
tuis, in praedictis ecclesiis institutis sive Mistitwendis, com-
gruus portiones non habentibus, de quibus fidem virarf
congrue sustentari et episcopalia jura solvere, ac alia eis
incumbentia onera valeant supportare, quibuscunque impe-
dimentis, pactis seu obligationibus 'penitus rejeetis et seme-
tis adsiänent, et effectualiter tradant, quas quidem portio-
nes, si forsan intra terminam praedietam adsignere et cum
effectu tradere neglexerint, aut aliquis eorum neglexesit:
Nos ex tunc authoritute nostra ordinarie et etium apeste-
lica, a sacris canonibus. nobis tradita, ad bujusmodi wdsig-
nationem faciendam in ecelesiis et vicariis, in quibus oppor-
tunam fuerit, prout jus dietabit et orde exegerit: -rattenie,
justitia mediante procedemus et alias negfigeutias sorum et eu
juslibet ipsorum pnniemus, quod caeteris cedet in axempium,
exemtionibus et aliis privilegiis non obstantibas quibds-
cunque.
Tit. XX. De institutionfbus.
Statuimus, ut nullus clerieus, ad curam unlkermm
a nostro vicario admittatur, nisi prius juriverit ohedien-
=
x
117
tiam, ot quod wullam in accoptieine henpficih, ad cujus cu,
ram ost; praesentaius, commiserit simoniam, quodque bona
ejusdem benefioii neu velit alienare et alienata pre poase
recaperare.
Beueficiorum perpetnorum fundationes, institutiones
et confifmationes, quae ordinaria autboritate fient, literis
seu instramentis publieis et authenticis cosseribi statuimus
et coufirmari, instrumenta quoque ei Iteras, super quibus-
eunque institutienibus aeu confirmetienibus confeeta et.con-
heieida, omeibus, quorum interest, communicari volumus
et maudsmus, etinm in simplieibus et autleaticis copiis,
secaudum petentium voluntatem.
Tit. XXI. Ne sede vacante aliquid in-
novetur.
Statuimns, ut quieunque bona ecciesise sede vacante
aut episcope defuncto ah eo relicta sceupurverit, ipso facto
excommunicationis sententiam, quam ferimus in his seriptis,
iscrat, quam successor inviolabiliter faciens observari
uullus relaxet, sine restitutione et satisfactione condigns
de capituli cousensu et consilio.
Tit. XXtl. Ut beneficia ecclesiastica sine
diminutione conferantur.
Cam beneficia eeelesinstica sine diminutione conferri
debenat, quidam ecelesiarum petroni persons ideneis prae-
termissis tules ad 0a praesentent, qui portione aliqna de-
bet esse contenti, reliquum suis usibus totaliter applican-
do. Unde ud huiusmodi mulem perniciem extirpaundam sta-
inmas, quod si tales cleriei se de portione debita spoliari
videnten, ad nos, vei vicarium nostrum non detulerint,
siut ipao facto suspensi: et nihilo minus eisdem ecclesiie
spollentur, et presbytero idones prevideatur de ipsis. Si
vere ad nos detulerist quaestionem, ipsun patronum per
nmam eouchesiasticam ab hujusmodi molestatione com-
118
pescari volumus 'et wamdeus; adjieiesites wihilo- minus,
quod, si in hoc pertinax putronus exstiterit, ad praesem-
tationem talis eoclesine wat henefieii nulluteuus admitünter.
Tit. XXIII. De rebus ecclesiae non
alienandis,
Quis plures rectores ecclesiarum parschiulem, simp-
Heitate ac juris ignerantiu im aflectiane carneli, qguamı.habeat
in suos, seducti, redditus et, fructus ecclesiarım seasum,
ut sccepimus, ia magns guustitate uliqunnde vondust, seu
allas aliesant ad tempns, swb quibusdam coloribus et fig-
mentis, adserentes, se velle venditsemis pretin ın utilitatem
ecclesiarum convertere; et sic dietum pretium convertunt
damnabiliter in utilitates consanguineorum, vel fınniliarum
susrum, aut aliorum, ex quo eccliesiae frequeuter sustinent
detrimenta ; hume igitur codtrastum deoernimus writum et
jasnem. | |
Prokibemus etium, ut mullas propter debiem amt
fidejussoriam obligetionem siegularis pensenae ulicujus eccle-
siae eoclesiustica bena enpiet, vel que ad ecelesiam et
eapitulum ipsius ecclesise pertiwent: qui vero centra. fe-
cerunt, nisi moniti, intra quindenam a die monitiosis nu-
merandam, bona hujusmodi restituerint ecclesiae vel capi-
tulo , ad quos pertinent, excommunicationi lätae sententiae,
quam ex nnac ferimus, subjacere volumus ipee faste,
Caliees quoque, vasa ac alia ooeleniustita erusmente,
fartin vel raptim ecclesiis ablata vel aliis piis locis, -sul
poenz restitationis ablaterum, mullus emat, vendut vol pig-
nori obliget, vel ud obligationem reeipiet: nullus etsam db
eaetero cum advosatis ecclesiarum guerrna habens, hans
ecclesiarum, quurum ipsi advocati defensoren exsetunt, pree-
textu gnerrarum bujusınodi surripiat, aut eechesins ipaes vel
villas earum et loca mcendio sel hestilätute: devastet, aut
homines earum spetiet suis bveis. '
Qui vero contra fecennt,.. ipse fuoto excummuniwakie-
44P
nis- nankeunfiaıp , ‚am - ‚ferimug jn,.hia- scriphis, „incurrat, a
quo non walsaf ahsnlyi „.oisi prins ablata zeasjtuat, aut pra
dammis satusfarjet.. . — — ec
Tit. xxiv. De permutatione beneficiorum.
Peramutstionibus-henehicjiorum nullum imferiorem episcope
seu mubis. passe impgetiri authoritatem, de jure declarumus;
et tales permutationes facizs sine. noatra, seu episcopi
antborilste, carere, viribas declaramus, ipsas, si quae fac-
ine int, vol fiergat, cassumus et irritas nunelamus.
Tit. XXV. De testamentis et execn-
toribus eorundem.
Mac sacrosanctae synodi authoritate firmiter statui-
mas, BL. umicuigue, quem jura non prohibent testari, in
sasitate, vel lecta. aegeitudinis coustitute, legandi, . dis-
pouendi et ordinsudi de bonis sihi a deo collatis cires pia
bpea et! peraouun ecclesiasticas, vel sueculares, duammodn
sus bapredsa contra sanctianes legitimus nun praeterent,
sit libesa voluntas. Beprobamus quamcungue constitutionem
vel. ia eontrarium statusuus mm valere volentes itaque et
praesigieutes, ut per universos ‚pruelatos et jwudices eccle-
aias ticos omman clerici et kaici. impedienten defunctorum
legata seu ultimas volgutates - per excommunicationis sen-
tentiam et alas. canausas Gompellantur, ut debitas suos
sortiansur eflectug, -
Intelleximus. quod romnulli tam religiosi quam secu-
leres elerici et laigi, diviae timure Dei postpasito, in sua-
ram perichlup animurım, pecynias, zes et bona, quue per
Banss eorum ex tentumentis decedentium deberent in usus
cestas, ekisen piga. distribut, seu expendi, aliis usibus ap-
pieapa mon formidems, ac auepe megligentias, dolos et frau-
des quamplures circa executionis officium committunt, quan-
doqua nullatenus, quasdoque turdins id, quud eis commis-
sum..apt; emaguande. Et quod deterius est, pecunias, res
12d
et bona ipsa sibi quandögiie urirpant' '#t in weuw' pinsthriem
coXvertunt: frequenter etiam pro 'longe winsri prießie,
quam alibi commode vendi possent, ad exisiimstionem pre-
priam bona sibi recipiunt et distrahuut; itaque uf plerique
non executores, sed consumtores, sive dilapidatores, ses
subtractores appellari potius mereantur. Cam igitur ad
nostrum spectet officium, piis ultimis volnatatibes prorvidere,
ut secundum voluntatem defuneti univorsa precedant et 'exe-
quantur: ideo coutra praemissas fraudes, delos et megfli-
gentias intendimus remediis opportunis previdere, prowt ad
nostrum pastorale spectat officiam., -
Statuimus, ut quicungue de executione relictorum,
maxime clericorum decedentium , se istromittere velint, de-
beant et teneantur intra unius mensis spatinm, a tempere
obitus defuncti, de legitima sua constitutione fideicommisas-
ria, sive executoria ultimae voluntatis, nec nun testsmente,
sive defuncti hujusmodi ultima veohmtate, coram nebis, vel
vicario nostro, plenam et idoneam facere fidem, ac ze ad
executionem ejusdem admitti obtinere; et antequum mans
(praetergoam ad depositionem) npponant, ad exequendum
vel relicta bona defuncti dispensandum, inventartum, zub
manu authentica, vel ubi notarius commode haberi nem po-
terit, coram fide diguis persenis, de bonis inventis aut re-
lietis per defunctos omnino conficere, ac post lapsum amei,
'a tempore mortis testatorts computandam , similiter wwins
meusis spatium, nobis aut vicario sostro et procuraferi
fisci nostri, integram de inventis et distributis diligentem
facere rationem; si quis vero alter et praemissis nen ob-
servatis, bona cujuscunque, praesertim cierioi dispeusare,
aut se de executione facienda praesumserit, tulem fisce
nustro episcopali in quinquagiuta fiorenorum Bhenunerem
summa irremissibiliter persolvenderum muleri et puniri vo-
lumus eo ipso. *
Discordias et dissensiones, quae nacpe inter tenta
mentarios defunctorum, et successores 'eorunden defunste-
u 2
rum ’Veuefbeidteram' de‘ et-'uuyer 'yertione; fructımn' desenet-
teram :urfuhtar‘, ’veinwvebe'"eupiäuten, statuimmus' et 'erdine-
mus, qmod deicweyue bengleintun nestrirum -iritatie. ot
dieeceuis Bunmberg., qui viert: unguwe' ai diem: sancti barebä
mejeris inclusive, etiewsi comtiuget, eam mori. sodem die;
habere debet ommnia singule' blade hbeuufieii: aui, videlieot,
triticam , ‘siligieem ot hordeum. pre deservitm, nt shi ut
seis tuntamentarlis porsolvantgr et in unum (defamctt eum-
vertanter. Qui uutems ad festum S. Michaelis vöxeris, sat
eodem die mortuus fuerit, kabebit ayenam; vikaum . wilogue
senisum genera et fructus 'quoscunque, eotiam pullos aatam-
nuies. Qui vero usque al Mertisi, peeusisrem ceumus:
nativitntin Christi, sucente: KEasto miki, pulles,, curnes
privinies; paschue ova, ventres agwellorum: pentecostes,
eucenia: Walpurgis pecuniarum censas. Bi vero redditus
in pecusia comstituti fuerint, juxta ratum temperis deser-
vi defunete pertio debentur, refiguem vero pre usibus
navi beneficiati‘ sew sucoemoris‘ deputetur. = .
rit. xxvi. De- sepultgris.
Pericalis animarım et seandalis obviere volontes, in-
bibenus;,; - ne secwlaris regularisque personn, cujuscungwe
status, vet conditiswis existat, queuiquam mduent verbis,
nuttbus, vol’ sigwis, at allenam get wpulturem, vel ut
eleetum inm immmtet.
Qusrundem utriusgue sexus hominam melitiis, qui im
suiwarum suarım nalatis dispendtum et scandahme piuri-
zorum, mon solum contra prohibitionem upostoktam, med
etiem in detractionem rectorum puruchieiium ecclesiarem
et proximi wocumentun wultes verbis, muwtibus, sigwis, ‚aliis-
que suasionibus allectivis, tam in mortis pertewio, quanı
tn sanitate constitutes, isdncunt, quod ommissa propria vi-
delicet eorum parochialis ecclesiae sepultara, alienam eh-
guat, ve} quod electam itmatent: ex pastorslis” officii
debite volentes opportune vßdriare, universis Christi: Ader
Ikms-ubrinngpto.st zus, 'enjttnpmmier., shhtan.: ak: Mendiliamie
eximbnst ‚per ımnstsns cwitahd: et divanmain comatilätie aub
tsterminaltene mumleddioiännis::petpatue, ‚ii. wiutute. gunchss
bediintian ei.nıib pocmn AKOdmmmninhionis,. Aue BAR -ZU-
peheienib.m pereepkieue sacrementunum, districtisnime- pro-
bibemde, me quisimum ad. vovendum, jusundum, vol ide
interpesite, san ulime ad. pramisktendum qunsgunm ad.beoc
imdecat geitsenaiit, qued prepeiam,: nicat praumiliiiar, 50-
peigurem dimilit eb .alienam: eligab, vel-.qued..iam eleckem
iampuiht. -Altoyuim quicamgue hujas nostrae.. grebibitjenis
vinbaber fuerit , ‚penesontis oonstituliomis edicie, poanis ex
commusicatienis ob :suspensinnis hujummedi tamdin. se nese-
nis. tapodataikı, domes pen zus nal. eum, «ui. montran.ig.hac
parte viens: commiserimus, prasierqusm ie mortjs artieuie,
diguin puonttentie et entinfastiene praecedentibag fueris ‚eb
Quis ebinm omde .jeris onmfomilikur, si jus Amen UBi-
cuique non servatue, atatıimus erdinunde, ut parsuuse. &c-
clesiusticne tum saeculares, quam regulares, cujuscuaque
ordiuis vel status existent, qur alterius ecclesise parochis-
num, -post. eleetionem sepaltusze site ei Ingitime. fackum ad
sugm: ordlesiam, vol ewmpleritm -suneeperint tamulumdam,
reoteri ejusdem ahise., de. quibuseunneun., obvantiunjkus,
oscusipne „als . ria. provemmentibus, seeundam stabmts
canonica, quartam partem intra quindenam,...punt. ojunden
mneris tummslakionsen. at. tieti- reckaris senninitinnem, ämtegre
peaselvone. bunauutur. . Aliagquie, salvin als. juris weonis,
dunnes ‚qes:in dict® quartu parde suluenda in temmino.pran-
diete se ‚uegliganias ‚exbibueriut, ger annsucrum -ecalesigsii-
cami-.praschpimas auesceri, tamasam „allanıı immer, ‚weh de
fuste detimenteg. :. — er
un Taxi Deparochiie
: : Sebe:.geagis et olmmerone neutsis- aumilns —
— aa aenmli. suin. jemibus nt..Aeibus am ,coniente,
perochianes 'aldiewet? praenmnind reehlerb' Idosdre 'all divima,
contra canonicas_sonaflekier‘;' 4 ' dam: dictorum parechiaue-
ram jaılioes: mes esinbenk,. nen lIigandı.nes Alam absmivendi
im ons -menspenins potaniniam, se temem Julien fasiende
ia .fore spisitweli., ‚penianlunt ubsulunnt ai ligant pro zum
aliquunde. Iihite voluntatis.- Sirgae. ipbas, qui gunpeins SpAL-
ummt: presbyiaren, minime. abnolates,, lud. anlatilerum vont«
vas peregrisalieis- viekteum, mod nen praßcit, mist prias.cth
miuum lähe mmındesis, up SUImaFum Sunsnmm ot 2oraie, Quil.id DnM
dayudicastes, indiegrete ecigimet coufetre-perieulum:. Bon yorbin
tus.. Siege dieti zerıug suaesdutas, qui aueum repigtienilu aun-
a pro insin amimaur ubligaruet, dum ati uliter sub-
trehumter,, statum igunrauies bpsorum, -MIU..PRSSunL, quad
id ein nogrolum ent senure- :nec -oausslidure ‚infirsum, nes
alligere ceonfruetum, et. sic dam euruliomis- Sasasmarina
nen sdhibenter zemedia,. invalescentibus morbis, usque ad
isteramtimper: jaesie diietetu, unde sacerdatas nullam „os:
siat de sic pereuntikus. animabus superuo judici zeddera
rettiowemn. Nas sencterum palrum, qui ecclesipe sanctae
Bei: e& jersemis . ecelesähsticis vermises, quaos mon. licet
transgredi, pussernut, sintute: cousidenanten, hujus. sinras
sysod; apprehmtione, -ugiwereis-;anoerdetibas, tem: religiume,
quam seculoribus, cujuscanque ordinis, eunditiasis sise. BLär
tus :existank iu-ciyisnte at dinsseni nnatris. degenubus, sub
dehite -‚juenmtenti, iind, mokis im Reseptione Bacendetii. pEaer
stteruns, uc sub- intermiantione divimi .judieii,. Srmiter ätte
kibemus, ne qeis aliomam. parachiunum ‚pnuesumet, excopta
necessitabis cauad., quan ogem nun habs, ad ennfensinnam
repipete, -vel ei--albquod: eceleniasticum sncmmpnkam Pe.
gere, aisı pelitn .desapor #1 ubtenta lirensis ‚prapkii sader-
detis, cum serti et-indighitati jusia oximtas, talent: a Wal ech
mine selvi nen -pasaq uliguptenus, vel-Igari:...et ex. has
erdiuem eoslenine, per -mujnres et suucton putres, per. dih
viasm providentium iestilutnen, ‚oonfandi, ques ‚per uhires-
ses plekunos coram suis plebihus Suusaipimus- pahllanni: - - .
124
: Wit. KXVIH. De decisis, primieeriis.
* et ablstionihus. J
"ie 'dowines in signum univerballe deomink decimes
pro winistris altaris- retineit, 'canämficagne praeterea wano-
tie jabest, eas de ommibhus fruckkus cum integritate per-
solvi, stetnims „ qued Ialei decimian ipsas de agris, pratis,
hortis et arberibus, nec non de ommibus fractibus, qualiter-
cuuqus e terYn naseumtur, elerieis sen parochtelibus eccesits,
nulfis deductis expewsis, sive messormm, sivo familiae, aut
mercenarierum sit pretium, etiamsi de uno fundo et wue
anne pluribus vieihus erescant atque proveniant plares fruc-
tus, et similiter de enimelibus et altiis rebus ſicite adqei-
sitis, sine ommi fraude integraliter trikusnt et euselvant.
Volumes igitur, ut plebani et rectores ecelesiarum, et ali
praedicatores in praedicationibus publicis et oeufessiouibus
secretis, charitative persuasioneque- bone populum inducast,
decarando , qued ad hujusmodi integralem solutienem de-
eimarum ex praecepte ecelesise sint adstricti.
Decimas igitur sacri cusenes siue dimiautione et sine
expensaram deductione jubent clerieis exselvi: ideogque
myudemas, quatenus ipsus de fructibun statim, posiquam
‚ eblieeti faerint, et non deductis —— ‚ cum integritate
plenaria exsolvantur.
Licet omnis christienus ad missurum solennis aliquod
munes Dro oflerre teneatur, et reduvere ad memeoriem,
quod Deus per Moysen dixit: nen apparebis m conspectu
meo vacuus: in praesipuis tamen festivitatibus, per aumi
direulaum eccurrentibun, quas juxte eccihesine longacvam
consuetndinom quatuur fere prae aliis oeusemun: uatixitetis
selicet damini Jesu Christi, paschae, pentecostes et ansump-
tionis B. M. V ud oblationes et offertoria emmes et sin-
gulos nostros subdites in suis parochlalibes ecrieniis suoer-
detibus suis euratis tenert, praesentibus deciuramus uta-
twende, wisi atiad forsen in un ecchwile ex- louga -
consuetudiue esunt introductum.
1725
oo. 103 DEE are Re ’ Id un
xxx. De. ER
— 'meniellee onniikun 06 maxime- eher —2
aise interdieimms ; jahikauten wub: prövetieiss; honmeam :oble-
dena ıqt priovineis ' <genieiie 'mönnsteripeum : wontwanm: eil-
tatis et dieecesis, "ku: .mieufaliuns : alias slerbeie -vul (Imlede
praebeant;! ufei ex manlifente retisnablit: oamae,, aite-:dispen-
setiene. ‚Miensehi6t; mewiales- 'quicuague :treisitum defbrunt,
seewndinr quod ‚professia. vorum euigit vungruontem‘; et de
kec ipworum 'praelati. et, pracistue ‚zip providsant, ne ‚insbe
ex 'eorum eirca. hot oumimissa negligentin poonum. Hebltam
cogemur- isligere; ne ipri meundhi et monielen, hahitım
nuum Odatra praesentis coustitutionis tenosem illeite depe-
nentes, laqueis sententise emuonis, contra tules latee, ‘se
inrolrunt. - Fragilitati kexus monialium x coorde compatien-
de, magnum tentstionis oeeasignem:romevere voleaten, 'uni-
versis. ot singulis, cujuweungue statun, gradus, ordisis et
praeemiuentiae existent, voleeiche : in 'majeribus -erdinikms
esastitutis wub sunpensienis ab ingressu ecchesiau et diei-
nis ofliclis, et Iaieis sub excommunicatienis posuis distrie-
tius ihibemus, ne de esetere alieujus munasterli mwonialing
praedictarum neostrarum civitatis et diesdesis, cmjuscungeg
etiem ordieis faerit, seyta ; vidslioet- umbitum,: derafitorium,
vefocterium, domos,. quas ‚ipuse: weninles deltabitunt, umt
hortos - communes vel speeizles- intreire, aut ‚cum: meniell-
bus fpnis comessationes, aut coufabulnfionen zunpieiwsas
in üietis vol 'oliis zorundem wonauterierum 'locis, kabere
preisnmast,, niei ipsis a mebis: et vioarie mostro, aut weu-
tram deuugter uuihenitstem kubente, vel ab eoraudem- uws-
nasteriorum - vipitstoriken ’exprenue ‚ad: hoc licentia: ‚coy-
Tit. xxx De jy re Pat * gt En
Stetuimus, yaoıl ai eleriens, sive 'Isious "ecchunine
peiruisus,, reetere 'ejusdem defuwero, -kpollet - det vel:re
GERA TALHÄTENEEIETTTENEP
mum , ad beneficium spectantem, sive eccelesiam, jure prae-
sentandi sit .eu nice peivatun slet--Alsklor Alam ecclesinm
ua bauelieium. ie: vee annlasne dielte. habess-;- „Atbtuimus
‚atiam eankae . pelzanes;. edaleiarıım.. ui ..kana wlanicanım
Apoedantism. sibi MRMAERSL:. MER Feten: et RR
hendi ide side madant:menikusiägamnfaobe.-- - u. 1 +1 -
u. ....dtem. peobibentis.. an, .wirtsie: anmetne Hibadieniänd. ai
sah. peona,. auiapensionie. ih.ingtahnu.ecplesimn. Inline AAha-
dae, ei: mb mhtassattene, danw. jidieli,. me. apcandaken vol
ıhige - ecrianisinkiseg iersamat. =, pakrumin <eclaniarup, ‚ad
antianias „parechialns - -waganten, namine 2t,. alca. „alleujas
mindreis impnlanie, wel sitarius seiatem:legitiiin; nom habem-
ie „se fonlantı paa..veris. rnchosihus puwesnpkari: Anm. az
dsto zrerrehili abumn, qui- iemepeit. pnah.. ;doler!.. In ameatze
‚dinseasi, . ut ..ucoppimme, : auslonie Dei ‚et. - anlmac ‚Kalium
Anmvabilitar. decipimekur, peanter alin.. mala, quan-ax bis
pullslent et atian ipaa ecnlenia infisitar.symonisga praxitate:
Ani. quidem ‚sie dussitun apmd .deiena ‚Eircheutzager al
-Saziter wuneupantur; ek ‚qui hankasiaa praesemtatı. bae-fnerint
(temdulenier, eas.m ne. :ahdieens ‚ei zenigaent, ‚qual. nis mb
quachieis muspenninnis. ab Ingaesen. ecchesine —————
mmecipievs par prankenien.. ...
' ‚Si phures. alariciıe.-disersis ‚patronie ad henehicia we-
‚elesinekion mebis fuarimk. in ‚diacondip pransentati, ae ums
gahrammınm ‚por se ,. aut allum, sisa.alige, ‚oleniaum -ab .‚alte-
ze paimane sau ‚pranfendente ‚nraesentatum oapit, vulnerat,
url nrcidit, ne saw. Ankantabile, vikanın.-in ‚wontem civitain æat
dieeonsi ultra aibi locum vinsliset, qjus sacyı appsaha-
tiane.. symadulis: stetuti- atatnimua, quad, sh paiaRun. im
poseminnis aut aorum aligun nolenia. culgmbilie. zeparlus
fuerit, ipso facto sit jure patronatus, si quod illi ia .dänse
beneficio, seu ad ipsum competiit, perpetuo spoliatus.
Statuimns insuper: etiem, uf, sf “clerieus ad bemefi-
eins ‚occleuinskicum in ‚digcardia pransentafus,..amt alias
sbum capliunvanik.adversamimme; ‚vel kulneraresit, Amt ac
ar
fieri mandaverit, seu suo uomine factum hoc ratum hab-
nerit, wit‘ Iso‘ facto Jité Wal, ijnod Hibi ‚ehhtafadvehsarium
eompetüit et tompbiöre ' patetde, ' Privatas‘, 'salvis poenis,
wire tales: nl: (mageipaiei suntte sHeununus- 24: edcisores
— — tea am or
2. SEITEN: 2.200809 RUN Due Dr] Pour Ban) Lac Een Par
u I Bl ZT Rai Deowensibus; :ı. 1 r,
iM . 1.4 ee ar Ba “la a en eo
Adbrränten. ‚egelesigntienm, fuer), ac.prodigaltatge eleri-
—— — ærꝑebibere cupientea, aub exconmunicatiopis
Istae pegtantine poena, ‚yunm ferimus: iu hie ‚sgpiptia, disſ-
site inbibempa,, pe „guisguam .clegena nostrorum civitafis
et. diepgesig, ‚gujppeuugpe ‚etinm ‚grudug, ‚status, grdinis, aut
canditjonis. „wxiskat, sine, nasiro, ‚FONREnEN, ‚etiny ex quacun-
que CAR PR Huf aub gitu⸗ ayos quiguuam seouluri persouue
sonstityat. genanades, vpl ad. protegeudum se submiftak;
Quinime.. si,,gui jam se, censunlon constitnissegt, spb eudem
uesa ‚Äntra, Anarum, nenaium ‚spatium, Jiberog, et absolutus
(apa; seneaniur: ‚Neque . anb endem pgeng. praesumant
bauafisiati, ‚age ‚hujpsmngdj nogtro, comsempu,,. ‚fruetug, ‚red-
En hapa. suarug beneficiornm . iu pꝓerpetupm pppiguo-
. anders, Incare,, „sommufpre aut Amann. modp
a | ee Ser
pie, ar. De consecratiane 'ecelel
"sine et altaria. 5
„uw a ı$ Jıy ne — v
Deere — wab-- ——— —
quumu Feriia us die ' is ip, 'winkdamrun, ne dee. cebebo
XECEEEXEEXXXAXXIEXERCCC!
terum, in communione’ Wecedewtiane; "wine - ‚miswiun cousbin
teunkeritar 1 Heevhr her loein nom comgueratie, eil ‚scclesiis
ent tariiueeirigtis]- sub: jeatlen ıyosne, beige oelabrentar
lien ‚ Inisi? VE yodtel: permiisisue: was — var —
deniperb tpissi- Hcditisr:- Zn Bar em
rırarda, 58 l,'.
*4
198
Tit. KAMM. De celebratione wissprum .
et sacramenfe eucharistige,,
‚Senetissinen Khristi. corpue, ame digna eneratiane
non sufficit commendasi,-. sum. oxtne.-eupleniam dapentntar,
veneratione mandamna solite venerari, videlicet ut presbyter
auperpelliciatus, enm .etpla .kirca ' sellum illad reverenter
portet ante pectus, nisi loci distantia aut temperis qualitas
aliad deposcat: clericus vers simifiter superpellieistds,, aut
honestus Iaicas praecedat, cum campanella aut lamine tie-
tinande; id vero andientes, videntes vet. scientes Bett et
obviantes donec sacerdos transeat, genau flectant et dicant
devote ad winus ter orationem deminicum, cam salatatioue
angelica. Nos tam presbytero et’ clerico, quam simgulis
aliis praedietis, qui pro reverentia tanti sacramenti genu
Rectunt, etiam ad iufirmam et inde ad vcclesiam devete
aequentibus vere poenitentibus et confessis, qni orationem
et salutationem praedictas dixerint, quasdrayiata dies iadal-
gentiarum, pro qualibet vice de injunctis sibi poenitemtlis,
authoritate qua fungimur, in 'dowino relaxamıs: presbyter
vero, qui aliter, vel occulte ipsum portare’ praesumserit,
‘ praeter offenzam divinam, poduam excessul condignem 8
nebis formidabit.
Felicis recordationis olim Urbanus Papa Vi. pie due
tus proposito, omnibus vere poenitentibus et comfendis nacro-
sapctum euchuristae sacramentum, quande ad infirmos per-
tatur et depertatur, devate assorinntihus, «entum .dies ie-
dulgentiarum miserisorditer in demise. relaxayit, qupd ie
semmenibns, qnos ad prpulum faopre sontigerit, Chriati Adeli-
bus, frequentins jusinuare mendemns.
Stutaimus insuper, ut. uullug: angardon ‚hoc —XX
sam .in colspedibus tzansiens. iraniure pransumat ek cam
:ommi: reverentia, cantele at timare. lud postet, In. mmlle-
que indecenti loce ilud ponat, sed ad. archeniam de info
stadeat repertare.
129
lien quivis reotor ecclesine hortetur plebem eumm,
st infirmi tempestive et jejuui sacramenta percipiant, miss
pericalum mortis aliter exposcat, si immineret,
iteue si aucerdos aliquid post medium nociis per mo-
dun cibr vel peotns sumserit, debet sequenti die peaitus
a eelebratione missae abstinere.
Praeeipimusque missas a presbyteris cum omni eordig
puritete atteute et devote celebrari, verbaque extra cano-
sem altiori et intelligibili voce proferast, ut possint a oir-
camstautibus audiri. Et aitendant omuins, ne quid de
forma cunseerationis tam panis quam calicia ommittater, ver-
baue integra consecrationis ‚cum intentione perfeeta: pro-
item pneri carentes usu rationis, qui mon possunt
distiaguere inter cibum eorporslem et spiritualen, ad sumtio-
sem eorporis ‚Christi nullatenus admittantur, cum ad ejus
susceptienem 'requirater devotio actualis.
kneipientibus antem habere diseretionem, — —
perfectsm: setatem, puta cum fuerit undecim, daeodecim vol
tredeeim mmnerum et alias, quando im ilis signa devetionis,
diseretionis sc ferver, vel desiderium rationabiliter appar-
ueriat, corpus deminieum ministretur.
Item caveant-sacordetes, ne hostsium, cum qun celeb-
randum, tam diu couservent, quoad incipiat- corrumpi,:ac in
ea sit- aliges dispositte corruptionis; ex tali enim solenter
conheiens pecest xraviter, propter irreverentiam sucraments.'
Insuper ei -corpus domini nostri Jesu Ohristi usque
ad corruptionem specierum pahis nullatengs cepserveter;
sed ad minus innoveiur- singulis soptimanis aut quimdenis,
jexta iscei: qualitatem: Tamen quilibet super custediu 'et:
rensvasiene ipsias saeramenti euram habens, custoditum :au-.
mere et -ieco zumti akud ceuserrare non differet ulire:
REDE, oo
item --ueerdoten sit canti, quando praeparaut cali-
cm, ne viaum vomeiku sit acıdum faotum -veil negiemim,-
9
130
aut. scetum putridam, vel peniulsm, sen corrupium ei aqua
pasum .pprontur, ut a vino de fanili et totaliter simor-
beatur.
kem si musea vel eranca vol alind immukdıma sliquid
in calicem, aute consecrationem, ceciderit, efiundetur et
abluto calice de novo praeparetur: Si-vero aliguid herum
post sonsecrationem acciderit, Hlad eante capister et dili-
genter lavetur et comburatur, ablutio ue nimul cum cinmei-
bes ad sanctuaria im eeclesia recondatur.
item si sacerdes ante consecrnfionem sangmniaia, ot past
canseeretionem corporis domiei percipit, vinum ei aqmam
non esse in calice, debet statim apponere et consecrare;
Si vero post consecrationem vini percipit, quod aqua desit,
debet nihilemines procedere: nec debet aquam vino jam con-
sectate Miscere, quwis sic Sequeretur :corruptio sacnamenti:
Si vero pereipit post verba consecrasionis, .quod vienm non
fuerit in calice, si quidem hoc percipiat.. ante cemmmmtiouem
eorporis demini, debet depssita aqua, si inibi fuerit, imgonere
vinum, cum alia aqua et. resumere vorbum - consecratienie
sanguieis. Sed si percipiat post sumtionem corgeris, debet
appogere aliam hostiam, iterum simul cenzecmandam, cum
sanguine, quia si diceret sela verba comsecratienis san-
guinis, non servaretur orde debitus ooasecrandı.
Item si per. negligehfiam aliquid: de sangmine -ssälle-
vers super tabalam, quae solei esse sub pedihas saeer-
dotia. celebrantis, lingun lamhatur et: tabela radatnr. et
igae comburabur, et einis junta altare cowdatur: Hsd’sacer-
des poeniteat quadraginta .diebus.
Si vero super altere, interpesite — ställawehit
calix, sorbeut minister et djebns trikus peemitent. Si:seper Iim-
teum altaris es ad aliud Iintenm stille penvenerit, quaimor ‚die-
bea poeniteat et. lintenmine, quas tetigerit'illa „edle, trikme
vicibus sacerdos ablust, calice supposito, et aqua :able-
tienzs numatmr et junte altars comdatun; yraslictie hutem
diebas 'peenitentia . ont :imjangewde. : Boisst tamen -injungi
48
— — en ——— — 2*
> ai quis per — — ve infantehr
tntem, oucharistiam avomsesis, debek vamitus ille mui. dir.
Iigenter #6. onemmei at. chuenes janta „itare rensadi, Dt
clesieh, qui im vantem demami vocafi existunt, obsequim
dahitam. Dep praestent, dintziete mub AaXxtammunicatimmie
paoam, quam is his sesiptin ferimns, ommihns subjectis nakkp
dderiche aotmaribus prascipimus et’ minndamus, qumbene. ho-
ras canomicas raligunmque ofßeinm diviamım, diarnum pawiten
& nocknueuum jasta erdisationem ruhriene hraviarik, quo im
ecclesia nestra Bambergensi utimur, per totum anal eitana
Inn legeado dieant wi cassande, won Irauscutrende, ‚sinco-
ponde, cexiranea et nlerumgue vana, profana et inhonsuta
verba aise opllagaia varia intermineando, ned site et deypte,
iniemitatin et alin legitime canan sine impedimente camannte,
Minsaaqui jaxta confrmeliones benrhcierum af amai-
wssarierum imskitatienem legern ei celebrare 20, anniver-
sarios: observare studeant, ne Be in Allie negligentan Ger
situnmt, nlian ad praadintem ac scHierem peenam caniıa.
tales mundamum procedi.
Volumun ae distrieke praecipipnde prahibemus, me 24,
cerdeten pro adminintenndis sneramentis,, vol pro sepultung.
kdeliam, museta qnanfumenpgue modica, a. auis aubditis
wigant sat amkergusant. - Innia sukem sncerdetilius nom.
inkorıkieiinien, us, ni nubdit; camım past sarsementarum ad-
misistentägunem, au post funerum arpulturem, laudabälem
% devetam somsuekadinse, pro hujasınodi Saszainenterum
uisininsentiene .n fidelihun intraduntam mollent ehnerwane,
ad boe ofiomm masirum mau. vice meatki implerande
pessint: allem abdiki Kalte anasstari, et prout jus- diebavarit,.
ad ‚eouonnte perpalvande aempelli, Ad decorem demma.
dsuini es ad. euitum- divii ofäcii amplisndum, at. wi Christa.
bdeles nd divimemmm ‚afficiermm frequantiam ne ekiem dexo-
tonenu-amlabruen ievikantns >. Soptuimus os ardinsmuss. ab nl
9 ”
132
Mlominus curatis sacerdotibus injungimes. per prassenten,
quod ipsi de cuetero in ecclesiis suis debitis horis quetidie
pulssto companae ad hoe signo, non in cameris suis, aut
allis loeis, ut: nennuli ex eis hartteuus facere ex acedia
eonsueverunt, saltem matntinum et vespertinum offlichum di-
onat, in iisdem ecclesiis, cum fieri poterit, nisi eos neces-
stas Seu impedimwentum aliquod ab hoe retrabat ut oxenzet.,
@kia ex isto abusa plures libri ecclesiarum kujumodi fwrtim
asportantur et etiam deteriorautur graviter ; altoquin ipei
prenbyteri ad hujasmodi - ibrerum perditorum et deterie-
ratorum restitutionem tenebunter, et nihilemines super 60
punientur. on
Pastoralis oflieii nostri cura aullicite non adımomet,
subditorum nostrorum salatı providere, virtutes plastare,
ae vitra et scandala removere. - Sane dudem multorum ud
nos veridiea relatione pervenit, qualiter transactis tempe-
ribus, nonaalli noviter presbyteri ordinati im decamtationi-
bus aut celebrationibus suarum primerum missarum, quas
primitias vocant, more secnlarium nuptieram, convivia ap-
paraverint, turbamque tam cognatoerum, quam aliorem ut-
rinusque sexus hominum, clericorum -&t laicoram, ad cowi-
via hajusmodi iuvitaverint, propinas receperint, choreas
duei, strepitum cam instrumentis musicalibus et quam plara
alte, quae iu dictis secutaribes naptiis vix licite- admitten-
tar, fieri et exerceri permiserint: Quse omuia et siugula
presbyteros ipsos a devotione, quam in prima celebratiene
missarum habere praesumuntear, magis distrahunt, gan +on-
daucunt. Nos igitur akusiones hajusmodi' teilere ipnoryue
presbyteres sic celebrantes, a mensarum curis absolutes,
devotioni uc divine oflicie mugis iutentos :oane cupientes,
io virtute sanctze „bedientiae mandamus, distriotissimse in-
kibendo, ne deinceps presbyteri -quicuugue; eujusenngee
status; erdinis, conditionis, aut dignitatin. existans, im el-
qua ecolesiarum et monasteriorum kostrerum cititatin ot
dieceesis , wuas primitias Jdevantare,: aut 'oelebunse: voleuten,
133
es die, quo easdem selebrare constituunt et celebrant, ul
tra deeem peraonas virilis sexus dunfaxat, inter ques otiam
sibi ad altare ministrantes comprehendi velumus, in prandie
et im coena secum habeant invitaton, propisasque nisi ad
altare oblates nen reeipisnt, nut imbursent, neque choreas
jaxta secularium uuptiarum morem apud se aut coram is duci
aut fhieri feciant, ducast, aut ab alüs fieri permittant, sub
suspensiouis a divinis officũs poens, quam centrafacientes
nenrrere volumus ipso facto.
dem in inthronisationibus monielium in monasterlis
monialium nostrae dioecesis, quaad personartum invitandarum
numerum et propinas volumus observari, ne, cujuscungue
cosditionis aut status existat, in inthrenisatieue sus pru-
pinas recipiat, aut ulira numerum praetactum utriusque sexus
hemines secum invituton. habeat, aut adducat, sub poena
zumpensionis a divinis ofßliciis praedicta., Nonnulli, ut plasi-
merum selatione ascepimus, tam elerici quam laici, prae-
seftim in certis featis, dum in ecclesia orationi insistere
deberent , non verentur in ipsis earumque ceemiteriis cho-
reas feeere, actus dissalstes oxercore, ac etiam iuterdum
canere cantilenas, seu confabulstienes illioitas facere, ne
meitas insolontian perpetrare, ex quibus ecclesiarum et coe-
mitesiorum violatienes, inkoneste variaque delicta quandoqus
scquntur ae scelesissticum plerumque perturbatur officium
is divinae majestatis offensam et amtantium scandalum po-
suiorum. in meltis etiam ecclesis cum vasis, vestimentis
ei eneieris ornamentis, ad divinum caltum wecessariis, in-
decentikus, pensatis ntique earum facultatihus, deservitur:
Quse omsia et singula pruesentibus interdieimus et firmiter
piobibemus. 2
Johibemus etiam,, ne plebäni, vel sueerdotes ulüi -
ezcommmunicatis a demino pepa vel nobis, aut judice ordi-
narie sew delegate,, ante obtentum abselutionis beneficium,
in festivis vel privatis diebus, do caetero imtreitum eccle-
siee.iudulgeast, vel eos rociptant ad divins, cam aute ab-
131
solutionem excommunicationis vinculum nei possiut ad tem-
pus süspendere, ne siwe peecato wmedio tempore posſeit eis,
misi. in certia ossibus, sommunicari. (wi vero centrariwm
fecerit; ipso jure ab officio sit 'suspensus.
Insuper distriete praeeipimus, ne ullus — sine
schulare sive ıministrante, sibt in miasa renpomdente, wmis-
sam uudeut celebrare. In elevasione corperis .demisniei
campuma pulsetur, wt im nomine lesu omne genu flertater.
Execrabilis et detestanda aliquerem wegligeutia wost-
rum. turbuvit auditum, quod in plerisque menastesiis regula-
ribus, ud hoc fundatis, horae oanonicae et alia divinu ef
ein interdum nullatenes vel saltem raro, negkgenter, in-
complete et murdinate decantantur, sem peragentar: -
Quodgue noumulli scctesiarum ministri,. medestia er-
dinie clericalis abjecta, non considerautes, quod benefichum
dater propier oflicium, horas eanonicas dicere, son psallere
negligunt, in divinae majestatis oflensem ac secandalem
piorimorum. Ne igitur trensgreswores 'invalescant hujusssudi
aliisque veniset im exemplum, districtissime prascipiende
mahdamus, ut in omnibus et singulis ecclesiis collegiatis
ac monasteriis regularikus virerum et mulieram nobin subjer-
torum, ad hoc fundatis et dotatis, aingulis diebus offcium
diviaum, diuramk pariter et neciuraum, beris debitis, solen-
niter ia mota cum spiritu humilitatis, devote, rite, erdiuste,
distincte ‚et laudabiliter psallatur et decantetur.
In praemissis vero negligenten, culpabiles, inebedien-
tes, sen rebelles, cujuscungue fuerint ‚status, cemditienis,
ordivis, vel dignitatis, decernimus per consuram ecelesisstr-
cam ac aubtrectionem redditunm et proveniuum nuorum sc
alias secundum qualitetem delicti graviter puniendos. Et
quia süperivris negligentiu, quse spem impunitatis
permittit, multam pessilektium in subdites autrire oenamerit ı
Idoiren eomnikus ilis, ud ques id pertinet,. didiricte ot im
vittute sanctne obedientine injahgtınus st mundemus,'‘ ut
amui negligentie- et injurie- penitus weiegets, eiros refer-
18
nanda pracmisns ei corim mingula eurrigenda Jolliertam
caront diligentiam udhibers, alis quin nos eurem —
yens jusium fwerit, pauienus.
Cum secrormm eanonum sanzxerit anthörites, quod
nullus: sacerdos diviaa missarum solemuia debpat in altarı
pertatili, vel viatieo eelebrare: ldeo rectorikus ecciesiarum
et universis olericis hostrarem eivitatis et dieecesis, Aemiter
in vistete ‚sanetae obedientise ac sub excommanicafionis
seniomtine, quam ia his scriptis ferimus, poena praecipiende
merdemas, ne ia hujusmedi viaticis altarıkus, absque mostro
speciali .indwitu, celebrent, aut ulios presbyteres seculares,
vei segulares patianter aliguatenus celebrare.
Tie. XXXIV, De baptismo. ee:
Baptumus omniam sacramentorim janua est; Ideo de
ep forma etiam mulieres instruautur, ut tempore uecensi-
tatis, quaddo paeris natis periculam imminet mertis, ipsos
veeaut, ubsentilus presbyteris, rite baptizare. Et dicast
sine adıhtione ve) dimimwtiene videlicet N., ego te baptise
is nomine patris et fllii. et apiritus S. amen: :Et est em
spectamdus totelia partus ab wtere: Ubi autem pehiculum
mertis timeretur, egressa perte prinoipali et eapite, m quo
wperstisnes animae magis manifestentur, baptizefur infans.
item pweri, quuntoetes fieri poterit, baptizenter, ne es
debilitate werte praeventi damnentur. In hyeme aqua cale-
furta competeater iafans baptizari potest. Jahibemus etiam,
ne recteres divingrum, wheuti, ut accepimus, aliqui facere
solent, dominicis diebus, -post pascha usque ad pentocesten,
cum fos te bmptismatis popuhım aspergere prasgumant, sed
tum aqua benedieta, ad koe similiter, sicut ulis diebwm
dominikis, buuedicenda, populum fidelein anpergere debeunt.
Decere igitur debent sacerdotes, tam mares qua
fnmmas, im wecessitute parvulos baptinare, in forina prae-
seripta im auo idiomate; Et quad patres et matres infan-
tes propries, si zumma hecessitat: exigit, poterunt bupti-
13 i
sare. Et si sacerdotes, super hoe diigemtins imguronien,
debitam fornam servatam ‚in baptismate invenerkut, quad
factum est approbent, supplentes circa baptizatum. quead
uncfionem olei et in pectere et in, acapalis et ohrismatis
in vertice, qued a laicis est ommiasum,
Si autem in baptismate debitam formam non invese
rint observatem, non differant pueros baptizare: Bi autem
de baptismo alicujus dubitetur, inne baptizetur aub bac
forma: Si es baptizatus, nen te baptize, si non es bar
tisatus, ege te baptizo in nomine pafris et filii et ‚apäritus
saucti. Haec tamen fiaut sicnt in. libris continentar.
Sciant enim saterdotes, quod, si laicus cum baptizat
ex simplicitate, non causa introducendi errorem, dicat, ego
tg baptizo in nomine sancti patris, sadeti filii, sancti spiri-
tas, quod non est rebaptizandus puer, cam quis illud ap
ponit, quod mecesse est intelligi; Pater euim sancias est:
Unde in Johaune: pater sancte ‚serva eos etc.; Fılias sanc-
tus est: Unde in Luca: Quod etiom ex te nastelur senc-
“am, vocabitur filius Dei; et späritun aanetus est: Unde ibr
dem: spiritus sanctus superveniet in te.
Hec probat Augustinus per hac, quod — ter
sanctus in Jsain et in apocalypai. 3
Si quod autem aliud interpositum fuerit, nen est
baptizutus: Si autem in fine appesueit aliquid causa de-
votionis et ex simplicitate, non intendens per hoc baptizare,
videlicet aanctae Marige et sancti Johagnis et semcti Petri
ete., baptizatus est. Si autem intendit per hoc haptizare,
non est baptizatus.
ktem pro hbaptismo nihil exigatur, ned, ai quid ofie-
redur gratis, accipi et consuetudo loci istredaota obervari
petest: -probibetur etiam per praesentes, ne gais de ese
kero-in aulis, aut cameris, aut aliis privatis locis seu domi-
bus, sed .duntaxat in ecclesiis, que ad id aunt deputatae,
aliquus, nisi priucinum, quibus valeat in hoc caau defseri,
Yberi extiterint, aut talis necesgiias cmerserit,. ptopter
IM
gam uequent ad erdesiem ebaqme poricnio ptopter har
acossuns habaeri, audept baptisare; Qui antem. sucus wtiei-
iare preesmmsert, aut punm in bee praesentiem embihuwerit,
tsliter per nos punieler, qued .alii similie ahtentare Mu
praesumant.
Tit. XXXV. De custodia eucharistiae.
Statulsos, ut in eoclesiis eucharistis et chrisma, wer
non aqam baptismulis, ac mingwie ad divinum cultum spec-
tasten, ne ad ea .nefanda mann extendi velent, sub fideli
castadıa,, adbibitis olsvibus, suleaniter et diligenter com-
serventur. " E
Ordinamus insaper, ut mulieres saora vese cantingerk
et ad 'altare sacerdotikus ministrare aan pracsumanut:; si»
tsimus, ut vasa ministeri dt saora veatimenta, Dec Ben
locus spersmenti et religuiarum ac corporelia munda keuk-
satue. Cum autem corperaliu seordida fuerint, nen bisi per
sacerdetes intra sucrarium abiuantur. Ipsaque- vestimenta
et eorpouralia vetusiute consumte ad huhanoa sms wulls-
teuus redigaatur, ned incehdie trikuantur et cimeres, wt
meris est, cunserventun .
Tit. XXXVI. De reliquiis et veneratione
sanctorum.
Ne in debita veneratione sunctofum quisquam uostrae
aritatis et diveensis a nostre majuri ecclesia valant de-
viere, festivitates per eumi circulum per: populum nahis
subjectum selenuiter celebrandas et qune ab olim ipsa nes-
ira ecelesis et. pepulas molenniter colehravit, prasseutibas
duuimms anmectendan: Masdaates, . qustenus festivitetes
ejtamodi et nulles alisa sine nostra speciali anctoritate et
lioentia popule. nostra «alebrandan aliquatenun de onstere
wdiestäs ; Fertam videlicet. nativitatie demink nestri Jesu
Christi: 8, Stopkani. pretemartyris: 8. Jeheksis apostali
„a erangelistse: sanciorum innocentium: circumcisiemis : apdr
138
phauiae ‚denini: cenversiseis 8, Panli: purifientienie BB.
M. V.: cathedras Petri: NMatthiae hposteli: S. Cumigundis
imperatrieis obitus: aunweeistiowis B. M. V.: rewurreetionis
demitieas um tribus diebus seqeantikas: 8, Geurgii war-
tyris: SS. apostolorum Philippi et Jacobi: inveutiomis 8.
erucis: Joaunis ante portam latinam, que est dies dedi-
eationis nostrae ecclesiae Bambergensis: ascensionis demiei
penteoestes cum tribne diebas sequentibas: - S®. trinitatis:
corporis Christi: 5. Viti: natiritatia S. Jeannis beptistze:
68. apostolorum Petri et Pauli: visitationis beatse M. V.,
8 RKiliani: obitus asseti: Heurici imperatoris: 8. Martae
Magdulenae: S. Jacobi apostoli: S. Petri ad viuosla: 8.
l,aurentii weartyris: Assumtionis B. M. virg.: 8. Bertholo-
maei äposteli: 8. Aegidit confesseris: natieitatis Mariae:
tremsietionis 8. Cunigumdis: Matthaei aposteli et evangel.:
Michuelis erchaugeli: translatienis 8. Ottomis opincopi: 8.
Dipnysli et socioram ejus: SS. apestolorınn Simonis et Ju-
dee: umpium sanctorem: Mertiui episeopi: praesentetiosis
B. M. veg.: 8. Oxtharinae: S. Andreae npestelic 8. Nioo-
fsi episoepi: couceptiesis B. M. V. S. Themae aposteli:
auniversarins dedicationis et festivitas patrosi cujaslibet ee-
clesiae: Dies quoque singuli dominici per anni circulum
eurrentes. |
Tit.. XXXVIII. De observanutia jejuniorum.
Ad haec etiam pruhibemus, ne quls adultus pariter
et disorefas wrdinaris et atatuta jejante, wtpete quadrege-
sinne tompokis et vigillarem, prausumant iufringere, nec
nen imjusmodi etiam qastuor temporam jejumie propter
votivn ‘et entraordineria jejunia quis violeare prassumat,
tum tale üsinnem tali hucre Deus nolit reeompensare. Re
probmeus simbliter pravam uueruwdam- consuetudhnem, qui
nextom feriam vielaut, sabbatlıo, quarta feria vel alio die
in — rue de ewetero Ken Tiori dietriete
489
— —
VBViuivebeis et aingulis exchsianeu purochialum et :de-
vinssum vextorikus ac verki diruimi praedieutorikme, wee pam
esratis por civituten et diosoesin mestras Baubergenses
ubilihet coastitıtis. netiienmus, quod dadum, uk: agcepimuie
sercessive »d illusivind principnm demimemi ‚Gosrgii et
Giteuis, comitım 'palatieerum Ihemi :ae . Buaterine demamx
Nec nes preoviderum Tirerum magistresum eivium vi ou
suluths oppidi Dinrenberg. adıires Hambergenms diesceeig
instaptns so& pelitiones, ‚vumibns dt singalis Christi ’Bde-
Iibas utriusqwe sezus hominibus elinnk: im hujusmedi nestte
dieceesi -Bambergeusi sub eorem tempesali demimie osneth-
tutis, mt. qundeagosimalibus et alüis ‚diebes, quibes butysi
et alierum lastieisiorum esus @ut peiohikätes, butyro et als
Isetitinis vesci, ox ceriis causim. tunc- oxprossis, sub certin
media et formis a sumeta apestolioa node indaltum sit &&
tuncessum. Nos uttendenben cansag et ratinmes, ob defeo-
inm creseentise olei olivarım, pre hujanmeodi isdulsis :ob-
veulis: exponitus, ‚non minus is civitate et tote divecesi
sestes Bambesgensi praedicte, uam in Als pustibus, mb
Ktare, deformitatem et disparitatem, szive differentias sel-
tere casterorumume aukditerum. nesinerum, iu psaedichis m
deltis nos eumprohensorum, commoditatibus ampims cbuem-
lere velenten, ut omnes ia dielis nonte is eilvitats si diesuezh
constitati , unius oultas, quuad. prasmisem, ad parem otiam
ebseryantinsın inolinenter, pridem supiliter pre umveram. et
sieguhs Ehristi fidelilus, utrimsque auzus bominibus, tm
ers quam inieiq, punndietusuu: nosirarum eivitutis et
diestenie Bumbetgensis in supsadietis imdultis conconsinil-
bus non comprebensis, ut etiam in quadragesimalibu» ae
aliis diebus, in quibos butyri et aliorum lecticinierum enus
ex praeceplo etclesise vel consuetudine est prohibitus,
bstyre et. aliis Iactitiniin ubayue--skrupuls eonmchentlae uti
et wesei libere et lichte 'vileant, de euuseuse et voluutatt
veuerakikiuse- je :Ohwisto wobin sincaze dihskterum, pruespemith
dee et -uapitmli. sesleniae zuptene Biümbergensis; a; dietn
149
sode — gretisse 'indulgeri et sonesdi ehtinnimus ei
impetrevimms; Ita tamen,. qmod indeltie gratiis, concessieni-
bus’ et impettratienibuu umzörie Injssmod uti volewtes,. tem
eleröri qunm laici, ai in singalis eorum beuis ultra valerem
. ducautorutn derenerum Bihenenmum habenat, ocio: mi vere
zimus. quam ducenterum: flerenerum, ut praefertur, keheent,
quingue denarios monetae nostsvae nsualis carrentis,; leco
peenitentise walutaris, quelibet anne, qquo iedeltis hujas-
medi uti voluerisi, ad vortös tfuneoa sivp loca per mes
deputandes 'sive . deputanda, erogare et. imponene teusantur,
qui denerii sis iinpesiti- ad laudem emoipeteutis Dei et &
vioi -cultus sugmentum et nen ad alios unns conwerti de-
beaut, prowt et. qguemadmodiin: im literis apostelleis, “desaper
ooufectis et-smegalis, quas alias in valvis dietae ocalesiae
Bumbergensis publiceri fecimus et menderimus, praesent-
busqune pro espfensis kaberi volmue, — ‚oma. et
singula lasius cantmontur. -
: Quae omsia et singule ie et a — nostre-
zum ‚notitiam deducere volentes: -vobis omuikus et siegulis
“upradietis in virtute sumetae ebedientiae et sub oz00mmaet-
eatianie poene distriete proeciprendo meudamus, quatenue
mdeltn et ouncessionen apostolican .et impetrationes neatras
hujusmodi m ambonibns .ecclesierum et cepelleram vostrarem
quolibei anno singulis doeminteis: proximis aute 'angariss ei
quatuer tempors,, ac quando Eato mihi ewmte carsiapriviem
ok Invocavis. im eapite jejumii in eselasia Dei oflicia can
tentar diebus, aeleunitdr ao diligenter puhliceten, ac Ohbeisti
üdelca Seen yostrum. — fileliter informare
studentis. |
Tit. XXXII- De a —
Ut domus se »ociesiae, et. capellse ad ummipeteutis
Dei, wieriesissimneque virginis Marias et -sawcterum: dece-
sem, gieriam ei keuorem aedifiestae, fubtiontue. ei euuse-
erntao, ilnesse et sllibasae. porpeiuo. sonacwenter ;- sub Tx-
141
commumiantiowis: ponua :inhibewrds , we 'qais.:ecelöniem, : zum
pelläs , aut muras- vurundem seu earacteres im“eis fectas;
sve eltare: aliqued - temere infriagure, veil wind’ ficantim
zostra speeiah vampere, vielare, Westruere, :aut demeliei;
rei proeminia--favere: zut feri. mandare pressumat: -oontee
facientes sententiam praedietem, qnam bis scriptis Tferiiune,
ipse facto subjacere et incurrere volamus, nec sub eudem
poene quis novam ecclesiam sive capellam, sine nostra
bujesmodi licentia, aut vicarii nostri in nostris civitate et
diescnsi- erigere, eonstruere aut uedificure,. aut sigua ali-
qua: forsun simulave, aut alias facts, tanguam. vers appren
bare, sun acceptare, aut poregrinie" sigae db
Assigmare preessumaut. -
Statuimms, ut — "megistri — veb
bi, qui ecelesiarum bons et pecunins ad fabrivcam deputaten
administraut, vel quibus commissa cura est fabricae, sise
cdieriet, sive 'Iniei -oxistant, cum allens negotia geramt, de-
besub singulin aumis inter yusche et fentum aauemsionis de-
wis, aut allo tempore plebauo ‚pro dempere: ot aliis ,. nei
rm mterest, de ommibts et singelis peroeptis et diatei ·
betis dohitam retionem- roddere, ut bena ‘et ren ad.fabricam
erelenine eujustibet deputsta, vel ex Olwisti Sdelimn elee-
nosynin colluetu: ad peressarien unus aedikelorum et orma-
menterum : convertantur. Injuugimus inauper prustactis ad
winistratoribus , sive magistris fabricae, quod in sus. efisie
kdeles existent, velnti Deo, cujms res tuzctent, vationem
reddere Dabent, Quodgue attendaut: viren demerum ‘Dei
sediientiones u: omuemyentorum ob: aliarem .defestus, dt
— sarıran faoultatem et qualitmten deestehtur.
Bi::vero quisquam.eox preufatis magisteis fubricne aut
wtelosine : vitrieis megligens ‚vepertus fuerit, veh singule
auuis, ut Süpre, rotionem reddere tecusaverit, kumc debeat
et yonsit. plebanas seu rertor: scolesine, intra ‚eujus limites
ker custimgit, peri:uacramenterum. subtsuckionem ut alikem
velssisstieus yommam ‚eohntringers, vol nd. :manisam: aut
tae
wesrü ‚naubti audientiem defesen.. In hie. guiam, qe
pitalikun vel lepreneriis aut erghanntropkis prassunt; Gm
einen mddendan. ratiamem, gitam im alles. carum sdıninant-
ratlonem et neceseitatem tangentihus akakutum Vionmennse
enneilii et jurie communis- diepenätionem - in. nantrin aimitate
et dieereni praccipimss ebsarmari..
Tit. XXXIX De immunitate ecclesiarum
| et coemiteriorum. | ;
Prwecipinus aub poena sunpentienis, Ines senkenkian,
w ss ab aliquikes laicas prasdum, spelims- kiva raginam
spiriinaliem personarum, son etiem alignam vzociemisstionen
personam captivam ad alignem locum adduei contigperik,
tacerdotes ei zapellani eenundem: locormm, pumkyasm hoc
seisewint, mulle alle — meandasn, a dirinie: cos-
sabant.
Statufuns etism, PRO nsilitate suhditarnen nestrauum,
eorlosianticersun widellcet pernenarum;, quad. man ealam im
loc, ad quse dietem apaliım. sive persauu. dedmcakur,
vorum efiams.in iddis Asein,. in: quihus zes vecciasisstinnmm
poraonarım ahs que nantre aut jadıcia eewianiantich. ‚Beutpe-
tontin (ze. mandate) ocouperi, armeniani, dekinuri, -anferri,
seu diatvaki, oltam demms. casmım, sine dRACHEMNE: apdifinin
— in u EEE
vwinarem:
Ad — — anilacinen. we. —
tistitı : semersintem. vompescorndam., ‚ot.ak ecclegiammm Ibsztan
abservetur, sub. encamumniontienie passe, nam faNimRs- im
his scriptis , disteiete prasulpiende, inläbemus, ‚un que. im
eselesüs ‚ capellin, mau loca aumap, inselentian, szolammtionen,
sediiiencm, -impetnm, amt. tumnlimm fiianze; A0n. Inmunikubeym
vieler, mb‘ eoelenüin. vol oeeldaiszkinin. pamsonn Taliaz,. anl-
boten sine: onera.impenern aut sonvitait Ininali ‚au .dikieni
suhmittese wei..sukjieere. aus snhjisi asshare. praasumek:, Sec
ab ommibne:praisdichs,et quibaslikei.aliiailiinisis aekitun aklem
188;
neiptatlbms,. fondis megotintienibus, nullinis "of 'Wurcenaniis
m eis babemdis, seu fachundie, amt audi iles ben 'Iklw- Zum
fagienten extmehere, : Yi depellere: aut 'nmerere wesent ;- ot
penitus se abstiondat; vontsn 'vore "faulenten — —
ee ae eig Ei. BE SE
Ti. XL. De spon aaliba „et matrimgsiis.
Olundestine mutrimonis- sub" poewa eiteommmnichlionit
heri; probibemus, et per plebayes intibert.-zal> vadem poend
naademmus, sdd in. faeie eestesins fiunt. «Si. vere slim
debia. super matrimonns et quikuscungue aliis sacramiantie
eworsurimt ,, sauosdetes ud. nos ruferemt-, revepiwek «ohsilium
seölntareı- . Plebauigue in peuediruttönibes deut: et oben
vert bane-.formsur im matrihränio, \ quod carım : Me digmin
porsonis- wir dicnt mulleric'- reeipin to im weam jeuiäinen
uzerom; .Iit vice versa wulier diewi« reeipio te; in mewm
legitim meritug ; Cum mulla ex intkrenisutiene tnuben-
tem, temperibas. u june' preohüblble, “otm: pompis -06 iuaniitie
astten -weculusibye, alias 'otlehn uzine vninde ortuntan
sendale, qnibus obviare enpienten, sub latas nuutehäiwe
excommenicatiomisn poena quibescungue parochiehum e<eele-
sierum recterikas, seu eorum lochm -tenentibus, oaeberisgue
muebyturis et. Deuelkcigtik Yentreruia : oheitetin ot : dhdecanin
menden :einqus diniwlate 'bukibemun, : ne deiscups "liquaw
subeuben, teimperihus = jure, zen : tonsuelwdihe prodfbitts
isthrenipang ‚sou Sic ullas- vtiams alibi deuatie-ie uuie Parecliiin,
w umion,: nini-de oxprasmm Hneniie uöstra ie -onteyen ul
deta, dutlronisuten: ud. «echenine: vol: denke :uduiltere wit
is ‚selebvare,; vel’sucrumpnte veuuleniusticn ministrer® pruei
man: ommengun helenmituten- ot passe Iuilnaumii Haiti
poriben im ustrhueniis- Bunde ‚penitus 'piokibenten: 'tenspere
tem yeshibita- ohıt huser a prime deusisisa eiwentam
ieh ‚uump "ud octarak: wyiphaniee: demiei imchesiwe: A sep
tnsgeciuns :uuee web wotzrhs: puschtiewindiliter - imeluaividi' hir
kebdeuundin Itamine -mafarib- videliuet--feuiti- aunuel! Mlusch ee:
184:
non a ‚daminien, qua. caniaiar. Vorem -jucunditakiu. qunm
pan ximiur eat ante fastum ascensionis damini At: rugatie-
num, vage Ad ‚octavas_cerparis. Christi -etium, inclusize.
- .Staguimus, ut meirimuninm sum sererentin. ei bomare
in couapectu ecclesine celehrefur; .gi. autem waltimmmitm
fuerit oontrabendum in ecelesiis, puhlice per parechialem
prosbyterum dominleis ot festivis diehus publice propomater,
“,. si quad ‚mpedimenium.. mafrimoni opalcaleadi. aligei
aeveriut, infra serminnm. competentem,. ab ipse "prosbriäre
machgeondam,.. in facie u. Bine — —XR
— Eee .
BERN, — — iu — pas-
— in: amnes ‚hujusmadi ‚impedimenstam.. cdlanden. Bi
quis- autem, nan prasmissa donuneistiene, ‚elaßdentine ot
intandiete. conjaygia. inise praosmmaerit, etiam igootantar, so-
heilen. de teli conjwetione ‚suscapte illegitime est connemwde.
. Parachialis .etiam sacerdos. talen;conjuactiones, a; pre-
hihere.. cantamserik, - aut .quiläbet.. etiam. regularis;- qui. is
pranssmserit inieressb, per trium dierum sparite,ab aflinte
J _Tit. XL De cognatione spiritaali.
Cnm in jsse inter -peusnnem hapkizatem ct lem; . pi
“am ‚ ausenpit, ‚ac inter. aundem "baplissiam -persenam «ei
suseipigntis Gling, ei uxerem sale suscapsinnem. Kayanmenli
caxnalifer sagnitam. a) endiem., :nec. non ‚iater . suncigenmbbm
putremgue bapkizati et meinem, capmake ‚imterpedat .npiri-
ER —ú — ——— —
pont.‚conineckum: :haap. queque ‚jam dictn. de. auseipipnte,
sanlzmatione ‚aan. front. chriampkinpe- apinituslis Gugmakie.
einem media sontzehitur., . malrimenie nieililer: .impediens
cantrabends at -dirimams. post conlzackey. idrissp uuasenkie
atatuti,.et dieti, juxie ‚autharitate ‚bujusmedi spisitstalas. cag-
44) .
Tit. XLII. De consanguinitate et affini-
tate ex congilie Viennensi.
Eos qui divino ‚timere ‚postposito, in adarım pericı-
um anımarum, scienter in gendihus consanguinitatis vel ad-
heitatis, constitutione qanonica interdietis, amt cum -mauia-
likus centrabere watrwnonialiter non verentar: neo non re-
ligiesos et meninlen,. aut clericoe- in sacris.. ordiaibes 'oon-
stitutos, matrimania cantzahentes,. excommunicationis- sen-
tentine deceraimms subjacere ipso. facto: ‚praecipienten ecale-
siarum praelatis, ut illos, quos ep eonstiterit taliter can-
traxiäse,, excommunjcatos publice tam diu auncient, seu a
suis faciant subditis nunciari; doner snum humiliter recog-
noscentes ervorem, sopurentar ab imvicem et sebsolutionis
benelicium habese ‚mersshtur.
t
Tit. XL. De Simonia.
_ Quoniam inter eedlea&lasties orimine . — yraviı
tas primum locum obtinet: ideo eandem haereniu, 'oxafirgare
velenien, sckipfo praenenti excpmmunigamns omnes Bi ain-
'gules vendeutes eccleniastica nacrammnta, videlicet beptisn,
escheristiam, unctionem exisemam, poenitentiam et alia
sacramente, nec Bon, ecclesinetinam. sepulturam, vel beneft;
cum ecelesiesticum: illon seutentis nostra camplectentas,
qei aliquid ‚prandintorum megligunt, vol. differunt impenderg,
quouaquo pecunia vel gequiyalens pecunige detur, aut pro;
nittater , seu desuper quompdelibet fiat pactum. Gratis
nis et absgue omni pacto dema et nacramenta ‚praenicte
debent exbiberi,. nec praetextu alicujus quantumrungne
lsagaere «pnaustudinis, imma potina eoxraptelae, antequam
impendentur-, aliquid exigi permittimus vel ;pacisci; Licet
eis exbibitia voluyus, prout, de jure cautum est, consnetu-
dines antiquas olaervari. |
Interdicimun etiam judicibus eoclesiasticis F—
delegatie, azbitris ei campromissarüs: gquibuscungue,, iv. nostra
10
146
‚ eivitate et dioecesi, ne Dei timore postposito et legum et
canondm suspensionem non carantibus per sortes et pactie-
nes alias illicitas, de’ danda sibi pecnnia ve) alia re tem-
porali, vel alie prominsiope guacuaque intervepnionte, seu-
tentias vel pronnneiationes quascumyue, in causis intis, quas
nobis reservamus, authoritate quacunque uudeamt proferre.
Nee dolum sen fraudem contra hujusmedi. nostrum
sahutare imterdictum adinvenire praesumant: Alioquin emnes
- contra facientes, salvis aliis peenis a jure astatulie, ox-
communicationis sontentiem ‚ qguam ex nune in his seriptis
ferimus , iacurrere volumus ipsa facte.
Tit. XLIV. De Judaeia
Statuendo praecipinns, ut in yniversis oivitate, oppr
dis, castris et villis nostris gens Judaeorem, quam habitere
im nostris dominiis videmus, etiam utriusque sexus, talia
signa et habitum, quibus seu per quae, sine qualibet am-
biguitate, a ehristiane ‚popule — sibi eligat ac
forat manifeste,
Judaei etiam mancipia christiana. prorsus dimittant,
aliegein cum ommibas -Iecis, ubi Judsei, diote. statuto ebe-
dire nolentes, habitare vel domicilia obtinere noscunter,
ik poenam chbristianarum potentum tam dia vossemt ab ofk-
ciis divinorum, donee per nos proediote gens wisera «
perfida ad observationem proewissorem omeium compellatue.
Ipsi autem Judaei per nos indireete per suhltraegienem
communionis fidelium excommunitstionis sententia compel-
lontur. .Si quis vero de gente praedictu in die parasceves
visas fuerit in platea, vel per ostinm domas suae pronpi-
cere, vel per ferhestras, ad quod probandum duorem
christianoram stabitur furamento: nohis et praefecto vel
advocato loci, ubi hoc fieri comtinget, in maren ergenti
poenae nomine teneatur, cujus solutfonem et ommes defen-
dentes eum per excomntunlcationis sententiam compellemus.
Et ne Yuis christienes hujas stetnti 'ignorantiem vo-
1 €
— 2 -
leat alleghre, wniversis 'ecchesiarum reeturibus, per civitatem
et divesesin nostrag constitutia, ih quornm parochiis In:
deeos merati zotitiugit, sub poena excömmtnicationis sen-
tentine Iatne praecipinns firmiter et districte, ut quinbet
in sua paruchia singulis debns dominitid singulorum qua-
ter temporum immediate' setrkentibus intra missarınn so-
henure publice praeefetum nostram stetutan Hngua nraterna
expenere non ommittet.
Com jadeeis stot prohibite et interdieta mancipia
christiena,, volumts et praeeipimns, ut plebuni et ali-rec-
tores ecelesiarum, ubi aunt domichie eorum, diebus domi:
eis omien de fide catholien judakorum nufriees et Ser-
vientes demunelent excommunicatione ‚ligatos. Excommuni-
catos etiam denuncient. omnes allos ehristiunos, qui apıd
Indaeos pecuniem suam }ochnt, aut a jedaeis usuram reci-
prant, vel ut Mdaei eandem pecuninm mutuent ud usuralt,
Si vero saeramenta ante -domms Juidaeorum deferri
eontigerit, ipst Judeei, audio sonitu pruevio, intra dömras
sus se retipient, et fenestras ac ostia sun elhudant; boe
etiam im qunlibet die- pirasceves per rectores ecelesikrum
farere compellantar. Nec präesumant de fide enthalien jur
daei eum wimplieibas disputare: nee christianos im judais-
nom ulkeiset, zus altem uusu temerario cirenmeldunt.
Nee filios aut uxores Judaeorum ad viam christianorum
renientium et stseiptentium audeant detinere. Nee cirsti-
anos iofirmos' visitent, veb circa es gear mode: opera
nedieinze re
Pie. XLY. De haereticis.
Detestamur seetad universas, ' quiersenwgue etiam
komirikdd cenuseantur, ommesque vanas et superstitionat
ehserräntias, divinationer videhcet ‘et sortilegie: artemgue
mleficem' et pythonissdrum, quibus decepti homines petaat
bona provenire, vel mmela posse evitari, ad hune quemdo-
que perdneunter erförem, ut.eredant, veris sive fivtis hene
10*
— — — — — —— —
148 _
dictionibus, aut certis ligaturis, caraeteribus, vel, obser-
vantiis posse homines, vel pecora curari, et a languorıbus
conservari, Quod quidem pestiferum genus e yulgo eradi-
care cupientes, statuimus, ut deinceps quicungue presbyter
vel clericus talem reperiat cujuscunque conditionis kominem,
sive clericum sive laicum, praedictis erroribus involatum,
aut praemissis vel incantationibus daemeoniacis vel super-
stitionibus magieis qualitercunque utentem et in poenitentiali
foro hoc crimen cognorerit, ad nos, neu vicarium aut com-
missarium nostgum, ad absolvendum remittat, quoniam om-
nia praemiasa prohibemus, et nisi de commissis satisfaciat
et desistat, eum et omnes facientes, consentientes et ar
xiliantes, ipso facto excommunicationis sententise, quam in
his scriptis ferimus, innodamus.
Item quod nullus, sive clericus, sive laicua, ausus
sit damnabili praesumtione publice praedicare vel occulte
docere et tenere, quod sacerdos in peccesto mortali exi-
stens non possit conficere corpus Christi sive sie ligafus
auos subditos a. peccatis absolvere vel ligare queat. Sic
ergo praedicans, docens et credendo tenens pro haeretico
et incredulo habeatur, qnem errorem hujus sanctae aynodi
approbatione damnamus, anathematizamus et penitus repro-
bemus, num quae sancta sunt, inquinari Bon possunt, nec
sacramenta hominum malitia profanantur. Praeterea sive
bonus sive malus sit minister, per utrumque eflectum bonum
Deus confert ; licite ergo a quocunque alias idoneo . sacer-
dote divina audiantur et ecclesiastica ministeria et sacra-
menta recipiantur. Insuper volumus et in virtute sanctae
obedientiae districte praecipiende mandamms, ut omnes ple-
bani et ecclesiarum rectores seu vicarii hostrae dioecesis,
omnes haereticos, fautores eorum, receptores et credentes
eorum opiniones, nec non et defensores. eorum denuncient,
ad minus semel in anno, excommunicationis sententiae sub-
jacere , praesertim etiam in hebdomada sancta. Et mihilo-
minus 08 omnes Cujuscungue comditionis, aut status
149
existant, tales esse scientes vel ex verisimili conjectura,
aut alia suspicione probabili, si eosdem publice non accu-
saverint, seu denunciaverint, vel si publice non auderent
mein personse vel rerum, aut plebano, rectori seu vicario
loci, ex quacungune causa secnre denunciare non possent,
ad nostram hoc notitiam nen detulerint, tanquam fautores
et conservatores eorum, quos ex nunc extommunicamus in
bis scriptis, volumus praedicto tempore nunciari.
Tit. XLVI. De apostatis. -
Apostatam habitu sno dimisso vagantem, cum ipse
excommnnieatus sit ipso facto, jure nullus admittat quo- '
modelibet ad divina, imo tanquam excommunicatus vitetur
et mandetur ab aliis districtius evitari. Et nobis aut nostro
vicario in spiritualibus, si commode fieri poterit, praesen-
tetur debita poena puniendus.
Tit. XLVII. De raptoribus.
Provide personas ecclesiasticas in suis libertatibus,
jaxta canonicas sanctiones, ut nostrum ‘ debitum ad id nos
adstringit, confovere volentes, praesenti constitutione fir-
miter prohibemus, ne de- caetero quisquam in personas ec-
clesiasticas manus sacrilegus mittere, ant sine nostra li-
centia speciali, easdem capere, vel tenere, aut carcerali
eastodia mancipare praesumat. Et cum tales temerarii
praesumtöores excommunicati de jure ipso facto existant,
in quos et nos in his scriptis sententiam excommunicationis
fermus, mandamus eosdem praesunitores in omnibus et sin-
gulis ecclesiis nostrarum civitatis et dioecesis, quam pri-
mum de hujusmodi facinore eis constiterit, excommunicatos
denunciari, nominatim intra missarum solennia, coram plebe,
singulis diebas dominicis et festivis, nullo super hoc alio
mandato exspectato, tam diu donec de eorum absolutione
eonstiterit evidenter. Et im loco, ubi clericus detiuetur
incarceratas, interdietum strictissime observari et a divinis
150
cesaari volumus. Plebani vera, . in. quorum parechiis talis
criming committuntur ; quantotins- puferiut ad nos deferant,
nt contra. ipaos malefactores, sj eorum protervitas ac.com-
misai criminia qualitas exegerit, arctiys procedamms,.
Ad nastram pervenit nokifiem, quad nonnulli. laici, adıo-
cati, officiales , justitiurii et alii seculares nostrae dieecenis
‚et etiam in terrig .et locis aliis, nostrae ditioni subjectis,
abbates, praepositos, decanus, parochialium ecclesiarum
rectores et beneficiatos etiam quoscunque, tam in vita,
quam in orte, rebus ef bonis suis spoliare, fructus se
questrare, imo etiam udhuc, nt percipimus, yviventes et,
- aligquando agonizantes, vel, ipsjs mortuis, eorum cadavera,
quod abomigabile est, quaudoquę zubtus gtrata in palea
loeare, lectos, supellectilia, vestes et res alias eorundem
elericorum auferre, et illa sibi temere usurpare, eisque ab
intestato vel testatis succedere, seu eprum testamentz io-
fringere, in Dei oflensam et laesionem immunitatis eccle-
siasticae, animarım suarum periculum et scandalum plurimum
praesumant. Nos igitur, ecelesiarum et ‚personarum earun-
dem sollicitam curam habentes, coutra auaus talium et cena-
wina, gpportunnm remedium apponere cupientes, et ut persone
et res praedictae iy jyribus et libertatibus suis nen Jaedan-
tur: statuendo strictissime inhihemns omnibus et singulis
militibus, wilitaribus, adypcatis, capitapeis, offictalibus. oppi-
dorum, castrorum "et villarum, gommugitatıbus, scultetis,
consulibys, proconsulihus , judicibyus, praecenibys et alis
laicis, quibuscunqgue nominibus censeantur, nostrae juris-
dietioni subjectis, ne de caetero hona seu res. personarum
ecclesiasticarum, praesertim rectorum parochialium ecclesia-
rum, capellaryum, altarium sey.beneficiatongm quorumeunque
et clericorum singulorum, quge ampinn debuerunt, debent
et debebunt esse libera in merte et.ig vita vel post
earum wortem, seu (ecessum, propria voluntate aeg patius
temeritake tollere, recipere, vwiolentiam inferre, impedire,
»cupare, sequestrare,, vel quavis modo usurpare, aut se
N
451 !
—— —
de illia intraemittere, seu ab intentatp succedere praetendere, .
aut eorgm testamenta ipfriugere prapsumant, aut quilibek
eorum praennmat. Quod si quis prasgiciprum, ‚cujuacungue
etiam status, ut praemittitur, extiterit, praegens nastrum
statutum violaverit, aut contrafecerit, uisi .iatra. tridunm,
post hajusmodi commissum sacrhegjum immwedinte . saquens,
restitutionem omninm et siugulporum honorym ef rerum ab-
lat arum, receptarum, nccupatarım, Wsurpatgrumgue ac. rela-
sationem cum eflectu fecerit et curaveris fieri, sen de prae-
missis omoibus et singulis destiterit, excammunicatinnis
senfentiam, ipso facte, quam praesentihus ferimus, elapsig
tribus diebus eo ipso incurrat.
Statuimus ei sub papna excommunicationis, quam
tsauggressores incurrere volumus, districte, ut SUpza mpta-
tum est, praecipiendo mandamus, nt,non solum in terminig
et loeis, in quibug clericum,, sacron ordines babentem et
pro clerico. se gereutem, cphbligerit femere captivari, sed
etiam in terminis et Ipcis nostrae dioereris, im quibus
quempiam talium detineri constiterit, ipso facto tessetur
ab oficjis divinorum.
Specialiter antem in omnibus locis illie, in quibns
captivatgres et eorum complices in maleficio ipsis consilium,
suxilium vel juvamen praestantes domjcilium obtinent, ek
sive de facto, give .de jure jurisdictiopem exercent, aut
ubi habent receptaculum, seryatur atrictiasime ecclesjagki-
cam interdietum, ita videlicet, quod corpora marfyorum
ad eecleaiaatigam sepulturam nullatenus admittantur; quin-
imo, si per violentiam laicalem. in ecclesiis vel coemiterüs
fuerist tumulata, ibi non relaxetur aliquo modo septentia
isterdicti, nisi prins..ejectig. corpprihge illip, sic per laica-
lem violentiam ‚tumulatis,
Statuimys, uf .nulle peraona, quanfumeungue nobilitate, auf
paeeminentin atatus praefulgeat, ecclesias seu ecclesissüca
beua, jurisdietiones vel vasallos earum violenter aut au-
tberitate propria publice occupare, arctare, aut occupandy_-
152
invadere' vel scienter occupantibus, seu arctantibus auxilien,
consiliim aut favorem praestare praesumat, et nisi requi-
sitb intra mensem’ ecclesine laesae, aut praelato ipsius
&aninum illatum emendaverit, ipso facto sit anatbematis
virieulo innodata,
-Quoniam olericidium abominabilius, detestabilius, grari-
us et’ pernitiosius captione quacanque existere dignoscitur,
constitutionem, contra clericorum captivatores superius edi-
tam , contra clericorum vccisores aut percutientes, nec BoR
ipsos percussores clericos extendentes, volumus et sub ex-
communicationis poena distrietissime praecipiendo statuimus
et ordinamus, constitutionem supradietam contra clericidas
autedictos et percutientes, n6c non manus alius violentas
in cler'cos injicientes et etiam in ipsos’clericos percussores
sit extensam usque ad' satisfäctionem congruam, Deo no-
bisque atque laesis 'impendendam, per omnia imvielabiliter
observari. Spoliätores stratarum et raptores, qui. alios in
nostr& dioecesi transeuntes, per vias aut stratas publicas,
viduas, pupillos,' scholares vel’ clericos, ad studium, vel ad
cariam Romanam proficiscentes, ac personas: alins earım
bonis vi spolant, ac eorum violentia perturbutiones deside-
randse pucis itducant volentes, praeter poenas, quas eis
leges imponunt, tali poena condigna coercere volumus, ut
tam ipsi quam receptantes &os scienter, et dantes eis ad
hoe consilium, auxilium vel fuvorem, nisi intra tres dies,
post coıhmissam rapinam’et spolium hujusmodi, ad cor reversi,
res ablutas coraveribt personis restituere, &üt Testitui facere
spolietis, sint exconikidicationis posuße, quam ex nunc in
ipsos Ierimun, innoduti.
-Tit. XILXIIN De usurſfũ.
Cum tam veteris quam nori testumenti scriptura usu-
rarum erimen detestetar, igitur 'ipstus’ pravitutem et vora-
ginem a nostris subditis, juxta canonum suuctiones, extir-
paturi, eus volamus suwctiones id no4trb episcopatu execu-
tiont demandare: nnirersis et singulis pardchiällum’ 'eccle-
153
siaram et afi# divinorum rectoribus yiribirseunuire , in ont:
ris eivitate et dioecesi constitutis et loca eorum terentibes,
distrietins ikhibemus, ne imanifestos usurarios al communte-
nem 'altaris 'admittunt, nec oblationes eoruih accipiunt, we-
que erclesiästicae , si in illo peccato decesseriht, eorum
corpora tradantur sepulturne. Qui vero oblationes kujusmork
receperit uut corpora pruedieta tradiderit dictae sepalturne,
‚quae deceperit, reddere compellendus est, donec ad arbitrium
nostram vel vicarii nostri —————— a sui efirii execa-
tione suspendatur.
Et nihilominus ipse sepeliens talem usarerium, senten-
tiam excomernunicatiohis incidet ipso facto, a qua nen, viei
injuriam passo fuerit satisfactum, veniet absolvendus.
Inhibemus duoque, quod nullas mauifestorum usurario-
ram testamentis praesumat interesse, nisi de usuris. sutie-
fecerit, seu de satisfaciendo, pro suarum virium facultate,
praestet cautionem.
Inhibemus insuper’ etiam, ut. aulli seculares vel reli-
giosi, cujuscungue fuerint conditivnis aut status, usurarios
saltem manifestos, vel de usuraria prayitate publice diffa-
matos, audeaut qualitercunque ubsalvere, sed ipsoa ad nos
‚seu nostrum in spiritualibus vicariyg, pro absolutione obti-
uenda remittant: non obstante, si ipsis yel alicui ex eis
forsan per nos aut ipsum vicarium nostrum geueraliter vel spe-
cialiter sit indultum, quod etiam in casibus nobis reservatis be-
neficinm absohutionis ;valean impendere; contrarium facientes
ab ingressu ecclesise decerkimns ipso facto saspensos. Bt ni-
bilvminus rerocanius et ammullumns onines lirentius et indulte
qubäscunqgue personis -sechlafibus vel religiosis, per nos
aut vicarlum nostrum concessis et concessa‘, vt in casilms
nobis reservatis absofutionis benefititm possint sen —
impendere qualitercunque. —
Qnidam elerici, per quos nomen domisi blasphe-
matur, suae: aruritine finem non imponenten, usuram fam
i8 pecunit, quom' in allis rebus exercere non verehter,
154
pnenas. conira asurarigs de jure..et alias promuigatas man
timenten; us igitux vitiam. tam detestahjle et olericali ordine
indignum, per nos amplins valeat exstirperi, universas et
singuloa in alero constikutos, hoc genus ueurarım exer-
cantes, prime, secundp, kertin et peremtorie reguirimun et
wonemus, ut intra. yniys menals spatium, a. publicatione
praosentium Keutinwe. saquena atque currens, ommibus et
singulis ipapsum creditoribus de. uayris extartis et receptis
ab. eindem sstinfaciant gum effectu, prout ipsarum patiuatur
facultates, aut super ipsis amice se componsat, et dein-
ceps a detestandis usurarum Iucris desistant atque ‚cessent,
allaquia ‚ipsog et ipsorum quemlibet ex mupc excommunica-
tionis vincule innodamus,
Tit. XLIX. De erimine falsi.
Falsarios literaram, seu bullarum summorum pontifi-
cum, et literarum ac sigillorum nostrorum vel judicum, aut
aliorum quorumcunque nostrarum civitatis et dioecesis: Et
etiam eos, qui scienter receptaverint, aut eis praestiterint,
quo minus capiantur, anxilium, consilium vel favorem, pu-
blice vel ocoulte: ac eos, qui’ scienter falsis ſiteris vel
sigillis utuntur,' seu usi fuerunt, praesentis constitutlonis
tenore ipso facto volumus excommunicationis vincalo esse
IunountoE et cum hoo acrius, ut decet, puniendos.
Tit, L. De sortilegiis.
Omnibus Chrigti fidelibus ‚ulriusque aexua nostrarum
civitatis et dioecesis et praeripue personis ecclesiasticis
sortilagia, oratipues perversas, incautationes et .alia qguae-
libet maleficia. prohibemus. Si qyi.vero. in praedictig forte
fackis se reas cnguayesint, ab. hujusmafi prava et perrerso
nem. ubstigeapt de casters cum effeeta. Et infra octo dies
a propriis sacerdotibus quaerant et recipiaaut poenitentiam
de. commiszia; alioquin omnes. et. singulos bnjuamodı pravos
nt perversus uctus sommittentes et de jam commissis sutis-
fegere megligenten, ac. omues eindem consentientes, vel
155
etiam ayxilianten, insa factu exenmmunicatiopis aemteutise,
quam ferimus in bie agriptia, velumus innadari.
Tit. Li. De clerico percussore.
Ad coerrcendum iusultus et rumoren, per clerican ‚hen-
don, ipsasque de facili laicos contra se provocautes refrer
sandam, hac nostra constitutione mandsmus, ut clesici
sestrarum civitatis et dinecesis discrete ,. virtuoae, pacifiee
ac amice, aine offensione. ulicujus ‚vivere,. seque ah pmni-
bus verbis probrosis, rixosis et contumeliosis et factis illi-
eitis abstinere. studeant. Et.sicut laici ipsos clerisos of-
feudere aut laedere nou debeant: sie snb excommunicatienis
psena ipsi clerici alter alterum, sey quempiam alium etiam
Ivienm, casihus tamen jure expressis exceptis, percutere,
offendere seu Iaedere nan dehet: Quod si serus quis fe-
cerit, ultra sententiam praedictum, per nos vel vicarium
aostrum mulctari et pumri vohmmus ei mandamus.
Tit. El. De maledicis et blaspbemis.
Supk, ut accepimus, noonulli perditi, qui majestati
Dei, beatissimae genitrici suse, Mariae aanctisqup ejus pu-
blice blasphemias juferre non verentur, quas quidem ie-
iurias howines ferre et andire non decet, Statuimng
quod, ubjenngne tsles hlanpnhemi reperiantur in, confessiant-
bus, ad nos vel 'vicarium sen commissarjum nostrum remit-
tautur; et a cectarihus ecclesiarum in, praedicationibus
sererius prohibeantur. @uodpi publici sint, nec ab eorum
basphemin desistant, per eosdem rectores ad potestates
deferantur seculares, ihidem gravioribus poenia affligendi;
super quo volumus omnino, quod plehani et rectores pate-
Kales sechlares serinse et. constanter requirant.
Tia. LI. De clerico excommunicato
ministrante.,
Cum scriptum sit in lege demini, quod, quiceauqun
⸗
156
non obtemperasset sacerdotibus, is extra castra pasitus
lapidabatur a’ populo, aut gladio, cervice subjecta, expiabat
contemtum: et in primitiva ecclesis inobedientes ejecti de
ecclesia, rapide ore daemonum trahebantur: multi nomine
sacerdotes, censuras ecclesiae eontemnentes, excommunicati
et suspensi a sacerdotibus et praelatis suis, exigentibus
culpis eorum, et immemores, quod episcopis et praelatis
clavium coelorum sit collata potestns, attentare sibi
interdicta ministeria non verentur, contra quos volumus
rigorem ecclesiasticum exercere.
Statnimus igitur, ut tales, sine spe restitutionis ab
officiis deponantur et infames ac detestubiles facti, de ce-
tero ad beneficia ecelesiastica nullatenus admittantur, nisi
per poepitentiam approbatsm et conversionem laudabilem
sedis apostolicae gratiam meruerint obtinere.
Ti. LIV. De privilegiis.
Sub excommunicationis latae sententiae poena inbibe-
mus parochialium ecclesiarum et quorumlibet divinorum rec-
toribus nostrarum civitatis et dioecesis, ne quaestores
quöoscunque ubsque nostris literis, seu vicarii nostri et illis
visis ac speciali licentia, ad prosecnutionem negotii, seu
quaestus in ecclesiis eorum admittant seu promoveant: Nec
quibuscungue etiam utantur privilegüis, in locis interdictis
ad celebrationem missarum admittant eosdem, nisi boc eis
concedatur de licentia judieis, qui interdietum posuit, aut
superioris, potestatem habentis super eo.
Item ad praedicandum eosdem quaestores non admit-
tant, nec iidem quäestores admittantur, sed per sacerdotes
ecclesiarum et locorum, in quibus requirunt subsidium, hoc
duntaxat, quod in eorum literis viderint et cognoverint
contineri, publicetur. Nec etiom eosdem quaestores cum
novis et singularibus actibus seu apparatis admittant, nisi
praemissa in nostris literis caveantur, ac wentio ac licentia
de eis expresse factae existant.
157.
Tit. LV. De quaestoribns.
Ex concilio Viennensi districtissime stetuendo pre-
bibemus, ne eleemoninarum quaestores aliqui, nisi appateli-
cas et nostras Hiteras exhbibuerint, quomodolibet admittantur
Dec permittantur, cum solnm competat sibi indulgentias
cancessas insinuare populo, et charitativa subsidia postulare
simpliciter ab eodem, nulletenus ipsi. populo praedicare,
nec aliud exponere, quam quod in literis . continebitur
subradictis.
Literas quoque et apostolicas et nostras, ne quid
fraudis committi valeat per eosdem, antequam quaestores
ipsos admittant, examinent diligenter. Ad hoc cum. aliqui
ex hujusmodi quaestoribus, sicut ad noatram audientiam
est perlatum, nun sine multae temeritatis andacia et de-
ceptiche multiplici unimarum, indulgentias populo, motu auo
proprio, de facto cuncedant, super votis dispensent, a ,
perjuriis, homicidiis et peccatis aliis data. sibi aliqua pe-
casise quantitate remittant, tertiam aut quartam partem
de poenitentiis imjunctis relaxent , animus tres et
plures, parentum vel amicorum illurum, qui eleemosi-
nas eis conferunt, de purgatorio, ut asserunt men
daciter, extrabant, et ad gaudia paradisi perducant, et
benefactoribus locorum, quorum quaestores existunt, remis-
sionem plenariam peccatorum indulgeant, et aliqui ex ipsig
eos a poena et a culpa absolvant : abusus hujusmodi peni-
tus abolentes. et eos, per quoscunque quaestores fieri et
attenteri de cetero districtissime inhibemus: Et ommie et
singala privilegia, si quae super ‚praemissis, vel eorum ali-
que sint aliquibus locis, ordinibus vel personis yuaestorum
bujusmodi quoquo modo concessa, autharitate apostolica,
geautum ad praemisss, pebitus revoeamus, Quaestores
autem, qui deinceps in praemissis, vel aliquo praemissorum
deliquerint, vel alias etiam quibuscangue suis privilegiis
abusi fuerint, sic per nos puniri eosdem volumus, null‘
porsus eisdem quaestoribus in bac parte privilegio suflı
158
gaute, quod & duis- temerariis atsibus, gui, ut communis
habet 'assertiv, nimium excrevermt ; pdenae formidiue per-
ee compescamıs. ——
Tit. LVI. De injuriia..
Stetainius, ut canunfcus, qui süse vel afterins edele-
siae Canopicum verbis probrosis affecerit manifeste, per
gquartam: si veru convitia mhanifesta dixerit in praefatum,
‘per mediam partem anni a tractatu et coneortio si capi-
talö, nee non u — fraotuum suse — sit
exclasus. . ee -
Si quis autem icandnicorum ' in präedictas ptrsonas,
etiam eitra Sanguinis’ efüstonem, manus injec temere' vio-
lentas‘, praedictas poehäs dupfeiter patistur, pro vulnere
vero, hujusmodi 'personis ab’ aliquo canonicorum -ifkte ‚: si
etiam nulls menbri 'multilatio ex tali vulnere faerit sußse-
cıtta, per praemissas poenas quadrhpliciter punfatur: Et in-
Super in utroque casu juxta nostrom' arbitrium tTaeso #atis-
_ faciat competenter, autequain restitationis beneficium com-
sequatur; sed pro’ 'temeraria' membri mutilatione 'oimnt 'bene-
Ncio ecclesiastico sit ipso 'jurd privatus, quae ombia et
singula eirta alios ciericos beweficiatos, s? personas ec-
‚ desiasticas praedictis modis taedamt, seu laedanttr ab ip-
sis, jaxta praemissam formam et ordinem sub Be hujus-
— — observari.
Tit, LV. De Besailehtiie et ——
ac. praadieationibug verbi. Dei.
Cum’ sacerdotes’ et quibus praedicandi offfeium et
ministeriun commixsum est sive imminet, omnen atiimas
sibi‘ creditas verbi‘ Dei spirituali. alimoria pascere diebeant,
at ih praecepfis düvinis bene ambüledt, eosdem in suis ser-
monibus praecipimus esse cautos, we verba proferant' inuti-
Ha et maxime piaritm auriem offensiva, sed potins' schip-
‚ turam: novi videlicet et veteris textamenti, ac präetipud
458.
— Olpisti- plege: et jatelligibiliter praodiseut-, "tew-
tum subjunetin : yostillis exponende per. membra dedlurent,
veluti plebis -apseitatb eunvenire et enpedire eöguoveriat:
debeantgue nemeb ie anno wssumere maleriam deuem- praep-
term, usa cWm — Sie es; oonvenionter
prosegui.
Caveant autem omnino praedicatores ipsi, ve im swis
sermonibus utsutmr seripfuris. npoeryphös, sive num Authen-
ticis: nec ad eomsitia vol anprebräitiones erimizum sen verbe
isstilia, scandeloss, vone, ooncitativa, detraptowis sive Ir
disereta, aut ad suus vel alivorum parbioulures epusas, qive
odia im ambewibkas quevismode - prorumpant, ve, ubi ‚cause
Dei agi debeat, odia, rixae, sive vindietae ibi-Ineitentmr
seu seminenbur ; yuem: abuzıma sub poent zusponsienis a di-
"riais se interdieiienie — Peer omeine das
kibemus. ; -
—— et — otian Mei, ne: — —
toribas in ambouibas: sive' aogmenikus roelumere, son ropli-
sro aut eis Impodimenfa ‚praustare: praesument ;. contra ba:
cientes, ultra poenam — encememniontionie aen·
teatiae inno dauus.
Et no quis per igeorantiom statuti — —*
de eonfibendis pecentis et pesoeptiene pucharistiag ædiil ze
velest; exeusgre: mendgams in: virtute sanolae obedientiae
wnivereins et singwlis eoelesisrum purochielium: et aliis die
vinorum curatis rectoribus nobie subjgctis, ub m simguli
deminivie .diebus quadragesimae oujuslibet anwi, eoram po-
yelo shi sublite, hujummodr stutatum. studeaut wublicane,
ia forma videloet- swbsripta.:
Omnis wtriupque sezus Adeiie, — wi amıes
diseretionis peirenerit, onmia Sun selus pecsata salleın su
mel in anno fideliter eonfiteatw. propriq saewedeti et .im-
jinetum poesniteuitiam propriis viribus student adimplere:
iugcipiens roverenter ad mimus in paschz zucherintine sa
erameatem, 'uisi ‘forte de. propräi uecendetie oonsilie, «Pb
460
aliquam ‚ratianahilem cansam ad tempus: ab ejıs pardeptione
duxerit nbstinendum. Alkequin, et vivens. ab ingresau ecele-
siae urseatur et mariens christiana. careat nepultarm.
BSi quis autem .aliene ancerdeti volueris juste..de can
sa conhteri. peccats, liveniiam . prius postalet et obtinest
a proprio sacerdote, cum aliter illum non possit nolvers
aut ligare, r
Monemus . quogse et — emnes et aisgelos
sacerdeten nastrarum..cavitatia et dieecesis, ut in auditione
sanfessionis ‚quivia. eorıum ‚disoretus sit et cantus, diligenter
zenmirena. pecoatarum. et percati cireumstanskias, quibus pru
denter .intellects, mere besi medici sunmm camsılian
praebeant. >
Caveant antem .omnina — ne verbe * aig
no prodant pecoatorem. .. Et si prudentiori consilio indig-
uerint, illud absque ulla expressione cuute perquirant::Nam
qui ex confessione peccatum revelare preesumpserit. noR
" selum a sacerdetali ofäcia deponendum. salem ‚nase. decerai-
mus, verum etinm ad agendam. perpetuam poenitemkinm in
arstum. manasserium detrudeudum..
item praesenti edicto statuimus et distziotins inhibe-
mus, ne quis nostrarum. civitatia et ‚divecesis sun peccata
eonfiteri praesumat per muncium sive Soripturam, vel etiam
absniukionis beueficium ‚impetrure a phoestis, prouf quidem
facere cossuevprunt,. contre canohicas Samolienes, Corpers-
lem etenim requirit praesentium.
Similiter. sub attestatione tremendi judieu, bar die
tali eomatituliene :inhibemus, ne de castere quisquam pres-
byter plures quam unam missam, nalve privilegie die nati-
vitatis Christi: eomstituto..ac casibus, quibae a jure dici
duus permissum est, una.die logere mut — cun aacri-
Geii celebratione praesumat.:
in audiendis etinm. — — — ut pec-
cata usitata et communia sigillatim, inusitata vero per
quasdam ‚circumsiantiss sauis perquirantur, me inezspertis
161 °
detur occasio et materia perpetrandi, aut innotescendi pee-
cata, quae anten Besciverunt.
la communiori quoque loco ecclesiae. et suspiciene
earente pro confessienibus audiendis sacerdetes sedere de-
besat, et in spiritu lenitatis andient et instruant oonfiten-
tem, ut de peccatis, quibna Deum ofßendit, coutritionem
babeat et propesitum abstinendi.
Specialiter autem inhibemus, ne aliquis confessorum
in casibas nubis et episcopis reservatis, maxime notoriis, '
aliquem praesumat absolvere iu foro poeaitentiae, uisi ex
speciali commissione .nostra, vel vicarii nostri, viees hostras
in hac parte gerentis: in setisfectionibus vere injungendis ma-
jora majoribus reserventur, io miueribus autem secundum qua-
litatem culpae et delinquentium ne teneunt, aliaque observent,
Sciant insuper sacerdotes, quod jusxta doetrinam
canonum infirmis et languentibus bon est isjangenda poeui-
teotia, sed tamen innotescenda, ita tamen, quod aatisfac-
ttonis impossibilitus domini nostri Jesu Christi passiune
suique pretiosi sanguinis eflusione suppleatur.
Iosuper statuimus et preesenti deerete inbibemus
earatis et non caraltis, etiam quprumcungue ordinum reli-
giesia civitatıs et dieecesis nostrarum Bamberg. praedicta-
rum presbyteris, ne se casibus episcopalibus, mobis de jure,
vel consuetadine et episcopia reservatis, quos duximus in-
ferins annectendos * intromittere audeant, sed ad nes, sen
sostros in hac parte viees gerentes remittant: deserbentes,
Absolutiones per eos factus nbaque apeciali commissione
neatra seu vioarii Mostri, aut potestatem nostram in his
habentis im casibus hujusmodi, praeterquam in mortis arti-
ealo, viribus penitas carere.
Havc autem formam absolutionis tanquam aubstantia-
km, generalem et breviorem sucerdotes observare debebunt,
ut videlicet praemiss» oratione deprecatoria, Misereatur tui
emsipotens ‚Deus ete. diesut: Domiuus noster Jesas Chri-
stus dignetur te ubaolvere: et ego authoritate, qua fungor,
11
162
absolve te (a viseulo extommenieationis wineris si inci-
disti et) a peccatis tuis in nomine patris et filii et spiritus
sancti, Amen.
Fit: LVIII- Casus episoopales.-
Remittantur igitur ad nes, seu vices westras gerenten,
rebaptizatus, reconfirmatus, reordipatus. -
item qui post spousalia jureta cum alia, quam spouse,
contraxerit.
Item qui matrimenium clandestine , vel contra inter-
dictum ecclesiastioam oontraxerit.
item muher, quae antequam certifieata fuerit de
morte mariti, cum secundo contrexerit.
item perimens seu negligens prolear prepriam.
Item steriitatem et abortam quomodokbet procurans.
Item homicide, facte, praeeepto, comsilie aut autho-
ritativa exhortatjone, seu alio quoyismodo.
item publice eriminesi.
Item fulsi testes, oppressores lberorum, perjuri, in-
cestuosi.
item volens mutare vota, ac voti trangrespor..
Item ille, cui solennis poenitentia fuerit injunugende.
Item quilibet Simoniaeus, usurarius, raptor; sacrıle-
gus, inscendiarius, latro.
item eoolesiam consecratsm yanguinis vol seominis
effusione polluens.
Item quilibet ecelesine vel coemiterii aut immenitatis
vel libertatis ecchesjasticge violator.
Item quilibet excommmnicatus à camone vel consitutiome.
Item quilibet irregulgris,
Item sacerdos proditor confessionis.
item celehrans im eocleeia iuterdieta, vel altari non
consecrato, aut viatice vel mobili sine heentia, aut indu-
mentis non eonsecratis spu sacris: celebraus non jejumus.
Item non ordimatus eelebraus vel ministrans in ordine, quem
non habet.,
163
Item sacerdos, eujus culpa vel negligentia Paliquid
inbonesti vel scandali circa sacramentum event.
Item sacerdos notorius oralen. aut publichs cot-
eubinarius.
Item quifibet Baum? vehlens aut fäciens cohtra
sum juramentum.
Hem blasphemator Dei, B. virginis et sanctorum.
Item falsurius literarum vel monetde.
em qnilibet manus viölentas injiciens in presbyterum,
clericum , päreutes, aut patrem sen matrem.
ken " quilibet conjugatus contr hens miatrisoniuik
vivente uxore cum secunda. Vel intrans religionemi seu
fecipiens sacrum ordigem, conjuge invita et contra.
Item conjux, qui vel quae conjugi effeetualiter wacht
natas mortem fuit.
Item scienter coleng cum infideli aut brutis auimalibus.
tem restitutiones vagae, ef dispositiones malse ab-
latorum, incertorum et certorum, quando non exislant Äf,
quibus facienda est restitutio,
Item promotus per alium, quam proprium episcopüml,
sine licentia.
Item furtive vel per saltum vel extra strafuta tem-
pora promofus.
Item excommunicatus vel suspensus, aut interdickus,
ia ordine suo ministrans, vel qui taliter ligatus aliqueni
suscepit: ordinem.
ftem scienter sepeliens corpus eure in ‘coe-
iterio, vel etiam non excommunicati tempore interdicti.
item abutens quomodolibet sacramentis ecclesiae, ut
puta Kostia, chrismate, vel alıa re sacra.
Item quilibei scienter baptizans propriam prolem, vel
Mam tenens in baptismo aut confirmatione.
tem omnis haereticus, aut fautor, aut’ participator
haereticue pravitatis.
Item quilibet colens eum sanctimoniali, aut ingrediens
eoram monasteria. 1*
⁊
164
Ad laudem et gloriam. omnipotentis Dei ejusque in-
tactae virginis matris Moriae, ut women domini Jesu
Christi et nomen praedictae virginis Mariae condiguis lau-
dibus extollatur et veneretur: omnibus et singulis ejusdem
‚Christi nomiuis professoribus, utriusgne sexus hominibus,
sive celericis sive laicis, qui ad pulsum salutationis auge-
licae Ave Maria, (quem mandamus ut in singulis monaste-
riis, collegiis et parochiis nostrarum. civitatis et dioecesis,
mane in aurora et serotino tempore cujualibet diei cam-
pana cum tribus intervallis depulsetur) ipsam B. virg. Ma-
riam cum angelica salutatione hujusmodi trina vice repetita
duxerint venerari, seu igtra ‚sacra ministeria, praecipue
missarum solennia dum nomen scilicet Jesu Christi vel etiam
praedictae. virginis Mariae recolitur, legitur, aut cautatur,
inclinato capite genua flexerint, aut intra missarum solen-
nia imaginem crucifixi, quam ministrans presbytero cele-
branti post Agnus Dei, Collecta, et osculo pacis faotis ex-
hibuerit, et postea ad populum converterit, osculundum de-
vote accesserint: et; commemorationem passionis Christi,
vel ejus stigmata in meite revolverint: Nec non omnibus
et singuülis presbyteris celebrantibus in fine wmissae cum
teli clausula: Et famulum tuum episcopum nostrum cum
omnibus sibi commissis ab omni adversitate eustodi, et pa-
cem ecclesiae nostris concede temporibus, in ultima Col-
lecta concludentibus, totiens, quotiens, praemissa, seu ab-
quid illorum fecerint, vere confessis et contritis, pro qua-
libet vice quadragiuta dies indulgentjarum de injuncta eis
poevitentia misericorditer. in domino relaxamus et elargimur.
Has autem indulgentias nostras per omnes et singulos
rectores, plebanos et divinorum rectores praedicari et pro-
mulgari et a quibuscungue plebanis praecipimus fideliter
custodir. Mandamus insuper omnibus utriusque sexus
bominibus, quod quando Gloria patri etc. legitur aut can-
tatur, caput similiter inclinare debeant.
Ad Evangelium autem, Magnificat, Benedictus ag Nunc
\
165
dimittis etc. fixo et erecto pede stare: Salve regina,
alma mater et regina coeli antiphonas genu flectere et
aisi impedimentum aliquod, aut frigus obstiterit denudato
eapite devote audire debeant, nec tempore hujusmodi ac
divisorum in ecelesüs et capellis vagare, aut tractatus ha-
bere praesumant.
4
Et quia plerumque infirmus sus confiteri peccata
propter multorum praesentiam erubescit; ideo sacerdotibus
praeeipimus, districtissime observare, ut prius familiariter
et secrete audiant confessionem ipsius infirmi, si mortis
aut aliud periculum, vel impedimentum non obsistat, et po-
stea ad eum deferant cum devotione et habitu uc reveren-
tia, ut supra notatum est, condecentibus eucharistiam
salutarem. | |
Prohibemus etiam, ne quis sacerdos ab uno sibi con-
fitente de aliorum peccatis, nominibus expressis inquirat.
Et ne missas, quas poenitentibus procurandas injun-
xerint, ipsimet celebsare praesumant.
Noverint autem presbyteri, fore trie peccata, quae
in satisfactionibus injungendis auut domino apostolico reser-
vata, videlicet in olezicos ‚vel quescunque religiesos imjectio
manaum vielenta enormis, occleniarum vel religivsorum lo-
corum ineendia,, et simonis in ordiue constitute celebrata,
Ne judices seculares et demini temporales, paniendo
delicta ‘et crimina, culpis se mvolvant excessivis, statuumus,
ut witimo deputandis sapplicio, si petierint, uon debeaut
poenitentiae et eucharistiae denegari sacramenta, et per
hoe volumus et praecipimus, at praesens statutum per rec-
tores eceleniarum in suis sermombus, quus ‚in locis resi-
destise, ubi aliqui judicantur, publicetuar.
Inkibemus sub excommunicationis poena, ut corpora
eorum , consentientibus jadicibus et seculari potestate, ac
alioram quorumcunque interemptorum, seu casu quovis for-
tnito decessorum, absque speciali nostra sea vicarli nustri
166
licentia ohtenta, a nullo rectore hujusmodi ecclesiaaticae
tradantur seppnlturae.
Tit. LIX. De sententia excommunicationis,
suspensionis et interdicti, ex conciliu
Vienuensi.
Quicungue laici vel aliae personae judices ecelesia-
sticos pro eo quod sententias excommunicationis suspen-
sionis et interdicti protulerint, occiderint, ceperint, seu
alias in personis et bonis suis, .vel suorum gravaverint,
seu hoc fieri mandaverint, sive eos, quorum sunt accasiane
prolatae, vel easdem sententias observantes sententialiter
excommunicatis communicare nolentes ad communicasdum
compulerint, nisi hujusmodi mandatum ante hoc male fac-
tum revocaverint, et satisfaciant de commissis, excommuni-
cationis sententiam incurrere volumus ipso facto. Nllos
etinm excommunicatos decernimus, qui mandato hujusmodi
utuntur, vel alias deliquerunt in praemissis: quod si in ea-
dem sententia per duos menses permanserint, nullas, prae-
ter papam, ou absolvere possit.
Ex eodem.
Stutulmus, quod demin; temporales, qui cognat al-
quos in loeb iuterdicte celebrare divina, vel qui per prae-
coner faciuet tunc ad illa audienda populum evocari vel
probibesst, me publice excommunicati, vel interdicti super
hoc per ilos, qui missas celebrant, moniti, ecelesias exe-
ant et ipsi nominetim Moniti, qui uan eXeunt, eXcommauni-
cati nint et per sedem apnatelicam absalvendi.
Ex eedem. Ä
item lihro Vi. statatum est in constisutione Benifacii
VIII. incipiente: Quoniam, ut intelleximus guh titulo de immu-
nitate ecclesiarum: Quoniam,excommunicati aunt a jure om-
nes, qui impedinnt auper causis, quae ad forum ecclesiasti-
cum de jure vel cansuetudine pertinent, a sede apostolich
literas impetrari, vel auper hujusmodi causja coram erdina-
167
riis vel delagatis judikihus eeclesiastieis litigeri, & que nen
ponsent absolvi, misi satisfaciant tam judiei quam parti in
bis laesis, de injurıis, demuis, expensis et, etiam interesse,
Item cavetur, quod religiosi quicunqgue non debent extra
suum ordinem aliquibus personis clericis, vel Inioig Bacra-
mentum unctionis extremae, vel eucharistiae ministrare, vel
matrimonia solenuisare, son habita super his licentia ple-
basi loei: Nee exeommunicates ab homine vel 5 juxe,
nee a poena nec a culpa quempinm debent abselrere, nisi
ostendent se denuo privilegiatos super en, quia super his
privilegia, ai qua habueriat, sunt eussata; Et ai secus fe-
cerint, sunt exeommunioati et ‚non possuut absalvi, nisi per.
papam. |
Item statuendo inhibemus, sub poena excommuniestio-
nis latse sedtentiae, ne fratres minores im ecclesiis shis
fratres et -sororbs. tertiae. regulae raneti Franoisci recipiant
tempere .interdicti a divisis absque privilegio super hoc ob-
tento. Et ‚praemisss notent plebani diligenter et in am-
besibus ecclesiarum suarum corem plebe publige denuncient.
Quia perieuloss interdieta. pro pensionibus et pecuniarum
sc debitorum summis contra tonstitytionem Bouifacii papae
VIII. qui bujusmadi interdictum irritat, ipso.jure frequenter
et saepe feruntur, Nos hujusmodi interdiote omaia, pre
pecusiarum debitis seu pensionibus lata vel ferenda, sive
per legatos sedis apostelicae, sive per quemcunque, decla-
ramus im virtute sänctse pfagdietee soustitutionis papalis
penitus esse nulla: Inhibentes omnibus plebanis ac Bäcer-
dotibus omnigque clero, ne. hujusmodi interdieia de cetero
eurent, vel im pericalum ‚animarum servent, sententiasque
et procensus im quosvis kulie non observantes ob hoc latos.
sel ferendos, irritos ‚deceruentes: omnesque bujusmodi in-
terdiefa impetranten, tam adversariis, quam gravatis eccle-
sis ad expensus et interesse temeri. Permittimus autem,
ve diveum ecclesiae aubtrehatur oflicium, ut, ai qui debi-
tores bujunmedi pecuniam pensionum vel censuum ecclesia-
Den 0. -
168
ram et piorum locorum pro eo quod eos. nom selyuat in
excommunleationum et aggravationum sententias, servatis
juxta modum curiarum debitis PAuerelNn, per tres menses
sorduerint animo indurato,
Iudexque vel dominus temporalis hujusmodi excom-
municatum, per judicem ecclesiasticum excommunicatorem
ad hoc requisitus, is subsidiam jerisdictionis ecclesiesticae
illum ad redeundum ad sancotae matris ecclesiae gremium
et parendum sua temporali jurisdictioue compellere non
curaverit, contra judicem et dominum temporalem praedic
tos, pro eorum contemtu et maxime in loco eis subjecte,
ubi excommunicatus degit, per interdicti ‚sententias proce-
datur.
Tit. LX. Ex Covcilio Constant.
Ad evitandum scandala et multa perieula subveniev-
dumque conscientiis timoratia, statarmus, quod nemo deinceps
a communione alicujus, in saeramentorum „dministratione,
vel perceptione, aut aliis quibuseunqgue divinis, vel extra,
praetextu cujüuscungue sententiae, aut censurne ecciesiasti-
cae, seu suspensiouis aut prohibitionis, a jure vel ab bo-
mine generaliter promulgatae, teneatur abstinere, vel alı-
quem vitare, aut interdietum ecelesiasticum observare, nisi
seutentia, prohibitio, suspensio, vel censürae fuerint in vel
contra personam, collegium, wmiversitatem, ecclesiam aut
loeum certam vel certum a judice publicata vel denunciata
specialiter et expresse.
Praeterea omnes et singulas ecclesiasticas personas
sgeulares et regulares, exemtas et non: exemtas, .civitalis
et diveeesis nostrerum, exkertamur in domino propensius,
attentiasque monemus, ut exeommunicatos majori excunt-,
municatione ab homine vel a jure netorie, seu de quibus
legitime tonstiterit, in divinis officiis vitent et iu locis
interdictis civifatis et dioecesis esrundem ‚scienter divinum
officium non celebrent; in hoc ad Hui exchsatiouem nallam
169 eh
affectatam ignorantiam, quae eos in his non excusat, Ali-
gaaliter praetendentes, si sententias excommunicationis,
suspensionis uc poenas irregularitatis in constitutionibus
Bonifacii VIH. et Clementis V. Romanorum pontificum, nec
non processibus quibusdam ‚domini Joannis papae XX1}. ex-
pressas ac latas in contrarium facijentes voluerint evitare.
item volumus et mandamus, quod in natalis domini,
paschae, pentecostes, assumtionis B. M. virg. et corporis
Christi festivitatibus, prout in Bonifacii papae VII. con-
stitutione continetur, in terris et locis ecclesiastico suppo-
sitis interdieto, campanae pulsentur, et januis apertis alta
voce divina officia solennia celebrentur, excommunicatis
tamen prorsus exclusis, sed interdictis admissis, quibus ob
reverentiam celebritafis tantae, ut ex hoc ad humilitatis
gratiom et reconciliationis affeetum inchnentur, eo die quo- .
libet participationem Iindulgemüs divmorum : sic. tamen quod
ih, propter quorum ' excessam prolatum est interdictum
hujnsmodi, altari nullatenns uppropinguent.
Quidam parochialium ecclesiurum rectores simplices ac
juris ignari, cum cessatio divinoram in ecclesiis interdicitur,
non solum organa suspendunt, sed etiam sacramenta et
sacramentaliö, quae a Cbeisti fidellbus interdicti tempore
subtrahuntur, sibi subditis ministrare recusant, nullam inter
divinorum cessationem et ecclesiasticun interdictum differen-
fiam -ponentes: quidam vero interdieti tempore prohibita
faciumt et concessis nesciunt gandere, ex quibus pericula
causantur animabus et hujusmodĩ rectöres in ifregnlaritatis
aliquundo prolabuntur maculam. Nos ex pastoralis ofhicii
nostri debito, quantum possibile ‘est, praemissa remediare
eupieutes, volumus et ordibamus, ut propter cessativuem
dvioorum, "quotennque etiam dierum per nos aut judices
nobis subjectos indietam, nulli sacramenta sive sepultura
ecclesiastica, absque tamen solennitate, _ aliquatenus dene-
gentur, sed dantaxut organa suspendantur,, officia tamen
divina, jannis clausis, submissu voce et absque turhpana-
=
170
rum pulsu celebrentur: sed prapter iuterdictum ecclesiasti-
cum in civitatem, oppidum, parochiam, castrum aut vilkan,
ab bomine, jure aut statuto prolatyum, non solum organa
suspendantur, sed etiam saoramenta et sncramentalia ac
sepultura ecclesiastica denegehtur, infrascriptis salvis.
Permittitur enim eodem interdicto durante, propter
morae periculum, exhiheri baptismus, et conlirmatie tam
pueris, quam adultis; chrisma die coenue conficitur, matri-
munium contrabitur, sed in facie ecclesine non solenntsatur.
Tam sani quam inßrmi ad poenitentiam et confessio-
nem admittantur, excommunicatis et causam mterdicti prae-
stanutibus exceptis; qui. tamen cum tertis wmodificationibus
aliquando ad confessiouem admittantur.
Yiaticum infirmis et sanis ad mortem damnatis non
denegetur, sed etiam eisdem patenter, aliis etiam Christi
fidelibus praesentibus, porrigatur. Clerici decedentes, qui
interdictum observarunt, in coemiterio absque campanarum
pulsu ac omuibus cessantibus solennitatibus tumuleutur.
Singulisgue diebus in ecclesiis miasae celebrentur ac alia
dicantur diviva officia, sicut prius, — clausts et cam-
pauis non pulaatis,
In praedictis festivitatibus natalis domini, paschae, pen-
tetostes, eorporis Christi, assumtionis virginis gloriosae, divisa
officia alta voce, januis apertis campanisque pulsatis, ex-
communicatis tamen exclusis, a primis: vesperis usque ad
secundas vesperas inclusive, celebreutur, non autem iu
eisdem quingue. diebus, interdicto durunte, corpora mor-
tuorum ecclesissticae tradantur sepulturue, aut sacramenta,
alius tempore interdicti misistrari prohibita, akiquatenus
ministrentur. Verbum Dei, ut prius, pulsu etiam praece-
dente, seminutur, interdicto ecclesiastico non ohstante.
Tit.LXI. Casus excommunicationis majoris a jure
latae colliguntur viginti octo ex antiquis.
Cum in multis variis casibus a jure communi, cujus
171 -
ignorantia non exousat, majoris exenmmunicatiopis senten-
tia in excedentes proferatur: ideo suecincte enumerare
egravimms, nf ageiti magis er Et. de. * veteri
sont viginti aete: :
1 Cum quis injecit manus violentas in glericum, .
etiam in minere ordine constitutum, „us manachım, etiam
aon clerieym,..utpote conversum, sive mauialem.
3. Cum quis incidit in haeresin damnatam.,
3. Cam quis defendit haereticum. :
4. Cum quis dicit, Romanam e£cclesiam nan esse ap
aliarım ecclesiarum. |
3. Cum quis potest defendere clericum a vivlenta
mannuwn injectione et nou defendit. \
6 Cum quis incarcerat clericum, et iste caaus impli-
catur quasi proximo.
I. Est contra cunsules, ofßciales et ——— angarius
et onera clericis imponentes.
S. Est contra succedentes proxime dictis, nivi infra
meusem errorem praedecessorum auorum purgaverint. .
9. Contra. illon, qui statuerunt aut introduxerunt sta-
tuta et conguetudines contra libertatem ecclesiagticam. .
10. Contra illos, qui talia statuta de cetero fecerint.
11. '@ai tulle atatuta scripserint.
12. Contra illos, qui talia statuta. servare. fecerint,
lcet ea non statuerint. r
:13. Contra illos, qui secundum ill "judicaverint.
14- Contra illos, qui. judicata couscripserint.
15. Coatra ineendisrios et frectores ecelesiarum, vel
looorum contiguorum ecclesine intra limitescoemiterij. alii au-
tem aliter violantes bona ecclesiarum, sunf excammunicandi
per sentenbiam.
16. Ina eo, qui electus est in papam a minorj parte,
quam a duabus partibus cardinalium, se pro papa ingereute
et non resipiacit.
17. Contra illos, qui tulem pro papa tenueraunt.
172
18. Contra falsificantes per se vel per alıum Iiterss
papales.
19. Contra eum, qui scienter ufitur literis sic falsat's.
20. Contra illum, * arma bellies facit infidelibus
contra ecclesiam.
21. Contra ifos, qui in studiis generalibus tractant
de locandis bospitiis scholaridm ante tempus praefinitum.
22. Coutra religiosos leges aut medicinsam in schelis
audientes.
23. Contra plebanbs, archidisconos, presbyteros, le-
ges aut medicinam audientes, nisi iufra spatium duorum
mensium destiterint.
24. Contra sagittarios, balistarios, qui his utunter
in bello injusto.
23. Cum quis participat in crimine excommunicato.
26. Cum quis participat scienter in divinis cum ex-
communicato a Romano pontifice.
27. Contra illos, qui Romanos aut alios clristianos
in mare navigantes capiunt aut spoliant.
28. Contra illos, qui innitantur ordinibus factis a schis-
maticis et recipientes alienata a schismaticis ab ecclesiis.
De jure vero sexti libri suat XXAXll.
1. Contra eos, qui tempore electionis papae ad con-
clave eligentium alicui secrete scripturum aut nuntium
transmittant, aut cum aliquo eoram loquuntur.
‚ 2. Contra rectorem et officiales civitatis, in qua
summas' pontifex eligi debet, si fraudes committunt, aut
diligentiam eis commissam fideliter non faciant.
3. Contra eds, qui gravaverint aliguam personam
ecclesiasticam, vel ejus consanguineos, vel ecclesias, seu
bona pro eo, quod eum, pro quo rokabatur, eligere noluit.
. 4. Contra’ usurpantes bona ecclesiarum vacantium.
5. Contra seminantes discordiam in electionibus ab-
batissarım. E .
= f
. 473
6. Contra eum, güi de regimine urbis Romae se in-
tromittit, nisi specialis intervenit apostolicae sedis liceptia,
per ipsius sedis literas exprimenda. Zu
7. Contra partem procurantem, conservatorem.-prece-
dere eontra formam juris. ,
8. Contra extorquentem per metum abaolutionem.
9. Contra judicem simulantem se mulierem in testem
productam personaliter audire.
10. Contra obedientem Imperator, nert sedem ———
licam deposito,
11. Contra ————— personas ecclesianticas ad
submissionem bonerum. et jurium ipsarum ectlesiurım.
12. Contra laicos, qui ex contractibun initis super
rebus ecclesiasticis plus sibi aanrpant, quam 6x natura.cen-
tractus eis licet. A
13. Contra religiosos meudicantes, ae eis. de-
mos ad habitandum de novo.
14. Contra imponentes: thelonia, —* et quidagia
clericis.
15. Contra. eos, qui impediuat — aausis, quas ad
forum ecclesiasticum de iure vel consuetudise -pertikent, li-
teras a sede apostolica impetrari et super ipsis coram er-
dinzriis vel delegatis ecclesiasticis litigari,
16. Contra violantes libertatem clericorum per indirectem.
17. Contra religiosos. temere habitum -dimittenten,
aut studia literarum visityntes absque abhatis licentia.
18. Contra doctores et magietzon, qui religiosos ha-
bita suo dimisso, leges et physicam andienten scienter dy-
cere, aut in scholis suis praesumserint retinere,
19, Contra tradentes scienter ecclesiasticae sepulturae
haereticos, aut eorum fautores.
20. Contra laicos, publice vel private disputantes de
ide catboliea: NB. sed iste.casus potius est ferendae sen-
tentiae quam latae.
21. Contra judicer laicos, super — en ju
| 174
dicantes, aut eaptos —— eodem. crimine praecedente in
pedientes.
22. Contra los, qui Jacabum et Petrum de Calumns
pre eardinelibus teuent.
23. Contra eos, qui dicto Jacabo et Petro favorem
praobuerunt vel awsilium.
24. Contra eos, qui per Assassinoa aliquem christia-
aum interfecerint, vel mandavkrint, quanguam mors non sub-
sequatur, aut Yales receptaverimt, vel defensaverint.
25. Contra personas ecclesiasticas minnres episcopis,
qui aliesigenas sive non ofiundes de territertis auis in eo-
rum terris condusere demus, ad "exercendum foenus, vel
copductae haubere, aut alias habitare permittunt; episcopi
vero suspenwionis Yententium incurrunt.
26. Contra concedentes aut extendentes repreasalias
adversus personas eoüleniasticas.
27. Contra iusequentes hostiliter aliguem ex cardina-
libus, atiamsi non ujeeerint manum.
28. Contra rectores et dominos, qui interfertores
cardiaplium animudyersione digna non puninnt.
20. Contra Iaedentes direete vel indirecte ecclesiss-
tieos judices, ‚propter jarisdietienis exercitium.
30. Contra eum, qui propter mortis periculum fuit
abeolutus ab exeommunicationis sententis, ab aliquo, a quo
alias absolvi nen poternt, si, cessante impedimento; se non
sistit, eum commode poßest, ei, a quo alias absolvi debeat.
31. Contra: abselates a sede apostolica vel delegatis
ipsius, qui se debent alicajus condpectai pro suscipienda poeni-
tentia, aut profutisfauiendo laeso praesentare et: non faeiunt.
aß. Si quis injecit manus violentas in novititm etiam
non clericum neque professum.
Ex.Clementinis eliciuntur Li
I. Contra possessorem beneficii, qui in uma sententia
definitivs sacenbait, quad per triemimnnon possedit, si se-
| ars
questraum, per loci ordinarium flendum, impedit aut fractns
sequestratos occupat.
2. Contra eos qui defimctorum corpora iu loco inter-
dieto ecclesiasticae tradunt sepulturae.
3. Qui publice excommunicatos,
4, Qui nominatim interdictos s
3. @ui manifestes usurarios scienter tradunt eccle-
siasticae sepultarne, in loco etiam non imterdicto.
6. 7. 8. 9. Contra religiosos gravantes : vet defrau-
dautes eccelesias in decimis: 1. ex eo, cum decimas eccle-
siis debitas absque. causa legitima appropriare seu usurpare
praesumunt. 2. Quando uliorum animalia suls gregibus
immiscent, ut exinde decima non solvatur. 3. Quaudo ani-
malia emunt et venditoridbus ant alie locant, ut decima
exeis non solvatunr. 4. Quando de terris, quas tradunt aliis
excolendas, decimas solvere ecctesiis nom permisermt aut
prohibuerunt.
10. Contra religiosos adınmistratisnem non —
qui sine licentia speciali suorum praelatorum ad curias
prmcipum se conferunt, ut — aut monasterfis damna
inferant.
11. Contra monachos, qui intra septa monasterii
sine abbatis licemtia arma tement. °
12. Contra impedientes visitatores mohasteriorum
monialinm.
13. Contra mulieres sectantes, aut de novo ass
mentes statum Beguinarım. j '
14. Contra religiosos pro statu Beguinarum dautes
auxiliom, consilium vel favorem.
15. Contrahentes scienter matrimonimn im gradu pro-
bbito consanguinitatis ,
16. Vel in gradu affinitatis prohibito,
17. Wel cum moniali.
18. Religiosas oontrahens RER ERS EIER
19. Vel moulalis,
-,
⸗
176
20. Aut clericus ia sacris ordinibus constitatus, ex-
communicatus est Ipso jure.
2]. Inquisitores baereticae pravitatis e et substituti a
talibus inquisitoribus, aut ab episcopo, vel sede yacaute a
capitulo ad exercendum oflicium inquisitionis haereticae pra-
vitatis; si ex udio, gratia, vel amore, aut propter lucrum
aut commodum temporale omittunt procedere coutra guem-
que, ubi fuerit procedendum super hujusmodi pravitate,
223. Aut hujusmodi pravitatem insenti imponuut,
23. Aut insontem alio modo vexant super £ali cri-
mine, excommunicati sunt, et per solum papam, praeterquam
in mortis articalo, veniunt absolvendi.
24. Inquisitores haereticae pravitatis, aut commissarü
ab ein, aut ab episcopo, vel sede vacante a capitulo deputati,
si praetextu officii inquisitionis illicite pecuniam, uut ali-
quod aliud extorquent, excommunicati sunt. :
25. Si praefati ecclesiastica bone, ob delictum cleri-
corum fisco, etiam ecclesia scieute, applicant,. similiter ex-
communicati sunt.
26. Officiales communitatum, facientes statuta auper
usuris solvendis, non repetendis, aut non restituendia,
27. Aut talia scribentes,
238. Aut talia dietantes,
29. Vel judicantes secuudum illa,
30. Ve] non delentes illa de libris comitatuum, si
possunt,
31. Vel illa servantes, excommunicati sunt ipso .jure.
32. Religiosi, qui clericis aut laicis sacramentum
unctionis extremae,
38. Vel .eucharistiae winistrare,
34. Aut matrimonia solennisare, non habita super his
presbyteri parochialis licentia speciali,
35. Aut qui excommunicatos a canone, praeterquam
a casibus a jure expressis, vel per privilegia sedis nposto-
licae coucessis eisdem, z
177
36: Vel a sentehtlin per stätuls prorincislia aut ay-
nodalia promulgatis,
37. Seu a poena et vulpa absolvere quenquam prae-
sumserint, excommunicationis. incurrant sententiam ipso
facto, per sedem düutaxut apostolicam abrolvendi.
38. Bansiens injuriose episcopum, vel qui hujusmodi
bansum fieri mandaverit, aut fuctum ab’etlis ratum habaerit,
vel socius fherit in hoc facientis, aut consilium in hoc de-
derit, aut. favorem, seu scienter defensaverit eundem ban-
nientem, ipso jure est excommunicatus, a qua excommu-
nicatione nequeat, hist per summum Bm, —
in mortis articalo abkolvi.
39. Religiesi wendicantes, qui domos ad habitandum
vel locum quemcängue de novo recipiunt, aut prms recepta
wutaut, vel alienunt, |
40. Aut retrahunt u a solutione decimarum
ecclesiis debitarum.
41. Sibi confitentibus conscientiam farient de sol-
vendis hujusmodi decimis, alloquis scienter omittentes, tun-
da ab officio praedicationis manent wuspensi,; quousgne
feceriat, si commode faeere possunt, et si medio tempore
praedieare praesumsärint, excommunicati sunt. ipso facte.
42, Religiosi: aut eleriei seoulares, qui aliquos ad vo- .
vendum, jurandam, aut promittendam inducmat, ut sepultu-
ram apud eormmu' ecclesiam eligant, vel electanı ulterius non
inmutent, excodhmunicati suht et per solum Romanım pon-
tiicem, praetergusm in mortis articalo, veniunt absolvendi.
‘48: Religiosi etiam öexemti violantes änterdiktum ec- -
elesiastieum aut divinorum cessationem servatam per matri-
eem ecchesiam loci, excommindicati 'sunt.
44. Domini’ temporales, qui cogunt aliquos ” loco
terdieto celebrare divina; ä
45. Vel qui‘ per praecones faciunt tune ad'’Nla a-
denda populdm evocari;
46. Vel qui prohibent, ne pablice excomimnunicafi_vel
12
—
intordieti.. super boc.ppx las, quii.minsas: celehrant moniti,
ecclesiäs exeant.
‚Ye Et jpai nominatim, qui, non. —— ‚eXcommuni-
cati gunt, et solum per papam absolvendi. „,
48..Fratsen minores si gempore interdicti recipiunt
‚im ayın ‚ecalgsiig, ad divina fratres vel garoreg tertii ordinis
S. Franciscj ‚ excommunipati sunt.
49, Asserens pertinaciter, quod onima rationalis seu
intellectiva ‚non sit forma corporis humani, tanquam hacı-
kicus excommunjcatus est. ae —
50. Pertigaciter aaserens, ysurapı non Frage pecatum,
tanquam haereticus exeommunicatgs ent.
51, Hoc quoquq aciendnm,, npd a jure. erCommanicati
vitandi nen sint, misi aecundum faryam conatifufionis, seu
statuti, supra sic incipientis: ad vitandum scandala, in til.
de senkentia excommupicakianis,
De Regulis Juris.
„Sanstopum ‚patrup, Fegulis at pragsentibus, . statuti
‚quivig moster gubditus regatyr in yita, verbia et factis, ut
sciat ef faciat, quod sccpptum ‚eaf, omnipafepti Deo, ut
consnmmato hujus vitae currieulo, ‚yog nobisgum in coelesti
pairia reripere merestar. aempiterne; „Ararmip- U
‚ Gonstitatio comeiläi Basiliensis deisysodo
..... ger episcopos erelehranda,
—— ‚gegeralis aynadus , Bpsiliensig,,. in ↄpiritu
sanctn ‚Ingitime, rongeagatg, unjveraglem erclegiem reprae-
sentans. Pridem haes aancte syngadus. quaddam saluber-
rimum pramulgavit decretum,.pro atahiljitate e% rohore ge
neralium coneiliorum, quarum frequens ‚nelehratig. prargipna
est agri dominici cultarg. Verum cum pd.enndem.cultusm
‚non dAuhium sit pertipere, syaodog. „pincnpplen ef: .concilia |
proviucialia, prout veteres canopęes decrerermat, fragnentari:
ideo eudem sapcta synodua,, antiquns et Jandgbileg mores
nostris cupiens temporibus servari,' statyif,.of, prageipit,
ıynodum En in qpalibes,; Aingceai, ‚pet, „octavam
demtwiede renenectionie vol ialla- die; weenndum inimuetu-
disem ‚dieecusiem, ad mins neme] in suis, wWbi neh: est
eomnetado, bis asttwetim velahrani par divecesmmmm, pre-
pria iu persden, ulei camonito impedimento fuerit praepedi-
tas, er mut per'vieerium.ad ‚her fdoneum, quae sybodus
saltem ‚bidue vol triduo duret ,. * — notentäridm: epis-
eopo visum fuerit. Ba 1
Prime: weten die —— diseodsano. dt o
bas sfite, qei kujuemodi- synode interesse - tenentur, beten.
missarum solennie, vei pest, "diveuzkanus, vol alins ejus
nomire, verbum Bei proponet, 'exhörtans ud beamos miores
sectoudum;- abstinehdıni a: vitäs et ad en, quas pertiesent
ad ecelesinsticnn diecipfinem er: - sffleid oiagelormn:. Hit
praeserflih, de bi, gibs anfmirimi vera dommmisse est, de-
uinieis diebws Et alte solemmöbus plebem wwbjactam -durtn-
bis et mönftis- "sehatkribun itietruinnt. Powten ‚ legak-
tur stetute: provficieis et ‚synodulle et ‚Inter alla al-
yals conpedissus' tradtatün‘,. 'decens; -dtomoda "naena-
menta ministwari debeunt‘,; et "Mia utiie pro ' imsti-
tefione sacerdotun: demde ipse' disecesanus du > vita
et moribus sab@ltorum solerter 'Inquirut, fabeis Simounisese
pravitatiy ‚"öontracttis Asurerios, «oreubisetinn ‚.foraibatie-
ven et Hi: qineris' crimins 'et eXcursus Hebita eurrectiene
cobibeat; Mlenaliones rerum ettltkiasticanmm: w' jume, pre-
bilätäs rerocet: Akbusus -cietiedreie et Worum .. sehrdite-
rum; gi: eirdd divinum offichne -deiätiene :debitt !habi-
ts 'ägfecerint, 9a meius refüriket at! eiiemdet. Bit imie-
ziam möälte’ schmMaln dacpie cewtiäkumt ex ‘eo, uodı eup-
stitätto "Bonifach papae Ki. gune iIicipit: Merieulenu .ete.
editü super elnustris 'montellum, von servatur: student ipne
Voeecesaanus ut omnte, qu xta — Ecualitutiunis teruraw,
exechtiönt mändentur. ' Nec' nen, us‘ quionwgqad-: velihüeci,
Koecesand- "uhbjebti, yeyplus et ‚comstitutiohen yanrem 'siöli-
Kiottiren , pfnesertim' ut ub: eis onmis proprietas. „bdieetur,
Inviofaßifitör ‚servent, tee Stine ie Olhnl'reteptlone ipuorum '
12*
180
ad religionem quicquam per BSimoniam axigeiurn. Praceipue
:autem in ipsa synoda epincopi eure Mit, imgquirere 'ac debi-
kia remediis accurrere, ne aliquod degma haereticum, erre-
neum, aut scandalasum, aeu piarum amrinm offensivum, sor-
tilegia, divivationes, incentationes, superatitiones et quae-
vis dieholica figmenta ‚dieecesin suam infieiaut. . Instunas-
tur praeteren testes synodales, viri graven , providi et ho-
nesti, legis Dei zeium habentes, juxta dioscesis- Istitadi-
nem, in numero Competenti, aut ali eorum potestatem ba-
bentes,, ubi. alii ad hoc non aunt inatituti,
Qui si doecesaua minus idonei videanter, eos amo-
vest et alio mode, pront ei expedira videretus,, imstituet:
‘ ‚bi autem ia manihus ipsiss dioecnanmi, wel aui vicarii je-
rare tensantur, ut tradit canon: ‚„Epincppus in syaode“: qui
per.anni circaham Instrantes ipgam diescesin, quae corrigen-
ds vel reformanda yiderint, his, :ad quos talia corrigere vel
veformare yertinet, raferent, quae nimi carrecta vel reformata
fuerint, ad.synodum subgequentem, verfereut, in yua debitis
remediis ‚occazratur. Sed et pragter: illa, quae a testibus
:synodalibus, vel alig eorum officis exercentibus dioecesa-
‚ans audierit,. inquirat, ipse, .diligenter de eunctis suorum
suhditarum exaesaihus. ot cantra taliter delinguentes insur-
‚get, ‚correetloyis debitee, disciplins, ut aliis malignari vo-
lentibun: teangent. in exemplum. Celebretur guagae in aingalis
provinciis, saltem intra hienpium a fine concilü genexalis
et deinde, ad. minna'semel de triennio in trieanium, prexis-
eisle aonchium in, loco. tuto, in qua tam archiepiscopus,
-quem suflraganei ejus ek alü, qui hujusmodi conciliis pro-
‚‚vincielihus interesse: tenentur, debite, yacati, intersint. Quod
‚mi episcopus eanonieo fuerit impedimenta detentus, procu-
ratorem suumm. destinet, 'non solum ad exchsandum et pro-
baudım absentine causus, ned atiam ipsins. nomine im con-
cilio interessendam.. syschpjendumgua, . quidquid concilium
duzerit statuendum, Alioquis ipse episropus a pergegtione
‚medietatis fryotuum uaiug, anni ecelasiae zuge, qui:per per-
at
11
sosam, in ipsoconeilio' deputaudäm,. ia ipsius zune scchesine;
fabrieam effeetualiter eenvertanter ; eg ipse. sit suspensus
Ali venire negligeutes, <omeilii 'arbitrio puniewtun, aliis
jaris poenis in. wuo robere darsturss. Goweilie 'autem ge-
nerali durante, et per sex menses ante, — ae
eislia koweilis non- eelebrentur.
‚Porro im -hujus: celebratiene oonpiki ———
vel alter 'ejus momime iufra miusurum solennia, vel post,
exborsetorium sermonem faelat; ea, quue nd ztatım e0-
clesiestipum et praecipue ad -pentificisie oflioium: pertinent;-
seriose memarando ‚ansuweisndoque sipgulin, quod juxte
prophetee sententiam, si sorum ewipa cujusvis edimn perie-
rit, alliys :sanguis a: demine exigatun Praseipus autom
tune Gat. montio. exucta, ut diguis et bewe meritis, que
rum vita suffcieuti testimonio nota sit, ordinen et bemeficin
sine ulla simoniaca labe conferantur , et super omma, ut
iu animerım cura commamicanda summa diligentia et ma-
tara inquisitto adhibeatur, et ut bena ecclesiastiea nulla-
teaus ad usus illicitos, quiaimo ad konerem Dei, ecclesia--
rum canservationem, habentes secundum aacros 0anones
praecipuam curam panperum et imdigentipm, landabiliter
convertant, schenten quod de his omunibus apud fribunal
seternj judicis usque ad minimum quadraatem rationem reddi-
tarı sunt. In quibos quidem 'conciliis de corrigendis exces-.
sibus moribusque subditorum reformandis, et” praecipue
qualiter episcopi im ceonferendis beneficijs, . confirmandis
electionibus, mimistrendis ordinibus, deputandis confessori-
bus, praedicando ad pepulam et puniemdo . oxcessus subdi-
terum, observationeque episcopalium . synoedorum caeteris-
que ad oflicium episcopele ac jurisdietionem et administ-
rstiosem eorem im spiritualibus et temporalibus 'quomodo-
ibet spectaatibus se gesserint, et praesertim si a Simo-
sisca labe manus innoxias servent, diligens ingnisitio
stenndum jurie dispositionem fist, ut omnes, qui in prae-
missis deligquisse camperti fuerist, per ipsum concilium
39
punindtus ot: eorrigantar. Small: mbdo: de: inen meirepek-
tano:.oigee omuim supsadicha diligeaten.. ihqmireer ,: ehjhs
. exdessıum et ‚defectüs ipaum soneilium eidem ‚speoieliter &x-
primat; :ipaum-sdeaöhende: at, ebsesraude ,. .ut,; ;cuin ‚aliormm
psten- yadelsır: at‘ enme deboat:, a talibas: ommiao- desibtet.
‚Et nihilominus inquisitio -habite: de14pissope:: in. seriptis. zo-
daesa üd.Bomanuia puntifigeni vel-alum ajıs supnmieliem, si
quem bebet, aiwei. mora: krasamittätar ‚ai: ab eu’ punibisnew
et rafesmntionem -auacipiat condectntem.: - Intem caoters; sb
. geme disgordiae, oontextiunes:.et inimichise: inter quescae-
qiie viguoriat, qune qiietem: eb traugmillitabtn .provinriae pas-
sint neriarbare, euret dmmi :afudio: sacznm. cmmeiline üllos
sedare et: giere Yiorum petrum ad pedtem; couicaediamque filie-
ram. vigilenter insehdet. It‘ si: inter: regna, prowineiss sem
printigatüus bujusmodi disnordsas susoitam. contingit, ' max
Dei autmetites ‚cancilia previncierum sdatum simuk cougwegeri
precurent,. et. albs invicam cduniliem et. augilium: impenden-
von, discerdarum fementa . ampınana 'studeang,.: me-
‘que ‚hoc okeujus sman: 'vel edie ‚praetenmiltunt, aed: ad
Dean solum, et salusem popali medtis ewala; ersgentes,
swactum pücis 'opun, :bmni stepiditats zemesin, perkcizmt.
Cnglitentur. insuper in prievikoigli syuuds;, qune: imme-
diste genesale cancikisıh subseqmens .antocedit, emaha, quae ia
eodem. generali . coneilia visa fuerint :presegmenda,. ad: Dei
gioriam et provinoiaa eommodum salktemgup popali ehri-
stivni 5; ibidemque eligauter. in. mumego empotenti,
qui ad proxisium generale cakciliuni' vice betius, -priewimkise
debeamt profizisei, gaibus per subsidmm: wel 'nlias providea-
tur, preut ..de jure et ooneilio,-proviacisli:. visum fuerib ex-
pedire: ita tamen, yaod illi. qui ultra persemas, ut prae-
dictum ept, deputatas; ad ipsem cougilium generale -eede-
dere voluerint, aut psorum .cloras, mullabenns "prupterek
gravetur. Releganbur quo que in unoguegue peuwimciali: euneilio;
gqase sesundem cunonicas sauctionen im ..eibdem legi ‚prae-
eipiuntur, ut 08 inviglabiliter observensur, ot en
bus poenae debitae inferantur.
; 383
"@uad: wi ietropoliseni: seu ‚dioecesuni praedichir tdr-;
misis 'in- celebrandis. ptovinzislilms: &6 episgopallbus syaodin;'
eessante fegitimo: Impedimehtu‘, : fuernt' uedligemtun,. medie-'
tatem: ominiam fructuum et! obvemtiohem retious susrem
ecchesiirum ad‘ saw: pertinstitium fehrisae :ipsarum' woclesia-
rum appliewmdani eo ;ipso . amittemt: Qui si et im eundem
negligentia per ired proxikses inemser perpeveraverkH , ab,
ofhciis et beneficiis ipso facto sint Bapeanı:
Quibus —— — sub ante seriptia poenia an-
tiquior in provincia ordine episcopus ipsius metropelitani epis-
copi, aut major in dignitate post pontificalem in sacris
constitutus, nisi ad alios forsan de consuetudine vel privi-
legio pertinpat, negligentiam in gelebrandis daotis provinciali-
bus ei episcopalibkus synodis. supplere temeantur.. ‚Juhet. im.
super haec sancta synodus praelatis religionum..et, drdiaum
quaramenıngue, ad quoa colelirare capitula.:pertinst, quod
illa statutis temparibus sub. praedictis. poenis. servent et
servari ‚faciaut, in quibus secundum canoniean sanctioneb:
et religionum constitutiones cum omni. studie: et diligentie.
ad veram singulgrum religionum et ordinum informationen
intendant, ita ut deinceps im singulis monasteriis juxta pro-
prias.regulas debita regularum yigeat observantja, et prae-
eipus, ut tria substantialia professiouum vote oninino ser-.
ventur. Per preemisss qutem haee sancta synodns non
intendit juribus quoramcunque quomodolibet derogare.'
Dat. Basileae etc. VI. Kal. Decemb., anno etc. XXXHI.
% .Conelusio.,
Haec duoque nostra synodalis statuta mandamus in
ecclesia nostra Bambergensi per notarium publicum primo,
et deinde, quatenus opus fuerit; per rectores parochialium
ecelesiarum et alios curatos, pro populi sibi-subditi oppor-
tasitate, in quantum ipsos ac populum concernunt, in eisdem
nostris civitate et dioecesi, temporibus ac locis convenientibus,
184
pablicari sou intimari. Et ut-secundem veierem comauelu-
dinem, sandte episconslis ayhodus hactenus feria . tertis
past dominioam „Exandi“ celebreta existit: sic singulis fu-
taris smnis celehrabifur endem die . in eoclesie nosira
Bambergensi, Et clerici qui in illa imteresse tsneaninr, 508
praesumant se absque mestra. licenfia aut tatienabili ei
justa chusa ab ipsa quamodolibet absentare.
Temerarie vero se retrahentes puniri volumus et prae-
sentibus mandamus: si autem forsan locum et diem ejusdem
synodi contigerit mutari, id eisdem clericis volumus tem-
pestive intimare.
Insuper volumus, etiam sub exctommunicationis poeas
districte praecipiendo mandamus, quod haec nostra statuta
synodalia, in praedictis nostra civitate et dioecesi firmiter
observande, in nostra majori Bambergensi noc non. in colle-
gistis ecclesiis et monasteriis singulis earandem nostrarum
civitatis. et dioecesis, et apud deennos rurales ac ecclesia-
ram parochialium rectores quoscungue debeant de verbo
ad verbam haberi conseripte, in litera correeta et aus-
colteta, ita ut sint per munum notarii nostri fisci sub-
scripta, si de inobedientia noluerint reprehendi, et secan-
dam ea, in quibuscunque causis et in quacungne instantia,
sententiari- et definiri debere. Dispensandi tumen super
hujusmodi' nec non ubsolvendi a sententiis in praedictis
statntis et oonstitutionibus, per nos, ut praemittitur, latis
et supra expressis, interpretandique atque mutandi et cor-
rigendi ea, nobis ‚ et quibus id commiserimus, omnimodam
reservamus potestatem. Data in civitate nostra Bamberg.
Anno a nativitate domini millesimo, quadringentesimö nona-
gesimo primo, feria tertia post dominicam, qua in ecclesia
Dei cantubatur officium Exaudi.
185
Iv. 4.
Die Synodalſtatuten des Bilchofe
Scheul von Ziaburg a.
Sie find blos eine Wiederholung jener. ves Seinria
von Groß; nur Tit. XLIV. de Judaeis iſt BR: Zus,
jap angehängt:
Mandamus etiam, et in 'vietate annote — sub
pena excommunicationis‘ preeipimud ommibus 'et singelis sub-:
ditis, nostreque ditioni enbjectis utrinsque sexus Diocesanis
nostris, et per universam Diöces. nostram constitutis, ut
zeme, cujuscunque status, aut eonditionis exiatat, cum Ju-
deis aliquam babeat commusionem comedendo, hibendo, ko-
epitando, domos, aut habitationes locando, emendo, venden-
do, aut quavis alis ratione vasa, vel clinodia, annulos,
vestes, res aut bona parvi aut. magni valerıs, quiblscun-
que appellentur nominibus, impigsoraade , vel in cuntedian
reeipiendo, aut- ipsis tradendo, mequo consensum ad id- ad-,
kibende, seu permittendo, vel in aliis casibus, a ;jure pro--
bibitis partieipando, cam verisimile sit, omnia hec supra
dieta in fraudem fieri' useraram. . Iubibentes nestris Capi-.
taneis, Praofeetis; OfGeialibus, Seultetis, Judioibus, Ceut-
graviis, Geanatoribus, et Scableis pımmium et singulorum
sostrarum Civitatis st Dioces. Judicierpum, ne aliquis queri-
mosiam sen petitionem in jadieio super quacunque usura &
quevis Judeo adwittat vel recipiut:. nec sententinm aliquam.
super hoc dicat, aut executienuem faeiat; verum bujusmodi
petitiones et cumsas rejiciat, et ammillet. Ae ubi continget
aiqiem ex Judeis propter mutaum, vrel atiud legitimum-
debitum pre summa capitali querimioniam offerre, debet Ju-
dex illins judieii terminum legitimum reo Christiano statuere;:
in quo reus jurumento »ffirmare debet, quantım ab Inicio
perceperit, et Jadeo de vera cupitali samma sbsque fenore
.
186
=
et usura debuerit; in quo Judex juxta consuetudiuem et
observationem illius judicii. &onträ weum executionem facere,
et ad satisfaciendum ipsum compellere debet. Si vero
quiſspian vepertus⸗ fherit:, af hoc preschtk hihndattur nosat
rum transgredäns 'sity. dt; u da ih joemam' dxeommunicatio-
nis, ut prefertur „ "iInciderit, illius absolutionem nobis dun-
tuxat: neservanlus:' ita, ut non - wei a nobie ; * de apeciali
muüduto Hustro Absölri pesuit.
Dat. in civitate noatra — Anne Bumiki
Millesime 'quihgentenimo, sexto. .: 'Feris teraia. pest: Domi-
picam-, qua in Eeoleaia..Dei «antabetur: ofiicem Exandi,
ort, F a — 3J EUR .
. .
« ‘ “ .°
B.
rs A 4* —E 1 ., ’ N
Ein Mandat besſerben, * er zur —
N bet Späodalftatuten rn
a. 150%...
‚Cum — Sanctorem Patrum — et juris
oonbanis‘ Samttiones! Christi. militares, laudihus Divinis de-
pitath, vitay. gest; morsbus et. habitu honeste se gerere,
ot suorum Superiorum ratiawabslibus preeeptis obedire teme-
antur, "Nesque propteres Sitatuta -sostra Synedalia - pre-
futn, ‘ vestigiis :Patrum. :Sangporum -prefatorum , et ‚Prede-
c#ssorun :nestzorum ,: jarisque -coımuais Sanetiomibus. inhe-
sende, singulis annis. publscare- faeimus: que cum 'a. pleris-
que Olericis noatris ‚prekerir! imo. temere vielari conspiei-
omas: et qnidem eondelenter referimus, ‚vitam et hosesta-
tem Olerioalem wdeo apud qünmplures, nostrerum Civitatia
et Dioces: Olericos esse obumbratam, ut vix inter Olerices
.e& Iaicos dincrieten habestur: et ipas Statuta nostra Syno-
dalie in- ipsbreim Olericorum cerdibus -obliteratk, et a pluri-
bus. von visa „dt perleote .vilipendantur ; 'nallam peopter
nostrdw; :quanı »Huchenus::pii Pänteris: more tollerarimns
putientidm, 'ompientes \orhendatdeneın.
:‘ Ne igitur majer dd inobodientiam --deiär occasie,. ek
I
ne patientia nostea: hefıamndi od: delimguendum. incantiruen -
twibeet et audaciam; sehis, ashuthası «ti: aingalio aupredictig,
tem cdbjeuctim, uam: divienw ie. virinte-.aanete: obeniunkier.
«+ sub exedmmushcationitl pema , dieträkte: preeipiende aaudan
mug, qiuatenwe 'qunks ef albigulin Mreäbytends-.ak- Clerigos:
' rwsledj sub distwictibiis at ‚wodibus, -atque Panathiia, vontaim
constilmtes, se:.iis fvita,. oanvernatinne, 'habisn. cleniewliter.
zo yeremten; :no eastrerum- Synodalion, os; Saneforum:
Patrıim : Statülorum tranngressetes,- pracipue- In : bemefeiie,
eorem. curetid,‚vel Kon :carutis, sine ‚mosten licetitie. man.
meidewöts, aut beneficle non. conkrmate proridenien , ah,
ie Capellin ardium, sen .castratum,. vol: ie -Altaribun portur
ukbas Divisa, Leentie. sen: admissione: nastrid mon.nhteltig,
eelebzrantba..oflieie, sat :erndem admisainne ‚non ohtenta, pe-
rogrines. Clerioes admittentes: amt absıpıe sesiammntis- denen
deaten, et. vorundAm. Glericurns pretensos tentamentarkas,
et konerum: accupatares -sew dispenantenes, et roligae®
Stetutorum nodtrerum Bynodalium- vielatoras, ad -nossrem,
et Vikarii, sen Comuhissuräs, vei: Affitiehis,; non atiem.kis-
eali> Hostii. in Spirikuahbus audientiem, fotiens! quotienp.
ülad oontigerit, deferas quontocius procufalis:. ‚significanten.
Nobis megncierum 'hujesmadi, gunutum. bıihie ‚ianutendik ;, ©;
insshesoore potenit;. pem liiaras..uus- nunnsei vestzon mpritus
: Aliegmiai contei, ‚as qui in- premindis enlpabilesı fun-
ritis, tabquam oeutra inobodienten,. ports. Negestiiiquulitetsem,
pront: dignum. fuerit ;et: justum.. -presademtan,. inohediankinm-
kajnsmodi aondigne: animadrersione fenjende.. .
Bes - in eiwitate: nisttk Bemhergen. Ami) & Nativin
inte Deuini 1307.- die vieesima. Junü. , . 1
og
deſſen! Maundat hezü glich der liturgiſchen
Sleinnig, a. 1507. 2
Debitum ‚Afleii Beat. exigit, et :ratie. —
omesgentin ciren aenditn -pes- Kos. Stabats, dabla -peir; decla-.
*
x
2
x
188'
ratienis remedium 'sebmioveanter. HDudum siguidem et: im
ieitio Pastoralis: nestri Regimimis inter alias: Canstitutienes
Synodales statwrimus;' s0. sub suspensiceis peme, ut. Prebem-
dati , -Primissprii, et Bemeficiati : Parochialum Beoclesisrum
ie Pröcessivnibas, Metistisis, Missis, Vesperis ‘et Comple-
torirs,, in plenis Offichis , ec nevem Lectionum, 'et Domimi-
cis 'diebus ' superpelliciati interessent. . Volumas et mande-
mus, prout in eadem Oonstitutione;, eujus tenorem: hie pro
expresse huberi velupus, latius .contiketur. 'Et..gdia deinde
ab uliquibus, at scteprmus, versum fuit In dubium, an pre-
dieti Prebendati, Primissarii, et Benefisiati -. indifferenter
quarumcanque Parochialium: Ecctestarum ad hujusmödi pro-
cessionum et Divinorum interessentiam, de duibes in dicto
Statuto fit mentio, tenerentur: Ad hujusmodi ambignitatis
dubium tollendum , at ex eertis ratienabilibus, arimum no-
stram moventibus cansis, declaravinnıs Auetoritate nostre
Ordinarla, decieramus per presentes, et in bis seriptis,
nostre infentiouis, mentis, et voluntatis fuisse et esse,
eosdem Prebendarios, Primissarios, et: Benehciatos in Paro-
chialibus Eoclesiis existenten, in qutbus kujusmodi Proces-
siomes et'Diviua Oflicia in festis et diebns in atatuto expressis
er Plebanos, Vioeplebanos, Cooperateres, Rectores Seolarium,
Chorslies, et Scolares; ant aliquos eorum ex oommetndime,
sive fandetione, absque prefatorum Prebesdariexum, Primis-
sariorum, et Beneficlatorum "'interessentia ‚hectenus fieri, co-
lebrari, et cuntari cenmaeverunt, per. hujusmodi' Statutum
nostrum minime comprebeusos faiese, fore, seu esse; neque
hujusmodi Procesesionum et Diriuoram interessentium auf
aliter, quam hucusque introductum, ohuervatun, ot cunsue-
tam fuit, in aliquo obligasse, aut obligare; sive ultra teno-
res eorum fundationum Beneficiorum gravasse, sev gravare
velrisse aut velle. Quam' quidem declarstionem vostram
hajusmodi, statuto praedivto allus iu suorohore permansaro,
observari, et iu valvis Ecclesie nostre Bamberkgensis piblicari,
ac ad alias Üvustitwtionts annotarı volumus- et muudamus
189
presentium ‚per. fenorem.; »Dat.. in Cititate ‚nontey - Bumber-
gen. Anno. a Nativitate Demini .Millenime :quiagentenimo
septime; - Feria. tercia memssa. Julii, neastri Vieariatus sub si-
gülo mn. impresae, . » ee —
Vv.
Die Synodalflatutgn des Biſchofes
Weigand von Redwitz a. 1534.
Diele Statuten find eine Wiedergabe der ae Hein;
ih von Groß und. Georg von Limburg. peomulgieten, mit
ganz wenigen Abimderungen, welche; find:
Tit. XXXlIll. de celehratione Missarum et sacramento
Eucharistiae ift in zwei Abſchnitte geſpalten, wovon der
zweite den Titel: „De horis canonicis“ hat. und mit den
Worten beginnt: „Et ‚Clerici, qui in sortem. Domini, vocati
existunt etc.“
Fit XXXVIL de obneryantia. oe Fr der. Sa:
„Nos attendenten enusan, et. rationen eig.“ ‚babin geändert:
„Eapropker atiam. praedenpssor noster. ping memoriag,: fünc
ieuperis Bambergennia. en attegdens .umysag et ra-
tiones etc. obtinuit.“ —
Pit. LVlI. 'de — — ie bezůglih der Aus-
Übung des Predegtamtes: vor den. Werten: „Et ne quis per
igaerautigm-ntesuti-genevalin: coneilit ee. folgesihes Statut ein-
gereiht: „Insaper sub dieta poena suspemsionis' a..divimin..ac
interdietionis offieii preisiliostionis, .nes non.-privatiosds beue-
forum peena; jam- dictis ‚presdicatorikus ‚et ecchesiarum
rectoribus aliisque : .effiis praediogtiemis exenoentihus. inhi-
beman, me in -eorinm sermembus papule::qälegusm, !expres-
sis, sen oeeulfis ‚vorbis,. cowira 'sorum saperierch, tası -spifi-
tasles quam: secnlares, ex quibus orror,. edia, inswitstianes,
bella quoque et atrages variaque-male.inde: emoxieh ponsent,
Prasdicent seu prorumpant, imo etiam eos a simillbus dili-
"100
weten avaktent, ‚deutee” facieuöds pusnem- pranfactein: isen
ziuse volwamm ipso fasto.t.. 'ı --
Der Schluß Iumteta „Datum in Ciritam, nosten Bau-
„bergensi Anno a Nativitate Dommi millesimo quimgesteiise
tricesimo quarto feria tertia post dominicam gaa in eeclesia
Dei cantalatar officium Exaudi.“
"u. A:'’
Rörereadisainen et Hustrissimus Princeps ac Dominus D.
Josunes Georgias*) Episcopus Bambergensis haer infra
:scripta paneta ab emanihus Parorhis et Benechaiatis
hujus :Bioeceais serio vult abkervari..
®
Ex Vicarlatu Bambergensj die 28. Augusti 1623.
1. Institastur cultus divinus ab omuibus zegusiter.
Io 'hyeme 'ut' bora decima finiatur; in aestate, hona.
2. Doctrina christians serio — et ee Synodos
sompellenter sub 'certa. poeme:
'3: A parocho suepius : suholae — et quis
proöfectus x Dudiretoribes Nat diiigunter oxiuinhnugdene.
"4, Bifigenter exammundem. hır non — —
nos in prohibito matrimonio viventes. nl t‘
5, Pen. ab omnibus- anqueliten — atj saerven
‘gr ner sine. magsa meckmeilate faoiian sind iu diapenannde.
4, Bomber hakktum: — ee oa
ee -deuembee: ; i- 409020 ae enden.
-%. Ooncabinss amevennt, — — dumiliam.
. 6. -Compatuisı.o6. atsages. Edelesierum ‚haut in .peue-
——— et.eusuptiliun ihidem pareapen..
‘9. Gupellened ‚qui babantı: ‚apuunbates. dekent ‚diebas
Venerin . ad: minsgee de.-passiehe. , Deminy, -dishus Mlearcarii
pro: Rute: mlii: gi ilkie — nec aleto — fooiasat
do-hin commemebutiehem. - Pe —
" *) Sohann Georg N. — von Dornhelmn 2eg. —
a
:10. Maya; gmme-,..tam: in. somaplis; ‚gain. in. Qerario,
apeellia, aaripkia, eqameterils ‚ak asseriis, meltvahtur, ‚at .de-
hito cum qrdine Äappımmasun oh, asservenfun.:. . . . 0.
1}, Sagriatia a..camganili sopareker. ac disjungatur, ne
parochi dum se pm ‚ro dispenunt imipedientun...... .
. 12. Singplis 14. diabne.in kumidioribna sacheriis: in
aliis siccioribus siggnlis.mennihus as, Sarremenkıum ranevemt.
‚13. Singulis wengilms ad mie, Jieek- ipsia non vi-
deatur necessarium, confiteantur, . et oeaaninnem sonfitengdi
apnd Frapciseaues Hleemonyaas relligesten aon negligent.
‚IA. Infirgi .etiamai ad hos nnn. acensar, wlro visi-
dandi ahiam haspelicie .: 1..." Bes de
15: Extremae unctionis usus omnino intredaenndus
et de hoc ee informmndi.: et aisj..vliak,a, mepultura
exchudendi.. , Le % IR
16, Pa defunstin, enlobreter, at —E nerwent, '
licet non petatur. rt
. 17. Minsa. celebpari... Aahat,.. tuan..- Imaanisafur. iu > facie
Ecclesiae et benedicuntur Nuptise, et sicca uhaaganda: aub
poena: quare ‚monepdi ;eentzahentan, pt kempesfiva.ad sum-
mum circa decimam ante fores Ecclesiae pmnuseint.... -
18. Habeaut. Uhr. ‚in. aueau Jiligeaker: baptizatos,
matrimonium ‚ennfrahrakes;iet: martuns äneeailash .. :
‚49: Syupdas. erlehrent,.. ak ısuh bis aka ;caetera mo-
neant parentes et patresfamilias, ut filios et fawiliam aub
cerfa, gonna a dasisinam..nlmintinnam -miktank, Kunn et ma-
xime obstetrices an neglexering: jafenten ‚Pxaminandan. ..
20. Nna Aink in.mors, amt cnlga nt: quip megligatur
urca admigistsatiogem Buaınmenterum: ita Mi; yeil, nnn bap-
tizetar, vel sine sacro Virtioo..adaltus deacadet. . .. ı . .
21. .Mfhrium,.idivigmm: eti.cantus zennundest pelsui, et
se ad Vesperas aut Salve tantum pylankır, %.nan PARKER“
tar careant or. gantantun. ah: apdlitun aalam ‚qine parocho .
vel Sacellano, cum hic collectag et ‚non .alins.recitase Meher.
B2. Arilmi haerstisangen suhinne ‚zemarendiu -.
a 102
+83. Ludimoderatores: et seditwi in lieitis et ad quae
'senentur -obediant anis parochis, hosque revereantar, sint-
que non omnino rudes et. mechaniei tantum, sed aliqualiter
literati, ei pro Ceonstitstione Ioci pro canta u et non
nisi opificia vel offioin exerceant honesta.
34. Baptisterie . et sacrarin sint beue enstodita et
‚vcoluna cluvenque ud haec habeant parochi.
25. Secandam rituale Bambergense Sacramenta, alis-
yue divins 'ministrent, ac peragant.
26. Statuts Capituli quivis secum descripta habest.
+87: Horas diligenter etiam itinerantes recitemt.
‘ 28. Lumen ardeat coram V. Sacramento semper dia
noetuque. |
120. Obediaut muik Decanis,
30. Aedes suas atque domos parochialen in debita
‚stractura ‚caunervebt amt- quemodo reparandne im scriptis
deponant. |
81. Designstionen redditnum trensmittant cum eircum-
— suis. '
- 32. Ventitus, color et ——— ie et con-
venientie- Olericis:
33. Ospellanos habeant e 'hos alere tenentur.
34. Seapularta ad minus Refigiosi. portent.
83. Jejanfe et ——— — ———— aut
deferantur
36, Conventus — noeturni Rusticorum ab-
rogandi vulgo Rockenſtuben. :
37. Fratres Benefaetores, tum vivi gquam defuncti
debent in libro Protersitatis inseribi, et suo — andi-
— ex auggeatu manifestari.
"38. Copntlouen germahitas hacreticie commnnes in suis
snrochiis non tolerent. '
39; Procuratores rutiones snorum’ Ran; percep-
thrum 66 expensarum reddent, |
40. Per Deeanos aut. Defiuitores debent ihtroduci aut
498
praeseutari parechi., uaid-cuıh praefeetis, ei non per solos
sseculares, ne. aimium winüuttir, seu vilesent illormm autbo-
ritas apad suecularem Magintratum ht Parechianon.
41. Incursus Luporum Praedicantium alingue scandala
sen impedimenta religiemis Uathvlicne in -scriptis Bambergam
depunant, eaque pro posne removeant et corrigant.
42. Debet — :de Beneflriim et malt an satis-
hat fundetiombus.
43. Pixiden ss. — — huheunt, "undın
pre via sen iefirmis, ulteram pro Ecclesin et continus ub-
servatione us. Sacramenti. “on enim hoc Ss. spoliari dehet
Eeelesia. J — u x
44. Obstetrices an teneant furmum Baptismi debent
examinart, super hoc instrul a purochis singwlis annis.
45. Vitriei debent esse jarati; nec quiegeam aedifi-
care, procwrare, vel erditure audeant in 'Ecclesiis sine
praescita parochi, et in Iujusmodi ab eodem dependeant.
46. Glenodiorum et suppellectilium in Pardchlis ca
logum, seu Inventarnm habennt.
47. Perochi non ugant Caupones in Raptismo aut
Nuptiis. j
48. is sacristiis —8 — —— prae-
sortim foeminurum.
49. Parochiani Wunenntur ut suos. infirmon tempestive
denuatieut parochis. "
50. Comparanda sunt - Antiphonarie — pro
— cantandis'et wlin. \
. Debent ubi nen sunt erigi scholae, ne’ juventus
— Pe kuterim 'Parocht ad instruendum sunt
ebligati. 2 |
53. Ab aegrotis pruesertim qui. periculose decumbunt, .
sa recedunt 'quin mentiv fiut seu facta Äuerit de Extre--
nae Unctionis institutione et effectibus.
83. Conriria. baptismalia 'et nuptkalia —2*
54. Anniverserii serventur.
13
194
38 Tamppre ;defprminnte. abilErclasia eh ex ‚mandais
in Baschate. ‚cgmmunicent Parochikmi;:-et. hoc. tempare sae-
pius et serig. MER CSIBN I OOREDMEER sub. poena opgendi ar
compellendi, . a ni — N
58. Diebus fentikis, et: Dorieicin . parenbiani ‚necrun
audiant..
a re —DV 12
a ol
37. Bebpodietipne — obaer vank.ı]
58. Extra Dominicas et festa. per — alique
ties celehremt. ee ————
59. Corporalia et — aiut Eu: haccaue
eruee notata et a Inxentar prime lotia.a nacerdote fieri debei.
60. Ss. Saeramentum ad infirmos cum lumiue et de
‚bite honore.:yliquibus,comitantibus deferatur, praeter aadıtuum.
. 61, Quuris, Paracharum hahere debet notatos et con-
—— iu. ‚satulogo. sups parachjanos ut faciiine, cognos-
cgre Kossit, ayes tum pperos neu: infontes, quam.adnltus.
62. Festa. Patrenorum, maxime coli debeunt.
‚ 63. Ryidam’Parochi dermienses parochianes. et prar-
sertim juventutem a Prasdranniihns, dilasiuri ;permittunt et
Me auqa negligunt. RE oe u ae
64. Usurarii et ‚Venefici, blaspkent- et adulteri sun
deferendi, ‚huesgye fagitia per parockum. abrogand«.
65. Purochiani deheut instrui de salasalione angelica,
ut ad signum .campanae (quod.ter. de die dari debet) genu-
fectant et ter per Ave Muria ut habetur in patro Ce—
techismg „BER, VirgingmMavi am, aalusant.... Säwiliter' diebus
Veneris ad signum Passionis Domini ut venerentur per
guinque Pater et Ave quinqgue Vuluera Chriati..
‚66. Martui qyi advehugtur ad parocbiam ex adjacen-
tibus pagis ante portam parochiae de plaustris vel curri-
bus ad feretrum depopi . ‚gebeut et inde proceasionaliter
cum canku et ‚cgremgnjis, ad coemiteriam decenter deportari
et sepeliri. |
ı —
67. Haerttici ai in: poemiterün neneliei debent in loco.
ab aliis seperato sepeliautur, ... |
|
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_ discedant. BER BE Tre Bere
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Ei‘ ı) -
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‚
" 08: Anglimissartus lach. Minsam sunm. (4 \“Sucra-
mento singulis Diebus Jovis eurare dehet,' cum ' peicedyiwde
fratrum : ubi »eommed& fieri. petest'anticipate find -:
68.. Quanda. gixides;: ubi powunsur -Rleemosvid. ' son
relleeta aperinntnd. debet.:hue Rers.in praesentia! pärochi.
10. Parochi quormm..pagooehiani:: sdhne non: sant : ob:
‚Armati, hoc ınd.Reverendisinem Suflregunenm: deferant.
e Ti. Eikeontionemw. mundstorup B" apnd Maglatri ium
sareulafem- urgenitt, quod si- non veliot deferant ud —
um Vicariatus. Berne
72. Jadaef tion - sit tolerändi, at "eat "per coe--
niterfa, et si non exhifeuht‘Venerabili Säerumento ant Sit
terdoti debitum rererentian, 'wılnt ad ——— deferendi
saecnlarem. —
73. Parochlänt ' * sul" divinis "potitant, 'vel aliqua
alia traekunt,' sunt per ee ak ‚saetularem' EN
vet punlendi. a u er ee
74. Parochiunt qui antiquum Calendariom hagis quam
aovam.'servänt — € en sant mans; rest oda
deferendi. ' ———
75. Oburese"uon' Hebent Nleri diebus — neque
diebus festivis nisi post cutechesin' et —— ——
et ab His, qui lis interfusrant Zu -
76. "Nemo !Pärdchöfun 'ültra " biduum aut: tridunm' a
propria parochia sine licentia,, Viearii in spiritualibus se ab-
sentet. Interea de Provisore sibi provideat.,
77. Chin Judaeik non mültum conversentur aut satten.
8. Curent ne Parochiani‘ sine Viatico ex hac vita
|
;
- „7. ıProcessigngs, snlamnes, in. fegto S. Murei et die-
bus rogatigaum ,ısıbi, prius nun ‚sunt institatae,, inatituantır.
80. Benafieint; in, Iygis perochialibus praesehten 1 ag
sesidenteg appistere tementur diyinis ‚in.perochig.A ı
X1, lidem ‚observent. fupdationgs ef ealebrent Anniver:
sarıos ad quus obligantur.. .» 21.0.0: — V
13.
106 »
‚82: Parifontoria ‚debent ‚esse distinets a. commuaibus
stropbiolis et benedicta.
83. Beciesine . übique lor orum debite sc ceita hora
»ecludaptur ot on in mectem usqwe apertae ralingusatur.
84. lofanten secundum ritam Bambergensem et sine
cantu et aläis caeramoniis sepeliauter.
85. Ne quamdoque detineantur. nimm vitrici ie
reddendis rationibus Hropter ‚absentiam..aut negligentiam Su-
traparum, has ferre pessunt carnım Praefecto .seu- Vugteto
etParocho etc.
86. In Gupellis ubi gon asservatur Ss. Sacramentum
wonendus' populus .ne: fiat juxta Sacrarinm aderatio. etc.
aut talia Sacraris qyorum. nan ease potest usus omninn ex
sacellis amoveaatur.
87. Defectus particnkares Commissorum suorum Capi-
tularium parochorum | ia Capitulis Commissario exhibeant,
praenertim si nondum sunt amoti aut correct seu emendati.
88. Cuvendum ne. quis alterum, false aut ex invidia
deferat et ne quisin alterius gratiam dissimulet id quod in
detrimentum suae parochine aut Ecclesiue cadere possit.
89. Antegaam sint genfessi et. communicaverint, Con-
trahentes non aunt intronizandi.
90. Et hi si peccaruut carsaliter ante: intronizationem,
solvant priusquam intronizentur mulctam Ecclesiae.
B. .
" :
Puneta quaedenı generalia in Capitulis singulis propo-
‚ nenda jussu Revereudissimi,
Decret. die 5. Julii 1631.
1. Ut praesentes' necensiteten Keelesise Deo in Sa-
erificiis frequentioribus eommeident :ac Orstiones eo fine
a R22 institutas sedulo fraquentent ac frequentari fuciant.
2. Serio inrigilent ut Edictam modernum prepter
laseivium biasphemiasque cavendas‘ urdmemque Politicum
obzeryandum effectui detur ac observeter.
2 im.
3. Designationem conficiapt , quastum ratione stolae.
ipsi petaut et aceipiant ut certum quid circa * Imposte-
rum determineri pessilt ; Bien, 0 cr
4. Ju matrimonielibus proclawationibus aliisque impe-
dimentis etc. „dispensare non praesumunt sine ne BZ praescitu
et mandato.
5. Jurs Episcopalia. uti Commendas et Steuram vi
gore juramenti & sp praeatiti abgque .mora..exolvant, ‚aliaa
severiorihus mediis ad afficium compellendi.
6. Ousans reservutds im Commendis ——— difigen-
ter advertant, maxinme' a 'verberibns erga se" Ialcosquo ab-
.tineast, cum in has — Inter ae & nn
faeta casıs reservatus sit.
T. Qui licentiam hübent ab haeresi, — notent
diligenter, duundo terminus exspiret et id tempeslive refe-
rant ac prolongationem impetrent, qui vero 'eandem non
habent, uhsolvere ejusmodi poenitentes non praesumant.
8%. In fastia ..celebrandis. coyformitatem,. quaad Aeri
potest servent, guousque . manılatum ‚ipsum .cenovetur, ot
certum quid circa = statuatur. N
9. Singpli suos parochiauos“ serio” adhorteutur ut im
matrimoniis costrahendis- cautr sinf, ne, cum impedinento
aliquo consangıinitatis vol. ufinitatin invicem despondeant
se contrahant, RR enim in dandisa Bann, dispensntionibus
diffieiliorem fore. '
10. Testnmenta et ultimas voluntates —— hnjus
Dieecesis statuta à R® Vieurio ceofirwari eurent, alias
po uullis declarandas. '
198
|
neh. nn ya
Statuta antiqua — — )
ae der: kgl. —— ohne Jahrzahl.)
Cap. 1. Agit de petitione. quam nd Principem pro
confirmatione Capituli deferunt. Defuncto enim uno Episcopo.
denub ab äftero succedetite’ cönfirmdtur. -— "Unatimis frat-
rum universörem 'totius venerabilis” Capitäli’ consensus ex
antiqua et laudabili confnetulline requirit, ut Reverendissi-
mus eh Illusisissimus Prinseps mc DD, N. ‚Episcopus: Bam-
bergensis, penes. quem. summum jus. ost Agendi,. libertstem
a multis temporibus buc -usque comserzatam: suis literis et
authoritate denuo nec non totum Gapitulum sedis.-Helfeldia-
cae nobis roburare. et ‚cogfirmare ‚dignetur. — Qupre omnes
unjus sententiae "Confratres ‚io praedicto Capitulo, articulis
omnibus, subscriptis, vos obtemperaturos se sancte polli-
cemur.
2. Quilibet Plebanus, Viceplebanus, Vrimissarius, Mi
tarista nec.'noh winguli Prestyteri, ceujuscunque cumditionis
extitefint, Jure Cupitul' Holfendeuene meesine Abettale
Le Bu I
‚Am Schluſſe obiger | Statuten — das Manuſcript gadfogen
"Designalio Parochiarum antiyua Cäpituli et Archidiaconatns
Holveldenkie, quas obtinebant Presbyteri Catholiet:
«> Molvehlt Primiaarius )° Anglimisearius ar Proviser Satra-
toris ibjdam. 9. 00:0 u A ;
Mengersdorff. ı
Schönveldt.
Pfehunus Katsreldt. © ' —
Capelauus: iu Neudeck D. R. — Be Canoniend
ad s. Gangolphum. F
Trosendorff.
Ebermnanstatt, Anglimissarius et Altarista ibidem.
Pretzfeldt Primissarius ibidem. J
Marsperg. s N
Primissarius in Trugendorff est Praepositus s. Gangolphi.
Errebach.
21 No
199
gavisurl date promittemt fide, quod: omnes articules in Sta
twterunr libro dontentas absque. dele et fruude firmiter et
rate yoluerint sdimplere, exceptin eausis · Iegitimis, quae
ad cujuscunque remitiuntur conscientiam..
3. Capitali suepedieti peractio semel in ahno tantum
erit, idque infra octumam. Curperis Christi feria scilicet
tertia ppat Momisicam Haqueutem, ubi umnes Canfratres im
primis Vesperis comparere tenentun Finitis temdem Ves-
perlinis. presibus divina distribuentur: officie in trastiuum
yeragenda per RB. D. Deeanum seu.- — Be u6-
moris est, Er A Zn L
% Onmnes Sacendates. Kapkulum visitantus et singuli
eelebrabunst Missam, in eaque fiat. memoria . Confratrum:
tam herum, qui adbuc: superntites- zunt,: quaın .illerum, quf
pam in. Christo durautiouen aoceperuat. . .,
.%; Coneors ompium Koufratcum: wenerabilis Cupituli
vox est et Cawımunia conoluaio,. qued upusquisgur qui velit
goädere jun Qapituli debet‘ exponere Juzehilmieum- T’alerum,
quu tusdenmexposito imserebitur et ‚cetöris: devotis: —
fratribus connumerobitur.
6. Quillbet Sacardos teonetur.. — devotioub ka
b
1 [) ı % N LE) » s 6
Wisentaw. '
Mosasterium ii EN ach Capellanus in Tormitz et Effei-
derieh. ae
kerspaeh. . u 1 ——
. Canaunieci. m Vorehaim et Sacellani ihidem.. “
Attelsdorff.
Reuth.
Guswinstein
Rabeneck.! ‚nr i „it De, Br — tr:
Weischenfoldt'et Primsissarius ihidem.
. Ainfsldt. . u i ’
. Volgpach.
Popendorf. |
Eipersberch.
Potenstein, Primissäflus, Anglimissarius et Altarista ibidem.
“ Feldenstein; Plebanus:D. R. Joannes Kellernfann. j
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r. or ung ö : .\
Vorne : “
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in Capitule saeris eslebrandis interesse, uipote Vigilüs,
Processionibus,, Vespertinis precibus ‘et nd: Missarum eeleb-
ratienibus: qui. vero neglexerit horam ‚unam, Illem mauet
constituta unius scilicet .librae cerue poens. Qni vere se-
cundo die Processionum cum caeteris divinms offciis reli-
dverit, ille eandum inceurret pvewam, enusis legitimis ex-
‚coptis: qui autem causam justam absentiae nuse advexerit,
dimidiam cerne libram dabit et expenens. '
7. In -peructionibus 'wacris omues oblationes ad refer-
wutionem cundelurum absque contradictiene Parochi ven
Plebaui praefati Capituli fraternitati cedent.
8. Si Presbyter seu Cunfrater praedictae Fraternita-
tis 'extremum obiit diem, ubsgae mora ejuisdem Capıtuli
Proviseres festiganter. accedant de. candito testamente in-
quisituri et exploraturi, sum ad luudwbilem -suepetaeti Os-
pituli Frraternitatem. (seu ut requirit jun) aliqmid ' vovisset,
hocque expeglito negotie statim oum manuufidehbus de Ime-
neste defuneti humatioue traetabunt, qui vel’ quet ex fre-
tribus funeri humando et 'exegquüs peragendia Aeteresse de-
beant, iustituentes. Si vero exiguarum: fucultatum pres-
byter ex hae vita in aliam per obitum distederet, ubicus-
que locorum id contingeret, hujus funeri decem presbyteri
per. Capituli pravisores .couvncati et exequiis persolvendis
interesse debent, proprios sumptus exponentes, qui tamen
sumptus in fünere et exequüs (cum ille parum. aut wikil reli-
gquerit) expositi non immerito per suepetactus Capitali
Fratres refundentur. Quodsi quis eorum ad hoc vocatus
comparere et exequiis interesse absque honesta et mpdesta
absentiae suae ratione recusaverit: illum manebit muleta
(quam incurret triginta denarierum) x ‚Capitulo constituta.
9. Totius Capituli unanimis Fratrum est conclusio fir-
mague intentio, quod quilibet Confrater sacris initiatus per
anni circulum triginta sacra suctosauctae Missae officis pro
fidelibus Frutribos et, Saroribus, qui ex .kec rita discesse-
- aut, confivere debeut, la quibus hoe notunter ubservan-
201
des est, in qualiket Angurız dan saora: pra fidelilus -de-
fusctis videlicet Boduiem, quod idem est nt si octien Ale
tempere perficeret: retiquas autem vigieti deas: Minsas po-
test‘ ipse cemplere, ussumende tantumihode 'collectam pro
fratribus et surorikas, sive de tempore sive de Sanetis
eelebret juxta devotiosem.. i
10. Item quilibet Froter ssero ordiunm' indutus 'habitw
poteststem hnbet »bsolvendi fratrem in casikus Epikcopali-
bas ex apeciali privilegio, gqeoadusyue "duratura 'sit 'hse
Fratermitas. N. ne
11. Et quin hawe-ipsum Fruteraitatem maxime' sacrue
religionis ‚et pietatis ergb.cutendse imstitutum esse Stinmns,
operam dabunt omnus hu Frutermitdti iunertr’ sive laicı
Ah sat sise Cieriti. wulle prorsus demnpfo ut sapramenta-
hter runfhtenntur: tm prepter: il. quod: Iterne Confirmatie-
Bis serio mandant, tum propter indulgentias -iis diebus vom“
cessen. Aw’ vero 'secus' fTrrerint, duns cerae :librius dabunt.
12. in eolebri Fraternithtiö peractione prwefati Capi>
tali uullus .Saverdusum mubintrabit locai auspieioni dbuexia;
et specialiter tabernas :publicas.: ‚Binmisqus abetisebit zb
emnis zeueris.jaku para 'devwenti;-praesentim -alewe; ehar-
tarumı sed heneste‘ et eoraporite virrendo 'aliis: bonn (ut
par eat) 'praebehit exemplum, ut omni sublatot sonndale
proximus exaediiortur et Dem per olmi# glerificetur. Qui.
vers iegel vel bis excensum eommisbrit, kujus muldta uniee
este librue- ooree pre quwalibet vice: sin: vero 'quis "Lertie
vel saepins eundem Mmcideris eerorem ,. hie: e. libro Gapituli
eradicabitur ee töte —— conmunione prira-
bitur.
— — personu' maic nustro insertu Oapitulo pad
solata exiktit, omni- uauu 'quasdu sjusdem-' Capituli oelebri-
tas peragitor, ‚dubit unam- cerae Ibruin; -comjuneta 'vere di-
dam, vel ut moris, tantum argenti, qunntum . —
portulat ratio.
14. Ex Frutrum Cupitido uddietern veetd deo- B:
202.
cubateeds 'seu Prpvinores -eligendi auht ; »peine qios sit po-
testas "aroipiendi oensus:e& Capituli«raddithst qmes in usum
et fructumf pastea Fratrum -couvertzut: Eu
+15. Onpituli: Rrovisores in: .omuibus providebunt Fra-
. tribwe-r ubi..en ‚laudabili constetudine sus praesentia daepe-
dictum Capitulum honestabunt. Ommes Frafres is loco le
waste .cougregati prandebunt atque toenabunt simnl. Peracta
cdena Proruratures de Symbeli natione eunvenient, et quid
quilibet .Frutrum: Bxpanere debeat, ex ordine denunciabust.
Nam aequum pondus omnes ex uequo ferre cugentur: nec
came. quinpiam autequam sdlvat-.‚diseedere praesumat; qui
seems fecerit, mulotam inchrret udine librae cerae.
16. Styinter 'Guufratres Kapituir contestivuues sive
lites - exarserint; .bae Mt - compenautur alii Fratres dahuet
opera ;.sin uutem cjusmodi compenj non possent amiee jas
en petebit- non u
. I7.. Provinores +jusdem. Unpituki emet anno, ubicus-
que heran jd Sat -ıaive Hulfeldii. sive alibi) parum refert,
coram. Krabeibug ‚qui..ad hoc 'eledti fmerint ‘de acekptis et
expositin: eakionem ‚neddere. obligantur. : Qui quoque KFrat-
tes:iuudionies mundem - gationem! retswendi - Proeuratores. vei
dimitsandi . con! hibehunt: — alios ia. éorum locoo
prasheisudi it 1.4. F —
: 5 AB. Omas Confratres ae in anne: tonvenire debent,
quandv !:Capituli ‚oelebritas peragitur;- qui vere .illud vist-
ware .reemapverit, nullesque absentiae zuge causas advexerit
kune: däurmm: librarum coeras monet mulcta cum expensis
quas cneteria panesentibus Capitalo' Fratribus aunt commuies.
19. Fratres et Sorores extra statum clericalem positi
‚Cogptuli. pic) inserki, .„(oinnes qebtidie-quinquies’ Pater no-
stet onm-salgtitiane:: Amgelica 4uties repetita, dieent. tum
prio is -Fratnibun .et «Bareribes,, qui. veb adhue superstites
aan — is ui piam cin’ Cäriste : dermitiunem acce-
peruut.
7 208, Quilibet· Confrdter- Saoprdon Capitulo T ausumera-
IB
tes‘, tan im vaerosanctse 'officie: Miteae, hnum - in 'ehgteris
omnibus quas effundit ' precikus' uewlorrem habehit ommiuh
rireram et wortuorum ex pruedicta Frateruitate.
- 21. Quilibet Frater Aetfentiom suo Decuuo et Cu-
merario, dehitgm exhibeat- nt. agqum. egtt.. 1.
22. Omnes- Fratres ex, yegne sequom dahupt —
ne aut. morjbus. aut gestibus suis, iudecoris nostrum Keater-
nitatem ‚defogdent, put diffament, ‚gotam laigis, sed »ecupdum
dectrinam Apostoli 1. Corin. R —8 honeste et secun-
dum urdinem hang, in nohis , quiu sic e est — Dei ut
beuefaciendo obmutenvere faciomus imprudentium hominum
Iguoräntiam. '' ' ah rs ee gern TE
23. Kullus quoque” Coufratrum tantum se vino Aut
Cerere ingufpäset: us ad wacrdäeium Akarik se refldut parum
depemtum.o >» I Ti ee 8)
Si.-Dominus -Iiechuus sei. Camersnius Onpisuli :Praeh
fectit Fratribup ı hic \praeesse operam bau, ulm interinitkaity
siwileter et :Fratres suis supenioribus'iobedise "son heumseut:
Seniures ‚devatioein (oxbikeanst Juniowes laburym patientes
divisa oflisia dum -pietate ‚parficene son'festidient. ‚Hgadstus
appereab siy Iabitu: curni.-mem indulgeunt:., oratienibus. es penl-
mis sint intenti. Discordim pietatem. nalle; ietarbet, sed: po-
tnis ominis 'bomentatis stwdium et "pietatisı»perptiowluckscant.
Auslisi chles foren’ in teren Hostrad Fraternithtik Ap-
patnerind’; pomten Heatörkm- um Bed’ vivedtitin curamie
perpetuw — insepti ie — Se cotledi sine
fine. laetabiinur.- a a re ee
W EN ET Be
Eos ——— Testumentorum
: ‚Veueirabetis:.Vir: Domium N. Plehauun- vol. Visdrius .ie
N. ordanavilteetalnenteien ‚ann + Juxte. Sorenam in ihre teata-
wenttrum Konternitates kkulfendehsin--tradiius,. comntimitque
testamenterins? ultimae Sune 'Telunsstis.: venerabiles Viros ae
Domises Niet ;N.) coenm Procurntesibus dietng: ‚Kraseraite
tis ridelicet N. et N. ac testibus infra scriptis N. et N.
°
—
ME
Saeerdstibus et Confratrikus:ad..haec speoialiter reguinitis.
hetum eto. in éelebri Keatersitatis. conventu, anne etc.
eV
Restauratio Capitulorum Ruralium , et Fraternitatum
singulis Archidiaconatuum Capitulis‘ adjunctarum, etc.
sub Reverendissimo et Celsissimo Principe ac Domino
D. Marquardo Sebastiano Episcopo Bambergenst,
S. R. 1. Principe facta.
Aus M. DE. LXXXIV.
| — 2 pP}
hub Tri pis Episcopalibus, — Jounnem — igmel.)
N
‚Btatuta ‚Capitnterum. raraliam,
I. Omues et Singuli sub Rurali Caupitulo eujuslibet
Archidisoonptäs content Purochi et: Benefleiatt, ‚semel diu-
gulis trienniis tempore- coagrne conveniant, ubi-primem Dece-
uns ruralis singwlas' Parochias nui Decanstus :visitaverit.
:2. :Oupituli Conventus fiat in Iocn determiuato, et ewi-
vis Capitulo eimmudior. ita- tamen, ut quelibet anno Jocas
mutetar,. et 'in ‚pobiora Archidinconutus loca per vices trans-
fernfer, ne -umus. prue alio gruvetur: '. * F
Id. Bm quisque expensa vonint, et inbeustt- Ompitelo,
oyn Cupituli aug Fraternitatis, donco alud R"i:-Ordmarius
disponat, ‚et: Cupituli at Frotersitetis provemius id, ferast.
4..Tum courata Beneficis,. quam simplicia cujusque
districtus habentes et personaliter residentes comparere te-
nentur; non personaliter residentes cum licentia R=! Ordi
uarii et ipsi quoque comparere sint obligati, nisi absentiam
sum dimidio florens redimant et dihildminns Deeano in
uoriptis rationem reddunt: de previsisne Beneficii aui; nou
oommpareutee: ud: urbitrium - Vioard in spiritealibus sive. Com-
wisserüi, ad. Gapitulum: deputati et Consilte Decani ac De-
finiterum ' huloteutur, wwicte cedat usw; CApitali et Krater:
nitafis. -" = ..
6
5. Capitalum -incipint ». prumis Vesperis, m wubas
ofhicia sua singulis distrikunt Dominua Divennuıs;; ‚Guntabi-
mr etjam vosperi- uate: eoonam Matwtinum. pr defunctis
Vraternitetis: sunmo mune circa quartam Prima, et Tertia
Deinde Saeram de B. Nirgiue cantwiur, postea-Hexin, post
Sextam Sacrum Auniwersurium pre :Defunctis ‚frutribus ei
seroribus de Fraternitute. . ' - vo
6. Ko Änite celebrubitur Capital in -Bacristin Kc-
elesine, vel si illa non satis sit”cupax. in dome Parsehir
ei vel alio magis eonvenienti loco, 'pruesidente ac ‚dirigenie
.mnia, quae tructanda, mr = —— vel vjundem
— J a
. Ins Capitul —— facte brevi oratimaeula ad
— et coelites fexis genibun Betunus’ exhibebit visitati-
ones singelerum Pürschiarum :es sune etiam, eui ipse De-
eanus praeest, Vicarie sive Comminsario R=! prassenti ‚iu
seriptis. a EEE *
8. Singulae — a — jam antou praelee-
tas, Vicarie naive Gomminsario hreriter referuntur, et wbi
visitatus erroris uliquid commiserit, eurrigater; win 'tala- sit,
qued poesa et animadversione dieuum, jadiestur u Vicario
sive Commissarpo R® cum 'consilio Decuni et Definitommmg
ac Proeuratorum Capituli. Quo si umuino ‚enorme sit,
graviore -correetione castigandum, ud A”! -Ordinarium at-
que ad Judieium ’Vicariatun remittatun. © oO 0004
9. Percursis singaterum visitetionibus. Vienrius, sive
Comwissarius Assintentihns pruedietis Decane, 'Befimiteriben
et Procaratoribes Capituli, singulas et seoresim ulis interim
secedere jussis, examimabit, quid de auo altereve seinnt,
quod scandalosum ; quod pietati Christianae coutreriam et
Cathelicae Relikionis prometieni et augmesto mocivam sit
hoc aune vel alias admissum, idque omnino em fraterane
eorrectionis obligetiuue teueantur iuditare. Vicdrius autem
sive ‚Oommisseriun et Ausessores sive ress corrigant,, et
reprehendant, sive gravikes de oausia id ommittant, tam eum,
06 -
NS
zu zliqgmid. indigavit, guam; delasum — 'nde Ss, nec
— propalabuntl u ..11 e
158. Auditin amgulls, roeentur. aeparasimı alli,. qui Den
— repenti‘isunt;; et, objurgentur, ..ot. si videskur., in
jungtu. altqua : muleti.. —XRXE thrrigantun; -geaniend
R=2 Ondinorio: ot. Jutúcio, Vionriatus zesahvantur. .. ',
-- 11. Finito loc- mode Capitule, vel etlam anb:: Capi-
tulo ,..dum,ästeren :dutum.faenit. digumm, fiat Condo nd Po-
palam:ipaat..Gontionem, ‚Saerum,slind. pro. defunetis -Instei-
bus: aibi mune.chnsatum sulficene ob ::temperim ‚ahgustieum
wideatpr uno, enim !soltm ı legatun sub .ıeo., ıvel- immediate
post Concionem cantetur Nonu: post Nonam:. P.rreosensie
BRIL: Sacsamenti,et;Sanrum sälennie,de Carpere. Christi.
ou. +12. Wenien Capitulo) praenentes. pridie vel mıane com
fitdantyr ami ax. uobus vel ‚kribusi a; Vicasio sire Commis-
shrin. ab Decanoı denutandis. Gonfaasurlis ‚idoneis, quibun. a
Vicario sive Comwissario potestas dabitur pro illa duste-
wat- ‚vige. ah: ommibus: eaaibus ‚Episnope ‚sive de dure, sive
- de: qo nauatudiue neservatig.' en. Luicos de fra-
teruitane aingulin Gepitulie unikes. . ; - a
u... 43. Ommen.et singul. en, die — — sive
neo: —E— sise-.dei B. Vingine, siveide ‚Patroginis fra-
tsanitatig,..pratt..Dedanga.. m afftan achedala ‚erdieaverit:;
siaguli. porm-tin serrihieiis. MA Ardinarii.. et. Kratrum ‚kam
virorum, quam defungetorum ‚memoriam ‚faciamk..,
0. Ad..barprandio.. sub. refeotiase.. nel -uana.ex as, qui
dettieren: int, :parthm. ‚oratiuculam; aut. sermauem bahabis
de. ru 'aliqua ‚pia ‚et sd ejusmadi Comyentum Presbsteregrum
noeommoctate,,.nut saltenn ‚aliguid, @. quapiam libro pie,.pree-
sertim ıinitio, legatur,.. Et: -Sensie..ud mensam nen vitrae
so dem. ‚preducatum, ‚ut rn ad Perochias snns
sedire · poaaint.
. 15: Quud sis. — Die. ae). abquie. aut. —
Ospibehe, ‚amt aubı refartione. sranklalosıum quid.admitteres
aut ae. mehriarab,. nk Jikigandn alla 1uontameliin!.aflenrei
—
aut. kiaspheisanet., : ja..einlu, rigone.. ae- ‚se veritape rdulieio Vi-
carii .sive Gemmimarüi.ztqie ussbusuDeehmi 'no-Befinitorun
soerceatun..a 1 tube een
16 Ad ‚Bfüein. cantanda et CGoucionem habeudam ji.
Decane Rarali designubemtnr ,.: .gpon.-ipse -cum consHie: De-
Aastorum- ek. Pooeuraterum. wagia.:idoneen ‚jadicavens, dos
xata tameu emoruın nequilitate, ba
tataes persomarum. «Fir. .
17. Precurstores eensus: Capituli ‚anumon : ‚ diligfenter
cufligant, et coram Oupitwio‘ post oxaminutan niagelanım
Parochiarum visitstiones unguum sabiondm. veddamt. / :-
1% Aunnes ‚maletae.‚ia Capitelo; simäliter vet eblatiemes
ad Altasia ..depsetatae. u: pradnentibus quibusonngee, - sive
Parechis,. save. Iunicis. illiug lacı, in que Oupitulum - 'qguovia
anse hahebitur, baque,.vondradiotsane,. cedunt.-aorärio wame-
muni Copitalinet Fraternitatin » np iu zul ocean
19. Si. quld -Deenumd in: Aisstatione -Parooliurum ie»
snmpserit,.:gd .e.eonmuni Gapituk ot: 'Fratormitatis ‚gerarie
refundalur, .dummode Larasji aut. Coamsdsurii. Jaulicie: Br
pensae factue justau: moederatioarm: mom eneedant. . b +
20. Atyue ut Capitulis et Frateraitutibes: aidigulis 3e-
corporati Presbyteti omikeanteim kurdti, quum beneficiati aut
Altaristae, sicuk selim, dia. et. nunc, veteri privilegio in
Tertamentogum -atqut Ültimarden zsduntmtdn.comdisiuide gau-
deant- ac. perfrunnbur sonhnmak. Cels22®. et RAY: ‚Eniscdpus,
Princens ‚ac Dominus noster ,.D"":..Masgikrdgs- Sehastinmus
etc., quad huc. in; parte.ub. suibus: et: .sangulis. DIE: Asse
cesapribus aus in wliimarım .voluntatum : diapensatiomibln
Capitulj qujbuslibet seinhris. ‘concassum‘ fait. : Nempe, ut
testyumentiy ek ultimunm valubtaten. (salvo.bamen.im omhkbus
Episcopali jure.st Viearii.ae.Kiscalis <onsusta ‚subacriptiane,,)
ennderp. posRint, ‚libereque ac - lioite . valsant,.. duuusodo iu
hujassadi. coyditinnihus Teakalgentorum.-Cunonen,: ot Kor
ciiopum, deoreta obseryehter,, .et pauperes- atqun · Ivedlesine
plaeque aaunas pine nan.eualidäntmi.. +4
DR PasER re er Ze ea Tr
208 \
N
"81." Ompisns . erge:: aliquis ultämam voluntatem, comdere,
kae id .rikome :effectki dabit. Dispositionem ‚de bonis ais
vel aua vel Netarii aut ceujuscungae alterius mann scriptem
io. plene Cäpitule exhibebis sie elnusam sivk /apertam el
wann vel dues et Concapitulssikas, cai -vel'-.quibun anım
sel piaven. ‚ Iumicon :ndjungere poterit, exechtores 'ultimse
sune: voluntutis densminebit. -Tupo Testamentum suum
kisce verbis subscribat: Ego NN. Confrater Capituli Bars
lin Arelidiaconntus hkujus; ultimae volıntatis mese, post
abitum .meum legitimon exeruteren nomino ac depute. NN.
et NN., ea umnia boua .men, qune, ubi ex hac vita migr>-
vera, sive:in mabilibun, sive immobilibus grest me sum relic-
surus, ‚ipsorum. fidelitati ac diseretioui eommitto ae trado:
at exigenda axiguat, selvenda solyant, distribuenda distr+-
bmant ,. Jegutu ‘et hueredis institutiesem rite exequastur.
. vmäingne ea faciaut, quae exeeutores Teestamentorum, sive
da jare, kive.de connuetudine Bäorcesis Bambergensis fa-
sere pussmat ‚ao ‚debeut; seservo tamen mihi, quoad vizere,
kaujus. ultimae :volustatis mene guameungue mututionem, aliam.
ve dispositienem commusniter. reservari solitem, ‚aut queris
jare cuilibet -reservatam.ı ı ::
— „Aa Fidem Bro. NN. qui. supra
’ won scripsi et subseripai.
Uhime tundem sübactibantur a Decauo, Befiniteribus
a6 ‚Preeurutoribus .utque aliis duobas e Capitalo,. et Sigille
Fratersitatis per Dpeanum, qui id uewper penes se in Cap;
tuie. huabebit, communiater: haec sabseniptio ‘et ubsignatio
aitimarım veluntatum 'ex uinguler: giutia., indalte et privi
logie, Cels“! ot Ri Principis, et Episcopi: NA Praefati
.andem vim, rebur ac vVigurem hubebit, nesi a Notario pn-
blice in prassentia septem textium faota faisset.
22. Gonvenions porro. est, ut :cım hoe privilegie gau-
doaat Gapituli. meinbra, in ‚ultimis- volustatibus uuis memores
sine Froternitätis, et, ei aliquid legest: nut: 'douent Eiee-
mosynae loco, ut cultwe: dirinus ‚annuus ca decentius possit
institui et suntentari.
" 209
De Dffieio:Doeani Ruralis. -:
1. Deeani' Offcium- erit' Eonrapituläribüs Archidiatonat6s N.
et verbo fraternae - le et : inenlpabilis vitae exemplo
praeesse,
2. Visitare Parochins. Capituli‘ bis singulis annis, urgere ut '
singuli manu sua ad visitationis, infra positas punets respon»
deant, explorare, num singula ‚sic se habeant, ut a visitatis seri-
buntur: In scriptis exhibere Vjeario aut, Commissario ‚Rev.=!
ia Capitulo praesenti singulorum visitationes, aut, 8 Capitulug
non habebitur, in Vere et Autumno Bambergam ad Vicariatum
transmittere-
3. Errores inventos diligenter corrigere, aut si enormes
sint, Rev.=o Ordinario ejusque Vicario Generali referre.
4. In visitationibus seorsim Praefectos, Consules, Ecclesia-
rum Curatores etc. examinare, de Parochorum, quos visitat, vi-
tä et moribus et num quae ad puncta visitatiouis acripto respon-
dent, ita se habeant, indagare.
. Omnem operam adhibere, ut J singulis Parochis. et Be-
— Statuta Synodalia accurate observentur, afyye at-Sy-.
nodi Parochiales juxta praescriptam normam ac reguülas rit& et
cam fractu celebrentur, et si quis, sechs fecerit, pro demerito
corrigatur.
6. Concapitalares Decano tanquàm suo Superiori omnem Re-
verentiam et Öbsdientium praestare sint öbligati. Zu
Iaramentum Decani |
statim post Electionem Vicario sive Commissario
' Reverendissimi praestandum.
Ego NN. Decanus Capituli Archidiaconatus N. promitto ae
juro, quod Tels.mo' et Rev.mo Prineipi ac D.eo N. Märguar-
de Sebastiano Episcopo Bambergensi, Ordinario meo et ejus
pro 'tempore Vicario Generali in omnibus quae ad oflicium meum
pertinent, fidelis 'ero, Parochias Capitulo subjectas, bis singulis
annis iufra Pascha et Pentecosten ante Capitulum et in Autum-
no (assumpto saltem.uno ex Definitoribus) visitabo, et ad sin-
gula visitationis puncta in seriptis à quoris Parocho aut Bene-
feiato, ut respondedtut, urkebo. Errores atque excessus de-
prehensen diligenter corrigxm absque omni respectü' peisonarum:
aut si modem excedäft; sine mora ad Hev.kum Prasfatum vel
jun Vieariim refetäm.’ Dabo etiam 'operam ur Synodalin hujuk
Ecelesiae statuta condita et condenda accuratk et difigenter ob-
servemtaor ;, ut Sadtamente rite administrentar, ' ut -tultos divinus
ordine —— bejus Eetlesiae consuetudines peragatar, ut
14
: 210
Catholica Religio prepagetur et amelißcetat, stque omaia quae
ad Christianao Pietatis jncrementem eonducere widebgatur abs-
que omni, quantum in me est, obataqulo, sortiaptar efleotem.
Sie me Deus adjuvet et haec ss. Dei Evangelin,
De Officie Definitorum Capituti
1. Definitoram Officiam erit assistere Decano, tam in visi-
tatione Parochiarum, tum etiam in corrigendis äut Rev. æe Or-
diuario, vei ejus Vicario indieandis erroribus in Statuta delin-
gaentium vxcessibus. Unde ad minus unus ex Definitoribas
Decanum in visitatione semper comitabitur, eumyue consilio et
opera juvabit, ne quid eorum omittatur, quae ad conservandam
Eeclesiasticam disciplioam, augendamque pietatem conducere,
existimari possunt.
2. Enixe studere exactae observationi Statutoram Syno-
daliom et Rituum Ecclesiae Bambergensis in Saeramentorum
administratione atque omni eültu divino.
3. Si quid occurrat alicujus momenti, de eo statim monere
Pecanum, et si necess& sit, Rev.maom Ordinarium vel ejus Vica-
rium Generalem. s
luramentum Definitorum
illieo ab Electione Vicario sive Commissario
Reverendissimi preestandum.
Ego NN. promitto ac juro, quod Cels.mo et Rev.mo Prineipi
ac Domino, D. Marquardo Sebastiano Episcope Bambergensi etc.
Ordinario meo atque ejus pro tempore Vicario Generali ia om:
nibus, quae Officium meum concernunt, fidelis ero, Decano Ca-
pituli Archidiaconatüs N. Obedientiam ot Reverentiam praostabe
eique in visitatlonibas, in errorum ac defectuum admisserum extir-
pationibus, praesertim ubi grave aliquod scandalum imminere
cernitur, absque tergiversatione pro virili assistam; atque mt
Ecclesiae Bambergensis Synodalia Statuta, condita et condenda
et Ritus in administratione Sacramentorum, quoad fieri potest,
exactissimd serventur, intentus ero. Sic me Deus adjuvet et
haec sancta Dei Evangelia.
De Officio Procyratorum Eapiteli,
1. Procuratores habebunt .curam Annnerum redditaum Ca-
pituli Ruralia, et de illis quoque singulis annis Desaze „ot Defi-
nitoribus, praesente et approbante Vicarie aut Commissarie
Rev.mi ratienem reddent.
2. Ad ipsorum Officium pertinebit, ubi Deßniteres aut nos
possunt, aut deficiunt, Decanos in visitatiomijbus, adjavare.
211
J ⸗
3. Curse ipeis ott on, qune ad cullum divinem ritb de-
cesterqgue obeundum spectant, — ut Iuminaria,. vested
saoras, et similie.
4, Ineumhet illis quogue emnes, qui subsuat Capitele, ad
ejes asnunm selehrationem citare vel Gonvocarne, et dum Capitu»
lam habetur, erdinare, ut Confratres Capiteli honesto ae modeste
prandio ao cosmi roflciahter.
luramentum Procuratorum.
Ego NN. Procurator Capituli et Fraternitatis Archidiaco-
aatus N. promitto ac jnro, quod Cels.mo et Rev.wo Principi ac
Domino D. Maryuarda Sebastiano Episcopo Bambergensi
et ejus pro tempore Vicario totique Capitulo praefato fidelis ero
is omnibas, quas ad 6fficium meum pertinebunt. Proventus Ca-
pituli una cum socio mihi adjuncto diligenter colligam, cultus
divini decentiam pro posse cordi ducam, Decano Capituli ac
Definitoribus tideliter assistam, eaque omnia exequar pro virili,
quae mihi ratione officii injungentur. Sic me Deus adjuvet et
haec Sancta Dei Evangelia.
De Electione Decani, .
Definitorum et Procuratorum.
1. Electio novorum officiantium singulis trieaniis fat, miei
infra tompus triennäü aliquis 6 vivin deoedat, aut in alium Archi-
diaconatum traneferater.
2, Decanus eligutur unus es illis, qui sunt anb distrietu
illias Capituli Archidiaconatös omnium maxime idemeus, pius,
ersditus et exompiaris, ejas offleium durabit tribus ansis, gui-
bua exacotis vol alius eligater, aut qui triennio praefuit, ad sub-
sequons triennium senfirmebur, praevia tamen electione.
3. Fiet autem Klectio hoc modo, ante summum Altare
mand finito primo aacro, cantetar Hympus, veni Creator Spiri-
tes, cum versiculo et collecta de Spirita Santto. Tunc admae-
neat Vicarias sive Commissarius omnes et singulos in loco, ubi
fet Conventus, de iis pro Decano et Definitorikus oligeudis, qui
Catholicae Beligianis fervore, discretioue, pietate et eruditione
atque intsgritate xitae aliis praecellant. Poterit atiam ai ita vi-
sum fuerit, duos aut tres denominare pro Decanatu, tatidem,
puresca pre Deßpiterum offieio.
4. Vicaries aive Commissarius Rev.” Episoopi Ordinarfi
sdhibitis Netzrie, si haberi possit, vel ejus laco Procuratoribug
et duobus & Fraternitate eycipiat singulorum Saflragie, et qui
plura hahserit, sit Decanug, qui inter eaetereg plura habuerit,
-
212
—
sit inter 008 ꝓꝓᷣrimus Beßnitor, qui pin Abm plara, sit secundes
Befnitor.
5. Ut porrd Decanvi electio ad Dei Gloriam atqgue Capkuli
überiorem utilitatem dirigatur, in ea Rev.mus Episcepus. tria sibi
vota reservat, 'quas ejau loco dabit Vicarius vel Commissarius,
unam vtiium Vicario seu Cammiksario pfo sua persou.
SG. Simili modo fiet Electio Prowuratorum per plara vets,
siogulis trienniis und cum Electione Decani ac Definitorum.
7. Si duo sint pares in votis pro Decanatu aut Deßinite-
ratu, penes Vicarium vel Commissarium erit decernere, uter al-
teri sit praeferendus.
8. Electioue finita cantetur Te Deum Laudamus cam
versu, Salvos fac servox tuos. Mitte eis Domine auxilium de
Sancto. Emitte Spiritum et tres Collectae. 1. Omnipotens sem-
piterne Deus, qui facis mirabilia magna solus. Praetende super
famulos taos et super Congregationes etc. 2. Actiones nostras
etc. 3. De spiritu sansto, addi possunt de B. Virgine et de Pa-
tronis Ecclesiae.
9. Si nolint aliqui ex electis officium sibi delatum susci-
pere, à Vicario sive Commissitio Rev. Episcopi etiam sub
poenäd Excommunieationis aat suspehsiohis, prout videbitar, com-
pellantar.
10. Si cowtingat Decanım infra terminum aui Decanatö% in
alium Archidiaconatum transferri, aut &.’vita -excodere, primus
Definiter interea Decani oflicio en douec alas in proximo
Capitulo sabrogetur.
11. Sit liber penes Capitulum, ia quo ab uno ex Procur:-
toribus non solüm electiones oflieialium, sed et alias quae in €r-
pitulo proponuntur et concludunter, diiigentissime annotenter.
Fundatio Fraternitatum
singalis Capitalis Rurafibus annexarum.
Cum antiguitus in hae Dioecesi singufis Capitulis annexae
atque Adjunctae fuerint landabiles ac piae Confraternitates, per
quas non solum Christiana pietas miriflt® Propagabatur, sed et
Iaici quoque utrinsque sexös ad varla bonorum operum exerecitia
inducebantur, et in vita pariter et in forte Ecclesiae Suffragio-
rum“fae praesertim virtutis eficaciaeque ss. Missae Sacrificii
participes efficiebantur, decernit Gels.wus et Rev.musr Princeps
ac Dominas D. Marquardus Sebastiänns’ Episcopus Bam-
bergensis ete Ut Siugula Archidiaconafiz Capitula häbeant ad-
janctam fraternitatem SSat Eucharistiae Saeramenti et pariter
etiam B. Virg. Dei 'Genitrieis Assamptae, dämgab'iper totam
213
⸗
Dioeoesia ordinaria austeritate. !sua perpetuis futaris temporibuh
senfirmat, ae Docanis, Deßwiteribus ao Pretardteribus Capitu-
loram preteniateni- dat, qguescuuque sexüs utriubque Laicos utque
etiam Religiosos deretö -petentes in eam recipiendi, vöbque -Buf-
fregiorem... ejusdem fratesmitatis participen eflieiendi Atque - ut
ee promptins nen solkm leriei, ‚sed. et ali cujuscanque statas
aut conditionis hemines ad hujusmodi fräterpitätes accedaitt eis!
que dent nommen, de. Ommipotentis Dei miserieordia et 8S. Apos-
teloram, S. martyris Geergii,‘ SS. Henrici, et Cunegandis et 8:
Ottonis, et omniam Sunetorum meritis. confisas, ommibus. et sin-
gulis verd eentritis non salum in die inscriptionis. in fraternita-
tem, sed et quoties HEmum Seeramentum ceneomitantur, aut
flexis genibus adorant, aut Rosarium B.mae Virgi legunt, aut alied
quodeusgse opus bonum wive: ex praescripto fraternitatis, sive
hbere et sun sponte, sive-ex obligatiohe peragunt, vel pro Cou-
fretribüs ant ‘ Ecclesiae neceusitatibus- orant, vel- jejunaut aut
Eleemosysas erogaut, vel’opus qualeeunque pium exercent, 40.
dies iadalgentiarum eis et eorum singulis conoedit et elargitur
perpeteis futuris tomporibus.
'" Stätuta Fraternitatum.
‘t. Pro inseriptione ‘in fruternitatem nihil’ ommind exigatur,
sed wiuscujusgae libörtati permittatar et facultati, quid ad: Or-
natum eultus divmi, a frateraitatis asus donare etelar-
giri veitt.
2. Confratres’Saeerdotes singali pro defunetis im Christo
Fratribas et Sororibus £irca singula Yuatuor tempora die ipsis
eonmodo, ımum Sacram legere teneäntur, wisi' malint und atqque
eodem tempore omnia Muataor' simul in una: hebdemade aut
Mense-celebrare, qnod eis quogne liberam erit.
3. Kratres omnes et Sorores inprimis SS. Hucharistiae
Sacramentum devotissime" ad äliorum — honorent iu
templo ae plateis.
4. Sisgnli Fratres et Sorores in bonorem Sawratissimo-
rum quingue: Velnerum et SS. Eucharistiae Satramenti, quingne
Pater et Are- quotidie reeitänt pro sun" commoditate sine ulla
tamen obhigatione ad Botentem, si ommitterent —— prae
dietam.
5. Singati item circa — — tempora mam Ro-
sariami aut Goronam recitent pro Yidelibus '#° Fraternitate de-
fanctie, simfliter adaque jam dicta oDligatione.
‚6. Confratres Parochi et SBäacerdotes in His —
Vivitutibus et’ opppidis eelebrioribäs; ubi huetenas singulisoheb-
r
\x
214
domatibus Missa, quam rvocant Angelicae, cum prossssione B.=i
Sacramenti eolebrata non fait, instituast ejusmeodi pimn et sule-
tare exercitium, id porr6 si celebrari nem pessit zingulis deebus
Jovis, aaltem prim& die Dominied cujaslibet mensis ut Bat, im-
stent, admoneantque eviculas sibi commissas fideliter de reeli
a0 personali praesentia Domini Dei ac Salvaseris nostri dene
Christi in hoe Augustissimo Sacramente, gei sibki impensnm
aderationis kouerem tam temporaria benedictiene, tum aslerse
etiam mercode soleat abundantissime comdensare.
T. Asauoscast insuper Üenfratren etSereres Fraternitutis
S3,mım Sacramentum nı acgretes, eum deferter, cum eereis as-
censia ot iuminibas devote comitari, am eundo ad —
quam revertendo ad Ecelesiam.
8 ALuantum fleri potest indaeantur etiam Confratren et
Soreres a Preebyteris ad fregeentiorem usum Goufessiomis et
Eucharistine solennioribus praesertim festivitatibns Christi Domini
et Be” Virg. Dei Genitrieis Marine ac petisaimem in festa
Assumptionis. ejnsdem.
9. Uuod attinet ad cultum ac devotionem Virginia Deiparae,
singuli Confratres et Sorores in ejas bonorem vel septem Pater
et Ave pro sun ‚commoditaie haud gravatim quotidio regitabunt
vel 7. Ave Maria tantum sine ulla tameu peccati obligstione ad
haoc, si eratio omittatur.
10. Edoceant quoque Presbyteri Laicos Confratres et Bo-
rores modum pie orandi saepias Resarium B. ane Virginis, indu-
cant eon ad ahatinontiam a carnibus diebus Sabhathinie,, ad Je-
junia in vigiliie ejasdem gloriosae Deiparao ad Patrocinium, item
ejus et interventum apud Filium devote implerandam, amai die
praesertim mane enm aurgitar st vespori cum incumbitur.
11. In Civitatibas celebrierikus, Oppilis, ubi major Con-
fratrum et Sorerum numerus invenitur, in feeto Assumptienis B.
Virginis post meridiem hora convenienti in laudem Deiparae con-
vocentgr et ad os ft sermo exhortatorius de caltu et derotione
ejusdem gleriegue Virginis, quod ipsem saluhriter etiam fleri
potest in singulis aliis ejus preeipuis festivitatibus, tum otiam,
si videatur intra vel extra Ecclesiam,. vel ad Altare aut Sacel-
lum aliquod in honorem Deiparae Virg. consecratum, Processie
cum liuminibas ad augendam pnpuli devotionem imatitmatur.
12. Deofusctorum Fratrum et Sororum- nemine, singulis vi-
eibus in Capitulo e Cathedra legantur, et corum memoria fiat
a Sacerdetibus singulis in Missae Saerificio.
13. Fratres vivi, otiam defuncti separatim - tamen, in ung
218
libre ad hoc epesisliter deputhto, inseribanter. Sit wt alias liber
in qua gonta fraseraitalis et: quae fruseraituii a plin: fdelibus "
dennbuntur, munetata eint, ad qued a Ühpktule unen e Laicin
fratribus nomine Seeretarii Fraternitatis uingulis trienniie eum
aliis ofheislibas Capituli oligater. .
14, Docanus vel ejus loen unas ex Deoßuiteribas magin jde-
zeug ante vol post Anniversariem featram defuneterum brevi ex-
hortatäuneula wdinunebit Frairen et. Sorores ad pium et religie-
sam sultum et konorem SB.wi Nnerzmenti et sanctinmimae Jdei
‘ Genitrieis.
i 15. Poterunt deniquo ex Consensu Rev. Episcopi aliae
Indalgentiae yoii gro Confraternitatibun a summp Poutifiee.
Puncta Generalia ad majorem eonformitatem.
singulerum Capitulporum servandam.
1. Singulie mbeimum diebus Domiaieis, si non Fortis, ofimm
ante Sactifieium Bissae eizcuitus cum aqua henelliete habeatır.
2. Omnes et singuli utrazgue Vesperas tum Domisieorsm,
qaam Festorum oamtabuat; sum in änem,. quantum ‚posdibile , sibi
de Ladissagistro, qui Uantuın choralem et peallere norit, prewi-
dehunt.
3. Singulia quatuor en ae: Vigilin — ot
Requiom velsbrabent.
4. Uosot septimanis bis, terve miniasum oelebrabunt.
5. Pareshi aingulis oeto semel, Rut sunnınum quatnerdesim
diebus Saern bomelogesi siantur diebus ejusquo peraotae schedas
suis Decanis mittant.’
6. Mertuoz ante prandium,, quamtumı possible, Bichus pro-
fanis ot mon deminkcis, aut festivin, sepeliunt: et si mon plara,
euum ad minimum Saerum fieri curabunt.
1. JInfirmos visitande, diligeuter ndmonznat de wuneipienda
«zitome ‚Umstioue, vim illiss salutgrem bone exponendo ut nolen-
tibus etiam negationem sepulterae euwmmisentur.
8. Sedulo seholas visitent, et abi eoeptae nem 'swmt, insti-
want, jubeantque, ut simguli sues liberos: (sub muleta zi nolimt)
mittant.
9. Catechismus diebus Dominicis hyemali aeque ao aesti-
vn tsupore habsatar, et quibus plures Parochias .adıainistrandae,
wat comsionem dimidient, aut totam in medum catsehismi dis»
pensat.
10. uot mensibus aut quotios netesuariem videbitur Sacr
204 vonavent hestias pre imfrwis, quas in pixide aut ciberio ar-
geuteo deaurato servent.
216
14. Et quoniam camprimis demuin .Dei' deoet. sanotitude,
carent ut in munditie -vasorum et : paramentoram ' sacrorem, et
corpdralium hoe reßelgeat, mt vete.dicere — Demine äitewi
decorem demus tna« ete..
12. Apud Tabernaculum, uf — ‚Eaebaristiae
„Saeramentum custoditer, quantum“ fieri potest, Iampas aut lumen
perpetuum proeurefur;. ia eo sacra olea non serventer, sed se-
paratim, cujus claves, ati et Baptisterii apud Parochum sentinun»
murabsatar: et. nunguam e Baptisterio, sed e pelvi ad hoc. e#-
rata utantur in baptizando.
13. Pro administratiene Saeramentorum maxtike —
quos sedulo invisent, nihil ponitus exigutur, ne har de ezusa ab
hujusınodi susceptione deterreantur. z
14. Consiones statutis festis ac deminieis diebus habendas
scripto diligeuter ‚coneipiant, priusquam preferant, ne forte au-
ditores doceant, quod non didicerant , negue faciant, — dixerunt,
quas visitaterihus quot vichhus oxhibennt. -
15. Habita .semper stantur honeste, quatenus ifo Bow mi-
aus, quam profeisiene, a laicali diserepent; maaime itiwerauten,
ubi etiam focarias, et sequaces ad tabernas abarceant aneillas.
Ac cum.
16. Praeterea in variis loeis — in sartis — wodieen
paroehialiam eönservandaruım .. negligentia feerit obsetvata, sin-
guli singeliz ‚quotamnis- quingae- forenes raficiendis impeudant,
aut apud Eoelesias, qiae era quandeque conservant, Jdeponnut,
super quo visitatorem oculatim edocebunt.
17. In mätrimonialibus proclamationibus,, aliisgae impedi-
mentis 'dispensere non Ai sine Ror.mi Fresse et
mandato.
18 Jura Episoopalia :uti Commendas ;et — vigore
juramenti & se praestiti, absque mora exelvant,. alias »soverleri-
bus mediis ad ofßciem :compellendi.
e 19. Casus regeuvatos iu Commendis ——— —
advertant, maxime a vorboribas orga se, Laicosque zbetinenmt,
cum in hac Dioecesi laiei percunsio a Cierico nn canus. re·
sorvatus sit, '
20. Hui licontiam habent ab — absolrendi ngtent di-
ligenter, quando terminus exspirat,. et id teimpentivo: ‚weferant ae
prolongationem impetrent; qui vero eandem non — abeet-
vere cjusniedi .poenitentes non praesumamt..: | "' :
2t. In festis. celebrandis ‚senformitatem, ei Sri: pr
servent ubique in Tota Dioecesi. 30091
P - 217
22. Singali auos parochianes zerio-adhortenter, ut in mid-
trimeniis contrakendis 4auti sint, ne cum impedimente aliquo
conmaugsinitatia vol aflinitatis invisom despondeant ae oontrahant,
Rev.» enim in dandis futuris dispensationibus difüciliorem fore.
%. Diebus Veneris Tonebrae pulsentur, uti Ave Marin die-
bus singulis; diligenter quogne celebrabunt Agomiam cam preci-
bas eo ordinatis et pulsu campasarum.
24. Accurate notentur nomina baptizatorum seoramque Pa-
trinorum: Contraheatiem etiam matrimonia, et. defunctorum, sub
formalis nd calcem hpram statuteram pesitis.:
25. Parochialium redditaum et feudorum accuratos carent
ibres, abi omaium agroram confinia, deeimas et quiguid ad hacc
pertinere censetur, notabunt.
26. Pro tempore paschali singuli Parochi suos Communi-
erutes de pago in pagum, et sub cujus domisie sint, spociatim
netatos ad Vicasiatım trunsmittant, sub forma iafra praeseripta
27. Nulles praessmat assistere Matrimonio, non praemissis
prius inter wissarum solemuia tribus per eontinnos tres dies feati-
vos denuntiationibus. Neque ullus deinceps praesumat amplius,
sab gravi poena, una die ot vice duas, malto minus (res, facore
denuntiationes, absyue expressalev.=i Domini Ordisarii, aut ejus
in spiritaalibus Vicarii Generalis dispensatione, Nuptialia et Bap-
tismalia Conviria nullus frequentabit ahuque licentia axpreyga Vi-
carii in apiritualibun Generalis sub mulcta pocuniaria arbitraria.
28, Singulis uab gravi muleta iuterdietum sit, ne, (si forte
aut mntaturgs Parochiam, aut mortuus yquisquam sit) per ae vel
pur suns parochiales libcos distrahat in fraudem nui saccensoria.
20. in oppidis et locis primariis , ubi Anglimissaria ante-
hae celehrata, paulatim iterum intreducatur: ei mensibus singulis
Congregatio fratram instituatus.
30. Statata haec in singulis Parochiis conservabuntur et
quiaque migzatarus alio suo tradet saccegmeri.
Paneta Visitationis per Decanos Capitulorum
siugylis anuis bis factendae.
Primo omnium inspieiatur liber parochiulis ac videatur, an
iascrjpti Baptizati, Confirmati, Coutrahentes Matrimonium, Me-
rientes: et si non sint, jllico inscribantur. Au se conformet in
omuiam Sacramentorum ädministratione ritibus in Agendis Bam-
bergenaihus pzsasaeriptis? An in feato S. Joannis Vinum, in festo
Purißentjonis cereou, in die Cinerum.Cineres, in die Palmarum
‚Palpas, in Bahbatho aancip Iguem, Cereui paschalem ot fon-
tem Baptismatis, ac fontem iterum in vigilia Pentegosien, herbas
14®
—
218
queque in festo Assumptionis et quod praocipuum, ‚singulis diebus
Deminjeis Aquam et Salem benedicant$
An singulis Dominieis et Festis? et quotios in hobdemmlo oelobrent.
ueties in anno mut caui confiteanter ? Num paschali tempeore
eonfessi et oui?
An horas canonicas quotidie resitent?
An sint excommunicati aut suspensi ob aliquom casum?
-An hahsant libros kasreticos }
An de haeresi sint suspeecti?
An aliquid doceant, quod sapiat knerosim?
An Festos dies siugulis diebus Deominieis-et jejania e Cathedra
deuencient? Au diebus Sabbatkinis aut vigiliis festerem
vesperas cantent et Salve Regina vte.
An gaetidie mane et vespori carent pulnari AvaMaria, sive Salata-
tiosem Angelicam, ac similiter in meridje Angeariam Christi?
An admoneant Parechianon sub peisa Avc Marin, ut ad honeren
Dominioae inoarnatiosis recitent ad mines ter Ave Maria?
Aa oves sibi commiesas doceant usam 8; Uracis et aqune bene
dietae et similium roram bemedietaram ?
An instruant eos in zeitu atque dovstione Sancterum ao praeset
tie ut Dei Matrem assidae venerentur ajasque ne Patreeinie
commendent 1
Am stadivse urgeant parochianes, ut diebus Veneris ot Bubbatkia
earnibusabstineant etpruccepta ab Eeolesin Jojgnia obserrom?
Au corum Sacellani sint examinati et upprobati a Visario Rer.®i
et admissi pro Sacramentorem admiinistratione ?
An Catechisticam Jdoctrisam singulis diebus Dominioig eiren m+
ridiem babeant et parvalos in deetrina Christian instruant!
Au morientibus extremam Unctionem, Exoguias ac Vigilias, Mri-
mum, Septimum, et Tricesimum eelebrent zut Annivorsuwium!
An hisce ofüciis, ut intersint, cognati defımotorum' admoncanter!
An seandalose vivant Laicorum simposiis et conviviis se temete
ingerentes ? -
An Laicos malis exemplis biasphemiarum et ebrietatis aliquando
offendant ?
An suspectam familtam, vel (quod absit) vopowbineami domi alas!
An perochiales aedes sartas tectas servont ?
Au agres debite eolant?
Aa de redditibus et jaribus Parechiae nibil alieneari sinaat?
Ciroa administrationem Sacersmentorum.
An in Baptismo ee omnen er in Agendiv prae-
sceiptns ?
; 219
An maoueant non Confirmates, ut confirmationia — —
suseipiant ?
An utrosque libro parochiali inscribant ?
An im andiendis Confessionibus poenitentes per decem Praecepta j
decalogi, septem vitia Capftalia, et Ecclesine praecepta etc,
examipent, ut integre confiteantur ?
Au modum absolvendi servent in Agendis praescriptum ?
An poenitentibus condignas de moreEcclesine poenitentias inj jungant?'
Au iis, qui aliena bona injuste detinent, restitutionem injungant?
An jis quoque famae restitutionem, qui aliorum famam laeserunt?
An Eucharistiam in sacrario debita cum munditia eustodiant ?
An Ciborio vel Monstrantiae, in quibus anera Eucharistia, sem-
per Corporale substernant, etiam eum defertar ad aegrotos?
Au ipsi prius Corporalia et Purificatoria lavent, priusquam Mo-
nialibus ea tradant ?
An Secularibus personis Corporalia lavanda et purificanda tradant?
Unod haud facile nec sine gravi noocessitate tolerandam ?
As siccam Missam celebreut?
Au aegrotis sacram extremam Unetionem administrent?
An aegrotos diligenter visitent et sacram eis viaticum pörrigant?
An servent edictum Matrimoniale?
An Contrahentes semper. proelament? An aliquandp omittant ?
An Altaria daobus ad minimum mappis benedictis sint tecta ?
Au vestes sacras noviter fäctas, Corporalia item benedici curent #
An saerae vestes a putredine conserventur?
An Casalae, et Autipendia diversi pro Varietate temporum colo-
ria adsiut ?
An populus iis diligenter et devote adsit cum modestiaf
An servent antiquas Fundationes si quae supersunt?
NB. Decanus e wingulis Sacramentorum formas exigat, ut
si nesolant , diseant.
De Capellanis etBoneficintis ende em fere mutatise
mutandis interroganda sunt praster sequentia.
An habeant penes se Beneficieram suorum fundationes? vel abi
illae possint inwewiri? .
Auomodo Beuelleium noquisierine?
Auantos redditus hakent Beneficiuim ?
An domus ud Beneficiu spectans in esse Quo ad nedifieia conser-
vetar ? Quae onerz habeat Benefleium ?
An omnes actas in fundatione coutenten perficiant?-
As et quoties celebrent in hebdomade ?
Si Capellani, qnantem babenat aalarium? _
—8O
720
A quo examinati, approbati , admisei ?
Ubi eoneionenfur et Sacramenta administrent ?
Religua ut supra de Parochis ?
‚De Parochianis.
An adhac aligai haeretici ? quot? qui? quorum Subditi?
An haeretici defuncti promiscue sepeliantur cum aliis in Caemiterio ?
@uot habuerint Communicantes in Paschate ?
(uot et qui nondum communicarunt?
An diebus festis Sacrum audiant integrum?
An dies festos violent aliqui?
An ideo a Parochis apud Magistratum civilem accusati fuerint ?
Au Magistratus eos mulctaverit aut castigaverit ?
An aliqui libros haereticos domi servent et legant?
An aliqui diebus festis et Dominicis ad haeretica loca excarrant?
An inter eos Magi, Venefici , Superstitiosi, Adulteri, Blasphemi
etv. inveniantur, qui et yuotnam nominatim?
Än praecepta jejunia servent? qui et quot non?
An alias Parocho obediant ?
Au praegnautes ante partum confiteantur et conimunieent?
An puerperae post partum benedicantar-ante regressum ia Ec-
clesiam ?
De Scholis et earum Magistris.
An Ludimoderatores officio sue in juventute Inahinenda recte
fungäntur ?
An Catechismum, Crucis usum, modum en orandi. eos
doceaut?
An librorum huereticorum usum in scholis permittant?
An in Ecclesiastico cantu pueros exererant?,
An Parecho iu peragendis divinis nffieiis debite ausistaut?
De Pracefectis Kabricae.
Aw ii fideles at-Kabricae commeodis studentes ?
An et coram quibus rationem annuam reddant de bonin Eeelosiae?
An ot quibus joramentum fidelitatis praostent?
An necessaria ad cultum divinum suppeditent?
An quae desunt in paramentis sagris refei vel.- ‚garari curemt? -
An nihil de Ecclesiae bonia alienure zolsant?
An Ecclesise aedificia conservant? - Au ea zulnosa?
quibus sumptilus reparari qudant?
An kKleemosmas pro fabrien colligant diebus Dominieis et fentis ?
De Aedituis.
An Parochis obedinnt? An Suoerdeti celobramti ministware woiahıt ?
[4
221
Au Sacristiam‘, Altaria, ee REN Oaserium mun-
da serveat?
An sacran supellectilem rin et bene custodiant?
De Synodis Parochiwlibus. ’
An singulis annis oelebrent Synodos Paxochialen ? Aue. die?
An servent ordinem praescriptum ?
Au Praefecti secalares, Consules, aliigue officiales Paroche in
Synodo assideant?
An haereticos, Veneficos, parentum percussores, Blasphemos, A:
dulteros, Forniearios, Matrimonii vielatores diligenter notent?
Au sorum nemina praesertim, qui clandestina Matrimonia contra-
xeraut vel pablice contracta violarunt; Vel conjuges qui
propria authoritate separati_degunt ad Sansistonium deferant
et Ofßciali signiflcent?-
Au eurent, at religui deliuquentes a Magistratu politico eoer-
ceantur ?
Post disguisitionem zupradictorum abi visitatus
responderitin scriptise. ,
Desanus onın Definitore visitet- Eoclosiam, Saoristiam, ua-
eras vestes, Calices, Corporalia, Libros et Sacrarium, ac
SS.2um Sacramentum, una cum loco, ubi plea sacra asservan-
tor, et si quem defectum invenerit, eum illico emendari curet.
Similiter etiam separatim Consules, et Praefectos locorum
privatim (abgente Puroche et Capellanfe) percunctetur de vitn et
möoribes Parochi, Capellanorum , alierumyue Beneßeistorum , ut
seiat Rev.ae Episcopo et ejus Vicaria ratiosem de emnihus
reddere , quae spectant ad Ecclesiasticae disciplinae directionem.
Modus celebrandf Synodos Parochiales per
totam Eoclesiam Bambergensem..
I. Parochiales Synodi celebrantur a mense Octobri as-
que ad festum Nativitatis Dni, certo aliquo die festo, qui
ex praecepto celebratur.
2. Dewunciäbiter Synodus publice in Paroehia tribus
Dominicis aut festis Diebas post Conciontm, me ullus Pa-
terfamilias ejus Iguorantiam praetendat, omues enim com-
perere tenentwr.
3. Synodi Assessoreg erunt Paroeli, Benefciati, Cn-
pellaui, Präefeeti, ‚Consules atque Officisles: RM! Priscipis
2322
et Episcopt Bumbergensis :ete;, quibus due e Sennte eivieo
vel e communitate Seniores adjungentur ex omaibus pagis
Ecclesiae patochiali aubjectis.
4. Celebrabitur Syuodus ie Eeclesia parochiali illico
a meridie, Parocho cum: Assensoribus in. Choro: cires men-
sam considente.
5. Si Chorus sit nimis —— ut parochiani sin-
guli secrete exuminari non pessint, examinabuntur in Sa-
cristiä pruesentibus Assessoribus supradietis vel omnibus
vel sulte altquibus, vel etiam in media Eecleste celebrari
‚poterit Synodus, allis in Coemiterio expectare jussis:
N 6. Teeneutur in Synodo comparere omnes Putresfemi-
lias totius Parochiae et pmnium Pagerum ac Villarum, si-
militer ac viduse, ut de familia sua rationem reddant.
7, Synodus inchoebitur cum Hymno, Veni’ Gressor
Spiritus, ‚cum versiculo ‘et celleeta de Spiritu saucto et
termmabitur, Vesperis. et Salve Reginu eto. Deomum populus
cum beuedictione Parochi dimittatar.
8. Qui sine Parochi et Assessorum liceutla emanent
e Synodo nen. oppressi gravi uliquo morbo, a secuları
brachio eugautur sine ulla remissione unam cesae libram
selvere Ecelexiee purochiali, si suepius quam semel, mälcte
multiplfcetur. %. Patresfamiliäs ommes et singuli exumiben-
tur in sequentibus punctis. Quot liabeant animas in sua
domo une cum liberis ae servis atque anueillis? An ommes
in Paschate oommunieariat? Et qui den! An amnes Catho-
lici? Et qui non? An aliqui e filiis amuos discretionis atti-
geriut et apti sint ad sacram Communionem ? mittantur
et instruantur,
- Exsminelitur insuper omhes et singuli sub ebtestatione
hdelitatis, quam Cels=2. et R=° Prineipi debent: An sciant
akquos Mugine, Vensfieiis et Superstitienibus ac Divima-
tiooibus deditos, Vetulas inprimis morborum incantatianes
usurpantes, Parentum esormes Percussores, Biaspghemos in
Deum et Sanctos. Adulteros; Fornicutores $ Clandestina
223
Matrimonia contrahentes T_Contractus matrimonisiles non
servantes Coniuges non cehabitantes ? Matrimonia in gra-
dibas prohibitis comsonguinitatis vel aflnitatis vel cogna-
tionis apiritualis ex Baptismo vel Confirmatione contracta?
Aleatoses et prodigas, haluones ? Vinlatores Festarum, et
Jejuniorum.
10. Casus omwnes Matrimonisles Ofhiciali Consistorii
per literes sigwtficentur , reliqui excossus ad RM! as Cols!>
Prineipem atque ud Judicium Vicaristus sine mora deferan-
ter cum immorigererem nomisibus, qui ia Syaude wos com-
paruezont. 1). Qui Synodo assident, omnia, quae audiunt
ab oxaminatis Parochianis deposi, silentio tegant sub ea,
qua Principi ebligati sunt, fidelitate. 32. Singulorum de-
pesitiones et exsmine exeipiat et serihat publieus Civitatis
aut Communitatis Scriba, et si hoc recuset, a Magistratu
pelitico adigatur. 13. Si qui ob admissa aint ebjurgandi,
Parochus id eo effectum dabit moda, ut putius ex fraterna
eharitate, quam ulio quopiam depravato. affectu arafeotım
esse cenaeatur. =
Formula insacribondi baptiaatum.
Ammo -mense-die. Ego N. Uuratus Eoclesine Saneti Di.
baptizavi filiam Petzi N. et Maniae N. Ejus Uxaris, legitimo toro
natamı seeundum zitum Ecclesige Bamhergensis, Compatre vel
Commatre tenente N.
Sidemi ob ueoessitatem fait baptizatns sub
soquenti forma.
Anno-menne-die-fait ob necensitatam in aedibus baptizatus
Alins legitimna Petri N. et Maxiae ejus Uxoris ritu Catholico ab
ahstewiee N., quem Ego N. deinde in Ecclenia oxoraizavi et
inanxi Compatre vel Uammatze tenento N.
Formula iaseribondi desponsato..
Ego N. Curatus Ecelesiae Parochialis sanstiN. Auno-mense-
die-Petrum et Bortham faetis intra missarım selemaia tribus
desuntiantionibus, per tres dies festivog sentinuos, videliset dio-
meuse-dioti Anai et nullo impedimento allato, ‚sorvatisque aliis
eorvandis comjuexi matrimenio in faoie Boelesine secuadem ritum
et praescriptum hujus Dieoeoeseos, prmesentibus NN. Testihus. NA.
si fait dispengatio obtente super aliquo gradu, addater.pest illa ver-
ba tnallo impedimento allate) et obtenta disgensatiowe a Aev. mo
Ordinario super grada N. Oonsanguinitatis, vel Affinitatis etc.
Formula mortnos inscribendi,
Anno-mense -.die-Peirus N, apnjbas sacramentis (Busceptis
224
cum animae commendatione obiit pie. in Domino et sepultas est
in hac parochiali Ecelesia sancti N. die-Mensis et anni predicterum,
‚Juramentam Parochoram.
Ego: N. premitto ac juro quod Rever.me et Cols.=o Pris-
cipi ac Domino, Domino Marquardo Sebastiano Episeopo Bam-
bergensi Domino meo Ordinario Clementissimo, Ejusque pro tem-
pore in Spiritualibas Vieario seu Commissario Generali ete., quze
offcium meum concernunt, fidelis et obediens ero, eorumque
mandata sive judicialig sive extrajudicialia incunctanter et sine
fraude doloque effectui dare conabor; statuta Synodalia condita
et condenda, ritusque Eeelesiae Bamberg. in omni culta divine,
et Sacramentorum administratione accurate servabo, Curam ani-
marum parochiae mihi in auimam committendae sedulo et sim
defecta administrabe; Sacramenta in quavis necessitate ztiam
contagiosae luis nemini denegabo, nec, ut quis Bine iis decedat,
in mora vel in culpa ero. luventutem cumprimis in doctrina et
pietate christiena ad minus singulis Dominicis per totum aanum
nullo interveniente legitimo impedimento diligenter informabo;
Bacra missae, aliaque divina officia juxta praescriptum fundatie-
nis, aus si ea desit, juxta Rev.=i et Ejus Vicarii mandata sine
omissionis defectu celebrabo, scandala publica, quaecunque illa
sint, quantum in me erit, cum gratia Dei vitabo, wihique com-
missis verbo et exemplo praelucebo, atque’adeo veri animaram
pastoris muneri solide in omnibus satisfacere studebo. Jura
piscopalia fisco praefatiRev.mi mei congruo tempore persolvam,
Res, bonn et jura Ecclesiae parochialis aut Urbaria, registra et
alia documenta heneficii curati nullatenus alienabo, sed alienata
Fecuperare, et sub mensis spatio designationem proventuum paro-
chialium ad Vicariatas judieiam mittere, prout potero, enitar. Sie
me Deus adjuvetet haoc sanctaDeiEvangelin etc. In principio etc.
Juramentum Cooperateris.
u N. promitto ac juro, qupd Rev,mo et Cels.no Prin-
cipi ac Domino, Domino Marguardo Sebastiano Episcopo Bam-
bergensi, Ejusyue in Spiritualibus Vicarie Generali im omaibas
fidelin ero et obediens, eoramque mandata ‘“sive judicialia sive
extrajudicialia ineunctanter et sine fraude, doloque effeotui dare
conabor, statuta Synodaliacondita et condenda, ritusque Beele-
siae Bambergensis in ommi eultu divino et Sacramentoram admi-
nistfatione accurate servabe, Parocho, cui cooperater in anima-
rum cura sum adjungendus, obediens ero, Sacramenta in quavis
necessitate, etiam oontagiosae Inis nemini denegabo, nec, ut quis
' sine iis discedat in mora vel in culpa ere, juventutem camprizais
una cum Parocho in dectrina et pietate christiana siugulik Domi-
nicis diebus per totum annum nullo interveniente legitimo impe-
dimente diligenter iaformabo , scandala publica, yuaecuagse illa
sint, quantum iu me erit, cum gratia Dei vitabo, ac bonse et
exemplaris vitae sacerdatalis offcium in omnibus praestabe.
ic me Deus adjüvet “ haec Sancta Dei Kvangelia etc.
.:Finis
v
2 — N . . -
*
. en
wu,
Das Pilgerhaus
Sch. Martha-Seelhaus, |
und
Das Ehehalten
oder
Dienfiboten-Haus,
in
Buutberg
von
Friedrich Wunder, Domkapitular.
* — ⏑ — —
Bamberg, 1851.
8
Bas Pilgerhaus oder Set. Martha-Serthaus
in- der Thenerftabt und zwar in der Siechengaffe., hieranf
Steinweg, feit 1830 Königsftraffe genannt, geftiftet von
ber Familie Dintner.
8. 1.
Entſtehung und Zweck der Stiftung.
Im 14ten Jahrhünderte lebte dahier ein Dann, wel-
hen es rührte, wenn Pilger hieher famen, Die nicht wuß—
ten, wo fie eine Herberge finden, und die nicht hatten, wo⸗
mit fie Hunger and Durft ftillen konnten. Diefer gutge:
finnte Mann, Namens: Hans Dinter (Tyntner, Tintener)
erfaufte im J. 1373 voni Bürger Criſtan Labhart ein
Haus, Hofftatt und Garten, das zu Tewerftatt gelegen war,
um für folhe arme Pilger zu forgen. Alsbald ließ er die
nöthigen Einrichtungen in Ddiefem Haufe zur Aufnahme
derfelben treffen, und führte währſcheinlich ſelbſt die Aufficht
über feine Stiftung. Rad ihm und zwar im I. 1390 er-
ſcheint Friß Dintner als Pfleger diefes Haufes.-
Es fanden fih von Zeit zu Zeit Wohlthäter, melche
diefe Stiftung mit Gaben unterflügten. So verpflichtete
fi) Martin Knorr im Rofengäßlen in das Selhamfe zu
Sard Martha auf dem Steinwege, gelegen an der Sicchen-
gaßen drew Pfund ewig Gelts zu geben. Laut Urkunde
v. 3. 1472®).
*) Diefe Urkunde ift abgedruckt in: Geſchichte der Pfarrei Sct. Mars
tin und ber milden Stiftungen, von Dr. Haas, Heiftl. Rath und
Pfarrer zu Get. Martin. Num. 98. Seite 762. In biefer
Schrift find au S. 468 — 472 bie Wohlthaͤter bis zum J.
1522 aufgezählt. 6
e 15*
F
N 228°
Martin Hornung, Affeffor des kaiſerl. Landgerichts
zu Bamberg hat im I. 1614 bei Icbendigem Leibe dem Set.
Martha. Seelhaus in der Siechengaſſe zu Bamberg, darin
die Armen und. Fremdlinge aufgenommen. und beherbergt
werden, 100 fl. gegeben, damit eine Seelen-Meſſe für ſeine
zwei verſtorbenen Ehefrauen gelefen werde: (Bon der Ca⸗
pelle und dem aan im $. 2.)
Aus Ddiefer Angabe geht hervor, daß nicht allein Fremd⸗
linge ſondern auch Arme in dieſes Haus aufgenommen wur:
den. Dies wird auch dadurch heftätigt, daß in der Set.
Antoni Sichhofs-Redhnung. v. 3. 172%, Fol. 46. pos. 6
unter den Ausgaben vorkommt: „A Pf. 21 Hle. zu unter-
haltung eines armen Vatter- und Mutterlofen Kinds im
Martha⸗Seelhaus.“
Um von dem ehemaligen Stande derfelben fih einige
Kenntniß verſchaffeu zu fönnen, wird der in den Akten
fiegende Auszug der Rechnung v. 3. 1695 hier mitgetheilt.
Einnahme.
5. Pr. Hl.
3623 m Zinfen aus 7200 fl. zrant Eapitalien
15 3 4, an Erbzinſen, "
7 — — u Opfer,
3 — — an Bodenzins.
360 5. Tia
An Raturalien: 19 Simra Korn an Gült- von deu
Hofe zu Bud.
Ausgabe.
St. Pf. Hl.
15 20 an Erbzins für das Seelhaus,
13. 1 13°), für verſchaffenes Geld,
4 — — für das Salve Regina,
229
100 — — für Erhaltung der Armen ,*)
30 — — für Hirhweihgebübr und andere Unfoften,
20 — — für Brennholz,
15 — — für Beltallung des Pflegers,
101 — — r ‚„ CSeelvaters,
6 — — für Zulage des Siechhofs-Schreibers,
— 6 — Semmeln.
200 4 21"
In der erften Hälfte des 18. Jahrhunderts ging mit
dem Stiftungshaufe eine weſentliche Berinderung vor. , Es
wurde, vielleicht weil wenige Pilger kamen, und fein an
deres Gebäude vorhanden war, zu einem Zuchthauſe ner
wendet... Doc nicht Tange diente es als foldhes; denn es
bramte ab. In welchem Jahre ſich Dies ereignete, kann
nicht angegeben werden. Im SKaufbriefe des @lifabethen
Spitald im Sande v. 3. 1753 (Dr. Haas a. a. ©. ©.
454) fommt im Eingauge vor: „Daß das bisherige Zucht
baus , abgebrannt, und deffen Vermögen zn einem weuen
Baue nicht erklecklich fei.“
Da das Hinterhaus ſtehen geblieben war, ſo ließ
Bürgermeiſter und Rath auf die dringende Bitte des Schul-
meifters im Steinwege „um eine Wohnung gegen mäßigen
Zins” im J. 1754 die nöthigen Ausbejferungen vornehmen,
ſo daß er darin Schule halten und wohnen fonnte. Dies
währte bis zum 28. Febr. 1784, wo es bei den großen
Waſſer nebft vielen benachbarten" Häufer einftürzte.
Für die Pründner und Obdächer, welche in diefer
Stiftung aufgenommen waren, hat man in der Art geforgt,
daß ihnen feit dem J. 1757 in dem nen bergeftellten Frau⸗
e) Zeit 1737 hatte biefe Stiftung einen Beitrag von 8 fl. jährl.
zuerſt für den Caplan zu Schlübelau, dann fpäter diefe 8 fi.
an das Domus Emeritorum zu teihen.. Da dieſe Audgabe
nit als eigner Poſten erfcheint, fo ift fie wahrſcheinlich 1 im
Foften für Arme enthalten.
han 2
0.
en⸗Siechhofbau an der Hallftadter Straffe Wohnungen an-
.. wurden. *)
" $. 2.
Errichtung einer Eapelle im Pilgerhaufe, und
Stiftung eined Beneficiums zur Ehre der
heit. Martha. F
Der fromme Sinn des Mittelalters äußerte ſich auch
darin, dag in Spitälern gewöhnlich Capellen errichtet wur⸗
den. Und ſo hat auch Bruno Dintner im Stiftungshauſe
mit Genehmigung der geiſtlichen Ober-Behörde eine Capelle
errichtet. Do dies gemügte nicht; ex hat auch ein Bene⸗
ſicium geftiftet, d. i. Einfünfte für einen Geiſtlichen ange-
wiefen, welcher h. Meſſe zu leſen und gewiffe Gottesdienite
zu beforgen hatte. Da im Mittelalter die päpftlihe Macht
fehr umfaßend’war, fo hat man fid) um Beflätigung diefer
Stiftung nad) Rom gewendet, und e8 erfolgte im J. 1424
die paͤpſtliche Beftätigungs- Bulle, weldye im Original "fidy
in der Regiftratur des erzbiſchöfl. Ordinariates befindet, and
wovon ein Abdrud unter Beilage Rum. 1, erſcheint. **)
"Bruno Dintner war inzwifchen geftorben ;- denn in einer
Urkunde v. 5. Mai 1442 gibt Fürſtbiſchof Anton (v. Rot⸗
tenbann) auf die Bitte der Gebrüder Johann u. Peter und
Das Dekret des biſchofl. Vicariates v. 3. Nov. 1757 wirb
in ber Geſchichte des FrauensSishhofed vollftländig erſcheinen.
**, Die Familie Dintner fol von hier nach Nürnberg -
fh überfiedelt Gaben. Dies wird babusch wahrfcheinlich, baf eine
Abſchrift dieſer päpſtlichen Bulle — befindlich in ber Vegiſtratur des
Drdinariates — vom Abte bed St Aegidien⸗Kloſters zu Rürnberg
Heinrich 14. Aug. 1429 beglaubigt wurde Bibliothekar Jack ſagt in
ben „Rachrichten über bie Patricier zu Bamberg (in QugzssGalender
Bamberg 1831). Dieſes Geſchlecht begab fih fpäten nad Rümberg,
wo stlihe Schilde befleiben im BaarfüßsreKlofter aufgehängt wurben;
es exlofch daſelbſt im I. 1485 in ber Perſon bes Friedrich Dinner.
231
ihres Bruders Sohnes Johann Dintner dem Meihbifchofe
Hugo die Bollmadıt, die nun hergeftellte Eapelle im Pilger:
Haufe einzumweihen. Laut Urkunde v. 7. Oft. 1442 wurde
der in der Gapelle befindliche Altar zur Ehre der hl. Mar-
tba, der bl. Magdalena; des hf. Lazarus u. f. w. einge:
weibt, und von demfelben Weihbifchefe angeordnet, daß die
Kirchweihe im Hofpital- der Pilger im Orte Thewrſtadt
außerhalb der Mauern der Stadt Bamberg in einer Gaffe,
gewöhnlich genant Siechengajfen ſtets am erften Sonntage
nach Sct. Aegidins gefeiert werde. Am Mariha-Tage wurde
ein Feft begangen, und nebft der kirchlichen Beier fand auch
eine leibliche Ergöplichkeit jtatt. Es wurde Hirsbrey gekocht,
welcher den Bewohnern des Hanſes und auf Verlangen aud)
Nachbaru zum Genuße gegeben wurde. (Mündliche Ueber⸗
lieferung.)
Fürftbifchof Anton hat durdy Urkunde v. 28. Oftober
1448 diefe Beneficiums - Stiftung beftätiget, mit dem Bei⸗
fügen, daß nach Ausſterben der Dintner'ſchen Familie das
Verleihungs⸗Recht dieſes Beneficinms an den Biſchof über—
gehen werde. Dieſe Urkunde enthält auch alle Reichniſſe
an den Beneficiaten. Noch iſt zu bemerken, daß in der—⸗
ſelben Johann Dintner, in der päpſtlichen Bruno Dintner
als Stifter genannt ſind. Nämlich Beide haben beigetragen,
weshalb fie als Stifter angegeben werden. Da dieſes Be⸗
neficium noch befteht, fo erfcheint ein Abdrud diefer Beftätig-
ungs-Urfunde. Beilage Num. I. _
Seit dem das Pilgerhaus der hl. Martha gewidmet
war, veränderte ſich deſſen Name in Set. Martha-Seelhaus.
In der am 28. Oft. 1448 gefertigten Abſchrift ded
Stiftungs-Briefes erfcheint Martin Ganz, Bürger von Bam—
burg als Hausmeifter des Hofpitals gewöhnlich Seelhaus
genannt (Martinus Ganz, civis Babenbergensis magister .
Fabricae hospitalis vulgariter Seelhaus nuncupati.)
x
232 ’
Der Eardinal:Legat Ichann bat am 27. Oft. 1445
von Nürnberg aus einen Ablaßbrief ausgefertigt, in welchem
eö heißt: Mir wünichen, daß die Gapelle, oder das Hos—
pital der hi. Martha in der Stadt Bamberg in der Siechen-
gaffe (in vico infirmorum) — zur Erholung uud Pflege
armer Pilger nen gegründet — erhalten werde, und ver—
leihen Daher einen Ablaß ꝛc. -
Die Erträguiſſe diefes Beneficiums waren gering. Nach
einer Rechnung v. 3. 172°, 20 betrug die Ginnahme
79 fil. 11%. kr. fränk. wovou
20 fl. — fr für Leſung der geſtiſteten bi. Meſſen,
35 fl. 17%, Er. Dem Beneficiaten als Rente,
17 fl. en fr. als ", der Ginnabme an Den Ver—
walter gezahlt wurden.
Nachdem das Stiftungs-Haus abgebrannt und biemit
auch die Capelle zerftört war, wurde das Benefichum in Pie
St. Martins-Kirche (indem der Steinweg chrmals zur St
Martins-Pfarrci uehärte) trandferirt. Das geftiftete Salve
Regina wırde hierauf E umstags in der Ect. Setrauds- Su:
pelle in Steinweg, jeßt Hans Dit. N. Aut, 600, “abge
halten.
As im X. 1790 der Beſitzer dieſes Beneficiums Jr:
haun Andreas Nieſer, geiftl. Ratb und Stifts-Dechant zu U.
L. Frau und Et. Gangolph geftorhen war, ſo gab Fürſtbiſchof
Franz Ludwig dem biſchöfl. Vifariafe den Auftrag, ihm den Er-
trag dieſes Beneficinms vorzulegen. Daſſelbe berichtete unter
25. Juni 1790, dag der reine Ertrag an Zinſen aus 230 f.
Gapitalien, an Erb und Grundzinſen, Handlohne ſich anf
u = 45,4 fi. fränk. belaufe. 5
Ss
Da Fürſtbiſchof Anten, wie A oben angegeben iſt,
das Verleihungs— Recht nach MAusjterben Der Dintner ſchen
233
Familie dem Biſchofe vorbehalten hat, jo verlich kraft dieſes
Borbehultes Fürſtbiſchof Franz Ludwig dard Dekret v. 13.
Des. 1791 dieſes Beneficium ſeinem Hofcaplane Johann
Gerner, Canonicus zu St. ‘Jakob, welcher es bis zu ——
in J. 1814 erfolgten Tode genoß.
$. 3.
Ercurs in das alfgemeine Krankenhaus des
dortigen Curatus wegen.
Nachdem im. 3. 1789 das allgemeine Krankenhaus
durch Den Fürſtbiſchof Franz Ludwig war errichtet werden,
hatten die vier Mendicanten Klöſter die Bejorgung der. tüg-
fihen bi. Mefie, Provifuren u. f. w. Als im J. 1802 Bam-
berg als Entichädigung an das Chur Hans Pfalz» Bavern
gefonımen war, wurden bald Daranf die Klöfter aufgehoben
und ein eigner Eceljorger nämlich der ehemalige Capu—
iiner-Guardian P. Alerander Schmöger im 9. 1803 als
Seelſorger in denselben anfgeftellt. Er genoß freie "Wer:
pflegung, hatte aber feine Geld-Bezüge. Man wur Daber
darauf bedacht, ihm zur Verbeſſerung feiner Lage ein Be—
nefcium zu geben. Die Krankenhaus: Commiffion hat in
einer an das f. Geueral⸗-Commiſſariat des Obermainkreiſes
gerihteten Vorſtellung v. 49. Febx. 1812 den Wunfch und
die Bitte ausgeſprochen, daB das Sct. Martha-Benefieium
Im Erledigungs⸗ Falle dem Curatus des Krankenhauſes ver—
lichen werden möchte. Hiezu both ſich im J. 1814 eine
Gelegenheit Durch den. Tod des geiſth. Rathes und Pfarrers
Berner in Amberg, als Bejiger des, Set. Martha Bene:
ficiums, welches nun dem Curatus des Krankenhauſes ver⸗
liehen wurde. Allein ſeines geringen Ertrages wegen war
nicht viel geholfen und man ſuchte nach einer weitern Quelle:
dieſe fand ſich, als durch den im J. 1821 erfolgten Tod
233 .
Des TDrweicarö ua Semmissarius Mum Schmitt and) das
Er. Elifaherba - Bcãcinn u der Cfiiabetha-Eapelle im
Eand in Erledigung actemmm war. Es wurde nun zwiſchen
Den geiftlihen uud weltlihen Oberbebörden hinſichtlich der
Bereinigung beider DBenehcien uud der Berrihtungen des
Guratus im Kranfenbanie cime lichereinfunft getroffen, und
unter den 4. Dez. 1823 cine Miniiterial⸗ Entfchliegung er=
lafien, des Inhaltes:
„aß Diele Guratie nicht alö eine geijtliche Pfründe,
„ſendern als eine Kaplanciñelle zu betrachten ſei, deren
„Ertrag zwar aus den vereinigten Fonds der Beneficial⸗
‚fiftung von Sct. Martha md Sct. Eliſabeih fließt,
„ehne Daß jedoch der Nutznießer dieſer Stiftungsgefälle
‚An feiner dermaligen Eigenſchaft Die Ständigkeit eines
„förmlich präſentirten und inveſtirten Beneficiaten hätte.”
„Seit dem Ausfluſſe dieſer allerhöchſten Entſchließuug
wird dieſe Stelle als eine Caplanei durch das Erzbiſchöfl.
General⸗Vikariat beſetzt, und nur wegen ihrer beſonderen
Berhälnifie immer vor der Ausfertigung des Decretes Mit⸗
theilung über das gewählte Eubjelt an die kgl. Regierung
Oberfrantens zur etwaigen Erinnerung gemacht.
Der zeitlihe Curatus im allgemeinen Krankenhauſe
dahier ift fonach Berwefer der beiden Beneficien Sct. Martha
und Set. Elifabetba, und hat daher nicht nur unter der
Anfficht eines zeitlichen Dompfarrers, dem er als Lokalkaplan
untergeordnet ift, die Scelforge im Krantenhaufe auszuüben,
fowie in dringenden Fällen auch feelforgerfibe Aushüffe in
der Dompfarrei, insbefondere im Beichtſtuhle und in Pre:
digen, zn leiften, fondern auch die nit den erwähnten Be:
neficien verbundenen Obliegenbeiten zu erfüllen:
1) Als Verweſer des Beneficiums Sct. Martha wöchent:
ih zwei Hi. Meſſen pro fundatore zu a
dann
x
235
-2). ala Berwefer des Beneficiums Bet: Elifabetha wölhent:
lüch zwei gefliftete. Meflen, nämlid am Somuage und
an der Mittwoche, nach der Meinung der frommen
Stifter zn lefen, ferner in jeder Quatemberwoche nebfl
Abbeihung des Salve Regina mit. dem Ave Maria
und der Collekte einen Jahrtag mit Bigil für die ver-
ſtorbenen Bifchöfe und Kapitularen des Hochſtiftes
- Würzburg in der hiefigen Domkirche, endlid, auf Die-
ſelbe Welle einen Jahrtag am Borabende der hl. Ger-
traud für Gertraud Zöllner und einem Jahrtag
am Borabende der heil. Anna für Anna Zweig
abzuhalten, oder durch einen Caplan der Dompfarrei
gegen eine Remumneration abhalten zu Taffen.
Die Adminiftration der Temporalien diefer beiden Be⸗
neficien wird durch das Gaflieramt ber flädtiihen Wobl-
thätigfeits- Stiftungen dahier mittelft höchſt angenrdneter
Separat⸗ Rechnuugen beforgt, und werden, dem Guratus -
jäbrlih 250 fl. verabreicht. Nebftdem hat ex freie Verpfleg-
ung, Holz, 2icht amd Bedienung.
$. A.
Zufand der Stiftung in den. legten Zeiten der
- fürkbifhöflihen Negierung.
Dis Sct. MarthasBeneftcium hatte einen eigen Ber:
walter und die Sct. Martha: Seelbausftiftung hatte auch ei-
nen ſolchen. Letzterer erftattete wi im 5. 1790 in
welchem es heißt:
„Da das Stiftungshaus vor bereits 40 Jahren ab-
gebrannt iſt, die Stiftung entgegen die Kräfte nicht hatte,
einen nenen Bau berzuftellen, jo wurde alsdann und bis—
bieher derlei angefommenen PBilgrimmen der Aufenthalt in
dem neuen Sichhhofs-Gebän au der Hallſtadter Strafe an-
gewiejen, und Derenfelben jedem 8 fr. fränf. täglich au fei-
236
ner Verpfleguug verubreicht; weilen nun die Pilgrimme fich
nicht mehr jo zahlreich, wie fenften, fondern fo felten cin-
finden, daß kaum "etliche Gulden jährlich für dieſe Lente ver⸗
ausgabt .werden, ſo warde die Hansmeifters-Stelle nah Ab⸗
leben des letzten Hans Meifters nicht mehr befegt, ſon dern
die Stiftumgs⸗Gefälle wurden für Dürftige und Kranfe zu
wörhentliden Almofen won 12 Ms 24 fr. verwendet.”
Nach porliegeuden Rehuungs- Auszügen. aus den Jah⸗
ven 1796, 7, und 8 ergab fih dDurdhichnittlich folgende Ein
nahme:
352 fl. an Zinfen aus 8000 fl. Eapitalien,
13 fl. 571% kr. an Erbzinjen. .
365 fl. 57°%;, fr. fränf. in Summe.
Die Ausgaben waren z
115 fl. — fr. fir den Unterhalt der Armen,
21 fi. 15%, fr. für Erbzins, Subsidium chasitativum
und Praesenzen.
20 fl. — fr. am Zelte der hi. Martha,
17 fl. 3712 fr. für Lefung der bi. Meſſen,
77 fl. 41 Mr. an Beftallungen des Bermwalterd —
des Hans Arztes mit 11 fl. 30 kr.
und an Accidenzien ,
23 fl. 40 fr. an Rechnugs-Gebühren.
275 fl. 11! Pr. fränf. in Summe.
9.5. u
Greignifie unter der bayrifhen Regierung.
Verſchmelzung Des Fondes mit jenem des
allgemeinen Krankenhauſes.
Als im J. 1803 eine churfürſtl. milde Stiftungs⸗
Commiſſion war aufgeſtellt worden, richtete dieſe mit Recht
ihr Augenmerk auf das allgemeine Krankenhans: Es ergab
fih, daß dort die Einnahmen nicht hinreihten, um die Aus:
BT
gaben zu .beftteiten. . Man wert" deu: DE auf Die &ct:
Rarthr-Eeelhaus: Stiftung. ı Die churfürftliche Landes⸗Di⸗
tection verfügte zumächft, daß die. Brandftätte, auf welcer
das Set. Martha-Seelhaus geftanden hatte, öffentfih an
den Meiftbietenden verfauft werden ſollte. Dies geſchah
und es wurde cin Kaufſchilling von 4200 fl. rhnu. erzielt.
Bald darauf wurden auf Diefer Stelle zwei ftattliche
Häufer nämlich Das Haus Rum. 1143 von Polizei-Eom-
miſſär Rudhart — jegt Grill'ſches Eigenthum — und das
Haus Rum. 1134 genannt, Wirthshans zum rothen Ochfen
— vom Bierbraner Friedrich Wagner erbaut.
Nach Beſchluß der churfürſtl. Landes-Direction vom
30. März 1803*) wurde das Vermögen diefer Stiftung
des ihnfihen Stiftungs⸗Zweckes wegen mit dem Sonde Des
allgemeinen Kranfenhaufes vereinigt, jedoch beſondere Redı-
rung darüber vom Krankenhaus⸗Verwalter gefühlt. - —
Es beftänd Damals in’ ee
8029 fl. — kr. an Gapitalien
860 fl. 6 fr. an Ausfländen,
712 fl. 24_fr. an baarem Gelde.
9601 fl. 30 fr. rhn.
Dies währte bis zum 3. 1808, wo die f. befondere
Stiftungs-Adminiftration für Wohlthätigkeit errichtet wurde,
an welche diefer Bond gelangte. Damals wurden
8972 fl. 30 fr. an Eapitalien und Baarichaft,
772 fl. 221,2 fr. an Ausfländen.
9744 fl.,5245 fr. vhy. übergeben.
Ks im 3. 1818 kraft der Eonftitution und des Ge⸗
meinde⸗Edikts Die Verwaltung Der Stiftnugen an die Ge⸗
wide überging, kam diefe Stiftung an die hiefige ſtäd⸗
tige Wehltgätigfeits-Stiftungs-Adminiftration. Durch Ref-
*).Pfeufer, Geſchichte des allgemeinen Arankenhauſes S. 140.
/
238
eript der kgl. Regiernug d. d. Bayrenth, 19. April 1819
wurde ausgeſprochen, dab die Fonde -
a) des äußern und innern Eunbanfes,
b) des Martha⸗Seelhanſes,
o) der Oſtheiniſchen Stiftung
mit dem Fonde des allgemeinen Kranken⸗Hauſes vereinigt
werden follen. Seitdem ift das Stiftungsfapital gänzlid
mit dem Bermögen des Krankenhauſes verſchmolzen.
Shluf.
Wenn der Dichter fagt: Dies ift der Fluch de
böfen That, daß fle fortwuchernd ſtets mur Böſes kann ge:
bähren, fo fann auch im Gegentheile gefagt werden: Dies
ift die Srucdt der guten That, daß Gutes fie wird ſtets
gebähren, und dieſes weiſt fi nach, daß die wohlthätige
Stiftung der. Familie Dintmer, welche urfprüngli Pilgern,
dann Haus-Armen Unterflügung gewährte, noch gegenmwär-
tig Kranken Hilfe leiftet, und einen Beitrag zur Unterhaltung
des Kranken-Haus-Seelforgers verabreicht.
Dies ift die Frucht der guten. That, daß Gutes fie
wird ſtets gebähren.
1. Bäpftlice Beftätigungs-Bufle vom I. 1424 bie Gtiftung
des Sct Martha-Bencficiums betr.
Martinus episcopus seruus seruorum dei MDilecto
filio Decano ecclesie Bambergensis Salutem etapostelicam
benedictionem. Sincere demotinnis aflectus que dilectus
fillus Bruno Dintner laiens Bambergensis dioecesis ad
nos et Romanam gerit ecolesiam non indigne meretu
ut uotis suis in hijs precipue per due diulnus culius |
propagstur et personasum miserabilium necessitatibus
239
eousulitur quapfum cpım dee ponsumus fauorabiliter
annuamus. Exhibita siquibem nobis nuper pro parte
dieti Brunonis petitio continebat olim eius- progenitores
et parentes überem omnium conditori domino thesaurum
in celestibus offerre propensius affectantes de bonis de-
supereis collatis in Ciuitate Bambergensi quoddam Hospi-
tale cum Capella in eo pro receptandis recoligendisque
inibi pauperibus ac alijs miserabilibus personis ad illud
pro tempore confluentibus construi fundarique et erigi
fecerunt nonnullis per eos pro dote huittsmodi Eapelle
ad hoc quod in ea perpetuum-esset beneficium ecclesi-
asticum persong ydonee qne in illa Missas et alia di-
uina officia pro tempore celebraret conferendum reddi- .
tibus bonisque relictis. (Quare pro parte dieti Bruno-
nis nobis fuit humiliier supplicatum ut sibi Capellam
ab aliguo cathelico. Antiatite gratiam et commnnionem
apostolice aedis habente consecrari faciendt et’ in illa
bepeficium huiusmodi instituendi eique predicta, redditua
et bona pro huiusmodi dote applicandi et assignandi
licentiam congedere necnon ius patronatus et presen-
tandji personam ydpncam ad huinsmodi beneficium hao
primarig uice. et quatiens etiam illud inantea uacare
cantjgerit Brunoni, predicto quoad uixcrit et post ipsius
obitum. senjari,de damo sine progenie. de Dintner in per-
petunm resgruare. de benignitate apostolica dignaremur.
Nog ;itaquıe qui, cyltum eundem nostris temporibus uigere
et augeri intengis deaiderijs. affectamys huiusmodi sup»
plicationibus inelinati. discretioni tue per apostolica
scripta mandamus quatenus si est ita predicto Brunoni
candem Capellam a. dicto‘Antistite ut est moris con-
secrari faciendi in ipsoque de huiusmodi redditibus er
bonis dietam heneficium instituendi et detaudi ut pre-
fertur auctgritate nostra, licentiam largiaris- ‘Et vichj-
lominys ‚post, institutionem et dotationem predictas ius
patrenatus, et presentaudi personam hniunmodi ad beue.
20
Relum ipsum hae'uled et quotiens inanbea uacanerit
Brunoni et post’ obitum eundem (sic) seniofi prefatis
dieta "Auctoritate perpetuo resernare procures. Jure
parrochialis ecciesie et Cufuslibet' alterlüs In omnibus
semper saluo. Datum Rome apud Sanctumpetrum V.
Idus Martij. 'Pontificatus nostri Anno Septimo.
(Bulla 'plumbea.)
ir Biſchöfliche Beſtätigungs— Urkunde des Sct. Malila⸗
Beneficiums v. 28. Oct. 1448. J
In nomine Sancte et Indiuidne Teinitatis Anıen.
Anthonius dej et apostolice Sedis gratia Episcopus Bam-
bergensis Ad peipetum rei memneriam. Hijs que pre
Alnint cultus augmento prouide facta sunt et sahıteın
respiciunt animarum liberter annuimus illaque fauoribus
prosequimur oportunis. Exhibita nobis nuper pro parte
honesti Johannis Tintner pronunc Magistri fabrice ec-
clesie nostre Bambergensis petitio cuntinebat Quod ipse
‚de anime sue salute recogitans cnpiens terrena In ce-
lestia‘ et transitoria in etern& fellci commercie com-
mutare atque thesauros sibf thesaurisare quos post
hanc vitam inmarcessibiles reperire valeat in celis ad
laudem et honorem ompnipotentis dei sneque gloriosis-
sime genitricis virginis Marie. Nechen beate Marthe
virginis et hospitis ac totius Curie celestis in disin)
cultus augmentum pro sue suorumque prögenitorum
sSuccessorum ac oinnium aliorum christifidellum salatar)
animarum remedio quoddam benefleium 'ecclesiastieum
siinplex non curatum presbyterale in altarj sancte
Marthe sito in hospitali nuncupato vulgartier Selehauss
extra muros nostre Ciuitatis Bambergensis pro volus
presbyterj perpetuo seruiturj) sustentatione de nouo fun-
danerit et competenter dotamerit bonis et Redältibus
infraseriptis que et quos prefatus Johannes fandator
!
241
pretaete beucheid iusteuramde cnın pleno ipsorum dgminie
vtili- et direeto. donatione. pura perfecta ei Irrenacabilj
in dotem- donauit et- ansiguauit demat et assignat per
presentes Vnde pro parte eiusdem Johannis fundatoris
fait nobis humiliter sopplicatum quateyus fundationj do-
tstion; demation; et" assignation) premissis robur uostre
erdiaerie confirmationis adijcere dignaremur, Nos igi-
ter Anthomius Episcopus prefatus. qui diuinum cultum
adauger) intensis deniderijs affectamus hpiusmodi aup-
pliestiouibus vipate pijs et rationabilibus fauorabiliter
incliesej fundationem dotationem denstionem et assig-
sationem pretactas ac omnia Inde secuta prout rite ef
prouide facta sunt zatas ed gratas. ratayue et grata
habestes: in domino cellaudamus et approbamus ac ad
votiuam supplicatinnem Johannis fundatoris prefatj Be-
nefcium snoclesiasticnm simplex non curatum presby-
ierale et sub titulo sancte Marthe creamus erigimus
lustituimus autorisamus Intitulamus et confirmamus dej
nomine in hijs scriptis ac presentis scriptj patrocinio
communimus perpetuis temperibus diuina fauente cle-
wentig duraturum Ita tamen quod parrochialj ecclesie
"sanct; Martini Bambergensi et eius Rectoribus pro
tempore infra cnius limites huiusiuodi Beneficium exis-
tit aullum penitus ex hoc preiudicium generetur. Jus-
patronatus vero siue Ius presentandj ad dictum Bene-
ftium prefato -Johannj fundatorj quousque vixerit et
post eins ab hac Iuce decessum genealogie sue hulus-
modi coguomine Tinttner vulgariter Nuncupatis et ip-
sorum heredibus per masculinam lincam ab ipsis descen-
destibus Imperpefuum reseruautes Ita quod nünc primo
et deinde quotiescungue casus vacationis ipsius bene-
benefitij se obtulerit prefatus Johannes et post eius
decessum semper Senior de hninsmodi genealogia Cleri-
cam secularem ydoneum actu presbyterum vel saltem
qui iafra vnius annj spatium a tempore adepte posses-
46
no 242
nioriis puriiee elusdem alio Camenice. Impedimsente ces-
wairte vellt et veleat ad sarerdotium preimsuerj Nobis
hut hesiris Buccenseribns Kpiscepis Bainbergensibms vel
nostro aut eörandem In Spirituslibus vicarid peo tem-
pore pro Institutione eanoniea debeat sex debeant inf
tempas Juris presenteure Qua quiden gewenlogia de
medio sublata Cohatis seu nominatio ketusmeodi beuelch
ad nos et Suecesweres noſstros Episcopos Baimbergenses
deuolui debeat et teneatur. Ordinamusqueque Irrefsagr-
billter statnentes quod quiuis dicti Benefwij Hector pre
tempore apnd ipsum personaliter :rosidere .et siagulis
kbdbniadis videlicet Secanda Quarta etSexta ferljs dum
mode festtm telebre in aliquo Ipserum non faerit Si
autem festam celebre in ulfgao kuivsmerdli dierwm 'secar-
rerit tunc precedentj die salua ‚Ipsius vopgerentin de
bita 'et honesta peracta et consemata primitus propria |
misse in dieta patrochinl] eocleuia sanctj Martinj adste- |
tim missam per se uel alm ydoneom presbyterutm delebrare |
seu legere dempto Ta die dedicationis auniuersarj dt
patrocinij pretact) hospitalis in 4uibus ebus ver uel
plures misse decantarj et tegi pussint Et im eirdem
diebus Elemosina etiam colligi pvtest que vnaeum ele-
mosinis ad truncam Ibidem pröwehientibus et dumtærat
ad structuram et fectisternta elusdein hospitalie pro pe-
regrinis conuertj debet Et nichituninus vltfa pretactas
missas singulis angarljs pro fundätore hulusmodi bene
ficii de sero vigflias et de matle inissam defntretorum
legere siue cantare Et quampritmam ipsius benektij
.corporalem possessionem pacifite adeptus fuerit plekano
dicte parrochialis eccleste aut’ etts locumtenenti pre
tempore fide manudata promittere quod 'onwes et sBih-
gulas oblationes ad missas stas Mn Hitto alturj pro
tempore "factas singulariter singulis angatfjs Abdsque
mora per se uel alium dolo et fraude sedulis integre
presentare ‘ Et in Testinttatibus - intasoriptis videlicet
.. Natisitatis'christi pasche .penthecostes assumptionis be-
N
⸗
wie Marie. virgints In ‚amıimersario defluktionis —*
parrochtalis ecöleste Au die nanctj Martiu pattenf mitm-
dem et: vetauh Corpotis christi In primis venperis
Recnon 'proseksienibuß et missis Aulasmorlli festinitaktiin
superpeiiets indatus «et whftted ame pirneto capfte
«oopertus ad cherum pretacte: perrechlalis 'eeclente
sanetf Murligj we presentare Reotoräque eiusdem par-
vochialis eeclewsie pro tempore existentj et ssefjs Sur
I pertarnis Mteiıds offleijs peragendis assistere et wa-
dem eoflidin tantumdo et legendo cum Ipsis deo ommk
potent} ‚perwöluere ‚Adbent et tenentar. preteren mullus
Mectj Bbeneſchj Reeter pro tempore Infra Kınltes tote
parrochiedis eeelewie Sacramenta siue sacramentalia eu-
eiesinstica aieni ministrare vel se de uclibas- piebante
niet ipeins plobani 'vonsensts-Expressus atoemmerit-deiap-
to easu -eınergehtis mecessitatis prout ei qwamde ilus
fer} yermättt aut alias de Heribus ‚parrochtallkus sp
Intuemittere sine piebanumn ipsum in Juribua kulusmudi
Iaptdire presemät quugeemodo. Bona wero er Reduitdus
esin qalbus dielum bermifionim dotutum ent sunt dab
prfrho de: dom 'Bwindolphs que ohm «wat Virie) Mersen
uita af dem -Bteibweg' cas ab vna parte ‚peinj' Weise-
Test et ab’ ‚alle parte dieto Weigkenetin domeb cous⸗
nant ‚wine: atnis vous Aorevas Renensis. Hem de
one Seylenschwäntein elta im Abtewerde eni Ab vun
eimich von Meynsn t ab alle partibus-Hetwicih Btein-
metaer Aumos vonifinant simflter vuns for: Bew. :ot
valrs pillus' därmiepriuielis. ‘Item de deme Nurhbergers
yue — — alte an der Schutt) cutab va
Henn
*) Als in den 1450er Sahıen bie noch — —— Ziien —
Beut chural eintre
wurde, fo hat min des m
Maſſerſdandeß "Bägen —— 7% auf ‚die
hohe Brüde, de. wurde fie vorzugsweiſe gen am) zu gelan⸗
gen; wurden auf Beiben rkünſtliche neh angelegt;
‚nom undern Staphauoberge wurdan 300 Karren ehe "She
fähren und dort aufgefhüttel. Die — elegenen
————— Di Hänfer.am- ber - Schalt obwe —2
244
Sich, Altæænhatger pelliſicis at-ab alia partibus: Coureq
Inngrams domos wwufiinant Quafuor or. Ren. Item
de domo Cuntzin sita prope poptem inferiorem cul. ab
na Frideriej. Zebenders et ab alia partihus dicte
Menttleriu et a ‚retro Heinricj Schreokers domasıonfipant
duo: flor. Ren. et vnus pullus garnispriuialis quorum
annugrum censuum. medietas. in Beate Walpurgis et alia
medietas in, sanctj Martin; festiuitatibus exolui con-
sueuerupt. Item Quria In Neases.auff dem Kelberperg
que ‚nobis et eeclasie nnstre Rambergensis feodalia exis-
tit et commyni extimatione Ac aanis communihes ad
duodecium Sor. Ren. ascendere dinoseitnr per aliquem
partitorem totiens quotiens opartanum fuerit seu casus
90. ahtulerit a nobis et’ successoribue ‚nastris Episcopis
Bamhergensibus iu feodum.,recipj et: haberj. Inre feo-
dali debeat et teneatur. Item. Curie: jo Stehech quam
pronune celit Beynhardug Schonick et Fridericus Fleisch-
mann de: qua: singulis annis Quatsar Sumerina siliginis
‚Seheschlitzser. mensure dae libre hallensium et Sexa-
‚ginta hallenges monete vanalis: cunrentis veto casei
due pullj autumpnales vnus ‚pullus ‚errniapriuialis vnus
anser: Impinguatus Sezaginta oue. Triginta pecie linj
volgeriter Reisten fachs. Item: de bene quod prenunc
possidet Fridericus smidt Ibidem duo Sumerina siliginis
pretacte. mengure vna libra hallensium Triginta hallenses
prefate menete. vnus pullus autumpaslis vuns pullus
carnispriulalis vous apser impinguatus. Quadragista
oua et Quindecim pecie linj. Atem bonum. diete Lorpe-
rin Ibidem de guo -singulis annis Quatuor Sumer. ailigi-
nis mensure prelibate Quator libre hallensium minus
quiuque Solidorum hallensium duo pullj autumpnales
duo pullj carnispriulalis octe Tasei Bexaginta oua anser
vnus Impingnatus et Triginta pecie lin) et vltra pre-
tactos census de certis agris Quadragintaguinyque de-
nari) memorate monete et one pullj carnispriuialis, Item
245
Molendinum In Niderngrueb de quo singulis annis Qua-
tuor Sumörina et voum quartale siliginis Quatuor Sumer.
et vaum quartale triticj dimidium Sumerinum canapis
mensure Bambergensis et pro censu vulgariter weysset
decem et octo libre vigintisex denarij Monete .sepedicte
singulis amnis sohl eonsueueranft et dicto beieficiato
pro tempore exolui debeant et teneantur porro omnia
et singula bona et Redditus cum quibus dietum Bene-
ficium ‘ut premittitur dotatum 'est et amplius dotabitur
infuturum eximimus exemptaque et exemtos decernimus
et denuntiamus ab omnibus Jugo onere et exactionibus
cuiuslibet laice'et prophane potestatisdeceruentes ut huius-
m odi Beneficium cum sua dote ea emunitate etlibertate ec-
clesiasticis gaudere debeat quibus alia beneficia eccle-
siastica per Ciuitatem et diocesin nostras Bambergenses
consistentia gaudent specialiter et tuentur. In quorum
omnium et singulorum premissorum fidem atque Kobur
perpetuum presentes literas nostras appensione Sigillj
nostri vicariatus fecimus communirj.. Datnm et actum
Bamberge Anno domini Millesimo quadringentesimo
quadragesimo octauo die vicesima octaua mensis Pc-
tobris.
‚(Sigillum appendens.)
Bes Ehehelten oder Birafbeten- Gens
in Bamberg,
we bei Furſthiſchofe Johenn Gottiried von
Aſchhauſen.
1. ’
Das Stiftungs: Hans. .
Wenn die Großen diefer Erde an den Slleinen oft
mit Gleichgültigkeit oder Verachtung vorübergehen, jo findet
es um fo mehr Anerkennung, daß der Fürftbiihof Johann
Gottfried der niedrigen Klaſſe der Dienftboten feine Auf—
merkſamkeit ſchenkte und für fie eine Stiftung machte.
Richten wie unfern Blick auf das mit dem Wappen
des Fürſtbiſchofs verfehene Haus auf dem Stephand-Berge
Rum. 1563 und leſen wir deſſen Infchrift:
Deo Optimo Maxime, et beatisimae Virgini Mariae,
Sanctis Patronis, Stephano, Henrico et Kuneguudi,
Reverendisimus et Illutrissimus Princeps
et Dominus D. Joannes Gottefried
Princeps Bambergensis et Wirceburgensis
Franciae orientalis Dux etc.. etc.
hanc domum ad excitandam famulorum erga dominos
suos fidelitatem et gratitudinem proprio aere ex funda-
mentis exstruxit, auno Salutin HDCXVIII.
Für die der Tatein. Sprache Unkundigen «folgt Die
Ueberfeßung:
Gott dent beiten nnd gröften umd der feligfteu Jung:
frau Maria, Den heiligen Patronen Stephan, Heinrik
und Cunegund,
x
UT.
bat der hochwürdigſte und. durchlauchtigſte Fürſt und Herr Hexr
Johannes Gottefried Fürft von Bamberg uud Würzburg,
Herzog von Oftfranken ıc. dieſes Haus zur Erwekung
der Trene und Dankbarkeit der Dienfiboten gegen ihre
Herren auf cine Koften von Grund aus errichtet, '
im Jahre des Heils 1618.
Diefes Haus — zuvor baufällig und ein für. einen
Sanmicus zu Sct. Stephan heflünuter Hof — genanıt
ouria ad Salices — wurde bei deſſen Almbau mit vielen
Zimmern und "einge Capelle*s) verſehen. Es hat einen
Garten, eine gefunde Lage und eine reizende Ausſicht.
Doch bald nach deſſen Herftellung am 29. Dez. 1622
überrafbte Den Fürſtbiſchof der Ted, ald er fih zu
Regenöbing auf dem. Reichstage befand. Ju des iu bie-
fger Jeſuiten Kirche gehaltenen Trauer-Rede ik der ber
ſtimmte Zweck dieſes Haufes angegeben, nämlich daß «6 zur
Aufnahme erkrankter Dienftboten dienen fol. Darin heißt
es: Extat in .hac urbe Bambergensi ingtguratum 8.
Aegidii hospitale, extat datatum Orphanotrepbium ; extaf
Servitiorum agrientium domicilium; extat in.
oppida Landa (Geburtsort des Fürſtbiſchofes) exaedificata,
fundataque inopum domus. vide: Oratio funebris ad
pias exeqwias D. D. Joamnis- Godefridi ete. MDCOXKII
*) Diefe Cayelle Beim Eingange IintZ wurde 6. Aug: 1628 vom
Weihbiſchofe Friede. Förner zur Ehre des h. Karolus Bor⸗
romaus eingeweiht. Johann Caſp. Neydecker Dr. Theol. — Canoni⸗
cus zu Sct Stephan und Pfarrverweſer an der Kirche zn U. L.
Frau war Beſitzer dieſes Hofes — ſtatb 1708 und ſtiftete mit
20 fl. fr. eine Meſſſe für dieſe Capelle. Sm J. 1740 beſaß
dieſes Haus Canpnieug G. E. Boͤttinger. Der letzte geiſtliche
Beſiher war Canonicus N. Er gab ſich mit Goldmachen ab.
und bethete im J. 1776 in diefer Kopelle das Chriftophorußs
Gebeth, weshald er von der geiftlihen Obers Behörde geftraft,
nämlich einige Beit im Klofter der Franciscaner zu Borchheim,
dann der Garmteliten dahler eingefperret ſaß. Die Capelle ſelbſt
iſt nun in. sin Bimmer umgeänbert.
248
in aede patrum Soc. Jesu recitata. Bambergae, typis
excusa ab August. Crinesio.
Aür Die des Lateins Ilufuudigen Die Ueberſetzuug:
Es befteht in der Stadt, Bamberg das von ihm nen
geftiftete Set. Aegidius-Spital — es beftcht Das von ihm
mit Einkünften bedachte Waiſenhaus — es beſteht das von
‚ ihm für erfranfte Dienitboten erridtete Gebau-
de — es beſteht im Fleden Lauda (Geburts-Ort des
Fürſtbiſchofs) das von ihm erbaute und begüterte Armenhaus
Nach einiger Zeit — das Fahr kann nicht angegeben
werden — wurde Diefes ichöne Haus wieder zu einem Ca⸗
nonicathofe beſtimmt, und für die Chehalten⸗Haus⸗Stiftung
ein eiſernes Eapital zu 704 fl. fr. anf demſelhen anfrecht
gemacht, welches fpäterhbin, nachdem es in wetlihe Hände
übergegangen war, ungefähr im 3. 1812 mit 1000 fl. rhn.
abgelöfet wurde.
Um die Franken Dienftboten unterzubringen , wurde
das Hans zum Pelifan im untern ‚Sande Dift. IV. Rum.
1739 erworben, und diente zu Diefem Zwede bis zum Jahre
1757.
Um: jene Zeit hatte der Fürſtbiſchof Franz Conrad
(von Stadion) angeordnet, daß das baufüllide Hans dei
Fraueu⸗Siechhofes an der Halltadter Straße neu herge⸗
ftellt wurde. Aus hinreichenden _Grüuden wurde auch ver:
fügt, auf dem geränmigen Grund und Boden des Brunen:
Siechhofs in demſelben Jahre cin vigenes Ehehalten- Hand
zu erbauen.
Das Haus zum Pelikan wurde bieraufals entbehrlich
am 30. Oct. 1760 an den Raths- Verwandten Pfiſter für
1050 fl. fr. verfauft, und hierüber das Genehmigungs
Dekret der geiſtl. Ober-Behörde den 25. Sehr. 1762 aus⸗
gefertigt. (Vicariats-Acten.) |
Auf welde Art und Weite in den fürſtbiſchöflichen
Zeiten dieſes Ehehalten- Haus benägt und die Renten der
Stiftung verwendet wurden, erhellet aus einem Berichte,
- 249
weichen dei Stiftunge » Berwalter um das J. 1700 an die
geiftl. Oberbehörde erflatiet bat. In Denfelben heißt es:
„In Diefes Stiftingshaus wurden erfrankte Dienfiboten,
beionders folche, die ohne großes Ungemach ihrer Dienſt⸗
Herrſchaft, oder ohne Gefahr der Anftedung in ihren Dienft-
Häufern nicht wohl verbleiben konnten, gebracht und daſelbſt
entweder anf eigne Koften, oder auf Koften der: Dienft-
Herrſchaft — wenn aber die Dienftboten uud ihre Herr⸗
(haft felbft bebürftig waren, auf Koſten der Stüftung'ner-
pflegt; anbei ift aber auch hie und da alten unvermöglichen
Dienfiboten ein wochentlihes Almofen aus diefes Stiftung
verabreicht worden, welches letztere jedoch der Stiftung night
angemeſſen ift, und es daher beffer fein würde, die Stiftung
iedigfich für erkrankte arme Dienfiboten, wenn der Dienſt—
herr die often nicht beftteiten oder wenigftens etwas bei:
ragen fann, zu verwenden — und des Endes, fofern die
Stiftung in ein umd dem andern Jahr feine oder wenige
Anslagen' haben follte, dig Receh- Gelder ad augmentum
fundi anzulegen wären, damit in dem alle, wo mehr Kranfe
von Diefer Stiftung zu verpflegen fein würden, auch dieſelbe
an Kräften zunehmen, und die alsdann erforderlichen Aus-
lagen zu beſtreiten zureichend fein möchte." In den legten
deiten feines Beſtehens bis zum J. 1803 diente diefes Haus
zum Aufenhalte von 6 — 8. Pfründern.
ü 1. Stiftungs = Kond. |
Almählig bildete ſich ein Stiftungsfond aus gröbern
oder kleinern Beitragen.
Rad vorliegenden Redınungs - Auözuge v. 3. i695
beftand die Einnahme in 130 fl. an Zinfen aus Capitalien,
und die Ausgabe in 23 fl. 3 Pfd. 18 Pf. für Atmoſen —
10 fl. Sabsidium "charitativum 19 fl. Beftallung des Pfle⸗
gers A fl. jene des Arztes 5 fl. für verfäjiedene Auslagen;
an baarem — blieb ein Beſtand von 61 ft 5 ar
Ip sz
J
230
nterdeffen mehrte fi der Kond, denn mach einem
Rechmungs-⸗Auszuge v. I. 1786 wurden 305 fl: 30 fr. am
Capitalzinſen, und 60 fl. insgemein eingenommen, Dagegen
31 fl. 27 kt. für Cur und Begräbnis: Koften, 6 fl. für
‚Lohn der Krankenwärterin, 11 fl. 52 fr. für Ho, & N.
44 fr. für Kom, 37 R. für Steuer und Beftallungen, 95 fl.
42 fr. für Atmoſen, 18 N. 34 fo. indgemein verausgabt.
HI. Bergäuge unter der Regierung des Furſtdiſchoſre
Frauz Ludwig.
Fürſtbiſchof Franz Ludwig erließ unter 4. Mai 17
eine Entſchließung an das biſchöftiche Vifariat dahier, des
Inhaltes, „Wir gedenken in Hinſicht auf die hiefigen Siech—
bäufer und auf die Berfuffung, in welcher fie fich zeither
befunden haben, gnädigfte Verfügung zu thun, find aber
zur Zeit unbeftimmt, auf was Art nnd Weife es Fünftig
hierunter gehalten werden fol. Bamitindeffen durd die
Annahme neuer Pfründner uud Obdächer in die gemeldeten
Häufer die Ausführung der Entföhliegung, die Wir nehmen
dürften, nicht erfchwert werden möge, finden Wir für gut,
Euch grädigft andurch aufzugeben, daß: weder ein Pfründ-
ner noch cin Obdächer in dieſelben Hänfer: das EHchal:
ten- Haus! mit eingeſchloſſen, von Eich mehr anfgenom—
menu werden foll, wen Wir foldjes, auf Uns gefcehene
Anzeige nicht ausdrügflih werden bewilligt und Ihr entwe:
der von Uns oder Unſter fürjtl. Armen - Inftituts - Com:
miſſion die Eröffnung davon werdet erhalten haben.“ Die:
fer Weifung wurde dann Folge geleiftet.
: Da am 14 Nov. 1789 das Krankenhaus und ind
Beſendere auch das Kranken + Dienfiboten- Iafkitut ins Leben
getseten war, die Ansgaben aber bie. Eirnahmen anfünglie)
icbertraſen, fo erlieh Franz Ludwig unter 2. Febr. 1703
en Dekret an das Vicariat, in welchem esıheißt: „Da die
zweite mit 11. Nov. 1792 fchlüffige Kranfen- Dienfdpten-
*
251
Rehuumg wegen der vielen aufgemmmmeuen Kranken mit
cnem Paſſiv⸗Rezeſſe won 244 fl: 38 I. kr. fränk. abſchließt,
und es nicht möglid if, die Ausgaben zu beitreiten, fo
wird die Weifung extheilt, 400 FH. fraͤnk⸗ aus der Dienſt⸗
boten⸗ Hauäflege, weit doch dieſe mit dem neuen Inſtitute
den nämlichen oder faſt ähnlichen. Endzweck haben mau, an
den Rechnungsleiſter ded ‚Kranken: Dicnftboien - Zuftitußes
(geil. Rath Schellenberger) ausbezahlen zu laften.“
Herner bat er in dielem Dekrete befohlen, „daß ihm
der Stiftungsbrief, andere daranf bezügliche Urkunden, umd
Ne 2 lebten Rechmingen vorgelegt werden ſollen, um dieſer
Stiftung ganz auf ihren erften Urfprumg, Wachsthum und
dermaligen u hinfeben zu können.“
Da Diefe ef bezeichneten Gegenſtäände in der Bica-
riais⸗Regiſtratur fich nicht fanden, fo erging deshalb unten
18.. Gebr. 1792 eime Aufforderung an Bürgermeifter und
Rath. Die Antwort vom 30. April 1790 beſagte, dab dei
Stiftungäbsief und andere Urkunden nicht aufgefunden wor⸗
den feien. Die vorhandenen alten Rechmungen ſeion durkh:
geiehen worden, und daraus gehe hervor, daß das gegen:
wärtige Etiftungs:Bermögen wach nnd nad) durch Vermächt⸗
nie Seiner Kapitalien enſtanden fer. an warden
die Rechnungen übergeben.
Das DIEHÖN Vicariat erfinttete unter Vorlage der
legten Redsuungen hierauf Bericht, in welchem unter andern
vorfomut, „Daß in Den Rechnungen ind Befondere der letz⸗
ten verfehiedeue kleiue Capitalien perzeichnet feien, welche
fir Kranfenwärteriunen verſtiftet worden, woraus ſich aller-
dings ſchließen laſſe, daß der Hauptzwedk Diefes Stiftung
wer, kranke Dienſtboten im Stiftungs-Hauſe zu verpflegen.
Auch ſei hie und de alten unvermoöglichen und zum Dienen
unfähigen Dienftboten. ein wörhentliches Almoſen aus dieſer
Stiftung verabreicht worden.
252
"Hieraus ergebe fich, dag diefe Stifhing in’ Hinſicht
erfrankter Dienftboten mit dem Stranfen - Dienftboten - Infti=
tute in dem neuerrichteten SKranfen-Spitale und in Anbe-
tracht jener Dienftboten, welche entweder durch Alter oder
Krankheit dienftunfähig geworden, und fih durch Arbeit den
nöothigen Lebensunterhalt‘ nicht mehr verichaffen fönmen, folg-
fam dur Almofen unterftüßt werden müſſen, mit dem „Ar-
men-Inftitute” einen faft ähnlichen Zweck habe.
Da aber der Fond diefer Stiftung laut leßter Rech⸗
nung nur in 7436 fl. Capital beftehe, welche jährlih 349 TI.
48 kr. an Zinfen .abwerfen, und wonon noch verfchiedene
Neben-Auslagen zu beftreiten feien,. fo babe bis hieber Die
Gutthat diefer "Stiftung nit jo allgemein, wie bei dem
Ktranfen-Dienftboten und dem Armen-Inflitute, fondern nur
wenigen, wegen des engen Raumes in diefem Stiftungs-
Haufe zu Theil werden können; immitels jei voraussnjehen
daß diefe Stiftung vereinigt mit dem Stranfendienboten uud
dem ArmensÄnftitnte hinreichend fein werde, mehreren er:
"franfenden . oder verarmten Dienftboten in ihrer erfannten
Rothdurft angemeffene Hilfe von Zeit zu Zeit zu verſchaf⸗
fen, wodurch der Endzweck dieſer Stiftung nicht nur nicht
abgeändert, fondern vielmehr befördert umd erweitert werde.“
Fürftbifchof Franz Ludwig hat in der Entſchließung
d. d. Würzburg 1. Det. 1793 fih alſo geäußert:
„Ich bin mit diefem, dem Endzwecke der Dienftboten-
pflege ganz angemeffenen Gutachten, weldyes vorläufig, um
-alfgemeiner zu wirken, auf Vereinigung mit dem Dienftbo-
ten und Armen-Juftitute abzielt, fehr wohl zufrieden, und
Taffe einesweil, bis eine nähere Beftimmung darüber von
mir erfolgen wird, die beiden an mich eingeſchickten Nech⸗
nungen pie 1791 u. 1792. in dem Anfuge zurüdgehen.
Franz a B. zu B. u. W.
—
Dies das letzte Reſcript, eine nähere Beſtimmung iſt
nicht erfolgt, der edle Fürſt erkrankte am Ende des Jahres
1794 und ſtarb zu Würzburg den 18. Febr. 1795.
IV. Ereigniſſe unter‘ dem Fürſtbiſchofe Chriftoph Frauz. |
Die Krankenhaus-Commiſſion feilderte in einem unter
24. April 1795 an den Nachfolger Fürſtbiſchof Ehriftoph
Stanz erftatteten Berichte die ungenügende Einnahme des
Krankenhaufes und fchlug Mittel. vor, diefe Einnahmen zu
erhöhen. Daſſelbe geſchah gleichfalls von dem biſchöflichen
[4
Bicariate unter 8. Suni 1795. Der Fürftbifchof theilte
beide Eingaben dem Domcapitel zum Gutachten mit. Daf-
ſelbe hat ſich nicht nur für die Vereinigung der bezeichneten
Stiftungen mit dem Fonde des Krankenhauſes erflärt, fon-
dern auch vorgeſchlagen, aus den vereinigten Katharina und
Elifabetha - Spitälern einen anfehnfichen Beitrag an Holz
entweder unentgeltlich oder gegen eimen mäßigen Preis ab-
jugeben. Hierauf erfolgte unter 30. Juli 1795 Die fürft-
diſchofl. Entfchließung: „Da das Vicariat auf Bereinigung
des äußern und innern Curhaußes, des Martha Seel- nnd
Chehalten-Haußes mit dem Krankenhauße wegen des
ähnlichen Zweckes das Gutachten erftattet, und mein Dom-
capitel unter 21. d. Mis in peremtorio majori folches
beifallig unterftüßt hat, fo will ih es gleichwohl bei diefer
vorgeſchlagenen Union bewenden laſſen.
Dieſe Union war aber keine vollſtändige Verſchmel⸗
zung der Fonde der erſtbezeichneten Stiftungen mit jenen
des allgemeinen Krankenhauſes. Dieſe Stiftungen bejtanden
noch während der fürftbifchörlihen Regierung unter ihren eig-
nen Berwaltern fort und lieferten jährlich nur einen Bei-
trag an das Krankenhaus.
Wie der Zuftand des, Ehehalten- — zu jer
ner Zeit hefchaffen war, mag aus zwei vorliegenden Rech
zungd- Auszügen v. 3. 1797 u. 98 erfehen werden.
WBa
Die Einnahme betrug an Capitalzinſen 366 fl fränf.
Die Ausgabe beftand in .
80 ft. — fe. für Cur a. Begräbuißkoſten
4 fl. 30 kr. der Krankenwärterin
66 fl. — ke. für Holz
sh — Kr. Steuer
25 fl. — fr. Beſtallung des Bermaltted
af. — Ki — — — Arztes
fl. — ?ke Amoſen
90 fl. — fr. Insgemein.
357 fl. 30 fr.
V. Wuflöfung bes Ehthalten⸗ Haufes unter der bayerijcen
Regierung.
Im Sept. 4802 trat die wichtige Regierungs-Berin-
derung ein, daB Bamberg an das Churhaus Pfalz-Bayırn
fam. Alsbald wurde eine churfüriti. Commiſſion zur Unter
fuhung der milden Stiftungen im Fürftenthume Bamberz
aufgeftellt. Diefe erftattete an die Landesdirection Bericht
über die hiefigen Stiftungen ind Befondere das allgemein
Krankenhaus. ‚Lepteres hatte für dreierlei Arten Kranter
zu forgen a) die Armen der Stadt überhaupt b) die Hand:
werks Geſellen €) die Dieuftboten, und war nicht im Stan
de, feine Ausgaben zu beftreiten. Deshalb verfügte die
Hurfürftl. Landesdirection, unter 30. März 1803 „daß die
Dienfiboten » Haus⸗Pflege mit dem vom Fürſtbiſchofe Franz
Ladwig "begründeten Inſtitute fir kranke — ver⸗
einigt werde." |
. Da ins Ehehaltenhaus. Pfründner nicht mehr aufge:
nommen wurden, ferner auch der Frauen-Siechhof nicht
mehr befeßt wurde, fo ließ die churfürftl. Randesdirection
den Frauen⸗ Sichhaf D. A. Rum. 1084 a u. b ferner das
tm Hofruume defſelben ftehente Ehehaftenhuns im 3.1808
en verkaufen.
850
Die a wurdre dem bisherigen Admini⸗
ſtrator abgenommen und von der churfürſtl. Landeodiracties
im 3. 1803 dem neuanfgeftellten Delonomie : Berwalter des
algemeinen Kraukenhauſes übertragen.
Ueber dieſfe Stiftung wurbe geſonderte Rechnung ge
führt, und als im I. 1808 die f. befondere Stiftungs-Ad-
miniſtration für Wohkthätigfeit aufgeteilt wer, wurde ihr
das Vermögen diefer Stiftung ansgehändigt.
Sie befaß damals
11,786 fl. 55 fr. rhein. an Bapitdfien
dann bezog fie nl and Rechten, als:
1 ©. 15 Pf. oder 13 &, fr. Erbzins und eine Faſtnachts—
Henne vom Haufe zum Pelikan im Sande Xum. 1739.
51.33 1%. fi. Erbzins aus dem ehemaligen Ehehalten⸗
Haufe an der Halftadter Straße *)
Als Laften Waren bezeichnet:
6 fl. Bejoldung reſp. Penſion des Arztes, welcher noch zur
fürfibifchöfl. Zeit war angeftellt werben. Diefe wurde
gereiht bis zu deſſen im 3. 1682 folgten Tode.
5 fl. Beitrag zum Armenkinderhaufe im Stude
2 fl. 32 £. Kohn für den Boten gereicht unter dem Titel
Almofen. |
Schluß.
Mancher Dienftbote genießt nun die Verpflegung im
Kraufenhaufe und weiß nicht, daß er auch dieſen edien-
Fürſtbiſchof als Wohlthater zumsschren habe. Der Ge:
hihte liegt e8 ob, die edlen Männer und Frauen, welde
*) Da dieſes Haus um bad 3. 1820 abgebrochen unb ber Raum,
auf welchem e8 fand, zu einem-Garten benutzt wurbe, fn bat ber
Magiftrat, auf die Borftellung, daß ber Ertrag dieſes Garten»
theile® fehr gering fet, diefen Erbzins auf 1 112 Tr. ermäßigt,
welder im 3. 1850 mit 36 fx. 5 Heller abgeldfet wurbe.
6. .
ſich um unfere Einwehnerſchoſt verdient gemacht haben, der
Vergeffenheit zu entreißen.
Doch nicht genug, daß ER Gottfried für frante
Dienftboten forgte, fo ift zu erwähnen, daß er auch ein Ca⸗
pital von 2000 fl. fr. zur Ausfteuer zweier hiefigen nicht ver:
mögliher Vürgerstöchter unbefhholtenen Rufes wer
machte, deſſen Zinſen noch jährlich unter dem Namen:
„Afhhaufifhe Eheſteuer“ an ſolche gegenmärtig.20N.
an A vertheilt werden; daß er das hieſige Waiſenhaus mit
Ginfünften bedachte, daß er 1000 fl. fr. vermachte, damit
aus den Zinfen zwei hiefige Knaben unterftügt werden, um
ein Handwerk zu erlernen, endlich daß er das im %. 1120
nom bi. Otto geftiftete St. Aegldius- Spital, gelegen am
Fuße des Michaelsberges, welches bei einem gegen das Klo⸗
fter Michaelsberg im I. 1435 gerichteten Aufrnhr bis auf
die Eapelle zerftört wurde, durch efung v. 1. May 1612
wieder neu, fundirte.
Die Familie von Aſchhauſen if zwar ausgertorben,
allein das Andenken au diefen herrlichen Sprößling derfel-
ben wird bei der dankbaren Nachwelt ſich ſtets erhalten.
257
Rumismatifche Anfrage.
In Sammlungen -von fränfifhen und in's Befondere
wüzburgifhen Münzen findet man auch jene öfterreichifchen
Münzen von 1806 bi8 1815 (1816 — ? —) welde die
ausführfichere Titulatur in der Umſchrift auf dem vers
und Mevers enthalten. Zur Erläuterung follen bier nut
die fogenannten Zwanziger oder De in De-
trachtung gezogen werben.
Bon diefer Münzſorte giebt es vom Jahre 1806 zwei
Gepräge. Das äftere (vor dem 6. Aug.) zeigt Franz II. noch
ald deutſchen Kaifer nebft den von ihm 1804 angenomme⸗
- men Titel eines Erblaifers von Oeſterreiqh ” füßrt
die Inſchrift:
Av. FRANE. 11. D. 6. ROM. -- ET HAER. AVST. IMP.
Rev. GER. HVN.,BOR.BEX. A.A.-D.LOTH.VEN. SAL. 1806.
Der deutſche Reichsadler trägt Die deutſche Reichskrone, und
hat den öſterr. Doppeladler mit dem Habsburg'ſchen Wap⸗
ven zum Herzſchilde.
Das jüngere na dem Sturze der deutfchen Reichs
verfaffung (6. Aug. 1806) aus der Münze hervorgegangene
Gepräge enthält die Umſchrift:
Av. FRANCISCVS I. D. 6.-AVST. IMPFRATOR.
Rev.HVN. BOH. GAL.REX. A.A.-D. LO.SAL. WIRC. 1806. '
Die deutfche Reichſskrone und der deutſche Reichsadler find
bier durch Die öfterreichifche Kaiferfrone und den öfter.
Toppeladler erfet, und Franz I. von Oeſterreich, der bei
Niederlegung der deutſchen Reichskrone unter andern auch
den Titel eines „Herzog zu Würzburg und in Sram
17
288 4
fen" angenommen hatte, (V. Chronik des Churfürſtenthum
Würzburg. Herausgeg. v. Dr. Bonav. Andres, 1806. Ro.
XXIV. Urkunden-Sammlung ©. 18.) nennt fih Dux WIR-
. Ceburgensis, und zwar wohl als Familienhaupt, weil in
Folge des Preßburger Friedens v. 26. Dzbr. 1805 das Für:
ſtenthum Würde, fo'wie eb durch Meihibichlug v. 25.
Gebr, 1803 an den Kurſtaat von Bayern gelemmen war,
an den Bruder des Kaiſers, den Erzherzog Ferdinand, den
bisherigen Kurfürften von Salzburg mit Uebertragung de
Kurwürde übergeben worden war, und weil Ferdinand am
1. Febr. 1806 die Regierung von — wirklich ange⸗
treten hatte.
Genau dieſelbe Umſchrift nur an veränderter Jahres⸗
zahl inagen auch die Vierundzwanziger von den Jahren
1807, 1808, 1809 uud felbſt 1810, obgleich ſchon durch
den Wiener Frieden ». 44. Oltb. 4809 Salzburg an Bay
ern gelommen war, und Bayern am. 19. u. 30. Sept.
1810 wirklich Befig von Salzburg ergriffen hatte. |
- Auf’ ben’ Vietundzwanzigern von Den Jahren 1811,
1812,.1823, 1318 u. 1846verſchwindet aus der Umſchrift
SAL. (Salzburg) u. ſtatt deſſen erfcheint der Tifel IN FR.
D. (Herzog in Franken). Die vollfläudige Infchrift af
diefen Münzen von 1811 bis 1815 inclas. fautet nun alle:
Av. ERANCISEYVS I. D. @.-AVST IMPERATOR.
Rev. 'HVN. BOH. GAL. REX. A. A.-LO. WL.ET IN. ER D.
1811. (1812. 1813. 184. 1815.)
ohngeadhtet Würzburg, welches fih nah dem Beitritte fei-
nes damaligen Kurfürften Ferdinand zum. rheinischen Bunde
am 30. Sept. 1806 in ein Großherzogthum umgewandelt
hatte, ſchon am 19. Juni 1814 an’ Bayern abgetreten wor⸗
den war.
Trotz aller —— ich ieit Jahren
eine große Summe iſterreichiſcher Viernudzwumzigen durch⸗
259
gemuftert habe, hat mir das Glück noch keinen vom Jahre
1816 in die Hände gefpielt, fo daß ich vermuthen möchte,
es feien von diefem Jahre entweder gar feine geprägt, oder
die geprägten aus irgend einem Grunde wieder umgefchmol-
ven worden. Deshalb erlaube ich mir die Anfrage: Giebt
es öfterreichifche Bierundawanziger vom J. 1816 oder nicht?
— Benn ja, (und dieſe müßten fehr felten fein,) melde
Umfhrift tragen fie? — Wenn nein, warum nicht?
Die Vierundzwanziger vom Jahre 1817 tragen die
Unſchrift:
Av. FRANCISCVS. I. D. G. - AVST. IMPERATOR.
Rev. HVN. BOH. LOMB. ET VEN. - GAL: LOD. IL. REX.
A. A. 1817. 5
Damberg, A. März 1851.
Dr. %. Ontenäder.
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Fünfzehuter Bericht
Wirken des hiſtoriſchen Vereins
Bamberg
in
Oberfranken in Bayern.
| Bamberg, 1852. |
Reindi’her Bruc.
Inhaltsverzeichniß.
1) Jahres⸗Bericht.
2) Charitas Pirkheimer Abtiſſin von St. Clara zu Rürnberg,
„Denkwürdigkeiten aus dem Reformationdzeitalter,“ heraus⸗
gegeben von Dr. C. Höfler.
3) Gefhichte des St. Aegibius » Spital von Domkapitular $.
Bunder.
4) Beantwortung einer „Rumismatifhen Anfrage" von Dr.
Gutenäder.
N
BORD
. Rünfgehnter Vericht
Wirken des hiftorifchen Wrerrins
Bamberg
"vom Juni 1851 bis legten Mai 1852,
erflattet von bem
Vereins-Ichretär.
1.
Der Zwed der Hiftorifhen Vereine, fo wie fih deren
niht nur in jedem Sreife Bayerns fondern in allen Gegen:
ten Deutſchlands gebildet haben, iſt wohl fein anderer, als
die gefchichtfihen Thatſachen der fi felbft gefegten Territo⸗
tien aus den Quellen, al8 da find: Urfunden, Alterthümer,
Infhriften, Monumente, Münzen und dgl. unpartelifch und
möglihft genam zu erforfchen, ſich gegehfeitig mitzuthei⸗
len und auch zu veröffentlichen, um fo 'einer Seits die be:
ſtehenden Stammeseigenthuͤmlichkeiten, Sonderrerhte, oͤrtlicheu
Sitten und Gewohnheiten erkennen und richtig beurtheilen
iu koͤnnen, anderer Seits für eine unparteilfche Gefchichts-
ſchreibung von ganzen Stämmen und Nationen das rechte
4%
vi
Material zu liefem. Der hiſtoriſche Verein von Bamberg
darf fih dad Zeugniß geben, daß er aud in tem abgelau:
fenen Jahre diefen Zwed nach Kräften zu erreichen befitebt
war. Iſt auch Die Bereinigung der fämmtlihen biftorifchen
Bereine in den fränfifchen, Kreifen, wie Re Behufs ter ge:
. meinfamen Erforfhung und Herausgabe einer fränfifchen
Geſchichte im Allgemeinen von dem wnerwübdlib thätigen
Bereins-Borftand Herrn Regierungsrath und Ardivar Dr.
Höfler angeregt und buch gefaßte Geſammtbeſchlüſſe der
beiden oberfränfifhen Bereine von Bayreuth und Bamberg
berdi® nagehahnt : war, nit ju Stande gekemmen, intem
bie Vereine der beiden andern fränfifchen Kreife wohl bie
gute Abfiht und das Nüglihe eines ſolchen gemeinfamen
Wirkens anerfannten und dem vorgefchlagenen Unternehmen
ald gegenfeitiger Unterfiägung ihren Beifall zollten, jedoch
wegen eigenthümlicher Verhältniffe in der Yufammenfegung
ihrer Bereine und aus finanziellen Rüdfichten einem Ge-
fammtvereine für Franlen nicht beitreten zu koͤnnen cerflär:
ten, wodurh dann der beabfidhtigte Vereins-Congreß in
KRürnberg fheiterte; To waren tod tie beiden hiſtoriſchen
Bereine von Bayreuth und Bamberg nad einem gemeinfa-
men gefaßten Beſchluſſe bei der Sahreszufammenfunft auf
der Karolinenhöhe am 1. Sept., der fpäter von Bayreuther
Seite feine Beftätigung durch eine General:Berfammlung zu
Bayreuth erhielt, in ein näheres Berbältniß als wie biäher
getreten. Es wurde nämlich durch beregten Befchluß feitge:
fegt, daß den von Dr. Höfler audgefprochenen Principien
gemäß die beiden Vereine zur. Erreihung ihres gemeinſchaft⸗
Lcden Zieles, der Erforfhung der oberfränkiſchen Geſchichte
aus den Quellen, nad einem gemeinfamen Plane arbeiten .
und zu biefem Behufe bie beabfichtigte Herausgabe ter
Quellenwerke jedesmal fi) gegenfeitig zur Kenntnißnahme
und allenfallfiger Erinnerung und Bereinbarung in gemeins
famer Sigung mittheilen werden. Der Bayreuther Verein
theilte dem gemäß Den jenfeit8 beliebten Plan respe das
vf
Verzeichniß der Quellen⸗Werle anher mit, welche et dem⸗
naͤchſt in Bezug auf fraͤnkiſche Geſchlchte herauszugeben ges
a RR: RT.
Sie ſiab folge: 0 ne
1) Liber Antigaus bes Burggräfen Johann v. &, 1398,
2) Codex Diplamaticas ber Stabt Bayreuth vom Jahre
1194 anfangend,
3) das alte Stadtrecht der Stadt Bayreuth vom Jahre
41364,
4) Hellets Chronik ber Stadt Bayreuth,
5) Widmanns Chtonik der Stadt Hof,
6) Chriſtian Ernſt's Briefwechſel,
7) Bits Fichtelgebirg'ſches Paradies,
8) Geſchichte det’ Landſtaͤnde des Furſtenthums Bayreuth,
9) Geſchichte der Reformation,
107 Georgs Geſchichte des Hofgerichts,
11) Geſchichte der fränkiſchen Ritkerfchaft namentlich der
vogtlaͤndiſchen,
12) Geſchichte der alten Geſchlechter, z. B. der Plaſſen⸗
berge, Kunsberge, Aufſeeſe ꝛc. 2c.
Von Seite des Bamberger Vereins wurde getroffenem
Uebereinkommen gemäß zu obigem Zwecke dem. Bayreuther
entgegen folgended Berzeihniß mitgetheilt:
1) Codex Fridericianus vom Sahre 1348, van ge
drudt),
2) Epistolar Codex der Charitas Pirlheimer zu Fe
berg, -
3) Statuten⸗ Buch des ——— Domtopiel vom idten
Sahrhundert,
4) Privilegien Buch der Bamberger Kirche,
5) Begistrum Burguttariorum vom. KIV.. Jahrhundert,
6) Ehronit des Klofter St. Elarae in en vom a
Sahrhundert,
7) die Regeften der Trubendingen,
vl
- 8) Chronik des Bisthums Bamberg vom Abt Andreas
wvam XIV. Jarhundert, —
9) das Ältere Copial-⸗Buch des Collegialſtifts St. Ickob,
10) das Kopial-Buch des Collegiat⸗Stifts St. Stephan.
Wie der Bamberger hiſtoriſche Verein feinem - vorge
ſteckten Ziele nahe zu kommen ſtrebte und worin ſein Wirken
im Verlaufe des Jahres beſtand, wird ſich aus Nachſtehen⸗
dem ergeben.
Die noch nöthigen Arbeiten für den dem Drucke be:
reits übergebenen Codex Fridericianus, an defien Redaktion
Herr Ardivs-Offiziant Fröhlich regen Antheil nahm, wur⸗
ben eifrigft fortgefegt, indem Herr Profeffor v. Neider Die
Correftur der erften 9 Bogen befonderd bezüglich der Orts⸗
namen übernahm, und. Herr Profeffor Dr. Martinet den
von Herrn Fröhlich angefangenen Inder dazu vollendete,
während der Vereind-Borftand Herr Dr. Hoͤfler zu ber
von ihm veranlaßten Audgabe des Rechtsbuches einen Com:
mentar oder eigentlich eine geſchichtliche Einleitung, welde
die Verhältniffe des Bisthums Bamberg von feiner Gründung
bis auf die Zeit des Biſchofs Friedrich v. Hohenlohe 1348
umfaßte, bearbeitete.
Außerdem Tas Herr Domfapitular Wunder in ber
Sitzung vom 7. Mai die von ihm bearbeitete Gefhichte der
Stiftung: Sct. Martha Seel: oder Pilger-Haus. In der
Sigung vom 4. Juni beendigte derfelbe Herr Domfapitular
die Leſung feiner bearbeiteten Gefchichte über das Chehalten-
oder Dienftboten Haus dahier und deſſen Scidfal. Außer:
dem bearbeitete derfelbe: „Das Set. Aegidius-Spital am
Fuße des Kiofterd Michaelsberg, geftiftet vom heil. Otto im
Sabre 1120.
Herr Vereins-Vorſtand Dr. Höfler hatte einen Auf
ſatz gefertigt, „Mönche, Ritter und die Frage der Reform
im XV. Jahrhundert“ den er in ber gemeinfchaftlichen Sitz⸗
ung am 1. Sept. auf Katolinenhöhe laß.
Sn der Eigung vom 15, Dftober hielt derſelbe Herr
Ix’
Berfend einen Vorttag über das Verhältnik des ehemaligen
Domtapiteld in Bamberg zu den römifhen Päpften, unb
in der folgenten Sigung am 22. Oftober einen ſolchen über
Die Beriodifirung der Geſchichte Bamberg's, welche von ben
Anweſenden einftimmig angenenimen wurde und bei einer
alfenfaliigen Bearbeitung — von Seite des zen
beibehalten werben fell.
In der Sigung vom 3. Dezember las der indeß neu
gewählte Vorſtand des Vereins Herr General Bifär und
Demfapitular Deinlein zur Vorfeier des hoͤchſten Geburts⸗
tages des durchlauchtigſten Protektors des Bereins, des
Herrn Herzogs Marimilian in Bayern einen von ihm
verfaßten Auffat üher die Gefchichte dieſes Zweiges des
durchlauchtigſten Wittelsbachiſchen Stammes von dem hödhfifel.
Herrn Herzog Wilhelm, dem Großvater Hetzogs Mari⸗
milian an dis auf unfere Tage. |
In ber Sigung vom 3. Dezember, in "welcher Kerr
Dr. Höftfer förmlich von dem Vereine Abfchied nahm, leg:
te derfelbe ein fertiged Eremplar des Codex Frideric.
(Friederich's von Hohenlohe Biſchofs von Bamberg Rechts:
buch 1348) vor. Zugleich übergab er das von ihm zur
Herausgabe indeß bearbeitete Quellenwerf, nämlich den Epis-
tolar Codex der Charitas Pirfheimer in Nürnberg.
Sn ter Sikung vom 9. Sanuar .1852 wurde Die Her⸗
ausgabe tiefes Werkes im Drude auf Koflen des Vereines
und zur Bertheilung an Die Mitglieder im Sahresbericht be:
ſchloſſen, nachdem Herr Dr, Höfler noch die Bearbeitung
einer Einleitung oder Vorrede dazu verſprochen hatte.
Außerdem jepte Herr Stadtpfarter Schweiger feine
Ferfchungen über das Geſchlecht der Truhendingen, Herr
Pfarrer Hermunn gu Frauendorf feine Ausgrabungen und
Forſchungen bezüglich der heidniſchen Grabhügel fort, und
fandte eine Abhandlung betitelt: „Die heidnifchen Grab⸗
hügel bei Goͤrau, Känneröreuth, Präcting, Kupenberg sc.
X, —
und. „die heidniſchen Spipwälle und. Bangmälke des aa
grundes und anderer. Drte” ein. —
| Der neue Vorſtand Kerr GenerabVitar und Dom-
kapitular Deinlein unternahm eine Bearbeitung. der Ge
— ber Reformation im Bamb. aus archivaliſchen Quellen.
Gerr-Studien-Rektor Dr. Gatenäcker lieferto bie
„der Numismatiſchen — im XIV. Be
richte Seite. 257 — 258. —
Dem Königl. Stantsminifterium des Innern reichte
der hiſtoriſche Verein auf geſchehene hoͤchſte Aufforderung
eine vom Herrn Profeſſor v. Reider angefertigte Zuſam⸗
menſtellung der hiſtoriſch merkwürdigen mittelalterlichen Ge—
baute in hieſiger Stadt nebſt Beantwortung ter gefefiten
tagen über deren Urfprung, Zweck and BOBERRMENBE Ber:
wendung. ein.
Schon aus den Aufgeführten ift zu —— daß be⸗
ſonders Der Vereins-Vorſtand Herr Dr. Höfler einen un⸗
ermüdlichen Eifer für das Gedeihen und Aufblühen des Vers
eines hethätigte. Dieſe Thaͤtigkeit beſchränkte ſich aber nicht
auf die obengenannten Arbeiten, die er lieferte, ſondern er
forſchte unabläſſig nach archivaliſchen Schätzen und ſuchte ſie
dadurch, daß er die hoͤchſie Erlaubniß zur Benützung der⸗
ſelben erwirkte, anderen thätigen Mitgliedern des Vereines
zugängig zu machen; leiſtete Dann bei dieſer Benügung ſelbſt
allen moͤglichen Vorſchub, und unterſtützte ſomit dieſelben
in ihren Arbeiten weſentlich. Außerdem wurden die freund:
lihen Beziehungen und Verbindungen, in welche der Verein
ſchon ‚früher, beſonders aber durch dag Bemühen des Bor:
ftandes ‚Herrn Dr. Höfler mit den angefehenften gelehrten
Geſellſchaften und :einzeln namhaften. Gelehrten getreten
‚ war, nit allein auch in hiefem Jahre fortgefegt: und ges
pflegt, jondern auch neue Verbindungen geknüpft, wedurch
der Vereinsbibliothek, wie das untenfelgende Verzeichniß bar-
hun wird, koſtbare Werfe zugingen, und der: Verein ſelbſt
immer in. Kenntniß von Allem: blieb; was. im @ebiete der
N :X1
Geſchichtsforſchung in Deutſchland zu Zageı gefösbert wurde. _
Andy nachdem Heren Dr. Höefler ein anderer Beruf in die
Fremde rief, hörte deſſen Wirken für den Verein nicht auf.
Er nahm auf Verlangen des Dereined die Ehrenvorſtand⸗
Iihaft.tesfelben an, und hat, was er beim Abſchiede ver:
ſprochen, nämlich auch in der Ferne nah Kräften nnd- Ge:
legenheit die Intereſſe des ihm liebgewonnen Bereincd zu
fördern, auch treulich gehalten, indem es die nöthigen Vor⸗
arbeiten zur Herausgabe des Epistolar Cndex ber Charitas
Pirkheimer upd einen urkundlihen Commentar dazu, wie
ſchon angebentet, in Prag vollendete, und auch feln ander:
weitiges. Wirken - für. Die Intereſſen des. Vereined in Feiner
Kinfiht unterbrach. Der hifteriihe Verein von Bamberg
halt es Daher für feine. Verpflichtung, Diefe Anerkennung, der
Berbdienfte de nunmcehrigen Herrn K.K. Univerfitäts-Bro;
feiford Dr. Höfler um ten Berein hier Öffentlich darzule⸗
gen und damit einen Theil feines ſchuldigen Dankes abzus
ftatten. Es bleibt ihm nur nod übrig, wiederholl den
Wunſch auszuſprechen, daß fein Herr Chrenvoritand feine
Demühungen. um das Wohl des Vereines gefälligjt fort:
jegen, und daß diefem von jenen geehrten Vereinen und ein-
zelnen gelchrten Männern, Die ihn ihrer Aufmerkſamkeit würs
digten, daſſelbe Wohlwollen und Biefelbe. a wie bis:
ber zugewendet werden möge.
"Liegt fhon in der Erwartung der Erfüllung dieſes
Wunſches einige Ermuthigung zum Fortſtreben, ſo hat es
auch dem Verein in dieſem Jahre nicht an direkter Aufmun⸗
terung gefehlt. Bon. allerhöchiter und hoͤchſter Seite kamen
demſelben Zeichen der Anerkennung und. Ermunterung zu.
Auf die allerunterthänigfte Ueberreihung eines Exemplars
deö Codex Fridericianus an Se. Majeftät den König er⸗
folgte von. Allerhöchitbenfelben. an. den Vereins-Vorſtand
nachſtehendes allergnädigftes Handbillet:
„Herr General⸗Vikar ꝛc. M. Deinlein! Empfangen
„Sie anmit Meinen Dank für das Mir überſendete Exem⸗
zu
„plar des von Dr. Höfler herausgegebenen Rechtsbuches
„Krietrih® von Hohenlohe.“ Mit Freude vernahm Ich
„von der eifrigen, fruchtbaren Thätigfeit Ihres Bereind, und
„Tpreche ihnen hierüber gerne Meine Anerfennung aus, in⸗
„dem ich Sie zugleih Meiner gnäbigen Gefinnungen ver:
„fichere, mit welchen Ich in Wertbhſchätzung bin
Ihr
Münden, den 11.
Mär, 1852. wehlgemogener Künig
Her.
In ähnlicher Art gerubten Se. 8. Hoheit Merimilien
Herzog in Bayern, als gnätiafter Proteftor des Vereins,
über teilen Beſtreben Hoͤchſt-Ihr Wohlgefallen auszufpre:
hen.
Auch von den Königl. Miniftern des Innern, dann
des Aeußern und des Kgl. Hauſes gelangten an den Verein
Ausdrüde des Wohlwollens und der Anerfennung, und von
Seite des Kgl. Präfitiumd von Überfranfen wurde wie
früher bemfelben die gewünfchte Unterftügung zu Theil.
Wenn bier für folhe allerhöchfte, höcfte und hohe
Proteftion öffentlich ter fchuldige Dank ausgefprochen wird,
fo fei zugleich Die ergebenfte Bitte angefügt, e8 möge dem
Vereine diefe ermunternde PBroteftion auch ferner zu Theil
werden.
Roh muß bemerft werten, daß auch die alljährlihen
gemeinjamen Zufanmenfünfte der beiten oberfrämfifchen Ber:
eine, deren jüngjte am 1. Sept. 1851 auf Karolinenböhe
Statt fand, denfelben immer einen neuen Impuls geben,
und daß hierdurch; wie auch durch Pie Einladung des Bay:
reuther Vereins, an der Feier feines 25jährigen Jubiläum
am 7. Mai Theil zu nehmen, weldier Einlatımg durch Die
Abfentung einer Deputation Folge gegeben wurde, Las
gute Einverftändniß der beiden Vereine Oberfränfens nod)
mehr befeftijt worden ift, was für deren Beflreben zur Er⸗
20
reichung ihres gemeinſamen Zieles gewiß u: * wohl⸗
thätigen er blieb,
u.
In em Borftande ⸗Perſonale ergaben fih im. Laufe
des Sahres 1851 mehrere Veränderungen. Der biöherige
Sekretär Herr Georg Thiem murde zum Pfarrer von
Kupferberg ernannt und trat in Folge dieſer feiner neuen
Beſtimmung bie Sekretariats⸗Geſchaͤfte, die er mit Hingeb⸗
ung und Eifer zum Beßten des Vereines beſorgt hatte, ab.
An die Stelle desſelben wurde Domkapitular Rothlauf
zum Bereinsfefretär gewählt, der Biefe Wahl auch annahm.
Einige Monate fpäter.erhiglt der bisherige Borftand,
Herr Regierung Rath und Arhivar Dr. KHöfler, wie
fhon oben angedeutet worden, den hoͤchſt chrenvollen Ruf
ald Profeſſor an die K.K. Univerfität in Prag. Da aus
den, wos Aber deſſen Wirkſamleit ale Vereins⸗Vorſtand
oben gejagt wurde, wohl au. ewinchmmen. iſt, was er dem
Bereine war, fo läßt ſich ermeilen, welch herber Verluft die:
fen bedrohte. Als jedoch in der Sigung am 5; Roventber 1851
die Beſorgniß dieſes Verluſtes zur Wirklichkeit wurde, in-
tem Hr. Dr. Hoͤfler an dbiefem Tage feine Annahme des
an ihn ergangenen Rufes anzeigte und zugleich: die Vor⸗
ſtandſchaft förmlich nieberlegte, wurde mit-. diefer . traurigen
Rachricht dem Pereing . zugleich auch wieder der Zroft zu
Zheil, Daß ihm auf Hrn..:Ar, Höflers Borfchlag in der
Perfon des Hochmürdigen Herrn General⸗Wikars und: Dem⸗
kapitulars Deinlein ein tüchtiger, feines Vorgängers wür-
diger Borftand. nit „Stimmenginheit, der verſammelten Mit-
glieder. gegeben. wurde, und, Herr Dr.. Höfler ſebſt auf
allgemeined Verlanger denn Wexrelng als Ehrenvorſtand ver:
blieb, IB welcher er feine Thaͤtigkeit für: das Mahl des⸗
ſelben ud in der Ferne fortzufegen verſprach, Heer Gen.
und Demfapis: Deinlein nahm die auf ihn gufellene Wahl
an, „rwähnte bi Jeingm - Amtö- Antritt nody einmal unter
XV
Ausdrüden der Anerkennung und des Dankes bie Berbienfte
feines Hm. Borgängers, und verfprad für ih ſelbſt, daß
er, foviel feine Berufsgefhäfte ihm erlauben, mit Liebe des
Bereined Intereſſen zu fördern ih beftteben werde, wobei
er hoffe, von den verehrfichen Mitgliedern im Allem freudigfi
unsterftügt zu werden.
Hiernad, hatte ſich nun der Vorſtand ded Vereines in
folgender Weiſe geftaltet.
Herr Gen.⸗Vic. und Domfapttuler Deinlein Bor-
ftand.
Herr Stadtpfarrer Schweiger, Caſſier.
„Profeſſor v. Reider, Eonferv. und Bibliothekar.
u Domkapitular Rothlauf, Sekretär.
Fu .M.-
— Vermbgens⸗Verhaltziſe des VSereines ſtud un
Nechnung für 1851.
| Einnahme.
An Altivbeſtand 2. IR 17 kr.
Alktiv⸗Außenſtaͤndennn.. 84 —
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in Beiträgen . 2 2 0 ee Mu —
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Abſchkluß.
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Ausgabe . I. vn. A435
Beſiand: 61 f. 43 fr.
Etat für 1852.
I. Einnahme,
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Aktivaußenſtaͤnden . . . . 410, —
Deiträgen von Sr. 8, Hoh. Sin, ——
Herzog Marimilian-. ee. Mon,
Beiträgen von 18 ——
Mitgliedern . . . 12, —
Beitraͤgen von 170 außetorbentl. a
Mitgliden . . . rl. ee
Verlauf, an Bereinsfiriften, ae
| Summe: 378 fl. 43 fr,
In. Husgabe
Bahlingsrädftand:;, .:; .' .- — A — ktr.
Ankauf von —* Deinen x ꝛc. 20 — u
Druckkoſten .. .*8.* 0, —3 *
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Bedienung „nn wre er 2A y Der
Berfendung der Vereinsfchriften I.
Reparatuum 2 2.20 Ay,
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Abgang an Beiträgen . alas ar SUB „—
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VL:
Verzeichni Der dem Vereine gemachten Gefchenke.
A. Druthſchriften.
a) Geſchenke von Bann Vereinen.
Hiftorifcher Verein von und für Oberbayern.
Deffen Oberbayer. Archiv Band XI. H. 3. Münden 1860.
s. deffen oberb. Archiv B. XII., 1 ‚Heft.
Liter. Verein von Re gensburg und Amberg.
Deffen Rechenſchaftsbericht am Schluſſe des Studienjahrs
1820,
Königl. allgem. Reihsardiv zu Münden.
Regesta Boica Al. Band.
Hiſtoriſcher Verein der Obe rp f alz und von® a gensburg.
Deffen Verhandlungen XIV. Banb.
Hiſtoriſcher Verein für Unterfanten und N
zu Würzburg.
Deſſen Archiv. u Bd. 2. u. 3. H.
Hiſtoriſcher Verein von und für Oberbayern.
Deſſen Oberbayr. Archiv KH. 2 1 6. deſſen XIII.
Jahresbericht. x
Hiftorifcher Verein für ARiteffranten. |
deſen XIX. Jahresvbericht. Ferner deſſen AR. Bericht.
‚ Sal. Aademie der Wiffenfhaften;
Abhandlung der hiſtox. Klaſſe VI. Bd. 2. a.
Bulletin pro 1850 Nro. 23 — 44 mit Titelblatt 1851
Nro. — — 33. = Wittmann Germanen ꝛc. 1851,
Hiſtoriſcher — für Oberfranken in Bayreuth.
Deffen : Archiv. für Geſchichte und Alterthumsfunde von
Oberfranfen V. 8, 1 Heft. _
IVII
Hiſtoriſcher Verein von Niederbayern.
Berhandlungen II. Bd. 1. und 2. Heft 1851.
b) Geſchenke von Ansländiihen Vereinen.
KR. Akademie der Wiflfenfchaften zu Wien.
Deren Sigungeberichte phil. hiſt. Klaffe. Sahrg. 1850, 3.
Hft. Oft. Rov. De. _
Deren Fontes rerum austriacarum III. Bd. 2. Abth.
Deren Archiv für Kunde öfterr. Gefchichtsquellen, Sahrgang
1850 II. Bd. 1. Hft.
Bon derſelben K.K. Akademie.
Deren Archiv für Kunde öſterr. Geſchichts⸗Quellen Jahrg.
1851 J. Bd. 1. und 2., 3. und 4. Hft. II. Bd. 3
und 4. Hft.
Deren Fontes rerum austriacarum Oeſterr. Geſchichtsquel—
len. Zweite Abtheil. Diplomataria et acta. IV. Bd.
Liber fundationis ecclesiae collegiatae Claustri
neoburgensis.
Deren Sigungdberichte Jahrgang 1851 IV. Bd. 1. — 5.
Hft., ihrer Sigungsberichte VII. Bd. 2. Hf.
Bon derielben K.K. Alademie,
Simony Alterthümer — Arneth, archäolog. Analeften.
Berein für hiftorifdhe Gefchichte und Landeskunde
zu Kaffel.
Deſſen Zeitſchrift A. Hft. des V. Bandes und deffen period.
Blätter von Nr. 17 — 20.
Bürtemberg. Altertbumd-Berein in Stuttgart.
Defien V. Sahresheft (1848).
Beslar’fcher Verein für Geſchichte und Alterthumskunde.
Deſſen Beiträge für Gefchichte und Rechtbalterthumer m.
Bd. IH. Heft.
2
|
xvui
Verein für Kunſt und Alterthum in Ulm und Ober:
— ſchwaben.
Deſſen VII. Bericht ſeiner Verhandlungen. (1850).
Allgemeine geſchichtsforſchende Geſellſchaft der Schweiz.
Deren Archiv für ſchweizeriſche Geſchichte Band VII. Zürich
1851.
Deren Regeſten der Archive in der Eidgenoſſenſchaft, Heft
3 und 4. 1. Bd. Chur 1850.
Raffauifcher Verein für Alterthumskunde u. Geſchichtsforſchung.
Deſſen Annalen IV. Band und Bar's Geſchichte der Abtei
Eberbach im Rheingau. Wiesbaden. — Fertfegung
davon Heft 2. Mittheilungen Rr. 1, 2. Femer:
Bär's Gefchichte der Abtei Eberbach 4.3. Heft. Mit:
theilungen. Ar. 3.
Verein der Alterthumdfreunde im Rheinlande zu Bonn.
Deffen Sahrbücher XVI. Heft, dann XVII Heft.
Berein für hefiifhe Geſchichte und Landeskunde.
Deſſen 3. Heft der PBefchreibung der wüften Ortfchaften
und deſſen Zeitfehrift des VI. Bd. 4. Hft.
K. böhmiſche Sefellfhaft der Miffenfchaften.
Deren Abhandlungen VI. Bd. 5. Folge.
Würtemberg’fcher Verein für Vaterlandskunde.
Defien Würtemberg'ſche Jahrbuͤcher Jahrg. 1849; ferner
den Sahrg. 1850.
Verein für Gefchichte und Altertfum Schlefiens.
Deifen Quellenfchriften III. Bd. Breslau 1851.
Oberlaufiger Gefellfchaft der Wiſſenſchaften.
Deſſen neues Laufig-Dagazin, Jahrg. 1851 — 1. 2 und
3. Heft.
xix
Ferner vom Magazin Jahrgang 1851 4, Sf und vom
Jahrg. 1852 1. Hſt.
Scripteres Bd. III. 2. Bil un Su {
ı) - 4. “
Hiſtoriſcher Verein für gr Würtemberg. —
Deſſen Zeitſchrift v. Hft. Mergentheim.
Von demſelben Verein.
Deſſen Zeitſchriſt IV. und V. Heft.
Geſchichts-Verein für Kärnten und Klagenfurt.
Deſſen Vereinsſchrift: Archiv für vaterländ. Geſchichte und
Topographie. 1850.
2
Verein für Hamburgiſche Geſchichte zu banbutge
Deſſen Zeitſchrift III. Bd. 3. und A. ‚Heft.
Verein für Meklenburg. Geſchichte und Alterthumskunde
Schwerin.
Deſſen J. Bericht. Jahrbücher oder — heraus⸗
gegeben v. Liſch und Bayer XIII. Jahrg. Schwerin
1848.
Deſſen Jahrbücher XVI. Jahrg.
AlterhumssBerein zu Lüneburg.
Deſſen Statuten, I. Bericht und I. Lieferung ber Alter:
thümer der Stadt Lüneburg und des Klofterd Lüne.
Geſellſchaft für Pommer'ſche Sefhichte und Alterthumskunde.
Deſſen Geſellſchaftsſchrift: Baltiſche Studien XIV. Jahrg.
2. Heft.
Hiſtoriſcher Verein für das Großherzogthum Heſſen.
Deſſen Archiv VII. Bd. 1. Heft.
2*
3X
Geſchichtg⸗ und Alterthumsforſchende Geſellſchaft des Oſter⸗
landes zu Altenburg.
Deren Mittheilungen Bd. TIL. Heft. 2.
Deren Mittheilungen Bd. III. 3. Heft.
Antiquariſche Geſellſchaft in Zürich.
Deren IV. Bericht 1848 und Geſchichte der Abtei Zürich.
Schleßwig⸗Holſtein⸗Lauenburgiſche Geſellſchaft.
Deren neues Archiv. Nordalbing. Studien V. Bd. 2. Heft.
Kiel 1850.
Hiſtoriſche Geſellſchaft zu Bafel.
Deren Beiträge zur vaterländifhe Gefchichte, B. IV. Bajel
1850.
Verein zur Erforfhung der rheinifchen Gefchichte und Alter:
thümer in Mainz.
Deſſen Zeitfchrift Bd. I. Hft. 4.
Verein zur Verbreitung guter und wohlfeiler —
zu Zwickau.
Deſſen Vr, VI, VIII., IX. Jahresbericht.
K. K. mähriſch⸗ſchleſiſche Geſellſchaft des Ackerbaues ber
Natur⸗ und Landeskunde.
Deren 2. Vierteljahrheft neue Folge 1850, 3. und 4. Vier⸗
teljahräheft. Brünn.
Deren Landwirthſchafts-Kalender auf daB Jahr 1851,
Jahrgang.
Deren Mittheilungen, Jahig. 1851. 4. Quartalheft.
Deren kleiner deutſcher und böhmiſcher Kalender pro 1852.
Deren Progamm ber Mittheilungen pro 1852 ala Woden-
Ichrift neuer Folge.
M
Sinheimer Geſellſchaft zur awehue ——
Denkmale.
Deren ——— Jahresbericht 1851.
Der Geſchichtsfreund.
J Er
Mittheilungen der hiſtoriſchen Vereine — 5 Orte cin! der
Schweiz). VII. Bd. Einfieden 1851, 8.
Ausſchuß des Ferdinandeum in Ansbrud.
Ferdinandeum 24. cömbinirter Kahresbericht des Verwalt⸗
ungs-Ausſchuſſes für die Jahre 1847 — 50. ne
bruf 1851.
Geſellſchaft der Niederländifchen Litteratur zu Leiden.
Zwei Hefte ihrer Arbeiten.
Alterthumd = Verein für das Großherzogthum Baden.
Deſſen Aufnahme und Darſtellung der Burg Steinsberg im
Kraichgau in 5 Blättern (Text folgt nach.)
Außerdem wurden von dem Dereine auch mehrere
Berfe angelauft
e) Geſchenle von einzelnen verſchiedenen —
Archivsrath Kausler zu Stuttgart.
Wurtemberger Urkundenduch I. Bd. 1849.
K. Studienlehrer 3. Schöppner zu Münden.
Auffag: „Sagenfhag des Königreich Bayerns." —
3. Wunder, Domfapitular.
Dad churfürſtliche Ausſchreiben für Errichtung des neuen
Zuchthaufes v. 17. Oft. 1732.
Gottlieb Freiherr v. Anfershofen.
Handbuch der Sefchichte des Herzogtums Kärnten Bd. IL
Heft I Klagenfurt 1851. Ä
zaı-
: De. Karl Roth in Münden.
Kleine Beiträge zur deutſchen Sprache-⸗, m. und
Ortsforſchung IV... Heft. 1854. . A
Dr. Martin v. Deutinger, Dompropft zu Münden.
Beiträge zur Geſchichte, Topographie und Statiftik Ted
Erzbisthums München und Freifing. II. Bd. Heft 1,
2:3: Münden 1851. 8.
Bon demſelben.
Schematismus der Geiſtlichkeit des Erzbisthums Münden:
Steifing. 1851. 8.
Dr. 9. Sengler Brofeffor der K. Univerfität Erlangen.
Rechtsbuch des Schwabenfpiegeld. rlangen 1851. SI. 8.
Dr. Funk, SHofrath.
Ein Bild in Rahm (Silouetten) vorſtellend den vortreffl.
Fürſtbiſchof Franz Ludwig und feinen eben vortragen—
den Kanzler Pabſtmann.
Ditmar Shönhuth.
Zeitfhrift für das mwürtemberg. Franfen, Heft V. 1851, 8.
Mathias Koh.
Beiträge zur neueren Gefchichte aus unbenützten Handſchrij⸗
ten. Wien aus der K.K. Hof⸗ und Staatd-Bud-
druckerei 1849, mit zwei Heften Beilagen: a) Bei:
träge zur Gefchichte des Deutfhen Ordens in Tyrol
v. M. Koh. db) Feltiihe Forfhungen v. M. Koch.
Dr. Gutenäcker.
Jahresbericht über das K. bay. Lyzeum, Gymnaſium und
über die Lateinſchule zu Bamberg für 1820 nebſt einem
Programm.
Aalbert Keller.
Ein Spiel von einem SKaifer und einem Apt. Tübingen 1850.
xxin
Eppenauer, Stadipfarrer in Ebermannſtadt.
Kupferbibel oder hiſtor. Bilderbibel v. Joh. Ulrich Kraus v.
Augsburg.
J. Schiern.
Ueberſicht der Auswanderungen aus der Normandie nach
Italien und der erſten Eroberungen derſelben in Neapel
und Sicilien (aus dem Däniſchen von Mooyer über—⸗
ſetzt). Minden 1851.
Dfarrer Fr. Fav. Schmitt zu Kirchröttenbad.
Mehrere fleine Werke. j
Landrichter Roit.
Geihichte der Ciſterzienſer-Abtei Bildhaufen.
Pfarrer Thiem zu Kupferberg.
Ginige Copten von Urfunden und mehrere kleine Schriften
und Gedichte v. dem Hrn. Schenfgeber, ferner einige
Refrologe.
Herrmann Mar Freiberr v. Sped-Sternburg.
Die Gedichte feines verftorbenen Sohnes.
Dr. Höfler Profeffor der K.K. Univerfität zu Prag.
Fraͤnkiſche Studien IV.
Englert, Auditor des 5. Sägerbat.
15 Eremplare feiner Geſchichte von Berchtesgaden und
Mährchen von Berchtedgaben.
Schweiger, Stabtpfarrer.
Das Portrait des Hrn. Dr. Höfler..
Wunder, Domfapitular.
Ein Stück aus ber alten ZJudenverfaffung im Bisthum
Bamberg und einige aufgefundene Autographa.
KXiv
Esinger, erzb. Kanzlift.
Ein Anfteffungs-Defret eines fürſtbiſchöflichen Rotarius.
Frau Direktorin v. Pfeufer geb. Graͤfin v. Rotenhan.
Mehrere Berichte über die Kleinfinderbewahranftalt in Bam:
berg, dann Gedichte von Pfarrer Eppenauer.
B. Diänzen.
Hiener, Gaſtwirth dahier.
Zwei Bamberger Einhellerſtücke von 1780 und einen Ker⸗
zendreyer mit zwei kleinen I und einer
Regensburger Münze.
Pfarrer Fr. Zav, Schmitt.
Zwei Silbermünzen,
Pfarrer Feldbaum zu
Eine fleine Silbermüngze.
Pfarrer Barnidel zu Marktzeuln.
Einige Heine fllberne und fupferne Münzen.
Eppenauer, Stadtpfarrer zu Ebermannftadt.
Eine filberne Münze geprägt von Philipp II. von Spanien.
Einen Goldgulden mit der Rundfcrift: Fridericus Archiep.
Colon-moneta bonnens.
EEE IT
>,
x Der
hechderühmten Charitas Yirkheimer,
Aebtiſſin von &. Clara zu Nürnberg
Denkwirdigktiten
dem Heformationszeitalter
ET
Aus den Driginalhandichriften zum erften Male heraus:
gegeben und mit einem urkundlichen Commentare
verjehen
von
Dr. ©. Söfler,
t. k. Brofeflor der Gefhichte an ber Sarls Kerbinande -» Univerfität
zu Prag, Ehrenvorftanb bed Hiftor. Vereins zu Banıberg ꝛc. ıc.
—
Die Chriſtenheit IR beladen
Mit einem leſterlichen Schaben.
Altdeutihes Bedicht auf Earl d. Großen.
ö— — Di ——— —
Samberg, 1852,
Gedruckt bei J. MReindl.
5
So groß die Spannung war, mit welcher in unſeren
und in früheren Tagen europäiſche Voͤlker den Congreſſen
ihrer Zürften und deren Entfcheidungen über Länder und
Staaten folgten, fo kam diefe doch nicht dem Intereſſe gleich,
dad den ganzen chriſtlichen Erdfreid ohne Unterſchied bejeelte,
a3 im AV. Sahrhunderte die Abgeordneten der größten
Rationen des Abendlandes, der mweftrömifche wie der byzan⸗
tiniſche Kaiſer, im Schisma wie rechtmäßig gewählte Päpfte,
die Legaten der einen wie der anderen, GChurfürften umd
Cardinaͤle, Fürften und Fürftbifchöfe, Achte, Mönche, Gra⸗
fen, Ritter, Prieſter und Bürger zu den Eoncilien von
Kofmig , Bafel oder Florenz eilten, dort die Entfcheibung
von Fragen theild herbeizuführen, theild zu vernehmen, die
an Ziefe, Dauer und Tragweite die Beſtimmungen der
Biener, Raftadter oder Osnabrücker Congreſſe bei weiten
überragten. Zwar fchien das Reſultat derſelben für den
Moment bedeutender als es wirklich fein mochte, da die Til-
gung des lange dauernden Schisma's durd bie Abfegung
dreier Gegenpäpfte und die Neuwahl eines rechtmäßigen
(Martin’8 IV.) dennoch die nachherige Wahl eines Gegen-
papſtes unter Eugen IV., Martin’3 Nachfolger, nicht auf
hielt. Allein man darf nicht vergeſſen, daß feit ber:
Bahl Martin’d das Cardinalscollegium nie mehr wieder in
Schisma verfiel, wie denn auch Felir V.,. der legte Gegen-
papit, den die Gefchichte Fennt, nicht von den Cardinälen,
ſondern von dem Concil von Bafel aufgeftellt war, Und
ſcheint andererfeitä durch die Verfügungen des Ganftanzer
— gegen Huß das Feuer, welches ſeit 6? VBerkreibung
N
der Deutfchen von der Prager Univerfität in Böhmen immer
heller zu lodern begann, eher angefacht ala gelöfcht worden
zu fein, fo wird man gleichfalld berüdfihtigen müſſen, daß
Daffelbe bereits im vollfien Brande fih befand, ale dad
Concil denjenigen aus der Firchlihen Genoflenfhaft hinweg⸗
nahm, der es, um mit dem Bilde des befannten Huffitijchen
Evangeliarium zu reden, entzündet hatte. Endlich war es
boch wirklich feine geringe Sache, daß das Bafeler Eoncil
die Revolution erftidte, welche mit einem Kampfe gegen die
Neichthümer des Clerus begann, in eine allgemeine Auf:
fehnung gegen die geheiligften Satzungen der Kirche um:
flug, mit dem Umſturze des Königthumes und der Annahme
tepublifanifcher Anftitutionen enden zu wollen ſchien. Sind
dies diejenigen Bunkte, von welchen ber wenig gefannte ımb
Doch duch fo viele feiner Angaben merfwürdige Johann
Rider?) meinte, in ihnen habe das Konftanzer wie dad
Bafeler Eoncil feine Aufgabe gelöft, fo war ihm, welcher
an der Böfung der Hauptaufgabe einer vollftändigen Refer-
mation der Kirche für die Gegenwart wie für die Zufunft
verzweifelte, noch nicht bekannt, welch ein großartiger Auf:
ſchwung der Dinge in näcfter Zeit ih an die großen Eon-
greſſe der hervorragendſten Männer aller Rattonen des chriſt⸗
lichen Erdkreiſes wirklich anreihte. Die vielen und ſchweren Fra⸗
gen, mit welchen ſich die Zeit trug und die nun zur Befprechung
famen, hatten eine Erweiterung des Ideenkreiſes herbeige
führt, daß die Schule nicht mehr nachzukommen vermochte
Wird die Herausgabe einen Johannes von Segovia umb der
übrigen bisher unbefannten Quellenfchriftfteller bes Baſelet
Concils genau zeigen, was für Dinge im Schooße desſelben
vor fih gingen, fo hat bereitö die Lebendgefhichte des Car⸗
dinal von Cuſa nachgewieſen, wie jegt für Kirchenrecht und
*) De visionibus ac revelationibus. Opus rarissimum historiis
Germaniae refertissimum anno 1517 Argentinge editum.
Laei et integritati restitatum recensente Hermanno von
der Hardt. Helmestadii 1602. 8. p. 98.
Kirchengefchichte, für Dogmatik und Philoſophie neue Quel⸗
len nothwendig wurben, die Eröffnung der eigentlihen Fon⸗
ted im Gegenfage zu den bisher üblichen Compilationen aus
Kirchenvaͤtern, welde Sahrhunderte lang von Klofter zu
Kloiter, von Hand zu Hand gewandert waren, bald ihren
Regreihen Einfluß auch auf die Behandlung jeder anderen
Biffenfhaft, nicht blos der Theologie allein ausüben mußte.
20 Jahre an einem halben Gapitel eines Propheten zu les
fen und dadurch ein berühmter Untverfitätslchrer zu werden,
war ſeitdem nicht mehr geftattet. Allein daß nun ungeach⸗
tet des fteigenden Verfalles im Innern eine weltgefchichtliche
Periode des Glanzes der Künfte und BWiffenfchaft eintreten
werde, Die in Deutichlandb nur ber Ausbruch der Glaubens
ſpaltung, diefer größten aller Revolutionen,“ zerſtoͤren konnte,
bie aber in Italien noch tief hinein in das XVI Jahrhun⸗
bert fi zieht, in Spanien in biefem feine Hoͤhe erreichte,
ne Art von Spätfommer in den Tagen 8. Rudolfs IL
an den Höfen von München, Brag und Wien feierte; daß diefe
großartige Bewegung unaufhaltſam war, als einmal bie
alte Formel zerbrohen war, innerhalb welcher bie veraltete
Leſe⸗ und Lehrmethode die Geiſter eingefchnürt hatte, das
fand noch außerhalb der Berechnung derer, welche, wie
Rider und andere verdiente Männer, mmabläfig an der Rea⸗
liſtung der erwähnten Hauptaufgabe der Concillen arbeite:
ten und bie Reformation doch nur und kaum In ihren naͤch⸗
fen Kreifen duschführen konnten. Man ruft bie aus Con⸗
Rantinopei nach dem Abendlande eingewanderten Griechen
zu Hülfe, um fih zu erflären, wie e8 kam, daß gleichzeitig
in Italien wie in Deutfchland, auf der noͤrdlichen und auf
der fünlichen Seite der Alpen fo viele ausgezeichnete Nas
bien gebosen wurden, von benen die einen fih ber Kunft,
die anderen der Wiffenfchaft, jene der Kirche, dieſe ſich der
Volttit winmeten und deren in dem verfchiedenften (Sebtete
wirtenden Geifte e8 gelang, dem Jahrhunderte ben eigene
chuͤmlichen Stempel aufzubrüden, daß es mehr als jebes
q?
IV
andere dad Jahrhundert der Reformation genannt zu wer⸗
den verdient. Dem Vebermaße von Einwirkungen, welche
die Griechen auf dad Abendland ausgeübt haben jollen, ift
dann ebenfo irrthümlich ein allgemeiner Verfall in das claf-
fifche Heidenthum beigelegt worden, während gerade die tief-
ften Denker der Zeit fi Die Aufgabe ftellten, die aud dem
Alterthume erholten wiſſenſchaftlichen Principien zum Dienfte
des Emwigen und Unvergänglicdyen zu verwenden, mehr wie
einer biefer Coryphäen Leben und Gut, die langefparten
Schäge des Willens dafür einzufegen bereit war, mehr
wie Einer dafür Leben und Ehre daranfegte. — Man wird
baher wohl thun die Blüthe der mediceilchen Zeit, — welche
an die des Perikled nicht blos erinnert, — ſich nit, wie
ed leider, biäher nur zu oft geihah, außer allem Zufammen-
hange mit den wichtigften Begebenheiten der jüngft voraus⸗
gegangenen Zeit und deren Schwingungen. zu denfen, fon
dern bie Großartigkeit des Jahrhunderts dadurch allein ſich
erklaͤren koͤnnen, daß zugleich auf dem moraliſchen und kirch⸗
lichen, dem politiſchen, wiſſenſchaftlichen und künſtleriſchen
Gebiete begeiſterte Maͤnner für die Allen gemeinſame Sache
der Reform wirkten, ſomit kein wichtiges und lebenvolles
Gebiet von dieſer Grundbedingung alles Aufſchwunges unbe-
rührt blieb, Die unvollkommene Loͤſung dieſer gemeinfamen
Rebenäbedingung auf einem Gebiete notbwendig aber aud
auf.das andere rüdwirken mußte. Dadurch wirb fich denn
auch von felbft die Frage Iöfen, wie e8 Fam, daB auf das
XV. Sahrhundert dad XVI. folgen, auf die vereinten Be-
mübungen fo vieler großer Männer eine innere Heilung
herbeizuführen, die Zeit der widerlichſten Entzweiung und
Spaltung, eined geiftigen Bürgerfrieged eintreten mußte,
welcher alle Blüthen und alle Saaten des vorausgehenden,
wahrhaft reformatorifhen Jahrhundertes zerftörte und wo
der fogenannte Lehrer Germaniens in feltfamer Berrüdung
bed Geiſtes zweifeln konnte, ob er nicht beffer thue, Latein
und Griechiſch, Theologie und Kebräifch zu vergeffen, um
V
mit offen eingeftandeneım Banlerotte des wiſſenſchaftlichen
Geiſtes — Bäckergeſelle zu werben.
Der hiftorifche Verein zu Bamberg hat in ben Bus
blifationen der Quellenfammlung für fränffde Sefchichte
tie eine Seite diefe großartige Bewegung, bie politifche
aufzuhellen gefucht und das Erfcheinen der Denfwürbigfeiten
Ludwig's von Eyb, das Faiferlihe Bud M. Albrecht's von
Brandenburg, wie die unter dem Namen fränfifche Studien
von der F. f. Akademie der Wiffenfchaften zu Wien gedruckten
Abhandlungen und -Urfundenfammlungen, fowie die 1856
in Minden erichienene afademifhe Abhandlung über die
politiiche Reformbewegung in Deutfchland im Laufe des XV.
Sahrhunderted; ja ich kann wohl fagen, fhon die 1842
berauögefommenen Betrachtungen über die Urfachen, welche
im Zaufe des XVI. und XVII. Sahrhundertes den Verfall
des deutfchen Handels herbeiführten*), ftehen in einem. ger
nauen inneren Zufammenhange wit einander und dienen alle
dazu die eine große Frage ber Zeit ihrer Löfung nahe gu
bringen. Die Abhandlung über die politiiche Reformbe⸗
wegung brachte den erften biöher unbefannten Borfchlag **)
zur allgemeinen Reform des Reiche und zeigte noch zuletzt
an der Klage 8. Marimiliand gegen die Stände des Rei⸗
bes und Churfürften Berthold von Mainz, woran der Theil
der Reform fcheiterte, von welchem die Dauer und das Ge⸗
deihen der übrigen Reformen abhing. Wer fann aber, wenn
er diefe Dinge überlegt, und an das Geſtändniß jenes geift-
reihen Politikers de8 XV. Sahrhundertes erinnert wird***):
„discordamus omnes, vulneramus nos ipsos, intus cae-
*, Meine erfte afademifche Abhandlung an der k. Akademie zu
Münden.
**) Ein anderer Reformvorfhlag v. 1435 (Ms. der Stadt Gagenau)
wird bei einer anberen Gelegenheit befannt gemadıt werden.
Bor der Sand möge ein bisher unbekannte Reformvorfchlag aus
ber Zeit K. Friedrich's II. folgen. Beilage 1.
”) Sich den Schluß bed Commentares zum kaiſerlichen Buche.
S. XX, r
VI
dimur et exterius flageHamur. Ultio peceatorum est; res
malae sunt, spes vero multo pejor“ — vom poli-
tischen Gebiete einlenfend in das der religiöfen Reformbe:
wegung, fih erwehren, die Worte bed Zeitgenoßen Johann
Riderer hinzuzufügen: „de totali reformatione ecclesiae ad
praesens et ad propinqua futura tempora nullam pe-
nitus spem habeo‘?! j
Allein war dem wirktih fo? Iſt die Hoffnung, wel
che die Koncilien erregt, die der Yeuereifer des edlen Cardi⸗
nales Nikolaus von Cufa wie bed Cardinales Julian ent:
zündet, troftlo8 verfhmwunden? hat Riemand von den fpäte
ren ed gewußt, in diefe Bahn einzulenfen und woird eine
nähere Unterſuchung auf eben fo jammervolle Refultate füh:
ren, als wir in den obenerwähnten Abhandlungen und Schrif⸗
ten wahrlich nicht zur Ehre oder zum Heile Deutſchlands
gewahren mußten? Leider verläßt und bier der fefte Bo
. ben gebrudter Behelfe und urkundlicher Nachrichten; wir find
genöthigt, wie auf dem Gebiete, das wir nicht ohne Blüde
Andern geebnet zu haben glauben,*) erft mühfam die Quel⸗
len zu eröffnen, ehe wir zur Geſchichtſchreibung vorzurüden
vermögen. Denn daß in Bezug auf die Genefld der Glau⸗
bensfpaltung 2 Lücken noch vorhanden find, wird ſelbſt der⸗
jenige zugeſtehen, welcher die biäherigen hiftorifchen Leiſtun⸗
gen über dad XV. Jahrhundert in ihrem vollften Werthe
anerkennt. Bon diefen aber wirb die Eine darin beſtehen,
daß noch nicht völlig Far gemacht wurbe, wie es fam, daß
biefelben Berfonen, die z. B. bis zum Sahre 1524 Kirchen
und Capellen bauten, Meffen ftifteten und andaͤchtig beſach⸗
ten, mit einem Dale mit ihrer ganzen Bergangenheit bra⸗
*, Schon in dem kaiſerl. Buche find Briefe Gregor’d von Heimburg
mitgetheilt, welche viel Licht auf dieſen merlwürdigen Charaltet
werfen. Wird die Zeit hinreichen, um den ausgezeichneten
Epiſtolarcoder der fürftl. Lobkowibiſchen Bibliothek (724 Fol.) Ir
bearbeiten, fo dürfte noch eine nicht unbedeutende Bereiherund
unferer Kenntniß des XV. Jahrhundertes zu erwarten fein.
VIE
hen, dasjenige, was fie ſelbſt mit vollem Bewußtfein, mit
alter Schärfe des Geiſtes gethan, plöglich ald Blendwerk
ter ‚Hölle, ald Satansdienft erachteten, und, wie es fiheint,
ohne Gewiſſensbiße fih von allem frei machten, was fie ges
lobt, verfprehen und mit iheuren Eiden beflegelt hatten,
Wunder hier anzunnehmen, will dem Hiftorifer nicht ziemen;
ein pfychologifches Räthfel zu Iöfen, möchte aber um fo mehr
in feine Aufgabe gehören, als daflelbe zu den Problemen
gehört, die man zwar biöher zu umgehen fi) bemühte, viel
fach felbit nicht zu gewahren fchien, Die aber dadurch gewiß
nicht gelöft werden. . Die zweite Lücke aber, welche fih von
dem bezeichneten Standpunkte aus ergiebt, zeigt fi in dem
Mangel an einer dDurchgängigen Gefchichte der Firchlich refor⸗
matorifchen Bewegung in Deutichland in der zweiten Hälfte
des XV. Jahrhundertes. Nicht ale ob ich Diejenigen
Berfe überfehen wollte, welche fi bemühten, in jeder von
tem Dogma abweichenden Lehrmeinung eine hiftorifche Ver:
längerung der Glaubensfpaltung des XVI Sahrhundertes
nach rüdwärts zu erbliden; thöricht genug in dem erbitters
ten Feinde der deutſchen Rationalität wie der roͤmiſchen
Kirche, in Huß, ‘den Vorläufer Luthers erbliden, in jeder noch
fo Eopflofen Secte den Anfnüpfungspunft an den Proteftans
tismus, in den fubjectiven Anfihten fatholifher Myftiker,
die nie ih von der Einheit der Kirche zu trennen
dachten, den Embryo des Lutherthums fahen, welder doch
die Welt vor 1517 ala aller wahrer Erleuchtung entbehrend
bezeichnete. Wir befigen über die literarifche Bewegung in
biefen Tagen jehr achtbare Werfe, über das Wirken einzel
ner Künftler, Holz: oder Steinfchneider fehr gelehrte Mono⸗
grapbien: gerade über den Hauptpunkt des Ganzen, woran
die fo wohl eingeleitete reformatorifhe Bewegung im XV.
Sahrhunderte fcheiterte und wie dieſe Frage ebenfo ungelöft
ald die der. politifhen Reform dem neuen Jahrhunderte
überantiwortet wurde, beide nicht geläfte, wohl aber vielfa
aufgeworfene, bi8 zum Unmuth angeregte, aber doch nid
vi
dem Beblirfniffe gemäß entfchiebene Fragen ſich gleichfam ver:
ſchmolzen, und ald ein trauriges Erbe der früheren Zeit, ale
ein gemeinfames Verfäumniß unwiberftehlid in einer Periode
fich geltend machten, in welcher die Koryphäen ſelbſt alle
Ruhe verloren, alle Zeidenfchaften in fih und in anderem
entfeßelten, wohl die Fragen verwirten aber nicht das Ge
wirre entrollen konnten: Darüber haben wir noch Feine quel-
Ienmäßige, Feine erfchäpfende Schrift. Dazu müffen Die Urfuns
ben erſt mühfam bervorgeholt und zufammengetragen werden.
Der hiftorifche Verein in Bamberg wagt e8, nachdem
die bisherigen Publifationen die eine Eeite der großartigen
Bewegung des XV. Sahrhunderts, den Anfang einer neuen
Zeit beleuchteten, geftügt auf den bereit8 gewonnenen willen
fhaftlihen Boden, auch zur Beleuchtung der anderen’ Eeite
“ Überzugehen und Commentar wie Tert ftellen fih Daher die
Aufgabe, die Beiden bezeichneten Lüden in unferer Kenntniß,
wenn auch nicht vollftändig auszufüllen, jedoch bemerkbar zu
machen und wenigftens, nach dem Maße des unferem Ber:
eine zu Gebote ftehenden Materialed auszufüllen. Was wir
begonnen, mögen dann andere, kunſtgewandte Hände zlücklich
vollenden. Wir aber nehmen mit Liefer Schrift Abfchied vom
XV. Sahrhunderte, um ım& der Erforfhung eines früheren
zuzuwenden, wo die zu pflückenden Rofen weniger vom Bor:
nenharnifchenmhüllt find. — Sn einem Punkte ftimmen wohl alle
Duellen des XV. Sahrhundertd überein, in der ungemeinen
Verweltlibung der deutſchen Prälaten, man mag Aencas
Sylvius, Nider oder welchen immer befragen. Auch über den
nächften Grund dieſer Ausartung herrfcht wenig Verſchieden⸗
denheit der Anſicht. Sie find, fagt Nider*), mit einer fo gro
Ben Kaft von Echlöffern, Städten, Rittern und dem Lärm
aͤhnlicher weltlicher Befhäftigungen überhäuft, daß fie faum
athmen fünnen und dieſelben den Geiſt der Berrachtung und
der Sorge fir ihr eigenes wie für fremdes Seelenheil erſti⸗
un
A), c. p. 105.
X
dien muͤſſen. Aeneas aber fchrelbt den Verfall der deutſchen
Kirchen den beftändigen Kriegen, der Freigebigfeit der Bis
fchöfe gegen ihre Verwandten und Freunde (dem Repotid-
mus), fowie der Prachtliebe der Bifchdfe zu.*) Hiemit find
aber wohl einzelne Thatfachen, aber Feine Erflärung gegeben
und Rider felbft fühlt fi gedrungen, das allgemeine Verdamm⸗
ungsurtheil ſogleich zn modifleiren und auf die Tugenden
des damals noch Iebenden Friedrich von Ufses (Auf
eb), Biſchofs von Bamberg, hinzumeifen, teffen Haus folange
er Canonicus gemeien, fpöttifc Tas Kloſter (reclusorium)
geheißen wurde, der niemals Meffe las, ohne ich zuerft auf
ten Boden geworfen und gebeichtet zu haben und welchen
- wiegt die Verwaltung feines Bisthums fo drüdte, daß er
niht eher ruhte, bis er daffelbe wieder niedergelegt hatte**).
Ebenjo führt er den Bifchof Erhard von Wornis, Sebaftian
von Zrient ald Männer von hohen Tugenden an. Alles
diefes giebt aber noch lange nicht Auffehluß Über den eigents
lihen Grund der Entartung und loͤſt ebenfowenig die Frager
ob Die Sache nad dem Bafeler Concil fchlimmer oder beffer
wurde. Die unter den Gebildeten herrfhende Meinung
nähert fi) aber beſonders der erfteren Anficht, und Thats
fahen, wie der Streit Diethberd von Mainz ‚Grafen von
StenburgsBüdingen mit dem Grafen Adolf von Raffau um
das wichtigſte Erzfift des Reiches, die Abſetzung des Erz⸗
biſchefs und Churfürſten von Trier, Jacob's J., der Streit
des Pfalzgrafen Ruprecht, Erzbifchofs und Churfürften von Coln
dienen nicht Dazu Diefe Meinung zu entkräftigen. Dennoch fei hier
ber Verſuch gewagt die Sache von einem Standpunfte aus
zu befeuchten, welcher das Urtheil in mehr wie einer Bes
ziehung modificiren und Licht auf jene inneren Gründe wer-
fen dürfte.
Es bezeichnete ben Uebergang zu einer neuen Zeit, daß
gleichwie mit der böhmifchen Nation, die das Panier ihrer
*) Germania ad finem. j
*), cp. 87. : —
..
1
Nationalitaͤt gegen die Einheit chriſilicher Lehre vorangetra⸗
gen, ſo auch allmählih mit den übrigen Compactaten, Con⸗
eordate ꝛc. gefchloffen wurden, durch welche mehr oder minder
Landeskirchen, die Vorläufer einer fpäteren noch bedeutende
ren Umwandlung entftanden. Um fo mehr mußte eö Daher
Aufgabe der Päpfte werden, dafür zu wadhen daß an ben
allgemeinen Grundfägen der Kirche in den einzelnen
Banbeötheilen deſto fefter gehalten werde und ließ, wie es
leider in den legten 30- jahren des XV. Jahrhunderts ge
ſchah, dieſe Sorge nach oder wurden die kirchlichen Privile⸗
gien eined Landes in die Ungebühr erweitert, fo mußte der
Schwerpunkt auf eine Seite fih hinneigen, der er feinerXas
tur nach nit zukam. Weberhaupt mußte dem roͤmiſchen
Stuhle forgfältig daran liegen, daß Mipbräuche, welche in ber
Zeit des Schisma durch päpftlihe Sanction geheiligt wors
den waren*), jegt nachdem das Eoncil zu Bafel 6 Sahre
mit der Einleitung einer Reform zugebracht**), fo viel wie
moͤglich entfernt würden, ein frifcher Geift den alten Orga
nismus durchdringe. ine der widtigften Veränderungen
aber war dad von B. Bonifacius IX. 1399 dem] Bamberger
Sapitel zugeftanbene Recht, daß nur abelihe Perfonen aus
fürftlichen, gräflichen oder doch wenigftens ritterlichen Haus
fern nicht blos die Präbenden und Gapitelmürden fordern
au die Aemter (oflicia) des Bisthumes erhalten follten.
Hiedurch ward, wenn auch vor der Hand nur in Bamberg,
bald nach diefem Beifpiele beinahe in allen deutfchen Bis
thümern, inöbefondere aber in den reichen fränfifchen und
theinifchen die Adelsherrſchaft auf die Spige getrieben.
Noch war damals der Kampf zwiſchen dem demokratiſchen und
ariftofratifchen Elemente in Deutſchland nicht entſchieden, al?
*) Dahin gehörtediein dem Gommentarezum III. Bande ber Quellen⸗
fammlung abgedrudte päpfll. Urkunde v. 1399. &. CII. Einen
anderen ungeheuren Mißbrauch zeigt Beil. I, aber auch deſen
Abſtellung fon 1398.
°., Rider p. 90. 97.
=
in die Waagſchaale des Iepteren ein fo großed Gewicht ge
worfen wurde. Der Kampf zog fich ſeitdem mehr und mehr
in die biichöflichen Städte und nahm bald eine Wendung,
dag Willibald Pirkheimer nach etwa hundert Jahren, freilich
nicht ohne Uebertreibung fchreiben konnte, Die Mehrzahl ber bis
Ichöflihen (Reiche) Städte fei dem Ssoche ber geiftlichen Ty⸗
rannen erlegen. Allein wenn auch dieß inshefondere in Bes
zug auf Mainz, bisher die Vorfechterin deutfcher Reichsſtaͤdte,
in Bezug auf Bamberg ıc. wahr tft, fo waren Die weiteren
Folgen jenes Verfahrens doch noch ungleich wichtiger. Es vers
zog ſich vorderhand die Gefahr, daß der deutſche Adel ſobald
den böhmiſchen nachahmen und zur Saͤculariſation der Kir⸗
chengũter ſchreiten werde — nur bei der Bürgerſchaft war dieſe
wirklich vorhanden; der Adel aber beſaß ja Kirche und Kir
chengut kraft päpftliher Erlaubniß. Hand in Hand mit der
Adelsherrſchaft traten aber die Wahlcapitnlationen der Bis
ihöfe*) ein, welde diefe in ihrer geiftlicden und bifchöflicgen
Autorität zulegt dem Adeldinterefle zu lieb immer mehr und
mehr befchränften. Bei der Wahl der Bilchöfe haͤuften ſich
die Spaltungen und der Uugenblid war nahe, wo diejenigen,
welche das große Privilegium PB. Bonifacius IX. erlangt,
um das Bisthum zu fügen, in offenen Hader wider eins
ander ausbrachen, einen Hader, mit welchem Die geiftlihen
Churfürſtenthümer den geiſtlichen Fürftenthümern vorangine
gen. Der Bürger und Bauernfohn, welcher auf den römis
den Stuhl, allmählih aber nicht nicht mehr zu einem
beutichen Bisthume gelangen fonnte, noch 1585 durch den
ehemaligen Schweinehirten Felle Montalto**) der Welt ge
gernüber vertreten war, ſah fih in dem geiftlihen Staaten
Deutfchlands auf demweltlidhen wie auf dem geiftlihen
Gebiete durch die Adeligen verdrängt; alle Oberpfarreien, alle
höheren Acmter, wo nur immer Geld und Einfluß mit eis
ner Stelle verbunden waren, und diefe nicht gerabezu ftäde
*) Wie die Paͤpſte Hier abauhbelfen ten, . Beil. IV.
Z Die bie Bäpfte Hier abyußelfen ſuchten, feh. Bel
tiſch war, gehörten dem Adel; dem Bürger das Handwerk,
dem Bauern der Pflug. Wurde daburd der Haß der Bir:
ger gegen den Adel auf den Geiftlihen übergerragen, fo ge
- ftaltete fih die Sache noch fchfimmer, ald der Adel auch in
foferne den Clerus verfchlang, daß nicht mehr das Sntereffe
ber Kirche fondern des adelihen Standes von dem herrſchen⸗
den Capitel in's Auge gefaßt, der Biſchof aber auf bie
Seite gefhoben wurde. Wieder gibt Bamberg hiebel ben
leitenden Gedanken ab. Nach dem Tode Albertd von Bert:
heim Hatte Friedrich -von Aufſeß, welcher von fich ſelbſt
zu fagen pflegte, me patrem patrum fecit discordia fra-
trum*), eine Gapitulation befhwören müffen, deren einzelne
Beitimmungen „theils unanftändig und geradezu unerlaubt,
theils unvernünftig waren, theild zum außerordentlihen Rad
theil des Hochſtifts gereichten.“ PB. Martin IV. hatte Dei
halb dem Card. Julian 1432 den Auftrag ertheilt, dieſel⸗
ben zu durchgehen und den Biſchof von allen den freizufpre
chen, die unbillig und unerlaubt fein. Zugleich zeigte ib
aber auch, daß durch die adeliche Wirthſchaft das Bisthum
zu tiefft verſchuldet, Die Biichöflichen Einfünfte verpfändet waren,
daß auch hier der Papft einfchreiten und die zum Nachtbeile
des Bisthums nefchloffenen, zum Theile wucheriſche Verträge
(dfen mußte. Allein ald ed num darauf anfam, daß der ®t
ſchof ſich hiedurch feines Eides entbunden Halten follte, ge:
nügte dem zartfühlenten Manne auch die päftliche Disſpen⸗
fation nicht, er refignirte freiwillig (eirca festum Sanete
Elisabeth 1432), und Die Nachfolger PB. Martins Fonnten
fich bald überzeugen, daß jene Maßregel nicht um gewünſch⸗
tem Ziele führte. Pius II, welcher ala Aeneas Silvius
geſagt hatte, taß Würzburg, Bredlau, Conftanz, turd Ne
ſteten Kriege faR an ben Bettelſtab gebracht werten, auch tie
deutſchen Nerhältniffe au genau fannte, als daß er in Pe
zug auf bie Adelsberrſchaft eine VBeränterung für möglid
*) Kiber p. 88.
balten mochte, befihloß daher den Sturm von einer anderen
Seite aus zu wagen. Es war damals bereitd das Bafeler
Concil gejchloffen worden; aber nur langſam und märrife
bequemten fih einzelne Klöfter, fi nach dem urfpränglichen
Beifte ihrer Orden zu reformiren und man flieht wieder aus
Rider mit welchen Schwierigkeiten, mit welcher Beharrlich⸗
feit des Richtwollend die ernitere, reformatoriihe Partei zu
faınpfen hatte. Ricolaud von Cuſa hatte ‘Deutichland he
reift und die Provincialfynoden wieder ind Leben gerufen;
der feuerige Bußprediger Sohann von Capiſtran die deutiche
Belt, wenn auch nur vorübergehend, doch wundervoll ergriffen, .
bie beſſeren Gemüther begeiftert ; die lauen mit heilfamem _
Shreden erfüllt. Es war fo die Zeit gefommen, die Re
form, welche von dem Haupte zu den Gliedern fih er-
fireden, follte, bier aber plötzlich ſtockte, in die unteren
Schichten hinabzuleiten, wenn es gelang biejenigen Ord⸗
nungen zu ergreifen, welche in dem Streite des Adels mit
der Bürgerfehaft gleichſam noch ald neutraled Gebiet gegek
ten hatten, die Klöfter. Schon Eugen IV. hatte deshalb
den Rürnberges Senat aufgefordert darüber zu wachen, daß in
dem Barfüßerklofter die in Berfall gerathene Obfervanz wieder
hergeftellt und feitgehalten würde... Es mußte etwas geichehen,
um in den Schichten, welche ſich wefentlih aud dem
Bürger und Bauernftaride erzeugten, den reformate-
rischen Ideen Eingang zu verfchaffen und von da aus bie
unteren Slafen zu beleben. Waren aber die fogenannten
Bettelorden reformirt, fo fonnten die Älteren und reicheren
Drden in die Länge dem Andringen der Reform aud
nicht wieberfiehen, drang biefe auch in die Prälaturen ein.
Wahrſcheinlich war es diefer Gedanke, welcher den Nachfolger
Anton’s von Rotenhan, Biſchof's von Bamberg, Georg von
Schaumburg, bewog, fih, von P. Pius IE weitläufige
Vollmachten geben zu laffen, um aud diejenigen Klöfter,
welche fich bisher auf ihre Smmunität berufen Hatten, der
Reformation widerftanden und große Unthaten ſich zu Schul-
x
ten femmen liefen, zu veformiren. P. Pius gewährte Died
um it. Decsmier 14599; de püpftliche Bulle erficedte fid
weg zur ar Rcdicantenttoͤſter, die der Biſchof, wel
dr Em Surmos = ner keufchen, nüdteren, gerechten
SE moamm. az u mucmiren befirebt war. Allein
x Sumnammmane z rm Reerhume waren zulegt nicht
x Siam ame enden die reihen, mit Privilegien
= 2= zu. mem Aruen, in welche auch Wbelide
anne. ea urn mehr ald Eine ald mit Borzug
—1— Zu 124 5° Inter tiefen befand fidh das herr
= 5. Münurterer, auf jenem Berge erbaut, welde
won erenumg Den lisfen Kreuzesarm der Kirchen
zum. Same bildete, während ter Dom und ©d.
* unm, Me von ber Kaiſerin Kunigunde be
m ta des HL Stephan den rechten Kreuzedam
mm ti ver ober aber prangte Die Warte der alten
un .3 dre Jeiten ber Sämpfe mit den ſlaviſchen und
scta uweuren erimmerte, deren Annaͤherung von hier
uud wen femme, während bie am Fuße ber Berge
Stadt ee Die Fortſchritte des Buͤrgerthumes
mn 0. weites unter dem Schutze des vielfah
ie en mr Waffen befämpften Krummſtabes zu
ana mc Sodihadenheit emporſtieg. Huf dem Midadi-
u en Weit um Beinen, hatten ſich bie Monche nad
Ri N id Hartung Pieröfelder nicht einigen
u WR enrüit da ber Perfon des Titular Biſchofes
zur a Neon veined Auguſtinermoͤnches) fich einen Ad⸗
un a geiſtüchen und weltlichen Dingen gemählt,
n Navaas V. ua aueh auf Sebenszeit Die Regierung bed
ara sragnden Diefer wahrte zwar bie Gerechtſamen
Years rs Kinlerd, trachtete bie entzogenen Privk
ar Tr Rechtewege wieder zu erlangen, belaſtete
> kaum pie Babenb. Cod. prob. p. 246.
Niemann: k Geh, IH. ©. XXVM.
xy
aber das ohnehin verfihuldete Klofter mit Berpfänbungen
und Benfionen; in Betreff der Orbendregel wurde von
ihm in zwölfjährtger Admimiſtration fo viel wie nichts
geordnet und gerichtet*). Man fleht, er war Gelhäftmann
und in Bezug auf dad Uebrige überließ er es den Einzelnen,
fh mit ihren Gewiſſen abzufinden. Die Sache war aber
für Gregor von Schaumburg von doppelter Wichtigfeit, nicht
nar weil diefer Zuftand der Dinge ihm ein täglicher Vor⸗
wurf fein mußte, fondern auch, weil es fih bier um eine
ber reichſten Abteien im Lande handelte, deren Reform un⸗
ter dem bi. Otto erft dem Bisthume feinen Glanz verliehen,
au war zu hoffen, daß wenn hier Ordnung gefhafft, in
den übrigen von Adelichen wie von Bürgerlichen beſetzten
Adteien der Widerftand gleichfalls ſich brechen wärde. Der
Biſchof ging daher mit möglicher Vorſicht zu Werke. Er
ftellte dem Papſte die Nothwendigkeit vor, bie dem Biſchofe
von Hccon verliehene Commende zu caffizen und erbat ch
die Vollmacht, auch dieſes Klofter glei den anderen zu res
formiren. Pius II. zögerte nicht, in feinem Breve ex in-
jfauneto (4. cal. Febr. 1463) diefe Begehren zu genehmi⸗
gen**); er ermäcdtigte den Biſchof Georg daB Kloſter mit ei⸗
nem Abte und mit Mönchen zu verfehe, bem Wifchofe von
Kccon aber eine Penſion von 200 fl. auf des Kloſters
ſicherſte Einkünfte anzuweiſen. Der Abt Eberhard von Set.
Jacob in Mainz gehörte damalsd zu ben würdigen Männern,
welchen die Sache der Reform befonbees am Herzen lag;
er hatte auch auf einer Reife nach Rom dieſe Angelegenheit
befonderd beisteben und von B. Pius für ch Generalvollmade
ten erhalten. Gbendeshalb berief ihn ber Bifchof zum Zwechke
*) Fratribus in pristinis suis vitiis relietis, parvam aut pene
nullam de ordinis rigore curam habuit. Ms. Abb. Andreae.
**) Das nachfolgende ift auß ber Handſchrift und den urkundlichen
Berichten bed Abtes Andreas vom Michelsſberge gezogen, ben die
Lefer ſchon aud dem ILE Bde ber Quellenſ. Innen.
Ar
ben kommen ließen, zu reformiren. P. Pius gewährte dies
am 18. December 1459*%; Die päpftliche Bulle erſtreckte ſich
jedoch nur auf die Mendicantenklöfter, die der Biſchof, wel
hen Abt Andrend ald einen Feufchen, nüdteren, gerechten
Mann bezeichnet, auch zu reformiren beftzebt war. Allein
die Hauptfchwierigkett in jedem Bisthume waren zulegt nit
die Mendicantenklöfter, fondern die reihen, mit Privilegien
aller Art ausdgerüfteten Abteien, in welche ach Adeliche
fih begaben, ja von denen mehr ald Eine ald mit Borzug
adelich betrachtet wurde. Unter biefen befand fich das herr
liche Set. Michaelflofter,, auf jenem Berge erbaut, welder
nach alter Borftellung den linken Kreuzesarm der Kirchen
und Stifter Bambergs bildete, während der Dom und Sct.
Jacob den ‚Stamm, die von der Kaiferin Kunigunde be
gründete Kirche des hl. Stephan den rechten Kreuzeßarm
bezeichweten**); hoch oben aber prangte die Warte der alten
Burg, die an die Zeiten ber Kämpfe mit ben ſlavifchen und
heidniſchen Nachbaren erinnerte, deren Anmäherung von hie
‚and bemerkt werben konnte, während die am Fuße der Verge
gelegene Stadt aber die Fortſchritte des Buͤrgerthumes
zu erkennen gab, welches "unter dem Schutze des vielfeh
geihmähten, ja oft mit Waffen belämpften Krummſtabes 7
Gedeihen und Wohlhabenheit emporftieg. Huf dem Micha
berge, biefer Welt im Heinen, Hatten ſich die Monche nach
dem Tode des Abted Hartung Pfersfelder nicht einigen
önnen und endlich im der Perfon des Titular Biſchofes
Johann von Arcon (eines Auguſtinermoͤnches) fich einen Ad⸗
miniftostor in geiftlichen und weltlichen Dingen gemähl,
P. Nicolaus V. ihm auch anf Lebenszeit die Regierung dei
Kiofterd übergeben. Diefer wahrte zwar Die Gerechtſamen
und Freideiten des Kloſters, trachtete bie entzogenen Privb
legien anf dem Rechtswege wieder gm erlangen, belaſtete
*) Usaermann Episc. Babenb. Cod. prob. p. 246.
oe) Quslienfanmkıng f. f. Beh. IH. &. ZXVH.
ıT7
aber das ohnehin verſchuldete Kloſter mit Verpfändungen
"und Penſionen; tn Betreff der Ordensregel wurde von
ihm in zwölßaͤhriger Adminiſtration fo viel wie nichts
geordnet und gerichtet?). Man fleht, er war Geſchaͤfismann
und in Bezug auf das Uebrige überließ er es den Einzelnen,
ih mit ihren Gewiſſen abzufinden. Die Sache war aber
für Gregor von Schaumburg von doppelter Wichtigkeit, nicht
nur weil diefer Zuftand der Dinge ihm ein täglider Bore
wurf fein mußte, fondern auch, weil es fich hier um eine
der reichften Abteien im Lande handelte, deren Reform uns
ter dem bi. Otto erft dem Bisthume feinen Glanz verliehen;
auch war zu hoffen, Daß wenn hier Ordnung geſchafft, in
den übrigen von Wdelichen wie von Bürgerlichen befegten
Abteien der Widerftand gleichfalls ſich brechen würde, Der
Bischof ging daher mit möglicher Vorcht zu Werke. Er
ftellte dem Papſte die Rothwendigkeit vor, bie bem Viſchofe
von ccon verliehene Commende zu caffiren und erbat fich
die Vollmacht, auch dieſes Klofter gleich den anderen zu res
formiren. Pius II. zögerte nicht, in feinem Breve ex in-
juneto (4. cal. Febr. 1463) diefe Begehren zu genchmi-
gen**); er ermädhtigie den Biſchof Georg das Kiofter mit ei⸗
nem Abte und mit Mönchen zu verfehen, dem Biſchofe von
con aber eine Benfion von 200 fi. auf des Kloſters
Schesfte Einkünfte anzwweifen. Der Abt Eberhard vom Set,
Jacob im Mainz gehörte damals zu ben würdigen Männern,
welchen die Sache der Reform beſonders am Kerzen lag;
er hatte auch auf einer Reiſe nach Rom biefe Angelegenheit
befonders betsteben und von P. Pius für ich Generalvollmach⸗
ten erhalten. Ebendeshalb berief ihn der Biſchof zum Zwecke
*) Fratribus in pristinis suis vitiis relietis, parvam aut pene
nullam de ordinis rigore curam habuit. Ms. Abb, Andreae.
**) Das nachfolgende ift auß der Handſchrift und den urkundlichen
Berihten des Abtes Andreas vom Michelöberge gezogen, ben die
Lefer ſchon aus dem ILE Bde der Quellenſ. kennen.
iv
der Ausführung des Werkes zu fih. Ebechard gefellte ſich
den Abt Sünther von Sct. Beter in Erfurt, den Abt Ste
fan von Würzburg und einige andere Mönche bei und fam,
nicht ohne Gefahr von Seiten des Reichsritterd Chriftef
Fuchs, der mit dem Fürftbifchofe in Fehde lag, am Abende
vor Himmelfahrt in Bamberg an. Am darauffolgenden
Tage begab fh B. Georg, begleitet von Adelichen unt
Räthen, dem in den wichtigften Verhandlungen jener Tage
fo oft genannten Hertnid von Stein, dem Licentinten Mag.
Sumbert, feinem geiftlihen Vicare, dem D. Heinrich Stim⸗
pach Prediger und den bis dahin bei den Minoriten heim
lih untergebrachten Fremden nah dem SKlefter auf dem
Michelöberge. Glücklich gelang es ihm den Bifchof von Accon
abzufinden, fo daß diefer fein Amt niederlegte. Dann br:
gab fh B. Georg in das Capitelhaus, verfammelte Die
Mönche und redete ihnen ernftlich zu, fih der Reformation
freiwillig zu unterwerfen, was Diefe auch zu thun verfpra-
chen. Um ihnen aber ein tüchtiged Haupt zu geben, infal
lirte jetzt B. Georg den Abt Eberhard, welcher feine frühere
Würde aufgab, ala ihren neuen Vorſtand; ein Inventat
des Klofterd warb aufgenommen, Schlüffel und Siegel dem
neuen Abte übergeben. Die Sache fhien leichter als nad
Rider in Nürnberg die Reform bei den Nonnen von ©.
Catharina eingeführt worden, bei den Mönchen zu gelingen,
welche ber fpätere Abt vom Michelsberge Andreas als ſo
verderht zu fchildern ſich bemüßigt fühlt.
Es wäre auch Fein Grund vorhanden, dieſe Kloſter⸗
geſchichte jetzt aufzufrifhen, ‚würde nicht, was fogleih fd
daran anſchloß, zu fehr zur signatura temporis bienen, al?
daß diefelbe mit Stillfhweigen umgangen werben dürfte.
Als die ganze Sache ohne ernftliches Zerwuͤrfniß in
Ordnung gebracht zu fein fhien, brachen am barauffolgen
den Samftage unerwartet der Prior Nicolaus aus dem al
ten Gefchlehte der Herren von Rabenftein, der Kuſtos Hat
mann aus dem veicheritterlichen Haufe der Herren von
xvo
Suche nebft den Eapitel- und Eonventöbrüdern Johann Fels
iendorfer, Konrad Lochner und Friedrih Buchelberger mit
Gewalt bei nächtlicher Weile in die Sacriftei ein, raubten
beinahe fänmtlihe goldene und filberne Kleinodien nebſt
dem Sonventfiegel und begaben ſich fodann mit ihrem Raube
nah der Walburg bei Eltmann zu Heinrich Fuchs dem
Reichsritter. Bon bier aus fehrieben fie an „alle und iglic
geiftlihe und werntlihe Yürften, Grafen, Freien, Herren,
Ritter, Knechten, Schultheßen, Amptleuten, Pflegern, Rich:
tern, Bogten, Burgermeiftern, Burgern, Dorfmeiftern, Ger
meinfchaften und ganzen Gemeinden", um das Verfahren des
Bischofs ald aus Bewegniß eines fehnellen Gemüthes (Jaͤh⸗
zornes) hinzuftellen, fi aber als zu dem räuberifhen Ein,
bruche gendthigt auszugeben, um nicht betteln zu müſſen,
noch Roth zu leiden, „ob wir bei gehorfamlicher williger
erbittunge bei unfern alten herfommen und pfrunden nicht
bleiben mochten. Sie hatten fih aber zu dem gewagten _
Schritte vornemlih deshalb entjchloffen, damit „das ge⸗
nannt Klofter bei dem Adel“ und fie ſelbſt nad al-
tem Herkommen bleiben möchten. Daher denn au ihre
Aufforderung an alle, welde ihr Schreiben lefen würden,
bei dem Fürftbifchofe auf Abftellung ſeines Zornes und
feiner „Ichnellen ohne Urfachen Furnemungen zu dringen, in
maſſen das Klofter auf den Adel geftiftet”. Die Sade
tritt fomit in eine neue Phafe. Die Frage der Reform
hing davon ab, daß die zahl» und einflußreihen Orden,
auf welche fi, in früheren drangfalvollen Zeiten die Kirche
geftügt hatte, die aber jegt immer mehr ihr Drangfal wur⸗
den, im Geifte ihrer Stiftung reformirt, die Mönche aus
Pfründenverzehrern wahrhaft regulär, die Klöfter aus Ver⸗
forgungsanftalten wahrhaft Stätten der Eingezogenheit, der
ernjten Sitten, der Weltverachtung und nicht der Verwelt⸗
lichung würden. Setzte fih aber hiegegen ber Adel und
verlangte er, daß fein Standesintereſſe das der Kirche prä=
dominiren dürfe, jo war damit nichts Anderes gefagt,
2
xvım
ald der Adel trat der ganzen Reformfrage entgegen umd
diefe fcheiterte an feinem Widerfpruhe. In Böhmen hatte
der Adel die huffitiihe Bewegung benügt fih in den Bells
der Kirchengüter zu fegen; in Deutfchland war ed nicht
nothwendig bis zur Säcularifation zu fchreiten. Man be
gnügte ſich mit dem Poſſeß und betrieb nur die Sache fe,
daß hieraus der Alleinbeftg und zwar nad) dem alten Het:
fommen bewahrt wurde. War damit anderes erreicht, ale
von Seiten des Adels, was einjt K. Friebrih II. für fd
und das Kaiſerthum zu erreichen ſtrebte? Die Sache ward
ſchnell von allen Seiten ald von gemeinfamem Snterefje be
trachtet. Der Fürftbifchof, welcher nur in päpftlihem Auf:
trage gehandelt, fchrieb nun feinerfeit8 an alle Geiſtlichen,
Rotare ꝛc. der Diöcefen von Bamberg, Regensburg, Eid:
ſtaͤdt, Würzburg, machte fie mit dem Vorgange befannt und
forderte ſie auf den Uebelthätern feinen Beiftand zu leiften.
. Andererfeitd fuchte Biſchof Sohann von Eichſtädt den droh⸗
enden Sturm zu vermitteln und den 3 Aebten der Benedic
tinercongregation von Gaftel die Entwerfung einer geiftlihen
Ordnung zuzumwenden; wenn tann die Mönde in Jahre
frift fih auch daran nicht halten wollten, follte der Fürſt
bifchof das Recht haben, dem bis dahin adminiftrirten Klofter
„eyn tugenlich perfon“ vorzufegen. Das energifche Mittel,
aus der Mitte der verdorbenen Mönde feinen Abt wählen
zu laffen, fondern benfelben gleihfam einen Vorſtand zu
octroyiren, feheint die übrigen Klöfter um ihre Wahlfreibeit
beforgt gemacht zu haben. Der Eichftätter Vorſchlag wurte
jedoh von den flüchtigen Mönchen felbft verworfen, zu denen
fi bald nachher von Eichſtätt felbft entiprungene Nonnen
von ©. Walburg gefellten. Hingegen fanden die Adelichen
Unterftügung an M. Albrecht von Brandenburg, fo daß
Ehriftof Fuchs von Bimbach durch des Markgrafen Unter:
frügung 1200 Reifige warb. Albrecht war „ein Liebhaber
bes Abeld“ und Churf. Friedrich I, fein Vater, hatte noch
auf dem Todbette feine Söhne angewiefen,. die Intereſſen
xIX
bes Adel3 zu den ihrigen zu maden, was in der That aud
in dem Grabe geſchah, daß der Adel zulegt felbit nicht mehr
techt wußte, wo fein Intereffe aufhöre und das feiner fürfts
lichen Liebhaber anfange. Marfgraf Albrecht machte aud
dem Abte Eberhard zu wiffen, bie geraubten Kleinodien feien
(wahrſcheinlich bei ihm) verfegt und wenn fie nicht bis auf
Balpurgistag um 400 fl. eingelöft feien, wären fte ver:
fallen. Die Flüchtigen wiegelten unter folhem Schutze die
Klofterunterthanen gegen den neuen Abt auf, verlangten,
fe follten die Gülten nah Eltmann abliefern und der Rit:
ter Fuchs bedeutete ihnen noch, dag, wenn fle ed nicht thaͤ⸗
ten, e8 ihnen zu großem NRachtheile gereichen würde. Ste
möchten den Unwillen, der daraus entfiehen würde, vermeis
den. Als die Entiprungenen in Geldverlegenheit waren,
lieh ihnen der Ritter auf 5mal nicht unbeträchtlihe Sums
men; fie aber belehnten ihm mit dem Klofterhofe Warmerds
dorf und drohten den armen Leuten des Kilofterd, wenn fte
den Zehenten nicht an fie abliefern würden, mit Mord und
Brand. So verwidelte fi die Sahe immer mehr. Abt
Eberhard hatte von P. Pius den Auftrag erhalten, durch
die ganze deutfhe Zunge die Benedictinerflöfter zu vifttiren
und die entarteten zu reformiren. Er machte daher ſowohl
die Entjprungenen als ihren Befchüger und deſſen Gattin
(Febr. 1464) auf die unaudbleiblichen Folgen ihres Trei⸗
bens, „den Bann und der fele ewige Verderben“ auf
merffam. Allein der Ritter bemerkte ihm, er hätte beifer
gethan, in feinem Klofter zu Mainz zu bleiben und fih nicht
‚unterftanden eyn abt auf dem Munchberg zu werden um
dy wirdigen Herren ded Adels zu vertreiben.” Auch von
dem Bifchofe meinte er, er habe feinen guten Willen zu
dem Adel gehabt. In gleichem Sinne fchrieben dann die
Ausgetretenen (Sonntag nach S. Jacobötag 1464) an Ratteld-
dorf und 9 andere michelsberger Gemeinten, das Kiofter
fei „anf den Adel geftiftet und vor (feit) fangem alfo auf
fe gekommen“; was ihnen darüber befchehen, geriet allem
IXx
Adel zur Schmache.“ An einem Briefe an einen Fürften,
der ausdrüdlich als Liebhaber des Adels bezeichnet wird, beißt
es, — ich vermuthe den Markgrafen, wenn nicht den Fürft-
bifhof von Würzburg — wie feinen Bemühungen um fee
„dem gemeinen Adel funder Danfnemung gefallen werde"
(Dienftag nah dem hi. Pfingstage). Allein das wichtigfte
Document, und welches am triftigften beweiſt, wie die Vor:
gänge in Bamberg nicht localer Art waren, fondern eine
große Principienfrage berührten, ift der Brief, welchen „Jo⸗
hann grave zu Mutingen und ber zu Barbi, her von Er
fendorff, hand von Rabenftein der elter, org von Steten,
Nidel von Weyer, Korg von Wangheyn, Reithart von Bel
merßhaufen, Gog von Blaßenberg, Wolff von Thunge,
Karl von Than, Heynz von Leenrobe, Jeronymus yon
Sedendorff, Jorg und Sirt von Chem, Sorg und Hein
von Rabenfteyn gebruder, Gunther von Weyer, Heinrich von
Sellig, Balthafar von harras, Zorg von Walnrod, Albrech
‘von Swalsburg und Jorg von Zebwig (Samftag nad
Sonntag misericordiae 1464) an die in Würzburg ver
fammelten Aebte des Benebiftinerordens fchrieben, um ft
zu bewegen, den Abt Eberhardt zur Aufgebung der fe
formation zu veranlaffen. Bei diefer Gelegenheit wur
dem Abte vorgeworfen: „wiewol daſſelb Kloſter ift allen
fur die im Adel und Schildt geboren (geborenen) und
feyn ander von alter her dareyn genommen worben ſeyn“ —
biefen Beweis zu liefern blieb aber der Adel ſchuldig —
nehme er bort Brüder an, die nit im Schilde geboren.
„Das nun nicht alleyn dem Klofter, fundern auch dem ge⸗
meynen Adel uff den es geftifft if zu unftattung und Ber
achtung komme“; und, der Ritterfchaft alleyn ſolche Kloſtet
erhaben tft“, Wollte Eberhardt nicht abftehen, fo müßten
auf Mittel und Wege gedenken unb vornehmen, „da⸗
wir des Adels gerechtigkeit und herfomen hanthaben und
ten, was dann dem clofter und orden zu ſchweren Ur
n fomen möchte”. Einen ähnlichen Brief ſchrieben auf
. XXI
„ber hand von Waldenfeld Ritter, her Conrad von Redwig
Ritter, her Conrad Luchuner Ritter, her Eberhard roners
ftetter, ber hand von Kuneröberg Ritter, Karl! und being
von Guttenberg, heing und ECong von Wirkburg, Gong
und Heing von Auffeß, Pankratz u. Heing v. Streitberg, Rus
Digerumd Fri von Sparnef, Korg und Adam bye willen, cri⸗
ftoff nothafft, Caspar von Theta, Ulrich Gleiſſenthaler, Ulrich
Bellendorffer, Erhard trautenberger, Congtrautenberger, Con⸗
rad mörher, being von Eindöberg, frig för, Werncher Turrigel,
Jorg Erlpek, Alerander von Willenftein, Thomas von Rits
zenftein, hanz von Breitenftein. Einen dritten unterſchrie⸗
ben,, Dig truchfeß Hoffmeifter, heinrich von Lichtenftein, Eber:
hartt von Grumbach, Apel von Lichtenfteyn, alle Ritter,
Sorg von Stein der elter, aber Hein nnd Ehriftoff dye
fuchs, Linhart von Maßbach, Sorg von Weyerd, Conk von
Rewrit, Otto von Lichtenfteyn, Wyt zu Helbing und
Aßmus von Eberftein, Boyt zu funßberg.” Kurz es treten
faft alle die Gefchlechter gegen die Durchführung der fo erniten
und im Geiſte der Kirche gehaltenen Reformation auf, welche
50 — 60 Sahre fpäter der Glaubensſpaltung fih anſchlie⸗
Ben. Dann freilich ald die Stifter nicht ganz und gar in den
allgemeinen Abgrund mit hinein gezogen wurden, fteht
man diefelben erft eine Theilung des Beſitzes anftreben; end:
lich wird felhft Guſtav Adolf in Anfprud genommen. *)
Die Reformfrage fehien ſchon damals einen Bürger:
frieg zu entzünden. Wie M. Albrecht, der beharrliche Geg-
ner des Witteldbachifchen Hauſes aufdie Seite der entſprun⸗
genen Mönde, ftellte fih Churfürft Friedrich der Siegreiche
von der Pfalz, Albrehtd Gegner, auf die Seite der Reform
und fchrieb (dienftag nad) dem hl. Pfingftag) ſchon an das
Bamberger Domcapitel, für den Fall, daß „die gewichen
Mönd, die fi zu etlihen Fuchſen gethan haben, welche
wieder mit dem Stift in Unwillen gewefen find, bei dem
*) Steh hierüber die Einleitung zu meinen fränk. Studien IV. ©.
20 — 23 unb die dazu gehörigen Urkunden.
ZJıH
Gapitel oder der Ritterfchaft in Franfen oder andern fifft
hetzung oder furftand wider den Bilchof, fein ftifft oder das
clofter fuchten oder fänden, fo folle das Capitel Dagegen jein
und) die Reformation fördern.” War einerfeitd Diele
Sprade ded Ehurfürften unzweifelhaft der natürliche Aus:
drud feiner Politif, fo darfman aud nicht überjehen, daß
der päpftlihe LZegat Hieronymus Erzbiſchof von Creta ge
rade jegt in feinem Schreiben zu Bamberg (1. April 1464)
die Fürften dringend ermahnte, die Reformation der Bene:
- bietinerflöfter um fo eifriger zu unterftügen ald es feine
Sache gebe, welche dem Bapfte fo fehr gefalle, ala das
Berk der Reformation. *) Erinnert man fih aber (daß nad
einer Darftellung bei Trithemins) der Benedictinerorben fid
im Beflge etwa des dritten Theile ded gefammten Beſtiz—⸗
thumes der damaligen Zeit befand, **) fo fann man ten
Zuwachs an Madıt begreifen, welchen fih der Adel ver
fprehen konnte, wenn ed ihm gelang, dieſe Abteien nit
reformiren zu laffen; dadurch erflärt fih aber auch der oben:
. gerügte fcheinbare Widerſpruch mit der Politif des Adels.
Es war immer derfelbe Endzwed, welchen man zu erreichen
fuchte; im XV. Jahrhunderte indem man fi der Reforma:
tion widerfegte, im XVI., indem man, was damals Refor⸗
mation hieß, unterjtügte. —
Die entfprungenen Mönche ſcheinen zuerft gefühlt zu
haben, daß fle fi der ganzen höheren Ordnung der ‘Dinge
wiberfegten; daß der Boden, auf welchen fie ſich begeben,
boch nicht der feftefte fei._ Bereits Sonntag nad dem hl.
ri
°) Non est materia mundi gue ita placet demino nostro sanc-
tisimo. uti est opus reformationis.
**, Ut fertur namerus monasteriorum ordinis nostri abbates
habentium exceptis preposeturis prioratibus et coenobis
monialium ultra XV extenditur. Unde si unusquisque
sua posideret tertiam partem christianitatis 8. Benedictus
haberet
Trithemius de viris illustribus ord. s Bened. 1. c.?
xxiui
Pfingſtag 1464 erboten fie ſich dem Urtheile des paͤpſtlichen
Legaten in deutſchen Landen, Rudolph Biſchofs von La⸗
vant ſich zu ſtellen. Auch B. Georg erklärte ſich in ſeinem
Schreiben an den Biſchof Johann von Wuͤrzburg bereit,
deſſen Urtheilſpruch anzunehmen, verlangte jedoch, daß, wenn
die Moͤnche dieſes rechtlichen Erbieten verachten würden, er
fe „binfür in feinen Schloſſen und Städten *) nicht mehr
haufen noch hofen Laffen wolle, no in einig Wege Hülf
oder Beiftand leiften oder den Geinigen zu thun gejtat-
ten möge.’ Als fie aber, ftatt ſich wirflidy zu unterwerfen,
die Klofteruntertbanen aufmwiegelten, ließ ihnen der Biſchof
Seorg Den Proceß machen und fie auf dem Wege Rechtend
ercommuniciren; allein des weltlihen Schutzes noch ficher
veradhteten fie den Bann. Die Vermittlungen ded B. Georg
blieben ohne Erfolg und Abt Eberhard brachte nun die Sa⸗
de an den PBapft, während Georg die maledicetio aeterna
ausſprechen ließ. Died machte Heintz Fuchs wankend, fo
daß er dem Abte fchrieb, er fei weder pflichtig noch fehuldig
ihm zu antworten (vor ihm fi zu verantworten.) Der
Abt erflärte ihm, noch fei in der Bannbulle fein Adelicher
genannt und „‚wünfche er auch gar gern, daß Heing Fuchs
und ein iglicher des Adels fih folhen Bannes unfchuldig
weite”, die Reformation nicht hindere, fondern „die Mönche
ven item funtlihen unordentlihen Leben meife und zu Ges
tehtigfeit furdere: daran thetet ihr Adelich.“ Als nun
dad Jahr 1465 Fam, entfchloß fih der Fürftbifhof zu ener⸗
giſcheren Schritten. Er wandte fih an K. Friedrih IV. um
Hülfe. Zwei der entfprungenen Mönche wurden jegt in Wuͤrz⸗
burg gefangen, ein dritter unterwarf fi freiwillig; Heintz
Fuchs und feine Genoffen wurden vor das geiftliche Gericht
des Bifchofes geladen. Zwar fprach der Abt vom Schotten
fofter zu Würzburg den Ritter frei vor das Gericht 2.
Georgs zu treten; allein die Sache wurde nun in Rom ans
— —
*) Wie Eltmann ıc.
IXIV
hängig und erhielt dadurch in Deutſchland ploͤtzlich eine an⸗
dere Geſtalt. Die Moͤnche unterwarfen ſich auf dieß einer
nach dem andern und geſtanden, der Rabenſteiner, wie er
mit Hülfe ſeiner Verwandten die Befreiung von der Obſer⸗
vanz zu erhalten ſich bemüht; Lochner, daß er Unterthanen
des Kloſters eingekerkert, ihre Güter angezündet. Der erſte
Verſuch, mit Hülfe des Adels die Reformation zu hemmen,
mißlang, aber unter einer derartigen Verwiklung ber Ber:
hältniffe, daß bereits Die Frage fih aufbrängte, ob die Kir
he, welche mit Hilfe der Orden die Häreſien des
Mittelalterd bewältigt, nicht jet bei dem Ein
tritte einer neuen Zeit durch die Orden größe
ten Schaden erleide, als fie früher Nugen ge
gen. Man begreift, daß, ald der große Abfall des XVI.
Sahrhunderts durch Anguftiner, Francidcaner und andere
eidbrühige Moͤnche veranlagt worden, Männer wie der
Cardinal Bartolomeo Quiduccione von Lucca, ala es fih um
Betätigung eines neuen Ordens (der Sefuiten) handelte,
die Anfiht ausſprach, man folle weit entfernt einen neuen
Orden zu beftätigen alle vorhandenen auf 4 rebuciren. *)
Man würde fih nad dem eben Mitgetheilten febr
täufhen, wollte man glauben, daß diefe Vorgänge fd blos
auf Franken erftredten. Hier freilih wie am Rheine und
in der Wetterau hatte der Adel feit dem Aufhören eined
großen fränfifhen Herzogthumes den weitelten Spielraum;
daher treten denn die Prätenfionen des Adels hier fefter und
ftärfer hervor ald anderswo. Aber wo ed nurimmer möglich ift,
machen fie fich gewiß geltend. So verahrebete fich in Auge:
burg Bifhof Sohann Graf von Werdenberg 1475 mit ſei⸗
nen Domtlapitel, für die Zukunft feinen Bürgerfohn aus
Augsburg in das Kapitel aufzunehmen. Er erlangte hie
für ſelbſt eine päpftliche Bulle Sixtus des Vierten, von bet
er jedoch nicht vor 1481 Gebrauch machte, und, als dieſes
°) Nieol. Orlandini hist. Societ Jesu. Coloniae 1615. p. 6l-
XXV
geſchah, erregte Die Sache bei den Bürgern fo großen Un⸗
willen, daß der Bifchof mit dem Domcapitel die Stadt ver:
ließ und nach Dilingen zog 1484. Selbſt in der Ausglei⸗
hung, welche nachher darüber erfolgte, beftand das Kapitel
darauf, daB "bei dem ‘Dome, wobei die Regierung war,
fein Bürgerfohn aufgenommen würde und noch 1488 be=
flätigte Sriedrih Graf von Zollern, B. Johann Neffe, die
Verorbnung des Capitels. Aber auch gegen die Fürften,
namentlich gegen Baiern ward zu Gunften des Adels ein ähn-
licher Ausschluß behaupte. Dann war e8 freilih nur die
natürliche Folge folder Beftrebungen, wenn der Rath ber
Stadt Nürnberg, diefed beftändigen Zieles der Angriffe der
Markgrafen von Brandenburg und der mit ihnen verbun-
denen Ritterfchaft, von P. Sirtus IV. 1476 fi die Bewil⸗
ligung erholte, es folle der Conventzu ©. Clara feine Schwe⸗
fier einnehmen ohne Verwilligung des Rathes, und dieſe
dürften nur geborene Nürnbergerinen fein. Wie aber Die
Bewilligung für S. Clara erhalten worden, wurde fie aud)
für die anderen Klofter erholt und fo dem Rathe ein Recht
eingeräumt, das er fih in der Zeit der Glaubensfpaltung
jur Unterbrüfung ber Klöfter felbft bediente. Nach der Deutung
des Senated war es aber erwirft worden — „den Kll-
tern zu gute daß fie von Fremden von Außen
und von Edelleuten ongendthigt worden,’ oder wie
Herr Ruprecht Haller mit trodenen Worten fagte, „für
Fürften und Herren,” der Behauptung diefer entgegen,
daß die Klöfter des Adeld Spital feien. Bald traten aber
Fälle ein, wo es dem. Rathe wieder lieb gewefen wäre, Frem⸗
de aufnehmen zu können; er wandte ſich deßhalb an Die
Köfter felbft, damit fle in einzelnen Fällen dispenſirten;
endlich an P. Innocenz VIII, welcher jedoch erklärte, „Allee
was fein vorforder geben hat, wolle er handhaben und nicht
verfehren.” Erſt 1486 gelang e& dem Rathe infoferne.
eine Milverung zu erwirken, daß man doch nicht mehr die
Geburt in Nürnberg, fondern Wohnung’ oder Bürgerrecht
xXVI
verlangte. *) Beinahe zur felben Zeit wo dieſer Verſuch
eines vollftändigen Territorialabfchluffes den Nürnbergern felbft
unbequen geworden war, hatten auch die Reichsritter eine
nicht minder unangenehme Erfahrung machen müffen. Nicht
nur fhügte der römifche Stuhl den Georg Pfinging als Propft
von ©. Lorenz in Nbg. wider den von Bamberg aus begüns
ftigten ritterfchaftlihen Candidaten und den Lorenz Tucher
gegen Melchior Zruchfeß, für den ſelbſt der ſtaatskluge Lud⸗
wig von Eyb die Feder ergriffen, fondern, obwohl die Un:
adelichen fo confegent ausgeſchloſſen worden waren, fchienen
plöglic die Bisthümer felbft den Rittern abhanden zu kommen.
Sie hatten ſich wider ihr wahres Intereſſe fo lange an bie
Fürften, namentlich an da8 Haus Brandenburg angeſchloſ⸗
fen; fo lange war das Snterreffe der Liebhaber des Adele
mit diefem für identifh ausgegeben worden, bis fih mit
einem Male zeigte, welche Veränderungen in dem Beſtz—
ftande vor fi gegangen waren, der für den Adel der em:
pfindlichfte war. Da ward einer der Markgrafen Churfürf
von Mainz, Erzbiſchof von Magdeburg, Adminiftrator in
Halberjtadt, Johann Albrecht Erzbifhof von Breslau; bei
nahe zu gleicher Zeit waren Bremen, Minden, Berden,
Osnabrük, Paderborn; Münfter, Hildesheim; Meg, Toul,
Verden; Freifing, Regensburg, Speier, Naumburg, Cöln,
Worms in die Hände von Gliedern fürftlicher Käufer *)
gefommen. Der Adel, der den Sturm gegen die Unadeli
hen geführt, Hatte jegt daB Nachſehen! Seine Rittertage
wurden beauffichtigt, beargwohnt und befchränft: alfmahlid
fühlte man, daß die Verbindung mit den Reichs ſtad—
ten die natürliche Bolitit des Adels gewefen mi
re. Sept war e8 zu fpät. Daraus begreift man denn,
wie ein Sidingen im Bunde mit der fränfifchen Reichsrit⸗
*) Sieh die deutfhe Chronik von &. Clara in Nürnberg (MS.
ded K. Archivs zu Bamberg.)
*) Rante deutſche Geſchichte im Zeitalter der Reformation II ©.
267. Höfler, Ludwig v. Eyb S. 101 — 106.
©
zıvu
terfchaft den Plan faffen konnte, über die Fürften herzufallen,
welche gleihfam dem Adel vorentbielten, was diefer als fein
Erbeanzufehen gemohnt war. Man begreift aud), daß die Prio⸗
rin von Frauenaurach Eriftina von Trypach „und der ganze
Gonfent daſelbſt“ fih gegen den Provincial des Prediger:
Ordens an M. Cafimir von Brandenburg wandten *), um fi
nur nicht veformiren zu müſſen, da fle dem armen Adel zu gut
geftiftet wären. Clauſur anzunehmen, die Ordensregel zu
halten, fiel den ehrwürdigen Frauen von Adel nit ein;
„ta würde man dann indas Cloſter nehmen wer geld habe
und dem Adel wäre alle Freiheit benommen.”“ Aus gleichem
runde endlich ftellten die fränfifhen Adelichen, faum daß
ber Bauernfrieg fihverzogen, an den Fürfibifhof von Würz⸗
burg das Anfinnen, es follten die großen Abteien, Ebrad,
BildHaufen 2c. dem Adel ausschließlich eingeräumt, fein Bauer⸗
oder Bürgerfohn aber hineingelaffen werden. Sie fahen in
der Verwüſtung der Klöfter durch Die Bauern nichtd anders,
ald eine Strafe Gottes, weil einige Zeit hindurch ihnen,
dem Adel, diefe Abteien entzogen worden und ftatt Adelicher
„unverftändig grobe ungelehrte Leute aufgenommen worden
waren, — ber pauerfchaft Kinder, die doch feine andere ge:
Ihiffichkeit gehabt, dann gute geringe Tag zu haben; die
zu anders nit gefchift geweſt fein, dann zeitlihe Güter
mit wucher und andere geftalt zu erobern und zu erlangen;
bei denen nur die hochgeiftlic geachtet worden fein welche am
geizigften fih mögen haben aufführen.” *) Alle Die uner:
meglihen Hülfsquellen für Bildung, Unterricht, Einfluß und
Macht, die mit den beanfpruchten Klöftern verbunden waren,
follten dem Bürger und Bauernftande entzogen und dem
e) Urkd. v. 1. März 1518. Bamb. Arch. Beilage V.
**) Schreiben von gemeiner Ritterſchaft in Franken an ben hohen
Fürften und Seren Conrad Biſchof zu Würzburg und Herzog in
Franken auf freien gemeinem Landtag gehalten zu Würzburg
Sonntag na) Bartholomäi 1525. MS.
XxvHI
Adel zugewiefen werden. Den fo ausgeſchloſſenen aber blieb
als Entſchaͤdigung die Kutte des Bettelmoͤnches. Stellt man
alle8 zufammen, was feit der Scenen auf dem Michaelsberge
als Plan des Adels erfcheint, fo fann man ihm wenigſtens
in Bezug auf feine Taktik gegen die Kirchengüter eine
gewiſſe Methode nicht abjprechen, wenn auch im entfcheidenden
Momente dad sic vos non vobis von den Fürften gefpielt
wurde. In welchem Zuftande befanden ſich aber die Bet-
telorden, ald die Glaubensſpaltung wie der Dieb in der Nacht
über die deutfche Kirche plöglich herein brach? Auch darüber
wird noch um fo mehr die eine und andere Angabe mitzu⸗
theilen fein, als ja der Convent der Aebtiffin Charitas ſelbſt dazu
gehörte. Gerade aus dem Schooße der Bettelmöndye waren
ſchon im 2. Sahrhunderte ihrer Eriftenz die gefährlichften
Zerwürfniffe und Spaltungen entitanden. Die Lehre der
Fratricellen, daß der wahre Chrift nichts befigen dürfe, hatte
der Wicleffitifchen und Huß'ſchen Lehre von der Todfünde der
reihen Prälaten, von der Nothwendigkeit die Kirchengüter
dem Clerus abzunehmen, den Weg gebahnt. Die auffallente
Menge folder Schriften auf der Prager Univerfitätöbiblie:
thef beweift den natürlichen Zufammenhang diefer Lehren mil
denhußitifhen. Als es aber nun im XV. Jahrh. die Bettelorten
traf, die Reformation mit ſich felbft vorzunehmen, fand dieſelbe
einen hoͤchſt entfchloffenen Widerftand. An vielen Orten
fprangen die Moönche geradezu aus *) und Deutfchland muß
im Anfange des XVI. Sahrhundertes nicht bloß eine hübſche
Anzahl entlaffener Landsfnechte, fondern auch entſprungener
Mönche, tauglihe Werkzeuge für Revolution und Bauern⸗
frieg, befeffen haben. Aber gerade dieſes fehlechte Benehmen
vereinte die Beſſeren zu defto größerer Wirkfamfeit. Auf
*) Man darf Hierüber nur den von Hrn. dv. Deutinger Heraußge
gebenen Veit Arnped Iefen, um fi zu überzeugen, wie es
biefer Beziehung in der I. Hälfte des XV. Jahrhunderts im
Oberdeutſchland ausſah.
AXIX
Andringen ded Generalvikars Franz von Sagan gelobten
der Churfürft Berthold von Mainz und mehrere feiner Eol-
legen, als die ſchlechten Moͤnche von Freiburg im Breidgau
fih an den Reichdtag gewendet hatten, um ihre reformirten
Klöfter wieder zu erlangen, die Reform aufrecht zu erhalten,
und 8. Marimilian, allem Guten hold, verwandte fich bei
dem römilhen Stuhle auf das Nachdrüdlichite für die Refor-
mirten, ald diejenigen, durch welche das chriftliche Volk in
Tugend und durch Beifpiel Fortgang gewänne, fo daß das
von der lauen Partei in Hagenau angefegte Provincialca-
pitel feinen Fortgang fand. Sn Sachſen wohnte H. Georg
ſelbſt der Einführung der Reform in dem Franzisfanerflofter
zu Xeipzig bei 1498. Ahnliches fuchte Herzog Albrecht von
Münden durchzuführen. Als aber Sirtus von Tannenberg
Bifhof von Freifing, „der Zeit der berühmtefte Bifhoff im
ganzen Teutſchland“ deshalb nah München fam, liefen auch
die Auguftiner Möndhe aus dem Klofter, 2 Sahre nad
Zutherd Geburt. Betrachtet man jedoh daB Wirken diefes
Sirtus, welder in jeder Zeit ein ausgezeichneter Biſchof ge⸗
weſen wäre und der tief betrauert 1495 ftarb, was er wie
Veit Arnpeck *) erzählt, für die Reformation ded Clerus
that; was in faft gleicher Zeit in Bamberg gefhah, um das
von Cuſanus wieder in’8 Leben gerufene Synodalinftitut
neuzubeftäftigen, **) fowie das Fräftige Auftreten des Chur:
fürften Berthold von Mainz, ***) fo wird der Beweis,
daß das deutſche Episcopat in den legten Tagen des XV..
Sahrhunderts nicht fchlief, Teiht zu liefern fein. Aber ein
Unglüf war e8, daß auf den herrlihen Sirtus von Tan⸗
nenberg ein Pfalzgraf Rupert folgen fonnte, der fi nicht
weihen ließ, fondern mit Dispenfation PB. Alerander’3 VI,
*) In dv. Deutingerd ſchaͤtzenswerthen Beiträgen zur Geſchichte
Topographie und Statiftif de Ezb. Münden und Freyfing.
**) Sieh die lchrreihe Schrift meine verehrten Freundes bed Doms
eapitulard Schmitt in Bamberg über die Bamberger Synoden.
⸗20) Steh auch Beil. VI.
xxx
die Tochter des legten Herzogs von Bayern Landöhut hei:
tathete, die Infel mit dem Schwerte vertauſchte, das Bis:
thum aber als ein Erbe feinem 19jährigen Bruder Philipp
übergab, unter welchem Der Bauernaufftand zu Lack (contra
nobiles, ignobiles, etiam contra spirituales) ftatt fant.
Ein Unglüd war ed, daß das wichtigfte Erzftift Deutfd-
lands — Mainz, gerade damals verhältnigmäßig fehr raſch
(1504 — 1514) dreimal, dad Bisſsthum Bamberg dur
den Tod bed würdigen Heinrich IT. 1501 — 1505 glei:
falls dreimal erledigt wurde und nun bei der geldfüchtigen
Richtung der damaligen Päpfte mit dem Sammer um einen
edlen Zodten, welcher die von ihm eingefchlagene Richtung
nicht zu Ende fuhren konnte, ſich die Klage verband, diez. ®.
in Mainz raſch von 10,000 zu 25,000 Gulden gefteigerte Taxe
nach Rom zu entrichten. Aber felbft geringere Bisthümer
hatten damald noch ausgezeichnete Bifchöfe. Kaum hatte
der Prior der Prediger, Pater Georg Schwarz, dem Für:
bifchofe zu Eichſtädt Wilhelm von Reichenau angezeigt,
welch Treiben ſich Ablaßverfündiger in feinem Bisthume
erlaubten, wie Bullen gefälfcht würben, wohl jährlie
1000 fl. deshalb aus dem Bisthume gingen, weld Aerge®
niß daraus entftehe, fo hielt der Bifchof eine Synode, eine
Didzefan = und Generalvifitation nnd entfernte den Ri
brauch. *) Gabriel von Eyb, der ihm nachfolgte war feine
mindere Zierbe der Stiftung des hl. Wilibald. Diefen Grund,
ober vielmehr die Befchönigung der Glaubensſpaltung, als ſei
diefes große Nationalunglüd durd die Nachlaͤßigkeit des
Episcopates gerechtfertiget, wird man aufgeben müffen. Und
war die Ausartung des regulären wie des Weltclerus
groß, fo darf man doch aud) nicht vergeffen, was Männer
wie Trithemius, **) Blofius, ***) Sohann von Chiemſee 1)
9) Rad) einem MS. bed Georg Schwarz.
“e) Vergl. Som, Joh. Trithemius, Würzb. 1843. Diefe Schrift
faßt freilich den Abt mehr alB Literaten denn als Neformator auf.
er.) Vergl. Blofiuß, ausgewählte Schriften heraudg. von Jochem
vit Bde. 1840. —— —
+) Der Verfaſſer des berühmten Werled: onus ecelesiae.
XXXI
und ſo viele andere wirkten und thaten; daß eine Reform
desjenigen Ordens, welcher der Beſſerung am hartnäfigften
widerſtand, der Franciscaner gerade 1517 ſtatt fand und
diejenigen, welche die Reform nicht wollten, ſondern mit flie⸗
genden Kutten fich aus Dem Lager der deutſchen Reforma⸗
toren Weiber holten, fo wenig vor wie nachher die Zierden
ihred Standes waren. Sieht man ferner auf die Vorfchläge,
welche 3. 3. dem Kaifer Marimilian gemacht worden wa:
ren, damit er fie zum Beſten der deutfhen Kirche in Rom
anbringe, fo find fte hoͤchft mäßig und erftreden ſich auf
Abfchaffung der Pluralitat von Beneficien und der Kaifer
wurde dabei aufmerkffam gemacht, daß er deshalb wohl grö-
Bere Schwierigfeiten bei den Deutſchen ala bei den Römern
treffen werde. Somit reicht man, um die Glaubenfpaltung
zu erklären mit Vorgängen auf dem kirchlichen Gebiete allein
nicht aud und man würde damit in Fehler verfallen, wie
wenn man den Böhmenaufruhr 1618 und den dreißigjäh:-
rigen Krieg mit der Sperrung der proteftantifhen Kir:
hen zu Kloftergrab und Braunau erklären wollte, nachdem
die deutfchen Proteftanten 18 Erz: und Bisthümer fäcula-
rifirt Hatten, folglich, wie der Herr von Waldenfeld in ſei⸗
nem handicriftlihen Memoire an M. Chriftian fagte, die
andern 18 auch haben müßten. Wohl aber muß, nachdem
in den früheren Publikationen gezeigt worden, wie Die zu
fpät, deshalb nur halb und falſch unternommene politifche
Reform allmählich und nothwendig in die Revolution um—
flug, bier noch der Uebergang aus den Verwidlungen auf
dem kirchlichen Gebiete in die des politifhen angedeutet
werden. Diefer bildete fih aber auf fehr einfache Weife,
theil8 durch dasjenige, was oben von der Gegenbeftrebung
gegen alle Reform gefagt worden ift, theild durch Die Eigen:
thünmlichkeit der deutfchen Kirchenverfaflung, an deren Spige
jest 20 Prinzen und Domcapitel ftanden, in deren Schooße
unter der Domherrenkutte von abelichen Layen alle Uebel
xıın
getrieben wurden, die dann dem Clerus zur Laſt fielen *);
endlich dur die Bemühungen der Weltlihen eine Reform
zu Stande zu bringen. In dem erften wie in dem legten
Falle mußte die Zerritorialhohheit ungemein zunehmen, die
bisher fo argwoͤhniſch behauptete Freiheit des Clerus in fei-
nen eigenen Sachen abnehmen, ein neues „Staats: Kirdhen-
recht’ fich vorbereiten. Das Wort de8 Card. Julian an den
deutfchen Clerus, werdet ihr euch nicht felbft reformiren, fo
wird man euch rveformiren, wurde in berfelben Zeit zur
Wahrheit, ald die Borausfage feines Zeitgenoffen des Kart.
von Eufa, daß, wie die Fürften da8 Kaiferthum verfchlingen,
fo die Vokspartei es den Fürften machen werde, gleichfalls
zur That zu werden ſuchte. *) So tit e8 dann nicht noth-
wendig nachzuforfchen, wie es die größeren von den deutſchen
Herren und Fürften, welde zwanzig Bisthümer mit den
Ihrigen bejegten, machten, fondern es genügt, ſich die
Delege aus irgend einem der aufftrebenden territo-
rialfürftlihen Häufer zu erholen. So heißt e8 z. B. in den
Strungen und Gebrehen fo Graf Crafft von Hohenlohe
hat gegen den Gtifft Deringen 1490 **): Zum dritten,
nachdem in der heiligen Bäter Gefegen der Priefterfchafft
verboten fey, daß fie nicht follten Coneubinarii feyn, aud
feine verdbächtige Frauensperfonen in ihren Häufern haben,
dann es dem gemeinen Bolt zu einem böfen Aergernuß und
verkehrten Erempel komme, darum begehre Graf Erafft,
daß ein jeder Priefter und Canonicus, der eine folche Frau
in feinem Kaufe habe, fle in 14 Tagen von fi thue, aud)
*) Vergl. was aus Abt Andreas im Commentare zudem IV. Bande
ber Quellenfammlung mitgetheilt wurde S. LXXXVIII.
ee) Wie denn der Churfürft Friebrih von Sahfen bei dem Münz⸗
erifchen Aufruhrmeinte: will e8 Gott alfo haben, fo wird es alfo
hinausgehen: daß ber gemeine Mann regieren foll.
Studien u. Skizzen zur Gefh. d. Reformation. I. 1846 &. 359.
*+#) Hanßelmann's vertheibigte Landeshoheit des Hauſes Hohenlohe,
Nürnberg 1757 fol. Beil. S. 114.
XııHH
fein Weſen oder Wohnung mit ihr habe. Zum fünften:
fo wolle Graf Crafft, daß Fein Geiftliher bei Naht auf
der Straffe zu Deringen in der Stadt nah 8 Uhr gebe;
welcher aber vorher um redliher Sache willen über die Gaſſe
gehen wolle, der folle ein offenbar Licht, nicht unter den
Kleidern oder fonjt heimlich tragen. Welcher anders befun=
den werde, der folle bis auf den Zag im Gefängniß behal-
ten. und ibm (Graf Crafft) verfündet werden, ferner mit
ihm zu handeln. Zum Seiten: folle fein &eiftlicher bei Tag
oder Nachts auf der Stadtmauer oder auf die Thürme ge:
ben bei Straf Graf Crafftd. Zum flebenten, folle Fein
Beiftliher bei Tag oder Nacht zu Zanzen oder auch in of
fene Wirthshänfer geben bei Graf Grafft3 Strafe, es fei
dann zu Hochzeiten dazu man geladen worden. Das folle
währen die Zeit der Hochzeiten und nicht länger zu Oerin⸗
gen. Auch follten die Geiftlihen Fein Spiel in ihren Häus
jern geftatten bei eben derjelben Straf. Als fid dann ein
jreventlicher Handel zwiſchen Hanns Spotten und einen frem-
den Priefter in Hannd David Epenheft Haufe ob den
Spiele erhebt, da fie und auch hernach an den Marft ein-
ander mit bloßen Mefjern überlauffen und in die Kirchen
gejagt haben (nody dazu in der Zeit der heiligen 40 Zage),
jo ſchrieb Graf Erafft an den Dechanten zu Deringen,
Hanns Conrat von Sadjen, er folle das Spiel bei feinen
Geiftlihen abthun, fonft würde er, der Graf, ſich anzeigen,
das follih Unrecht geftrafft wurde.” (Newenſtein uf Mon:
tag nad) Dem Sonntdg invocavit 1491) *) Der gleichen
Händel veranlaßten den Grafen aud an den Keller und
Schultheiß zu Deringen zu fchreiben und fie aufzufordern,
fleißig Acht zu haben, „ob die Prieſter hinfüro in iren oder
andern häufern Spiele üben oder thun würden, item die Ramen
der jpielenden aufzufchreiben.” (Freitag nad) Eonntag invo-
cavit 1491 **). Als der Oftertag nahte, fchrieb der Graf
*) doc. n. XLIV.
**) doc. n. XLV.
XXXIV
an dieſelben, ſie ſollten nicht dulden, „daß während der
Stiftpredigt und dem gottlichen Ampt Leute auf dem kirch⸗
hofe ftehen in Verachtung des gottlihen Dienfted.” Diele
. follten gleich. in das Gefängniß geworfen werden (Oſter⸗
abend 1491), Mitwoh nah dem Sonntag cantate be
fahl derfelbe Sraf*), es folle Acht gegeben werden, „daß bie
armen Leute mit andechtigen Gebete ze thun fich vleißen unt
mit guter Andacht vollbringen wollen, den Zorn gotted da⸗
durch abzulegen. Und daß fi alle perfon, fie find mann
oder frauen leichtfertiger Wort oder Werf nit gebrauden.”
Auch follen Männer und Weiber auf der Wallfahrt von
einander gefondert werden.**) Endlich ala er hörte, daß bie
Vriefter Frucht (Getreide) auf- feiner Herrfchaft verkauften,
fo befahl er dieſes nicht zu dulden, fondern die Priefter an
zuhalten, die Frucht an die armen Leute der Herrſchaft zu
verfaufen***) (Freitag nach Andreas 1491). — Der Unterſchied
zwifchen diefer und und einer fpätern Zeit braucht kaum naͤh⸗
her bezeichnet zu werden. Sept war die Spige gegen bab
verberblihe und ärgernißvolle Leben der Geijtlichen ge
fehrt und gebot die weltliche Gewalt Aufrechthaltung
einer höheren Ordnung; fpäter wurbe den Unterthanen zu:
gemuthet, der Religion des Landesherrn zu folgen oder ihnen
verboten das zu thun, was fie nach ihren Glauben zu thun
fih gedrungen fahen, während 1491 dafür geforgt wurde,
daß, was dem Glauben nach geſchehen follte, auch im Geifte
besfelben zu gefhehen habe. Allein der Uebergang von dem
einem zum andern lag bereit8 in der Sache ſelbſt. Kur
fiel e8 den Layen jetzt chon nicht ein zu dem Aeußerften zu
fhreiten, fondern erft nachdem die Priefter felbft eidbrüchig und
gottvergeffen die Lehre aufgejtellt, alles was fie biöher ge
than, gefagt, gelobt, und gelehrt, fei Unrecht und des Teu⸗
*) doo. un XLVI.
*) doc n. XLVII.
.e) doc. u. XLVIll.
XXXV
fels; alle guten Werke wo nicht geradezu ſchaͤdlich, doch
unnothig. Was 1500 Jahre hindurch Orient und Occi⸗
dent als wahr, recht und heilig anerkannten, ſei abgethan,
falſch und irrig, weil es jetzt deutſchen Prieſtern ſo gefiel,
es für irrig auszugeben, während fie zur Beglaubigung ihrer
höheren Million befanntlich auch Feine Wunder verrichteten.
Die weltlihe Obrigkeit *) aber habe dad Recht und
vie Pflicht für „das Wort Gottes“ zuforgen, das vielleicht
jegt erft vom Himmel herunter tänte, um die Welt vor Men-
ſchenſatzung zu bewahren; nein, tas felbft alle Ueberlieferung für
Menihenfagung erklärte, ald ‚Evangelium‘ Luther's wech
felnde, Teidenschaftliche Doktrinen ausgab und das Werf der
Erföfung für 1500 Jahre aus der Weltgefhichte ſtrich.
Benn in einem folhen Berfahren Logik, Wiſſenſchaft
oder gar Religion liegen, oder etwa die Erhabenheit
und Trefflichkeit des deutſchen Charafters ſich ausfpriht, fo
wollen wir gern und der Befchränftheit und Umnachtung
unſeres Geiftes getröften !
Allein gerade damit fommen wir auf das pſycholo⸗
gifhe Räthſel, das nod zu loͤſen tft, auf jene zweite Luͤcke
die noch auszufüllen ift.
Der Name BPirfheimer fließt nicht blos den Begriff
‚einer einzelnen bedeutenden PBerfönlichkeit, fondern auch ben
einer andgezeihneten Familie, ja einer gelftig auf das
Reichfte ausgerüfteten Zeit in fih, einer Periode, deren
Mittelpunft Willibald Pirfheimer in mehr als einer Bezich-
ung bildet. Seine eigenen Lebensſchickſale find bekannt,
jeine Waffenthaten wie feine biplomatifhen Sendungen,
fein häusliches Leben, feine SFreundfhaft mit Albrecht
Dürer, wie mit dem gelehrten und tüchtigen Kilian Leib,
Prior von Rebdorf im Altmühlthale, dem Berfaffer von
Annalen, von denen ein großer Theil noch des Drudes harrt;
feine intimen Verhältniffe mit K. May I. wie feine anfäng-
*) Was für merkwürdige Dinge bei diefer Verkehrung ber Verhält⸗
niße Heraus famen, bavon giebt unter andern Beil. VII. Beugniß.
R *
XXXVI
liche Vorliebe für Luther, für den er ſich bei Adrian VL
verwandte. Dan fennt feine Schugfchrift für das Klofter
von ©. Clara zu Nürnberg, an deren Spige feine geift
reiche, gelehrte und Fromme Schweiter Charitad als Aecbtik
fin ftand, wo feine jüngere Schweiter Clara, jeine Tochter
Catharina lebten und Charitad in der Verwaltung dee
Kloftere nachfolgten. Man weiß, wie die warme Vorliebe
für Quther in den legten Jahren feine Lebens mehr um
mehr erfaltete, feit er gefunden, daß „die evangelifchen‘‘ Buben
an Verworfenheit den römifhen in Nichts nachftünden und
wie er tief gebeugt ftarb, nachdem er Die Confequenzen fei:
nes Grundfages felbit am fehmerzlichften erfahren, welchen
er, verzweifelnd an einer Heilung der deutfhen Schäden, auf
dem Wornifer Reichdtage zu Kilian Leib ausſprach: „Die
Unordnungen fo under ung fein, die werden mit
‚feiner ortnung fondern mit unordnungen mi;
fen gebeffert werden.“) Er hatte. lange Zeit auch
mit Johann Hausſchein von Weinfperg (Dflander) in ben
freundlichiten Verhältniſſen geftanden; gerade Ofiander
wur e8 aber, welcher Willibald,jeit Diefer den unwürdigen
Rerfolgungen feiner beiden Schweftern Clara und Charitad
und deren Klofter’3 die fhügende Hand zugewendet, felbft auf
das Schnöbefte verfolgte. Und gerade dieſes Uebermaß von
Schmaͤhungen, in welchen fi die Nürnberger Reformater
ren geftelen, brachte e8 auch dahin, daß in Nürnberg, we
dad neue Evangelium, wie und gejagt wird, gleihfam nur
fih zeigen turfte, und es fand überall ein ftürmifches Ene
gegenjauchzen, auch ber erite und bedeutendfte Umfchlag der
beiferen Meinung ftattfemd.
„Wiewol ich mich Die Tag fo ich gelebt, fchrieb 1533 der
Hare Chriftoff Fürer ter Aeltere**) der Billigfeit und orten
ih Oberkeit, gütlih und gerne unterworfen hab, fo hat
doch der Geiſt, ben ber allmaͤchtige Gott in's Menfchenhen
*) Leib's annales.
**, Geſchichtliche Studien v. G. W. 8. Lochner S. 86.
xxXVi
geihrieben , mir nie wollen eingeben, daß alles Fürhaben,
fe der römifh Stuhl famt feinen Anhängern gelehrt und
gepflogen, göttlich und chriſtlich hab fein follen, fondern ich
hab mich alle Zeit bebünfen laffen, die Sachen feien zu viel
auf eigene Gewalt, Bracht und Geldgier gericht geweſt,
deshalb ich nie lieber gehört ald ta Martin Luther erftlich
wider folchen ungefchiften Gewalt und Ablaßkaufen begunte
zu predigen. Als er aber nit beim felbigen allein bliebe,
funder weiter ging und fehrte, ver Menſch hat feinen
freien Willen, funder alle, was er thut, es wär gut
oder boͤs, das muſt alfo und fünnt aus Noth nit Andere -
geihehen „ machet die Werf der Menfchen*) mehr ſündhaft
dann nothig, fehreibet die Seligfeit allein dem Glauben an
Chrifto zu, berubet auf dem, daß Gott ohne Mittel und
Zuthun des Menfhen denſelbigen wollt felig oder unfelig
haben, welcher Artifel denn meinen Geift, dag die hriftlich
fein follen, aus viel Bewegungen nit wollten eingehen,
fimbder ich mußt bei mir urtheilen, daß diefer letzlicher eint=
ger Artifel vom Luther dargethan weit und vielmehr
denn alle römiſchen Mißbräuche uns Schaden und
Rachtheil zufügen würde, abgefehen daß er alle
Sottesfurdt und Gewiſſen des Menſchen würde wegnehmen
wie dann gefchehen alfe und dermaßen, daß der Ehri-
Renheitvielträglidher geweft, den rämifchen Geiz
neben Gehorfam und Einigkeit fo damald war, zu
behalten, dann die jegige lutherifhe Lehre bei
?) Wie biefe Lehre bisher aufgefaßt werde, erhellt aus einer wenig ober
gar nicht beachteten Gtelle Michaelis de Leone, Cod. Berbip.
p. 20. b. (UAnweifung wie fidy ein Prediger zu verhaiten bat,
ehe er zu prebigen beginnt): Swan bu danne getuteft was
oder wie vil bu wilt fo ſprich Siten an bie gnade gotes
nieman guten werte nit vollendrengen mag, fo
heifet mir grugen vnd biten bie muter be barmherzekeit. daz fl
uns dierwerbe und gebe guade. da von got und alles hime—⸗
lishs her gelobet werde. wir gebezzert. vnd die
armen fele in pinen getroftet x.
XXXVIII
Verlierung und Aufhebung aller Tugend, Gewiſ—
fen und Gottesfurcht wie jetzt (1533) vor Augen iſt,
anzunehmen.” Sn ähnlicher Art trüdte ih auch Willi⸗
bald Pirfheimer in einem Briefe an Kilian Leib, nad Ian:
ger Unterbrechung dem erſten, and: „Ich läugme nicht, daß
mir im Anfange Luther's Unternehmen nicht ganz verweri-
lich erfhien, wie denn feinem mwohlgefinnten Manne bie vie:
Ion Irrthümer und die vielen Betrügereien, die allmählich
in die chriftliche Religion eingefhlihen, gefallen konnten.
Ich hoffte Daher, daß nun einmal diefen vielen Uebeln ab:
geholfen würde; aber ich fand mid fehr getäufcht. Denn
bevor die früheren Irrthümer ausgerottet waren, drangen
noh weit unerträglidhere ein, gegen welde die
früheren nur Spielereien waren. Ich fing daher an
mich allmählig zurüdzuziehen und je aufmerffamer ich alled
betrachtete, um fo klarer bemerkte ih die Lift Der alten
Schlange, weöwegen ich aud) von fehr vielen öfters Anfecht⸗
ungen zu erleiden hatte. Von den Meijten werde ich ald
Berräther an der evangeliihen Wahrheit gefhmäht, weil ic
an. der nicht evangelifhen, ſondern teuflichen Freiheit ſo
vieler Apoftaten, Männer wie Weiber, feinen Gefallen finde,
um von den andern unzähligen Laſtern, Die faft alle Liebe
und Frömmigkeit vertilgt haben, gar nicht zu reden. Luther
aber mit feiner frechen muthwilligen Zunge verhehlet Feines:
wegd, was ihm im Einne liegt, fo daß er völlig in Wahn⸗
finn verfallen oder vom böfen Geiſte geleitet ſcheint.*)“
Man fann fih wenn man diefe und ähnliche Ge
ftändniffe, von welchen das merfwürdige Buch Döllingers
fo viele und bedeutfame enthält, liest, des Gedanken nict
erwehren, daß die redlichiten Männer, welche von der aus:
gebrochenen Bewegung das Befte hofften, früher als fie es
ſelbſt gewahr geworden, von ihr überjtürzt worden waren.
Es erging ihnen vie in unferen Tagen fo vielen; fie glaub⸗
Ar
*) Döllingers Reformation l. ©. 533.
j XIIIII
ten die Bewegung meiſtern zu koͤnnen und befoͤrderten dieſelbe,
bis ſie groß geworden, dann aber bahnte ſich dieſe ihr eigenes
Bette. Wie in dem XVII. Jahrhunderte nach der Aeußer⸗
ung des Schwedenkoͤniges alle Kriege ſich in Einem, dem deut⸗
ſchen, concentrirten — und als dies geſchehen war, erkannte der
ſcharfſichtige Eroberer ſchnell, jetzt ſei ſein Fahrwaſſer ge:
kommen — ſo vereinigten ſich im XVI. Jahrhunderte alle
ungeloͤſten politiſchen Fragen, alle losgelaſſenen literariſchen
Zänkereien, alle begonnenen und nicht vollendeten religiöſen
Reformen, alle ſociale Gährung, Verwilderung und Auf⸗
loͤſung in Einem Flammenkegel, dert der Deutſche Reforma⸗
tion zu nennen beliebt, in der Glaubenſpaltung, die ihrem
innerſten Kerne nach ebenſo revolutionär war, als die vor⸗
angegangene Bewegung auf dem politiſchen wie auf dem
religiöfen Gebiete, reformatoriſch geweſen if. Und ſieht
man, worauf. man in allen Dingen zuerſt und allein zu
feben hat, auf den Rechtsgrund, fo hatten die Revolutio⸗
näre des J. 1848, mit welchen einige Zeit die Regierungen
Hand in Hand gingen, bid fie fpät genug mit ber
Revolution drehen zu wollen öffentlich erklärten, mehr
für fi), ald jene Mönche, gleihviel von welchem Orben oder
wo fie lebten, die die theuerfien Eide braden und in bem
Augenblide, wo jeber ſich ſcheuen mußte, die Fakel in ben
Zündftoff zu fchleudern, die Vorläufer der politifchen Revo⸗
lution wurden, welche 200 Jahre fpäter die religiöfe abs
loͤſte. Diefes ftürmifhe Losbrechen aller Leidenfchaften,
diefe wilde Sprache, dieſe Selbfibefreiung von allem, was
ben finnlihen Menfchen band; biefe ftete Unruhe, die bie
Einzelnen verzehrte, und nicht fowohl auf Beſſerung Ihrer
felbft ald auf Vermehrung der Zahl der Parteinehmenden
gerihtet war; diefe Zerftörung aller Anftalten,, die eine
mehr als taufendjährige Erfahrung für fi hatten; Diele
Entwurzelung aller ſocialen Berhältniffe, die Läugnung als
fer Geſchichte und Vernichtung der Tradition trugen doch
wahrlid den Charakter apoftolifher und evangelifcher Zeiten,
xıı<
den Geift des Friedens fe wenig ald tem der Wahrheit
an ſich. —
Urfunten unt äbnfihe Actenſtücke werten befanntfid
zu tem Bebufe Ten Archiven enmemmm, nit bloß damit
überhaupt tie Geſchichte bereichert werte, fondern aud ta:
mit Diejenigen, welche ten Mutb baben, eine ihnen lieb ge
wordene Ueberzeugung einer befteren wegen aufzugeben, ta:
zu in ten Stand gefeßt werten mögen. In wenigen Thei—⸗
len unferer Gefchichte ift e8 aber je nothwendig, Daß fort:
währen? mit ter Fakel ter Wiſſenſchaft in Die dunkeln
Schadten gedrungen werte, als in tem Gebiete ter Slau:
benfpaltung, wo der Forſchung neh immer tad Eine entge⸗
genfteht, daß aus Furcht unlieber Gonfequenzen gewiſſe
Thatſachen gleichfam nicht angenommen werten türfen. Unt
boch beruht die ganze Zufunft Deutſchland's dar
auf, taß über ven Grund unjerer Spaltung und
Berriffenheit ein ſicheres, Flares, gefhichtlid
richtiges Urtheil fi bilde, Pie confeflionelle Leber:
zeugung auf der gefchichtlihen beruhe, diefe nicht etwa mie
in fo mander anderen Periode eine fable convenue werke.
Indem wir daher in Mitten des größten Haders, den bie
deutfhe Geſchichte kennt, dag Bild einer Frau Binftellen,
welde Deutfdyland als die edelfte ihres Geſchlechtes begrüßte,
fie ala den Gegenftand der Verfolgung, Schmähung und
Verläumdung bezeichnen, in welcher Niemand ihr half, als
ihr eigener hoher Sinn, ihr unbefledtes Gemüth, Die viel
leiht im folhem Grade nicht wiederfehrente Miſchung
von männlichem Geifte und edler Weiblichfeit, glauben wir
den Leſer gleihfam auf ein neutraled Gebiet zu verfegen,
auf welchem er fih ungeftört den Cindrüden der Begeben:
heiten überlaffen fann. Er mag da felbft die Mittel erfen-
nen, deren man fich bediente, dem neuen Evangelium Ein:
mann unter einer Bevälferung zu verfchaffen, welche bie da:
hin ſich beſonders Durch das Etreben audgezeichnet hatte,
Hart ſowohl einem Dunkeln kirchlichen Drange zu folgen,
XxXXXi
als ihrem wohlbewahrten Glauben durch meiſterhafte Schoͤp⸗
fungen ber Kunſt den rechten, den adaͤquaten Ausdruck zu
geben. Ich verweife in legterer Beziehung auf Ranfe*), wel:
hen Riemand einer befonderen Borliebe für Fatholifche In⸗
ftitutionen befhuldigen wird. Wenn diefer gefeterte Schrift-
jteller anführt,, wie gerade in den legten Sahrzehnten des
XV. und den erften des XVI. die fchönften Bauten in
Rürnberg ftattfanden, fo ift ung, was von Nider**) in Bezug
auf dieſe Stadt erzählt wird, von nicht minderen Belange. Rirs
gends habeereine größere Anzahl tugendhafter und arbeitfamer
Sungfrauen getroffen, als auf dem Nürnberger Gebiete.
Die Heinen Städte daſelbſt hätten derjenigen, welche ſich
nicht verheirathen wollten, eine folhe Menge, daß fchon die
Mage vorgefommen, den heirathsluftigen Männern fehle e8
an Frauen. Es war nicht bloß in der Mitte des XV.
Jahrhunderts fo und zu der Zeit als bie vielgerühmten
*, Deutſche Geſch. I. S. 185.
“) Lib. 1.4. &. 69. — Tamquam experto potes credere, me
in nulla parte Allemanniae ceteris paribus tot castas et
immaculatas virgines reperisse sicut in terra Nurenbergica.
Vivent omnes prope de labore manuum searum tantum-
modo in peregrinis domibus ut plurimum et in textrina
arte. Oppida enim aliqua ibi modica sunt, quae his adeo
abundant virginibus, ut hoc anno quidam castitatis aemuli
easin republica accusaverint, quod essent in tanto numero ut
futarimaritinecessarlis spoliarentur uxoribas. Damal® wurde
ihnen nachgefteflt von wohllüßigen Pfaffen und von ben @utöherren,
welche bie Freien gerne mit Hörigen verheirathet gefehen hätten, um
durch fie eine kräftige Population zu gewinnen, wie Rider
mehrere Beifpiele anführt. In ben Zeiten, von welchen jetzt
die Rebe iſt, wurde das ganze Verhältniß umgeftoßen und ge-
rabezu erflärt, daß Maͤbchen, weiche ihre Sungfräulichlelt bes
wahrten, lieberlichen Dirnen gleihflünden, wo nit gar noch
verächhtlicher feien. Geſetzt es wäre dieſes von kirchlicher Seite
aus gefchehen, welder Sturm bed Unmuthedwürbe nit in allen
deutfhen Geſchichten im Seitalter. ber Reformation wieber- '
tönen?! So aber — ſchweigt man oder entſchuldigt.
Ixxxi
Vorlaͤufer der Glaubensſpaltung, die Huſſiten, gottgeweihte
Jungfrauen in die Flammen ihrer Klöfter zu werfen pfleg⸗
ten. Wie unter den großen Zermürfnifien des XI. Jahr⸗
hunderts, als Heinrich IV. mit P. Gregor VIL im Kampfe
lag, der Ernft der Zeit Kunderte ſchwäbiſcher Mädchen und
Frauen in religidfe Vereine führte, machte fih in dem fonft
für corporative Berhältmiffe weniger geeigneten Deutichland
in den großen Erjchütterungen des XIEL Jahrhunderts eine
ähnliche Bewegung in den Gemüthern, ein ähnliches Stre⸗
ben bemerkbar. Während die Großen der Erde fih um bie
Herrſchaft ftritten, fuchten die Armen den Himmel zu er
werben. Das Beifpiel des h. Franciscus und feiner Ge
noffen,, welche alles, was fie hatten, weggaben, alled was
fie waren, von fih abzulegen fuhten, nicht das Evanges
lium interpretirten, fondern es erfüllten, hatte rafch in den
Herzen von Zaufenden gezündet. Sie Iehrten und übten
die Bezähmung der Leidenſchaften, vor allem „der frechen
‚Zunge‘ ,*) und anftatt fi für Apoftel eines neuen Lid:
te8 auszugeben, führten fie das apoftolifhe Leben wie es
die Apoftel und die Evangeliften geführt. Damald hatten
fi bereitd Frauen und Jungfrauen zu Nürnberg, Regend:
urg und anderen Orten unter bem Patrocinium der Büße:
rin Maria von Magdala zu Höfterlichen Leben vereinigt, bi?
mit der Regel der h. Clara eine beffere Einrichtung ihnen
befannt wurde. K. Rudolf aus dem Haufe Habsburg, bie
Königin Anna, die Burggrafen von Nürnberg aud dem
Haufe Hohenzollern, fpäter Ludwig der Baier aus dem
Haufe Wittelsbach wetteiferten dann], diefem aus Rewrinen
(Reuigen, Büßenden) fih geftaltenden Clarakloſter Fönigli-
he Privilegien zu geben. Nachdem ſchon 1236 die böhmi-
Ihe Königstochter Agnes mit 7 Jungfrauen aus eblen Ge
ſchlechtern dem Orden in Böhmen beigetreten, war in Rürn-
berg bie edle Frau Hutta, Herrn Eberhartd von Hertings⸗
*) linquae petulantia et procacitas. B. Pirfheimer in ber oben
angeführten Stelle an 8. Leib über Luther.
\
AZXıXH
berg’8 Hausfrau mit 3 Töchtern in S. Clara eingetreten;
ber Vater aber begab fich zu den Minderbrübern, nachdem
er fein Schloß hatte abbrehen und das Geſtein zum Baue
ber beiden Klöfter verwenden laſſen. Bon Rürnberg aus
empfing 1286 das Klofter zu Regendburg feine Gründerin,
Aus dem alten Gefhlechte der Ebener zu Nürnberg begab⸗
ten erſt 2 Brüder das Klofter von ©. Klara, dann arbeis
teten fie ſelbſt am Baue der Hofftatt, endlih wurde ber
eine Laienbruder, der andere Priefter bei den Minoriten,
legierer auch Beichvater der Nonnen. Mit dem Streite K.
Ludwigs IV. mit den Päpften, dem Anfange fo großen
Unheild , der Erfhütterung allee Bande der gefellfhaftlichen
Ordnung, wurde, wie ed in ber ungebrudten Chronif von
©. Clara heißt: „die Flamme der trubfal in den orden aus⸗
goffen und von da begunt der orden ber mynber pruber in
tegulinifcher Obſervanz von tag zu tag abzunemen, aljo das
er gleich ein ungeftalt meerwunder der geiftlichfeit geſehen
wart.” Aber jelbft da erhielt ih der Orden von ©. Clara
noch von den Stürmen, die den Hauptorden trafen, moͤg⸗
licht frei. Gerade in jener Zeit begründete Sohann Zols
ner's von Bamberg einziges Kind, Katharina, die Pfleger
tochter der Kunigund Huttwanin von Bamberg das ©.
Glaraflofter dafelbft, in bem Unternehmen felbft von Conrad
Sr, Schultheißen zu Rürnberg und bejonderem Rathgeber
K. Ludwigs IV., vielfah unterftügt. Als das Gebäude
1343 sollendet worden, traten am Sage des h. Thomas
von Banterbury (29. December) nebft Katharinen und ihrer
Mutterfchwefter 14 bamherger Zungftauen ein. Die Regel -
wurde ihnen aber vom Hutta Ebnerin und 8 Schweitern
aus dem Nürnberger Klofter mitgetheilt, welches nun in
—Freud und Leid mit dem Bamberger verbunden blieb und
in dem es nad feinem Tintergange in der Glaubenfpaltung
gleihfam fortlebte, bis die Principien der lepteren in unſe⸗
ven Tagen auf dem fatholifchen Gebiete adoptirt wurben , und
fatholifche Regenten umftürzten, was das Jahrhundert
IXxXxxxV
Luther's und Münzger’8 übrig gelaſſen. Rach Bamberg
waren auch, che bie legte Ronne in Nürnberg ſtarb, Die
Papiere des Kloſters, die Chronif von ©. Elara, ber
Briefwechſel der Charita® Pirkheimer gefommen, wo fie im
Achive ungefannt aufbewahrt wurden, bis ein neuer Rüd-
fall in die Principien der bezeichneten Pertode den Anlaß
gab, daß wie fo manches Andere auch diefe Documente eis
ned ſchmachvollen Verfahrens an's Xicht gezogen wurden. —
In den Iehten Jahrzehnten des XIV. Sahrhunderts erfolgte
erft die fteigende Unfitte in. den Klöftern, dann auf ben
Eoneilien zu Coſtnitz und Baſel die reformatio in capite.
Die in membris begann erft, als Eugen IV. dem Rüms-
berger Senate aufgetragen, darüber zu wachen, daß bie in
dem Barfüßer (Minoriten) Ktofter daſelbſt in Berfall ge
rathene Obfervanz wiederhergeſtellt und feftgehalten werben
follte. 18 Brüder aus Heidelberg und anderen Orten
brachten hierauf 1447 die firenge Obfervanz nach Nürnberg.
„Da nun der Konvent der minern Bruder zu Rurnberg res
formirt waß in jeglicher Obfervanz, da wuchs biefelb Of:
fervanz von tag zu tag, ba biefelben bruder nichts betrad:
teten dann himmlifche Ding, etlih pfaltirten,, ettlich uber
faffen die pucher, etflich mit predigen lerten fie des Wortes
Gottes und das criftfich volf raizten ſie emfigflih mit dem
erempel ihre8 Lebens und mit der ler des Wortes Gets
tes und mit iniger furpet von den Taftern zu den fugenten,
alfo faft daB ein inlicher der da anfah den flant und das
feben derſelben pruder, ala ſy dazumal lebten und getach⸗
ten wie ſy vor fo weltlich geleht hatten, die getaucht bad
geleich ald auß einem entweichten ftrit ſchnell gefchinen heft
ber allerheiligſt tempel gotted.” Wieder fah man anges
fehene Männer und Frauen fit dem Glofterfeben zuwenden,
als Johann Eapiftran, durch P. Nikolaus V. Generalvicar
aller Brüder von der Obſervanz geworden war. Clara
Gundelfinger Aebtiſſin von Sankt Elara ſchloß Ah mit
Ihrem Kloſter an dieſe Bewegung an, und das Kloſter zu
iixxy
Nürnberg warb aufs Reus der Mittelpunkt für eine Re⸗
form verwandter Klöfter (zu Briren, Pfullingen, Baus
berg ꝛc.). Und während in den nachfolgenden ‘Decennien ber
große Ordensſtreit zwiichen denen ausbrach, welche die Re⸗
formation wollten und denen die fie von fih hielten, in
Münden z. 8. H. Albrecht dengrößten Widerftand von Seiten
ber Srancifcaner fand, die ihre. Koftbarkeiten heimlich nach
Augsburg jchafften und dann weiter zogen, blieb ©. Clara
zu Rürmberg der Ort des firengen Wandels, von wo jegt
auh H. Albreht fh Ronnen für Münden erholte, und
wo die widerfirebende Münchener‘ Abtiſſin mit 2 Schweitern
Bingefandt bis zu ihrem Tode blieb. Da aber die von
Rider erwähnte Sitte der Nürnberger Jungfrauen, in Ar⸗
beit .und Enthaltfamfeit zu leben, binzufam, hatten die
Srauenklöfter zu Nürnberg reichen. Zuwachs und konnte fpä-
ter Charitas fi wiederholt auf den unbefledten Ruf der
ihrigen , wie der Minderbrüder berufen, unter deren geiſt⸗
lichen Leitung ©. Clara von Anfang an ftand. Ad aber nun
(feit 1487) Charitas Pirkheimer ich dem Kloſter zumandte,
ſchmuͤckte ſich daſſelbe, weldes edle Sitte. bercitd genug zierte,
auch mit dem Rufe ausgezeichneter Gelehrſamkeit. Charis
tas ftand mit den angefehenfien Gelchrten in Briefwechſel;
ihr eigener Bruder Willibald widmete ihr mehrere feiner
Werke; Conrad Eeltes befang ihre Tugenden, ber Propft
Sixtus Tucher fhrieb mehr ald 40 Briefe an fie und an
die Schwefter Apolionia, feine Bafe zu ©. Clara. Chari⸗
ta8 wie ihre Schweiter Clara lafen de8 Erasmus Schrif-
ten; feine Ausgabe der Bibel erfreute fie fo ſehr, daß fie
ihm felbft gefchrieben hätte, würde nicht weiblide Schüd-
ternheit fie abgehalten haben, ſich einem fo ausgezeichneten
Kenner gegenüber der lateinifhen Sprache zu bedienen.*)
Allein regelmäßig wurde im Eonvente die hl. Schrift deutſch
e) Sieh Mind, Chr. Pirkheimer ihre Schweſtern und Richten. .
S. 8
und lateiniſch vorgeleſen ut wer affe ten Ronnen bas
Bert Gottes nicht blos zugänglib, ed war ihnen lieb und
befannt gewerten, fängt che der Sturm wegen bed neum
Evangeliums Ah erbob.
Es fan nicht meine Abſich fein, eine Lebendgefchichte
ter Eharitad zu ſchreiben. Beier ald Mund es gethan,
haben die hiſtoriſch politiihen Blätter eine folde mitge⸗
theilt. Wohl aber wird jedermann einjeben, daß alle bib⸗
her vorhandenen Schriften weſentlich modificirt werben,
wenn über die wictigfte Zeit ihres Lebens nit blos frag⸗
mentarifche Kunde möglih if, wie nab tem biöherigen
Stante der Quellen gefhehen mußte, fonten ausführlich,
ja ſelbſt Schritt für Schritt die Verführung wie bie Ber:
folgung nachgewiefen werten fann. Zugleich tritt auch das
Wirken der fog. Rürnberger Reformatoren erſt recht Flar
hervor, und zeigt fib hier bei einzelnen Eharafteren ein Fa⸗
natismus, welhem die langvorgehaltene Maflte abzunehmen
Pflicht und Bergmügen ift, fo ergiebt fidh wieder mande
ehrenweribe Berjönlihkeit, ich erinnere an Melanchthon's
Benehmen, deffen Emportaudhen aus dem Meere ber Trüb:
fal eine zweifach angenehme Erfheinung if. Freilich wird
man bie biöher gehegte Meinung ale ob die Einführ
ung ber Staubenfpaltung in Nürnberg fo gleihfam aus
einem Einverfländniffe der Betheiligten hervorgegangen fei,
fallen laſſen müffen und die Atrocitäten, welche enthüllt
werden, fhieben ebenfe die gleißnerifche Darftellung Miliner’s
auf die Seite, wie ſie dem Lefer unmillführlich das Blut
in das Geſicht treiben. Allein daß ed in Mitte des Ab⸗
falles, und ber, wie man flieht, von Predigt zu Predigt
fteigenden Aufgebung des bisher heilig gehaltenen nit an
Berföhnung und Hoheitfehle, zeigt fih hiebei der Charakter
der Eharitad in jener milden Größe, melde ben wahren
Seelenadel erweilt und an dem alle Trübfal, alle erfolg:
ung, alle Roth ihre Kraft vergeblich verſuchen. Mit Ab-
Acht führe ich aber den Faden der Erzählung wicht weiter
Xxxxx vn
fort. Ich habe im erſten Momente, als mir ſelbſt in der
Zeit perſoͤnlicher Truͤbſal dieſe Denkwürdigkeiten, unbe⸗
bekannt und vergeſſen, wie ſie waren, in einem Convolute
von Aktenſtücken, an denen ich manchmal vorübergegangen
war, in die Hände fielen, ihre Publikation für eine Ge⸗
mwiffenspflicht erachtet. Es kann nicht mein Wille fein, dem
Lefer durch einen Auszug die Annehmlichkeit zu verkürzen,
fi in den Seelenhaushalt der Berfonen zu verfegen, bie
in dem Drama zu S. Clara eine thätige oder ein leis
dende Rolle fpielten. Wohl aber wird der Xefer meine
Ueberzeugung theilen, daß, ſoviel auch über diefe Zeit ver:
öffentlicht worden, der gegenwärtige Beitrag fi dem In⸗
tereffanteften anreiht. Unwilltührli werben wir erinnert,
tag wir mit diefen Denfwürdigfeiten auf dem Boden ange⸗
langt find, von welchem bereitd die Aebtiffin Hildegarde an
den deutſchen König Conrad III. fchrieb: „es werden Zeiten
fommen, in weldhen die Reichthümer der Kirchen zerftreut
and das geiftlihe Wolf (spiritualis populus) wie von Wöl-
fen zerfleifcht wird“. Wenn aber die Scherin weiter fol-
gert, daß in dieſen Tagen fo viele in großer infamtelt,
Demuth und Zerfnirfhung Bott dienen würden, möchte
man biefed geradezu für den Convent von ©. Clara zu
Rürnberg geichrieben halten. Ad man den ſchwachen
Frauen ihre geiftlihen| Führer entriß und fie zwang, die Schmaͤh⸗
Predigten der abgerallenen Briefter zu hören, duldeten fte
es um Gottes willen; als diefe jeden verruchten Ausdruck
wider file gebrauchten und das Volk wider fie aufhetzten,
dufdeten fie auch dieſes. Als man ihnen die Nahrung ber
Seele, die Wegzehrung im Leben wie im Sterben entriß,
die tägliche Hebung des Gottesdienſtes, das Tragen der Ordens⸗
kleider, den Empfang der hl. Sakramente verwehrte, alles
in Kraft des „Wortes Gottes““, das wenigſtens die That
der Liebe nicht in ſich ſchloß, nahmen fie auch diefes Hin.
As die jüngeren Nonnen mit Gewalt und blutiger Miß⸗
handfung. aus dem Kloſter geriffen wurden, der Eonvent in
ZESKVO
Ihränen ſchwamm, duldeten fie auch diefed, treu den Aus⸗
fpruch des Erlöferd erfüllend: in Geduld werdet ihr eure
Seelen befigen. Wer aber war in jenen Tagen größer, wer
erfüllte dad Werk der Liebe, der Demuth und der Geduld?
vielleicht Die. Reformatoren und der Nürnberger Senat, welde
die Frauen Ärger behandelte, als „der Türke“ es zu thum
pflegte, oder die gefhmähte und verachteten Nonnen, von
benen man vergeffen hatte, daß durch ihre Schmad die Fa-
milien felbft gefehmäht würden, denen fie angehörten? am
denen gleichfam verfucht wurde, wie weit einerfeitd die Zer-
tretung aller Rechte, wie weit andererfeitd die Geduld und
die Ergebung in den göttlihen Willen reiche. Ich glaube
eine Pflicht gegen die Zodten zu erfüllen, wenn ich dieſe
Denkwürdigfeiten der Verborgenheit entreiße und indem id
zeige, in welcher Art der Uebergang von der alten An-
fhauungsmweife zu der neuen ftatt fand, hoffe ich einer:
feitö die Lüden auszufüllen, welche fih in der nachhaltig:
ften Periode der deutfchen Geſchichte ergaben, andererjeite
diefe mit ber Kenntniß von Berfonen und Zuftänden zu be
reichern, deren Wirken und Leiden nur zu fehr geeignet ift,
einen unvertilgbaren Eindruck in dem, Gemüthe zu hinter
laffen. e
Aber auch eine Pflicht gegen die Lebenden ift noch zu
erfüllen und diefe wird darin beftehen, daß über die Zeit in
welche der Briefwechfel der Aebtiffin Charitas fällt, noch
einige Zeugniffe angeführt werden, die wegen ihre charafter-
vollen Schärfe Tängft verdient hätten befannt zu werben.
Wohl find die hundert Beichwerden der deutſchen Na⸗
tion, welche auf dem Reichätage zu Nürnberg 1522 entwor-
fen wurden und angeblid die Bebrüdungen betrafen, die
fi) der, römifche Stuhl gegen Deutſchland erlaubte, beinabe
fprihwörtlic geworben. Läßtman fih aber turd das, was
in der herrichenden Meinung angenommen ift, nicht beftimmen, fo
ergibt fih, daß der Reichätag überhaupt die Geftalt eines all-
gemeinen Beichwerbetages angenommen hatte. Ich babe bei
LIX
einer anderen Gelegenheit auf bie Gravamina des Reichs⸗
adels aufmerfjam gemacht, melde feit dem Joͤrg in feiner
inhaltreichen Darftellung Deutfhlands in der Revolutions⸗
periobe 1522 — 1526 uäher beleuchtete. Bon biefen if
aber nur der allergeringite Theil gegen die geiftlihen Ver⸗
bältnije gerichtet, ja mix machte diefer ſelbſt den Eindrud,
als fei.er gleihfam nur beigefügt ald eine Mei-
wungöäußerung, damit man biefe Seite body nit ganz mit
Stillſchweigen umgehe. Die Hauptbefhwerbe in geiftlichen
Dingen von Seiten terjenigen Partei, an welche fi Lu⸗
ther beſonders angeſchloſſen und welche er ſelbſt in feinen
frũheſten und beruͤhmteſten Schriften zus Vollitrelung der
von ihm bezeichneten Ummälzung des Reiches aufforberte,—
bes Adels, geht aber mit hürren Worten darauf hinaus, daß
die Fürſten die Neuerung abftellen follten,, die erledigten
Bisthüner wicht mehr dem Adel zu verleihen. „„Dann ohne
Zweifel son. der Adel bei den Stifften an dem untern Rhein-
Rrom,-in Franken, Befiphalen, und umb bie Wefer
fo fort und gegreulich nit ‚gehalten, hätten fie (die Fürften)
ihre weltlichen ankoffenden Nachharn vorlengſt ihnen unter
thenig gewacht,- wie, den Biſchofen in Düringen, Meif
fen, der Markt, Bommern, Mechelburg und anderit-
wo beſchehen if. *) Reben biefen Beſchwerden des Abel, .
von welchen e8 beißt, daß zwar ein großer Theil ber Nit-
verſchaft Rermafßen offentlich. zu reden Scheu, trage, daß fie
aber wohl, wenn die Beſchwerden ziemlich angebracht würs
den, einverftanden wären, fowie daß diefelben eylend auf:
gefchrieben worden **), liegen aber auch die Verhandlungen
des- Reichſtadtiſchen Deputieten auf. ben von: ben. deutſchen
Hiſtbrifern faſt gar nicht beachteten Staͤdtetagen zu. Eplin-
gen (25 Juli 1522), zu Nürnberg (1 September 1522)
zu — a 2 — zu N (21. ame (1523)
ge andre Bo. x . i :
L:
zu Speier (9 Rovember 1522), zu Nürnberg (11 Januar
1824), zu Speler (20 Zuli 1528), zu Ulm (13 December
1524) vor und. Es bedarf faum ber Verſicherung, da
diefe Städtetagsacten fuͤr die Gefhichte der Entwicklung bes
demofratifchen Elemente in Deutfchlande von der größten
Michtigfeit Mind und es ift nur um fo mehr zu beflagen,
dag aller Rachforſchungen ungendtet kem vollftändiges
Eremplar derfelben mehr aufjutreiben ift, im der einſt fo
forgfälttg gehaltenen Regiftratur der Reichefläbtetage nur
Auszüge und Bruchftüde fi erhalten haben. +) In bie
fen Verhandlungen zeigt fich nun, daß die Frage Über Sig und
Stimme im Reichörathe, dann Aber Erhaltung ver von
den andern Ständen fo heftig befämpften Monopofien (Kauf:
mannsgeſellſchaften), über Tuͤrkenhülfe, Reichsanſchlag und
Landfriedensbruch, insbeſondere aber uͤber den Reichszoll,
gegen deſſen Einfuͤhrung ſich die Reichsſtädte beſönders ſtei⸗
ten, die lettern ungemein beſchaͤftigte. Wer aber glaubt,
in jenen Tagen in ben Verhandlungen der ſtaäbkiſchen
Deputirten den Wiederhall beffen zu finden, wad draußen
laͤrmte und tobte, die NReichBritter unter Sickingen verkinigte,
bie Bauern in Aufruhr bradite, it in großem Irrihum be
griffen. Die Verhandlungen and jener Zeit find in —
wirthſchaftlicher Bejiehung von groöͤßtem Intereſſe; in
Bezug auf den Fortgang der Glaubensſpaltung von jan;
untergenrdneter Bedeutung. Es gelang damals ben RNeicht⸗
ſtaͤdten durch eine eigene Geſandtſchaft den jugendlichen Kai:
©.) Was bievin das Mamberger Archto zeruugti, welchhes auch in
biefem Stucke einen großen Reichtum in fi fiblisßh, wie id
wid) jegt überzeuge, eines der bebeutendfien auf dem ganzen Con⸗
tinente it, lag bie längfie Zeit hindurch drach — und wad Speier
davon befigt, befindet fi in Wuszügen in mehrer Semmluig
Die Nürnberger Ucten find nad bem Seugnifie weines Freundes,
des Dißherigen E. 6. Yechinert utichneiber. mmen.
Die Uugdbunger ſind / jerſeut und werben bie Mm erh
von Uxchivar Gerberger zufammengeßellt. e
|
Bl
fen ganben zu. machen, kb mitbe ein Aufruhr entſtehen,
weinsteiıe allzencetner Reichbzoll etrigeführt werben würde;
der Raifer ertlaͤrte ſoch Leshalb ſelbſt gegen den Feichazoll. Die
elle Maßregel unterblieb und num erfolgte erſt der Auf
ehr: So AR man denn’ (bi8 1528) auf die fogerrannten
108 pravamına des Jahres 1522 angemiefen. Diefe 160
-reuchten ſich aber bei. näherer Betrachtung auf 71, „in ber
enl wufgeiduiebih.” Don tiefen bezlehen fich wieder 26 auf
bie Sebſelich Haytigkrit; 41 betrafen bie Exrzblichoff, Biſchoff
ws Pruͤlaten allein; 20 waren gegen bie Thumb⸗ und Chor⸗
derren auch Pfarrherten ander geiſtlich yerfowen in. gemainom
gerichtet. Die erſteden berlihren beinahe ſiaamtlich den Gelb⸗
puanct und kommen weber an Schätfe noch an LTiefe den
Aeforuworſchlagen Hei, welche. bei der Thronbeſteigung
.:Moeland. VI. aus ‚der Mitte des LTardinaik
collegiumea.gekellt wurden und die ich in meinen Ana⸗
lctien publicirte. · oft im. Yahre 1526, als der Bauern:
aufenhht im ‚Alte : der Bethönten wittesbrüdt worben wat,
unde amı. det MWrffuch: angeſtelit wurde, über ber bemwältig-
u teils und Proletarier =. Menoiution die Grudſaͤtze der
Territo rialiaacht, ſol 26: inaerhulb Fürftlicher Landesgraͤnzen,
ſei es innerhalb der Stadtmauern einer Reichoſtadt mit. Zu⸗
zichumg · aller ner guuſtigen Gelegenheiten ins Werk zu ſet⸗
zen, vie eben :ber Uhl der alten Reichſordnung dem
Stochen nad, Lundoßheheit in Dice Hand gab; als: gleichfam
das Kitchengut im’Meiche wie die ſichere Beute Iebed zugrei⸗
fenden esſchten, bie Vrundſatze des Kethtes, He altherge⸗
bewdhten - Beguifle von Sigenthum, Scham und :Ehre Aber
"Bro yaworfen: waren: da, als Han zul Rethtſernigung des
ein Ceſchlagenen unrrchtiuchra Benchmens Vorwande Beanchte,
vw ſuveiun wir ⸗duß man. ſich aufs Neue um: Beſchwerden
uefirht, dieſe aufzelaſaet / wahtend voch ver allen Die‘ Mes
ſJ¶ werden⸗ der yon: al Beſchwerbefahrern · Beeintrachtigten
tn rm: wert! ſollrn. Aer · wie es fehl; Diefer
Dur Sitce ouche st Tocirotialociſchadiguargen: of Coſten von
4*
Lu
Perſenen, Staaten sc zu zuerkennen, die Riemanb emi-
ſchaͤdigte, fondern welche nur für bie Gemalchaber ald Ems
ſchaͤdigungsmaſſe zu dienen hatten, Deutihlaub gleichſam in
2 Claſſen zerfiel, in privilegirte Beichäbiger und ſolche, wei
de für den erlittenen Schaden noch Entihädigung den Be
ſchäädigern zu leiften hatten, fo findet man jept, nachden
unter dem ‘Borwande, man müfle ben Bauern den . Uns
laſs zum Aufruhr benchmen, Kirchen und Kläfter eingezogen
worden, die nachtraͤgliche Behhwerbeführung wäber diejeni⸗
gen, gegen welche man mit der Executien eingeſchritten wear,
ehe eine Sentenz ſtatt gefunden Hatte, und bie jept. auf dem
Reichſtage verklagt wurden, gleich ald gebe es nad ſalchen
Gebahren noch einen Rechtsweg, ein gerichtliche Verfahren!
Dahin hatten es Die Grundfuͤge der Aufichmung wider die
lirchliche Obrigkeit in wenigen Jahren gebracht! Die Berfide
rung, ja bie voͤllige Umkehrung aller Rechtögrundſäge mar
bie exfte Frucht der Doctrinen geweſen, welche man und alß
Die des Lichtes, der Emancipation von ber geiſtigen Umugch⸗
tumg 2c. vorguhalten ſich bemßigt fühlt. Kein Wunder wenn
Deutihland allmählig dahin kann, wohin es winklid, gelangte!
Die Frey- und Reichsſtaͤdte hatten auf. Dem Speirer
Meihötage dafür geſtimmt, eB möge ein Brovincialcon-
eil gehalten und die Bellziehung des Wormſer Ehifted gegen
‚Kıiher (4521) bis auf ein Tünftiges: Generalconcil pro⸗
zogiset werden. Zugleich übergaben ſie auch «in suäfübs-
liches Verzeichniß von Mißbräuchen und Beſchwerden, bie
abgeſtellt werben ſollten. Dieſe betrafen zuerſt die Settel⸗
moͤnche, durch welche verheiratheten Stadtarmen dab Mine:
fen entzogen wärde; auch entzoͤgen ſie ihren Sumgfenuen
Kloͤſtern, wie an etlich orten glaublich erſchollen, viel Meib,
‚woraus man ſchloß, man folle „dieſelben Bettelmonche auch
andere Mönch und Frauenklößer. abſtetben laſſan.
Die den Kliſtern intorporirien Pfarreyen, „Die zemarlich
wit ungelhidten, ungelehrten leichtfewigen Rorfonen beſett
fein, müßten eingezogen weahen, ba: fie dauch ihre einges
Bi
fahrten Aßorauche nit einen Heinen Che des vergan⸗
genen Aufrahres verurfacht hätten. Jede (weltliche) Obrig⸗
fett‘ while ſelbſt für gelehrte Pfarrer und Prediger ſorgen
ward dieſe mit nochdivftigem Einkommen verſehen, was abet
von der Nutßung überlaufe, muͤſſe für arme kranke und
daeftige Lrute verwendet werden. Man babe Ehebruch unb
Huretey altweg hingehen laſſen; ba ſei es beſſer den Geiſt⸗
lichen bie Ehre zu erlauben, fie wegen Maleſiz und Bürgers
lichen Frevels vor den weil. Richter zu ziehen „ ihnen bie
Eremtionen von Joll abzunehmen und fie zur Tragung ber
bürgerlichen Bürden zu verpflühtenz; was ten Geiſtlichen bei
dem gemeinen Mani aud guten Willen gebären würde,
Die eingeführten Spitalconmenden mäßten abgeihafft wer
den, Die Berwaltung der Spitäler zu Händen der Magis
Rrate fontmen.. Ebenſo ſollten die geifttiden Fuͤrſten dem
fatf. Gammerihter Rede fiehen, zeitliche Sachen nicht vor
geiſti. Bericht gezogen werben Bürfen. Weitere Beſchwerden
gingen darauf hinaus, daß Die geiftlichen KRichter manchen
wederen Mann und manche Frau um ihren Leumund brädy
ten, weit fie nnerwiefene Dinge vor ihre Mientihe Sendt
zögen. Durch bie vielen Yeiertage würde der gemeine Mann
an der Arbeit: gehindert und famen dann Die größten Aus⸗
fümserfüngen vor. Das Verbot der Speife ſolle jeder Ob⸗
rigkeit Welteben heim gegeben werben. In Betreff der
Ertemonien,, beren Beibehaltung angeblich zum Aufruhr Uns
laß: gegeben , folle man jetzt noch jeden nach Belieben ges
währen laſſen ſis auf din frei ehriſtl. unparteiiſches
Concil; bis dahin aber ſolle man feinen Prediger bes
@sangeliun:s daran’ wichtd verbieten, eö wäre benn daß
ſich die Brebiger derſelben zuwider Aufruhr zu kehren‘ ober
die Unterthanen in die Oberkelt zu hepen unterftehen woll⸗
ten. Mes uber felte ie Sen a. Concils die Hand
bieten.
Sf diefes wurben 8 Verordnete erwahlt, die auf den
aften von dem Rutfer proponirten Artilel zu antworten hate
2
ten: welche wehlbesgebracten lebungen: erhalten were
müßten. Ban diefen wurde nmun ein Referat auBgenubeitet
und in temielben beftimmt, es fellten I beibehalten werben:
1. das hl. Sacrament des Altars gegen weles- etliche fcb
zeriihe Geiſter aufgetreten, 2. dic Meſſe, 3. Die Zeufe, 4.
die Firmung, 5, die Weihung, ‚6. tie Ehe, 7. Buße, 8: Bir
Delung. IL follten abgeſchafft werben, 4. allex Kauf und
Verkauf der Meß; 2. folle ziemlich Meß gepfingen werden
mit der Abfiht der Fundatison 2er Meſſe; 3. jeder Prieſter
Be laut und vernehmlid, latein leſen, und Gsangelium und
Collecte deuiſch an Sonn und Feyertagen erflärt werden.
5. Auch Gebrauch uud Uebung der Meſſe Sole dem Baiie
verdeutſcht werden; 6. Die neuen Hiſtorien Die beinen Grund
in der Schrift hätten, follten ganz aus der Meife wegfallen;
4%. Riemand zum Upfern gezwungen werden; 8, Bei. der b.
Communion follte eine Species Bleiben pter auch) sur utraqun
nach eines jeden freien Willen.: 9. Alles Beld für Empfang
einas Sacramentes wegfallen, ebenjo das für. das Seel
geräth, Doch, die alten Stiftungen bis zum Bank geheaten
werden. 10 Rur 2 Perfonen folkteu Gevatter feins ti.
die Firmung jährl. 1 oder 2 mal in ieder Stadt mach gehd
rigan Unterrichte geſchehen. 12. Bei der Weihe folle- anf
Meer, Erfahrung, Site geſehen werden. Mer: Mißſbrauc
in. dieſer Bezighang fei wicht Pie. wenigke Urſache gegenwäͤr⸗
tige Irruag und Zweinng. 19. Die-Geilichen ſollten ſich
in Kleidung von den Laien unterſchei den, ihr. Spielen,
Zechen 1c. abgeſtellt werdey. 14. Als · Mißbrauch des Che
wurde bezeichnet das Leben der unperheiratheten Prieper,
jedoch ſollten die verheiratheten seicht zum. Coͤlibate gezwun⸗
gen werden, noch umgekehrt. Heirathserlaubniß ſolle niet
leichtſinnig gegaben werden, wenn der Tod des Einen nicht
vollig filter fei. Unchlicher Weiſih ſolle bgejchafft · ung Cam
cubinarii an ihrer Perſon, nicht mit Geld geſtraft menden.
Die Chr follte auch für: Keibeigene und -qibaze: Laute einer
Berrſchaft im Reiche faak geſtellt, nie Zmalign Ausrufuas
| AN
beibehalten, Die kirchlich verbotenen Zeiten akgepellt werben,
aber fo auch das matrimanjum clandestinum. 15. Alles
Beichtgeld falle hinweg; Keger. und, rechtmäßig gebaute folls
ten ferne. gehalten, feine offene Buße, auch nicht Wollfahr⸗
ten und Stiftungen als folche auferlegt werden. Man folle
nicht blgß bem Pfarer heiten Können, aber nur berjenige
Beiht figen bürfen, welcher von feinem Ordinarius tauglich
gefunden worden; Diefe aber. müßten alle Öffentlichen Gefells
ſchaften 2c, vermeiden. III. Die Prediger follten das Evans
gelium nach xechtem wahren Berftand und Auslegung ber Lehre
gemeinen chriſtl. Kirche predigen. Der IV. Punkt betraf
Haltung der Yeiertage; da wurde beftimmt, daß alle als
ten. Feſte, die Marienfefte und ber erften Heiligen. gehalten,
aber. auch gefeiert werben follten. V. Ebenſo die A0tägi
daften, . Die Vigilien, Freytag und Samftag, jedoch nicht
sub Necoato wortali und ber Genuß von Gier, Milch,
Butter, Käfe.ıc. erlaubt fein, jedoch nicht in ber Charwoche.
VL Die fieben Zeiten (horae canonicae) follteg mit Ernſi
und Würde gehalten werden, die Legenden und lectiones
ſolle man beßern, fuperititiofe Hiftorien ahthun. VIL Unges
lehrter Prieſter wegen wurde beſtimmt, daß an jeder Cathe⸗
drale eine Pfründe für einen Prieſter beſtimmt werden ſolle,
ber aller Prieſterſchaft des Ortes die Pſalmen interpretire,
„weil oft die Canonici, PVicariizc. wenig Verſtand von dem
haben, mas fe ſingen.“ VII. Viſitixung der Pfarreien
folle wenigftend alle Sabre einmal gefchehen. IX.” Nachdem
ber Druck *) nicht die wenigfte Urſach allerhand Serum
Imeiung Zwietracht, Schmähung und Uneinigfeit fet, ſolle
in den. naͤchſten 3 Jahren nichts gedruckt werben, es ſei denn
von kaiſ. Statthalter und Regiment zuerſt berichtigt, „allein
Lößbrief, Praktiken, find oder ngmenbücher, donat und Gram⸗
matikalien ausgenommen. **) Kein Stand ſolle fo etwas vers
faufen laſſen.“ Endlich follte X. eine deutſche Bibel
%, Erfiubung ber Wirgbrudere.
*°, Gier war bie Marginainote: DIR nicht leidlich
Lv
nach ben alteſen und beſten Exemplaren G. Hieronymi
Äberfegt und gedtuckt, alle An'deren äb get han werden.
XI. Sollen yon den verſchiedenen Grammatiken eine ausge—
zogen werden, damit die Jungen wohl und ficher gelehrt
würden. +)
ODffenbar tragen ber Antrag ber Reichsſtaͤrte und das
Gutachten des Ausſchuſſes der Achte nicht einen und den⸗
ſelben Stempel an ſich. Die Reichsſtädte verlangen, mo ei
fh um Heilung eines allgemeinen Gebrechens, Entfernung
einer angeblich feit 1500 Jahten beftehenden Geiſtesknecht⸗
ſchaft handelt, ein Brovincialconeil, welches zur Hebung einer
derartigen Sache Bollmachten nur ufurpiren konnte. Weil
an viel Orten glaublich, erfhollen, daß Bettelmände den
Ihrem Orden einverleibten Ronnenfföftern viel Geld entzo⸗
gen, wurde geratben, alle Kföftern hufzuheben, eine Atgu⸗
mentation fo fhaler Art, daß es fcheint, man wollte fi
nit einmal die Mühe geben, einen plauflbleren Grund aus:
findig zu machen. Zuletzt ift noch von einem freien chriſt—
hen unparteifhen Concil die Rede, biß zu welchem hin das
Predigen des Evangeliums erlaubt fein ſollte; kam das un
parteifche Concil zu Stande, bei welchem das Oberhaupt der
katholiſchen Kirche entweder ausgefchloffen war oder ſich den
jenigen gegenfiber geftelft fah, welche von derfatholtfchen Kir!
abgefallen waren, fo verftand es fih von fel6ft, Daß damit
dad neue Evangelium bereitd einen fo großen Sieg errun⸗
gen hatte, daß andere Prediger als die des „Evangeliums“
ohnehin nicht mehr getuldet wurden. Da Fonnte man ruhig
den Ausdrud hineinfegen, es folle im Betreff der Geremo:
nien, worunter man nah tamaligem Spracgebraude
bie Meſſe verftand — nad eines jeden Belieben gehalten
werden. War nur erft bie Ausbreitung des Evange—
liums bis zum freien Concil/ das hieß usque ad ealendas
[Sn Sn 2
***) Es liegt noch ein Bedenken ded M. Cafimir hierüber im Wabjug
eingeheftet bei. MS. des K. Wahl Ge. Stadnt darchives
grbölas, Rilievi: ven mar lan! bie: Moſer aufgehoben,
die The: den Prlieſtern etlaubt, deu. woeitlichen Obrigkrit es
übergeben, Für Prediget zu ſorgrnn, man beauchte bald abc
jeiien Vetmin abzuwarten; man Rab: zu von beim Wenfmmugen ei⸗
med Ertits ebenſo befitwut‘ ab, As nanitine Diwrife: rc .
hatte, wie man deeſes immber Im Mumie führte, ſo lange
wian’ gfaubte/ damit noch etwas erreichen ya Tönmen.: . Kyle
gegen euchtern das Gutachen Der: Achte viele traffenke ‚Ben
fotarvorfchläge. We: unterſchied in den meiſten Banlten,
was goͤttliches Recht und was menfhlide: Einfegung war:
veclangte ſar Septee gricudliche Reform wub gab biefe auch
zusfet an. Ya ‚an Tome frger, wäre auf beue: Wege
der Obeforin och strand zu erreichen geweſen, dieſe ‚Mofben
wien ohren. ſuch zweifelbohne als ‚heikfem erwieſen haben.
chi vB war das Ungtürk Drmifihbunbs., daß ma bereitt
an jenen Pine angelangt war, an: melchem nach Butherk
Borgange ini der Sehriſft an ‚ven deutſchen ‚Bibel alles Heil
bon dee ſegenannten Bewegumgspartel von einer Umwalzunge
nicht von einer. Reform bed Befichenben,' von einem voll,
Räwsigen Buche wit ber Vergangenheit, nicht vom eimer
Beſſerang des Aiſtoriſch gewerdenen gehofft: wurde: Das Matin
achten ber Achte wurde bei Seite gelegt,. damit ber Sade
em: Lauf gelaſſen d. & bie. Theilung Deutſchlauds in 2
Feldluger vollendete. Mur wenige Jahre noch. unb bie Ren
ſorraation Mar im bad. Stubium des bloßen Proteſtantiamuß
(1629): — Das war freilich eine eigene Köfung der
deagen!
Da aber ulles — inmer um Reben geich⸗
weicht: ſpaäͤtere Echriftſteller ihren Helden in den Mund. ie
gen, auch im jenew Tagen immer von Mißbraͤuchen die Rebe
iſt, obgleich der alte Sag: abusas' nos tollit usum, beis
nahe niemais heworgehoben wird, ſo tft ed nicht mehr alt
billig, don Reichsoſtaͤdten einen Yuürken gegenuͤber · zu frollen,
weder: NMenaund den Vorwurf wird machen koͤnnen, Dep
we ib wi vollem Hergen an allem yeiangen, wad beit
Reiches Ehre und Wohlfahrt verlangte, an. Recht und
Wahrheit unerſchitterlich/ faſtaehalaen vnd zu; ben Benigen
gehoͤrte, die im-tehenken: Stureie. Herg und Kopfam pechten
Orte behalten.‘ As: dem ‚offenen ud. biederen Herz. Geerg
von Smihfen feine Eeſanben am Reichntage Die.: Meldung
ven bon- Befegwerden. der Reihlähte-umd ber. Riebarfopung
emo Gommiffion aus acht. Pexſenen gtwmeck, .erfelgte «ld
Antwort‘ ein Belanntwiß. üher den Antheil, melden die daut⸗
fchen Serien an des Nermirrung der Zeit genonmen, had
ib. aubedingt zu. den ————— Urkunden Des Meier
nuntiensgeihichte rechne. . >=
. „Mewril reis bie.8 Mean: fo. N Aberſehumg der. gu⸗
Men und boſen gewohnheiten um Der: Mißbraͤucha gepahent
nicht wyfſen noch vnns mie nahmen benent, koͤnnen: wir nicht
athetu ob ja rtheriſch oder papiftiſch ‚fein, wol mogeon wi
he bei: vans vor welimannar achten. dye Die Instiuer: bueyer
gedenken anzutaften; aber dye Seh junker unnd Die Fhaw⸗
ſſeſſer verſchonen wadlen.: Denn: wir briynden das von vi
umßbzauchen geuedt,. aber. Die vorwemiten do durch yhl
alte welt am meiſten geergert vnd von dem ‚greifen
uns geringftem Stenden geſchehen, ber it aller geichmn:
ger, aus was urfachen ik mund: verborgen. Es if «m
tag, das. adler. urfprung® dyeſes irſalsßs, fo goth
Sher ann® vechengt, von dem böfen eingang der
prelaten urfad Wat, denn - gott ſpricht; wor wicht: Zut
Dhpucer eingehet, der ſey nicht rechtfchaffen, wye Der- Ferawit
beinget. Ru if es leyder igt nicht der wenigſter Mikenun
in der cristenheit das wyr leyen (Layen) hocs und wybe
ren Standeß des nicht achten, denn wue wiv unſer kinder,
Bruder und frund gu BViſchofflichen aämptern uni
den bringen mogen, fo ſehrn wir nicht nech der Thux fa
bee wo wir ſonſt Die vnnſern hynncn brengen megen, +
ſey under der Schwelle ber oben zum Dache, hynein
ſe achfen wirs wi, ride if hey and funken is
eonem brauc alt beiten wie sürht: mit gewalt zur Holen
m :fahwen.. Es Mbit auch dieſe heren ſo dermuß eingehen
u: — zei, HORSE:
Dein ahn hatt en; fr 2 ar Ir Ercbon gelaunt
una. heiten mit vecht, Doraus enfakgns das die ſchaff Den
Gimsey nadfolgen und: nerkienen dantit dye Taraff Batie
mye Seide tegelich geſehen made... Goth bafunibe us mon
der Ewigech. Zum uhren :in: ſehat wie layen dye alle
von gotts verhenginiß in gemalt geſtelt, goth walle ‚hai: ed
bei. ven; geiſalichan richt auch Sei, ſo geſchan, So. wir Den
Floßer und geſtifft gurher wirden une Ksgen
hahen alſo entzundt gu Iegpre "hanielben:: guther das wunk
zum uftermels mehr trach⸗ nach. Dem grnhbern ja zu
ſolchen aefipfften. schen in unfern gewablt gu »hr cn⸗
sem unnderan ftondt zu erhalten, dend: wye ein
ordenal h/ x viſtli che Geben: dannnınen ,gefuret und
terrencht werdem.“ Dieße Araber has: igt zu · digſen Jefle
ten manche criſtliche verſammlung (Stift) Ken und: De&
einfommen der oherkeyt gemohret. Darinnen :vergeiien bie
lieh Goths und des nehken und gar aicht angeſchen ah der
nehſte In verdaich unbeyk- komme, wenn wir nur niet
prachenzh ad ten wogen. hyr iſt der Seßyunler act
dena .gon dem Myſbrauch andh, niit geredt.
. BE8; ft ach ‚ben uns Imem «in ioblich und url
uud: era, das wir bie ihenen, ſo uffentlich wyder goth
und .Ehre..gahamdelt, Dos bye ‚hey anmandt ehnenliehenen
gedafdet aden · geliden feyn, ſonnder sin yeder hat. fi ya gen
myedenn. als der ‚kodmich- er het ‚vargifft mogen werben;
we dy ſeint Purcherex Ehebrechher, felsfludtigg
trowtofe mayymidige una andere ſo.uffentlich Inf
ter uf fi haben. --Yept- wirbes dieſelve Erberkeyt gex
verlaſſen, dowind ·aicht eine geringe urſach wills ar ent⸗
ſteht vud nicht ber. gerinate myßbrauch bey leyen rk: geift
lichen mag gachtet werden. Bat ift auch geſchwigen
unb mag: wolbiefer Artikal zum -obeniengeregem warden.“
„DB Ihgwſſeſſer iſt dye verachtlichſte Zeal. wir dem
worffe, darumb es auch billich den zunichtiſten leuten ſo uff
erden fein mogenn zuggjegt „. old. us gelauffenen snan-
Ex!
Gen vnd nonnen, die! in vergeſſung irer Ehre ib gelnbde
ſeynt goth und vorm menſchen trewloſe vnd meyneydig wor
ben, fi auch uber 648 zur merung yres laſtert im oſſentli⸗
Ken ffeiſchtichen handel gehen, aid weren ſyr chelith, ſo dad
m allen beſchtieben rechten und rriſtlicher ſchrifft au leſen
verurtelt, veracht und bys im todt verbaunget, ber if hit
tn Tiefen mysbra uch auch nicht gedachte. goth wolle
den acht Manuern, ſo daruber geweſt abber den bye zu
ſchiveſſen haben, noch genade vorleyen das tiefe mißbrauch
nicht vergeſſen, denn wo es geſchehe, fo wußten wir nid
anderes zu achten, denn das dieſe BVetrachtung alleyne von
menſchen und nicht von Goth herkomen, denn wue mar
ven haupt bys zum ende nicht die Mißbraucht
purgiten will, ſo wyrdet Das mittel —
enth Werden?“
„Det Geyſtlichen halber fo weyber nemen, aut be
orderis perfonen halber, ſo, aus ihren cloflern treten, Fol, bie‘
weil’ im gemeynen rechten ber weltlichen Oberkeyt:darjnne
fein ſtraff georbert iſt, bey der ſiraff der geyſtlichen Kech
bleiben. Und alſo das fie ire freiheit privlleglen, Pfrunden
und anders verwitkt haben ſollen. Vnnd Bas die Ordina⸗
rien vonn der weltlichen obetkeyt an ſolchet ſtraff mit wicht
verhindert werben’ ſollen, ſunder dab fie zu brſchinmung geiß⸗
her‘ oberkeyht inen hulff und: beyſtandt etrweyſen. wie dann
deſhalben offentlich mandata und evdieta ausgehen fell.
Wurden ſich aber dieſelbigen gehftlichen perſonen uber das
ungepurlich und ſtrefflich halden, ſollen ſie nach Orbmung
geſatzter Hecht auch geſtraft werden. “)y
Bier Jahre Früher Hatte P. Adrian VI. der chriffull⸗
chen Weit und namentkich der deutſchen Nation öͤffenllich
verkünden laſſen, wie von Seiten: deß romiſchen Stuhles in
mehr wie einer Beziehung Sitte, Zucht und Maß über⸗
ſchritten worden ſelen; er ſich gedrungen fühle das öffent⸗
RS. Br. Staatburchw. zu rebben,
Se Aergerniß buch Öffeniiged Meimiaiß Gut .an: mn
hen, bad Beifpiel des altheſtacmeptlichen Wriekmtönige unb
Enigligen Saͤngers nach zuj abmen. , Etz diente Damals bar
Act der Demüthigung qu nichts anderem, ala dia Balken
wider Rom zu fhärfen. Es war ein Art von. laum min
derer Bedeutung, ald mittan unter ben finten Auflagen, gegen
den Glpeus,, ber alled Unheil vollbracht Haken mußte, ein Zurſt
aus der edelſten Haͤuſer einem mit dem Geſſaͤndniſſe ers
vortrat: das größte Uebel rühne von den Layer, rühre an
ver Politit ner Fürſten ber, von. bemjusigen, welche ihren
Bortheile bie höchften Intereſſen aufgeopfert hatten.
4 war ein Betänbniß, das ber Hiſtoriter au ber Hand
ber beſten Thatſachen ahnen kannte ,. das er ohns Gefahr im
mehr wie einer Periode. unſerer Geſchichte wicht aukiunchen
durfte, das für bie richtige Beurtheilung der Biefprwetignfe
geſchichte von unbercchenbasee Tragweite iſt. 56 wer dot dies
ſtandniß, daß die Fuͤrſten es mis dev Firche Abenſe emacht hate
ten, wie fe ch mit dem Kaiferihumg gemacht hiten, dad
unter dem Beſtreben des Serriterislismmd- bia zum Schatten
bilde geſchwunden war.“) Die Zeit war gekommen, mo men
erteigen lonnte, was ſchon 1451. von ben Härten auf Dem
Nürnberger Reihätage. anägeipzeden war: „Item iß. m
(den Fürften) furgehalt von eynem gemeynen conciliums we,
gen. Vermeynen fie das der noch zumal nicht not ſey als
lee Sache gelegenheit anzufehen. ‚Aber fe ließen eyn wort
lein ſnalßen, wann es ye nicht anders fein wolt, der Ba⸗
biſt vorwilte (verwilligte) in syn concilizim, doch alſo was
es Die biſchofe refermiren wurde, daB; er. deu wertlichen
furſten funder verwiß befäihen mot, das zw vollenzihen
und eregutren. Beforge tdi, fegt der Berichterftatter, Pe⸗
ter. Knorr, der ſtaatekluge Geſondte M. Albrechts von. Brans
deuburg: hing, wir geyſtlichen namen ‚der concilien keins
aufk Seit bes Eletus fünshten mußie, cin Gencht: bringe
Te EEE) EEE et
2) Rad km alt. wichhelten Mukkunde Alam. : --s
Mn utter ble Geawtelr ver Bachiiimen, ſthwänk anch die Goſſ
Aung Die SGlorechen der Kirche Hurch dãs Mittel jur beiten,
welches m allen ſchweren Zeiten: ſich als daB beſte erwiefen
chuttez man begreift aber, Daß’ bie Weltlichen uf et Gm:
«U drangen, ſei e8-Provinchtl=Tei eß Generulconcil, damit
was Grbquatur in ihre Bänke Aümme: Wie viel in einen
Torben Falle von der Mirdye noch übtig gebſteben wre, das
lehrte Dad XVI. Jahrhimdert, in welche m ‘die Fuͤrſten ſich
wuch die biſchoͤſfichen Reise veilegten, ‚nachdem fte mit Ihrem
minhange ſtch vorher in. den Seht ber airchengüter Heſett
hatten.
Aber laſſen wir ven ſachftſchen Herzog, and deſſen
migenen Handen die Inſteuelioͤnen für'-fehne · Geſativten her⸗
worgiugene), die ſchweren Zuſſtlube beſchreiben, unter wel⸗
en vie: Fütſtenkrone fire A zut Dornenkrone wurde, wie
ader Stab / ben bie Mebtiffin Cheritaß als Zeichen ihrer Bit:
tig; für Me das Nohr wurde, das bei ‘der’ Gettzelung
Wie Kriegolnechte dein Erlöſer in dikrblutenden Hände dit
ven. In winem bern Schreiben, Das. Weird am Otto
Mack chtete, Vnmnk «et nach ⸗ Ertheilumg von Vethaltungs⸗
maßregeln / wegen ver voni Selte Baierns ſtrkelig gemathten
BEeſſlon af. betferben Begeiri sera: — —
—— J > —
9 Wergl, hlemit auch die intereffante Snfruftion an Bann von
Sqhoitberg. Beil Vni.
"ey Anfruftion File den RNrichttag zut Augssurg vergangen Martini
IE in Augbburg, dann auf int After Tug 8 Dont Mel w
2.77 er... QAtei Baden: gegchen iR. ı ©.:::
2. oe ah. uhr pjefung ſol. ar —*
ui mad- -dem Mn. 8. IM. wnfer.glleran., harte ein —I— in —
"ben gethan barinnep, S. M. alle Stende 8 | =
perſonlich gefotdert mf-tgt- berumpton Relcheiag —
Eier wit gehn: zul kebſteit JunzVegieii pe.
1.) Wa len Shen mobi ren: wen
vorzeiten auch. auff Rtagen erfchienen das allwege unfert halben
terung entftanden ſonderlich bie Seſſion belangend baburd an
dere nut ee Pi re Re Wine
-
“ —
0
u 'uffoflbär Ih de INNE’ grawfmanen:- ‚unftier
Mm nen Sanden: eniflandten auß dem Entherishen
esandgeflo den der Wilktedjlige : goth "bush fern Halkich
hab vermtfteffk unfer perfon vnd unſerem heven uk fmmmb
auch vnnſer getrewen umderthanken huff geisenbt:, Ydo das
nicht geſcheen fo tete zu beſergen vnnſere tun ft‘ an⸗
beten tensern fo amb Unns liegen wen gt voni bieibeni-
fihen &oangefio vnterwürſſen md alle von dem gehorſam
eriſtetil. Kirchei abtzzeſondett, datzu lie von goth eingeſatzte.
vberterten· ſampt allen preſalen mb xdel verdrukt; erworget
wib vertriben ſehn, das ſulche gors aucß gnaden bissch: wind
geworgke iſt vnnde dey denfelben dem luttertſchen Tvangelu⸗
anhegigk Ahr iz Mean nachteyl, Scimnpfk, vertlernerung
urtttfer Ehren und- geltimpfe: gereicht vnd trachten moch Mei .
wie Re’Hfins vnb Nie onifern auch andere, fo ya‘ midht
anheiigfif Er mon In, u "on 2. —
— , ſo iR Banner, unns — ——— si
Bigen anfechtung ‚geliehen, unnd, fo wir unnfere Reihen *
ſo haben fie äuch fennie Städt ober Sefflon erhalten mogen ld
alfo” abreyſen und weichen Imuffen unnb- 648 und iloch ‚tm MR
len zu bewegknus geet wiewol ſichs in "uschfien: Abſchjed rum
Aurmberg begeben als unnfere Rethe kein ftabt im Reichsrath
he Ns: apurt einigäyssmmt dumb ſye elſo ·abgeſchieden, ſo hat
“wen fs bad: img ahſchlet mit geſazt, darbey fie doch noch. geweſt
auch in ſelben abihiet nicht gewilligt, fo finndt fie auch vnns
zu vnnuzen vnd zu nachteyl au bie ort geteilt, 8%‘ vhnfere anfech⸗
ter eyn fortehl erſchnappen Haben mogen, wyr Eerhindan geſelt
worden!? Barucab öl wol ’wefich tzotten wicht -aı ’.Tomen eacch
nithe Yan ſchichin;, “aber 1ude dem: ſo Kali uns abermals dieſe
vr Gaben nicht pechyadern uf, dieſen Reichstag au, Er
— „maß. es gleich mit der Seflion mit vnns wye man wol Dies
weil wir wiflen was grof und mergklich dem Heffiden‘ ei un
| dm tag gelegen And miht'allein ben Hl. ER TFOHAR TRG
ber glgen Yeti heiſtenheit Inte ctoedene naher soo
N Ruh Danbleri vacegłliq mutigen Tapdı bon ⸗enen auxnſer, Kup zugb
lewtben ben jgt vnuberwinblicher fhabe gebraumt wirbt und hel⸗
det ih alfo.
wit gauem, meher wit. gewalt mad heſſer mauterey (bifer
Mexuterei) denn mit recht oder billigkeyt. So lompt vns
teglich fur und ſy ſelber nicht ſchweigen konnen ſonder dra⸗
wen vnnd laſſen ſchrifft außgehen, das vor ber hant ſey,
das kein fur noch biſchoff ſeyn, ſunder muſſen alle
in kutz in drummern gehen, als hat vnng auch lutter ſelbſi
zageſchrieben wen wir ſeyner lehre nicht anhaͤngig, das uns
nicht woll gelyngen mochte mnſer werben, das nicht
ein gleich ding ſei widder den munzer und widder den Lut⸗
ver ſtreben vnnd wert auch daßelb lutteriſch evangelium
sahen au. vnnfſern grengen ummerholen gepredigt. Darauf
wei abzunehmen wo es geth air vorhat und nicht gueth
acht dorauff geben wurdet ed werke ein erger weien
Denn vore ye geſchehen by uns entfichen. Dieweyl
wir dans wyſſen, ob wir wol ein clein orth etwas doran
gelsgen, fo haben wir bey unnß bewogen beſſer zu ſeyn das
wir allhier beharren und act dorauff geben, dieſe ubel zu⸗
vorzukomen, dann das wir den Reichsſtag vnnuglich be
ſucht ander. vothyndert vnd vnſere landt vnd lewthe in
fahr vnd verderb geſatzt hetten. Bitten deshald vnterthenig
frnbelih vnd vleyßig Sye wollen vns entſchuldigt haben
wit etbictung ⁊c.“ a
„Die man nun von deu artikeln im außfihreiben vers
meldt folt. reben oder fonft vorfallen wurde‘ pas man ſa⸗
gen wollt, man wußte von berurter anzeygung nichts fon-
derlichs, es were auch fo böfe nicht ald mand machte und
wolte alſo elerlichere anzeigung haben, ſo fol unfer Geſchik⸗
ter vorlegen das Buͤchlein, ſo Putther Has nehſt laſſen
aufgehen vnd anzeigen, das tegelich leſtetbrieff Dub buch⸗
lein hyn und wyder gedrukt, das Intteriich‘ eyangelium zu
Anderhalten vnd bie jhenen fo hen gehorſam ‚ber cxiſtlichen
atlechen zu vorhalten gebenlen, geſchmeht. werben, Es uns
rerbletper auch wiht, fommber wgrht segelid: — die
VEREIN DER DL a Zu I I Bere u 17 27)
. ‚al Dr 1%
feibaygenfchaft und das ſy Fein zins geben wolten eingepilt.
Es ift gewiß war, das jr on mittel nit urſach, das aber
die feet anrihter auß Rom und jre anhenger ſich von di⸗
Ben und noch größern ubel entfchuldigen mügen, loß ich
fein, will an feinem meufchen denn an mir allein. verzagen,
etwas pey cuch außzurihten. Mein herrn haben heut in
2 flette nachent hie Rottenwurd und Wynßheim jr treffen-
ih potichaft geordent, dyeweil die gemeyn beder ortt Die
Rot und burgermeifter darumb gefangen das man jn die
evangelifchen genumen und gaudler dafur aufgeftellt, fo bat
falzburg geiftlichen und weltlichen jre concubin von jn zu
thun und zu der ee zu greiffen gepotten welchs wie (die) got⸗
ofen nit Toben werden, begern ſich ganz nach hieiger ord⸗
nung zu halten, als war got lebe, wa Die genad gottes
nit die gauflprediger abgeftellt, wir heiten etwas mit effen
mußen, daran villeicht etzliche felloßen pfaffen nichz gelegen
mir zweifelt nit, gefecht jr paß jr gelaubet mir mer, hoff
die wenig zall der ungehorfamen werden pald herbey durd
gotlih mittel kümen oder zum wenichften nichz ubels als ich
hoff wenig und doch etlich darzu genaygt fein außrichten
mugen, damit befelh ich uns got.
Casper Nuczel.
Auf digen priff gab ich jm diße antwort.
17) Surfihtiger W. g. I. herr ewrn priff hab id) ver-
fen und vil beſchwert E. W. darauß "verftanden mit be
trubnuß meines herezens des negfien priffs halben dan wir
E. W. denfelben ye nit zumider oder verachtung gefchriben
haben funder lautter auß getrewen herczen haben wir euch
angezaigt on alles liebkoſen, was unfer fort und befchwert
in dißer fach find und fo ewr priff an mich und den Eon-
vent geftanden ift, hab ich den offenlich vor allen laſſen
lefen und ein ytliche infunderheit jung und alt gefragt, was
it will fey das fy wider antwurtten wollen. Alfo hat mir .
2 5
ein ptliche jr gut bedunfen gefagt die maynung wie dann
der priff jun belt, hab darnach mit aygner bant diefelben
ding an ein taffel gefchriben und der fchreiberin abzuſchrei⸗
ben geben, das meld ich darumb das jr in warheit feinen
menſchen verzeichent ſollt. Nachvolgent fo hab ich Denfelben
priff als man jn follt figeln wider dem Convent lafien le
fen, haben mir die fweftern all auf ein newes verpotten
mich in nichte wider jen willen zu begeben, verwillig ich
- aber one fye, fo fol ich wiften, das fy ſolchs nit ſtet wollen
halten und mir auch furpas nit gehorfam wollen fein, hab
ih nun auß meiner Sweftern befelh etwas ungefchidts umd
unpillih8 gefchriben. mit dem wir ymants zu vil angegriffen
betten, wöllt ſolchs in der lieb gottes mer unfer frewlichen
plödigfeit und unferm unverftant zufchreiben, denn freveln
urteil oder hoffartig vermeſſenheit. dann gott unfer herr weiß
Deu grunt unferd herezen das wir uns zu Dißen Dingen
allen allein fürchten vor den Teuten, die uns urſach zu apo-
ftafey möchten fein, das uns €. W. nit verargen fol, dann
ye nach dem heiligen evangelium not ift das man fich hutt
vor den leuten. Es ift war das wir begert haben den
priff Die alten bern Loffen leſen als unfer gunftigen herrn
und getrew vetern fo fy merken unfer anlygent, welchs ye
auß der lieb und forcht gottes entfpringt, ſy würden jn das
zu berezen laffen gen und jm peften verften, (verftehen den-
felbigen herren und zuforderfi €. W. als unferm getrewen
pfleger und verforger befilh ich zu meflen, ob es zu thun
fey, das dißer priff vor dem ganzen Rat zu lefen fey oder
nit. Beger in digen umb der ere gottes willen nad) dem
heiligen evangelium das einer darinnen thut als ein jeder
wolt, das im felber geſcheh und pitten das man uns die
genad thu, das man geduld mit nn3 armen. hab pis got
feinen wohlgefelligen willen jn uns würdt, fo wir doch nad
Ein € R. maynıng das heilig evangelium hören umd der
parfuſſer ledig fien, das man uns weyter unbefääwert laffen,
67
wir wollten mit der hilf gotes wol unfers dings warten
auh nymant weder auf diß noch das waifen und nymant
keinen ſchaden thun, auch erpeut ih mich fo ih Ye alfo
partheyſch wird geurteilt das ich vergunnen will, das man
den Eonvent vorher, will ich außtretien das mir nymant
weder zu lieb noch layd turff fein notturft kunlich reden,
anders fan und will ich meinen Gonvent nicht zwingen, ge⸗
zympt mir auch nichs hynter jn zu thun, ich hoff der heilig
geift werd euch und jn nit verhallten feinen gottlichen wil-
len, fo man doch jn feinem nomen verfammelt ift, byemit
befilh ich E. W. des genaden gotted der uns alle woll zu
thum geben.
Zu wiffen nachdem man unfer Veter von uns het ge⸗
ſchafft wy vor gefähriben ift Hub am Montag nad oculi an
pay uns zu predigen ein lutterifcher prediger hyeß poliander .
bet auch ein weib, was eyn chorherr geweft zu Wirzburg
aber von der [utterey wegen was er und der pryor zu far-
teufern auß der flat vertriben das fy nit mer do torfften
fein. derfelb poliander predigt und von dem obgefchriben
montag nad) ocnli piß an den Eritag nad) judica VIII pre=
digen, bet fer einen großen zulauff, hörten in dy leut fo
gern das der pfleger zu mir ſprach, funten fy jn behallten,
wollten ſy im em jar gern Vie gulden geben das er uns
newrt befert, aber weder ich noch kein fwefter fprachen jm
nye fein wort zu, darumb macht ih mir vill feintfchafft pey
den leuten, von des felben polianders wegen fehrib mir der
pfleger dißen nachgefchriben priff.
18) Dy parmherczigkeit got des vaters und die genad uns
durch ſeinen ſun erworben ſey mit euch allen. E. L. mutter
und recht von herczen geliebte ſweſter, das ich auch bey der
hochſten warheit dy got ſelbs iſt nit anders beger mit zu
farn dann ich herwider gern haben wollt Ewr jungſt ſchrei⸗
ben mir gethan hab ich verleßen und geleich woll etlicher
5*#
—
eltern abwefen halb piß wir alle zufamen kumen das erft
hewt gefchehen nichs zu der ſach funen oder wollen handeln.
Mir ift aber befolhen euch anzuzaigen das mit allem flevß
gehandelt fey mit dem grafen albredit von Mansfelt das
er den poliander ewrn izt zugefeßten prediger doch ein zeit:
fang.bye wollt laßen mit anzaigen vill gutens das ein Not
verhoffet daraug erfolgen. Ein Rot auch ſolchs an feinen
Coſten hat erwenden wollen loffen. das über das alles er
nit erhalten hat mugen werden, dann der graf hat Dißen
troft durch fein gottlih Tere alle feine landt und leut umd
auch etlih fein pruder vettern und freunt in eyn criftlid
leben und einigfeit zu pringen zu dem das er darvor ji
das landt preußen das evangelium zu verfunden fo hoch be
girlich von hochen und nydern ftenden erfordert, alfo das
er auch dem grafen in dy harr nit beleiben mocht, weldes
valls jr villeiht gar nit erſchreckt, got geb das jr die ſach
verbeſſert, wy dann der poliander vermaynt und woll troſt
das jr mit dem vater zu den farteuffern vill paß dann mit
jm verfehen fein follt, darauf mit gemeltem farteuffer fo vill
ift gehandelt alfo das derfelb auf den pfincztag negft fu
zu gewonlicher zeit pey euch wirt anheben zu predigen. vil-
leicht gibt got dy genad das euch der angenem wirt fein
dazu pit ich got zu helfen, fo vern er von -jm erleucht ifl
alsdann wirt dy frucht nit veln als wenig gotliche werk ben
einem rechtglaubigen verpleiben. Ewr urfacd und erpietten
in ewrm fchreiben vermelt find alle verfchoben piß zu gelt-
gener zeit mit wiffen eines ganzen Rots zu erwegen in 4-
Iihen umbliegenden ftetten ift vill aufrwr und warlich alles
von den harthaltern der romifcyen Firchen verurſacht. Zu
Wynsheim habens mein herein gefandten geftylt und in 8
tagen darin dy flat gefpert geweft vertragen, haben aber
zu allerforderft 2 prediger dy ein Rot ſawr angefehen, des⸗
halb fy heraußen find, wider einfegen mußen, forg fye dan-
noch nit genug grundet feyen, wy doch vill pey uns find
da ich noch hoff jr felbs bekennen werdt, allein Durch ewr
aygenwilligkeit und der fo euch darzu helffen möcht es aller-
fey forg wallten, wa jr aber auß rechten grundt der fchrifft
euch und dy ewrn berichten loſſen und doch zu mwenigiten
gelauben das jr jrren het mugen, fo hab ich ewr und aud)
unßer aller dy on das darunter ungelud wartten mußen
gar fein forg, ift mein pit umb gottes willen das alles
pruderlich und vertrewlich meynung zu veriten, aller meiner
herren ordensleut und andern loffen ſich Doch zum teyl erpit-
ih finden, allein je und Die parfuffer nit hof unangefehen
das jr fpet in den weyngarten werdt fumen, euch werdt
ganze befohnung darnach nit mangeln, der herr des wein⸗
gartens geb euch feinen willen, darumb ich jn herezlih mer
denn umb mid felbs pit Amen damit der ewr und der ewrn
dyner willig und geflifien je wollt oder wollt nit.
Auf digen priff gab ih jm fein antwurt do ward es
aber anders do fchrib er mir digen priff.
19) Erwirdige frau wy woll ich euch geftern zuge-
ſchriben das ein €. Rot euch den Vater zun farteuffern zu⸗
geordent hyfuran zu predigen, hat doch derfelb fo vill ur-
ſach anzaigt, alfo das jm allein zugeloffen ift pfincztag und
eritag pei euch zu predigen und am funtag foll ber prediger
zu fant febolt nachmittag pey euch predigen piß ein Not
dy ſach wentter bedenft, hab ich auß befelh meiner herrn
nit wollen verhallten. Unſer herrgott macht ye feltzam Rut⸗
ten dowit er uns will flroffen, dy weil wir funft von un-
fer abgotterey nit wollen Ioßen, befilh euch und mich ſampt
dennen uns befolhen in dy genad und ſchyrm des almech—
figen Amen.
| Caspar Nuzel.
Alfo am pfincztag nach judica follt der farteuffer zum_
eften predigen, do ward er krank. Am palmtag do Pre=
digt der prediger zu fant febolt Dominicus, am montag und
70
mitwoch der prediger zu fant Lorenzen Oflander, am ant⸗
laßtag der wider zu.fant gilgen, am farfreitag und oitertag
der dominicus, an andern und 3 öftertag der oflander, am
famftag der Ffarteuffer das erfimal. Am funtag quafimede
der dominicus das letztmal, alfo mußten wir dy ganze mar-
terwochen all prediger hören, das man und newſt mit gemalt
befert, das wir nymer weichen fundten. hatten warlih ein
fhwere matterwochen, groß geleuf geſchrey und unrwe im
unfer firhen. Man byelt uns aud ganz hart an das der
ganz Convent predig follt born und fein ſweſter dy verfau-
men, was wir fagten fo 'gelaubt man uns nit das wir De-
wern, troet und wenn man erfur das wir nit predig her-
ten, wollt man uns leut uber den hals hereinfegen dy pey
und an der predigt wern und und aufmerften ob wir all
do wern und wy wir uns hyellten und ob wir nit wolln
in dy orn fiyffen, es ryetten auch ettlich dapfer das man
dy thur in die cappeln abprechen und eyn gitter dahin ma—
hen das wir alfo offenlich an der predigt mußten ſitzen vor
pdermann. Alſo am montag nad) quafimodo fing der kar⸗
teuffer an, thet alle wochen 2 predigten montag und fan-
flag, der prediger zu fant Lorenzen Oflander predigt alle
funtag und feyertag pis auf midhahely Aber wy gar un
crienftlich ſy dy heilige gefhrifft auf einen fremden fon zwun-
gen, wy gewaltiglich ſye dy ſatzung der kirchen umbſtyeßen,
wye ſye die heilige meß und alle ceremonie ſchmehlich ver⸗
wurffen, wye großlich ſye ſchentten und leſtertten.all orden
und geiſtlich ſtend, ſchundten (ſchonten) weder babſt noch
keyſer, dy ſy offenlich tyrannen, teuffel und antichriſten
nannten, wie groblich uncriſtlich wider alle pruderliche lieb
ſye uns antaſten und was großen ſundt ſye erdenken moch⸗
ten von uns predigten, damit ſy die lent uber uns mochten
rayzen, dy fü trewlich vermanten das ſie und gottlos voll
ganz ausdilgten, dy clofter zerriffen und uns mit gemalt
auß den cloftern follten gern, dann wir wern in einem ver:
71
demlichen ſtant, ketzern, abgottern,, gotleftern, und mußten
ewiglich des teuffels fein, das fan und mag nit alles ges
fhriben werden. Aber dem allmechtigen gott haben wir
ymer und ewigli zu danken, der uns fo barmherziglih
behutt bat, daß bei dißen freffeln predigten uns dennoch
fein hochmudt bewißen ift worden, wy woll wir mande
predigten in fo große engften und uotten find geweft, das
wir al augenblid warttenten, wenn man uns Das clofter
aufftyeßen wir follen dem almechtigen gott auch ewiglich loben
der uns fo veterlich behut bat, das kein ſweſter von digen
ſchedlichen kezerlichen predigten vergyfft it worden, wye wol
wir vill fchand und ſchmach Dadurch haben mußen leiden, haben
auch Dy Prediger und (geiftig nemlich) zu vergifften feinen
fleiß gefpart, aber mer ſy und predigten, ye mer wir merd-
ten mit was Inftiger falfchheit und jrrthum fy umbgingen,
got behut uns weytter durch fein parmberzigkeit.
Unter des wart uns geratten von etlichen guten freunt-
ten wir follten nnd erwellen einen frumen erbern prifter,
dem wir jn nötten mächten peichten als auf das wir nit
als verechtern der heiligen facrament geurtheilt würden,
denn es was vil gefihreys uber uns, wir wollten ee fterben
ee wir ymant anders denn den parfuffen wollten peichten,
diefelbe maynung hielt ich dem convent fur, do es ye nit
anders mocht fein, das wir feinem vater funten penchten,
do ryetten die fweftern wir follten herr Cunrat fehrötter
nennen, der was ein frumer tapferer prifter pey 65 jarn
alt, das thet wir aud mit rot und willen des würdigen
vater quardian, Die zeit Michel ſryeß, der vergunt uns ſolchs
und gab jm gewalt, das uns der vorgenant herr ein zeit
vor wer und vergwift und das wir darumb nit von dem
orden unßer wurdigen veter gewichen wern als etliche five-
fern beforgt, nit denn dißer prifter wer auch ein gelyd des
ordens denn er hielt die dritt regel S. Francifei, darumb
72
ritt und der würdig. vater gardian, das wir den Ratt pet-
ten, das man uns dißen prifter vergunt, wiewol er groß-
ih beforgt, der Rot wurd in fein weg nachgeben, denn
was fy an den parfuffern fluchen, werden ſy an dißen pri-
ftern finden, befelhen mir die ſweſtern nach dem pfleger zu
ihiden und im furzuhalten die nachgeſchriben meinung un-
geferlih. Alſo kom er denfelben freytag zu abent, ſagt id
jm diße meinung, nachdem uns Ein €. R. unfer veter und
felforger beraubt het und wir nun fein felforger hetten und
wir alle todtlih wern. wollten wir dennoh auch nit gem
ald das viech ome peiht und die heilig ſakrament fterben,
- fo bet er am nechſten, da er mit mir allein jm Chor redet,
mid) gepetten, wir follten uns einen erwellen zu einem
peichtvater und follten einen nennen, wem wir woll⸗
ten, der nye fein parfuffer wer und ob er nit bye wer, fo
wollten ſy jn berpringen und fein coflung daran fparen,
das het ich meim Convent furgehalten, die hetten mir be-
folhen und auch die Ratfwefter, die da engegen wern, ſy
hetten ſich des bedacht, auf das er und ein Erbar Rat fch,
das wir nit in allen Dingen auf unfer £opfen wollten ften
und unßer herr allein auf die parfuffern heiten gefekt,
fo wollten wir erwellen einen frumen alten erbern tapfern
prifter, den wir lange jar gekennt heiten, der almwegen
einen guten Icymundt gehabt het, und ein prifterlich leben
gefurt dem wir dörfften vertrawen und ein hercz zu jm ha-
bei, aber wir wollten jn zu dißer zeit noch nit nennen es wer
denn das wir vor von einem E. R. vergwift würden das
ung €. €. R. denfelben und feinen andern wider unfern
willen wollten gepen, doch wollt wir ſolchs nit anders thun
denn mit dem geding ob uber kurz oder Lang’ dife geſchwind
feufft peffer würden, das wir nich; damit begeben wollten
haben unfer wurdigen veter halben, wollten und aud das
vorbehalten wenn dißer prifter den wir nennen wollten ab-
“ ging, das wir den gewalt wollten haben wider einen an
dern zu erwellen, wen wir wollten und diefelbe Zreiheit
8
wollt wir und nymant laßen nemen. Wir wollten peichten
wer ung eben wer und nymants anders. Es wurden
auch ſuſt wil wort Dazumal geredt des peichtvaters halb,
das wir dem pfleger unfer befchwert genugfamlich furlegten
und jm fagten was uns daran leg, vermantten in auf das
hochſt und patten jn als unfern getrewen pfleger, das er
jm die ſach zu herzen lich gen und unfer entliche maynung
einen E. R. alfo furhielt.
Dife red nam er gutlich auf, meldet doch dapey er
bet forg wenn wir einen fo ganz ſchlechten unerfarn und
ungelerten erwelten, es möcht feinen herren nit gefullen,
wir müften dennod) einen der ein anfehn bet, (Sprach ih) den
wir nennen wöllen, der iſt erfarn genug. denn er bat vil und
lange jar peicht gehört, wir durfften keins hochgelerten denn on
not ift vil disputirens in der peicht, dürffen auch feins der
ein groß anfehen hat, denn ye mynder gefcheift wir in der
yeiht mit jm haben, ye lieber es uns iſt, dann wir bedurf-
fen vil paß eines tremen verfwigen der unfer ſundt gedul⸗
tiglihh hört und uns abfolvirt, denn eins der vil wort treibt.
DiE nam er noch alles gut auf und fagt herwider
wie er Die fach fprechen wollt vor einem E. R. ob es die
meynung alfo wer on geferlich das wir einem E. R. zu ges
fallen auf das ſy fehen das wir nit allein auf den par=
fuffern flunden wollten wir einen leyenpriefter nennen un⸗
ſers gefallens dem zu peichten, doch mit der proteflacion
da8 wir unfer veter halben nichz begepen wollten haben,
men es peſſer wurd vnd auch wen der prifter abging, fo
wollten wir aber einen andern fiymen und uns die Freiheit
der wal behalten und henket doch hyntten daran, wir lie-
Ben uns die prediger auch wol gefallen, ſprach ih ya, wir
müflen es leyden, gewalts fün wir uns nit erwern, wir
haben zum erften nit darein vergunftigt da man uns zum
erſten hat angefagt, da habn wir geantwurt, das clar lau⸗
74 :
tere heilig evangelium mugen wir von ydermann wol hörn
doch unbegeben unfer Freiheit, aber gewalts kün wir uns
auf dißmal nit erwern, diß Ind er auf das mal als oft
ih8 meldet zu 3 maln, das wir gewalt muflen leiden, alio
ſchyd er in gutter freuntfhafft von und, das wir bafır
betten, wir betten e8 gar wol gefchafft. Aber am famflag
darnach am heiligen palmabent fchrib er mir dißen hemad)
gefchriben priff.
20) Genad und frid allein in got dem vater welden
er uns in feinen fun Jeſum Chriftum fo miltiglich mitge⸗
theilt zuvor jn dißer Teten zeit, fo wir doch woll ver
fhuldt heiten das er und noch pis zu dem endt der welt
bett irren laſſen, derhalben wir jm nymer genugt thun
funen dann allein mit den werfen die er nnd geheyffen und
durch jn felb jn uns nnd nit auß unferm gutdunfen vol-
bracht werden.
Erwirdige frau und mutter ih bab den befelh mir
durch euch und ewr rotmutter gethun pey einem €, R. mit
dem fleyß fo ich kunt anpracht und gefprochen und nemlich
den erften artikel das ir fampt dem ganzen Convent erpüt-
tig feit die prediger fo euh E. E. R. wer aufſtellen zu
hören und allein darzu vorhalten, ob einer oder mer etwas
uncriftlich8 wurd fagen dasſelb alsdann bey meinem herr
zu antten und anzuzaigen, genczlich hoffnung, auch wurdt
darjnnen verfehung mitgetheilt. Zum 2 wer der purfufler
und ewr orden vor alter alfo eingeleibt derhalb in ewr macht
nit flündt diefelben entlich zu begeben, dieweil jr aber der⸗
felben auß ernftlihem furnemen ewr bern der ye mangeln
müſt und damit dann nit gedacht würdt, wie von ewrn
mißgunnern außgeben als wollt ir auch all: ander peichtve⸗
ter geraten, fo euch dig mit zugeloffen, fo wer doch ewr
demutig pit euch wider der fwefter willen zu feinen yeidt-
vetern zu mötligen wir jr da gelaubet beraußen ſich aud
7b
nymant zu feinem tringen ließ und euch Diße wall loſſen
einen peichtvater zu nennen, fo wer Ewr Convent und jr
beſchloſſen einen folchen prifter zn nennen, der doch ewr ges
mudt noch nit weft, aber ewrs verhoffens des gefindt, das
er pisher weder einen noch dem andern teil nit angehangen,
junder fich prifterlih und wol gehalten, wer euch aud on
nott in der peicht zu disputirn und vechten, funder gedecht
die fach dahin zu feßen, das jr ſchlecht und gerecht wie vor
wöllent peichten und abfolucion von jm nemen und dabey
befeiben laſſen. wo aber das wort gob, das jr doch wie
oben zu hörn zugefagt habt yetz wurd weyter würden, wollt
jr eud wie alweg unterwerfen mit ungeferlihen weytern
worten erbern erpietten und ANIEEDENgeL befehlung gegen
einen E. Rat.
Darauf ift pey E. €. R. nochmals zu ratfchlagen ver-
ordent, euch mit predigern durch ein oder mer perfon zu ver-
fehen mit dißem zufagen dag fy nymant uncriſtlich unpru—
derlih noch unfreuntlich allda wollten zu predigen geitatten,
wie je dann des ye gute urfach habt zu gelauben, Die weyl
vil im Rot ir döchter und freuntin allda haben, die ye fi
(huldig erkennen jr feligfeit zu furdein und warlid wo fy
nit weyter fehen, denn ir gefang, fy wurden hierzu zu fu:
dern und zu arbeyten ſich woll enthalten welche arbeit und
fuderung auch mit feiner unordnung wirdt gehandelt. Aber
des 2 artifeld der peichtwater befangend der ift pey E. €.
R. etwas beſchwerlich angefehen, erſtlich darumb das jr
habt gefunnen eudy zu loſſen und zu bewilligen einen leyen-
prifter den jr erwellen und fur gut anfehen wurdet zu nen=
nen, doch das die bewilligung eines Rats ewrn benennen
eines peichtvaters vorgeen follt, das wirdet darfur verftan-
den das jr einen Rat mit jrer willigung verpinden, jr aber
mit ewr wall und benennung frei fein wollt. Zum 2 da-
rumb das jr einen peichtpater verftriden wollt euch allein
76
zu hörn, jme aber ſollt dagegen verpotten fein mit euch von
den mengeln ewr confcienz nit zu reden, den troft und licht
fo got erſcheinen left, nit zu offnen und euch durch dasfelb
von unpilligen dingen zn erledigen, wie nun das pei meinen
heren angefehen, gib ich euch zu urtheilen. Dann was wer
Doc) das fur ein peichtund befanntnus die ein funderin vor einem
peichtvater thet, und dagegen aber dem peichtwater nit günen
wollt, die mengel jrs gewiffens und gelaubens anzuzangen.
Auff das jr aber meiner herrn vetterlich und criftenlih ge:
müdt mer befyndt, dann fy forgen mer denn jr jn zutramt
und geleih naygung wie fy die gegen jn ſelbs auch gegen
euch vermerken mugt, fo find fy erpüttig wo jr jnen jczo
den prifter fo euch fur einen peichtvater als tüglich und
gefellig anficht, benendt, das fy fi alsdann feines criften-
lihen und uncriftenfichen verftandts, lebens und wefens hal-
ben mit ſolchem fleyß als ob fy dem jr aygen fellen anver:
trauen follten, erfundigten und wa ſy den zu einem crüfl-
lichen peichtvater fur geſchickt und tüglich finden euch den
auf ewr wollen (erwählen) und benennung viel Lieben zu-
offen und geftatten wollen, denn ob fy euch den felbs
geordent heiten, doc wirdt jm Ein Rot jn dem nit fperm
lafien, wo eine ſich ungeſchickt oder ftrefflih würdt halten
gegen jm wie gegen ander und fih zu thun gepurdt zu
halten. Mein heren haben geftern ein antwurt 10 ypogen
pletter groß loßen an pifchoff zu bamberg außgen if ein
antwurt auf ein fehreiben durch fein genad in wenig tagen
gethun,.wo ich nit forget euch ewrer gelegenheit halben
‚damit zu befchweren und villeicht in weyter unmudt zu furen,
fo funt ich nit loſſen euch die zuzuſtellen und euch legen zu
lafien, dann darin wirdt nit allein ware befanntnus gehan-
delter fachen befant, funder auch das vermerkt fo fih noch
zu thun gepurendt wirdt, und ift doch jm befchluß mit aller
demutigfeit dahin beſchloßen, wo er oder die fein in auf:
erichten oder Eunftigen fachen etwas mit heiliger gefchrift
77
verfaft kun anzangen das fich zu endern, zu myndern oder
zu mern gepür, das man fih darin criſtlich und alſo erzai-
gen, das darauß eines Rates gerechts pruderlich8 und ganz
gleichmeßigt gemüdt follt gefpürt werden — Will er nun,
jo flet fein mangel pey meinen, an dem fidy criftlich weiſſen
zu loffen: gleihwol wirt man fih mit unwarheit nit zaln
faffen.. Will mir zu fpet werden, vermerft von mir ge>
trewlich und pitt gott mir die genad zu geben euch wider
feinen willen nichz zu rotten (rathen) ſchreiben oder reden
funder allein fein willen. Amen.
ewr williger pfleger
Caspar nuczel der elter.
Auf den vorgefchriben priff gab ich dem pfleger diße
antwurt auf montag in der marterwoche.
21) Jesum Christum crueifixum pro salute. Furſich⸗
tiger W. ©. 1. herr pfleger Auß ewrem negften: fchreiben
haben wir vernumen, das E. W. unfer fach gegen eym €.
R. getrewlich gefprodyen hat, got der herr wöll euch ſolchs
und alles gut bezaln, merken aber dabey aud das unfer
furfhlag mit dem peichtvater nit ftet will haben in der
maynung als wird fur eins bequems mitel begert haben
durh das die befehwerung der gewiſſen der fweftern und
auch die nachred unſer mißgunner mocht hingenumen fein
worden und auch E. E. R. ſich das wir nit in allen Dingen
auf unfern kopfen flunden. Es ift war, das wir die wal
begern zu behalten, wie wir E. W. negft mundtlich auch
gefagt Haben, das wir mit dem nichz in geiftlichen Dingen
wöllen begeben haben, in zeitlichen Dingen wiffen wir wol
dad wir umb frid und gutter fach willen follen nachgeben
und E. €. R. willfarn, aber in den Dingen die die gewif-
fen antreffen als peicht und andre ding fan man auß dem
heiligen evangelium-nit bewern, das ymant zu notten oder
zu betrangen fey. Wir halten wol darfur, das €. E. W.
78
ſolchs auß befundern trewen thu, wie E. W. melt, haben
defielben halb Fein mißtrawen zu unfern gunftigen herrn
und vetern, gelauben wol, fy verfehen und gern nach dem
peften, aber fy künnen dennoch den leuten nit in das berg
fehben, man ſyeht den man von außen an, weiß aber nit,
was er innen fann, aber nach langem erkennen und gutem-
feben ift dennoch etwas zu vermefien mer zu einem dann zu
dem andern, demnach wie war ift das gefagt mag werden
wir wollten einen rat verbinden und einen peichtvater un:
ſers gefallens zulaffen, fo ift doch Ye das widerumb auf
war, wenn wir berinnen wilfarn und uns follten lafien
notten zu peichten den zu den wir fein hercz hetten und
denen wir nit vertrawen möchten, das unfer gewiflen die got
frey will haben großlich verftridt mern, es funt ye einem
feiblihen Franken der rot des artzs nit wol zu dem er we
der glauben noch trawen hat, wie folt denn einem beſchwer⸗
ten gewiffen gefchehen, fo nun unfer furſchlag nit flat fol
haben, gedenfen wir e8 fey vwilleicht: peffer wir nennen den
nit, den wir im fyn "haben gehabt, denn follten wir einen
anzangen der andern leuten nit gefellig wer, wurden wir
villeicht nichz Fchaffen, funder denfelben in ungelnd pringen,
wo der nit glauben und halten wollt, was andern leuten
eben wer dann wie wol wir warlich noch nich; mit jm ge
vedt haben, halten wir jn doch fur einen foldhen mann, ber
weder von menfchlicher forcht oder gunft wegen nichz wider
fein gewiffen werd thun als auch recht ift, dann wiewol in
andern fachen zu willfarn ift aber das ymant fein gewiflen
fol befchweren einem andern zu lieb etwas zu glauben, das
nit in fein gewiffen get ift wider gott und fich ſelbs, tregt
nymant für befchwert allein, wirdet auch nymant fur das
ander rechnung geben, funder ein ytlichs fein pürdt vor den
augen gotted tragen, darumb als wir alweg gefagt haben,
die weil die newe lere jn vil weg fo zwyſpaltig ift gegen
dem alten criftlihen verſtandt und Doch ped teyl bie heili⸗
79
gen gefchrift wor in haben, die ein ytlichen auf fein ort
zeucht, fo iſt uns armen einfeltigen das nupt das wir jn
dem glauben des heiligen evangeliums beleiben, pis die fach
mit genaden gottes in eynigfeit gebracht werd, wöllen mit
dißem ftill halten mit der Hilff gottes nymant fein urſach
zu aufrwr geben, denn was get die leut ar, wen wir peidh-
ten, fo wir doch uffenlich predig hörn, wie jrs verordent
habt, werden wir nber das geurteilt als verachterin der
heiligen facrament der wir doch von grunt unfers herczens
degern als wir mit got und feinen heiligen engeln pezeugen
und wider umßern willen die heilig zeit mangeln und ale
gotloß gleifchnerin, gotlefterin und anders, mußen wir got
befelhen, Chriftus unfer ſeligmacher hat felbft ſchant und
nachred von den menfchen mußen erleiden, wolln wir nns
ald arme gelyder nit peffer achten dann das haupt felbft,
wöllen mit fancto paulo fprechen, mir ift das myndeſt das
ih von euch geurtheilt werdt oder von dem menfchlichen
tag, got ift es der midy urteilt, ficht das herz an, vor des
augen find wir weder peſſer noch poßer, man fag von ung
was man wöll, dem woͤlln wir unfer fundt peichten in der
pittrifeit der rew unfers herczens und jm allein vertrauen,
er werd ſchir ein feligs mittel ſchicken, dadurch ein E. R.
unfer halben und auch wir arme in unferm gewiſſen zu frid
fomen, wenn wir und ye gern nad feinem wolgefelligen
willen wollten richten, wo uns unßer gewißen nit flraft,
dieweil habt umb gottes willen gedult mit und armen und
verftet unfer fchreiben, daß auß betrangnuß unßer gewiffen
entfpringt im peften, damit vil feliger zeit.
E. F. W.
demutige tochter Abtiſſin und
all Rot ſweſtern zu ſant Claren.
Am mitwoch war der heilig antlaß abent, kom der
abt von ſant gilgen, zayget an do unſer cloſter reformyrt
wer worden, Do wer der abt von fant gilgen zu einem exe⸗
cutor vom babſt gefeßt worden, nad volgent wern all Abt
feines cloſters unfer confervatores, darump wollt er fih an-
zaygen als unfern hirten, nem jn wunder fo wir yeunt
jo vil anligens hetten. das wir nit lengſt nach jm geſchickt
beiten, er wollt doch ye auch gern helffen und rotten und
ermanet und auf das hochſt, das wir in alweg einem E.
R. als unferm von got eingefeßten obrigfeit follten volgen,
was ſy uns anfinnen und mit anheben wollten, des wer
wir fchuldig zu geloben, mit vil geſchmyrten wortten. Ant=
wort id jm mit furzen worten auf das erft, wir erfennten
Chriſtum fur unfern warn hirten der fein fell fur fein ſcheff⸗
‚ lein gefeßt bet, fuft wer wir layder uf diße zeit mit foldyen
byrten verfehen vor den wir uns als wol als vor den wol:
fen zu fürchten hetten, feiner und ander hyrten halben wer
nit wunder, das die wolf Die fchefflein Iengft zeryſſen het:
ten. Aber auf das ander wer wir nit gewillt, das wir
den leuten folgen follten in den Dingen, die wider unfer
gewiffen und unfer gelübd wern, denn wir hetten das mit
einander fchloffen, das wir uns nymant wollten laſſen trei-
ben von der einigfeit der crifllihen kirchen und unfers or:
dens, do wollt ‘er vil disputirn von dem heiligen ſakrament
in peden geftalten zu entpfangen und andern Dingen, aber
ih wollt jm nit flat geben, faget wir wern ımgelert, ein⸗
feltige frawenpilder, wollten ſolche Ding den gelerten befel-
ben und ee einigkeit in ben firchen würd, wollten wir pey
dem alten gelauben pleiben und uns nymant darvon laffen
treiben. Do wollt er ye wiflen wie mir fein prediger zu
fant gilgen gefyel, kunt es mir fein andre antwurt außprin-
gen, denn es gefyel mir einer wye der ander, den tegt der
heiligen‘ gefchrifft wollten wir gern hören und gelauben,
aber das wir follten annemen die außlegung wie es einem
ydlichen jm fopf fuer (fahre) das wollt jn uns nit. Aber
an dem heiligen farfreytag nad) der predig kom aber einmal
LU
duesntem, ut tempeore dekite diei epipbanis edram demino
pro causa pauperum.et fidelium, contra destructores ec-
elesie et christianorum eceisores ac eruciäixores domini,
secundum seripturas sacrosanctas, humiliter inciperem
allegare, ut veritatis justicie tanquam a fonte modico
sumens originem, de die in diem in cordibus fidelium
dilatata cresceret, usque ad terıminos orbis inimicorum
veritatis obstruuntur ordinem memerati iudicii, eorreetio-
nis eeelesie, in hac epistola_ breviter duxi declarandum.
Vnde cum frequenter ecclesia dominum christum (vocat),
judicem invocat. huius judicii judex ipse factus est.
Nam qui locum iudieis tenet, si justum judicium facere
negligit ad supremum judicem recurrendum est. Vnde
in Jeremia: Judicium pauperum non judicaverunt.. Nun-
quid super hiis non visitabo dicit domimus. Actores
pauperum. sunt, unde in psalmo Cognovi quia faciet do-
minus judicium inopis, .et vindictam pauperum. Rei
sunt prelati ecclesie. Vnde Jeronimus super illud
Sophonie. Extendam manum meam super iudam. (Juan-
do refrigescet caritas multorum et ita hundabit (abun-
dabit) iniquitas ut filius hominum veniens vix inveniat
fdem super terraın. tunc deus percutiet illos qui viden-
tur sibi nomen dei in ecelesia confiteri, et nomina eorum
qui solo nomine diei episcopi et presbyteri gloriantur,
et qui elevantur contra seientiam dei. Accusator autem
‚et testis est sermo divinus, hine super Lucam dieitur:
Quamvis sermo dei contrarius sit tue carni, tamen utere
eo sicut custodia tibi data in hoc itinere ne contemptus
te aceuset. Accusabit vos in quo speratis. Vnde Moy-
ses. Luc. XII Similiter petrus, panlus, Gregorius, et alii
sancti. Et in deuteroaomio. In ore duorum vel trium
testuum peribit qui interficietar, et attestatione legis et
prophetarum: et evangeli. Vnde vos testes mei dieit
dominus, Signa adventus domini ad hanc eorreeiionem
spiritualia sunt.. Solis videlieet lune atque stellaram obs-
6-
Er —
eurio, et haius modi, et caritatis refrigeratio et abundan-
tia iniquitstis in prelatis et ministris eeclesie. Igitur caritati
vestresignifieo, quod pauperum necessitaticompas-
sus et divino compulsus precepto, dominum. Frideri-
cum, serenissimum imperatorem adii utpote
principalem ecelesie defensorem. Cuicum ordi-
nem et effectum restaurationis ecclesie diri-
nis auctoritatibus demonstrassem gavisus est
in domino et tanto salutis oraculo ecciesiam
sentiens visitatam ‚sed sue discretionis abun-
dantiam et sacre fidei puritatem ostendens.
hoc protinus prudentum et litteratorum viro-
rum consilio diligenter ventilatum, et firmo
reperto prineipio, verissimo medioque ac fine
saluberrimo, ut vir katholicus ab omni infi
delitate extraneus, misteriumrestaurationis et
renovationis ecclesie, ut vere post sacramer
tum incarnacionis Christi opus piissimum
regum personam imitatione approbavit.
Proinde domino mihi in omnibus assistente
de prosperitate sacri negotii securus existens
appellationem pauperum Christi et eunctorum
fidelium ad sacrum corpus domini et ad veritatem duo-
rum testimoniorum eorundem pro omni injuris sibi ilats
in rebus spiritualibus corporalibus et temperalibus ab
innocentio papa IIIIe et omnibusmembris eius
denuntiavi secundum preces ecclesie dicentis.
Deus judiciam tuum regi da et justieiam tuam filio regis,
judicare populum tuum in justicia et pauperes tuos in
fadieio. Interim vero XL diebus et noctibus
in opere dei et meditatione legis pervigilans,
dum reis dormitantibus, et ignorantibus clamor eeclesie
factus est. Ecce advenit dominator dominas et regaum
in manu ejus et potestas et Imperium soelesie domino
jadice invocato cosam.grege fidelilum pauperum. Sed et
‚divitum, famulorum et militum qualicungue ‚parvitatis
LEXIH
mee ministerio sermo. diviees pro pauperibus allegavit.
aceusando multifarie et testificando ismocentium papam
quartum omnino Christo contrarium. et ommes illi' eom-
sentientes ecclesisstici ordinis prevaricatores esse legis
et evangelii, et ideo hereticos dolosissimos domini et
fidem Christi in oro sed multo peius opere abnegantes.
Vnde per ejusdem sermonis divimi sententiam a cetu ſidel-
ium abjeeti benefieiis et dignitatibus sunt privafi, eapite
omnium imiquorum una hora cum . membris suis oceiso
spiritu oris christi. Et ut judici nostro plenitudo non
deesset justicie, idem dei sermo pauperibus omnia
ecclesiastica bona restituit, et in pastores
veros ecelesie sanete fratres predicatorum
ordinis per universum mundum preelegit, illos
videlicet qui imitatores- apostolorum adesse noluerint et
swi ordinis conservatores, et infatuato sali et ejecto se
opponere divini sermonis veritateın predicando et fideli-
bus bona sibi a dee data gratis ımmistrare. Hinc in
(jeremia) ieremirem seräptum est, Ve pastoribus qui dis-
pergunt et dilacerant gregem pascue mee dieit dominns,.
Vos dispersistig gregem meum, et ejecistis eos. et non
visitastis eos. Ecce «go visitaboe super vos maliciam
studiorum vestrorum, ait dominus et congregabo
religquias gregis mei, et suscitabo super 608. pas-
tores et pascent eos. Glossa inde, Possumus hoc de
ecelesie principibus intelligere. quod non digne) regunt
oves domini, quibus abjectis adque dampnatis salvabitur
populus bonis pastoribus traditus. Perdunt emim oves
pastores heresim malis operibus docentes. lacerant et die-
sipant soismata discordiae Tacientes, eilciunt de ecelesia
injuste separantes. non visitant infirmos, petentibus ma-
num contrahentes, quorum omnium miseretur deus pris-
tina pascua reddens, et malos pastores auferens. Et de
electis pastoribus sermo divinus im eeolesiastico dieit.
In manu dei potestas terre, exserabilis omnis iniguitas
a 6*
LXXXIV
gentium, et utilem rectorem in tempore suscitabo super
illam. Gilossa inde. In manu dei et in regimine Christi
potestas ceclesie et dampnabilis omnis iniquitas gentium
quia disperdet deus de civitate sua. omnes qui operantur
iniquitatem. et utilem rectorem, et ordinem predicatorum
in tempore necessitatis suscitabit, super illam. Istis pre-
- dieatoribus serme divinus in canonica_jude preeipit di-
cens: Memores estote verborum que predicta sunt ab
apostolis domini nostri Jesu Christi. quum in novissimo
tempore videlicet antichristi venient non missi a deo
illusores veritatis. secundum desideria ambulantes. quos
tali signo potestis agnoscere. quod gulosi sunt et avarl.
Et hos quidem arguite. et convineite ad utilitatem ec-
clesie judicatos. et certissime cendempnat os divino ja-
dicio. Causse vere condempnationis predictorum adver-
sariorum Christi et ecclesie sunt hereses sive sate ini-
quitatum que secantur divini sermonis attestatione pro-
bate et diligenter conscripte in seeundo libro justiecie.
Prima causa heresis ydolatrie spiritualis quoniam diversa
vicia pro dominis suis coluerunt et pravos ac stultos mi-
nistros velut ydola in templo dei colendos statuerunt.
Secunda. heresis plasphemia et perjurii. qui nomen do-
mini in vanum assumpserunt. rem divinorum nom veri
episcopi. sed sacerdotis. levite. pastoris. prepositi. et
huiusmodi opera non exequentes et perjuria plurima fa-
‘ cientes. Tercia heresis violationis sabbathi. quia domi-
num factis negantes tempus gratie et penitentie atque
sanctorum sollempnitates diversis vitiis Jaborando viola-
verunt. Quarta heresis inhonorationis parentum carna-
lium et spiritualium preeipue dei et ecclesie. quos con-
tumeliis plurimis affecerunt. Quinta heresis homicidii
corporalis et spiritualis. quia plurimos injustis preliis et
exemplo mortifero occiderunt. Sexta. heresis mechiae.
sive iuxurie. quia fornicationes nimias. stupra. adaulteria
‚incestus et vicia contra naturam eommiserunt. Septima.
LIXXV
heresis rapine. quia pauperes et fideles bonis suis spo-
liaverunt. et exactiones thelonea et rapinas multas in
populo christiano fecerunt. Octava heresis falsi testimo-
nii et mendaci®. quia eottidie in ecclesiis se antodire le-
gem dei dicebant mentientes et quia simplices christia-.
nos de heresi et aliis criminibus mendaciter infamabant.
Nona causa. est heresis apostasie. quia domini et. man-
data Christi deserentes reversi sunt ad ea que’ in bap-
tismo vel in ordinatione vel alio tempore quoque modo'
devoverunt. Deeima heresis simoniaca. quia aliquid spi-
rituale vel annexum spirituali vendiderunt vel emerunt.
aut certe quia beneflcia ecclesiastica officia vel digni-
tates perverso modo sive per pecuniam sive per frau-
dem sive per violentiam mercaverunt vel conferre pre-
sumpserunt. Undecima heretica doctrina quia pro favore
vel pecunia traditiones privilegiorum et dispensationum'
plurimis contulerunt. evangelice et apostolice regule man-
data destruentes et quia occulta persuasione et aperto
opere multos ad ecclesiam allexerunt. Duodeeima. here-
sis seismatise vel discordie quia loca vel bona dei et
Sanctorum hostibus tradiderunt. dum ecclesias vel dig-
nitates aut certe animos vel sacramenta personis stultis
et facinorosis tanquam immundis animalibus velud ydolis
vel demonibus. diversis vitiis polluenda et destruenda
commiserunt. Tertia decima. heresis scismatis vel dis-
cordie. quia pro bonis pauperum et sanctorum dignita-
tibus litigaverunt et contrariis dimicaverunt sententlis.
Quarta decima. heresis iniusticie sive abusio potestatis.
quia dominum factis negantes cum ipsi peccatis ob-
ligati et polluti essent. ligare velsolvere pre-
sumebant. et quia innocentes de ecclesia falso ejecerunt.
etindignos recepernnt. illis sacramenta injuste subtrahentes
etistis injuste conferentes. Quinta decima. heresis contemp-
tus dei. quia cum ’sceleribus .obligati essent et ideo exeom-
munieati. divina indigni nuntiare. celebrare. vel ministrare‘'
LIXXVI
presumpserunt. Sexta decima haeresis negligentia, quia
se et subditos deliquentes minime correxerunt. Decima
septima, heresis, inutilitatis quia infructuosi existentes,
beneficia dei debito ministerio non deservierunt. Deeima
oetava, heresis sive secta ignorantie quia vere sapientie
contrarii tanquam ceci et bestiales viam dei non cogno-
verunt. Decima nona, heresis superbie, quia se contra
-deum et proximum erexerunt. vicesima heresis, eupidi-
tatis , quia, a majori usque ad minorem omnes avaritie
stadentes socii furum et usurariorum extiterant, et nego-
tiis secularibus se implieaverunt. Vicesima prima, heresis
castremargie. quia ventrem colentes camalibus delitiis
studuerunt. Vicesima secunda, heresis ingratitudinis,
quia redemptorem suum negaates iterato multifarie cru-
eiixerunt. Vicesima tertia, haeresis incredulitatis, quia
dominum et symbolum ecelesie pessimo modo negations
in perversis operibus negaverunt. Vieesima quarta, he-
resis hostilitatis, quia hereticorum ore vel opere fidem
Christi negantium fautores et defensores extiterunt. Vice-
sima quinta, heresis inobedientie quia dominum reve-
cantem audire contempserunt.
Cum igitur karissimi tot causis divini sermonis fir-
matis auctoritatibus pastores mali sint depesiti et con-
dempnati et oves christiet claves ecclesie sanete solvendi
atque ligandi predictis fratribus predicatoribus a do-
mino sint commisse, precipit, sermo divinus omnibus
christi fidelibus ab illis penitas separari, et istis sicut veris
Christi vieariis in domino devote conjungi, et om-
nia anime salutaria ab eisdem requiri. Hinc in
psalmo dietum est. Audi filia et vide et inclina aurem
tuam et obliviscere populum tuum et demum patzis tui.
Glossa inde. Notandum est tunc jubere dominum cor-
poralem fieri separationem, cum jam vindieta im-
minet malis, sic noe cum domo sua separatur a ceteris
diluvio perituris, sic loth .eum suis sepazatur a sodoem-
LIXIMI
is igue ceolitus comsumendis, sic populus israel ab egip-
tis marinis fluctibus ‘obruendis. Item in libro numeri.
Recedite a tabernaculis hominum impiorum et nolite tan-
gere que ad eos pertinent, ne involvamini peccatis eorum.
Ad quos vero abistis eundum sit domimus in evangelio
dieit. Cum videritis abhominationem desolationis stan-
tem in loco sancto ubi non debet, qui legit intelligat,
tune hii qui in judea sunt, i. e. in vera Christi confes-
sione. fugiant ad montes. i. e. ad veros predicatores..
Hinc super Jeremiam V rex babilonis proposuit godo-
liam civitatibus inde dieit glossa.. Godolias qui inter-
pretatur magnificatur dominus, predicatores signat. qui
divino nuta preficiuntur (sic) deum timentes habeant
refugium et solatium, quare in luca. Homo quidam
nobilis abiit in regionem longinquam accipere sibi regnum
et revertit. Et jussit vocari servos suos, ut sciret quan-
tum quisque negotiatus esset. Et astantibus dixit. Au-
ferte a servo nequam minam et date illi qui X minas
habet. Giossa ibidem. Collatam gratiam amittit, qui
cum aliis communicare negligit. Augetur vero illi qui
mea fideliter laborarat. Et sicut regium crisma quod su-
perbiendo saul amisit, david obediendo promeruit, sic
cum omnis israel salvandus erit, tunc plenituda spiritualis '
gratie quam modo torpenter exercemus doctoribus illius
temporis conferetur. Et in isaya. in die illa auferetur
paxillus. i. e. potestas, qui fixus fuerat in loco fideli, et
in ecclesia gentium, et .transferetur ad jndeos, in-
factis et dietis christum confitentes. Vnde qui fecerit
et docuerit hie magnus vocabitur in regno celorum. .et
prelatus erit in ecclesia sanctorum. Item in. daniel. Ju-
dicium sedit et libri aperti sunt. i. e conscientie et
opera singulorum ut auferatur potentia antichristi. et
Copteratur amisso regno. et dispareat usque in finem.
regnum autem, potestas et magnitudo regni quod est sup-
ter omne celum detur popula sänctorum altissimi, cujus
LXAXVIM
regnum sempiternum est. Hine iterum legitur in hester.
Tulit rex anulum, quem ab aman recipi jusserat, et tra-
didit mardochee. i. e. predicatoribus gentium, ut
et Sibi haberent et gentibus ministrarent.
Et in eodem. Rex exaltavit mardocheum. i. e. ordinem
predicatorum, subaudi imperio suo et dignitati. Istos
predicatores. ‘super illud tereii regum. XII leunculi
stabant in trono salomonis super sex gradibus, hine
atque inde. Gilossa describit dicens, Per XII leuneu-
los predieatorum ordo apostolicam doctrinam sequens
significatur, hie supra VI gradus hine atque inde stant
quia bonorum operum gressus hinc et inde doctrinis
et exemplis munire certant. Sciendum denique in
predicatione dampnationis antichristi et membrerum
ejus, et in recessu fidelium ab eisdem magnam fieri
tribulationem. Que tamen timenda non est imo desi-
deranda propter ineffabile premium propter pacem
ecclesie subsequentem. Hine glossa super exodum
dieit. Sicut apostolus ait, quod christi bonus odor su-
mus aliis in vitam, aliis in mortem, ita propheticus ser-
mo suavis odor est eredentibus. dubiis vero et incredalis
et fatentibus se populum pharaonis odor execrabilis efl-
citur. Inde moyses domino dieit. Ex quo locutus sum
cum pharaone, afffixisti populum tuum. (Juia antequam
sermo dei audiatur, non est tribulativ vel temptatio, si-
cut signum belli tuba predicationis ostendit, tribulationum
pugna consurgit. Ex quo ergo loqui ceperunt moyses et
aaron ad pharaonem, affligitur populus dei, et ubi sermo
dei facere ceperit cujusque discrementum, turbatio magna
surgit, et sine federe nascitur bellum, quia iujustitia jus-
titienon convenit nec veritati mendacium. Ideo non tur-
bemur si videtur odor noster execrabilis pharaoni, exe-
cratio enim vitii dicitur virtus. Sed sicut stetit moyses
ante pharaonem, stemus et nos. Non flectamur succineti
Jumbos in veritate et calceati pedes in apparitione evan-
LXXXIX
geli pacis. Nam si predicatio veritatis in principio
sentiat adversitatem. in fine consequitur pacem, vnde in
parabolis, Ecce derisorem subaudis de ecclesia, et exibit
eum eo jurgium, quia pacem prestabit ecclesie cessa-
bumtque cause et contamelie. Et super apocalypsin cum
apernisset sigillum septimum factum est silentium iM
eelo. et post mortem i. e. dampnationem antichristi pax
erit in ecelesia. Vnde karissimi vestram in domino ob-
secro karitatem, ut omnem timorem abiicientes restaura-
tioni uniformiter studeamus, secundum quod dominus
super aggeum principem dicens. Ego vobiscum, et ego
ero vester adjutor edificare domum meam, que in vobis
destraeta est. me in medio vestri constituite et nemo
edifcationem vestram poterit impedire. Deus antem et
pater domini nostri Jesu Christi, dirigat corda vestra
ad cognoscendam veritatem, et aptet ac roboret manus
vestras ad mundandum sanetuarium et renovandum confir-
metque vos et semen vestrum in earitate usque ad resurree-
tionis diem in glorificationem omnium beatorum Amen.
(Folgt nun noch von derfelden Hand gefchrieben der
Beweis, daß PB. Innocenz IV. wirflih das apocalyptifche
Ihier Tel. f. 105. Dieſer follte eigentlich auf Koften bes
Guſtav Adolf Vereined oder des Kirchtaged herausgegeben
werden, in deſſen Schooße die Anfiht, daß der Papft der
Antichrift fei, neuerdingd würdige Vertreter fand. Solche
glaubensmuthige Seelen Fönnen aber den Traktat bereits bei
Gieſeler gedruckt leſen.)
Beilage HH.
In nomine Domini Amen, Anno a nativitate ejus-
dem MCCCLXXXXVIN indictione VL Pontificstus
Sanctissimi in Christo patris et damini nostri, domini
Bonaficii divina providencia pape noni, Anno nono
Mensis Octobris die ultima hora eiusdem diei sexta vel
quasiin Castro opidi vorcheim Bambergensis dyocesis et
ibidem in Eistuario minori castri eiusdem im mei notarli
publici testiumque subscriptorum presentia personaliter
comstitutus, Reverendus in christo pater et dominus, do»
minus Lampertus Episcopus Bambergensis solempniter
protestabetur, quod publicacione literarum eiusdem
Shnctissimi domini nostri pape certam assertam co®=
syuetudinem Ecclesie .bambergensis videlicet
prout asseritur minorem partem Capituli
eiusdem decreta et ordinariata per malorem
partem Gapituli ejusdem posse impedire cas
santium et irritautlum ipsius protestautis nomine facts ul
non velit nec intendat publicationemque huiusmodi habere
velit pro non facta. Quodque publicacio literarum earundem
venerabilibus viris dominis decano. canonieis.et capitulo
prefate Ecclesie Bambergensis preiudicium inferre aut ſa-
cere non debeat sive nocumentum, Super quibus pre-
fatus Reverendus pater dominus Lampertus Episcopus
Bambergensis me Notarium infrascriptum requisivit, ut
sibi et omnibus aliis quorum interest aut intererit unum
vel plura publicum seu publica conficiamus instrumen-
tum seu instramenta. Acta sunt hec anno indictione
Pontificatu Mense die. hora. et loco quibus supra. Pre-
sentibus honorahilibus viris dominis Conrado Schön Ca-
nonico Ecclesie sancti Jacobi extra muros Bambergen-
ses et Magistro Alberto physico licentiato in medicinis
L
i —X
de Karleist herbip. dioces pro testibus ad premissa vo-
eatis pasiter ot rogatis
Et ego Lueinus de Gengenbach presens interfui
(9. Det. 1398)
Ex Orig. 8. Archiv zu Bamberg.
Seilage IM.
Anzeigung der vier Anen der auff den Stifft komen
wi, Baec. XV.
Ein Jeglicher der auff den Stift zu Bamberg zu
einer pfrändt komen will, der foll zuuvoran benennen fei-
nen vater und feines vaters muter, fein muter und feiner
muter muter vnd foll vier haben die Rittermeßig vnd des
Stiffts genoſſen fein vnd ir vier anen auch benennen follen,
die da globen vnd fweren, das berielb von den ‚genannten
feiner vier anen geboren fei, vnd das biefelben fein vier
anen rittermeflig und des Stiffts genoflen fein vnd das im
das alles fünt und wißen fen, on alles geverde,
' Lib. statut. aliarumque literarum ecclesie major.
Bamb, £. XC.
seilage iv.
1. Martinus episcopus servus servorum de. Di
kecto filio Juliano sancti Angeli Dizcono Cardinali apos-
tollee sedis Legate Salutem et Apostolicam benedictionem.
In eminentis dignitatis apostoliee specule superni dispe-
sitiowe comsilii licet immeriti eonstituti ad gregem demi-
nieum nostre utique vigilentie creditem ikliusque: prolee-
tus et comoda veluti paster aeceptus intenti apeculate-
ria offlieiam, quantum nobis ex alte permittiter iugiter.
exercenies, ea que in ecolesiarum st presertim Catbedre-
lium ae etolesiasticarum potiesime pontißgali dignitate prao-
ditarum petsonarum ‚deizimeniäm pnoesssisse —
EXIT
mus, etiam si juramentorum nexibus vallata fuerint ne
dispendiosius illorum progressus periculesiores contingat
eventus de medio submovere satagimus nec non ad equi-
tatis reducere limites et ut non noceant, sed pocidis pro-
ficiant moderari. Sane sicut nuper ad audientiam nos-
tram pervenit, venerabilis frater noster Fredericus Epis-
copus Bambergensis tempore admissionis sue ad ecele-
siam Bambergensem ad improvidam dilectorum filiorum
Capituli Bambergensis procurationem diversa, que sibi
et diete ecelesie gravia plurimum et onusta redduntur,
per dictos Capitulum concepta artieulos et capitula quo-
rum aliqua in enormem ipsius ecelesie iacturam et le-
sionem evidenter redundare censentur, observare ĩuravit
et si prefatus Episcopus articulos et Capitula huiusmodi
quorum aliqua minus rationabilia, nonnulla penitus illi-
cita et inhonesta, alfa vero ipsius Episcopi statni et in-
demnitati non mediocriter preiadiciabilia prout ad illo-
rum observanciam etiam prestiti per eum ut premittitur
desuper iuramenti vinculo astrietus prospieitur, inantes
observaret, ex hoc ecclesia B. prefata in spiritualibus
et temporalibus, que infra brevis temporis spacium re-
'cuperari non possent non modica damna subiret et etiam
detrimenta. propter que Sarisjimug "in Christo filius
noster Sigismundus Romanorum nec non Vngarie el
Bohemie Rex Illustris de premissis necessitätibus diete
ecclesie que etlam maximorum debitorum oneribus pre-
gravata existit et quam dive memorie Imperätores Ro-
mani Reges (Regis) eius predeeessores notabiliter et opu-
lenter fundarunt et etiam dotarunt, ab intimis compa-
tiens nobis humiliter supplicavit ut Episcopi et Ecclesie
prediotorum immunitatibus super hiis oportune providere
2 benignitate apostelica dignaremar. Nos igitur qui
ram ecelesiarum et: eeclesiasticarum personaram
—— nobis ex apostolige servitutis incumbit officio in-
eremmntam adaugeri cupimus stndiis indefessis atienden-
tes quod iuramentum iniquitatis vinculum esse‘ non de-
—XX
bet et ea que in ecelesiarum favorem introducta nos-
cuntur in earum nullatenus existant dispendium retor-
quenda, de tuis quoque circumspectione prudentia et le-
galitate specialem in domino fiduciam obtinentes eidem
eircumspectioni tue per apostolica scripta committimus
et mandamus. quatinus omnia et singula articulos et ca-
pitula predicta recenseas et examines diligenter illaque
ex eis que iusta et rationabilia fore reppereris facias ab
eodem Episcopo inviolabiliter obseryari. Cetera vero
quorumcunque tenorum existant et sub quibusvis ver-
borum formis illa concepta reperiantur ac quasvis clau-
sulas derogativas contineant, etiamsi de illis eorumque
totis tenoribus presentibus de verbo ad verbum mentio
foret habenda ac motu proprio emissa, que presentibus
etiam si de verbo ad verbum inserta forent, haberi vo-
lumus pro suflicienter expressis dietusque Episcopus de-
super quamvis relaxationem sive absolutionem a sede
apostolica aut alias.impetrare sive obtinere vel relaxa-
tionibus et absolutionibus huiusmodi impetratis et ob-
tentis, etiam motu proprio emissis uti non deberet aut
alias quälitercungue iuramentum praestiterit, articulos et
capitulaque iniqua seu iniusta vel inhonesta aut prefato
Episcopo eiusque statui et dicte ecclesie obnoxia et
preiudiciabilia vel in illorum lesionem, jacturam aut de-
trimentum quo in ea parte relaxes, iniuncta dieto Epis-
copo pro audacia tam temerariorum iuramentorum hu-
iusmodi penitentia salutari et aliisque de iure fuerint
iniungenda nec non ipsum Episcopum ad ipsorum iura-
mentorum temerariorum observantiam denunties non
teneri, sibique ne illa ac articulos et capitula. predicta
observare presumat eadem auctoritate inhibens nec non
ipsum Capitulum ut infra certum peremtorium terminum
quem eis ad hoc prefigendum duxeris articulos et capi-
tula huiusmodi in parte premissa et prout illa eis de-
signaveris. et specificaveris de ipsorum libris et capitu-
LXXXXT
laribus deleant et deleri faciant, quodqueprefatum Epis-
copum ad eorum observantiam deinceps mallatenus ar-
ceant aut astringant per censuram- ecclesiasticam et ala
oportuna juris remedia auctoritate prefata compellas et
alias in premissis omnibus et singulis et circa ea iuncta
datam tibi a deo prudentiam statuas facias disponas or-
dimes et exequaris prout ipsius Episcopi saluti anime
ac predicte ecclesie utilitati videris expedire, super qui-
"bus omnibus et singulis plenam et Yiberam tibi auctori-
tate presentiam Ncenciam concedimus et etiam faculiz-
tem. Contradictores per censuram eandem appellatione
postposita compescendo. Et insuper legitimis super hüs
per te habendis servatis processibus eos quotiens expe-
dierit aggravare procures invocato ad hoc si opus fue-
rit auxilio brachii secularis. Non obstante si dietis Ca-
pitulo vel quibusvis aliis communiter vel divisim ab
eadem sede indultum existat quod interdici suspendi vel
excommunicari non possint per litteras apostolicas non
facientes plenam et expressam ac de verbo ad verbum
de indulto huliusmodi mentionem. Dat. Romae apıd
Sanctos apostolos VIII, Id. Februarii Pontificatus nos-
ter Anno Quarto decimo.
Auf der Rüdfeite Heißt es:
Idem dominus Fridericus Episcopus Bee
noluit secum dispensari sed pocius Episcopatai
cessit. resignavit circa festum sancte Elisabeth anno
ete. XXXII°.
2, Martinus etc. eidem.
Ad ea ex apostolico servitutis oflicio libenter in-
tendimus per que ecclesiarum presertim Cathedralium
‘indemnitati valeat salubriter provideri. Sane sicut Ca-
rissimus in Christo filius noster Sigismundus Romanorum
et Ungarie et Boemie. Rex Illustris nobis nuper signi-
ficare curavit, licet ecclesia Bambergensis per dive me-
morielmperatoresac Romanorum Reges eis predecessores
LACxxv
et ahos plurimum notabſiter et opulenter fundata et do-
tata extiterit, ipsa tamen passim propter varios sinis-
tros eventus gravia presertim in temporalfbus subiit de-
trimenta, adeo quod eius redditys et provemtus ih
tanteın diminuti existunt quod ex illis venerabilig frater
noster Fridericus Episcopus Bambergensis statum suum
iuxta pontificalis digmitatis decentiam nullatenus tenere
nec Ipsius ecclesie incumbentia valet onera supportare,
ex eo potissime quod nonnulla terre posessiones, castra,
fortalicia, domos, villas et loca ad dictam ecelesiam et
mensam Episcopalem Bambergensem legitime spectancia
noımine pignoris aliquamdiu detinuerunt et detinent ob-
ligata, licet ex eis longe receperint ultra sortem, alle
quoqne diverse ecelesinsticae et laicales persone multa
eins predecessoribus iuramentis confectis exinde quibes-
dam publieis instrumentis et litteris nec non fldeiussio-
nibus alitsque cautionibus datis factis renunciationibus
et penis adjectis in non modieum divine maiestatis of-
fensam ipsaram personarum grave animaraım periculum
nee non eceledie et mense earundem preitidieium et
gravamen. (Juare pro parte dieti Regis qui necensits-
tibus ipsius ecclesie ad quam simngularem ut asserit de-
votionis gerit affectum, ab intimis eompatiter, nobis Neft
humiliter supplicatum , wt saper hils ecclesie et mente
predietis oportune providere de benignitate apostoliea
dignaremur. Nos igitur detestabilem usurarum huius-
modi voraginem que Christi fidelium animas devorat ve-
primere ac dietarum ecclesie et mense utilitati et indem-
nitati salubriter prowidere cupientes huiusmedi swppliea-
tonibus inelimati Cfrcumspeetioni tuo per apostolica
scripta mandamus, quafinus vocatis personis predfelis
etiam si ecclesiastice et quot quot mumero sint, ac iu-
ramentis huiusmodi iniuneta -propter ia dieto Frederieo
Episcopo si qua temerarie prastität, penitemtia salutari,
et aliisque de iurefaerintinkungendapenitas relaxatis, singu-
EXXIKVI-
las ex personis ipsis prout earum -quamlibet comtinget,
quod fideiussores super hoc datos a fideiussionibus huius-
‚modi absolvant ac sorte sua contente terras, possessiones,
castra, fortalitia, domos, villas et loca predicta ae quic-
quid ultra sortem ex illis receperunt, nec non usuras
huiusmodi sic extortotas ecclesie et mense prefatis resti-
tuant et deinceps ab usurarum exactione desistant per
censuras ecclesiasticas aliaque oportuna curis remedia
appellatione remota compellas. Et insuper legitimis su-
: per hiis habendis per te: servatis processibus eos quo-
tiens expedierit aggravare procures, contradictores per
censuras similes appellatione postposita compescendo in-
vocato ad hoc si opus fuerit auxilio brachii secularis.
Testes autem qui fuerint nominati si se gratia odio vel
timore substraxerint censuris eisdem appellatione ces
sante compellas veritati testimonium perhibere. Non
obstantibus iuramentis litteris instrumentis renunciationi-
bus et penis predictis nec non pie memorie Bonifacii P.
P. VIII predecessoris nostri .quibus cavetur, ne quis ex-
tra suam Civitatem et diocesin nisi in certis exceptis
casibus et in illis ultra unam dietam a fine sue dioce-
sis ad iudicium evocetur. Seu ne Judices a sede
apostolica deputati extra civitatem vel diocesin im qui-
bus deputati fugrint contra quoscunque procedere sive
alli vel aliis vias suas committere presumant ac de du
bus dietäs in Concilio generali editis et aliis apostolis
eonstitutionibus contrariis quibuscunqgue. Aut si pero
nis predictis vel quibusvis aliis communiter vel divisim
ab eadem sede indultum existat quod interdici suspendi
vel exeommunicari aut extra vel ultra certa loca ad iu-
diecium evocari non possint per litteras apostolicas non
facientes plenam et expressam ac de verbo. ad verbum
de indulto. huiusmodi mentionem, Dat. uts.
3. Sixtus Episcopus servus. servorum Dei, Ad
futuram rei memoriam. 21.. Fehr. 1482,
KEXZIVD
Es que indicio vel concordia determinantur, firma
debent et illibata persistere et ne*) — eontentionis seru-
pulum relabantur apostolico convenit presidio communiri.
Dudum siquidem per nos accepto quod post factam per
dilectos filios capitulum Bambergense de persona Vene-
rabilis fratris Pbilippi Episcopi Bambergensis in Episco-
pum Bambergeneis ecclesie Episcopatu tunc vacante
Canonicam electionem ipse Episcopus tunc Electus de
observandis contentis in quibusdam Capitulis et non im-
petrandis contra ea ab apostolica sede vel alio quo-
cunque superiore alicuius dispensationis relaxationis ab-
solutionis deelarationis revocationis vel cassationis litte-
ris nec.illis etiam ab aliis impetratis aut quovis modo
eciam motu proprio concessis utendo prestiterat iura-
mentum. Nos tunc Capitula ipsa nobis exhiberi et illg
diligenter inspici et examinari fecimus. Et quia habita
de illorum effectu et continentia relatione fideli eviden-
ter apparebant in illis plurima contineri dignitati et
auctoritati Epjscopali contraria preserfim in hils que
pertinebant ad eonservandum bonos et laudabiles cleri-
corum mores et ad procurandum divini cultus augmen-
tum et ad intendendum indemnitati ecclesie nec non ad
manutenendum deo gratam et superioribus debitam obe-
dientiam atque reverentiam, motu proprio et ex certa
nostra scientia per alias nostras litteras declaravimus
Capitula promissiones obligationes et iuramenta predicta
quorum tenores tunc pro suflicienter expressis haberi
voluimus utpote iuri contraria et illicita ac prefate Bam-
bergensis ecelesie damnosa nulliter et de facto emanasse
et dietum Episcopum ad Capitulorum eorundem et inil-
lis contentorum prestitique desuper iuramenti predicti
observationem non fuisse nec propter. eorum
*) Hier. ik die Uxkmide, — und find dadurch die Buchſtaben
unleſerlich geworden.
LXXXXVII
non observationem periurũ reatum infamie notam aut
aliam quamcunque penam eciam ad quam ipse Episco-
pus in eventum in quem contraveniret, se obligasset, non
incurrisse nee incurrere potuisse aut in futurum posse
vel debere inhibuimusque motu et scientia predictis Epis-
copo prefato ne de cetero premissa in Capitulis predie-
tis contenta et per eum eciam cum iuramento ut per-
fertur promisso adimpleret vel observaret protentu pro-
missionum et iuramenti huiusmodi nisi si et prout hac-
tenus quatinus ad illa de iure communi alias obligatus
appareret et ea facereteneretur et deberet aliterque vir-
tute Capitulorum predietorum,; et promissionum in eis
contentorum ac iuramenti desuper praestiti ut prefertur
et non aliter nec alio modo nec non Decano eius pro-
prio nomine non expresso et dilectis Aliis Cupitulo die-
te ecclesie ne ab eodem Episcopo contentorum in pro-
missionibus Capitulis et conventionibus predictis obser-
vationem et implementum quovis modo querere directe
vel indirecte presumerent sub interdieti ingressus eccle-
sie et suspensionis a regimine et administratione dicte
ecclesie Bambergensis in Episcopum et etiam interdicti
in Capitulum et excommunicationis prius in Decanım
et singulares personas dicti Capituli publice vel occulte
tacite vel expresse inhibitioni huiusmodi non parentes et
ut non pareretur consilium auxilium vel favorem pres-
tantes eo ipso incurrendis certis desuper executoribus
deputatis prout in illis plenius continetur. Et deinde
sicut accepimus cum de premissis aliqualis seu orta no-
ticia haberetur in partibus illis et quedam similium lit-
terarum copie cum certi nominati Notarii subsriptione
de quibusdam ut dicebatur originalibus litteris extracte
valvis fuissent ecelesie Bambergensis affixe nullis tamen
similis eflectus litteris apostolicis Capitulo prefatis insi-
muatis vel ostensis et eis desuper saltem legitime ‘ion re-
quisitis Capitulum (sic) prefati ab hufusmodi’ste facta afli-
cr
xione et aliis tunc'expressis gravaminibus adnos pro ipso-
ram ampliori securitati appellarunt et exortis propterea
inter Episcopum et Decanum et Capitulum prefatos pro-
missorum occasione differentiis et contraversiis gravibus,
ex quibus verfsimiliter plurima damna et scandala in
ecelesia predieta ac Civitate et diocesi Bambergensi for-
midabantur evenire posse, Episcopus Decanus et Capi-
tulum prefati volentes scandalis huiusmodi obviare ac
indenmitati ipsorum providere nec non ecclesiam Civi-
tatem et divcesin predictas ipsorumque statum conser-
vare et manutenere ut tenebantur de communi eorum
assensa venerabilem fratrem nostrum Wilhelmum Epis-
eopum Eiststensem in eorum Arbitrium arbitratorem et
amicabilem compositorem super premissis assumpserunt,
qui eompromisso huiusmodi in se sponte suscepto certa
ex dictis capitulis per prefatum Philippum Episcopum
tune electum Bambergensem ut premittitur iuratis dec-
laravit et moderavit et religua in suis formis et modis
permanere decrevit et eosdem Episcopum Bambergensem
Decanum et Capitulum ad observationem eorundem si-
eut unamquemque ipsorum respectiveconcernit, astrinzit ac
ifla per eos observari volult, prout in singulis nostris
dectaratoriis ac super predietorum capitulorum dicti
Episcopi Eystetensis moderatione confectis ac Eysteten-
sis et Bambergensis Episcoporum nec non Capituli pre-
dietorum sigillis munitis litteris quorum omnium tenores
ac side verbo ad verbnm inserfi forent presentibus pro
expressis haberf volumus plenius continetur. Nos igitur
qui cunetorum pacem et tranquillitatem ac privilegia
ecetesiarum nec non statuta Episcoporum et Capitulo-
rım Conservare cupimus, ut tenemur et illis que prop-
terea ad movendum exortas inter eos discordias ema-
narunt et processerunt ut firma et illibata permaneant
et in contemptionis recidive scrupulum non deveniant
kostre Spprobatiohis robur Hbenler allen, motu pro-
x
prio.non ad Episcepi Bambergensis .Decani et Capituli
predictorum vel alterius pro eis nobis super hoc oblate
peticionis instaneiam sed de nostra mera deliberatione
pro eorum perpetuis pace et quiete ex certa nosira
scientia litteras declaratorias prefatas per nos dieto Phi-
lippo Episcopo ‚Bambergensi oceasione dictorum Capi-
tulorum concessas cum ommnibus ‚et singulis inde .secutis
et eorum pretentu quomodolibet attemaptatis. auctoritste
apostolica presentium tenore cassamus annullamus et re-
vocamus nec non pro cassatis nullis et revocatis ac in-
fectis haberi volumus ac Decanum et singulares- perso-
nas Capituli et ecclesie predictorum a .cansuris et penis
"si quas dictis litteris non parendo ayt alios premissorum
occasione et dependentium ab eis incurrisse qguomodo-
libet, pretenderentur eiusdem motu seientia et auctoritaie
absolvimus et liberamus et cum eisdem si forte illis li-
gati missas et alia divina oflicia non tamen in con-
temptu clavium gelebrassent seu in illis alias se immis-
cuissent super irregularitste inde proveniente dispensa-
mus abolemusque omnem inhabilitatisetinfamie maculam
seu notam premissorum occasione contractam. Et in-
super omnia et singula per dictum Episcopum ‚Eyste-
tensem inter Philippum Episcopum ex una ac Decanım
et Capitulum Bambergense .prefatog de et superdictorum
articulorum moderatione illorumque observatione parü-
bus ex altera dicta facta decreta et declarata ac in
suis litteris predictis nec non prefatis capitulis contents
quorum omnium tenores ac si presentibus de verbo ad
verbum inserta forent similiter pro sufficienter hic expres-
sis habemus eisdem motu scientia et auctoritate eonfr-
mamus et approbamus ac presentis scripti patrocinio
communimus, supplentes omnes et singulos defectus tam
juris quam facti si qui forsan intervenerint in eisden.
Et nichilominus eundem Philippum Episcopum virtute
iuramenti predicti per eum desuper alias ut gerdertur
—
'd
post suam electionem prestti ad‘ Mlorım observationem
iuxta tamen dicti Episcopi -Eystetensis modfficätionem
predietam obligatum esse perinde, ac si nostre littere
declaratorie prediofe n@itennd Anfangssent et iuramen-
tum predictum per ipsum Philippum Episcopum cum
WodHieatione et declaratione predictis in litteris 'prefati
Episeopi Bystetensis contentis prestitum extitisset mota
scientia et auctoritat€ predietis decernimus et declara-
mus et cum expediat per sepe secundum temporum va-
rietatein et exigenciam rationabiltbus subsistentibus cau-
sis anten etiam proinde ördinata mutare tollere vel al-
terare eisdem 'Philippo Episcopo, Decano et Capitulo
dieta Capitula sicut proferfur roborata seu aliqua ex iis
ipsorumque moderationes et declarationes predictas per
Episcopum prefatum Eystetensem factas in toto vel in
parte secundum quod iuxta qualitatem temporam et uti-
litatem personarum ecclesie civitatis et diocesis predic-
taram expedire conspexerint communi eorum consensu
matandi et in melius reformandi tassandi alterandi eis-
demque addendi et detrahendi facultatem eisdem motu,
seientia et auctoritate protentu nostre confirmationis et
aliorum premissorum non negamus; sed volumus eos
super hac piena potestate et facultate poftiri). Non ob-
stantibus premissis ac constitutionibus et ordinationibus
apostofieis contrarifs quibuscunque. Et quia difficile for-
san. foret seu periculosum presentes litteras ad singula
looa, in quibus expediens foret deferre, volumus etauc-
toritate predicta decernimus quod iNarım trans sumpto
manu public Notarii subseripto et sigillo alicujus ec-
ölestastici Prelati munito in indicio et extra plena fides
adhibeatur, prout daretar presentibus litteris originali-
"us si essent exhibite vel ostense.
Nato ergo 'ete. Si quis autem etc.
Dat Romae apud Sanctum Petrum anno incama-'
ots dominiee MCCCCLXXXI nono cal. Mareil Pon-
‚CH
tificatus nostri anno dundecimo.
Cum bulla plumbes.
Beilage V.
Bitte des Convented zu Frauenaurad an, M. Caſimit,
bie von ihren geiftliden Oberen beabfihtigte Reform bes
Elofters nicht zuzugeben. 1. März 1518.
Durchlauchtigſter hochgeporner fürft gnebigfter ‚Her
vnfer dempttig fleifig gepett zu gott dem almechtigen fei zw
aller zeyt mit allem fleif mit e. f. g. vnd mit e. f. q. ſot⸗
fienntum, wir pringene e. f. g. clagweiſ für wy fich der pre
fincial in der geyfterey prediger ordens vnteritett alle cloſtet
prediger ordend zu reformiren vnd 30 verfpern won hat
es dy ornung wenn man dy clofter verfpert dag ‚man dar
nad ein nympt wer gelt bat vnd dem adel alle freiheit if
benomen wan vnfer clofter von dem edeln Herren von
grindlach geftift ift worden den armen adel zu gutt das
wir pid her der alten ftiftung nach gehalten haben vnd
nymant eingenumen haben dann dy vonn adel geweſſen
fein darauf pit wir e. f. g. mit demytig hochen fleif vnd
vmb goz wiln alſ unferm ſchvz Heren und rechten erpherm e.
fe g. wollen forftenlid und gnedigflih ob vns Kalten vn
vns ſchvzen und fchirmen vnd hanthaben dad wir pey m
feren alten herfomen und freyheiten mochten pleyben und
dem armen adel auch zu gutt auch pit wir e. f. g. bob
wir eiwann gegen e. f. g. verfagt wern worden fein wire:
‚püttig gott 30 lob e, f. g. zo gefaln allem adel zu guft
unter weſſen yed regyement einzufteln und zy form e, f. 4
zu gefaln und dem adel daravf pit wir e. f. g. vmb gm
wiln und in Der ere der mutter goz vnd vmb Des armen
adels willen e. f. g. wollen vns fchriftlich zv verfteen- ge:
ben weſ wir vns zu e. f. g. - verfchen ſoln wann je dy
‚oberften prediger ordens feinen gemwelt haben .ermglic mil
punuſ ober andern cloſtern dy- in & fa gs ſchuz vnd him
au
fein an zu fahen den mit e. f, g. willen vnd wiſſen baf
ſolichs e. f. g. verheng daramf pit wir e. f. g. nochmals
umb go; wiln wo e. f. g. angeſucht wyr von denn geiſtern
daß e. f. g. ſolichs nit geſtatten vnd zugeben woln vnd vns
pei dem hant haben vnd laſen pleiben alſ vns vnſer anedi⸗
gſter Herr markgraf alwrecht ſelliger in loblicher gedechtnus
e. f. g. anherr des gleichen e. f. g. ‚Her vatter wann wir
vns ir aller gnaden zu e. f. g. verfehen vnd der Hofnung
gegen e. f. g. fein e. fe g. weren vns vnſer freyheyt mes
ren vnd mit geringern vns vnd dem armen adel zv ern
vnd gott des wol wir vnſ zu. e. f. g. verfehen und wollen
def gefliffen fein gegen gott in vnfern fleifigen gepet vmb
e. f. g. land leben vnd giydfelig regyement ny mer awf
horen zv piten dy weil wir leben damyt befelh .wir e. f. 9.
gott und feiner werden motter maria geben am mantagfnad)
dem funtagf temynyfcere anno, decimo oetafo*)
eriftina von trvpach priorin 30 frawenaurach
vnd der ganz confent daſelbſt.
>
u Tr
Beilage. VI.
Ausfchreiben des Erzb. Berthold von Mainz vom 4,
November 1487.
Quamquam statui ecelesiastico inclite nacionis Ger-
manie per Jura comunia conpactata et privilegia ne no-
vis onerum imposicionibus gravetur, optime et congrue
provisum sit, Attamen nunc ut fertur Decima per Sanc-
tissimum . dominum nostrum papam imposita per aliquos
assertos executores exigi pretenditur. precipue in dio-
cesibus Basiliensi et Constanciensi etc. per que tam in-
>) 1549 bob M, Albrecht das Klofter, welches ſich nicht nach beit
Gele ſeines Ordens reformiren Iaffen wollte, auf. Rang;
: ‚Maserı. Geh. bes Fürſtenthums Dairenth B.- F
CV
clita nacio in juribus consnetudinibus et conpactatis suis
non leve si processum haberent detrimentum pateretur.
Cum autem Jura consuetudines privilegia et indulta sua
euilibet tueri licitum et honestum sit eam ob rem. Nos
Bertholdus dei gracia sancete Maguntine Sedis Archiepis-
copus sacri Romani Imperii per Germaniam Archican-
cellariys ac princeps elector. Nec non decanus totum-
que capitulum ecclesie nostre moguntine promittimus
bona et firma pollicemur fide. Nos una cum Reveren-
do in Christo patre domino Heinrico Episcopo Bamber-
gensis amico nostro carissimo. eiusque capitulo et clero
ac aliis Suffraganeis nostre provincie. illique adheren-
tibus firmiter adherere et subvenire velle, ut mittantur
oratores ad Sanctissimum dominum nostrum. ad eius
sanctitatis animum informandum de Juribus privilegiis in-
dultis compactatis consuetudinibus et imminentibus gra-
vaminibus inclite nacionis nostre ut propterea ab onere
presumpte decimacionis ut fertur .desistat et oportunis
remediis pie et paterne providere dignetur. Insuper
pollicemur et promittimus quod in premissis omnibus pro
manutentione Jurium et privilegiorum nostrorum quibus
cavetur quod Deeima a nacione Gemmanica tam levibus
suggestionibus et causis exigi non posset laborantibus et
subvenientibus si aliqua ob huiusmodi eorum labores et
diligencias pericula seu dampna paciantur. pro possibi-
litate nostra succurrere et indempnes relevare curabimus,
nec a tali fraternitate et adherencia desistemus, sed us-
que ad finem tocius negocũ firmiter perseverabimus, do-
nec nobis et inclite nacioni nostre desuper de iustitia
seu gracia oportune et finaliter provideatur protestando
solemniter et expresse quod per hanc' fraternam adheren-
ciam nostram 'non volumus reverencie et obediencie sum-
mi pontificis ac sancte Romane ecclesie nec- non Impe-
rialis maiestatis cum manutencione jurium nestrerum in aliquo
derogare aut comtravenire sed im omnihus läeltis. ot hones-
- I@V
tis cum emmi humilitaie obedire. da -quormm ommiım
et zingylorum fidem has Hitufas Kerl mostrigue ac capi«
tulä nostri Maguntini sigilorum;iussimus appensione enm-
munii. Dada apud-arcem.saneti Martini in civitate nos-
tra Moguntina die IV. mensis. Novembris Anno domdiei
MOCCGLAXXVIL
De mandatis domini Jo. —— secretesius- seripsit
Cumduokusaigilis. - Ex Orig. 8. Arch. zu. Bamb.
Beilage VM.
— der AÄbtiſſin Apollonia in Himmelskron 28.
Dftober 1531. |
Mein gebett gegenm got mit erbiettung meiner gebües
licher dinſt mit vleis zuvorgänftiger Gr. Haubtmaun vnd
Schwager. Nachdem Johann Behaim zw Himmelkronn
prediger hat vor vergangener Zeit mich vnd Dorothea von
BVirspergk felige, welliche nebenn mir jm regement, mit vil
yerungtimpfiingen vnk Schmähmworten angetaft: Sollichs feine
Schmehnngen wir, dem durchlauchtigen hochgebornen Für:
fen vnd hern vnſern gnedigen Bern Marggraft Georgenn
m Brandenburg ꝛc. elagendt angezeigt, der ſelbigen feiner
leichtfertigkeit als von eynem evangeliſchen prediger,, wie er
fih berumbt Fhein gefallene gehabt Sunder bei jme dem
prediger- Rh des verner zu enthalten, ernitlich verſchafft.
Über pei deni prediger wenig nachlaffene gefunden: Rad
volgendt dem hechgelertenn Edlenn vnd veftenn Eriftoff von
Beulbiz Doctor haubtmans verwefer clagendt auch annbrackt,
wellicher den prediger fi ſolliches ſchmehenes zw entenfern
und daB elar lauter evangelium zw predigen geicrichen.
Uber dem prebiger auch verechtlich vnd khein anfehen® ges
habt miiler Zeit hob ich e. g. vnd andern meines gnetigeit
Seien: Hochweſſen Reihenn, wie obgemeldt, des predigerd
then vnd wefenn auch niuntlich angezaigt, Fhann Aber beb⸗
feib e.: 9. außgefullenn feyen, aus e. g. bielvelbigenn ge
ſchefftenn ſelbes ermeflenn. Aber uber an juͤngſt verkhimen
Suntag bat er der prediger vff der Cantzell fein predig, wie
hernach volgt: vnd mit Diefen worten beſchloſſen, wenig leub
ſein Heut zw kirchen. Aber was ſollenn die armen undet⸗
thanen bin thun, Die weil die oberſtenn Regentenn ſolichs
fetbd nicht: horen noch befuchen. Es fenen fein Regentbenn,
ed ſein teuffel, darumb Mönmen und mugen fie bad got⸗
te8 wort nicht horen. wenn fie aber die armen leut ftodenn
vnd plodenn follen ond am veniter ftenn, ſich plenn (blähen)
wie die groffenn frothen uff dad man fi für jnn puckhet
und die hütte abzog: waren fie geſchickt zu mein gnedigen
‚Herrn, will wein, es fein veinn Regenthenn fie und wer
die fach gleich woll ausgeriht, Aber es fein Regenthenn,
man foldt fein wifhen, dad mir gegen e. g. zu fchrei-
benn nicht wil geburenn und bad Hit das lauter ir
ond heilig Evangelium .
Seyn dan foliche Heilige aus neydiſchenn gemut und
gyfftigen Herzen Schmehwart weliche nicht: ein wenige oder
geringe vrfach dem gemeinen mann zu einer empoͤrung vnd
auffrur wider jr obrigfeit gebenn, des tert bed Evange⸗
liums: fo findet man allenthalben nicht allein pei unns vil
gelerte leudt. Darauff mein gantz freuntiih bit an fat
meines gnedigen Herrn.e. g. Seintmald vil gedachter pres
diger Seins vngeburlihen fürhabend, auffgeplaffen vnd
leichtvertige Schmehwort fhein auffhorennd haben des ort#
bei der himmelkronn einem andern prebiger Der DaB. wort
Erifti und mas dasfelbig Lauter vnd klar mit ſich pringt, nad
prinung vnd bevelh meined guedigen Kern der man ban,
got ſei Iob genug hat handel zw verordnen, weliches dan
Die gauz Commun vnd Verſamblung willig unnerdrißlich vnd
mit hohern vleis au-horen genaigt, wie Ir euch hixin, ber
pilligkeit, mer dann ich anzeig oder funtragenn woll zw hbal⸗
denn wiſſet. Die weil ich: aber indieſem vnd andern meir
nem anliegenden khein Rat Hilff troß der zuſſucht dann
pei euch zu ſuchen hab vnd weis, pet id euch nochmals
freuntlich als meinen gunſtigenn Herrn vnd Schwager, wol⸗
let wer hierin, damit verner vnratt verpleib, was ich wid
gegenn vil gedachtenn prediger haldenn, geirewen Raten
fchrifftlichen mittheilen, das wil ich. e. g. als meinem’ lieben
Herm vnd Schwager dieſtlichs muglichs vleis me es ſich zu
wiſchung zeughet, in aller gepur, freuntlichenn verſchuldem.
Datum am Abent Simonis vnd —* — Anno ı.
jan XXMI Sor.
An 2. Friedrich von Lydwach
Aypolonia Ebbtheſin zu der Himmelkronn.
Beilage VUN
Inſtruktion an kaiſ. Maieſtat Stadthalter und Regi⸗
ment zu Eßlingen darauf wir Georg von Gots Gnaden
Herzog zu Sackſen ꝛc. dem ausſchreiben nad dardurch die
ſechs Churfürften und zwolf geiftlihe und werntl. fürftentl.
auf den erſten Tag December. Kegen Eßlingen erfordert ,
geftrengen unfern Rath, Hannfen von Schönnberg abgefertigt-
Bor das erſt fol er kaiſ. M. Stabthalder und Megi:
ment : umfered: freumti. dienſt Gnad und alled gut anzeigen
dan Credemz zu überantwosten. Und darbey vermelben das
it liob und die andern heiten und erfordert uf ben Eriten
tag Der. zu Eflingen neben den ſechs Churfürften ſechs
geiſtiich mad. ſechs werntlichen fürften "zu erfcheunen nad
vormögd. der Ordenung zu Mormb8 auffgericht ‘in "den
ſchweren und erſchredlichen lewfften fo igt von dem feunbt
ak: Narxens vorgtſallen, wie er deutſcher Racion wechiten
Warm
nagkbawer worden burk) ersderung der Schlacht in Ungern
in welchen die K. Wird von Ungarn und Behmen €. tebk
lich abgangen zu berathſchlahen vons mug und gut anzu⸗
nehmen fey ꝛc. Inhalts wrer beyliegenden ſchrifft: Derſel⸗
bigen alſo nach ‚wehren :wie zu erſcheynen willig wo nmr
nicht durch die zuvorn ufft benmnpten urſachen worhinbert
wie wir gemeynlich auf allen NReichtverſamelungen und tagen
haben haffen auza igen Aber dannach auß dem das wir das
h. Reichs gemeiner deuffcher Ratten Ehre Nutz und wolfart
gern fegen auch nicht geern als der ungehorfame wolten be:
funten werden. So haben wir yhne ald unfern Rath und
und Diener mit eyner Ssnftruftion unnfer Gemut Rath und
bedenken anzuzaygen abgefertigt zu welcher zent man bie
horen wolt fo haber befelh die lagen zu lefen. Darauf man
onnfer gemuet Rath und willen allen vermerken mag, dem
wehr er uf jr erfordern alfo nachzukommen erbuttig.
hirmith volgt die Inſtruction.
Nachdem nyemant vorneynenmagbas der Turk nuhn⸗
mehr das uber menſchen gedenken” alleè wege getracht wie
er mocht allen gewallt der werlt under ſein gebiet dringen
und druken und das er nicht verſchont eynich Secten oder
Nacion ſunder den allen abzubrechen underſtanden, wie er denn
in Affrica Aſta gethan do er die mechtigſten Koͤnigreich ge
waldigt und under ſich gebracht ſunderlich das Kayſerthum
Conſtantinopel in Grecia ganzs erobert, denn Soldan mit
aller ſeyner macht erfegt, auch viel landt in Europa
de gemaynlich chriſtlicher gl awb erhalten vertilgt und under:
gedruckt bis an die kunigreych zu Ungarn und Polen und
hat michn faſt ob achzig jar dieſelben beyde kentzreych mi
mordt Raub und brandt verfolget Alſo auch das dennoth
biefelben konigreych mit vorgißung der yren blut und unjeg⸗
licher ertaͤdtung eyn ufenhalt ſeyn geweſt deutſcher Ration
wider dem grauſamen feindt chriſ lichs namens, und: wir wol
zu vil malen das jhenige gedrawt gewarnt und beſorgtiſ
wordenn, ſo int vor augen, fo hat es doch bey wywaht
Iehengiget: wollen merben, fesıhemn in alle weg "in. vorachtnuth
und verlafung geitolt wie bie jhnen alte. ort willen bey den
ſolche ſachen in vorzeiten achanbeit feyn, Und if. unhe bie
dringende noth vorhanden Mathe umb wege gu fuchen wie
man dem wideritehen möge obere weile ober aber. mußen ers
Miiden das wir alle jn kurzen jaren von Ehre leyb und
gath durch yhne entfuhrt dabey auch zu. beſorgen das viel
Criſtenn abtronnig und van glawben zufahr jren ſelen felig⸗
teit in verzweyfelung fallen werben, Wie dem aber wider⸗
fand zu thun der do nutzlich und uns erſprieslich fen, iſt
in unnſeren bebenfen ſchwerlich anberd zu erfinden, denn
durch die guade gotes, die wir zu forderſt zu erlongen und
u erhalten mußen vleys verwenden, denn ſolche verfolgung
ik am meyſten zu achten eyne ſtraff gots umb unfer unzel⸗
lichen ſunden willen die ſich teglich bey unns hauffeln umb
mehren. Darumb deu grym und Ernſt gots billich uber
und ſchwebt und nicht nachleſt mit Dem plagen, ed ſey Damm
zupor die urfach ber firaff: bey und von vnns wÄgehoben
ane das zu beforgm aller unfer vornehmen werde muB
in nnpfern Schoes fallen zu wißbieiung und unfor ſelbn
ns und: undergangl.
Nuhn mocht wol vorfollen das man wißen: wolt was
hie usjad; wehre folder fraffe,, Achtenen wind darfür wo wie
alle ſelber hinder und vor und jchen, fo iſt gar leycht zu
finden was bie urfach. ded zorns gotes fer. Dem chen
wis zuruk und warumb vunſer vorfaten im alden und neuen
Jeßamenten geſtrafft feynt, ſo finden wir wenn fie ven bei
geſetz gots und. ber prelaten gehorfum abgefallen. das gott
dann folde fixaff uber fie geſandt vnd uf das die hiſtorien
im, alten geſatz nachblepben, jo wollen wir alleyn etlich hid⸗
toxien noch Chriſtus gezeyten berucen mit den kurzeſten. Alle
kegereven ſeint Chriſtus gesehen entſtanden bie haben alle
weg ein merglich blutvergießen chriſtlichs geblaets mitgebracht
hac. hgewoet Armuns lejerey in vielem. Gefchiahten. Delgich
hm. veileffe Yoga. .nub Red; werbampien haſſenn weidhe in
@>.
Pehemer landt viel ufsur erwackt und nicht alleyn bey ae
finder. auch allem anftoßern, das ed much int der Zeit Dies
ſelben Landt ayhe uberwunden haben, Bir wollen anzaie
gen bie grawſam Fegerey des verfluchten Machumets bie hat
den ftraffer mit der ftraff erwagkt und witbradk:
Nuhn iſt es leyder ist in deutſchen Inuden dermaßen
geſtalt, das nicht alleyn eyn kehgorey entſtanden, busch erſt⸗
liche eyafuhrung Martini Luters und ſeyner Secten prediger,
Sunder alle alte in eynander vorwickelt ſeint und haben
alsbald mit ſich bracht eyn mergklich bluetvergißen Chrifilich
gebluets wie unns allen wiſſentlich iſt, das ſovil chriſtlichs
biu.tö vergoßen bat muft werben, das mit ſolchen leuthen
fo getodt dem feyndt derchrifienhelt uf eyn tag wol Bett mit
gewalt macht wiberſtand geihun feyn worden. Uber den
noch, ift Damit nicht ufgehort funder es wachßen noch teglich
ye meher ye meher Ketzerey muß dem geſpenſt, das bie ar
men thawbenden Menfchen in bie unſynnigkeit fallen, dos
fü unmhcher: bie Zukunft des Turken, den degern wikr die
Sueben bed Meſſias, hadımd frey zu werden, fo doch der
kur nicht anbers: Bumm das vurderb yres Ichbes, gute Ehre
und fele erfolgen wurde. Des ſeynt au urſach He hawpi
nu leyter ſolcher Kegerey vnd ſonderlich fet Dem das fe
ſprechen man ſolle nech mege dem Lurken keyn widerſtand
thuen, als der ſtraffe gots anbers den durch daB wort gotb.
Sie wollen aber dieſeibigen wicht. ſeyn, die ſolchs jm vor⸗
kunden auß urfad) das fle wiſſen, das er das wort nicht
hort noch leydet ſunder von ſtundt mit der handt darwidder thei⸗
lich ik, Darauß dann die neth erfordert jme auch thetlichen
widerſand gu thuen welcher doch wie -oben angezaigt wenig
wuß ame die gnade gots brengen magk. Sol mim yme daun
veilichen widerſtand thuen, fo iR auch zu bedenken, wie man
den. thuen wil. Denn unſerd behbenlens iſt und nicht ges
fer. entlegen, den bie Ketzerey uud zwyſpalt jm chriſtlichen
gzlamben. Denn dardurch ſeynt zwei Mu darnu tan- jn
worgeipken beychtlich Hat wit ufbracht wicher die meglie xbiſhen
waeheher, Und iñ .coläh geweſt bie. liche, bie darcoch dan
gemeyn. man zu dem Kreuz. Chriſti eußerlich gehapt, Nach⸗
dem bie menſchan nicht alpbaldt wie hie bewerten jw ala
ben jm gen mogen bewegt wardenn wie. noch jn etlichen
menſchen gedenfen if, das man gar leichtlich eyn elf Bund
guth. vormanung ufbracht wieder bie feyndt Chriſti zuziehen,
bie do an ſich genohmen DaB. zeychen des Caeuzes vnd auf
yr eigen co wieder Die unglawbigen ‚gezogen ſeindt Ya
alſo mehr berent geweſt umb: funk: jr blut umb Chriſtus
willen zu vergießen, denn man jr igk fyndt Die es um bar
ſoldung ihetten, das ift leyder durch, derſelben Keper under
ſcheyden vortsagen, das fie das Evangelium nenunen alſo in
gemeynen man getrawen, med man nuhn davon wolt vor⸗
nehmen, das worde mit vorachtung gar keynen nug breugenn.
Item zum andern hat eyn jeder eberkeyt jn vorzeyten
bie jren gar leychtlich bewegen mogen zu ſollchen ehrlichen
nothwengflichen dingen hulf mit jren leyhern und guth zu
thuen, das do izt quch nicht wol geſchehen mag, den durdh
dieſelben Ketzer und jre anhenger ſein die antethan wieder ie
yse Oben, jn ſolche vorbisterung kommen, das ſi viel Ile
ber von Turken vorterbet, getadt und zunicht gemacht wer⸗
den, uf das nuhr jr herſchaft underging, vemn das fie er⸗
was wiedern Turken thuen wollten. Diß hat man exenwel
newlich entpfunden wes die underthan voxr gemuet wieder
ir Oberkeit gehat und iſt zu beforgem wie wol durch gots Hull
dieſelben gebempfft das dach noch der groll empfangenen
giffts in ihnen glymme und tegelich durch derſelben Keger
anhalter und, underſchuebe im weſen erhalten werhe. _
Vnd fo dann derſelben Kezer gemuet alleyn Dein
lenket, nicht deu miäbrauch in cheiftlähen Kirchen eynge⸗
füchrt mogen ſoyn abzuwendenn, funder ber alten wel her⸗
gebrachten ubung der chriſtlichen kirchen widerzuſtehen,
zu ſtoren und gu reyßen vnd jr newe unchriſtlich
mißbrauch an die ſtadt zu ſetzen mit berawbung der gots
hewſer vortreybung der geiſtlichen, mit ſchwechung jungfraw⸗
«FR:
— serien mit fus
ſunder auch allem. auſtoßern, das es au ‚nen die⸗
ſelben Landt uyhe uͤberwunden haben⸗ * nd Orde⸗
gem bie grawſam ketzerey des verfir ın hochſten
den ſtraffer mit der ſtraff erwagk des heyl.
Nuhn tft es leyder ist ir, [ut on
geſtalt, dad nit alleyn eyn . ı$t fo merg⸗
liche eyafuhrung Martint 2r creatur fo leycht⸗
Sumder alle alte in eyn⸗ »rzu fo wirdet die gebe
alsbald mit ſich bracht e ‚rare die Mutter gots ſampt
gehluets wie unns af, ud fampt der Mutter der chriftlis
biu:tö vergoßen hat. vorachtung geſetzt, Das es auch bey
fo gelobt dem feyr ın etlichen fellen dermaßen nicht geſchiet.
gemalt mocht w' ermeßen, was gnad vnns armen Ereas
aoch ift damit entſtehen moge. Hirumb vnnſer beſchluß
ye meher ye , dad vor allen dingen von notten fein will
men the eczerey zu tilgen, dergeſtalt das wir alle eynen
ſy wunf⸗ ‚mer haben, der Mutter der chriſtlichen Kirchen ges
Buben ſehn in eynfaldigkeit des glawbens und was wir
durch „gyaben ber mißbtauch das wir die nicht mit gewalt,
und „pen zu richten bevelhen, bie fie zu richten und aͤn⸗
un! "poben als den heyligen Eonetiien. wenn wir affo mit
ſp zu herzen begangener that ennfaltigen glawben vnd
t lieb zu gott vnd vnnſeren nechſten diß werk anfahen
hoffen gott werde ſich vnnſer erbarmen vnd gnad ges
un dem feindt ſeines namens leychtlich zu widerſtehen vnn⸗
jem vnderthanen mit Der hilfff vnd rath wir es thun müßen
darzu auch gnad vnd rechte liebe und gehorfam zu yrer
dberleit wieder vorleyen, welche wir ane das beſorgen ſchwer⸗
lich vnd ‚mit vnſern nachtheyl geſchehen werbe.
Folgen nun die Vorſchlaͤge zur Türtenhülfe, mit befonberer Ber
ng. auf Rolen, wo, wenn dieſes bewaͤltiget würde, bez Türke
ffeneren Zutritt zu Deutſchland hätte denn durch Ungern.
Acten des Reichktages zu Eßlingen 1526 f. 16 — 20.)
U —
Hie noch findt man verzaichet, etliche Bing wie es
unferme Clofer bie zu Sant Clarn in Nürnberg ju ber
ferlidyen anf rärigen Zeiten and etlih prif die zu berfel:
beu Zeit geſchriben find worben.
icher rrynickeyt wit veranderung Ehelichs ſtaudes mit ſu⸗
chamg eygenes nu in den güktern bie goch vnd ſeynen die⸗
nern geeygent mit voranderung der Cerimonien vnd Orde⸗
nung der chriſtlichen Kitchen vnd ſunderlich das am hochſten
zu -beclagen, die ſchmehe vnd leſterung des heyl.
hohen ſacraments des leichnams vnd bluts vn
ſers herrn und gottes Jeſu Chriſti, die igt fo merg⸗
lich vnd groblich geſchiet, das auch keyn creatur fo leycht⸗
festig mocht gehandelt werbenn, darzu fo wirdet die gebe⸗
nedeyte vnder allen weybern Maria die Mutter gots ſampt
allem hymeliſchen here, auch fampt der Mutter der chriſtli⸗
chen Kirchen ind fol voradyeung geſetzt, Das ed auch bey
denn unglaubigen - in etlichen fellen dermaßen nicht geſchiet.
Aus dem wol zu ernteßen, was grad vnns armen Crea⸗
turen von gott entſtehen moge. Hirumb vnnſer beichluß
vnd Meynung, das vor allen dingen von notten ſein will
biefe newe Kezerey zu tilgen, dergeſtalt das wir alle eynen
fon und gemuet haben, der Mutter der cheiftlichen Kirchen ges
horſam zu feyn in eynfaldigkeit des glawbens und was wir
mißfallen Gaben der mißbtaud das wir bie nicht mit gewalt,
fundern den zu richten bevelhen, Die fie zu richten und Ans
dern haben als den beyligen Coneilien. wenn wir alſo mit
ewigen herzen begangener that ennfaltigen glawben vnd
ſtarker lieb zu gott vnd vnnferen nechiten diß wert anfahen
iR zu heffen gott werde fih vnnſer erbarmen vnd gnad ge
Sen dem feindt feine® namens leychtlich zu widerſtehen vnn⸗
fern vnderthanen mit ber hilf vnd rath wir «8 thun müßen
darzu and gnad vnd rechte liebe und -gehorfam zu yrer
oberteit wieder norleyen, welche wir ame das beforgen fchwer-
lich vnd wit vnſern nachtheyl gefchehen werbe.
Folgen num bie Vorſchlaͤge zur Türkenhülfe, mit befonbexer Ber
ziehung auf Polen, wo, wenn dieſes bewältiget würde, bez Türk
einen offeneren Butritt zu Deutſchland Hätte denn durch Ungern.
Acten bed Reichttages zu Eßlingen 1526 f. 16 — 20.)
——— ——
Hie noeh findt man verzaichet, etliche Bing wie es
unferm Glofter bie zu Sant Clarn in Nürnberg in ber
ferligen anf rärigen Zeiten auch etlich prif die zu berfel:
beu Zeit gefchriben find worden.
Bu wiffen das etwan lange Zeit pronofticirt iſt wor-
den auf die Zeit wenn man zellen wirdt aune domini 1524
folt ein große Sundfluf fumen, duch Dy alles das auf
erden ift, verendert und verfert folt werden und wiewol
ſolches gemaynlich auf ein waſſer ſindfluß verſtanden iſt wor-
den hat es ſich doch jn der erfarung erfunden, das dy ge—
ſtyrn nit als gar waſſer angezaygt hat, als vil trubſal angſt
und not und nachvolgent groß plutvergießen *), dann jn dem
vorgemelten jar hat es ſich begeben das durch die newe ler
der lutterey gar vil ding verendert ſind worden und vil zwy⸗
ſpaltung jn dem criſtenlichen gelauben ſich erhebt baben auch
die ceremonien der Kirchen vil abgethan ſind worden und
nemlich der ſtandt der geiſtlichen an viel Orten ſchir ganz
zu grunt gangen, dann man prediget die chriſtenlichen Frey—
beit, das Die geſatz der Kirchen und auch die gelub der
geiftlichen nidy8 gelten follten und nymant fchuldig wer
fy zu halten, Auß demfelben entfprang das vil nunnen
+) Willibald Pirckheimer ſelbſt fchrieb in Betreff aͤhnlicher Vorzei⸗
hen: Es find nun fhon 10 Sabre her, baß ich jene fchredli»
hen Kriege, welche Stalien zerütten, vorhergefagt habe. Wer
mich damals auslachte, fieht nun doch welch große Dinge Gott
durch die Geftirne außrihtet. Auch den Ruin bed Papſtes, bie
Veränderung der Geſetze, bie Gefangenſchaft ded 8. Franz,
den Bauerntrieg habe ich vorausgefagt, und zwar nicht aufs
ohngefähr,, fondern auf aftrologifhe Principien geftügt.
Kiemeyerd W. Pirckheimer ©. 479.
1*
[4
4
und münch die fich ſolcher Freyheit gebraudten, auß den
Eloftern Iuffen, jr orden und habit hinworffen, etlich ſich
verheyratten und theten, was ſy wolten. Auß folden ur-
fachen fomen uns vil widerwertigkeit und anfechtung, dann
vil leute untter den gewaltigen und fchlechten komen uber
tag zu jrn freuntten die ſy pey uns im Cloſter heiten dem
predigten und fagten ſy von der neuen lere umd disputixten
unaufhörlih, wie der clofterflandt fo verdemlich und ver-
furiſch und wie nit muglich wer, das man darjnnen felig wer⸗
den kundt, dann wir wern all des teuffeld. Darumb woll-
ten etlich jve Kindt, fmwefter und mumen mit Gewalt auß
dem Gfofter haben, mit vil trowortten und auch mit großen
verheyßen des ſy on Zweifel faum halbs gelöst heiten ıc.
Die fechten und fireyten weret lange Zeit, oft mit grofem
Zorn und fhentwortten 2c. Da aber von den genaden go⸗
tes fich fein ſweſter bewegen wollt laffen, da gab man. den
munden zu den parfußen die ſchuld und faget ydermen Dies
felben verwifen uns alfo, des nit muglid were, das man
uns zu dem neuen Glauben beferet, dieweil wir ſy zu pre-
digern und peichtvettern hätten 2. Do wir nun vernamen
das jn einem Exbern Rate befchloffen war worden das man
uns die Better (Bäter, patres) mit Gewalt wolt nemen,
do hielt ich folhes dem Convent für, bet jren «at, da ber
trachten die fweftern, was jn daran gelegen wer, folet das
Glofter auß dem ordenlichen Regyment der vetter fomen und
untter der gewalt der wilden pfaffen und ausgeloffen mund),
zu denfelben wollt fih fein fwefter begeben, und fiympten
al mit gemayne, ein Rot, (Rat consilium) man follt nit
harren, pis (bis) man und die veter mit gewalt nem,
denn es wer alsdann nit wol widerzupringen, wenn wir
ſchon klagten; wir follten vorhin fupliciren und einen (Erbern)
R (at) genungfam anzaygen, was befhwert und ſchaden
uns zeitfih und geiftlih auf folder verenderung ſtund, in
. ganzer hoffnung, fy wurden jn (ihnen, fi) ſolch unfer ſche⸗
&
den zu herzen laßen gin (gehen) ıc. Alſo volgt Ich jn, fle-
let die fuplicacion die hernach auch gefhrieben ftet, Die
ih dem Gonvent vorlaß (las), darein aber al ſwe⸗
ftern feine ausgenummen vergunftiget und rietten mir
Dabey, das ich neben der fuplicacion dem pfleger, berr
Jeronimo eber, auch herr merten geuder auch. fchrieb, auf
Das die fnplicacion defter mer furgang bet.
1) Difen priff ſchrib ih dem herrn pfleger Cafpar
nuczel.
Furfichtiger W. g. lieber herr und getrewer vater und
pfleger, ewre krankeit ift mir treulich Leid, der almechtig
Got fer dy fchir zum peften nach feinem wolgefallichen wil-
len, ich gelaub die zeit eure plödigfeit fei mir ſchir als lang
geweft als euch felber, dann ich eures Rats und hilf paß
bedurft het, dan vor nye, jn der ſach die E. W. on zwey⸗
fel onverpnrgen ift, das man ons berauben will, der par=
fußer veter, jn den Dingen darjnnen fy und pis her getrew-
fih pei IE jaren vor find geweit, welchs ich meinen Con⸗
vent, ewer gutwilligen Kindern furgehalten hab, und jr gut
bedunden, willen und Rat daruber verhort nach meiner ge-
wonheit, hob ich fy fo gar einmutig gefunden das ich gencz-
ih gelaub wo E. W. entgegen wer geweft, je bei müffen
bewerden, ob jr halt ein feinen herz het gehabt, dann
fo alle keinen ausgenumen berezlich begert haben, das E. W.
vor ſolcher enderung wöll feyn, angefehen manifaltigen ſcha⸗
den vnd befchwerd, fo auß folchem wird volgen wann man
diße fach nicht zu forderft, funder am endt an will fehen,
von den pefler zu reden dann zu fchreiben were 2c., fo es
fih aber ewrer Krankeit halben nit will fhiden, das wir
mundtli von dißer möchten reden, fo hab wir uns eintredy-
tigfich mit einander vereinigt, das wir ein fuplicacion jn
einem E. R. wöllen geben, auf das vnfer gunftig liebe
herrn doch ein wenig vnſer anligen vernehmen, dann wir
verfehen uns genczlich die fach fey und zu gut vnd nit zu-
wider angefangen, wo dann mein herren das widerſpil how,
vnd das uns ſolchs auß vil urfachen untreglich will fein,
find wir der troftlihen Hoffnung ſy werden die lieb lagen
wurfen die yderman das thut, ‘das fy will je geicheh, vnd
uberhebt, das fy will vberhaben fein, dieſelben fublicacion
fend ih E. W. zu, die zu verlefien, Dann. ich nit bintter
E. W. wil handeln, pit demutiglich umb Not, wem idy bie
zu fdifen fol, das fy morgen gelefen wird, und wit in die
langen truhen gelegt, dann uns mehr daran ligt, dan man
darfur bat, ih hab in 45 jaren den Covent nye betrubt,
den in dißer fach Ich weiß das E. W., fo ein getrew vet-
terlich8 hercz. gegen ons ewre armen Kinder wie wol vn:
Bern halben unverdint hat, wo jr gruntlich weft, vnſer be
ſchwert in dißer fach auß redlidhen vrſachen, jr wurdt hun-
dertmal mer davon dann darzu helfen und rotten. € ®.
hat uns vil guez gethun jn zeitlichen Dingen, Das wir nym-
mer genug verdanken mugen. Aber in Ddißen geiftlichen fa:
hen, die das ewig antreffen ift vns ewre getrewe bilff und
Rat nofter, darumb pit ih E. W. als demutig als leg ic
vor ewren fußen das ir mir ewre und meine liebe find ver
folcher enderung wölt behutt; dann folten fy ſchaden nemen jn
den dingen die der fel feligkeit antreffen muft mir mein leben
gelten, thut als ich das trauen zu E. 5. W. hab, dann
die find find unfer peder, Bot helf uns das wir fy dem
waren hirten Chrifto der fein fel fur feine feheflein gefeczt
hat mit frewden mugen uber antwurtten, feinen gnaden be
felh ih E. W. mit allen den Ewren ewiglich.
2) Dißen prif fchrib ic) bern Jeronimus ebner
Sefun erucifixum pro salute, Freundlich Wnrdiger
Gnediger Lieber herr, E. F. W. iſt wiſſent das furnemen
meiner herren wider uns arme Kinder mit abfchaffen der
parfuffer veter von unßerm Glofter, welches mir ımd dem
ganzen Eovent, fein fiveiter außgenumen,.ein ubergroße be
7
ſchwert iſt, jn zeitlichen und geiſtlichen Dingen, deshalb pin
ih won meinen lieben ſweſtern hoh ermant werden, ein ſu—
plicacion in einen E R. zu geben, jn der wir etwas vnſer
beſchwert anzeigen, dann wir find on zweyfelt, das ſolchs
uns zu gut und zu feinem widertriß furgenomen fey, find
aber darbey auch der tröftlichen bofnung Wenn E. 5. W.
famt den andern vufern gunftigen bern, vnßer gewiß be-
ſchwert und nachvolgeut mengel nad) warheit jm grunt wes-
ten, je wurd jn feinen weg zu folden mit gewalt notten
funder vns vill mer darum dann darzu treiben, demnach
raffe ich mit fampt dem ganzen Eonvent, E. F. W. an,
als vnfer befunder patron herein vnd vater, pitten Durch der
ere Getes willen, das fi gemelte fublicatio genediglich wolt
annehmen, und ein getzewer helffer fuderer und beſchyrmer
fein, des armen Cloſter, Das von ewre frumen voreltern
got zu lob geftuft iſt worden, vnd zuprecht (zecbrechet) nit
die guten ordnung die der frum außerwelt alt herr Fri:
derich Ebner angefangen hat, der nach dem, als er ein par=
füßer ift wörden, des Cloſters peichtvater ift geweft vnd
vnſer pfleger ald man zalt hat 1295 und ſyder (feither) die
Zeit alle das Cloſter von parfußen vettern jn geiftlichen
Dingen verfehen ift worden die uns den zu guffer ordenung
frid und eynigkeit on partey ergerung und poßem leymunt
vorgeweſen find, die vnſer und wir jr gewont haben, ſollt
(en) wir zu dißen ferlichen zeitten ander vorgeer haben,
nachdem dy leut yezunt geſchickt ſein, wurd fich taußenfaltig
mengel fynden die vns vntreglich wer, darumb pit ich aber
und aber, E. F. W. als demutiglich als leg ich vor Ewren
fußen das jr in den dingen, die vnſer ſellen und umb die
Chriſtus geſtorben iſt, antreffen, ein gutter forderer wöllt
ſein das diße enderung abgeſtelt werd, dan ih wais E. F. W.
als got liebent. Wen jr vnſers Cloſters wiſſen und erfarung
het, als ich nun 45 jar, und weſt was ſchadens darher auß
entſprungen wird, jr wird vil mer darvon dann darzu hel-
ffen vnd in feinigweg ſolchs geftatten auf das jr au nit
nachfolgents ubeld darauf wirt entfleen, theilhaftig macht.
thut in der ſach als vnſer getrewer herr vater und fiyeffter
dem vnſer Glofter getrewlich befohlen ift, helft zu hütten,
das nit wolf untter meine Tiehe fheflein Tomen, Die den
weingarten Chrifti möchten zureyßen oder befchedigen, muſt
mir mein leben gelten, folten die frumen Kinder, die got
in großer gutwilligkeit mit fremden dyenen, die ih in der
lieb Chrifti nun 21 jar erzogen hab, wider jr willen ver-
furt vnd zu leichtfertigkeit vervrſach werden ih, darff E. W.
nit vil darvon ſchreiben, ich hoff der heilig geiſt werd end
feinen willen felber zu erkennen geben, dem folgt allein,
und nymants anders, ſolchs pit auch herziglich ewr liebs
Ketterlein (Katharinchen), die das mit ganczer begirdt ge⸗
ſchriben hat, left €. F. W. mit ſampt jr lieben muter freunt-
lich gruß darpey beger ich E. W. wöll fudern das ſolche ſuplica⸗
cion morgen einem E. R, geleſen werd, darmit nichez in der
ſach verfaumet werd damit got ewiglich befohlen.
3) Dißen priff ſchrib ich) meinem fwager mertein gender.
Surfihtiger W. ©. Herr vnd herczlieber Schwager,
nachdem ich mich alwegen vil guts zu E. W. verfih, kum
ich yezunt in einem merklihen Anligen zu €. W., als zu
meinem befundern getrewen herrn vnd vater, bey dem ich
hoff Hilf ond Rat zu finden vnd klag eud mit betrubten
herzen, das mid vil anlangt von man vnd frauen perfon,
wie mein bern Eins €. R. ſtatlich darauf tringen vns von
dem orden der parfuffer abzufundern vnd mit leyenprifter
zu verſehen zc. welchs mich body wundert, wo jm alfo wer,
fo man doch ye fein redlih vrſach zu folhem mit wahr
heit *) fann pey pringen, nächdem vhfer Elofter weit uber
IV® jar von dißen vetern regirt ift worden jn geiftlichen
*) Die geſperrten Worte find von ber Hand ber Charitas in das
Goncept hinein corzigirt.
fachen vnd won den genaden gots kein ſchaud, ergernus, noch
poß gerüch, die zeit alle, vns nye, von jn entfprungen ift,
funder haben vns errlih vnd frydlich jn gutter ordnung,
on parthey oder einigerley zwytracht gehalten und auch on
merklich zeitlich befhwerung, den wir oder jr Convent, noch
vnfer oͤber, noch den 2 vetern, die bey vns find, das got-
lich ampt zu verrichten, pey gelauben fein gelt, oder an⸗
ders geben, ausgenomeneffen vnd trinfen und kley⸗
Der, den 2 pey vns, das mugt jr mir warlich vnd eigent-
Lich gelauben als einer die ſolchs 45 jar erfarn bat, und
mer darump, dann die, Die auß lauter neid und argwon
vil fagen von uns, und den armen vettern, ſy mugen vnſer
wol entpern, aber wir jr nit, mugt wol ermeflen, was exs
gerung vnd nachred untter dem gemeinen folk wurdt entften,
wolt man fy yezo von vns thun, als heiten wir [hand vnd
fafter mit einander geftelt, Vber das ift mir vnd meinem
Cloſter das beſchwerlichs (urfprünglich Hieß es: zu ſchimpf⸗
ti), folt man uns leyen prifter geben, nad) es yezunt ein
geflalt mit demfelben voll hat, wer uns lieber und nüezer
je fhidet einen bender jn vnſer Clofter, der vns allen die
Koppf abſchlüg, dann das jr vns vollen trunken vnkeuſchen
pfaffen zufhidt, Nu nottet man feinen Ehalten noch fein
petler, das er muß eben peichten wo fein herrfchaft will,
wir weren ermer dann arm, follten wir den peichten, die
felber fein gelauben an die peidht haben, folten wir das
bochwirdig facrement enpfahen von den, die fo peſamiſch miß-
breuch damit haben, das fihant zu hören if, folten wir
den gehorfam fein, die weder dem pabſt pifchof, keußer noch)
der ganzen heiligen criftlihen kirchen gehorfam fein, folten
fy vns auch den ſchünen götlichen dinſt nyderlegen, vnd nad
jren Föpfen endern wie ſy wolten, wolt ich lieber tod denn
lebendig fein, ich pit euch laſt euch das nit bewegen das
man yezunt mit vnwarheit furgibt, das clar heil goteswert
fey uns verporgen, denn es von den genaden gotes nit war
|
10
it, wie haben das alt und new Teflgment eben als wol
binen als jr draußen, Iefen es tag und nadıt, jm chor, ob
tiſch, lateyniſch vnd teutſch, jn der gemayn, ond ein ytliche
befunder wie fy will, darumpb haben wir von gotes gena-
den feinen mangel am heiligen evangelium, vnd paulo, id
halt aber mer von dem, das man foldhe hielt im leben vnd
mit den werfen volbringt, dann das man mit dem mundt
vil darvon redt und mit den werfen gar nichcz angreift.
Aber ſy fagen, es fey vns nye anders, dem mit menſch⸗
lichem tant außgelegt vnd gepredigt worden, autwurdt ich
bey dem Text des heiligen evangelium wöllen wir bleiben
und vns weder todt noch Teben darvon ofen (laßen) treiben.
Aber folen wir gloß aufnemen, wil ih vil ficherlicher ge-
lauben der gloß der Tieben heiligen lere von der heifigen
hriftenlichen firchen bewert *), denn die gloß eins fremden
verftands von der heiligen kirchen verworffen vnd verpotten
die gepredigt wird von den die auch nichez anders denn mens
chen find, denn allein das jr ewangelifchs frucht gar unge
lei find den früchten und tugenten der lichen heiligen die
ſy verwerffen darumb, nad) dem evangelifhen Rat wollen
wir vns vor folheu hütten, dann vnßer behalter hat ung
gelert ſy auß jen früchten ſy befennen, die anfentel funtlidhe
Freiheit vnd fleifchlichkeit get, daromb werden wie vns in
feinig weiß vntter ſy begeben, dann wol zu vermeflen ift,
das pald auß vnßern verſchloſſen Cloͤſtern ein offen hauß
würd werden yderman auß und eingelauffen, wenn er wolt,
fo doch nach dießer verfertten freiheit yderman gethar thun,
was jn geluftund gelangt, dar werden wir uns in fein weg trin⸗
gen laſſen. Wir wolten ye nit gern ymant befchwerlich oder
ergerli fein, hat man aber ein befchwerung an vnßerm
thun, zaig man vns den mysprauch an, wollen wir ons
*) wie und bisher geprebigt ift worden, was dann wieber aukge⸗
fitichen wurde,
1:
geru befiern, dann wir befennen vns aud fur gebrechliche
menschen die nit in alle Dingen recht thun, laflen uns auch
anf unfere werf nit, als man von vns fagt, wolt aber da-
pey nymant gern beſchwern in eynigem weg, begern Das
felb auch wideromb das man vnd nit gemalt vnd vnredt
thu, end vns nit zwang zu Dem, das. wider vnfer feligfeit
vnd mider vnſern glympf und err (Ehre) ift, an dem vnſers
Cloſters verderben in geiftlihen vnd zeitlichen Dingen ftet,
will der tröftlichen zuverfiht zu E. W. und den andern
vnjern gunſtigen Hern Eins E. R, feyn. der gemein man
fag was man wöll je wert euch nit ontterfiyen, des jr nit
gemalt habt, Denn nit vnſer felforger feit, ih hoff ye jr
wert mir mit wolf vntter meine liebe fchefflein ſchicket Die
mir nun in der lieb Chrifli 21 jar williglich gehorfam find
geweſt, wer ymer ſchad, folt man fo vil frumen fridlichen
ordenlichen kindern fo jemerlid verderben muſt mir mein
leben gelten, ich ſich wol was. frucht auß folchen leut regy—
ment kompt, wer wolt Die wolf mit gelver fullen, will des
geiftlihen fchadens geſchweigen darum pit ih E. W. als
main befundern bern in folder demutigkeit als leg ich Ereuz-
weiß vor eurn fuffen, daß jr mir meine lieben find vor fol-
hen wolfen behut in geiftlichen vnd zeitlichen, vnd laſt euch,
die euch anders ratten, nit abwendig wachen, dann fy wif-
fen mir als wenig mein clofter mit perfonen zu befegen vnd zu
regieren als ich jn ire hewßer, glaubt mir daͤrvmb als
- einer die ſolchs lang verſucht hat, wer es, das wir be—
ſchwert oder vberlaft in zeitlichen oder geiftlichen von unfern
vettern beten, wolt euchs aygenlich anzaigen, thut als id,
das vertrawen zu ewrer furfichtigen W. hab, als zu mei-
nem vater und dem ich in der fach ſchutz und ſchirm vnd
gutlihen peyſtant wil offen, darbey beger id) eure kurzen
guten gefchrift antwurt wes ih mich verfehen fol, darmit
der genad gotes mit all dem ewr ewiglich befohlen.
E. 5. W. demutige dochter
Abtifin zu S. Claren. .
12
4) Dig iſt die fupkicacton die wir einem Erbarn Rate
zugefhict haben in dem advent anno domini 1524.
Furfichtig Erber würdige liebe bern Durch vnſer ver
ter zu parfußern werden wir beridt wie E. E. W. an ſy
hab ſynnen laſſen, fi vnſers Cloſters zu euffern auch onfer
zu entfhlagen, als jn langen handlung on not zu erzellen,
die weil E. W. zu friſcher gedechtnus ift, wie wol wir nn
in feinen zweifel fezen, foldhe handelung fey durch E. W.
auß feiner andern maynung furgenumen, dan das bie yey
derfelben fur nuz vnd gut angefehen, fo fan doch die vn⸗
verhört vnſer nicht genzli oder genugfam verfiehen, was
vns an der gelegen ift, Auch zu was befchwerden und nach⸗
teil vns die Leiblich vnd geiftlich reihen mag. demnach piten
wir arme ellende € W. vmb gotes willen, die wöll dig
vnſer ſchreiben on vertruß vernemen und gnediglich zu herz⸗
zen nemen, vns auch als die ſo nach Got zu nymant dan zu
E. W. zuflucht zu haben trewlich vnd vetterlich bedenken,
Erbern W. Herrn, wir hoffen E. W. ſey unvergeſſen wel⸗
cher moß (Maß) wir vnd vnſere fordern vns alwegen vnd
ye piß auf diße zeit gegen derſelben erzeigt haben, vnd in
allen dingen ſo an uns geſunen iſt worden gefolgt vnd wil⸗
fart vnangeſehen ob uns auch zu zeiten was ſchwerlich ge⸗
weft iſt, darvmb haben wir on widerſpeinigkeit verwilligt
E. W. alles vnſerer einnemens vnd außgebens zu verrech⸗
nen, auch der halb rechnung zu thun, wie wol ſolchs do vor
der prauch nit geweſt, damit E. S. wiſſen tragen möcht
wie vnſer ſach gelegen vnd geſtalt wer, wie wir vns auch
mit allem vnſerm thun, laſſen und hawß haben ſchickten vnd
hielten vnd in ſonders, auß dem verdacht komen, als wol⸗
ten wir vnſeren vetern zu parfuſſen vil anhenken, wir ha⸗
ben vns auch vachvolgent auf E. W. geſunnen mit vberge⸗
ben vnſer zinß in dißer ſtat nach derſelben willen vnd wol⸗
gefallen gehalten vnd alle vnſer gehabte aygenſchaft E. W.
vnd gemayner flat zugeſtelt, des ſich Doch ander ordens len
18
gewidert haben, und gar nit haben thun wöllen. Das mels
den wir allein darumb das wir verhoffen, es fen ye nichez
durch vns zu feinem mal gehandelt Darab E. W. mißfallen
oder befchwerung haben mngen, find aud noch ganz willig
vnd genaigt E. W. jn allen zymlichen vnd leiblichen Dingen
zu willfarn. Der tröftlichen zuverfiht, wir follen des pey
E. W. nit entgelten, fundern nad pilligfeit genyeſſen, zu
dem hoffen wir, wir haben vns and gegen dem gemayn
man, auch jn andern vußerm thun vnd laffen dermaflen ge-
halten, das und (on rom (Ruhm) zu reden) nymant mit
warheit einig vnpilligkeit, oder vnerlich ſach zumeflen mag
als wir auch nit zwepfeln ons von E. W, gar nit pey ges
legt werd... Rod dann wo vnſer veter fo vns und vnfer
porfordern nun bis her in IHR jarn mit der geiftlichkeit ver⸗
ſehen haben jn Diefer widerwertigen vnd aufrurigen Zeit
von vns abgefordert und genommen wolten werden, wurd
on zweifel der gemeyn man, fo on das zum ergften genengt
it, foldhs nit zum peſten außlegen fundern darfur halten,
E. W. wer duch funden der veter oder vnſer verhandellung
zu folcher verordenung verurſach worden; Welches und dann
nit jn einen Heinen leymundt geperen wurd, ja nit allein
vs, auh E. W. als unfern vetern, gefypten freuntten
und gunftigen bern, die weil’ nun aller argwon, wo der
pmbgangen mag werden, vermytten fol beleibeu, fo zympt
E. W. nit allein vns arme hyrinn, funder ſich felbs wol
vnd weißlich zu bedenken, die weil vnſer ſchmah on E. W.
vnerung nit ergyn kan noch mag, vns iſt auch vnverborgen
das wir bey vil leuten verdacht find, als folten wir gemels
ten veiern vil geben vnd anhenten, vum weldem verdadht
ons aber vnſer ſelbs nott und armut entfchuldigt, dann was
möchten wir vil von ons geben, (die) felbs kaum zu leben
haben vnd durch die vergangen krieg vnd zufall wie & W.
wiflen tregt alfo verarmet fundt, auch noch teglich einpüßen,
das vns notter wer zu nemen, dann vil außzugeben, wie
‘14
dann E. W. durch vnſer jerlih rechnung felbs weyß vnd
verſtet, Es iſt and die warheit, das wir den zwayen vet⸗
tern fo und mit predigen, peicht hören vnd andern geiftli-
hen fachen verfehen, nit mer dan die fchlecht narung vnd
claidung geben, darumb vns warlich aber die weltlichen
prifter nit dienen noch fuft benügen wurden laßen, folten
wir in dem vil geben und derhalb ſelbs noch mer mangel
leiden, wer uns vnſers achtens nit allein befchwerlich funder
ganz uupillih, hoffen aber & W. werd vus jnn verdadht
vnſers mugens fein weytter pürd auflegen noch zu etwan
betrangen, das vns nit allein jn unferm gewißen befunder
jn zeitlichen gut beſchwerlich vnd vnmuglich ift, wir achten
auch genczlich darfur wo E. W. des wir und doch ve nit
verfehen mwöllen, geleich in jrem vorhaben verharren und die
ſach mit der !hat angraiffen welt, der wird vmb mangel
willen geſchickten perſon fo vil befchwerung begegen, daß Die
felbft die onmuglideit fpürn vnd erfinden wurd, Die weil
geichickt vor geger, vnd wie fy nach mannung ©. panfuffen fein
follten layder tewer findt, folten wir dan mit ungefchicten
oder denen fo wir nit gern hetten und haben müften, vber⸗
laden werden, hat E. W. wol abzunemen, was frucht aber
nucz das pringen möcht, dan veder geift freü umd unge:
zwungen fein wil und muß auch nymant getrüngen wirt in
der weltligfeit einem beren zu dyenen, der jm nit gefellig
ift, vil mynder ein herſchaft gendtt (gendthiget) dyner anzu⸗
nemen, die in nit fuglih find, Wie vil mer gezymt Aid
dan der geiftlifeit ungenott vnd frey zu loſſen, fol ſy an-
ders in recht und gütter wurkung beleiben das aber darbey
etlihen der argwon eingewurzelt bat als folten uns vnſer
veter verpietten das heilig evangelium vnd andre pücher zu
Tefen Daran geſchich jn warlich unrecht, ynd ob fü fich
folh8 zu thun vntterſtündten würden wir jn gar nit volgen
vnd vil es E. W. gegen umb hilf anruffen, dan uns Bas
wort gottes und andre nuczliche pücher alfo verpieten laffen,
15
mugen auch E. W. pey hoöchſter warheit fagen, das wir
das alt vnd new teſtament deutſch vnd lateiniſch jm tegli⸗
chen gebrauch und vbung haben vnd nad) vermugen befleif-
fen das recht vnd mol zu verften vnd nit allein lefen wir
die bibel, junder auch was teglich furfelt and vns zukumpt
außerhalb der ſchmehpuchlein, die vns vnfer gewiflen be-
ſchwern vud unßers achtens nit alweg der criftlichen einfel-
tigkeit gemeß find, hoff ye gott werdt uns feinen heiligen
vnd waren geift mit. unfer herezliche pit nit verfagen, noch
verhaften, damit wir das wort gottes recht vnd nad) fei-
nem waren verflandt mugen vernemen, nit allein dem pud)-
. Raben nad, funder aud) dem geift nach, Darumb wie wol
ons von etlichen beygelegt will werden als verlaffen wir
vns anf vnfere aygene werk, hoffen allein durch dieſelben
felig zu werden, fo ift uns doch von den genaden gottes vn⸗
verborgen es fag yderman was er woll, das durch Die werf
allein fein menſch, wie der heilige paulus fagt, gerechtfer-
tigt werden fan, funder durch den gelauben onferes bern
Jeſu Ehrifti zu dem, das vns der Herr Jeſus Chriftus
felb8 fest, wenn wir die werk alle gethun haben, das wir
uns dennoch vnnuez Diener achten foln, wir wiffen aber her⸗
widerumb auch, das ein rechter warer gelanb nit on guts
wert fan fein, als wenig als ein gutter paum on gutte
frücht, das aud got einen ytlichen menfchen nach feinem
verdinft lönen wirdt, vnd fo wir vor dem gericht Ehrifti
erfcheinen werden, das meniglich nad feinen werfen, fy find
gutt oder poß entphahen wirdt, Darvmb auch der heilige
Jacobus fagt, der gelaub fey on die werk tod, vnd ein
ytlicher menfch der den gelauben mit den werfen nit anzeigt
ſey einem menfchen geleich Der ſich in einem fpiegel anficht,
get weg, und weiß nit wie er geftalt ift geweft, der halben
der gelanb nit jm mund oder in worten allein flet, funder
der do recht gelaubt vud wol wurkt, der wirt felig, wir
wiffen auch, das wir allein uns, Die aygen werk nit follen
ie
zumeſſen, geſchicht aber etwas guts durch uns, das feldhs
nit vnſer, funder gotes werk if. Darvmb vns on grant
pengelegt wird, das wir und vnſerer werk romen, junder
onfer rum ift allein in dem verfchmehten vnd gefreuzigtem
Ebrifto, der uns heift fein Creuz auf uns zu nemen vnd jm
nachvolgen. Deshalben erkennen wir vns fehuldig, werden
auch das geheißen, den alten Adam vnterzudrüden, den leib
dem geift durch fefligung (kaſteiung) unterwäürfig zu machen,
der wir geleich jm clofter mer flat und urſach haben, dann
außwendig, dann wir außerhalb anch nit felig hoffen zu wer:
den, funder daß wir ye gern in der beruffuug zu der uns
got erfordert hat, pleiben wolten, warn warlich fyud wir
von guttes leben wegen im clofter oder nemen vnſer fon
bie ein, fo. weiß got vnd die welt, das wir arm ellemd
feut find, aber vnſer hoffnung ſtreckt ſich weytter, dieweil
wir wiſſen, das wir bie fein beleibende flat haben, Uns
ift auch vuverborgen, das die feligkeit nit in eſſen vnd triw
ten noch in fpeiß flet, Das willen wir aber herwiderumd, .
das fy nit in efien vnd trinfen noch auch in fullerey fit,
Es muß dennoch gepett, gefaft und gewacht, hunger vn)
durſt erlyden werden, fol anders der fterblich leib vertrudt
werden und der beleident geift die oberhand gewynnen der
aber durch zeitlich wolluft gedend das himmelreich zu erla
gen möcht fi ſelbs wol beiriegen. Es fey dann das bie
heilig gefchrift falſch ſey, nachdem die criftenlich Freyheit
nicht in dem Fleiſch, funder in dem geift ſtet. Wir verad-
ten auch den eelichen flant nit, (Gier ſcheint etwas zu fehle)
Dann wiflen wer fein jundfrau verheyret, das felbig (recht)
thut, aber nah S. Paulus ler wiffen wir auch, wer fen
jundfrawen nit verbeyret, das derfelb noch paß thut, ob wir
nun got in der jundfraufhaft zu dynen vns vnierften, fax
vns warlih von nymant verftendigen verwifen werden, wer
aber zu ſolchen nit genaigt oder nit gern bey uns wer, bi
folt und warlich auch vnmer feyn, gedenken darumb lin
a7
ſweſter pey vns mit gemalt oder jre eltern wor zu halten,
wölent auch derhalb nymant vrtheilen funder ein ytlich
menſch vrtheil fi ſelbs, wirt meniglich mol rechnung thun,
fo wir alle fur das gericht gotes kumen. Aber als wir ny⸗
mant . gern trängen wolten, als gern wolten wir auch
zubetrangt vnd mit dem geift, nicht Dem Leib frey fein. Das
aber nit fein font noch möcht, wo wir mit fremden felfor-
gern beleftiget‘ foln werden, dieweil ſolchs eygentlich der
weg Der erflorung vnſer fantlung wer, Dann oh wir geleich
mit dem goted wort und facrament verfehen wurden müſt
dennoch fo ſich die parfußer unfer entichlagen folten und der
piſchoff nit ober vns zu pictten bat, die vifitatio werpleiben,
an der dan nit der weniges teil eines clöftenlichen Lebens
gelegen ift gejweigen ander zufell fo fich teglih bey dem
‚ Elöftern eveugen, wes wol ſich aber E. W. ſelbs zeihen vnd
das arm gertlein der lang bergepadhten pflanzung alſo zer⸗
gen laſſen, warumb wolt ſich die mit ſolcher handellung der
gewifien befwern vnd vns ein pürd auflegen, die vns nit
mpnder erſchröcklich vnd graufam wer, Dann der zeitlich oder
leiblid) tod, den wir wiß got mit geringerm herczen leid
wollten dan dad vns dißer fehweren eingang gemacht wer .
den folt. nit darumb, das wir der mund; geratten müſten,
under das wir vor vnſern augen die ferligkeit unfer felnheil
vnd die zerirennung vnfer verfamlung fehen. Es ift warlich
in Diefer gefährlichen: zeit vnnoth urſach zu ergeruug vud
mißhandluug zu ‚geben, Dann ſich die felben on das teglich
wie E. W. nberfluflig ereugen, Wo fh E. W, recht bee
denken will, find wir warlich derfelben vil etlicher ju dem
clofter Die weil wir gern vnd ungezwungen darjnn find, dann
berauffen, get wöll das E. W. mit vernünftiger betrachtung
ermeilen und, mit der that erfar Wir wiſſen auch aygentlich
wo E. W, als wol als wir, dife unßer bejchwerung wur
den betrachten, die würd ſich nit allein ober ons erparmen,
funder aud ein mitleiden trewlich mit ons haben, ob Die
2
18
auch ſtainen herz het, dieweil vns diße fach mit allein das
zeitlich, funder wie worgemelt vnſer felheil und ewiges be⸗
treffen will, haben wir ons einiger fach vngepürlich gehal⸗
ten, oder was vermürdt, woll wir vns gern wo und das ange:
zeigt wirt, peffern, auch ſtraff darumb leiden, haben wir
aber nidhtes verhandelt, warumb uns dißer ſchweren fa
ſolt aufgelegt werden Auch wir auch zu dem allmechtigen
got hoffen wicht gefchehen fen, wes wolt vns eflende dann
E. 8. zeyhen, wir wiffen vnd erkennen uns vor got arm
ond ellend funderin, dieweil vor desfelben angen and fein
newgeporn kind rain fan fein, Aber gegen der welt vnd
E. W. wilfen wir uns alles tadels frey und rein, dem allem
nad) pitten wir E. €. W. vmb vnfer ond des hochſten ge:
tes willen vmb die menſchwerdung vnſers herrn Jeſu Chriſt
vnd feines heiligen leidens, vmb fein tewr plut daß er vmb
vnſer erloͤſung willen vergoſſen hat, vmb eriſtenlicher lieb
vnd hoffnung willen, die alle menſchen auf das kuuftig leben
haben, dieſelb woll dißes jres furnemen günſtiglich abſten
vnd und armen ellenden kindern vnd ploden framenpild per
vorigen vnſern vnſtrefflichen lang her gebrachten weſen et:
lich beleiben, vnd got dem herrn dynen laffen, vnd dißer
vberſchwerlichen laſt genediglich vberleben. Auf das ench
got an feinem großen tag auch genedig vnd barmherzig fen
vnd das mittel, ſo jr anderen auch mitgeteilt habt, Wo
aber E. W. ye nit gelegen fein wolt, jrs furnemens vezt
vnd alspald abzuſtan, fo pitten wir doch abermals aufs
hochſte und umb gotes willen, Diefelfig wöll doch die fad
aufziehen dießmal jun rw ſtellen vnd auf die geferlich el:
iende zeit ein enger aufſehen haben, wirt vifleicht mitler
Zeit als wir hoffen got fein gnad geben, das alle ding in
beffer wefen vnd ordenung dann fü nez fein, gefert werden
wo nit die welt umb jrer fund wegen geftraft folt werden
oder aber der tag des herren ſich neben würdt, wöllen und
mußen wir des aud wie die andern Erifigefaubigen men:
19
hen erwarten, und vnſer hoffnung allein in die genad vnd
parmherzigkeit gotes feezen die woͤll & W. den rechten wa⸗
ren geift geben zu Bandeln das derfelben und vns armen
ellenden betrubten Kindern zu jrer fel feligkeit am nuczten
vnd peften.fey, wöllen uns damit E. W. in aller demutig⸗
keit befehlen vnd nach got vnſer hoffnung vnd troſt in die⸗
ſelben geſetzt haben, genedige antwurtt wartten.
Auf diße ſuplicacion wurd uns kein andre antwurt
den Ein E. Rat wolt die ſach auf dißmal in rw ftellen
piß auf weyttern befcheid. *)
5) Wie e8 mit der Tezlin ergangen ift.
Auno domini 1525 den negſten tag nach vnſer lieben
frawen liechtmeß fordert mich die friez tezlin und begert an
mich mit vil ernftlihen worten ih folt ſy berein in das
cloſter lagen: fy het allein mit jrer tochter margreth zu re⸗
den, daran jr peder fel feligleit gelegen wer, des wideferzt
ih mid), jagt fy weft das bisher nit gewonheit wer geweſt
yemant ein zu laflen, des man in dem clofter nit bedoift
bat, trib ſy vil trömwort, es müft anderß werden, begeret
doch man folt ir die thür aufpern vnd je "die tochter frey
dahyn flellen das jr nymant zu möcht hörn, das ſchlug ich
jr ab, fagt wolt duch je willen fein foldye gewonbeit auf⸗
pringen, was ich jr vergunet, werden ander auch wollen
haben, begeret das auch jr tochter herczlich, das ich mit
auf folt fperen, dann fy forget (fürchtet) ſy wird
ſy mit gewalt hinauß zerren, möcht fy ir nit eriwern, wenn
die thür offen wer. Nach vil red vnd widerred fum ed da⸗
hin, das ich ir je tochter in die capeln ließ vnd das fenfter
auffperret da man vns das hochwirdig facrament durchgibt,
an demfelden redt fy mer den 1 gancze flund mit ir tochter
*) Hier enthält dad von der Hand ber Charitas corrigirte MS.
eine Lüde bi8. „Anno domini 1525 am funtag oculi‘
2*
allein das Fein ſchweſter gegenwurtig wasnod) höret. Rach⸗
dem als fu hin kom lief das lieb find Schweſter Margaret
tezlin zu mir vnd andern Schweſtern mit großem heuln
vnd weynen und claget vns herezlich, wie ſy ic mutter in
allen Dingen fo genaw dahaym geſucht Het mit lieb
vnd leid, trowort und verheyſſen, het ſy ve auf daſſelbmal
mit gewalt heym wöllen furen, aber es het ſich mit allen
kreften gewert vnd jr entlich geſagt kein menſch ſolt ſy aus
dem cloſter pringen, ſy wolt mit der hilf gots halten, was
got gelobt het, Alſo lief die muter mit zorn von dem kind,
het endlich geſagt, ſy ſolt ſich darnach richten ſy wolt ſy
nit in dem verderblichen ſtandt laßen, thut das kind ſo
kleglich das es mich vnd all Schweſtern zu mitleiden bewegt,
pat uns jo herczlich, wir ſolten es nit von uns reyßen laſ⸗
fen, es wolt fuft fein fel an dem jüngften tag von vns
fordern, begeret ich ich ſolt rat haben mit unferm herm
pfleger, dem fchrib ich digen nadhfolgent priff.
65) Furfichtiger Wurdiger günftiger lieber herr pfleger
vnd getrewer vater, Ich dankt E. F. W. aller mü fo ir mit
und habt jn unferm teglichen anlauffen, got der almechtig
belon euch ſolchs in Zeit und in ewigfeit, beger auf die
"mal ewrs getrewen Rats in einer fach dergleichen mir vor
nye begegent ift, Daromb ich mich on Ewr Nat nit waiß
darein zu fhiden, Am negſt freytag ift friez tezlin bey mir
geweft, begert in vnſer Elofter zu gen, mit ir tochter allein
zu reden, fagt ich ir den eingang in das clofter würd id
weder je noch ymant on not fach vergunnen, aber allein
mit it tochter zu veden wolt ich ir auf dießmal nit abſchla⸗
gen, wer auch darbey erpüttig, als jr Kind nit getrawt
felig zu werden, oder nit gern wolt jn dem clofter befeiben,
wolt ih je Das nit vor halten, dagegen begert ich aud
widervmb, Das ſy nit gemalt legt an je Find zu nöthigen
wider feinen willen, auf das mir vil antwürt meins bedün-
21
kens nit gar evangelifh. do ich ich merdt, das fü fo gar
bewegt war, ſprach ich wolt gern bern figmnnt fürer dar-
bey Haben an jrs vaters felig flat, der würd villeicht nach
vernunft handeln, Aber was weder porgens noch peyttens Do,
wolt das find vntter ein thür haben, antwurt ich, wolt fy
in vnſer capeln unter das fenfter loffen, da man uns das
heilig facrament gibt, wolt denn das find hinauß, alsdanı
wolt ih thür und thor Auffperen, auf das felb Kat ſy Ien-
ger dann eine ganze fund mit jrm find allein geret, aber
ed nit künnen vnd mugen darzubringen, das es hinauß hat
gewolt, hat fy im dabey gefagt fy wol herwider fonten und
noch weytter mit im handeln, laufft mic Das Find teglich
vmb hilff an, id) fol es nit bemottigen laßen. Nun weiß
€. 5. W. das wir feine on vergunftigung eines E. R. her⸗
einnemen, bedunkt mich auch pillih, Das wir feine wider
jrn willen hynauß treiben, oder mit gemalt laßen nemen
on eines E. R. willen und wiffen, wiewol fy dem find fur
bat geben, ſy woll fy nur ein zeit lang hynauß nemen in
tr hauß vnd fy darnach wider herein thun, welchs mir vnd
mein Convent gar nit eben ift, vil vrſach halben. beger hiein-
nen ewers getrewmen Rates, ob ich ein fuplicacion jn ein
E. R. fol geben oder wie ich mich fuft in die fach fol ſchi⸗
en die mir ve alfo zu ſchwer will fein, meins bedundens
fteßen uns folch leut wol zu frid, fo wir Doch anch nyntant
gern wolten befchweren oder wider Das heilig evangelium
vnd gutt futten wolten feben, gegen got vnßerm herrn bes
fennen wir ons aller ſchmacheit mwirdig vnd wert, aber umb
ſolch leut denen wir jre finder fo getremlich auch mit onferer
merflihen befchwert zuehen vn neren in ganzer fwelterlicher
lieb verdynnen wir ſolchs meins bedunckens gar nit, Doch
befelhen ſolchs dem ewigen got, der dieß vnd anders au
veften wöll wentten und E. F. W. in feinen genaden ewig»
ih wöll enthalten. Amen.
Darauf wart mir fein antwıurt.
[4
Uber etlich tag kom die tezlin wider mit im 2 pru⸗
dern herrn figmundt vnd criftoff furer, die begerten mit vil
ſcharffen. wortten das man ir Schweſter der Tezlin jr tochter
widergeb, denn fy wer fo vil vuterriht durch das clare
evangelium vnd die predigen, das fy ir find mit guter ge-
wißen nit funt bineu laffen, mit verwerffung des geiftlichen
fiants vnd ſchmehung alles vnſeres thuns vnd Taflens ꝛc
antwurt ich in, ich hets der tezlin vorgeſagt, das ich ir toch⸗
ter nit vor wolt halten, wo ſy ſelbſt nit pleiben wolt, des
ſelben wer ich noch erpüttig das wirs aber von uns treiben
folten wider jrn willen, das wolt vns nit gezymen, dann
e8 wer nit evangelifh, wer auch wider ſweſterliche Tieb x
fagten die fürer, ich folt die tochter neyr A wochen pey ir
mutter lafien, das ſis vntterricht in dem waren gelanben,
und das fy das evangelium möcht hörn wie man es in der
fladt predigt, fagt ich ſy het nechft mer deun 1 flund allein
mit jem find geredt, vnd jr maynnng genug gefagt, da ſy
fih vor nymant bet durffen ſcheuhen, ich wer auch erpüttig
das ich ſy iezunt wider an das geficht fenfter zu jn allen
dreyen allein wolt loſſen, funten fie überreden, Das ſye
mit jn gen wolt, welt id) thur und thor.aufiperen, wo aber
das Find mit darzu wolt werwilligen begert ich das fy Beinen
gewalt anlegenten, aber ich kunt nit fo vil zu wegen
pringen das weder die mutter noch jr prifder das find wer
ber an dem fenfter in Der capeln noch an dem redfenfter ein
einig6 wort wolten hörn, fagten fie weiten wol das fy mit
irm willen nit hinauß würd wöllen, fo wellten fis dod nit
hynen laſſen, alfo nach langem gezenf fagt ih, wir haben
das find mit willen vnd wiffen eines erbern Rats entpfan-
gen, wöllen das on ir willen und wiflen nit von vns wewen
lafien, wöllen an fie fupliciven vnd fie darinnen entfcheyden
laffen, was pillich vnd recht wer, fagten fie daffelb möchten
fie wol leiden fy wolten auch fupficien, alſo ſchyden fie auf
dißmal hynn.
.
»
Das lieb frum kind margaret tezlin wurd herczlich be-
trubt, das ſy ie vettern. nit verhorn wollten, dann es het
ein groß herz auf fy gehabt, maynet ve, es wolt mit jım
vettern fo pil handeln das_fy mit ir mutter verfchuffen, das
ſy dem unpillihen furnemen abftund.
Über etli tag kam vnſer pfleger herr Caspar nuczel
dem erzelt ih nad) der leng den vorgefähriben handel, may-
net er ye ih folt mid) des nit fo hoch befchwern, es wird
noch mer gefchehen, dann ſy würden yezo bericht von jrn
gelerten das nichcz vmb das clofterleben wer,’ wurd feinen
beftand kunen haben Dann es hat feinen grunt auß dem
evangelium mit vil dergleichen worten. Schweſter margaret
claget jm auch mit vil heißen zehern jr not vnd anliegent
vnd pat vnd ermant jn aufs höchſt das er mit jen vettern
den fürern redet, das ſis durch gotes willen vor verhoreten
ee ſy gewalt an ſy legeten ıc. Aber es ging dent pfleger
nichcz zu herzen, het neyr (nur) ſein geſpot darauß, ſaget doch
zuletzt, ſy möcht dem ſigmundt furer ſelber ſchreiben als ſy
dann thet, ſchrib jm auf das allerdemutigſt vnd pat jn auf
das hochſt das er mit ſeinem pruder zu jr kem, auf das
ſelb gab er jr diße antwurtt. |
7. Freuntlich und Tiebes mumelein, ich hab dein ——
ben vnd begern verleſſen, Auch ſolchs meinem pruder ange⸗
zeigt, dieweil wir dan vngefehr dein anſynen bedenken auch bei-
wer muter willen wiflen, denn fy auch nit wirt abften, fo achten
wir nicht von notten Dißer zeit zd dir zu fumen, demmach
fo wolletft alles dein thun vnd laſſen gott allein befelhen,
der wirt e8 alles erden wie es -jm vnd nit dem menfchen
aeielt, darvmb pis froöͤlich vnd vertrau got allein
Sygmundt furer.
Dieß priflein ſchrib ich dem pfleger vnſerm herrn,
ſchrib im dabey die nachfolgente maynung.
2%
8) Furfichtiger W. ©. lieber herr pfleger. herr figmmmdt
furer bat feiner mumen dißen prif geſchickt, das fy von
herczen erfchroden iſt, ſagt das got erbarm, verhört man
doch einen dieb, ee man jn hendt, wes fol ich entgelten,
das man mich jn der fah, daran mir fo groß gelegen ifl,
nit verhörn will, es bedeut nichez gucz wir haben an dem
armen Find zu tröften. Nun beger ich abermals ewrn ge:
trewen rats vnd ruff eud an, als vnfern vater dem von
den willen gotes, Die pfleg und handlung vnſers Cloſters
entpfoblen ift, Dißer zeit vmb desfelben lieb willen zaigt
mir an, pit ih, ob ich ein ſuplicacion jn einen E. R. fol
geben, mein herrn darjnnen laffen erfennen, ob ſolchs pil-
lich vnd recht fey, das man eine vnerhört wider jrn willen
alfo bezwyngen fol in ſolchem fall, oder ob € W,
fur uns al8 ewre finder, mundtlid felbft fprechen well,
€. W. fan ye wol abnemen, das wir in. dißer fach feinen
zeitlichen genyeß ſuchen, funder allein die ere gottes vnd
fhwefterliche lieb und trew jn der wir Dig find nun pis im
das 10 jar mit aller freuntfchaft erzogen haben, erparmt
vns fein jamer herzlich, wolt weder es noch feine die gem
pei ons befib, gern von vns treiben, als wol wir auch feine
wider jr willen mit gewalt pei ons wollen behalten. Ric
bebundt ye weder criftenlich evangeliſch noch pruderlich ift,
das man guts mit vbel will bezallen, Nachpolgent befehl
wirs E. F. W. ale unferm getiewen vater- wnd. Liebhaber
der gerechtigfeit in gutter zuverficht, fo wir doch ne nymante
gern vberlaft umd unrecht zu thun, E. W. mit fammt einem
ganzen E. R. vnſre gunftigen Lieben herrn und vetſern
werd ons auch widernunmib vor gewalt und vberlaft behutten
doch hab ih mich mit meinen fchweftern entlich bedacht,
wo es ye muſt fein, daß wir diß find vber feinen wil:
fen muften hinauß geben, bitten wir digen dapffern handeln
des gleichen vnferm Convent nye zugeftanden tft, ſchyr 300
jaar nit heimlich jn den windeln verrichten, ſundet öoͤffenlich
25
in E. W. vnd der audern alten herrn gegenwertigfeit die
demutiglih vnd fleyßig wöllen erſuchen als vnſer ſchuz und
ſchirmer vnd getrew herrn vnd vettern, das ſy all perſön—
lich jn vnſer cloſter wollen kumen, vnd ſehen dißen redlichen
handel vnd hören vnſer anligen, auf das ſy vor meniglich
gezeugnus mügen geben der warheit, darvmb das vil nach—
red, vnrwe und vnwarheit wie yezo gewonheit iſt, auf pe—
den teiln vermyden beleib, wir wolten eben als gern recht
thun, als ander leut, Darvmb wöllen wir das recht nit
flvehen, begern demutiglich antwort, wo es möcht geſein
noch heynt, auf das ich mich morgen darnach het zu richten
damit vil gutter ſeliger zeit ich möcht wol leyden wen es
euch gut bedunckt, das jr dißen priff die alten herren lieſt
leßen auf morgen.
Auf dißen priff ſchrib mir der pfleger den nachgeſchri⸗
ben priff J
9 Genad vnd frid vor got dem vater, durch ſeinen
fun vnſern erlöfer x. Erwürtig frau vnd mutter, als ich
freitagd von euch geſchyden, hab ich geftern mit figmundt
furer meinen zufagen nachgeredt vud Der teczlin begern,
das ſy felbft mit jrm vettern gern wolt reden furgehalten,
der mir heut antwort geben, das fein Schweſter, die teczlin
im vnd fein bruder fur das hinaußgen gepetten mit anzaigt,
das jr tochter vor haben dahyn geſtelt, das ſy jrm anſuchen
nit willfarn vorwißen, fo muß fv fih jn jren anfnchen nit
alfein vnſtreflich ſunder fhuldig, wie fo anch fürzlich pen
npmant fur felzfam geacht. Darauf ſy jr zugefagt wider
jin willen digmal nit hynauß zugen ſnuder je mumen das
abznfchreiben, vwermerd aud) das ſy ir begern duch ein fu-
pficacion an ein ER. zu fangen willens, dieweil nun die
fach auf dem ften vnd id den meiner herrn gebrauch weiß
daß ſy unverhört der parthenen fo ein handel belangt, nit
entſchyd gebten, daß fy gemißlich in bedacht, das es pey
dem nit bleiben funder — mer dergleichen pei irn clöfern
anfuchen möchten. Wer demnad mein rat, ir hettent er⸗
wart pis fy ir fuplicacion geben, fo ih das vernem, wolt
ich fagen, ir het mir von dißer ſach vnd der fürer vorhaben
gefagt, Ddieweil euch dann daran gelegen, das man end)
dann die fuplicacion zugeben, daranf wöllt jr ewr notturfft
nach widerfchrifftlich erbar vnd vnverweißlich antwurt geben,
wie jr dann mit guitem rat wol thun mugt, wirt euch auch
Dienftparlicher fein denn mundtlih, dann ich eben als wol
als Jeronimus ebner außtretten muß, ich zweyfel gar nit
ain vdes hab nach feinem verftant hierjn ein criſtenlich ge-
mut, darvmb ich gar zum hochſten hierjun fein willen gne-
diglich zu verfugen pit. Ich will auch ewr priff den eltern
darvmb nit laffen lefen, dieweil je vwilleiht nach vberantwor:
tung der fublicacion wenttere notturf bedenken möcht, damit
ſeit dem heran befolhen.
Ich glaub auch das die eltern — einem rat in
dißer ſach nichez werden handeln.
Caspar Nuczel der elter.
Darnach gab die fricz teczlin jr elag vnd ſuplicacion
in den Rat, die ſchickt mir der pfleger zu in dißem priff
eingefchloffen.
9) In Chriſto Jeſu unferm ſeligmacher frid vnd heil,
Erwirdige fraw muter die Tezlin bat hierin verwarte fupli-
carion einen E. R. vberantwort, darauf ich angezaigt, das
ie mir dißen handel mundtlih und ſchriftlich eutdelt vnd
gleihmol diß anfuchend beſchwert, und euch al fach gele
genheit nach mit veriehen bet, wie aber dem, fo het ih
den befelh von euch zu begern das man euch Die zu wolt
ſchicken, als dann wurdt jr ewr antwurt vnd notturft einem
E. R. darauf fchriftlich nicht verhalten welche fur pillich ange
fchen vnd mir die zugefchidt einem E. R. die zu vberantwur-
ten ond will (in rat ewr antwurt gemwartten vnd alddann
2%
befheyd geben oder jr gemut wie fy jn rat finden exöffnen,
das Hab ih mein jungſten zufchreiben nach und auf gegeben
befelH nit wollen verhalten, mich darzu zu ewrm dinſt wil-
lig erpiettent
Caspar Nuczel der eiter.
10) Diß ift der Teczlin fuplicacion
Furſichtige Erbere W. vnd gneflige lieben heun. mein
‚lieben hanßwirt feliger vnd ich haben verfchynnen jam un-
Ber liebe tochter in ewrer weißheit fant Clara Elofter gehol-
fen, amders nit wifjent, wir geben dan got ein febendig
opfer vnd das jr ein abwaſchung jrer fundt were und Elo-
ter leben ein furberung der fel heil, Nun hab ich aber
durch born leſen fo vil gefunden, das ich genczlid halt der
Glofteritant fey got unbefannt, vud nichcz anderes, dann
ein menſchen gedichte gleicherifhe abfunderung, derhalben
wich mein gewißen getrungen bat, diefelben mein tochter
neben peden meinen lieben prudern von der Erwirdigen frau
Abtiffin widernmb zu erfordern, des fie geantwurt bat,
nachdem fy mit &. W. wißen vnd willen Diefelben mein
tochter eingenommen haben, wol ir nit gepüren, die on E.
W. willigung wider herauß zugeben, darum ſy es an ewr
exrberfeit durch ein fuplicacion gelangen wolle laffen, dies
weil fih aber ſolchs verzeucht, tringt mid) mein vnd meiner
tochter felenheil, E. W. vmb gottes willen zu ermanen vnd
zu bitten, € F. W. wolle zu herzen nemen, Das mein
tochter in jrn vuverfiendigen jarn vnd zwifchen guten vud
poffen nit vntterſchyd gewift hat, als nemlich 14 jar jre
alters in diße gefendtmus kumen ift, vnd das criftus am
jungften gerichte nit erfordern wirt petten, vaften, fiveigen,
clayder, ayr oder fleifh, ſunder allein glauben
vnd liebe des nechſten, vnd mir darzu verholfen fein,
vnd verfugen, das mir mein tochter ein zeitlang wider jn
mein behaußung geantwurt werdt, will ih E. W. verheis
Ben, nad wo nit, mit meinen prüdern verpürgen, wenn In
jm wort gotes vntterricht wirt, Das ſy dann pey munden
nit finden darff irenthalben hunger an der fele lyd, unter:
richt ift, das ſy aller ding frey vnd vngetrangt fein fol,
fie beleib beraußen vnd nem mit verqut, mit mir armen
witben, und jren gefivyfterten, oder gee widerumb jns clo-
fter, da ſy villeiht ein peßer vnd genugfamb Teben bat,
damit mein gefangene gewißen zn rwe geftelt werde, folt
aber ſolchs durch die wurdig muter aber mein tochter abge»
ſchlagen werden, fo wil id) verhoffen €. F. als vnſer orden:
fihe oberfeit werden die vungehorfam meines kindes gegen
mir jrer muter ftant vnd vnfer peder felen Dig thun hal:
ben gunftiglih zu bedenden wiffen, darauf ich vns pebe
E. W. pit zu befolhen zu haben
E. F. W.
gehorſame witbe
Urſula friderich teczlin.
11) Diße antwurt vnd ſublicacion gaben wir auf in
ein erbarn Rat, die auch durch ein gemayn Convent ge
ftumpt wardt. |
Furfichtig Erber w. l. Herrn die fublicacion durhh Ne
Erbern frawen Urfula teczlin vberantwurt vnd uns furge
halten, haben wir demutiglich verlefen, Vnd fagen erftlib
Das die warheit iff, mas wir durch vil pet bern friderid
teczel feligen Auch dißer Clegerin die gemelten jr tochter
auß zugebung E. W. zu vns genumen haben, vnd ift mil
on, ſy ift erftlih allein vnd nachfolgent mit jen prudern
pen vns geweft vnd die tochter wider auß önſerm Cloſter
erfordert, die wir num mals jn das 9 jar mit allem fleiß
erzogen vnd jr vnſer armut mitgeteilt, in aller ſweſterlichen
lieb, welchs vns nit vnpillig befchwert, man vnſers bedun-
ckens haben wirs nit vmb ſy verdint ꝛc. das wir aber an
E. W. zu ſupliciren vuterlaſſen haben, iſt diß die vrſach
geweft, als die gemelt frau zu una kumen ift und mit ge-
walt in unßer clofter gewolt, haben wir ſy nach allerfey
handlung gepetten das fy fi benugen wol laßen, das wir jr
die tochter allein ftellen, ſye fehen vnd nad ir nottuxft mit
ir reden laſſen, ſolchs auch gefcheben vnd ſy pei einer ſtund
allein geredt an fenſterlein durch das uns das heilig wur-
dig facrament gereicht wirt. Aber nach ſolchen reden ift die
tochter mit großem weynen und clagen wider fumen und
uns auß hochſt gepetten und ermant fie nit zu verlaffen,
funder pey uns zu behalten, wie fy dan noch teglich thut
und wie wol nachfolgent die fraw fampt jen prüdern wider
zu und fumen ift, haben fy doch mit der tochter gar nichs
handeln wöllen, das fy merdlid, befchwert gehabt, jrn Ohey⸗
men deshalben gefchriben, fie gepetten zu jr zu fumen und
ſy aud zu vernemen, Das jr aber abgeichlagen ift worden
mit auzaigung die mutter het fy fur ſolchs gepetten, würd
auch jrm furnemen nit abften das fy geleich mit höchſter
beſchwert angenumen hat, angefehen das man ubel thett, ee
man ſy zum todt verurteilt, verhörtt, ſolchs ift unfer urſach
geweft des verzugs und gar nichs anders, ziehen uns der-
halben auf unfern bern pflege. Nun hab wir hievor €.
W. angezaigt, welche nit gern pey und were, die wolten
wir auch ungern pei uns zu beleiben betrangen, das wir
aber ymant mit gewalt uber feinen willen von uns treyben
follen, haben wir als wol befchwerd in unfer gewiflen als
die fraw, das fy ir tochter pei uns fol lafien in dem clofter-
ftant, der got unbefant fey, als ſy fagt, befremdt uns nit
wenig, fo got die ewig weißheit ift on des willen Fein plet«
fein (Blättlein) vom pawme, noch berlein von unferm haubt
fellt, dem alle abgrunt der herczen befant findt, vor des ange-
fiht fein creatur unfichtbar ift, vor dem ſich nymant ver:
- pergen fan, das er- und arme feine creaturlein allein nit
erfennen foll, fo wir doch von feinen genaden aud zu dem
eriftengelauben beruft find, jindem- wir allein in fein genad
hoffen uud jn das pitter leiden Chrifti unfer hoffnung feczen,
dem wir auch nach feinem gebot von herezen zu Tieben be:
gern, weldhe lieb uns treibt, Die clöfterlichen werk zu trei-
ben, die uns der herr Chrikus und der groß paulus lem,
die uns flettigft wachen, faften, petten und got Loben durd
pſalm und geiftlih gefang heyßen, nit das wir auf folde
werd pawen, funder fo wir das alles gethun haben, das
wir und fur unnnez Dyenerin follen achten. Uns hat ve got
mit einer vernunftigen fel begabt, die wir jur aud gem
wider zu der feligkeit aufopfern wollten, und gar vil Tieber
wo es muglich wer, durch das fuß denn Durch das fauer
gen himel kumen Dy weil uns aber der herr Chriftus Iert,
das wir unfer Krenz auf und follen nemen und jm nad
folgen , wollten wir dennoch gern in dem fland, zu dem
wir beruft find, beleiben nad) der lere sancti pauli, Kit
das wir auf derfelben (wie gemelt) pawen dann wir wiffen,
das eins rechten kriftenmenfchen leben weder an zeit, flat,
efien, clauder, und dergleichen gebunden, funder frey if,
nit in feiblicher,, funder geiftlicher freiheit, mit der uns
Ehriftus erloft hat, funder das uns in digen unßerm vor
haben und meynung unßer gewißen, auch die heilig fchrift
gar nit flrafft, ob uns aber die menfchen ftraffen, ift une
nit gelegen, got wirt urtheilen, und nit die menfchen, ver
dem wir all erſcheynen mußen und feins urtheils ermartten.
Ein yttlihs ftet und fellt feinem herren, Chriftus ſpricht, jr
folt nymant verdamen, auf das jr nit verdampt wert, Es
jrzet nit, ob wir ſchmah, ſchant, und nachred leiden, dann
Chriſtus unfer ſeligmacher hat noch mehr fur nnd gelgden,
der unfchuldig für uns ſchuldig menfchen, der gerecht fur
und ungerecht, dem fey lob und ere, umb das fo er und
zuſchickt, als wir umb das widerwertig als umb das glüd:
lid}, dann er ift allein der, des genad und parmberzigfeit
on endt ift, Und geb got daß dißer frawen furnemen auf
betrang einer guten gewißen und nit auß andern urſachen
8
gefheh, Dann wie wol die warheit, das die tochter jung
herein ift fomen, fo hat fy Doch nun mals jre verftendige
und vernunftige jar erreicht, alß das fy wol erfennen fan,
was poß und gut if. Auch die muter, wie wol die pill-
ih von finden geert follen werden nit den gewalt, wie
untter vetterlihen find, wie dann die recht außweifen , fo
bat diße clegerin nit macht jr tochter wider jrn willen auß
dem clofter zu nemen. Die tochter ift je auch wider jr ger
wißen zu folgen nit ſchuldig derbalb die frau nit fagen
mag jr gewifien fey beſchwert, Die weil fy das jr gethun
und der tochter ir maynung angezaigt hat, und aber die—
ſelb auf jr futnemen verharrt, die muß bynfur an und nit
die mutter, die nun entfchuldigt ift, fur fich felbft, antwurt
geben. Wol möcht die frau jr gewißen fohen und in unrw
ftellen,, fo fy das kindt wider feinen willen auß dem clofter
pet, das befelhen wir got, find aber daneben ſchuldig
nnfer gewiffen aud zu reinigen und das unfer zu thun.
Was wir nit erhalten mugen, müſſen wir faren laffen. Da-
mit aber E. W. zu dem rechten grunt komen mügen, fo
pit wir Diefelben in aller demutigkeit, die wöll nit allein
uns, funder der tochter zu gut, yemants verordnen, fo wol-
len wir die allein und offenlich ftellen, das Die nach aller
notturft mug gefragt werden, erfindt fi) Dann, das jr will
aus dem clofter flett, fol fy warlich von uns nit verhindert
werden, begert fy aber bey uns zu bleiben, hoffen wir,
E. 8. werdt nit geftatten, das gemalt mit jr getriben wer-
den, funder werdet fy genediglih vor ſolchen ſchuczen und
bewaren, damit doch das arm findt auch verhört werdt
und fein meinung vernumen und E. W. erlangen mag, fo
ihm von der freundfdhafft abgefchlagen ift worden, dieweil
ye nymants unverhört fol geurteilt oder befchwert werden.
Wo aber das E. W. maynung nit fein will, funder die
tochter ye hynauß muß, das wir uns doch nit verfehen, jo
kanen und wollen wir und gar nit wider die feczen, funder
*
1%
find crpüttig unfer pfortten aufzufperren und bie tochter
darzuftcllen, will fy dann E. W. hynauß mit gemalt wider
jrn willen oder ymants anders Dig geftatten, mußen wir
got befelhen, aber das wir fy felber wider jın willen von
vns treiben follen, will uns nit wenig befehwerlic fein, Wie
E. W. als die hochverftendigen wol zu ermefjen haben. Als
fi) aber die Bram jm endt erpeut, fo Dice tochter von jr
unterricht fey, fol es dann jn jr willfür ften wider jn das
clofter zu gen oder herauß zu beleiben, zu dem fagen wır,
ſy kunen die tochter nit fo vil guts unterweißen, wir günen
ir. noch vil mer, bofen auch fid) werdt erfunden, das wir
ſy auch nichs poß gelernt haben, Aber fu „wider jn Das
clofter zu nemen, fo fie herauß fumen ift, wirt unfers fugs
nit fein, hoffen auch E. W. werd uns zu foldyem nit trin-
gen, andern und großern unrat zu fur kumen, dann die
wol waiß, hat aud) erfaren, wen ein unrwigs oder verwiſ⸗
ſens menſchs untter ein ganczen convent kumt, was unrats
darauß volgt, und wer uns vil lieber, fie verpürget mit
jen prudern fo fie die tochter erlangt het, das ſy ums alsdaun
vnbetrubt wölt laffen, were uns ve hoch befchwerlich alwe—
gen dermoß gewertig zu fein, wurden fid) andere auch dar:
nad richten und das hynauß und hynein lauffen nymer
endt nemen. Als uns aber die frau zufeßt anftett, als jelt
ein pefjer genugfames leben in unferm clofter denn in jım
hauß fein, das mußen wir got befelhen, wollen aber yenit
das fpiczig mit der fpiczigfeit verantwurtten, dieweil das wide
got und die lich des nechften it. E. W. haben unfers ein
nemen und außgebens und foftlichen lebens genugfamer wii:
fen, dabei wir es beleiben laffen, danken got das wir das
haben, hoffen darbey, es fey dennoch aud ein werk der
lieb des negften, fo wir ung defter fperlicher halten in der
narung und die pfrundt ſchmellern auf das das heilig al-
mußen, das wir nyeßen, geleich außgetailt werd, der alt
vil, Die nit bringt aus die bringt. Nach dem exempel de
83
erften Exriſtenheit, von der in actibus gefchriben ftet das fy
pey einander warn und Betten alle ding gemayn in beflczung
und fubflanz verkauften ſy und teilten in allen als einen
ytlichen not was und verharrten tegfich im tempel und fob-
ten got, Das was ye auch -ein guts Elofterleben.
Wollen hiemit E. W. als unßerm gunfligen lieben herren
und getrewen veitern jn aller demnihigfeit befolhen haben
ber hoffnung der almechtig got: werd alle ding zu fei-
nem lob ordnen vnd fchiden, deu piten wir, woll uns in
aller unfer widerwertigfeit rechte gedult verleyhen und fein
joch ing wachen. damit wir jm fein Kreutz mit fremden
helfen nachtragen. Amen.
: E. F. W.
demuthige Kinder Abtiſſin und
Convent zu Sant Claren.
Auf dieſe ſublicacion gab man uns auch fein antwurt
fhwig yderman fill dann man Hub darnach am pfincztag
nach dem aſchermitwoch was fant Kunigundtag die dispu-
taeion auf dem Rothauß an, die ging allmayft wider die
parfußen, harret man das man urſach möcht baben fy mit
fug von uns abzufhaffen.
Anno domini 1525 am funtag Deuli. in der faften
was der 19 tag im Merzen nachmytag kom herr Eriftof
Koller vnd bernhart paumgartner, fagten, ſy wern gefant
von einem E. Rat von dem ſy befelh heiten ein potichaft
an den Convent zu werben, dy muften fy dem ganczen
Eonvent anfagen, darvmb folt ih fy in das cloſter loßen,
fagt id ih wolt in den convent wol an das fenfter fon-
dern mochten fy ir potſchaft woll außrichten, fagten ſy neyn
ſy heiten den befell das fy ir potichaft dem convent in der .
geftalt fürlegten, das all Schweftern horen und fehen moch⸗
ten zc. Alſo lyeß ich fye mit großen vorchten herein, bes
3
3
zufft den Eonvent in den wynter Rebenten, buben dy 2
herren ein lange red an wye fye von einem erbarn Rot in
ganz guiter mennung zu und verordent wern, Das fy uns
follten zu befennen geben jr veterliche. gunft und forg dy
fye zu uns vnd fur ons hHetten als zu iren Kindern vmd
geborn freunten, deshalben fy une nit berauben wolten Der
genad dye in got Der here beweilt het jn den das das clar
wort gottes vnd heil evangelium alfo an tag wer fumen
das ſye nun. erfennten wye großlich vorgeret wer worDen,
als fih dann erfunden bet in der criftenlichen disputacion
dy igzumt etlich tag auf dem Rothauß gehalten worden in
dem jr predicanten und hochgelert dy worheit bes clarn
gozwort alfo hell an tag heiten pracht, das dy ordens perfon
dy do wern geweſt felber betten mußen befennen das in gar
vill ftuden gejrt wer worden, demnoch fo dy gancz flat
mit dem clan wort goz alfo erleudht wer worden durch dy
predig des evangeliums, das piß ber vnter der pand wer
gelegen vnd gar verdundelt, durch dy dy es piß ber gepre-
digt folten haben, fo wolt uns ein E. Rot diße gnad auch
mitteyln, wollten fein £often zu demfelben anfeben, darvmb
hetten ſy vns verordent einen hochgelerten koſtlichen predi⸗
ger mit nomen herr poliander von wirtzpurg, der wurd
als morgen montags anheben uns zu predigen das hell evan-
gelium vnd furpas als offt predigtag wern wurd er prebdi-
gen als lang piß ein E. Rat einen andern verordnet, vnd
wer eined E. R. ernfllihe meynung das wir dißen erleuch⸗
ten man mit fleiß horten und das ich dy fehweftern darzu
hyelt das fye mit fleiß predig horten 2c. Zudem andern wolt
vns ein erbar Rot auch verfehen mit peichtvettern vil paß
dann wir pisher verfehen wern geweft mit hodhgelerten
tapffern verftanden erfaren menern der ſye etlich fur ges
ſchlagen hetten vnter den wir dy wall follten haben, ſchlu⸗
gen uns fin 2 auguſtyner mund, einer hyeß karl, der ander
dorfer, der I war ein leyenprifter zu fant febolt der hyeß herr
feubelt,, vnter dißen 3 folten wir einen nemen, welchen wir
wollten, und lobten fye all mit fo hohem preiß vnd gaben
in fo vill predicata es het fi) vergangen wen fye als heilig
wern geweft als Johannes baptifta ꝛc. Zum 3. ſprachen
fo wer eines E. Rats ernftliche meynung, das wir die par⸗
fuffer dy vns pisher regirt heiten in allen Dingen muſſig
follten gen vnd wir mit in vnd fye mit vns nichs zu Ichaf-
fen vnd zu ſchicken follten haben, das wer eins E. Rats
entlicher will wollten e8 auch dem gardion zu den parfuffern
vnd den andern alſo anfagen, diße ſtuck wurin fye mit vill
geſchmyrten Deydingen wie auß großer vetterlicher. lyeb ei-
nes E. R. der vnſer clofter fur alle anderen jn hohen gunft
bet, ſolchs gefcheh und wye wir ye in allen diugen paß
verfehen wurn werden dann vor Ye.
Auf diß antwurt ih an des conventes flat auf ein
folde meynung vngefar wir wern einem E. R. danf-
par aller gut gunftigfeit dy fye zu uns heiten, befenten das
fy ons pisher vil vetterliher treu bewißen betten, aber es
befremdet ons nit wenig, betrubet vns aud von herczen
das jehe abfchaffen vnſer von den parfuffen, Nemlich des
erften ſtucks halben der prediger mit den wir pisher von
den genaden gottes auch verfeben wern geweft hit criften-
lichen‘ predigern dy und das heilig evangelium auch clar ge-
predigt heiten, der peichtvetter aber halb, begern wir
funderlih von ganzem herczen, das vns ein EN.
vnſer feelforger nit nem, mit dem vnſer clofter ob 250 jarn
wol verfehen wer geweft, hetten fih dy parfuſſen dy vns
pisher peicht hetten gehort dermoß fo tapfferlih erſamlich
vnd frydlich gehallten das gutter frid unter ons wer belie-
ben, vnd auch nye fein fchandt noch ergerung gegen den
weltlichen entiprungen wer Darvınb begerten wie fye nit
zu verpeffern, wolten ber feinen annemen dy fye uns fur
fhlugen, hofften vnd getramten ein E. R. wurd vns nit
zwingen jn den Dingen dy vnßer gewifen antreffen, fo doch
ß 3%
86
gein herſchaft fein ehhalten zweng dem zu peichten den ſy
wolt wider jen willen 2c. Auf den 3 puncten, das ſy ons
wollten abfundern von dem Regiment der parfufler gab ic
dy antwurt, dy 2 orden wern von anfang jr fiyiftung alio
zufamengepunden vnd von bebiten vnd kaiſſern in jrn pri
vilegien vnd bullen alfo an einander eincorporirt, das wir
in fein weg gewollt hetten vns mit wollen darvon loſſen
trennen, heiten aud des weder fug noch recht denn wir
bisher nich8 Denn guts von den parfufferorden entpfangen
hetten, muften wir aber gewalt byrinnen Ieyden fo mußten
wirs Got befelben, vor dem wir proteflirten das wir fol-
hen gewalt Iyeden wider vnßer willen vnd das wir weder
gunft noch willen geben iu all artidel dy ſy ons furgehal:
ten hetten. — Diß was vngeferlich Dy meinung meiner ant-
wurt, do flund der ganz convent auf vnd gab mir gezeugt⸗
nus das es jr aller meinung wer wp ich geredt het. Do
wärn die hern eruftlih, fagten auf den erften puncten mit
der predig wurd es ye feinen abgang haben, dann der hoch⸗
gelert her poliander wer ſchun beftelt und alle ding verordent
das er mögen montags an follt fahen, Den 2 pundten mit
den peichtveitern follten wir vns auch nit fo gar ſchwer
Ioßen fein, e8 wern doch ye frum hochgelert erfarn menner,
betten wir aber ye einen ſcheuh vor den leyenpriſtern fo
mochten wir woll der 2 augufliner einen nennen, dy werk
doch ordensperfon vnd auch mund, fprad ich, will mar
uns mund; geben, fo loß man vns als mer vnßer mund,
dy wir fennen vnd willen was tapfrifeit vnd gutter ſytten
fy find, wir fennen dy mund auch woll dy ir uns gement
habt, wiffen woll, was fy fur einen loßen orden jzunt fürn,
ſprachen fie, wir follten vns dasfelb auch nit loßen anfeh-
ten, ſye werdeu aygentlich nit mund befeiben, fo wurden
jr futten hynlegen vnd ander ftend an ſich nemen. Sprad
ih, Do wirt zumal nit auß, follten wir erft apoflaten zu
felforgern nemen, dy got meyneidig find, was follten wir
37
vns denn gutes zu jn verfehen, fy wurden vns nichez lern
denn was fye felber thun, als ſy weiber nemen, maynten
ſye vielleicht wir follten auch man nemen, do uns got vor-
behut, durfft warlich nit gedenden das wir uns jn diße
ding werden begeben.
Alfo zandten wir vns lang der peichtwetter halben,
ſye belieben auf jem finn, fo belieb wir auf dem vnſern
auch zc. Auf den 3 pnndten der abfunderung halb von
dem orden begert id) man follt und anzaigen dy vrſach wo⸗
mit wir ſolchs verfhuldt hetten, ob wir mißhandelt hetten
ymants ergernus geben wo uns ſolchs angezaigt wurd, wollt
wir und gern pefiern vnd Die myßpreuch abftellen. Auf
Deshalb antwurten fye, Ein & G. Hat fein wiffen von
feinem myßbrauch oder ergernus der von vns noch aud) von
den’ parfuffern ye entftanden wer, ſy weten nichs von vns
dann alle zucht erbrifait vnd qutten Teymunt, ſprach ic),
darbey ließ man vns pillich beleiben. Sagten fie, es trug
fi aber an andern orden anders zu, das ſolch fach vor-
hantten wer, darumb man pillih dy mund von den frauen-
cloſtern abfchaffen mußt, folt mans dann an einem oxt
thun vnd an dem andern nit, wurd nichs — dann
vnfrid und nachred.
Nach langer red und widerred, do ſye fahen das der
Convent fo berezlih betrubt war nnd dy fweflern fo pit«
terlichen weynenten, fprachen fye, fye merften woll das wir
einem E. R. vndankpar wer vnd jr gutten vetterlidh mey-
nung nit gut aufnemen, das wollten fie einem E. R. vns
zu gut nit gern alfo anfagen, wir follten vns auf ein ars
dere antwurt bedenden. Aber wir gaben jn auf dißmal
fein antwurt. Alſo ſchyeden fy ab von uns mit claynent
glyempf zu peder feytten.
Do fye auß unferm clofter fomen gingen fye von
flund an in das peichthauß, fchuffen vnßern frumen alten
38
peichtvater Erhart borolt vnd den prediger Rikolanum liech⸗
tenſtern von vns ab, ſagten jn, eins E. R. meynung war
das ſye vns furpaß weder predigten noch peicht hörten noch
nichs mit vns zu ſchaffen ſollten haben, das theten dy lie⸗
ben vetter vnd gingen von ſtund an die ſelbe nacht beym
in ir clofter. Darnach gingen Die herrn auch zu dem gar:
Dion zu den parfirffern, dye zeit vater Michel fryeß, fagten
im auch dy meinung was fy pei ons gefdhafft heiten vnd
gepotten im von Rots wegen dad er und all fein pruder
furpaß vnſer mußig follten gen vnd nichs mit uns zu ſchaf—⸗
fen haben, ſy wollten vns furpaß felber verforgen.
Drcenſelben tag gingen dy herrn au zu fant faterinen
und theten denfelben prudern vnd ſweſtern eben wye une.
Am Eritag darnach fam vnfer peichtwater vnd prediger
wider, bollten fin werlzeug vnd was fye noch in dem peicht⸗
hauß beiten, byelten die predigt meß in der cappeln und
renovirt daB hochwürdig facrament, das defter lenger alfo
fien möcht, gingen darnach vor efiens wider heym fur das
mal find fy Fein tag mer heraufgangen ift audy weder der
‚ vater gardian, noch unfer oberen, noch‘ fein parfuffer fein
mal nye zu uns fumen, wie wol man dennoch vil füg von
uns gefagt het, wie fy heimlich zu und gen, uns peiht
bören und das heilig ſakrament geben, mäffen wir got mit
andern nachreden befelhen. Wir find he foder Der peicht,
des hochwürdigen ſacraments und aller criftenlichen ſacra⸗
ment peraubt, nit on kleine beſchwerung unfers gewiſſent,
auch im todts mötten, alsdann vnſer liebe mitſweſter €.
Isffelholzin felige „von grunt jrs Herzens begert, wolt ſich
doch nit in die ferligleit geben des myBgelaubens halb, der
yezunt in villen ift, des hochw. facrament. Got im bimel
fen Diefer geiftlihen mengel geklagt, der erparm fi una
und ſchick fiir ein guts mitel durch fein gruntloge parn⸗
hercigkeit.
80
An demfelben Eritage nachmittag kom wider Criſtoff
koler und bernhart paumgarttner und wollten aber jn das
clofter, fragt ih ſy op es der ſach halb wer, die ſy nun
anpredht heiten, wollt ich jn wol weytter befcheyd geben,
fagten ſy nayn, fle heiten ein andere werbung alfo muft
ich ſy aber herein fafien zu dem Convent, do huben fy aber
an mit vil ernfligen und tapfern worten ſy wern negft
montag pey vns geweft, heiten fy bey uns gejehen und ge-
bort, daran fy pillich entfeht wern worden, dann auß unfer
widerfixebenten antwurten und großen waynen hetten fy wol
gemerdt, das wir einem ©. R. ungehorfam und widerfpenig
wollten fein und jr vetterliche wol maynung, dann fy un⸗
ferm Elofter infunderheit genaygt wern, verachtet und das
gut, das man uns thet, nit wolten annemen, das und doch
zu großen nachtheil würd fumen, darumb fy auch pisher
unterlaffen heiten, foiche einem E. R. anzufagen dan fy
hofften ye wir heiten und ſyder einer peſſern antwurt be⸗
dacht, ſy wolten und auch nit worbalten, ſy wern zu fant
katharina geweſt, do heiten fü andere Ddemutige einem E.
R. gehorſam gefunden dann bey und. dann fu heiten fich
von flund an on alles widerreden ergeben, wie es ein €.
MR. mit jn fchaffet, das wolten fy gar guttiglich geloben,
und wen man fn geb, den wollten fy gutwilliglih anne
men, ſy hetten feine darumb fehen weynen, das man jn Die
munch het genumen, funder weren erfreut worden, wir folls
ten auch thun als fy und andere leut denn wir aygentli⸗
hen mit der zeit noch got vnd der obrifeit würden danken,
das ſy uns die münd heiten abgeholffen, fy müften morgen
einen ©. NR. relacion thun, darumb follten wir jn eyn an-
dre antwurt geben, Denn wir am negften geben hetten.
Antwurt ich auf das erft und ſprach, mein fhuld fur mich
and den ganzen Convent und patten (baten) ſy, das fy
und vergeben, wo wir und zunechſt ungepurlih und nit -
128 gefallens gehalten heiten, begerten dapey Das ſy
n
fi unfer mit ergerten, das dy fmefter alfo gewaynt heiten,
dann ſolchs auß freulicher plodigfeit und aus fchreden ent:
fprungen wer, dan wir uns dißer Zeit zeit folcher jeher
potichaft gar nit verfehen heiten... Es hettten villeicht die
fwefter zu fant fatarin ander urſach dann wir, Dan ye um
fer vetter fi dermaßen pey uns gehalten haben, das wir
uns nit funen freuen fo man fy von nus abichaft. Zum 2
fagt ich wir funtten jun nod fein andere antwurt geben,
denn vorgeben heiten, doch pein wie fo, wenn fie ir rele-
cion thun wurden das ſy ſolchs unfer abfchlagen nit als
widerfpenyg und ungehorfam aufnemen, funder unfer große
notturft darbey bedenken dann fy ye wol weiten, Das wir
ju vor alwegen jn allen zeitlihen Dingen gevolgt hetten,
aber was unfer fel anging, funten wir nymant volgen, dam
unfer aygen gewißen, mit vil andern wortten. An dißen
wollten ſy fih aber nit laßen benugen, trungen hert und
feft auf ein andre antwurt, mit pil troe wortten (ODrohwor⸗
ten) da wir jr ye mit abluntten komen, da fprady ich, wir
wollten einen €. R. durch unſern pfleger antwurten, Dann
wir gedachten, wir wollten den pfleger ee erwachen (erwei⸗
chen), denn diße hert jung leut, wie wol daffelb layder and
nit geſchah 2c. da fy hörten das wir mit dem pfleger well
ten handeln, da lyßen fy ein wenig ab und fprachen, wenn
wir zufagen wollten, das wir ein muntlidhe antwurt durch
den pfleger geben wollten und daſſelb pald gefcheh, fo wol
ten fy Das peft unfern halben einen E. R. widerfagen, 19
ließen fih aber wol bedunden, wir wollten ſupliciren, fo
wollten ſy und dennoch vorfagen, das uns deffelbig nichcz
wurdt furtragen, man würd auch fein fupplicacion annemen,
dann es werd von einem ganzen Rat alfo befchioßen, dad
+8 alfo müft fein, das und fein anders. Mit dem fchyeben
fy ab von uns.
Am mitwoch darnach hylt ich Capitel, fruget die ſwe⸗
ſtern Rats, wie wir uns weytter halten ſolten, dem wir
41
hetten vor jm ſyn gehabt, wir wollten ſupliciren, ſo aber
die 2 Kern das abgeſchlagen hetten, wiſten wir aber nit
weyter ꝛc. Alfo ftymet der Convent noch wir follten ein
fuplicacion ftelen und unfer befchwert genugfam darinnen
anzangen und follten den pfleger pitten, das er hereinging,
follten jm diefelben fuplicacion legen und feins Rats darin
nen pflegen ob er fy einen E. R. wollt vberantwurtten
oder ob er dife maynung mundtlich wollt fprechen, fy het:
ten ye ein gutte Hoffnung ſy wollten jn uberbitten. Alſo
fhrib ih jm unb pat jn das er fem, fchreib er mir diße
antwurt daranf.
12) Ermwirdige fran und mutter; ich bin mer pey euch,
dann jr all maynıt, wollet auch gern pey euch allen im clofter
fein, wiewol jr wift, Daß ich auß furbiz (Vorwitz) nye hynein-
begeret, dieweil ich aber von euch gefordert und fo id) gleich
mich noch mer unfurtreglid dan ich mich acht, und in dißen
handel befynd ſeyn möcht, fo will ich Doch unangefehen mei-
nen forgen jm nomen gotes auß rechten pruderlicher lieb
pey euch wild got auf morgen umb drey gen naht erſchey⸗
nen, bericht nemen und geben, fo vil got genad gibt, hab
ich euch in eyln auf ewrn fchreyben uit wollen verhalten pit
got euch allen die genad mitzuteilen der ich fur mich beger
und nit weniger fein gemad, fey mit uns allen.
Dißen feinem zufagen oder fehreiben fom er an der
pfincztag nacht, ließ wir jn allein jn das clofter hereyn on
gefellfchaft wider unfer gewonheit, dann wir nymant von
unßerm gefind hetfen, dem wir dorfften trawen, alfo ging
er mit großen frewden zu dem Convent und jubilivet hoch,
das wir jun zu unfer rat beruft heiten, faget ex hat einem
ganzen Rat davon gefagt, da wer nderman davon erfremwet
worden, dem fü hoffeten genzlich der heilig geift wer zu uns
komen, wir hetten uns eines antten bedacht, do wollt er
zu helffen und ratten nnd leib und gut zu uns fegen, hub
ein lange predigt an, jn der er die prediger bye auf das
hoch Lobet und faget wie fy fo herrlich jn der Disputacion
auf dem rothauß beftanden wern und wie fg den ordens
perfonen durch das hell gotswort an tag gelegt heiten, das
pisher jn vil ſtücken großlich geyrrt wer worden und das
fy bewerdt hutten, das durch die criſtenlich freiheit nymant
gebunden wer zu halten weder tagzeit, fpeiß noch kein
- menfchlihe ſazung, es war niches umb die verfluchten cere⸗
monige noch an den fecten der geiftlihen, das und an—⸗
dere ftud beiten die prediger der gemayn dermaß eingebildt,
das man nichez mer hielt von den geiftlichen, es müſt alles
ab und jn ein einige ordnung fumen, darumb follt wir und
nayr williglih auch darzn geben, fo würdt wir große gunft
pay eim E. R. und der ganczen gemayn erlangen, es wer
‚. do die gancz flat auf der newen maynung denn allein wir
mit, wir wurden doch unßern orden und alte"maynung mit
fünen erhalten, wo wfr auf unfern fonn wöllten verharren,
fo würden wir urſach geben zu großem plutvergießen und
zu ſolchem aufriwre das die ganz flat dadurch zu verderbnus
fumen möchten, denn er: weft das große verfammlung Der
pawr vorhantten wern, und fammelten fi teglih mer
und mer, die mit dem ſchwert dem goczwort und dem bel:
. Ien evangelium wollten beyften und alle clöfter abthun, da⸗
rumb follten wir unfer peſts bedenfen, das wir nit mit un
fer funderweiß urfacd geben zu dem großen plutvergießen,
das hernach wurd volgen. Saget vil biftory ber unter vil
langen worten Einweil mit troeworten, @inweil mit ver
beyßung ıc. Do er fein red volpradht, wolt er uns
‚gefegnet haben und hoffet Ye fein veiterlihe vermanung
wurd flat pey uns haben und das heil goczwort wird fo vil
In uns würden, das wir gehorſamlichen volgten, was ein
ER. mit ums wurdt fchaffen, auf daſſelb wollt er mit
gutem mut von uns ſcheyden. Sprach ih: W. lieber herr
wir heben ewr red vernumen, verſehen ums es gee als auß
trewen herzen, Aber dabey iſt nice, gemeldt worden von
der ſach darumb wir ewr gegenwertigleit begert haben, Am
nechften fuutag find Eriftof koler und bernhart pawmgartner
pey und geweft, baben von eins E. R. wegen die parfuffen
von uns abgefchafft, peicht hörns und predigens und aller
ſach halben, haben und darbey auch angezaigt etlich perſon
mit den man uns verfehen wolt, welchs wir uns gewert haben,
als eins Dings das zu zerftörung unfers Cloſters und aller
geiſtlichkeit dynen würde. find ſy am negften Eritag wider
fumen, ein. entlihe antwurt wölen baben, wes wir- und
noch bedacht heiten, hab ich gefagt, woll die autwurt €.
W. geben, demnach haben nad E. W. geſchickt, wie wir
uns in dißer fach halten follen, das wird vor gott fünten
verantwurtten, dann es ve anf das hoͤchſt beſchwerlich if,
das man und mit gewalt will tringen von dem Regyment
der frummen vetter, die unfer clofter pisher eb Ale jarn mit
aller tappferkeit und erſamkeit vor find geweſt in geiſtlichen
dingen, als jr felber woll wilt, Das nye fein ſchant oder
ergerung jrent halben pey uns entfpungen ift, und uber
das wil man uns überladen mit parfonen, die uns nit eben
ſindt, die ein leben furen wie jr wilt, welchs wir in feis
nerley weiß werden annemen, allermevft fo wir merken
daß dieſe Ding alle allein darauf gefpilt find, das man uns
durch folche mitel wil tringen zu dem newen gelauben, den
wir in feinerley weiß werden annemen fo lang pie er von
ganczen gemaynen Friftlichen Licchen wird angenumen, dann
wir haben uns all mit einander vereynt, und weder (im)
leben noch fierben mit der bilf des lebendigen goted von
der muter ber heiligen criftenheit wollen laſſen tringen, und
von den Dingen die wir got gelobt haben und was, ich hie
red, das red ich auß bevelh des ganzen Convents, Da
flunden al ſweſtern auf und gaben mir gezeugnuß. Sprach
ih darnach weytter, auf das ich nit gezygen werdt, id
‚mach. ſolche ding on mein ſweſtern und ſy mußen thun und
reden was. ich wöll, fo will id außtretten, fo fragt all
fweitern in gemayn oder ein ytliche in ſunderheit, wie es
end) gefellt, umd hört was einer ytlichen will in dißer ſach
iſt. Aber er wollt mich nit außlaffen tretten faget es wer
auch on not die ſweſter zu börm, pat ich im zu 3 mal, das
er die fwefter allein werhöret, ich wolt jm daruber wertra-
wen, auf das der ungelympf nit allein auf mir belieb,
ſprach er hintten nach, ich weiß vor wol, was ſy mir zu
antwurt werden geben, er feh an jrn geberden wol, das
im feine wurd folgen. Darnach hub er aber eine fange
red an, wie jm leyd wer, das wir eins E. R. vetterlih
wol maynen uns fo ſchwer furnenten, fo fü doch ve in di-
en fachen nit jm aygen nutz ſunder allein unſer fel felig-
feit fuchten und wer-furgefchlagen mit großen fleyß als ein
bequemes mittel, dardurch unfer clofter möcht erhalten wer
den, Denn wir wol weften, das etlich perfon jre finder Allein
darumb von uns hinauf gefordert heiten, das wir pisher
nit erleucht wern worden in dem heiligen evangelinm, das
wurden auch noch mer perſon thun, die kindt pey uns bei:
ten die het man pisher aufgehalten mit dem das man fü
vertröft het, man wölt uns auch verfeben, mit gelehrten
perfonen, Die uns erleuchten, mit demfelben troft het man
ſy geſtylt (geſtillt) und aufenthalten, das fy pisher fiyl
hetten gehalten, wo das nit were, ſo wern etliche lengſt
nit jn dem cloſter, darumb ſollt wir ſolchs ſeligsmitel mit
dankbarkeit aufnemen, wir wurdeun ſuſt ſchuldig an dem gro⸗
gen plutvergyſſen und aufrwr, wir wurden in kurz wol
fehen was gefchehen würd ꝛc. wir hielten jm ymer an umb
einen andern rat und peſſers mitel, faget er, er kundt md
feinen andern cat geben, dann das wir uns gutfich darein
geben, dann es wer unmuglich das diße fach geendert würd,
die fo tappferlich geratfchlagt und eingefäjriben wer worden,
rad untter andern, got find alle ding muglich, aber
menſchlich zu reden iſt mit muglich das jr zu ewigen ta
—2
gen wider untter dad Regument der parfaſſer kumpt, ee
liegen mein herrn fein flein auf dem andern. Sprad ich,
was haben fy danı gethun. Sprad er, das. ift dy fach
das fy mein bern furpaß weder dulden noch leiden wöllen.
Darnach faget ih jm, wir beiten ein fuplicacion geftellt
an einem E. R., jn der wir unfer befchwert anzeygten,
bofften wenn fy die vernemen, fy wurden uns uber dag’
feinen gewalt anlegen, pat jn das er die verleh, und uns
darnach vet, wad wir darzu oder darvon follten thun, aber
er wolt jr nit lefen, Do hieß ich die priorin das fs offen⸗
ih laß vor dem pfleger und ganczen Sn die laut
von wort wie hernach ftet.
13) Surfihtigen W. Gunſtigen Tieben herrn. Nach—
dem vns in vergangen tagen E. W. maynung firgehalten
ift worden durch herrn criftof foler und bernhart paumgart-
ner das jr die parfuffer von unferm clofter abfchaft mit
predigen und peichthören, haben wir uns Ddiefelben zeit
erpotten E. F. W. der halben unfer beſchwert vor zu eröff-
nen ungezweyfelt hoffnung Chegend) diefelb werd ſolchs von
ung ewren armen Ddemutigen findern nit als von ungehor-
famen, funder ald von den beſchwertten jn vetterlich güttig-
feit vernemen wie wol wir und genczlid verfehen das €.
W. ſolchs und zu gut furnymt und nit zu beſchwerung Erſtlich
des predigen halb, beſchweren wir nit hoch, das heilig nns
evangelium werdt und gepredigt nad) einem criftlichen ver-
ſtant, ungemengt mit menſchlichem damit, von wem e& wöll,
gutwillig begirlih mit durſtigem herczen zu hörn als das
wort Des ewigen lebens, wiewol wir defjelben auß gotlidyen ge-
naden pisher nit gemangelt haben, doch dieweil E. W. vers
gangen montag einen andern verordent hat, haben wir den-
felben gehört, wiewol und on warn grunt pengelegt wirt
als hetten wir ſolchs zu hörn veracht, und wer uns das
durch Die obrifeit verpotten worden, die auch den Ehor zu-
gefperrt und die ſchlüſſel darzu genumen hab, weiche ſich
in hochſtem gelauben gar nit mit der warheit verlacht, dany
feiner fchwefter ift ſolchs gewerdt noch verpotten worden, fo
fan auch unfer Chor nit an allen ortten verfperrt werden,
Demnah will E. #. W. uns nit als vwerachtern des gots⸗
wort3 eingetrageu lafien werde, dan wir ye von gotes ges
naden auch criftenmenfhen find, die das heilig evangefium
mit ganczem herczen begern zu hören ımd zu gelauben, got
beif uns auch in warheit dem zu Ichen, fo doch anch wit
allein die börer, funder Die wärfer des wort nach der lere
S. Jacobi follen fein, aber des abfıhaffens des peichtwaters
ift und, wie wir vormals in unfer erften fuplicacion erzelt
baden, auß pillichen erzelten ſachen ganz ſchwere, fo das
felb nit zeitliche ding, funder unfer gewiſſen antrifft, die
nit vdermann zu befelhen ift, befunder zu dißen geferlichen
zeiten, do fi) wol nad dem heiligen evangelium vor den
leuten zu hüten ift, dann man ſicht und erfert yezo wit der
tatt offenwerlih, was frucht von etlichen geiftlichen und
weltlichen prifterfchaft pey frauencloftern erfcheint, darum
wir und nit unpillih vor folchen früchten nit das uns ſuſt
fo vil an den parfuflen fey gelegen, denn das wir ‚bey un
ferm clofter pisher nit anders dann tappferleit, zucht und
frumfeit von jn haben erfarn wie wol uns, als wir warlid)
bericht werden, unfer ere und leymunt zu peden feyten je
merlih wird abgefehnytten, als ob wie (mit) unerlichen
ſachen und mit puberei wern umbgangen und jn dem peicht⸗
bang heymlich geng heiten jn unfer clofter mit vil andern
unverfhembten worten, die wider alle pruderliche lich umd
das heilig evangelium find, das ein criftenmenfch das ander
on allen grunt der warheit alfo verleymunten fol und wie
wol wir mit dem h. paulo fur das mynſt achten, das wir
von dem menfchlichen tag geurtbeilt werden, wann wir ur:
teilen uns felber in der ſach gar nit, den wir wiſſen uns
in ſolchen hendeln nichz ſchuldig, das wir got zu zengen
e 4
nemen, ift anch unfer glory Die gezeugnus unfer gewiflen -
nad) ergerung zu vermenden, ald wir ſchuldig find und zu
ern der warheit, das Die an den tag om, beger wir das
je unfer peichthauß Taft befichtigen, hyntten und fornen ob
ein einiger fußflapf eins eingang mug gefunden werden,
wenn jr die warheit an dem ort erfart, fo laft und arme
finder, Die wir uns felber nit mugen verfpredhen furpas jn
andern hendeln dergleichen nit alfo neidifh in E. E. W.
getragen werden, das jr und oder den vetern auß neyd
etwas Tießt zumeſſen, dann wir in ye umb nichz anders
dann umb jr frumfeit und ernfthaften tapferfeit willen guns
fig find und enger in folder zucht gern pey jn wolten
bleibeu, den unfers bedunfens haben wir weder fug noch
recht, ſtet auch nit in unfer gewalt, das wir uns mit wil-
fen von dem orden follen abtrennen, dann es ftet in unfer.
Regel, der wir nit verlangen wollen, das wir puß (Buße)
und andre kriſtenliche facrament follen entpfahen von den,
die den gewalt entpfahen, von dem Cardinal, dem dißer
orden befolgen if. So man nun pawrn und andern leut-
ten in zeitlihen handeln nyt geftat, das fie ſich begeben
untter ein herrichaft anders dann fich gebürt, will fi} un-
ſers bedünkens ſolchs in geiftlihen Dingen ye und ye der-
felben willfarn, gutwillig gehorfam find geweft; aber fo der
geift und die gewifien frey follen fein, pitten wir E. F. W.
als unfer getrew herrn und veter fo demutiglih, als leg
(lägen) wir vor ewen füßen umb der Tieb willen des Herrn
Jeſu, der mit feinem foftbaren plutvergießen unfer gewifien
geratnigt hat, von dem todten werfen, das jr und nit zwin-
gen wölt in den dingen, die unfer gewiſſen antreffent dann
es ye ein cleglich erpermlich ding were, follten wir zu leib-
licher befchließung, in die wir uns willig ergeben haben,
auch jn unfer gewiffen gefangen fein zu der zeit, fo die
evangelische Freiheit gepredigt wirdt, es ift bisher nit ge=
wonheit geweſt, das man nymant genött und gemußigt
48
bat einem zu peichten, der jm nit eben iſt geweft oder zu
gelauben, was ein ander gewollt hat, hoffen ye €. 5. W.
werd uns diße gemayne criftenliche freyheit auch nit abichla-
gen, wiewol etlih möchten fagen, was die prediger gut
machten, verderbten die peichtveter wider, welchs pey uns
pisher fein flat hat gehabt, den pey glauben Bat fi unfer
alter peichtvater nichz in fold) hendel geichlagen und deshalb
fhaden gethan, funder uns in gutem fryd gehalten. Da:
rumb E. W. auf hochſt pitten umb gots willen jn uns len-
ger zu laflen, des wir uns doch gar nit verfehen: beger
wir doh auf das hochſt, das jr und mit feinem andern
beſchwert, dann fo man doch ycz halt, das die orenpeicht
on not fey, wöllen wir, fo es nit anders fein mag, ber
auch wol entpern und unfer manigfeltig fundt mit herzlihen
myßfallen dem peichten, dem alle abgrunt der herezen offen:
bar find, und genczlich hoffen, in fein gruntlofe parmherc⸗
zigfeit, er werd uns durch das pitter leyden feins einge
poren ſvns dieſelben gnediglich verzeihen; fo wir dem nit
peichten dürffen, bedürffen wir auch feins peichtvaters, wan
wir hoffen €. W. als die verftendigen werd uns armen
einfeltigen frauenpilden die nit groß verftand find und nit
hoch Disputiven kunen, jn dem wir leicht vwerfürtt mot
werden, nit verargen, das wir jn Dißer aufrurigen, zwp-
fpaltigen zeit, jm der vil verenderung und newerung yczo
furgenumen, denn wieder abgethun vnd verendert werden,
beleiben jn dem gelauben der heilig criftenlichen Firchen und
in dem guten foblihen gewonheiten, die on mißprauch wol
mit der hilf gotes gehalten mugen werden, pis die ende
rung von.der heiligen gemaynen, eynigen crijtenlichen kirchen
auch angenumen und bewerdt werden und die fach die zwey⸗
felhaftig find, in rwe geftellt werden, von welcher gemay-
nen criltenlichen kirchen wir und nit trennen wöllen durch
feiner ſach willen. Man geb aud) zu wenn man wöll, wann
wir haben derfelben profeß thun in h. jaframent der tawff
49
in demſelben glauben wöllen wir mit der hilf des Tebendigen
gotes verharren pis jn das endt, fo verhoffn wir nach der
verheiffung unfers behalters felig zu werden, nit auß unfer
gerechtigfeit, funder aus feiner gruntlofen parmberzigfeit,
begern demutigfich wolt unfer gebet gutwilliglih erhörn und
unfer befchwerte gewiflen tröften, danıı got weiß, das wir
nit gern wider E. W. thun wolltn noch und ewr ordnung
fchwer lagen feyn, wenn ſolchs nit unfer gewiffen und die
fel antreff, die Chriftus mit feym tewrn plut gefauft bat,
darumb ſy auch von dem menfchen nit geringt geacht foll
werden noch in geferlifeit geben, fo fye von got unferm
bern fo tewr geacht ift worden, darumb fo wir alle ding
bin und her wegen fpredin wir wol mit der heiligen fuffana,
angft find ums allenhalben, aber dennoch ift pefler zu fallen
jn den zorn der menfchen, dann jn die hent des lebendigen
goted. Da diße fuplicacion gelefen und von dem Convent
bewert was worden, das es jr aller will und maynung wer,
do gefiel ed dem pfleger nit gar wol, wart faft ernftlicdh,
faget e8 würd die maynung gar nit haben, wir
follten unfer beſts bedenken und und laſſen weihen, faget
wir, wir wurden ye nit ander thun, funder pey dißen bes
leiben wie die fuplicacion jnnen heilt, darumb begerten wir
demutiglich daß er ſolche fuplicacion felber gefchriftlich jn
‚not geb oder das ers mundlih ſprech, welchs jn am fug-
lichften bedeucht; ſprach er, e8 wer wer nit zu thun das
mans gejchrifftlich geb, denn jn gedeucht nit das furtreglich
wer, denn E. € R. het gar wol bedechtlich jn den Dingen
gehandelt, heiten auch yezunt alle handlung und was fy
newerung und emderung theiten und ceremonia ablegten,
beten ſy all keyſerlichen mayeſtet pey einem aygen poften
gefhriben, heiten fein zwenfel, K. M. wird ein gencdigs
wöll gefallen daran haben, würden ſich auch vil flet dar⸗
nah richten, darumb deucht jn weder gut noch not, das
diße fuplicacion gefchriftlid geantwurdt würdt, dann wir
4
»
würden Doch nichz damit kunen erhalten, wenn wird aber
ye nit geratten wollten, fo wolt ers mündtlich nach allen
trewen fprechen, er find diße lange gefhryft gegründt, neyr
auf 2 ‚puncten, der ein wer dad wir begerten das man und
unfer alte peichtvater widergeb, da ſprach Eydermann O ya-
gern, do ftellet er fih ein weil, als wollt er und getrew⸗
li) darzu verhelfen und uns ſy wider geben, uber ein weil
ſprach er, e8 wer unmuglich zu ewigen tagen 20. Der 2
punct -wer der das wir begerten, wenn man uns unjer
veter nit wollt laßen, das man und dann mit andern auch
unbefchwert ließ, Da zu fprachen wir aber all ja, es wer
unfer entlih maynung das wir fein peichtuater wolten an-
nemen, dann der und eben wer, fprach ich unter andern
Dingen; gunt und doch der freytag die die jr Draußen habt,
fo jr nichz von der peicht Halt und nymer wollt peichten,
fo. wollen wir binnen auch nymer peichten, denn dem ober-
fien prifter; fo wir denn nymer peichten wollen, fo bedurff
wir aud) keins peichtvaters. Sprach er wie getz zu (gebt es)
das jr in feinen Dingen Tutterifch wolt fein, denn jn dem
ſtuck das je nymer peichten wollt. fuft wurden vil wort
geredt, die nit alle mugen gefchriben werden denn das er
ye feinen höchſten fleyß thet, das er und gem het befert,
ward fer traurig, do nichz an und wollt helfen. Do er
nun ausftund und aus dem Rebenter wolt ging, do lieffen
Die fwefter zu jm wider jr gewonheit Enytten fur jn nyder
und fyellen jm zu fufien un patten jn mit aller demutigfeit
auf das allerhochft das er wollt helffen und unfer beſchützer
und bejhirmer wollt fein, und wollten jn nit auß dem Re
benter Ioßen, es fagt jn denn zu das man uns feine ge
walt jn geiftlihen Dingen wollt anlegen, aber es was jm
ubel vermaynet, ftellet ſich zornlich und hefftiglih, Ryß ſich
mit gewallt von den ſweſtern.
Do er aus dem Rebenter lam, fagt er er bet allein
mit mie zu reden, furet mid) in den Chor, vedet mer Denn
51
eine. gancze fund alleyn mit mir unter vil lichfofen denn
auch troenten worten, ſuchet mid) auf allmeg doheymen,
pat mi auf Das hochſt, ich follt mich auf den rechten weg
fern, daran thet ich jm und dem ganzen Rot den bochften
wollgefallen, denn fy heiten mid) fo lieb und wern mir fo
gunftig, wenn ſy mich allein hetten auf jr meinung fo het-
ten fy die ganze landfchaft. *) Es hetten fid) doch all pre=
laten jn feiner heren cloſter gutwillig erzaigt, wollten all
volgen, dann allein ich wer fo halpftreitig, und machet auch
den Convent widerfpenig wider feine herrn. Wenn ich wollt
und den Convent darzu hilt, fo het ex feinen zweiffel dy
fmwefter wurden all gern volgen, e8 wer aber das gefchrey
uber mid, das ich nit allein meinen Convent gegen den
herrn verwenfet, fundern auch alle umbligente frawenclofter,
dy all Rot pey mir fuchenten und fagten, wie ich mich hielt,
wollten fie fih aud Baltenze. Darumb wenn ih mid
beferet, fo wurd fih das gancze land beferen,
wurd ich aber an dißem irtum verharren, fo thet ich meiner
fel einen großen fihaden, wurd and urfach geben zu gro-
Bem plutvergießen und auftur, **) mit vil langen heftigen
worten mit denen er anzaygt, wy auß großer lieb er diße
ding alle thet, und auch auß fehuldigen pflichten nachdem er
unfer pfleger war.
Do er nun ein weil außgeredt, nam ich mir ein herch
und fagt jm was mir zu mutt Par, unter andern ſprach
ih: W. 2. 5. ih fann mid) nit genug verwundern wy ir
*) Merkwürdig ik baß bey biefer Gelegenheit Wilibalb Pirkheimers
gar nicht gedacht wird Sollte ber Pfleger wirflih von ber
Vorliebe Wilibald8 für bie neue Lehre kein Argument für fich
gezogen haben.
**) Als 06 fi die Bauern dadurch hätten abhalten faßen, zu mor-
ben und zu brennen. Man fleht Hieraus wie alt das Syſtem der
Concefſionen ift und wohin es fchon früher führte.
4*
’
52
euch fo heyß annempt um unßer fel feligkeit, fo euch doch
pflegsamts halben dy felforg nit befolhen ift, dann jr feit
allein pfleger uber die zeitlichen guter, fo nempt ir euch an
gewalts den ir nit habt, entzieht uns von unfern ordent-
lichen felforgern, den wir von bebiten funigen und faijern
befolhen find. Des habt jr weder fug noch recht. Darumb
fann ich meinen willen weder wenig noch vil darzugeben,
denn ich fyeh und wayß, Das diße endernng wirt Dyennen
zu zerflörung unßers clofters und aller göttlichen ordnung.
Ir begert an mi das ich dy fweitern fol halten und weis
Ben zu den Dingen, dy wider mein gemwiffen find, das wert
ich nit thun durch Feind menſchen gunft oder forcht wegen,
fenn auch meinen. Eonvent fo frumm und redlich, wenn id
ſchon nit wer, fo werden fy ſich mit nichte begeben in das
wider jr gewiffen if. Nun ift zu Dißen zeiten fo vil zwi-
fpeltigfeit und irrthum, das ſchir nymant wayß was er
glauben fol. Darumb hab wir all mit einander befchlofien
jn dem alten glauben und jn geiftlihem ftand zu verharren
und nichz news wollen aufnemen das nit von der criftfichen
Kirchen aufgenumen werd. Es haben mir auch meyn fmes
fern ımter augen verpotten, ih will zu nichten verwilligen,
thu ichs aber, fo wollten fy nit darein vergunftigen und
mir nymer gehorfam fein. Ir hapt dy ordnung mit den
vettern furgenummen, wer nott das jr und vorgeftogt het,
ob es muglih wer zu halten, jr habt und unßer frum
peidhtveter on al’ redliche urſach genumen und wollt uns
uber das befchwern mit wildem gefind. Do fprad er,
liebe mutter, wenn eud) fchon dy nit gefallen dy man eud
hat furgefchlagen, fo nent mir neuft einen andern, iſt er
nit. bye und uber vil meyl, wölln wir befehen das wir jn
zu wegen pringen und fein köftung anfehen, das jr neyſt
verfehen werdt, Aber will ich euch fagen, man wirt euch
fein geben, von der alten fedt. Sprach ih, fo wolln wir
warlich feinen von der newen fell. Gebt jr und aber uber
53
das .einen mit gewalt, fo wilt das wir jm weder tramwen
noch peichten wöllen, aud) Fein fatrament von jm wöllen
entphaben, noch fein meß von jm Hören, fo will ich auch
auch feinen nennen berzubringen, dann ich weiß, das jr
uns fein werdt geben nad) unferm troft, denn ich Tenn die
gefellen wol, die man yizunt herfur zeucht, behut mir got
meine Tiebe kind fehefflein, die ich in der lieb Chriſti im 21
jar erzogen hab, vor dißen wolffen, wir haben Der. oben-
tewr nit gewont, mit den diße gefellen umbgen, ich hab die
parfuffer nun lenger denn 45 jar erfannt, aber Fein unzüch—
fig wort von jn nye gehört, funder alle dapferfeit und er—
famfeit von in erfaren, fo durff wir nit allein zu dem peicht-
hören, funder auch zu vifltyen und was zu demfelben gehört.
Sprach er, meynt ir denn nit, das fi der Convent mei-
nen bern begab zu vifltiren. Sprach ich neyn in fein weg.
Wo gedenkt jr hin, das wir die freyheit der wal der Ab-
tey auß den henten wollten geben. Wir haben nach unfer
regel die Freyheit, das wir mügen erwelen zu einer Abtif-
fin, wen wir wöllen, hat uns nymant darein zu fpredhen,
fo hat auch nymant gewalt uns feine zu geben uber unfern
willen mit der weiß würd ed dazu Fumen, das jr und et-
warn ein Abtiſſin wurdt geben gors gefallens, Des wolltn
wir nit wartten. dann ald wenig wir wiffen wer euch eben in
ewr Rot ift, als wenig kunt jr wiſſen wer uns duglich jn
unfer Cfofter, ift unfer veter haben uns pisher zu nichte ge-
nött, allein die fiym von den ſweſtern eingenumen und dar=
nach die wal beftetigt.
Alfo Eriegten wir lang miteinder, er maynet ye wir
jollten dem Rot in allen Dingen getrawen, fo maynet id)
nayn, denn wenn fy tezunt ſchon unfer gut freunt wern,
wer wayß wer her hernady fompt.
Darnach fom er an die prediger, kunt feinen Ofyan-
der und Pollyander und. ander nit gemug verloben, wie
5
erleucht menner ſy wern, und Difpntirt vil von dem newen
gelauben und von dem pillihen ablegen der verfluchten
Geremonien, wiewol er unter andern worten fpradh, er
müſt die warheit jagen, es bet jm Die deutſch meß nye
recht wöllen gefallen, aber unfer prediger fagen,
es fey die recht apoſtoliſch meß zc. ſuſt faget er von
vil irrthum, die preift er al auf das allerhöchſt Sprach ich
W. l. herr, ih hab euch lieb, günn euch guts, jr erparmt
mich von grunt meines herzens das jr euch alfo jemerlich
verfuren laſt und verplentten (verblenden). Zu der Zeit Arry
vnd ander fezer ift e8 eben auch alfo gangen, do man die
leut in gutſcheynenten weiß mit fuflen worten verfurt hat,
warlich warlich Loft je euch Die leut gezunt aud zu foldhen
ſachen furn, die euch noch felber herczlich Tayd wern werden
und euch noch in angſt und not pringen. Maynt er ye
nayn, es dawet (thawet) und reynet mer genad den in hun
dert jarn wer gefchehen. Alfo friegten wir lang mit ein-
ander, ein ydliches het (hielt) dafır, das ander wer ver-
plent und verfurt. Als wir nun pede aufftunden kom fein
todhter Clara, nam die andern fweftern, die veter im Rot
betten, mit jr, und fyellen jm. zu fuffen, paten jn auf das
bochft, das er ir veter pet, das fis im Clofter ließen. Aber
er went fi) unverwirßlid” von in, ging alfo mit großer
fhwermutigfeit und ernft auß dem clofter, fpradh, ich bin
mit großen frewden hereingangen in hoffnung id) wurd mei-
nen herrn eins E. R. ein gute potfchaft bringen, fo ift mir
die genad nit geſchaffen, waiß nit was ich zu antwurt foll
geben, dann ih fpür noch nit fein heiligen geift.
Am nechſten tag darnach kom fein haußfraw mit gro—
ßem zorn laß uns ein groß Capitel wie wir jın herrn ge:
thun beten, fye het jn nye betrubter gefehen, er het die
ganze nacht nye Fein ſchlaff gethun, es Döcht die weiß uberal
nit, wir follten nit alfo aygenfinnig fein, follten den leuten
volgen, e8 wurd uns funft ungeluck angen.
66
Nun beiten wir nah ymer hoffnung der pfleger fol
auf unfer feyten fein, do fdhrieb er ums am negften fam-
ag darnach, was famftag vor laetare und unfer frawentag
anuunciationis marie dießen priff in dem wir wol merften
wo wir mit jm daran waren.
14) Genad und frid von got unferm vater und fei-
nem eingeborenen fun, Jeſu Chriſto unferm erloßer und
einigen furpitter E. W. fraw und recht geliebte fwefter in
Chrifto, als ih mitwochs vergangen jn ewrn verfamelten
Konvent geweft, hab ich gepflegner handlung einen €. R.
unfern gunftigen bern pfincztag darnach bericht und deffel-
ben mit peſtem fug fo ich verftanden und ernftlih in dem
das jr die w. muter mir habt vergunen wöllen die fweitern
famentlich oder funderlich zu vernemen jn demfelben Einem
E. R. wollgefallen gemerkt. Zu 2 hab ich anzaigt Das jr
ein fuplicacion geftellt, dy ich dahin gegrünt vernumen hab,
fo einem Rot gefelligt fey das gotswort, auch durch den
verordenten prediger zu verfundigen, das jr euch jn dem
nit widerwertig erzaigen, aber des peichtvaters balb het jr
auch mit anzeigen viler urfachen am höchſten befchwert mit
pit euch den wider zu zu ftellen oder, wa das ye nit fein
wollt, das jr euch doch nit feht, euch alsdann mit andern
peichtvetern nit zu befchwern, denn jr alle gedechtet got dem
bern zu peichten bis befjer wurdt. Auf ſolchs haben fi
gleichwol mein Herrn bewert und befinden das jr vorhaben
von euch nit fo getreulich verfianden als ſy das ewrnt hals
ben criftlih und git maynen, fagent das fey jn woll wif-
jent, wenn euch die parfufien hie vorgeben, das jr darein
wilfart. Nun feyen jn diefelbigen zu folchen auß guten
beweglichen urfachen nit mer der endt zu wiffent gelegent,
wie jr des zum teil von mir mundtlich bericht, darumb ſy
vermainen, ob euch geleich die perfon von jn furgefchlagen nit
gefielen darzu oder andern wie Die parfuffen fy euch nit
6
notten, jr follt nach andern zu trachten begern und nit alfo
allein auf den, fo mein heren nit erleiden fünen und ge
legen fein. As ich jn aber anzaigt, jr des fach nachge⸗
denfen und das wort gotes mit fleiß zu hören gewillt ımd
dasſelb wirfen Tagen, find mein hern als die euch zu eyln nit
willens diſer zeit auch zu friden, befchließlich hab ich ange:
zaigt, das ir euch bet hörn laßen das jr nit liebers wollt,
denn den wollgefelligen willen gotes zu wiſſen, als denn
folt euch zu höchſtem gefallen denfelben unangefehen aller
urſachen gleihförmig zu machen, aber unwiffent des felben
wider ewen ſelbs gewiſſen in dem das die feligfeit berürt,
wer euch gancz befchwerlich einzulaffen mit pit euch ſolchs
nit zu verargen und feinem ungehorfam oder widerfpenig:
feit zu zumefjer. Solchs anzaygens hat ein Rot, als bie
auch Fein anders nye gewilt und nod nit find faft guts ge:
fallen und wirdet geläubt, fo bed teil in dem got den
almechtigen anruffen, fein genad wer darein nit geteilt, Dar:
durch wir zu rechten erfantnus fumen, darzu helff uns gel
der vater, der fun und der heilig geift Amen. Mein ge
trewer Rot wer das jr, die wirdig muter, nit het unter
lafien, den predigern anzufprechen, wie jr zu thun wil,
dann jr mwerdent aygentlic alle beſcheydenheit pey jm finden,
ich erfynd wo jr das unterloft, das euch Rot und gemenn
ſolchs nit zu gutem außgelegt möcht werden, dann es full
in einem guten angefehen ift, ich habe jn erft: geftern enl-
pfangen und gepetten euch und die ewrn befolhen zu haben,
darin bat er fich vaft erelih und criftfih und auch alſo
erpotten, das er ſich auch euch weifen wirdt Laffen, id pit
euch laſt euchs nit ſchwer fein zu thun und wollt je mid
ein mal darbey haben, fol an mir auch nit mangeln. War
lich warlih fag id) euch, mit ich, funder der hem, it
feit plint und durch plint pisher gefürt, trawen euch noch
ewr verfurer nit zu vil, dan ich hab pei euch geſehen, das
mir layd iſt, das jr dahyn ſeit gefurt vor dem menſchen
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mit fo hocher irrung, das jr demutigfeit acht nyderzufallen,
welchs fi allein im herczen und mit eufferlicher erzaygung
por got und nymant anders gepirdt, mir ift fwerlich zu er-
leben, das ich fih (ſehe) ewr feligfeit allein in parfuſſer
munchen ftet, dann den allein wollt ir peichten, darum Doch
die feligkeit nit gelegen und nymant ift funft ewres achten
ewr wirdig genug, jr feit allein die, fo es criftlich und recht
maynen, funt nymant. herr got hilf der groß gemalt ycz
in unferm reich bat fi Tang auch ſelbs alfo geurteilt,
fonden und werden noch mer täglich jr irrung gewar mit
vergießung vil criſtlichs pluts, das jr mit vall ewrer ver-
härtung auch werdt vernrfadhen, wiewol ich got vertran das
fefb nit furgeen werdt loßen, dieweil ich ye befennen muß daß
je und ewr hauff in ſumma jezt liegt ewr verfurung allein
an ewr vernunft und weisheit, die jr end), felbft zumeft,
dann wo das nit wer, wurdt ihr ech anders und alfo
erzäigen, das ewr untertenig gehurfam gegen got erfennt
und das abgenumen das jr doch williglich Horn und bericht
nemen wollt, aud daran gar nit zweiffeln, das dy par-
fuffer nit allein die find, darinn ewr feligfeit ſtund. Ich
muß auß gottes willen bedranglich und noch deutfcher reden, jr
wollt dy ſein dy plutvergyßen mordt und alles ungeluck
verurſachen wollen, wye dann jz im ſchwebiſchen pundt ge=
ſchicht. Do haben dy gewaltigen gewiß kein andern gelaubt,
dann das ſy mit jrm ‚hart hatten ob der lang eingefurten
irrung guts nad) jrer vernunft wollten erlangen und das
jeen (jre) zur Rwe ftellen, das der will gotes iz zur wire
fung treibt und aud) entlich unverhindert der gedichten und
falfhen Ceremonien in wurfung fumen mußen, feltfam wer
vor jarn gehort geweſt, das iz fur dy thur fumpt, nemlich
das ein voll on ein haubt, des wir heut zeitung entpfängen
ungeferlich 2 oder 3 tagreifen von bynnen ob 50 tanßent
ſtark verfammelt, darzu ſich teglih auch mer leut auch
Reichs und pundt ſtett in 4 tagen haben geſchlagen und
2 |
al jrn grundt dahynſtellen, dy fecten darnach dur das
evangelium irrig gemacht zu” verdilgen und Das criſtlich wi⸗
der aufzurichten mit erpiettung Das wieder fye fein mocht
auch alles anzunemen faun nit anders finden dann das uns
gott bye mit fundern genaden anſieht und teglid genad
und fryed regem und thawen left. Pei demfelben ge-
lauben ſtyrb ich, pit euch aber und aber zum allerhöhften
verftendiger Teut Rot zu haben dann je bisher gethun, ob
Doc darauß weitterer verftand Des jr eygentlih not-
turftig feyt, erfolgen wurd, und habt auch dy wal,
wenn ich euch zu einem freuntlichen gefprech zu orden fol
eyn oder mer unter den 8 predigern, dy auß genaben des
almechtigen gottes izt bye in ubung find und zu Dennen der
vater von Bartheußern eyn faſt gelert frum criſtlich alt und
erfam munnd, und wo je mid) pei der einen oder mer ha⸗
ben wollt, fol mir rung (geringe Mühe) fein, von got be-
ger ich nit enger zu leben dann das fein will pey eud) erge
(ergebe) euch in den vuff zu pringen das jr euch gern weis
Ben wollt loßen und das felbig mit der that und werden
zu gelauben verurfacht, das doch das das endt ſey, das jr
pey einem pfleger nach mir mit herczen und warheit redet:
wolan wir haben Caspar Nuzel unfern pfleger nit wollen
volgen unangefehen feins getrewen ermanens, wollten woll
das wir es thun beiten, ift aber ‚vielleicht nit zeit geweft,
izt wollen wir folgen und uns weißen loßen. Allein forg
ich e8 werd zu lang gepietten und nit alweg ber bifchoff
fein der jzt regirt und es werd großes herzenleid hernoch
volgen, darpor euch got behuten und mit genaden bebem-
fen woll und damit befilh ich gott dem almechtigen dißen
handel und euch all und mid) in fein gruntlofe parmberzigfeit.
Casper Nuczel i
Dißen priff laß ich dem convent, wurden die fmeftern
berczlich betrubt, do horet ich etlich in ſunderheit, ſtymment
fy aber gancz einmuttiglih, fy wollten fi) Durch Feins lei-
dens willen in dißem newen glauben geben weder von der
criſtlichen kirchen noch Hofterlichen leben fcheyden, ſich auch
mit nichte unter jr abtrunnig pfaffen geben, follten fy halt
lange zeit on gepeicht und on das hochwirdig facrament gen,
spetten man follt den pfleger ſolchs teutſch fehreiben, der weit
wo er mit und daran wer uns Das er das felb auch dy
alten herrn lyß leßen, das fy entlich weften wo ſy mit uns
daran wern, Alfo machte ich dy nachgefchriben fapplicacion,
dy ich dem Convent wider laß ,-verwilligten all ſweſter da-
rein, begerten, man follt fy all darunter ſchreiben, ſy woll-
ten mir getrewlid) helfen tragen, was Leidens darauß ward
enifprungen.
15) Die fuplicacion an den pfleger und die alten herrn.
Furſichtiger weifer gunftiger lieber pfleger. Ewr prif
ift uns conventlich verlefen. Wir feen darauf wie E. W.
unfer fach pei einem E. R. aufs glympflihs furgeben hab,
des wie groß dankpar find, haben aber darbey mit befun-
derm befchwert verflanden, das jr euch umfers thun fo hoch
geergert habt befunder des nyderfallens halb (ewrs achtens)
auß geleichnerifcher demutigfeit gefchehen, welchs wir doc)
funft nit gewonheit zu thun pflegen, nachdem wir aber dar-
- fur achten, die fach treff mer denn zeitlih8 an, haben wir
uns umb gotes willen gegen €. W. erzeigt ald Kinder ge-
gen jrem getrewen vater, zu dem wir und guts verfehen,
hetten es funft woll unterloffen. Aber wie dem allen be-
ger wir Durch gotes willen das jr und das verzeiht und
euch des nit ergert, es fol mit der Hilf gotes nymer ge-
ſchehen, wollent und got unfern herrn, der alle verborgne
maynung der herczen anfieht, helfen pitten umb die genad
warer ungefiyfter Demutigfeit und umb erleuchtung unfer
finfternus mit mit der wir uns befennen umbgeben und das
pilih, wann wir fürchten, wo wir uns bielten von dem
banffen der gefehenten, fo belieben uns nach der lere Chriſti
unſer ſundt, ſo wir aber bekennen unſer ſundt, hoffen wir
verzeihung derſelben und erleuchtung unſer plindtheit, des wir
denn herczlich begern wann wir uns ye nit auf unſer aygne
verſtentnus und weisheit, die vor got ein torheit iſt, ver⸗
loſſen, wie wir geurteilt werden, noch auch auf die plinten
furer wie mans nennt, ſunder begern von dem waren hir⸗
ten und piſchoff unſer ſel, der alweg lebt und furpas nymer
ſtyrbt, regyrt zu werden, der ſelbſt der weg Die warheit
und das leben ift, den wir herczlich pitten, das er uns nit
eingefürt laß werden in anfechtung, jn den wir allein und
gar in feinen Tebendigen menfchen auf erden feben unfer
hoffnung zuflucht und feligfeit und nit in die parfirffer mund
als man und zeycht, wann wir wiflen wol das Der menſch
verflucht ift, der fein getrawen in einen menfchen feßt. Und
gelaubt uns furwar, wo man uns fihon parfuffer mund
gern wollt geben, die ſolchs weſſens weren als Die man
uns furfchleht (vorſchlägt), wollten wir uns eben als fer
weren, dann wir E. W. negft gefagt haben, das uns an
dem peichten nit fo vil gelegen ift als an andern Dingen,
darumb die weil ped orden find aufencklich aneinander ein-
corporirt, nachvolgent durch keyßer kunig und bebft privile-
gyrt, der und ander fachen halb, haben wir nit gemalt
uns williglihen darum laffen trennen, müfen wir aber ge
walt und betrangung leyden, muß wir got dem almechtigen
befelhen, der wöll durch fein genad plutvergießen und ander
ubel genediglichen verhutten, dann wir ye nit dafur halten,
das ein protmeffer gefchweigen ein ſchwert durch der veter
willen die ‚uns pisher verforgt haben in geiftlichen Dingen
aufgehebt werdt, ift auch wiffiglichen, das die paurn da
lygen, das fy nit aigen wollen fein und ſich criftlicher frei-
heit der moß wöllen prauchen, das fy nach dem hellen cla⸗
ren evangelium nymants nichz ſchuldig wöllen fein, demnach
boffen ‘wir find kein urſach zu folder aufrwr dann wit
61
baben nymant unter dien Leuten, darumb habt uns umb
gotes willen nit verubel, das wir dem clofter fein freiheit
nit begeben, des wir doch nit gewalt haben, daun wir es
Doc ye nit gepaut haben, darumb zympt uns auch mit zu
nbergeben noch und von unfern gelubden die wir got gethun
haben durd) feinen menfchen abweyßen loßen, wie gut fchei-
net, aud die fach furgeben wirdt ald ob das glubt nit
pyntt, auch nit muglich wer zu halten, mit der weyb Wer
auch nit muglich zu halten was wir got im facrament der
tauff gelobt haben wie wol wir wifjen das wir on die hilf und
genad gottes nichz vermugen. Aber fprechen mit ©. paulo,
id vermag alle ding in dem der mich fterft, in der kraft
hoffen wir zu laiften was wir got verheifen haben, darum
furdhten wir uns nit unpillich vor allen den, die uns urſach
möchten geben zu abtrunnigfeit, ald wir und Daun verfehen
von allen denen die uns furgefchlagen und zugeben werden,
die Doc das merer teil ausgeloifen mund nnd pfaifen find,
was follten ſy uns dann anders Iernen dann das fy ſelbs
thun, dorzu und mit der hilff gotted weder das ſchwert
noch der tot fol pringen, das wir got unßerm herren mey-
neidig wöllen werden, unfer got dem wir uns ergeben har
ben, ift ein eyfferer, darumb wir mit gewiffen keynen kunen
zuloßen von den die ſelbſt meyneidig an gott werden und
jrem biſchof, dem ſy geſchworen haben keuſchheit zu behal-
ten, und darnach weiber nemen und andern poflen hendeln
nachgen, jr prifterfchaft von jn legen, je orden verloflen,
je clofter nbergeben, die doch nit jr aigen find, fagt man
der prediger uns werordent hab auch ein weib, der heut‘
nad) vil verwerffung geiftlich8 ſtants entlich gefagt hat, das
fh nymant daranf zyehen fol, das vil frumer heiliger
leut in den orden find geweft, welchs wol war fey, aber
das fey gewiß das fein frumer nod) heiliger darinnen belys
ben fey, gott bab jm vor feinem endt herauß geholfen,
welchs unſers achtens manchen frumen heiligen alten water
vil zu nahent geredt ift, and) uns gefer, Fünnen wol daran
nemen was das endt diß fpils ift, das man und gern anf
dem clofter betrigen wollt als mancher armen tröpfin leider
gefhehen iſt, die fih folh ding haben laſſen verfür, find
darnad) zu gefpot der leut und zu verzweiflung in jr gewiſ⸗
fen fumen, darvor uns got behüt, was follten wir da vil
zu fhaffen Haben oder vertrawen und guts gegen jn verfe-
ben, fo ſy im felb fo ubel thum und got dem herren nit
halten, was ſy im gefchworn haben, deshalb will uns and)
in feinem weg gezymen jn ein freuntlichen gefprech zu ver-
günftigen mit den 8 predigern, dann wir hörn nit vil guts
nah volgen auß dem freuntlihen geſprech, das auf dem
Rothauß gehalten ift worden, das aud) fir freuntlich verkunt
ward, doch darbey gefagt, die ordendfeut machten es wie
ſy wollten, würdt dennoch mit jn endtlich geſchehen, was
befchloffen wer. Nun wiffen wir wol das Klih unter den-
felden predigern find, dy uns nit criftlich halten, finder
und unter dergeftalt des heiligen claren evangeliums unpru⸗
derlich auf offener Cantcel außfchreyen, auch etlich gefagt,
fy wöllen nit rw haben, pis fy nunnen und munchen auß
der flat predigen umd ein kugelplacz auß unßerm clofter ge-
macht werd als uns oft zu entpotten ift worden. Sollt nun
ein ſolchs uber uns auch befchloffen fein, wer peſſer, wir
wurden vorauß getriben, ee wir mit difputiren und andern
alſo genottigt und betrengt würden wie wol uns ſolchs mit
dem tod vermaynt wer, fo wir doch ye merfen das aller
handel dohin geftellt if, das wir uns williglich follten er⸗
geben in die newen fect, welchs kein ſweſter in je gewifien
kann gegen got verantiwurtten mit des Hilff wir wöllen be
leiben jn dem gelauben der heilig criftlichen kirchen und und
weder todt noch eben von d:m laflen pringen fo lang pis
diße zwytrechtigkeit won der heiligen criftlichen kirchen in
eynigfeit gebracht werdt. aber ee nit, dann wir nach hercz⸗
lichem anruffen gotes im unßer gewiffen ye noch nit kunen
fynden, das wir follen glauben und halten was ein ytlicher
will, und verwerffen die Tange gute gewonheit der Eriften-
beit, wie es ycz ein itlicher macht, der auch ein mensch ift,
nach feinem Kopfe und ubergeben den glauben nnd gutord-
nung der heiligen firchen, Die pisher nad) der verheiffung
Ehrifti auch durch den heiligen Geiſt regirt ift worden: von
der wir uns nit trennen wollen laſſen und darumb Teyden
was und got zu leiden gibt, denn es Ye pefler ift alles
ubel leyden denn jn das ubel vergunftigen und urfach zum
fall geben, müſten wir tewer verrechnen vor dem flrengen
rihter denn wir on das nit ein fur taußente kunnen verant-
wurten, darnmb pitt wir €. W. im der lieb unfers [höpfers
erloßers und feligmadhers, habt gedult mit und armen und
{oft uns ungezwungen zu dem glauben und nöttet nymant,
wöllent wir got berezlich teglich pitten das er feinen rechten
waren criftlihen glauben jn und mere, gibt er und einen '
ander veftand, wolln wir uns euch nit verhalten, es ift ye
der gfaub und die gewiffen von feinem menfchen zu nötten.
wann gott unfer aller herr wilt felber die gewifien
frey haben und nit zwingen, darumb gezymt ſich feinen men-
fhen die zu pinten und gefangen zu nemen, Pegern herczlich
und demutiglih das E. W. diß unfer fhreiben, das denn
aus angener bewegung on aller weltlicher umd geiftlicher rot⸗
ſchlag und angeben wie wir verziegen werden, funder allein
auß treipung unßer aygen gewiffen und betrubten herczen
entfpringt, ift und befunder beſchwerlich, das diß ein fach
ift, jn der wir nit fhleh mugen €. W. und einem E. R.
volgen als wir pisher gethun haben in zeitfihen. — — Wir ha⸗
hen aber E. W. des hoben verflants das jr wol wift, das
man got den wir allein ein richter unßer confciens begern
zu haben, mer gehorfam mußen fein, denn dem menfchen, .
fer uns auch fant paulus das ein ytlicher ſich felbs bewer,
denn ein ytlicher wirdt fein felbft pürdt müßen tragen, fert
nymant fur den andern weder gen bimel noch gen Hell,
“
&4
fegen in feinen zweifel wo €. W. fampt dem eltern unßern
gunftigen lieben beren den wir begern dißen priff auch zu
lefen jn unßer hercze und gewiffen zu fehen, je wird zu
feid fein und dye fach on alles menfchliches zuthun, eylen
und treiben allein got unferm herrn befelhen der diße ſach
woll peſſer wird machen, denn wir alle gedenken, feinen
anaden befelhen wir €. W. ewiglich.
E. F. W.
arme kinder Abtiſſin und der
ganz convent zu ſant Clarn
ein ytliche ſweſter inſunderheit.
16) Auf diße ſuplicacion ſchrib der pfleger diße antwurt.
€. W. Muter und ſweſter auß ewrn ſchreiben mir ya
gethun kan ich vermercken mir, wy andern die ſich zuvil
vermeſſen geſchicht, dann wie wol ich nit liebkoſen, davon
vor lengſt proteſtirt geſchriben, waiß doch got mein hercz
den ich kunftig mit genaden zu würken pitt, Wie jr begert
alſo hab ich gethun, Nemlich ewr ſchryft pey den eltern
herum laſſen zerleſen, die aber noch auch der ganz Rot nye
in digen fellen fo weyß geacht, das fy zu urteyIn willens,
wie dann auß ewr ſchrift gefchicht uber die predigern crifl-
lichens Lebens und lere, day jr vor nye erfent, fy wöllen
aber die jach bedenken nit pey innen allein funder bey einem
ganzen Rot und wo weyter jr notturft je fein wirdt und
alsdann den gnaden jn weittern thun und loßen got ver
trauen, allein wollt mid) verſtendigen ob jr einen Rot das
mit ih das ewr auch nit verfaum weyter, mynder mer zu
wiffen thun wollt oder ob je ed bey Dißer fchrifft an mid
yez gethun und pey den eltern zu lefen begert, pey einem
Rot beleiben die ſy daſelbſt verlefen möcht loßen, je werdt
kurzlich bericht ob jr von den der warheit bericht fegt die
euch Die bawın verfammlung und ir urfach allein auf die
%
leibaygenſchaft und das fy Fein zins geben wolten eingepilt.
Es ift gewiß war, das jr on mittel nit urſach, das aber
die fect anrichter auß Rom und jre anhenger ſich von di-
pen und noch größern ubel entfchuldigen mügen, loß ich
fein, will an feinem meuſchen denn an mir allein verzagen,
etwas pey cud außzurihten. Mein heren haben heut in
2 ftette nachent bie Rottenwurd und Wynßheim jr treffen-
ih potſchaft geordent, dyeweil die gemeyn beder ortt die
Rot und burgermeifter darumb gefangen das man jn die
evangelifchen genumen und gaudler dafur aufgeftellt, fo Hat
falzburg geiftlihen und weltlichen jre concubin von jn zu
thun und zu der ee zu greiffen gepotten welchs wie (die) got-
‘ Iofen nit Ioben werden, begern fih ganz nach hieiger ord⸗
nung zu halten, als war got lebe, wa Die genad gottes
nit die gauffprediger abgeftellt, wir heiten etwas mit effen
mußen, daran villeicht etzlihe ſelloßen pfaffen nichz gelegen
mir zweifelt nit, geſecht jr paß jr gelaubet mir mer, hoff
die wenig zall der ungehorfamen werden pald herbey durch
gotlich mittel fümen oder zum wenichften nid); ubels als ich
hoff wenig und doch etlich darzu genaygt fein außrichten
mugen, damit befelh ich und got.
Casper Nuczel.
Auf digen priff gab ich jm diße antwort.
17) Furſichtiger W. g. I. herr ewrn priff hab ic) ver-
leſen und vil befhwert €. W. darauß verftanden mit be—
trubnuß meines herczens des negften priffs halben dan wir
E. W. denfelben ye nit zuwider oder verachtung gefchriben
haben funder lautter auß getrewen herczen haben wir euch
angezaigt on alles Tiebkofen, was unfer forcht und befchwert
in dißer fach find und fo ewr priff an mich und den Eon-
vent geftanden ift, hab ich den offenlich vor allen laſſen
fefen und ein ytliche infunderheit jung und alt gefragt, was
je will fey das ſy wider antwurtten wollen. Alſo hat mir
5
ein ytlihe jr gut bedunken gefagt die maynung wie dann
der priff jnn beit, hab darnach mit aygner hant dieſelben
ding an ein taffel geſchriben und der fchreiberin abzuſchrei⸗
ben geben, das meld ich darumb das jr in warheit feinen
menſchen verzeichent follt. Nachvolgent fo hab ich denjelben
priff als man jn follt figeln wider dem Gonvent laſſen Te:
fen, haben mir die fweftern all auf ein newes verpotten
mi in nichte wider jrn willen zu begeben, verwillig id
aber one ſye, fo fol ich wiffen, das fy ſolchs nit ftet wollen
halten und -mir auch furpas nit gehorfam wollen fein, hab
ih nun auß meiner Sweftern befelh etwas ungefchicts und
unpillich8 gefchriben. mit dem wir ymants zu vil angegriffen
heiten, wöllt ſolchs jn der lieb gottes mer unfer frewlichen
plödigfeit und unferm unverftant zufchreiben, denn freveln
urteil oder hoffartig vermeſſenheit. dann gott unfer berr weiß
deu grunt unſers herczen das wir uns zu Dißen Dingen
allen allein fürchten vor den leuten, Die und urſach zu ape:
ſtaſey möchten fein, das ung E. W. nit verargen foll, dann
ve nach dem heiligen evangelium not ift das man fidy Butt
vor den leuten. Es ift war das wir begert haben den
priff die alten bern loſſen leſen als unfer gunftigen herm
und getrew vetern fo ſy merfen unfer anlygent, welchs ye
auß der lieb und forcht gottes entfpringt, fy würden jn das
zu herezen laſſen gen und jm peften verften, (verftchen den-
felbigen herren und zuforderft € W. als unferm getrewen
pfleger und verforger befilh ich zu meffen, ob es zu thun
fey, das Dißer priff vor dem ganzen Rat zu lefen fey oder
nit. Beger jn digen umb der ere gottes willen nad dem
heiligen evangelium das einer darinnen thut als eim jeder
wollt, das jm felber geſcheh und pitten das man uns die
genad thu, das man geduld mit nnd armen hab pis get
feinen wohlgefelligen willen jn uns würdt, fo wir doch nad
Ein €. R. maynıng das heilig evangelium hören und der
parfuffer ledig fen, das man und weyter unbefchwert laſſen,
6
wir wollten mit der hilf gotes woll unfers dings warten
auch nymant weder auf diß noch das waifen und nymant
feinen fchaden thun, auch erpeut ich mich fo ich Ye alſo
partheyſch wird geurteilt das ich vergunnen will, das man
den Eonvent vorher, will ih außtretten das mir nymant
weder zu lieb noch layd turff fein notturft Eunlich reden,
anders fan und will ich meinen Convent nicht zwingen, ge-
zympt mir auch nich hynter jn zu thun, ich hoff der heilig
geift werd euch und jn nit verhallten feinen gottlichen wil-
fen, fo man doch jn feinem nomen 'verfammelt ift, hyemit
befilh ih E. W. des genaden gottes der und alle woll zu
thun geben. \
Zu wiffen nachdem man unfer Veter von ung het ge⸗
fhafft wy vor gefchriben ift Hub am Montag nah oculi an
yay ung zu predigen ein lutterifcher prediger hyeß poliander.
bet auch ein weib, was eyn chorherr geweft zu Wirzburg
aber von der [utterey wegen was er und der pryor zu kar—⸗
teufern auß der flat vertriben das fy nit mer do torfften
fein. derfelb poliander predigt und von dem obgefchriben
montag nad oculi piß an den Eritag nad) judica VIII pre—
digen, bet fer einen großen zulauff, hörten jn dy Teut fo
gern das der pfleger zu mir ſprach, unten fy jn behallten, -
wolken fy im ein jar gern Vie gulden geben das er ung
newrt befert, aber weder ich noch fein ſweſter ſprachen jm
nye fein wort zu, darumb macht ich mir vill feintfhafft pey
den leuten, von des felben poltander8 wegen fchrib mir der
pfleger dißen nachgeſchriben priff.
18) Dy parmherczigfeit got des vaters und die genad ung
durch feinen fun erworben fey mit euch allen. E. 2. mutter
und recht von herezen geliebte ſweſter, das ich auch bey der
hochſten warheit dy got felbs ift nit anders beger mit zu
fürn dann id) berwider gern haben wollt Ewr jungſt ſchrei⸗—
ben mir gethan hab ich verleßen und geleich woll etlicher‘
5#
eltern abwejen halb piß wir alle zufamen Lumen das erſt
hewt gefchehen nich8 zu der fach funen oder wollen handeln.
Mir ift aber befolhen euch anzuzaigen das mit allem flevß
gehandelt fey mit dem grafen albrecht von Mansfelt das
er den poliander ewrn izt zugefeßten prediger Doch ein zeit-
fang bye wollt lagen mit anzaigen vill gutens das ein Rot
verhoffet darauß erfolgen. Ein Rot auch ſolchs an feinen
often hat erwenden wollen lofien. das über das alles er
nit erhalten hat mugen werden, dann der graf hat dißen
troft durch fein gottlich Tere alle feine landt und leut umd
auch etlih fein pruder vettern und freunt in eyn criſtlich
leben und einigfeit zu pringen zu Dem das er darvor ja
das Sande preußen das evangelium zu verfunden fo body be
girlih von hochen und nydern ftenden erfordert, aljo das
er aud) dem grafen in dy harr nit beleiben mocht, welches
valls jr villeicht gar nit erfchredt, got geb das jr die ſach
verbeffert, wy dann der poliander vermaynt und woll troft
das jr mit dem vater zu den farteuffern vill paß dann mit
jm verfehen fein follt, darauf mit gemeltem farteuffer fo vil
ift gehandelt alfo das derfelb auf den pfincztag negft fu
zu gewonlicher zeit pey euch wirt anheben zu predigen. vil⸗
leicht gibt got dy genad das euch der angenem wirt fein
dazu pit ich got zu helfen, fo vern er von jm erleudt if.
alsdann wirt dy frucht nit veln als wenig gotliche werk bey
einem rechtglaubigen verpleiben. Ewr urſach und erpietten
in ewrm fchreiben vermelt find alle verfchoben piß zu gele
gener zeit mit wifjen eines ganzen Rots zu erwegen in ez—
lichen umbliegenden ftetten ift will aufrwr und warlid alles
von den harthaltern der romiſchen kirchen verurſacht. Zu
Wynsheim habens mein herrn gefandten geftyft und in 8
tagen darin dy flat gefpert geweft vertragen, haben aber
zu allerforderft 2 prediger dy ein Rot fawr angefehen, dei
halb fy heraußen find, wider einfeßen mußen, forg ſye dan-
nod nit genug grundet feyen, wy doch vill pen uns find
⁊
da ich noch Hoff jr ſelbs befennen werdt, allein Durch ewr
aygenwilligkeit und der fo euch darzu helffen möcht es aller-
ley forg wallten, wa jr aber auß rechten grundt der fchrifft
euch und dy ewen berichten lofjen und doch zu wenigften
gelanben das jr jrren het mugen, jo hab ich ewr und auch
unßer aller dy on das darunter ungelud wartten mußen
gar fein forg, ift mein pit umb gottes willen das alles
pruderlih und vertrewlich meynung zu verften, aller meiner
herrn ordensleut und andern loffen ſich doch zum teyl erpit-
lich finden, allein je und die parfuffer nit Hof unangefehen -
das jr fpet in den weyngarten werdt kumen, euch werdt
ganze belohnung darnach nit mangeln, der herr des wein-
gartens geb euch feinen willen, darumb ich jn herczlich mer
denn umb mid felb8 pit Amen damit der ewr und der ewrn
dyner willig und gefliffen jr wollt oder wollt nit.
Auf digen priff gab ich jm fein antwurt Do ward es
aber anders do ſchrib er mir digen priff.
19) Erwirdige frau wy wol ih euch geftern zuge-
fihriben das ein E. Rot euch den Vater zun farteuffern zu-
geordent hyfuran zu predigen, hat doch derſelb fo vill ur-
ſach anzaigt, alfo das jm allein zugeloffen ift pfincztag und
exitag pei euch zu predigen und am juntag foll der prediger
zu fant febolt nachmittag pey euch predigen piß ein Rot
dy fach weytter bedenft, hab ich auß befelh meiner herrn
nit wollen verhalten. Unſer berrgott macht ye feltzam Rut-
ten dowit er und will ftroffen, dy weil wir funft von un-
fer abgotterey nit wollen loßen, befilh euch und mich fampt
dennen uns befolhen in dy genad und ſchyrm des almed)-
tigen Amen.
Caspar Ruzel.
Alſo am pfincztag nad) judica follt der Farteuffer zum
erften predigen, do ward er krank. Am palmtag do pre-
digt der prediger zu fant febolt Dominicus, am montag und
70
mitwoch der prediger zu ſant lorenzen Oſiander, am ant⸗
laßtag der wider zu ſant gilgen, am karfreitag und oſtertag
der Dominicus, an andern und 3 öſtertag der oſiander, am
famftag der farteuffer das erftmal. Am funtag quafimodo
der dominicus das letztmal, alfo mußten wir Dy ganze mars
terwochen all prediger hörn, das man uns newſt mit gewalt
befert, das wir nymer weichen fundten. hatten warlid ein
fhwere marterwochen, groß geleuf gefchrey und unrwe in
unfer kirchen. Man byelt uns aud ganz hart an das der
- ganz Eonvent predig follt born und fein fwefter dy verſau⸗
men, was wir fagten fo gelaubt man uns nit das wir de
wern, troet und wenn man erfur das wir nit predig her
ten, wollt man uns leut uber den hals hereinfepen dy pey
uns an der predigt wern und uns aufmerften vb wir all
do wern und wy wir uns hyellten und ob wir nit wol
in dy orn fiyffen, es vyetten auch ettlih dapfer das man
dy thur in die cappeln abprecdhen und eyn gitter dahin ma-
hen das wir alfo offenlic an der predigt mußten fihen vor
ydermann. Alfo am montag nad) quafimodo fing der far-
teuffer an, thet alle wochen 2 predigten montag und fan
ftag, der prediger zu fant Lorenzen Dflander predigt alle
funtag und feyertag pis auf michahely Aber wy gar um
crienftlih ſy dy heilige gefchrifft auf einen fremden fun zwun:
gen, wy gewaltiglich fye dy fabung der firchen umbftyeßen,
wye fye die heilige meß und alle ceremonie ſchmehlich ver:
wurffen, wye großlich ſye fchentten umd leftertten all orden
und geiftlich ſtend, fehundten (ſchonten) weder babft noch
keyſer, dy ſy offenlich tyrannen, teuffel und antichriſten
nannten, wie groblich uncriſtlich wider alle pruderliche lieb
ſye uns antaſten und was großen ſundt ſye erdenken mod:
ten von uns predigten, damit ſy die leut uber uns mochten
rayzen, dy ſy trewlich vermanten das ſie uns gottlos voll
ganz ausdilgten, dy cloſter zerriſſen und uns mit gewalt
auß den cloſtern ſollten zern, dann wir wern in einem ver:
71
demlichen ſtant, ketzetn, abgotiern, gotleſtern, und mußten
ewiglich des teuffels fein, das fan und mag nit alles ge
fhriben werden. Aber dem allmedhtigen gott haben wir
ymer und ewiglich zu daufen, der uns fo barmberziglich
behutt bat, daß bei dißen freffeln predigten uns dennoch)
fein hochmudt bewißen ift worden, wy woll wir mande
predigten in ſo große engften und wotten find geweſt, das
wir al augenblid warttenten, wenn man und das clofter
aufftyeßen wir follen dem almechtigen gott auch ewiglich Toben
der uns fo veterlich behut hat, das fein fweiter von dißen
ſchedlichen kezerlichen predigten vergufft it worden, wye woll
wir vill fhand und ſchmach dadurch haben mußen Leiden, haben
auch dy prediger uns (geiflig nemlich) zu vergifften feinen -
Heiß gefpart, aber mer fy und predigten, ye mer wir merd-
ten mit was lyſtiger falfchheit und jrrthum fy umbgingen,
got behut uns weytter durch fein parmherzigkeit.
Unter des wart und geratten von etlichen guten freunt-
ten wir follten nns erwellen einen frumen erbern priſter,
dem wir jn nötten möchten peichten als auf das wir nit
als verechtern der heiligen facrament geurtheilt würden,
denn es was vil gefchreys uber uns, wir wollten ee fterben
ee wir ymant anders denn den parfuſſen wollten peicdhten,
diefelbe maynung hielt ih dem convent fur, do es ye nit
anders mocht fein, das wir feinem vater funten peyähten,
do ryetten die ſweſtern wir follten herr Cunrat ſchrötter
nennen, der was ein frumer tapferer prifter pey 65 jarn
alt, das thet wir auch mit rot und willen des würdigen
vater quardian, die zeit Michel fryeß, der vergunt und ſolchs
und gab jm gewalt, das uns der vorgenant herr ein zeit
vor wer und vergwift uns das wir darumb nit von dem
orden unßer wurdigen veter gewichen wern als etliche ſwe—
fern beforgt, nit denn dißer prifter wer auch ein gelyd des
ordens denn er hielt die dritt regel S. Brancifei, darumb
“m 22 0 oem wer ımdram, das wir Den Ratt pet-
„2. IF xen OITTer veraumt, miewol er groß-
2 "mm. m Te ward T fen weg nachgeben, denn
zus ° 2 mr Vom uren, werden ĩp am Dick pri⸗
mr mom „mc zur Tie "werten nad Dem vfleger zu
om 22 zz minor Te nachgeichriben meining um-
serız. Ui: "sıer 'z Verreicen rertag zu abent, fagt ich
z mr em. vmrdent me Sim E. R. unſer veter und
Fee zz er ımd wer tom Fern telforger beiten und
mr... 2 were. venien wir democh aud mit gem
as "is tr me Szrt ind Me heilig Taframent fterben,
> er ei wrmer \ı cr me nm allem jm Chor redet,
ze mer. mr um ıme emen ermellm zu einem
serrmsme md im mer nemen, wen wir woll-
gez Nr me oo sararer wer md ob er nit be wer, fo
‘2 ro Sererznger und Sen coſtung Daran fparen,
das ef 2 mem Semeenr urichulten, Die beiten mir be-
Z Er en Dre da engegen wern, fü
xar 72 Ns sehuor, auf us er umd ein Erbar Rat ſeh,
das vr nem ulen Be sen zur umier fopfer wollten jten
sud meer ser vum um Me varfuffrn hetten geſetzt,
DO Tea STE erweren emen tunen ülten erbern tapfern
Iriter, den wir unge sur gefennt betten, der almegen
euer guten womundt zenabr bet, und ein prifterlich leben
gefin? dem wir dorfften vertrawen und ein bercz zu jm ha:
ben, aber wır wollten jm zu dißer zeit nach mit nennen es wer
dein Dad wir nor vom einem E. R. vergmwift würden Das
uns &. € R. denſelben umd feinen amdern wider unfern
wien wollten geven, doch mellt wir ſolchs nit anders thun
denn mit dem geding ob uber furz oder lang diſe geſchwind
leufft peffer würden, das wir nichz damit begeben wollten
haben unfer wurdigen veter halben, wollten uns auch das
vorbehalten wenn dißer prifter den wir nennen wollten ab:
lg, das wir den gewalt wollten haben wider. einen an-
Drum zu ermwellen, wen wir wollten und Diefelbe Freiheit
..
=
.
73
wollt wjr uns nymant laßen nemen. Wir wollten peichten
wer uns eben wer und nymants anders. Es wurden
auch fuft vil wort dazumal geredt des yeichtvaters halb,
das wir Dem pfleger unfer befchwert genugſamlich furlegten
und jm fagten was uns daran leg, vermantten jn auf das
hochſt und patten jn als unfern getrewen pfleger, Das er
jm Die fach zu herzen lich gen und unfer entlihe maynung
einen E. R. alſo furbielt.
Dife red nam er gutlich auf, meldet doch dayey er
bet forg wenn wir einen fo ganz fchlechten unerfarn und
ungelerten erwelten, es möcht feinen herren nit gefallen,
wir müften dennoch einen der ein anfehn bet, (Sprad) ich) den -
wir nennen wöllen, derift erfarn genug. Denn er hat vil und
lange jar peicht gehört, wir durfften keins hHochgelerten denn on
not ift vil disputirens in der peicht, dürffen auch feins der
ein groß anfehen hat, denn ve mynder gefcheift wir in der
peicht mit jm haben, ye lieber es uns ift, dann wir bedurf-
fen vil paß eines trewen werfwigen der.. unfer fundt gedul-
tiglich hört und uns abjolvirt, denn eins der vil wort treibt.
Diß nam er noch alles gut auf und fagt herwider
wie er die fach fprechen wollt vor einem E. R. ob es die
meynung alfo wer on geferlich das wir einem €. R. zu ge:
fallen auf das ſy fehen das wir nit allein auf den par-
fuffern flunden wollten wir einen leyenpriefter nennen uns
fers gefallens dem zu peichten, doch mit der proteftacion
das wir unfer veter halben nichz begepen wollten haben,
wen e8 peffer wurd und auch wen der prifter abging, fo
wollten wir aber einen andern fiymen und uns die Freiheit
der wal behalten und henket doch hyntten daran, wir lie-
Ben uns die prediger and) wol gefallen, ſprach ich ya, wir
müflen es leyden, gewalts fün wir und nit erwern, wir
haben zum erjten nit darein vergunftigt da man uns zum
eriten hat angefagt, da habn wir geantwurt, das clar lau:
72
ritt und der würdig vater gardian, das wir den Ratt pet-
ten, das man uns digen prifter vergunt, wiewol er groß-
fi beforgt, der Rot wurd in fein weg nahgeben, Denn
was fo an den parfuffern fluchen, werden fy an dißen pri—
ftern finden, befelhen mir die fweftern nad dem pfleger zu
fhiden und im furzubalten Die nachgefchriben meinung un—
geferlih. Alfo Tom er denfelben freytag zu abent, fagt ıch
jm diße meinung, nahdem uns Ein €. R. unfer veter und
felforger beraubt het und wir nun fein felforger heiten und
wir alle todtlih wern. wollten wir dennody auch nit gern
ald das vieh one peicht und die heilig faframent fterben,
fo bet er am nechſten, da er mit mir allein jm Chor redet,
“ mid) gepetten, wir follten und einen erwellen zu einem
peichtoater und follten einen nennen, wem wir woll-
ten, der nye fein parfuffer wer und ob er nit bye wer, fo
wollten fy jn herpringen und Fein coflung Daran fparen,
das het ich meim Convent furgehalten, die hetten mir be-
folhen und auch die Ratfwefter, die da engegen wern, fy
hetten fid) des bedacht, auf das er und ein Erbar Rat fch,
das wir nit in allen Dingen auf unfer fopfen wollten ften
und unßer herr allein auf die parfuſſern hetten geſetzt,
fo wollten wir erwellen einen frumen alten erbern tapfern
prifter, den wir lange jar gefennt beiten, der alwegen
einen guten Icymundt gehabt het, und ein prifterlich leben
gefurt dem wir dörfften vertrawen und ein here; zu jm ha—
ben, aber wir wollten jn zu Dißer zeit noch nit nennen es wer
dent Das wir vor von einem E. R. vergwift würden das
ung E. €. R. denfelben und feinen andern wider unfern
willen wollten gepen, doch wollt wir ſolchs nit anders thun
denn mit dem geding ob uber furz oder lang diſe geſchwind
leufit peffer würden, das wir nich; damit begeben wollten
haben unfer wurdigen veter halben, wollten uns auch das
vorbehalten wenn dißer prifter den wir nennen wollten ab-
ging, das wir den gewalt wollten haben wider. einen an—
dern zu ermellen, wen wir wollten und diefelbe Freiheit
23
wollt wir und nymant laßen nemen. Wir wollten peichten
wer und eben wer und nymants anders. Es wurden
auch fuft vil wort dazumal geredt des Yeichtvaters halb,
das wir dem pfleger unfer beſchwert genugfamlich furlegten
und jm fagten was uns daran leg, vermantten jn auf das
hochſt und patten jn als unfern getrewen pfleger, Das er
jm die fach zu herzen ließ gen und nuſer entlidhe maynung
einen E. R. alfo furbielt.
Dife red nam er gutlich auf, meldet doch dayey er
bet forg wenn wir einen fo ganz ſchlechten unerfarn und
ungelerten erwelten, es möcht feinen herren nit gefallen,
wir müften dennoch einen der ein anfehn bet, (Sprach ich) den -
wir nennen wöllen, Der iſt erfarn genug. denn er hat vil und
lange jar peiht gehört, wir durften keins hochgelerten denn on
not ift vil disputirens in der peicht, Dürffen auch feins der
ein groß anfehen hat, denn ve mynder gefchefft wir in der
peicht mit jm haben, ye lieber es uns ift, dann wir bedurf:
fen vil paß eines trewen verfwigen der unfer fundt gedul-
tiglih hört und uns abjolvirt, Denn eins der vil wort treibt.
Dig nam er noch alles gut auf und fagt herwider
wie er die fach fprehen wollt vor einem E. R. ob es die
meynung alfo wer on geferlicdy das wir einem €. R. zu ge-
fallen auf das ſy fehen das wir nit allein auf den par-
fuffern ftunden wollten wir einen leyenpriefter nennen un⸗
ſers gefallens dem zu peichten, doch mit der proteftacion
das wir unſer veter halber nichz begepen wollten haben,
wen es pefler wurd vnd auch wen der prifter abging, fo
wollten wir aber einen andern fiymen und uns die Freiheit
der wal behalten und henket doch hyntten daran, wir lie-
Ben uns die prediger and wol gefallen, fprad ich ya, wir
müffen es leyden, gewalts fün wir und nit erwern, wir
haben zum erjten nit darein vergunftigt da man uns zum
eriten bat angefagt, da habn wir geantwurt, das clar lau:
. 14
tere heilig evangelium mugen wir von ydermann wol hören
Doch unbegeben unfer Freiheit, aber gewalts fün wir uns
auf dißmal nit erwern, diß lyd er auf das mal als oft
ih8 meldet zu 3 maln, das wir gewalt muften leiden, alfo
ſchyd er im gutter freuntfchafft von uns, das wir dafur
heiten, wir hetten ed gar wol geſchafft. Aber am famflag
darnach am heiligen palmabent fchrib er mir digen. hernach
geſchriben priff.
20) Genad und frid allein in got dem vater welchen
er und in feinen fun Jeſum Chriftum jo miltiglich mitge-
theilt zuvor jn dißer Teßten zeit, fo wir doch woll ver-
ſchuldt hetten das er und nody pis zu Dem endt der welt
bett irren laſſen, derhalben wir jm nymer genugt thun
funen dann allein mit den werfen die er nus geheyffen und
duch jn felb jn uns nnd nit auß unferm gutdunfen vol-
Dracht werden. ö
Erwirdige frau und mutter ih hab den befelh mir
durch euch und ewr rotmutter gethun pey einem €. R. mit
Dem fleyß fo ich kunt anpracht und gefprodhen und nemlid
den erften artikel das ir fampt dem ganzen Eonvent erpüt-
tig feit Die prediger fo euh E. E. R. wer aufjtellen zu
hören und allein darzu vorhalten, ob einer oder mer etwas
uneriftlihs wurd fügen dasjelb alsdann bey meinem herrn
zu antten und anzuzaigen, genezlih hoffnung, auch wurdt
darinnen verfehung mitgetheilt. - Zum 2 wer der purfuffer
und ewr orden vor alter alfo eingeleibt derhalb in ewr macht
nit ſtündt Diefelben entlich zu begeben, dieweil jr aber -der-
felben auß ernſtlichem furnemen ewr bern der ve mangeln
müft und damit dann nit gedacht würdt, wie von ewrn
mißgunnern außgeben als wollt ir auch all ander peichtve-
ter geraten, fo euch diß mit zugelofien, fo wer doch ewr
Demutig pit euch wider der fwefter willen zu feinen peicht—
vetern zu nöttigen wir jr da gelaubet beraußen ſich auch
5
nymant zu feinem tringen ließ und euch Diße wall loſſen
einen peichtwater zu nennen, fo wer Ewr Convent und jr
befchlofien einen foldhen prifter zu nennen, der doch ewr ge=
mudt noch nit weft, aber ewrs verhoffens des gefindt, das
er pisher weder einen noch dem andern teil nit angehangen,
funder fih prifterlih und wol gehalten, wer euch aud on
nott in der peicht zu disputirn und vechten, funder gededht
die ſach dahin zu fehen, das jr ſchlecht und gerecht wie vor
wöllent peichten und abfolucion von jm nemen und dabey
befeiben laffen. wo aber das wort gob, Das jr Doch wie
oben zu hörn zugefagt habt yetz wurd weyter würden, wollt
jr eud wie alweg unterwerfen mit ungeferlihen weytern
worten erbern erpietten und unterdeniger befehluns gegen
einen E. Rat.
Darauf ift pey E. E. R. nochmals zu ratſchlagen ver⸗
ordent, euch mit predigern durch ein oder mer perſon zu ver-
fehen mit dißem zufagen daß fy nymant uncriſtlich unpru—
derlich noch unfreuntlih allda wollten zu predigen geftatten,
wie je dann des ye gute urſach habt zu gelauben, die weyl
vil im Rot ir döchter und freuntin allda haben, die ye ſich
Ihuldig erkennen jr feligfeit zu furdein und warlid) wo fy
nit weyter fehen, denn ir gefang, fy wurden hierzu zu fu—
dern und zu arbeyten fi woll enthalten welche arbeit und
fuderung auch mit feiner unorduung wirdt gehandelt. Aber
des 2 artifelS der ypeichtwater belangend der ift pey E. €.
NR. etwas befhwerlih angefehen,, erftlih darumb das jr
habt gefunnen euch zu Lofien und zu bewilligen einen leyen—
prifter den jr erwellen und fur gut anfehen wurdet zu nen-
nen, doch das die bewilligung eines Rats ewrn benennen
eines peichtvaters vorgeen follt, das wirdet darfur verftan-
den das jr einen Rat mit jrer willigung verpinden, jr aber
mit ewr wall und benennung frei fein wollt. Zum 2 da-
runib das jr einen peichtpater verftriden wollt cud) allein
76
zu hörn, jme aber follt dagegen verpotten fein mit ud von
den mengeln ewr confcienz nit zu reden, den troft und licht
fo got erfheinen leſt, nit zu offnen und euch Durch dasſelb
von unpilligen Dingen zn erledigen, wie nun das pei meinen
bern angefehen, gib idy euch zu urtheilen. Daun mas wer
doch das fur ein peichtund befanntnus.die ein funderin vor einem
peichtvater thet, und dagegen aber dem peichtvater nit günen
wollt, die mengel jrs gewiſſens und gelaubens anzuzaygen.
Auff das jr aber meiner herrn vetterlih und criftenlid ge-
müdt mer befyndt, dann fy forgen mer denn jr jn zutrawt
und geleih nayaung wie fy die gegen jn felb8 auch gegen
euch vermerfen mugt, fo find fy erpüttig wo jr jnen jczo
den prifter fo euch fur einen peichtvater als tüglih und
gefellig anfiht, benendt, das ſy ih alsdann feines criften-
lichen und uncriftenlichen verftandts, lebens und weſens hal-
ben mit ſolchem fleyß als ob fy dem jr aygen fellen anver-
trauen follten, erkundigten und wa ſy den zu einem crift-
lihen peichtvater fur gefchidt und tüglich finden euch den
auf ewr wollen (erwählen) und benennung viel lieben zu—
Ioffen und geftatten wollen, denn ob fy euch den felbs
geordent hetten, doch wirdt jm Ein Rot jn dem nit fpern
laffen, wo eine fi ungeſchickt oder ſtrefflich würdt halten
gegen jm wie gegen ander und fih zu thun gepurdt zu
halten. Mein herrn haben geftern ein antwurt 10 pogen
pictter groß loßen an pifchoff zu bamberg außgen ift ein
antwurt auf ein fchreiben durch fein genad in wenig tagen
getbun, wo ich nit forget euch ewrer gelegenheit halben
damit zu beſchweren und villeicht in weyter unmudt zu furen,
fo funt ich nit loſſen euch die zuzuftellen und euch leßen zu
laffen, dann darin wirdt nit allein ware befanntnus geban-
deiter ſachen befant, funder auch das vermerft fo ſich noch
zu thun gepurendt wirdt, und ift doch jm befchluß mit aller
demutigkeit dahin befchloßen, wo er oder die fein in auf-
erichten oder kunftigen fachen etwas mit heiliger gefchrift
77
verfaft fun anzaygen das fi zu endern, zu myndern oder
zu mern gepür, das man fich darin criftlich und alfo erzai-
gen, das darauf eined Rates gerechtd pruderlichs und ganz
gleichmeßigt gemüdt follt gefpürt werden — Will er nun,
fo ftet fein mangel pey meinen, an dem fidy criftlich weiflen
zu loſſen: gleihwol wirt man fih mit unwarheit nit zaln
faffen. Will mir zır pet werden, vermerft3 von mir ge=
trewlich und pitt gott mir die genad zu geben euch wider
feinen willen nichz zu rotten (rathen) fchreiben oder reden
funder allein fein willen. Amen.
ewr williger pflegerr
Caspar nuczel der elter.
Auf den vorgefchriben priff gab ich dem pfleger die
antwurt auf montag in der marterwoche.
21) Jesum Christum crucifixum pro salute. Yurfich-
tiger W. ©. l. herr pfleger Auß ewrem negften fohreiben
haben wir vernumen, das E. W. unfer ſach gegen eym €.
R. getrewlich gefprocdhen hat, got der herr wöll euch ſolchs
und alles gut bezaln, merken aber dabey auch das unfer
furſchlag mit dem peichtvater nit ftet will haben in der
maynung als wird fur eins bequems mitel begert haben
durch Das die befchwerung der gewiſſen der ſweſtern und
auch Die nachred unfer mißgunner mocht bingenumen fein
worden und auh E. E. R. ſich das wir nit in allen Dingen -
auf unfern fopfen flunden. Es ift war, Das wir die wal
begern zu behalten, wie wir E. W. negſt mundtlich auch
gefagt haben, das wir mit dem nichz in geiftlihen Dingen
wöllen begeben haben, in zeitlichen Dingen wifjen wir wol
das wir umb frid und gutter fach willen follen nachgeben
und E. €. R. willfarn, aber im den Dingen die die gewif-
fen antreffen als peicht und andre ding fan man auß dem
heiligen evangelium nit bewern, das ymant zu notten oder
zu betrangen fey. Wir halten wol darfur, das €. €. W.
78
folh8 auß befundern trewen thu, wie E. W. melt, haben
defielben halb kein mißtrawen zu unfern gunftigen herm
und vetern, gelauben wol, fy verfehen uns gern nad) dem
peften, aber fy fünnen dennoch den leuten nit in das hercz
ſehen, man ſyeht den man von außen an, weiß aber nit,
was er jnnen fann, aber nad langem erkennen und gutem
leben ift dennoch etwas zu vermeffen mer zu einem dann zu
dem andern, demnach wie war ift das gefagt mag werben
wir wollten einen rat verbinden uns einen yeichtvater un-
ſers gefallens zulafien, fo ift Doch ve das widerumb auch
war, wenn wir berinnen wilfarn und uns follten Taffen
notten zu peichten den zu den wir Fein bercz heiten und
denen wir nit vertrawen möchten, das unfer gewiflen die got
fren will haben großlich verſtrickt wern, es funt ye einem
leiblichen kranken der rot des artzs nit wol zu dem er wer
der glauben noch trawen hat, wie folt denn einem beſchwer⸗
ten gewiffen gefchehen, fo nun unfer furfchlag nit flat fol
haben, gedenfen wir e8 ſey villeicht peſſer wir nennen den
nit, den wie im fon haben gehabt, denn follten wir einen
anzaygen der andern leuten nit gefellig wer, wurden wir
villeicht nichz fchaffen, funder denfelben in ungelud pringen,
wo der nit glauben und halten wollt, was andern leuten
eben wer dann wie wol wir warlich noch nichz mit jm ge
redt haben, halten wir jn doch fur einen foldyen mann, der
weder von menschlicher forcht oder gunft wegen nichz wider
fein gewiffen werd thun als auch recht ift, dann wiewol in
andern fahen zu willfern ift aber das ymant fein gewiflen
fol beichweren einem andern zu lieb etwas zu glauben, Das
nit in fein gewiflen get ift wider gott und ſich ſelbs, tregt
nymant fur befchwert allein, wirdet auch nymant fur das
ander rechnung geben, funder ein ytlichs fein pürdt vor den
augen gotted tragen, darımb als wir alweg gefagt haben,
die weil Die newe lere jn vil weg fo zwyſpaltig iſt aegen
dem alten criftlichen verftandt und doch ped teyl die heili-
79
gen gefchrift vor in haben, die ein ytlichen auf fein ort
zeucht, fo ift uns armen einfeltigen das nubt das wir jn
dem glauben des heiligen evangeliums beleiben, pis-die fach
mit genaden gottes in eynigfeit gebracht werd, wöllen mit
dißem ftill halten mit der hilff gottes nymant fein urfad)
zu aufrwr geben, denn was get die feut an, wem wir peich-
ten, fo wir doch uffenlich predig hörn, wie jr vererdent
babt, werden wir uber das geurteilt als veradhterin der
heiligen facrament der wir doch von grunt unfers herczens
begern als wir mit got und feinen heiligen engeln pezeugen
und wider ımßern willen die heilig zeit mangeln und als
gotloß gleifchnerin, gutlefterin und anders, mußen wir got
befelhen, Chriftus unfer feligmacher hat felbft ſchant und
nachred von den menfchen mußen erleiden, wolln wir nn
ald arme gelyder nit peſſer achten dann das haupt felbft,
wöllen mit fancto paulo fpredien, mir ift das myndeſt das
ih von euch geurtheilt werdt oder von dem menſchlichen
tag, got iſt es der mich urteilt, ſicht das herz an, vor des
augen find wir weder peffer noch poßer, man fag von uns
was man wöll, dem wölln wir unfer fundt peichten in der
pittrifeit der rem unfers herczens und jm allein vertrauen, _
er .werd ſchir ein feligs mittel fehiden, dadurch ein E. R.
unfer halben und aud wir arme in unferm gewiſſen zu frid
fomen, wenn wir und ye gern nad feinem wolgefelligen
willen wollten richten, wo uns unßer gewißen nit ftraft,
dieweil habt umb gottes willen gedulf mit und armen und
verftet unfer fehreiben, daß auß betrangnuß unßer gewiffen
entfpringt im peften, damit vil feliger zeit.
E. F. W.
demutige tochter Abtiſſin und
all Rot ſweſtern zu ſant Claren.
Am mitwoch war der heilig antlaß abent, kom der
abt von ſant gilgen, zayget an do unſer cloſter reformyrt
wer worden, do wer der abt von fant gilgen zu einem exe-
cutor vom babft geſetzt worden, nad) volgent wern all Abt
feines cloſters unfer confervatores, Darump wollt er fih an-
zaygen als unfern Birten, nem jn wunder fo wir yezumt
fo vil anligens hetten. das wir nit lengft nach jm gefchidt
betten, er wollt Doch ye auch gern helffen und rotten und
ermanet und auf das hochſt, das wir in almeg einem €.
R. ald unferm von got eingefehten obrigfeit follten volgen,
was ſy uns anfinnen und mit anheben wollten, des wer
wir fhuldig zu geloben, mit vil gefehmyrten wortten. Ant
wort id jm mit kurzen worten auf das erft, wir erfennten
Ehriftum fur unfern warn hirten der fein fell fur fein ſcheff⸗
fein gefeßt het, fuft wer wir layder uf diße zeit mit folchen
byrten verjehen vor den wir und als wol als vor den wol-
fen zu fürchten hetten, feiner und ander hyrten halben wer
nit wunder, Das die wolf die fhefflein Tengft zeryffen het:
ten. Aber auf das ander wer wir nit gewillt, das wir
den leuten folgen fullten in den Dingen, die wider unfer
gewiffen und unfer gelübd wern, denn wir heiten das mit
einander fchloffen, das wir uns nymant wollten laffen trei⸗
ben von der einigfeit der criftlichen kirchen und unfers or:
dens, do wollt er vil disputirn von dem heiligen faframent
in peden geftalten zu entpfangen und andern Dingen, aber
ih wollt jm nit flat geben, faget wir wern ungelert, ein
feltige frawenpilder, wollten folche ding den gelerten befel-
ben und ee einigfeit in den kirchen würd, wollten wir pe)
dem alten gelauben pleiben und uns nymant darvon lafien
treiben. Do wollt er ye wiffen wie mir fein prediger zu
fant gilgen gefyel, funt es mir fein andre antwurt außprin-
gen, denn es gefyel mir einer wye der ander, den teyt der
heiligen gefchrifft wollten wir gern hören und gelanben,
aber das wir follten annemen die außlegung wie e8 einem
‚pdlichen jm kopf fuer (fahre) das wollt jn uns nit. Aber
an dem heiligen karfreytag nad) der predig kom aber einmal
81
der pfleger, nam ich die Ratſweſter mit mit, hyelt er uns
denſelben heiligen tag auf pis zu der collacion, ſaget her—
wider wie es im Rat ergangen wer, do er unſer meinung
furgehalten bet des peichtvaters halben €. E. R. nit woll
zufryd mit uns wer, das wir fo gar jr vetterliche trew nit
zu herzen wollten nemen, fo fy uns felber auf das peſt
wollten verfehen, fo wollten wir jn nit getrawen, funder
felber die wall behalten, würd uns nit zu gut fumen, er
ſchemet fih von herczen das er allein unter allen clofter-
pflegern fo ubel mit ums beftandt, dann alle clofter faget
jen pflegern zu fy wollten thun, was mein herrn wollten,
allein wir wern fo eygenfinnig; und fo wizig, das wir nr-
mant wolten folgen, denn unjer eygen fopfen, damit wür-
den wir uns warlich felber verfuren, mit vil andern worten
dergeleihen. Er faget auch wie wol wir den prifter nit
genent hetten dem wir peichten wollten, fo funt er und ein
E. R. dennoch wol ermeffen. das fein ander wer denn herr
Cunrat Schrötter, er bet aber unter allen herren feinen ge-
merkt der einen gefallen an demfelben pfaffen het, e8 wollt
auch feiner fein flimm darzugeben. Sprad td), es ift doc
nicht von noten das wir dem muflen peichten der einem
Rat gefelt, fo fy uns die nit wollen laffen die uns gefallen,
wollen wir auch der nit, die jn gefallen. Sagt er ed wirdt
alles anders werden mit den geltfuchtigen meßfnechten, wir
jollten uns darvon ſeczen, man wurd uns fein geben, er
‚wer denn anf der Evangelifhen feyten fagt ich fo diefelben
nichz von der peicht halten, fo wollen wir jr auch wol ge—
ratten, jr durft nit eylen mit feinen peichtigern wenn ir
uns pen unfer freiheit nit pleiben wollt laffen. Ex trug
und ymer den, abtrunnigen farteuffer an der von wirzburg
vertriben was worden und der lutterey willen den man ung
verordent bet zu predigern, den kunt er nit genug außloben,
wie ein heilig gelerter erfarn man er wer, wie er ein vifi-
tator des ordens wer geiveft und ein pryor, unter demfel-
6
82
- ben wern wir auf das hochſt verforgt, wenn wir ju zu
einem peichtvater und vifitator annemen. Sprach ih, wir
find Clarifferin und nit karteuſſerin, darump begern wir feine
karteuſſer, wir mußten willeicht feinen orden annemen. Sprach
er, er wollt mir gut dafur fein das er fein Farteuffer oder
fein mund) wollt beleiben, wurd auch die Futten nit anbe-
_ halten. Do fprad ih, ey fo peicht jm der todt, foll wir
erſt einen trewlofen apoflaten peichten, fo er got fein trew
nit heit, was follt er uns denn trew beweyſen oder was
follt er uns anders lernen denn das er felber thut, fo muß
ten wir all apoftafyın, do behut uns der lebendig got vor.
kurz ab ye mer der pfleger dien mund) lobet, ye mer ich
verſchwur fur mid und dem ganzen cunvent das wir jm
worlich und werlich fein peicht nymer mer thun wollten und
wollten jn auch weder zu feinem vifltator noch obern haben.
Diß gezenk weret auf diß und ander mal offt und vill
dißer mund) halben, daß man man uns ye wollt notten
das wir jm peichten. Sprach ich etwan zu jm, hewt ober
oder morgen nympt dißer mund auch eyn weib fo wer es
denn ein feyn ding. das wir pfaffen und pfeffin und pfaffen-
finder muft zyehen, denn was wurd man dazu fagen zu dem
das manche wurden beforgen was fye pey dem tag peichtet
wurd er zu nachts feinem weyb fagen. Sprach der pfleger,
va es wer auch ein feyns Ding, er umd ander herrn vill
wollten auch darob ſeyn das man feinen bey feinem frawen-
clofter lyeſts peichtvater fein, er het denn ein eeweib, fo
torfft man unfer nit forg vor jm haben. Sprad ich, dunkt
euch Das feyn, fo dunkt e8 und gar nit feyn und wollen
und warlid nit notten lofien folchen feutten zu peichten.
Do er nun mit digen ſtucken nit geflegen fundt, do hub er
an und faget von der verfammlung der pawın, dy izunt
mit großem ber zu felt legen allein in der meinung, das
ſy alle clofter zerftorn wollten und all geiftlich genennt ver-
terben und vertreiben, er hylt darfur, Das fy anf denfelben
farfreitag wern zu Bamberg und zerflorent die clofter, ex
glaubet das auf denfelbigen heutigen tag fein fwefter mer
do zu fant Elaren wer jn dem clofter, darumb follten wir
fhauen wormit wir umbgingen, das wir nit urſach wern
zu dem großen plutvergyeflen und ob die pawrn fchon nit
herfomen, fo wer doch der gemeyn man bye des Durch das
char evangelium unterricht, Das der geiſtlich ftandt nichs
wer, Darumb wenn wir eygentlich unfers wefens nit kun⸗
nen erhalten, follten gutlich darvon loffen. Mit dien und
vil dergleihen troeworten verzerrten wir den heiligen car-
freitag, desgleichen auch den 2 oftertag, an dem der pfleger
wider fam und aber feinen böchften fleyß furferet wye er
uns mocht befern aber von den genaden goftes half nichz
an und. Wir Betten morlich ein lange bedrubte vaſten voll
angſt und not, fehreden und vordt von innen und außen
auch nich was zu der heiligen zeit gehort mit paffien und
andern gutten Dingen, muften das heilig freuz und alleluja
felber erheben da wir feinen prifter Eundten haben.
Do wir nun mit jamer und not faum aus der vaften
fomen, o do wurd es nad oflern vil poßer, dann am frei:
tag in der oflerwochen beruft man al priſter auf das
Rothauß, verbot jn allen dy Tateinifh meß zu leſen,
fageten wy fy pei den gelehrten funden, das es fo ein ab-
gottifch gotteslefterliche Ding umb dy meß wer, darumb fye
nit Tenger zu leiden wer, funderlich des canons halben. Es
wurd auch allen Tayenpriftern und den jn den cloftern aus—
genumen den in den Pfarren verpotten peicht zu horn und
ander facrament zu raychen. Bon denfelben tag an haben
wir Tayder fein meß jn unfer kirchen gehabt außgenumen
an dem tag unfer heiligen mutter fant Claren, do hetten
dy Iutterifchen weyber mit den Tutterifchen pfaffen und dem
cantor zu fpytal zu wegen pracht das fye ein teutſch meß
in unſer kirchen plärten, aber wir erren all auß dem Chor
borten jr nit.
Ar
Auf denfelben freytag verpott man andy unfern wär-
digen vetern zu den parfuſſern, das ſy ir gloden nymer
follten leuten, noch feinen goitlichen dienſt weder pey nacht
noch bey tag follten halten noch nichz in Der gemeyñ mit
einander follten petten. Dig belengenlich weſen haben fy
fodem dy lang zeit alfo gehalten. Dig thet man feinem
clofter denn den armen parfufiern, den andern verpot man
neurt dy meß, lyß ſy aber das gotlich ampt halten wie fy
wollten. Aber ſy fielen laider felber all pald ab umgezwun-
gen, begaben fih dy teutiche meß zu fingen umd anders
wye in der pfarr zu hallten, gaben aud) das facrament
dem voll in bederley geftallten in allen kirchen, ausgenus
men dy parfufler nit. Es mußten auch alle leyenprifter
purger werden und fwern umgelt und loßung zu geben und
ſich mit allen folchen dingen zu halten wy andere leyen.
Man inventiret aud) von Rotswegen in allen mansclöftern
alle gottsgezyrd, felch und ander cleynot auch ornat, meß-
gewant und altertücher, des fchrib man alles on auch dem
parfuffern. Darnach pald ubergab der abt zu fant gilgen
fein clofter mit all feiner zugehorung ligenter und farenter
bab, au all pryff und cleynot, das nam der Rat als zu
feinen bentten, ſchwuren die mund das purgerrecht, wurd
einem iglihen tazirt, was man jm das jar geben follt,
ungeverlih einem 25 gulden, aber wenn ſich einer des clo-
ſters ganz verzeihen wollt und heyraten, fo gab man einem
50 oder wo otlihen 200 gulden, nachdem er in das clofter
bet bracht. Darnach zogen fy jrs ordens clayder ab, clayd-
ten ſich weltlich und eyn teil gar koſtlich, hyelten fein met-
ten mer noch funft was zu dem gottlichen dinft gehort, denn
was ſy wollten. Dißes geleichen theten auh dy Augu-
fliner, dy ein anfang diß ungluds alles waren,
theten auch alfo dy Garmeliten und farteuffer, ward
in allen cloftern ein wildt leben und fein ordnung mer ges
halten, thet igliher was er wollt, man aß in der vaſten
und ander pantten tagen fleyſch in Difen cloftern. luffen
(liefen) vil mund davon auß allen cloſtern und namen
weyber. Dy predigermund heiten ir-clofler auf
gern den berrn ubergeben, patten fy felber da—
rumb, aber man wollt fy nit annemen, dann ſy
warn zu arm, heiten mit als vil jerlihe nuzung als Die
andern clefter, do zogen die mund all davon pis on 9 Die
verkauften was ſy fur cleinot funden, zerten davon als lang
fy mochten; dann all zufell in allen kirchen, alles opfer,
alle begegnus, alles almußen, alle ſtyftung wurd von allen
firchen bingenumen und jn den gemeynen peütel gelegt. O
da waren wir in großen engften und notten, nacht und tag
froet man uns wir wurden auch alfo mußen thun, do bet-
ten wir uns vor mit einander vereint, das wir das clofter
in fein weg wollten aufgeben, dann wir hetten fein nit macht,
es wer hit unfer, wir hetten fein nit gepawt, Teglich troet
man uns außzutreiben oder das clofter zu pirchen oder zu
verbrennen. Etwan gingen poß verwegen puben umb das -
clofter, troet unfern eehalten, noch heynt in der nacht woll-
ten fy durch das clofter lauffen, alfo das wir in großen
engften und notten wern und vor fordht wenig fchliffen,
warn es was fuft aud ganz rwrig in der flat, das man
teglich beforgt eines auflaufs, fo wollt die gemeyn zum erft
uber prifter und clofter. Wir warn in großem haff
und ungunft und warn und obern und untern fo veynt das
fi) unſer ehalten etwan fam dorffen laſſen fehen unfer
notturft zu kawfen, man bilt und vil ſchmecher denn dy ars
men frawen hinter der maur (öffentlihe Dirnen), dann man
predigt offenlih, wir wern erger den diefelben, Unſer gut
freund dörfften nit zu ums geen denn mit großen fordhten
und gar heimlich, Die fuft zu und fomen, die fegirten uns
pis auf das mark, dann die prediger anf allen canzeln fag-
ten befftiglih fur und fur, man foll kein cloſter noch
futten mer bie leyden, wollten auch die leute nicht das man
die clofter mer clofter follt nennen, funder fpital; man follt
auch die fwefteen nit fweftern nemen fonder pfrundnerin,
fein abtiffin noch priorin funder furweferin, follten fein unter
ſcheid zwiſchen weltlihen md geiftlihen funder ſollten als
geleich fein. Altag beiten wir newe troung dadurch wir fo
fleynmutig warn, das wir ſchir all nacht beforgten, wir
wern die letzte nacht in dem cloſter, Denn wir börten
teglih fo viel jemerlihe, erſchreckliche ding wie die pamwın
fo vil clofter zerflörten und die arme clofierfind -fo elendig
außjagten von allem dem jrm.
Dißer ofterfreud hetten wir zwifchen oftern und pfing-
ften fo viel, das nit funder wer das uns das mark in dem
pein gedorrt wer — Do die pawru fo nahet zu der flat
fomen, do fnuret man die fweflern von pilnreut und von
engelthal bereyn in die flat mit betrnbtnus, die mußten
auch jre clöfter, gut und pawrfchaft dem Rot ubergeben,
was der anfchlag, das man ſy nymermer im jre clofter wis
der wollt laſſen, aber der pundt fom jn zu bilffe und ſchaf⸗
fet mit den bern, das mand uber etlih wochen nadıdem
die pawrn werloffen wern, wider heym ließ ziehen, und jt
clöfter und guter wider ledig zelt, fy mußten fer vil faiden
in den häwfern, do fy zu herberg wern, Tießen die von pil
denreut 2 profeß und 2 novizen hinter jn, die von jn komen,
aber die von engeltal zu mynft 5.
Do wir nun alfo in vil engften und notten warn und
teglich mer ungeluck warteten und wie uns alfo trudten und
ſchmukten, (fchmiegten), das wir kaum den gottlichen dinſt
doristen halten, noch die gloden im Cor leuten, denn wenn
man etwas von uns hört, fo hub fich fluchen und fchelten,
ſchreyen in den firhen herauf gegen ung, würffen mit ſtei⸗
nen in unfern Chor und zerwurfen uns die fenfter in den
ficchen, und fungen ſchentliche lieder auf dem kirchhof, troet⸗
ten uns offt, wenn wir noch ein nacht metten feuten, wollt
8
man uns große ding thun, aber wir wagten es Hymer auf
die genad gottes, ließen fein nacht on geleut und ungehal-
ten die metten, funft wern lengft all metten abgangen. Die
ſchweſtern zu S. Katherin Teuten woll zu einem halben jar
fein metten.
An dem auffart abend ſchickten die herrn jrn viflrer
herein, der muft jn unſern wein und pierfeller vifirn alles was
wir fur getranf heiten. Darnach am Freytag fhickt ich jn
einer ſach einen knecht zu unßerm pfleger, do entpott mir
die pflegerin, fy wollt auf den negften montag fomen und
je tochter holen, die herren würden auf den negflen funtag
zu und fomen und fo vil mit uns handeln, das wir irs
wol wider müſten geben, es würd auch der Rat auf den
negften funtag zu uns fchiden und uns ein ander regel ge:
ben, Die muften wir furpas halten. Es war aud Syg-
mundt furer dageweſt, der het feiner 2 fwefter döchter der
Eberin und Teplin auch gewaltiglidh gefordert Do ih diß
innen wardt, jchreib ich dem pfleger diß zettlein. ”
22) Genad von gott unferm vater duch unfern herrn
Jeſum Chriftum in vereinigung des heiligen geiſts beger ic)
E. 5 W. zuvor. W. g. lieber herr pfleger und getrewer
vater. Sch wirdt bericht durch unfern dyener wilhelm wie
Sygmundt furer negft in E. W. gegenwurtigfeit mir ernft-
lich zuentpotten hat, ich foll feinen 2 ſweſtern Teczlin
und eberin jr tochter wider heym fchiden, desgleichen hat
auch ewr erfame Hausfrau begert, die fi auch ſyder hat
. lagen hören auf den negften montag zu fomen und jn der
fach ernftlih zu handeln. Kun wollt ih gern als ih auch
negft mit euch geredt hab, wo ſolchs gehandelt würdt, das
E. W. felbs perfönlih darbey wer, dann ye Der vater
fovil ya mer gemwalts uber Die kindt hat, denn Die muter,
demnach if mein begert, das ſolchs verzogen wer pis auf
ewr gefumdheit, die got ſchyr geben woll, wo ſie aber ye
88
nit Tenger fan oder will paytten beger ih das mid E. W.
gefchrifftlich ewr willen und mayuung loß veriien. Ich hab
die und andre findt nun etlihe jar in aller lich und
freuntfhaft und mutterlihen, trew auferzogen wil jn noch
die freuntfchaft thun, das ich ſy nit felbs will heym ſchicken
auf das man nit ſagen möcht fy heiten ſich dermoß gebal-
- ten das wir fy ausjagt beiten, wo aber vater und mutter
jre find holen und nit lenger pey uns wöllen laßen, will
id ſy in fein ftund vorhaften und als wenig wir feine wi—
der jen willen wollten behalten, als wenig wollten wir
feine mit gewalt von uns treiben, beger hirinne ein ant-
wurt und ewrs getrewen Rats, ald von unfern gefrewen
herrn pfleger, ob ich herr cherer und der Tezlin die mer
nung auch foll fehreiben oder ob ich foll harren piß felber
fomen E. W. hat uns pisher -alwegen das peſt geraten und
thun dann ich mit fanıpt dem ganzen Convent ve nit ans
der beger, denn das der wollgefellig will gottes jn allen
Dingen volpracht werdt hiemit der genad gottes ewiglich
befolhen.
Auf dißen priff wardt mir kein antwort, hetten faſt
ein betrubte kirchwey, dann wir wartteten die ganzer wo—
chen all fund, wenn die herrn fommen und etwas felzfames
mit und anfingen. Darnach am mitwod in der pflngfiwe-
hen frw unter, der prym kom herr ſygmundt furer, fe
beit pfintzing und endres imhof und begerten in das
cfofter fy betten ein werbung an den Gonvent zu thun von
Rats wegen ‚eylten alfo das fy faum wollten harren pis die
prim auß wer alfo Tieß ich fy in den fumer Nebenter, be-
ruft den Convent, hub der furer an zu reden: fo durd
das clar Heil evangelifch gottswort nun öffenlid an Den tag
kumen wer, das die funderfich fect als nemlich der geiftlich
abfunderlich clofterftandt ein verworffener jrcziger fundtlicher
verDantpter flandt wer, jndem man febet wider Die gebot
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gottes und das heilig ewangelium, das und anders wer
Dem gemeynen mann ganz eingebildt, darumb die gemeyn
alfo uber die geiftlichen ergeympt wer, das ſy fchledht Fein
fein clofter noch geiftlichen fandt mer wollten leyden noch)
gedulden nit allein hie funder weyt und prayt in allen lan-
den und das wer aud die urſach des großen plutvergießens
das yezune gefched von den pawrn die darumb verfamelt
wern, das fy den geiftlichen fand uberal wollten vertifgen
und außreitten, desfelben halben het ein E. R. als unfer
getrew veter große forg fur uns und auch fur ſich felber
unfer balben, das wir nit mit unfern futten und finder:
weyßen der gemeyn urſach zu einem auflauff geben, der
weytter möcht raychen denn pey uns allein oder möcht uns
jn ander weiß ein hochmutt bewifen werden, das jn ye leid
wer, darumb het ein E. R. auß veterlicher wolmeinung ein
einfehen gethun und jm befolhen und 5 artikel furzuhalten,
wo wir Diefelben annemen und Die zn werk zügen, kundten
fo uns defter paß vor der gemayn befchußen und befchir-
men, wo wir aber die nit wurden anıremen, des fy doch
nit verfehen, fo funtten ſy weder ıms noch unfer clofter
nymer erhalten.
Das erft das ein E. R. von mur als von der oberin
wollet gehabt haben, das ich all ſweſter yezunt ſollt ledig
zellen aller gelubt, die ſy gethan heiten und ſy laſſen braus
hen dy criſtliche freiheit, das ſy furpaß nichz ſchuldig wern
noch zu nichte gezwungen würden, funder was fy thetten,
follt aus freiem willen gen, das fy möchten aufhorn und
davon laßen wenn ſy wollten. °
Das 2, das id) fein fwefter uber jr willen follt hyn—
nen behalten, ich follt aud) den eltern jre findt nit vorhal-
ten, die Sy nit Hymnen wollten laßen, wenn fhon der
findt will nit wer, dann es wider die gepod gottes,
denn die find wern ye ſchuldig jrn eltern gehorfam zu fein;
doch follt es almegen vor einem Rat angefagt werden wenn
eine hinauß wollt kumen oder die eltern eine mit gemalt
hinauß wollten haben. So wollt aud ein Rat einer ytli-
ben fo ſy hinauß kem, von des cloſters gut geben was ſy
hinein bet gepracht, auch den dy nichz hinein hetten pracht,
wenn ſy hinaus kommen ein zymliche leibgeding geben und
die heyratten wollten und menner nemen, den wollt man
auch ein erberige außfertigung geben, nad) vermugfigfeit des
clofters, wollt man das alles thun mit foldher befcheyden-
heit das dennoch die darynnen beiyben dennoch aud ein aus
fommen hetten und nit ganz verarmt würden.
Das 3 fo wer der Rat und der gemeyn entliche may:
nung, das wir die futten hynlegten und uns Tleydeten wie
ander leut, fo doch fein unterfcheid unter weltlichen und geiſt⸗
lichen follt fein, fo follt auch fein unterfcheid in den clay-
dern fein, e8 ſtünd doch ye das himelreich nit in den clay—
dern. Das 4, fo wer pei einem €. R. entlich beichlofien,
das unfere redfenfter nit allein vedfeniter fundern gefychtien:
fer follten fein und alfo gemacht werden, mit gittern, wenn
eine perfon mit einer fwefter wollt reden, das die freunt
möchten ſehen, das fy die rechte wer und das ſy allein wer
und nymant pey ir Het und wer mit einer fmwefter allem
wollt reden, das folt man gefchehen laſſen und die auflo-
ferin follt man hinweg heyſſen gen, das fy frey möcht reden
was jr jm finn mer, das wollt ein Rot alfo gehabt haben.
Das 5 nachdem E. ©. R. in allen Elöftern hie heiten
laffen inventyrn und alle dyng befchreyben, wollt man uns
ennoch Die genad thun, das wir felber ein inventarium
follten aufrichten und einem Rat das "überantworten und
anzaygen all unßer einfommen, alle zinng, vendt und gult,
alle Hof wo Die gelegen werden und was fü trügen, aud
- alle cleinot und was ain ytliche herein het pradht.
Dyfe Ding wollt € €. R. alſo gehabt haben und
„1
zu difen Dingen allen wollt man und 4 wochen fit geben
und diß punkt und vil ander mer wern nit allein von um
fer3 cfofters wegen gerotſchlogt worden, jundern fo heiten
auch jn befelh Das fy diß 5 punft und noch ander mer wolk
ten auflegen den Sweftern zu S. Katerina, den zu bilnreut
und Den zu engeltal die dazumal noch hiewarn.
Do ſy nun Außgeredt, do antwurt ich auf den erſten
artifel des gelubs halben. Es weß aller convent bye ent-
gegen wol, das fein fweiter weder mir noch feinem lebendi-
gen menfchen auf erden gelobt het, funder got Dem almed)-
tigen, darumb gezymet mir als einem armen menfchen umd
unnuzen creatur in fein wegen das anfzulofen, das gott ver-
puntten wer, wollt und kunt mich in fein weg darein fchla-
gen, denn es fifindt nit in meinem gewalt, ich heit ge⸗
nugt zu tragen an meinen augen fundten, wollt fremder fundt
nit mer auf mid laden. Darauf machten die herrn ein groß
gefpött, fagten wir fündens felbs in unſer aygen gewiflen
und auch jn der beifigen gefchrift das nichz umb die gelüb
wern, fü gelten vor gott nichz, die gelüb wern ſchon alle
byn, man bet fein gewalt etwas zu geloben, denn in der
tauff, ich ſollt neyt die fweftern fagen, was fy mir ſchuldig
wern was gott angen, wer onedas nichz, Darzu fagt ich
was ſy meiner perfon ſchuldig wern, wollt ih fy gern ledig
fagen, dam je keyne het mir nichz gelobt, Doch fo fern das
mich der Convent auch des ampts ledig fagt, dann ich weft
und kunt nit regyrn, wenn man mir nit geborfam follt fein,
ich bett nun 22 jar mit meinen lieben findern bang gehal-
ten, die wern mir pisher williglich und demütiglich gebor-
fam geweft, damit mer fweiterliche lieb, fryed, und epnigfeif
erhalten werden, des kunt ich mich nun nymer vertröften,
denn fo man mir die fmweitern wollt widerfpeinig, machen,
heiten ſy ſelber zu ermefien, was das fur ein Regyment
würd feyn und was jn die leng darauß entfpringen würd,
darzu wern etlihe finder bynnen, den jr Mütter an
dem redfenſter verputten, das ſy nichz fellten
thun, was ih ſy hieß, ſy wern fhuldig in gehorſam zu
fein und nit mir und meiner priorin, das felb wer mir uw
leidenlidy 20. Sagten ſy, was zum haußhalten gehöret, wer
pilihd das fy mir volgten und gehorfamen wern. Aber
ein E. R. wollt nit haben, daß ich fy woltet zu faflen, oder
petten, oder gelub zu halten, dann dife ding follten alle frei
fein die herrn wollten nit das feine nichts fchuldig wer zu
halten.
Item der cleydung halber, fprach ich, wir weiten wel,
das uns die futten nicht felig machet, weiten aber and wol
das das himelreich nit jn den fchumelten ſchauben flund, zog
viel entfchuldigung fur, auch der koſtung halb, das es mit
müglich wer, einen fo großen convent von newen zu clay
den. Wir beiten pisher unfere mentel und clayder felder
gezeugt und gewürft. Wo wir mit den alten claydern hin
folten? Sagten ſy, wir follten die futten zertrennen nnd
anders laſſen ferben, es ſchadet nit, wenn ſy fchun dyß jar
400 gulden einpüften mit der claydung, es wurd dod das
clofter on das abgen, fo wird man uns in fein weg fur
pas ewiglih nymant mehr vergunen einzunemen, darumb
follten wir nernt veychlich zern mit effen und trinfen und
claydern, e8 wirdt dennod gut und gelt überbelei
ben, wen wir all ffürben. Aber vor allen Dingen ver⸗
potten ſy unfer follt nernt feine in der futten in den gar
ten gen oder an andere endt, do wir von den weltlichen
gejehen würden, dann das würd aygenlich ein urfach zu auf
twwe geben. Sprach ich unter audern worten, lieber her,
jr fagt ymer, wir wern mit unfern gelubden und
Claydern urſach geben zu einem auflawf, ich furdt
mer, das ewr prediger, die wir horn muffen, gern
ein ſolchs verurſachten, fo fy uns ſtettiglich auf
der canzel alfo ſchenten und leftern und ſolch groß
hund und unzeinigkeit von und fagen, das die leut
unter die augen zu fprechen. Thun wir Die Ding, die man
von uns predigt, fo wer gut, das man und all in dem clofter
verprennt. Etlih ander fagen, e& kom yezunt an tag mit
was unveimigfeit wir jrm clofter umbgen, das wir erger find
den Die bunter der mann. Darumb begern wir, das jr
unfern herrn anfagt, wöllen fy auflauf vermenden,
das fy mit jrn predigern verfhaffen, das fy nit
fo ungepnrlih predigen, dann wir figen manchmal
an der predig das wir all zuttern umd all augenplid müſſen
warten werm man uns das Clofter auffteft, gefchich daſſelb,
fo wirt man aygentlich weyter laufen.
Ader Sygmundt Zurer fpottet mein dazu, faget, man
prediget die ding nit allein auf unfer -Ganzel funder durch
die ganze Welt, wird duch das evangelinm fundt, was der
geiftlich flandt auf jm bet.
Stem des gefychtfeniters und alleinredens halb bet ich
zumal einen großen flreit mit jun, ſprach unter andern: ich
merfet woll, das ſy ein offenes clofter wollten machen
Wollten fy ein gartenthürlein auß dißem wolreformirten clo-
fter machen, fo follten ſi's mir fagen, wollt ich warlich mit
jm dißem clofter beleiben, dann ich drawet mir mein fel nit
darin felig zu machen. Sagten fy, nayn es wer die mey-
nung gar nit, das ein offens clofter follt werden, der Rat
het darumb das geſicht als ein mittel furgefchlagen, dadurch
der eingang vermyden belicb, wenn wir aber das gefycht
nit an wollten nemen und die Kindt nit allein mit jen eltern
wolten Taffen reden, fo müßten wir aygentlich den eingang
feyden, dann ein Rat wurd ftettiglich angeloffen von vil
(euten, das man jn den eingang jn das clofter erlaub. Der—
felb zu furfomen, follten wir auf das förderlihft 3 geficht-
fenfter Iaffen machen, darumb das nymant auf das ander dörfit
warten.
Alſe gaben uns die herrn vil guter wort, gab Der
urer ydlicher ſweſter die hendt, ſchyden mit freuden vom
Gonvent., fragt ich fy nuterwegen do ich ſy hinaus wollt
laſſen, wenn die A wochen außwern Die fy uns zu einem
bedacht heiten geben, ob ſy denfelben nad der antwurt wi-
derfomen wollten, oder ob ich nad jn fchiden wollt. Sag⸗
ten fy, es wer die meynung gar nit, das man uns ein monat
zu einem bedacht het geben, fo dörfit es aud) feiner ant-
wurt, dann die herrn wollten es alfo gehabt haben, das
und fein anderes. die 4 wochen weru uns darumb geben,
das wir in demfelben monat die ding Die ſy uns furgehal-
ten beiten, alle zuwerk zügen. Sprad ich: wie wer das
muglidy, das man den großen Convent jn einem monat cley-
den folt. Sprachen ſy: ich follt zuerſt 20 furnemen zu
clayden, darnach aber mer piß ſy all geclaydet wurden.
Do ſy nun auß dem clofter fomen, fodert th den Con⸗
vent zu capitel, bet jr aller Rat, wie wir und in dißen
fhweren puncten halten follten, auf den Die zerflörung unpers
clofters nnd aller geiſtlichkeit ſtundt, begert von einem ytli⸗
den in funderheit zu wiflen, wes ich mich gegen jn verfehen
follt, ob. ſy Die regel wollten annemen, Die jn die bern ge
ben hetten. Alfo fiymenten ſy alle einhelliglich, ein ytliche
infunderheit- feine. ausgenommen, das jy mit der hilf. gotied
halten wollten die Regel die fy Gott geloht heiten und gar
nit die Regel, die jun der Rat geben hat und erpitten ſich
gar demutiglih und williglich, fy begerten nit frey zu fein,
fy wollten mir gesn gehorfam fein und thun was mir lich
wer, das id) neyr pei in belib und fy in den engöten und
notten nit ließ. Alſo gelobte ih jn auch wider umb
trew zu layſten pey jn zu beleiben und Leib und
leben pey in zu laffen pis in den todt, folang fü
ftandhaftig belieben jn den warn criftfichen glauben und in
def geiftlichen flandt. Wenn fy aber lutteriſch wöllten wer:
den oder trewprudig an jren gefponfen oder ein vffen cle-
‚ fter wollten machen, fo wollt ich nit ein tag pey jn belei-
ben. Alſo tsöfteten wir trewlich an einander zu peden ſey⸗
8.
ten mit vil heyſſen zehern und vereinten uns auf ein news
mit einander in. allen fweterlichen lieb trew aneinander zu
lanften pis in den tod. Wir proteftitten auch do con-
ventlidh vor Dem lebendigen gotte, das wir mit wil-,
fen nichz wollten aufnemen, das wider gott und unfern hei-
fig regel wer, würden wir aber zu etwas gezwungen wider
unfern willen, begerten wir unfer herr anfeh, Das wir ge=
walt müften leyden des wir uns nit unten erwern, verpun-
ten und auch miteinander, wenn wir geleich Yezunt etwas
muften annemen, das wider die regel wer, fo wollten wir
das doch nit lenger gebrauchen, denn fo lang wir mußten,
und fo pald diß weſen peſſer wurd, wollten wir von ftund
an des wider abften. Item des gefichtfenfters halben ftym-
ten die ſweſtern wiewol ſy es gancz nit begerten, doch fo es
nit anders möcht fein und die Regel das geiycht aud) nit‘
gar abfchlug ein pöſſeres zu vermeyden folt ich ein eynigs
redfenfter zu einem gefychtfeniter machen laſſen und das praus
chen fo vil als es müglich war nad) der regel, es meldent.
vil fweftern des alleinzedens halb, ſy begerten deſſelb gar
nit, fy hetten nichz mit jrn freunten zu reden, des ſy fid) vor
den hörern fcheudyten, es wer ferlid) mit weltligen Leuten
allein zu reden, dann man möcht von uns fagen fie hetten
geredt, das fy jn nye ‚gedacht beiten, fo man uns doch on
das all unfere wort und werk verkert. Aber der clayder
halb was es jn ganz ſchwer begerten man follt etlid) gut,
freunt um rath fragen wie wir und des und anderer Ding
erweren. |
Das thet ich, fraget etlich Die der fach verfiendig wern
und uns gutd günten. Die fagten, all gedenken wer daran
verloren das wir dem leuten mochten widerjien. wir müften
in etwas nachgeben, wollten wir anders nit Das das Cloſter
zu Zrümer ging, dann alle ding theten diße leut mit großer
gewalt, man ſeh nit an weder gerecdhtigfeit noch pilligfeit,
man fürd)tet weder pabft nod) feyßer, ja auch gott felbit nit,
denn allein mit worten, e8 gelt yezunt nit anders, denn das
man fpreh, Das wolln wir alfo gehabt haben, das
muß alfo fein, das und fein anders, denn fv laf
fen fi hören, fy find ſtärker, Denn der babſt jel-
ber. Aber fy fagten das wer war, das das gefuchtfeniter
für ein mittel wer furgeichlagen den eingang jn das cfofter
zu vermeyden, wann es vor etlichen Wochen genczlich in ei-
nem Rat befchloffen worden, das ein itlicher zu feinen freun:
tin in die frawenclöfter het mugen gen, fo oft es jn gelufl
und gelang het, es follten auch Die fweftern herauß zu jrn
fteunten gen, wenn ſy frank wern, wenn auch etwenn die
freunt ein guts mumlein wollten haben, fo möd-
ten ſy die ſweſtern laden, follt die Aebtiffin feiner das ab-
ſchlagen, funder der geladen ein geſpylin zugeben, die mit
außen follt effen und fy darnach wyder follten heym beley⸗
ten. Dyfſen eingang bett man zu fant fatharinen fehun an-
gefangen, was ein groß ein und auß lauf fru und ſpat alio
das auch der Iutterifch prediger zum fpitaf, Der thomas,
mit andern guten gefellen feine clayder verendert und in
das clofter fomen war und mit den jungen Sweftern un⸗
geiftlich gefehympft und etlih angemut, fy follten jm die
ee verheyßen. Als er nun wieder herauß war fomen,
het er vil unzüchtige und unmarhaftige ding von den armen
Sweſtern gefagt, der ſy in nye gedacht heiten, do hetten
ſy den Nat über jn geflagt, das hetten etlich herrn, die
auf unfer feyten find, nemlich herr Merten Gewder,
berr Jeronimus Holzfhuher und herr Jacob Mu—
fel, groß zu herzen genumen und getrewlich gearbeit, das
bie eingeng jn die frawenclöfter abgetrieben würden. betten
unter andern Dingen in dem Rat geſprochen, Liebe herrn,
was wollt ir euch zeyhen-das ihr euch ſelbs Die große ſchaut
wollt antun. Ir habt ewr plut und flayſch, ewr finder
und töhhter, ewre fweftern, mumen und paffen vil im dem
ehofter. Sol denn einem itlichen puben gegunt werden do
N
“©
auß und einzugen, fünt jr ſelbs ermefien was barauß eut-
fpringen möcht, es wirt on ſundt und ſchant und ergerung
nit ergen, es wern mer offener gemeyner häußer
denn cloſter werden. Dieſelben herrn heiten das gefycht-
fenſter vorgeſchlagen, dann ſy achten, es wer uns mynder
beſchwerlich, das wir daſſelb ein zeitlang annemen, denn das
wir den eingang müſten leyden. Das rietten ums die gu⸗
ten freunt, wir ſollten den herrn willfarn das wir ein ger
fochtfenfter Iveßen machen, fo man Doc dafielb wol mit
züchten und even und guter befcheydenheit möcht prauchen.
Aber mit der kleydung follten wir und der weyl nemen,
dann man verfeh ſich es wurd ein mittel in daſſelb komen
und was des die fach die frawen zu pillenreut heiten Sich
gar hoch befchwert jrs ordens clayd hinzulegen, het ix fchafe
ferin M. Krepin jrn pruder herrn Eriftoff Krepin, der do
zumal ein purfherr war, gepetten, ex follt jr geholfen fein,
daß fie ihr futtlein möcht anbehalten, der het zu den Rat-
herren geſprochen, ich hab meiner fwefter geheyßen, hab ſi
nit an ein Eutten. das fy 3 übereinander leg, ich will fehen
wer irs wern will oder jr die abziehen. Do maynet man,
wenn ſy es behielt, fo würden wir der fach auch genyeffen
wenn wir anders eintrechtiglich auf einer maynung verharrs
ten. Darnad am Samftag der heiligen Tryvaltigkeit abend
da entpot herr Jeronimus Ebner und unfer pflegherr Cas-
par Nuzel jhre tochter pey uns fatharina ebnerin und clara
nuzlin, nahdem E. E. R. uns gepoten het unfere klayder
zu verendern törften ſy fih mit anders clayden, dann fy
wollten ſy auf die kunftig wochen holn laffen und fy felber
Haydn. O do hub fih angft und not und herzen»
leid um die armen find, man fann nit gelauben,
was fy von Derfelben fund an für ein elende zeit
haben gehabt, wiewol fy dennoch ymer bofften,
ſy wollten ſich erretten.
Am montag darnad) fam die Jeronymus ebnerin, Cas-
7
98
yar nuzlin und Friderich tezlin, figmundt furerin anf einem
wagen gefaren, wollten mit. gewalt herein in das clofter.
Do ih jn das abichlug und jn das jn fein weg geftatten
wollt, fagten ſy, fie heiten die erlaubnus von jrn herm md
von einem ganzen E. R. das fy herein wollt gin, als oft
ſy gefuft und gefangt. Sagt ih, es wer mir ein anders
befolhen von einem €. R. die mir zuhetten gefagt, ſy woll⸗
ten fein offenes Elofter haben, fagten fy, wenn ſy ſchun herein
gingen, fo wer darumb Fein offenes Cloſter. Sprach id,
wenn ir bereinget, fo wöllen andere leut auch bereingin, die
kynder hynnen haben, damit wird das clofter geöffnet, das
will ich mit der hilf des Tebendigen gottes nit Teiden Die
weil es mir zugehört. Da ſy fahen, das ich ſy ye nit herein
wollt Taffen, da wollten ſy Doch mit gwalt, das ich jn ire
finder jn die kirchen hinauß ließ gin, das fy frey mit jn
möchten reden von gots wort und der fel heil. Das wollt
ih jn auch nit geftatten, fagt, ich bet die Finder mit der
heren willen bereingenonımen, id wollt ſy on jrn willen
nit hinaus laffen gin. Sagten fo, fy hetten befelh und ge:
walth genugt, wollten wir nit, fo müften wir, ich follt jrs
neyr furz fagen, ob ich jn ire finder wider des Rats gepot
wollt vorhalten, fo wollten ſy einen gewalt pringen, das
ih mußt fchen, das es ernft wer. Sprach ih, die Kinder
hetten begert jre veter das fy vor jre maynung hörten, wur⸗
den fy zornig, fagten, was es ire veter anging, fie hetten
die kinder getragen und wern jn fauer worden, fle weften
wol was ſy theten und wes ſy befelh hatten. Item fie
fragten wo dy gefychtfenfter wern, die und ein E. N. ge
poten bet zu machen, fy fehen wol das wir jn allen dingen
einem Rot widerfpenjtig wern. Sprach ich, num wer es
muglich geweſt, das wird in der kurzen zeit heiten fumen
laſſen machen, wir beiten A wochen fryſt, in den wolltet ich
fih eins laſſen mahen. Sprach die ebnerin, fy müſt
eins allein für fih haben, ee fy jr tochter genug
99
fam in gots wort unterrichtet. Rad langem gezenk
erpot ich mich, ich wollt fy allein mit jr tochter Iaffen reden
an dem redfenfter oder in der capeln an dem Zenfterlein,
do man uns das heilig facrament geb oder wo fy fuft woll-
ten. Das wollten ſy gar nit thun, fle wern nit fiher in
der capeln das man jn nit zuböret und zürneten auf das
höchſt, wollten die finder nit zu jn laſſen kumen, fagten mit
viel troworten, fy wollten auf dyßmal hinſcheyden und woll-
ten gewalth genug pringen das ichs müſt innen werden.
An eritag verflagten fie mich heftiglih vor eym gan-
zen Rat durch Nyclaß haller, der war jr advofat, wie ich
fo ſpizig, ftolz und heftig mit jn gehandelt het, wie ich jn
jre finder mit gewalt wider eins Ew. R. befehl vorgehaf-
ten het, wie ih ſy weder wenig noch vil mit jrn findern
het wollen laffen reden, wie ich ſy het Iyegen beyfien, das
fom auß dem, fy verhub mir, ich ließ fuft ander frawen in
das clofter und nennten mir etlich Die warlich fein tryt nie-
in das clofter herein find fommen, fagten, fy wollten mir
feut unter die augen ftellen, die mit jrn augen heiten ges
fehen, das ich die und Die herein bet gelaffen, do ich das
mit wahrheit laugnet, fprach die ebuerin, fy weft wol das
ſy mir allwegen mußt Iyegen, ich bet jrs vor mer thun;
ſprach ih, ih hayß euch nit Iyegen, das ift aber ye nit
war, diß und andere meine wort heiten fy mir heftig ver-
fert und vil ander poße ding uber mich geklagt. An dem⸗
ſelben tag nach tiſch ſchickt man mir 2 rotherren, febolt pfinzing
und endres im hoff, die fagten mir das Gapitel wie mid
die framwen verklagt hetten und wie €. E. R. fo hart uber
mich erzürnt wer, das ich ir gepot veracht het und die find
freventich vorgehalten het jrn eltern, den fy nach dem gott-
Tichen gepot fehuldig wern gehorſam zu fein, was auch fuft
E. €. R. geordent het, dem wer ich widerfpenig, Das ver:
trüß die herren mit unpillid) und würd mir und dem Eonvent
nichz guts erwachſen. Ich bet die frawı mit jen findern
7«
100
nit wollen laſſen zeden wider alle pilligfeit, darımb wer
-eind Rats entlihe meynung und befelh fo die leut je kint
nit lenger pey uns wollten wiffen, fo follten wir wiſſen das
die mütter jre find des andern tags wollten holen, fo ſollt
ih jn die frey om alles widerred geben, das und fein an-
ders das wollt E. E. R. gehabt haben, es wer halt den
findern lieb oder leyd. Sagt ih in, die fach het fih nit
alfo verloffen, wie €. €. R. angefagt wer worden. Ich het
die frawen zum dicker mal angemütt, das fy doch mit den
findern ſelbs redt an dem redfenfter oder an dem gefycht-
fenfter in der capeln, des hetten fy nit wöllen thun, funder
neyr mit gewalt jn das clofter gen oder das die find hinaus
in die firchen gen follten, wer wel war, ich het mich defielben
hinauß und eingangs gewert und nit aus frevel funder auß
jem befehl, dann fy ped herrn wern felber perſonlich dar-
pey geweft, das und herr figmundt furer zugefagt het an
eins Rats ftatt, fein offen clofter zu machen, fo man’ denn
aljo ein und augen wöllt, fo wer Ye das clofter geöffnet
und würdt pald ein großer einprud. Was man einem thet,
wollt das ander auch haben, boffet yeman würdt mir lanften
was mir von eins Rats wegen verheyßen wer, auf das
wollt ich mich verloffen und mit der hilf des lebendigen got-
tes feyn offenes clofter laſſen machen, derweil ich lebet;
hub doch an und faget jn nach warheit, wie alle ding mit
den frawen ergangen wern, betten fy ein groß wunder das
ran, fagten e8 wer €. E. R. gar vil heftiger und anders
gejagt worden und ich warlich hart in keſſel gehauet worden.
Ich ſollt neyr gedenken und follt jn die finder nit weyter
mit gewalt vorhalten, wenn ſi's holten, wir würden warlich
fein rw haben, dieweyl fy Hymnen wern. es wird villeidht
dy fach darnach peffer und würd wir des teglichen uberlaufß
und unrw etwas entladen werden. Saget id jn, wie Die
finder es herzlich begerten, das man jn jr 2 veter heraus:
hieß ee die muter wieder femen, das ſy doch jr notturft mit
101
in möchten veden, fpradhen fy, e8 wird eigentlich nit gefche-
ben, wenn ſy nun in jr veterhang femen, würden fü dennoch
zeit genngt haben mit jrn vetern zu reden. Pat ich fy zu-
lebt, daß ſy einen E. R. mein Antwurt widerfagten und
mich jn der unpillichen anclag mit warheit entfchuldigten,
das betten fy getrewlich gethan. Do het man den Nyclas
baller gefragt warumb er E. E. R. fo ungleiche ding het
furpracht, het er gefagt er het nichz furpracht, denn was jm
die weiber hetten gefagt, ex bett dafurgehaft, fye fagten mar,
alfo beftunden ſy alswie die rinflerin.
Am mitwoch fant veits abend was auch unfers lieben
herrn fronleihnams abent welchem allerheifigften tag weder
feyret noch beging noch die allermynfte renerenz dem hoch⸗
würdigen facrament bewyeß do ſchickten Die poßen weiber
ein ftund vor effenszeit zu mir, ſy wollten unter effens fomen
und die Finder holen, wollten and) ander Teut mit jn prin=
gen, das ich feh das fy gewalt genugs heiten. Do ſchickt
ih pald auf das Rathhauß nnd begeret, Das man mir 2
zeugen fchidet, Die pey diefen handel wern, fo fy Teut mit
jn wollten pringen, das auch etlich aufunfer feyten do wern
al8 das mich die weyber nit aber unpillich verflagten als vor.
Aber die armen Finder weiten noch nit eigentlich wenn es
gefchehen würd, hetten vil anfchlag hofften noch ymmer wenn
es ſchon an das treffen ging, fo wollten ſich noch erretten,
man würd jn wider jun willer feinen folchen gewalt anle⸗
gen, Aber do ich fy beruft und in faget jr müttern würn
fie in derfelben ftund holn, do fyelen ſie alle drey auf das
ertreih und ſchryen, weinten und heulten. und hetten ſolch
cleglid) geperdt, e8 möcht got in himel erparmt haben, fye
wern gern geflohen und hetten fich verporgen. Das wollt
ich jnen nicht geftatten, dann wir beforgten, man wurd mit
gewalt hereinlaufen und fy an allen orten fuchen und das
ungelüd noch größer wern, des geleichen weynet nnd claget
der ganze convent, dann es find frume gefchidte kinder ges
100
nit wollen laſſen xeden wider alle pilW ai
eins Rats entlihe megnung und beir‘ —
nit lenger pey und wollten wiſſen, 7 ;
die mütter jre find des andern *- z Y
24 3 profeß
ih jn die frey on alles — — ——
ders das wollt E. E. R. c, — ni
findern lieb oder leyd. ©: — 5 —
alſo verloffen, wie E.“ — Fr Ne | ee er
nz,
Bere: : — UND auflegeriey
* ichen Rotſweſtern in die
fenfter in der co‘,
neyr mit gewe . wol eine ganze flund pis die
—— arn komen auf 2 famerwagen. Dieweil
die fichen ‚9 unter das gemein volk fumen, dy famelten
yınauB Mr ‚ger meng ald wen man einen armen menfchen wil
jem bei , „ Rund die ganz gaffen und kirchhof voll, alfo das die
Pc it jen wegen faum auf den kirchhof kunten fomen.
NG * ‚pembten ſy ſich, das fo vil volk do war, hetten gern
ee das wird zum bintern thor jm garten hinaus heiten
gahı fhidten des felben halber die 2 herrn febolt pfinzing
sad endred im hoff zu mir, Die von einem E. R. dazu ver
mduet warn, als ich begert hei zu gezeugmus, do wollt ichs
nicht thun, ich wollt nit heymlich mit der fach umbgen, ſprach
theten fy recht, fo törfiten fy ſich nit fyemen, ich wollt ſp
an feinem andern ort hinauß geben, deun da ich fy herein
bet genumen, das war durch die cappeluthür. Alſo um die
11 vor fommen die grimigen wolf und wolfin unter meine
herzliebe fchefflein, gingen in die Kirchen, trieben das voll
als hinauß und fperrten die kirchen zu, muft. ich fayder die
Gloftersthär in der Cappeln auffperren, wollten fh ye ih
folt mit den kindern hinauß in die firhen gen, das wollt
ih nit thun. Da wollten fy, ich follt die find mit gemalt
allein hinauß heißen gen, das wollt ich auch nit thun, fep!
ins beim, da wollt jr keins uber das tryſcheufel hynauß,
|
|
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108
Seren follten fluxs emdt geben, denn das voll
r zu, beforgten ſich eins auflaufs, ſprach ich
get jr herein und redt mit jn, das ſys
und will fye nit motten zu dem das jn
2 wider if. Alfo gingen die 2 herrm
. F fl ich euch meine arme waißlein wie
uk % egen gepotten habt und befelh ſy
We mit feinen tewrn plut erloft
——6 ver, mit unzelligen heyßen zehern
* umb mich, heulten und ſchryen und be—
„. ſy nit loſſen. Aber ich kunt jn leider nit
yıng ich mit den Sweſtern davon und ließ dy armen
“md allein jn der cappeln und fperret die thür der cappeln
auf dem kirchhof zu, das nymant in das clojter funt. Da
lyeffen die pößen weiber herein als die grimige wölfin, Die
friz tezlin mit einer tochter, jeronymus ebnerin, figmundt fu-
verin, unſer pflegerin Caspar nußlin mit jen pruder linhart
beit, der an des pflegers flat da war und auch des febolt
pfinzing fünlein 2c. De hießen die weyber die finder hinauß
gen mit guten worten, wollten ſy es aber nit gutlid) thun,
fo wollten fye mit gewalt binauß zerren, da werten fich die
ftarfen ritterin Ehrifti mit worten und werfen als vil fy
möchten mit großem weinen, fchreyen, pyten und flehen, aber
mynder parmberzigfeit was da in der hell, Sprachen die
mütter zu den findern fy wern. in ſchuldig gehorfam zu fein
nad) gottes gepot, fy wollten gehabt haben das fy hynauß
gingen, dann fy wern darumb da, das fy ir fel auß der
beit wollten erloßen, fy fehlen dem teufel in den rachen,
das funnten fy nimer on jr gewiſſen erleyden, fihryen die
finder ſy wollten fid) von dem frumen heiligen convent nit
fheyden, file wern gar nit in der bel, aber wenn ſy's his
nauß prechten, würden fy in abgrunt der hell faren, ſy woll-
ten jr fel an dem jüngften tag vor dem ftrengen richter von
jm fordern, wie wol fy ir mütter wern, fo wern ſy in doch
182.
“weft, die fih wol pey und gehalten haben und fy von her-
zen und fel ungern von uns ſchyden. Schweſter margaret
tezlin war 23 jar alt und 9 jar im heiligen orden geweſt,
fatherina ebnerin und Clara nuzlin fomen ped an einem
tag in deu heiligen orden, theten auch an einem tag profeß
auf inventionis sanete erucis was 6 jar geweft, dad fy in
das clofter Enmen warn, fatharina ebnerin war 20. jar alt,
clara nuzlin 19jar alt. Da man fy hinauß nem, theten wir jn
mit vil zehern die weyler und feyl ab und die weiſſen röd,
legten jn hemdlein an und weltlich gürtel und anflegerley
auf das haubt, fur ih fy mit etlichen Rotfweftern in die
capeln. So warteten wir wol eine ganze flund pis die
grimmigen wölfin gefarn fomen auf 2 famerwagen. Dieweil
war Das gefchrey unter das gemein volf fumen, dy famelten
fi in großer meng ald wen man einen armen, menfchen will
ausfürn, ſtund die ganz gaſſen und firchhof voll, alfo das die
weiber mit jen wegen faum auf den kirchhof funten fomen.
To fchembten ſy fih, das fo vil voll do war, hetten gem
gefehen das wird zum bintern thor jm garten hinaus heiten
thun, ſchickten des felben halber die 2 herrn febolt pfinzing
und endres im hoff zu mir, die von einem E. R. dazu ver
ordnet warn, als ich begert het zu gezeugnus, do wollt ichs
nicht thun, ich wollt nit heymlich mit der ſach umbgen, fprad)
theten fy recht, fo törfiten ſy fih mit ſyemen, ich wollt ſy
an feinem andern ort hinauß geben, denn da ich fy herein
het ‚genumen, das war Durch die cappelnthür. Alſo um die
11 vor fommen die grimigen wolf und wolfin unter meine
herzliebe fchefflein, gingen in die kirchen, trieben das voll
als hinauß und fperrten die Eichen zu, muft. id) layder die
Cloſtersthür in der Cappeln auffperren, wollten ſy ye id
follt mit den findern hinauß in die firhen gen, das wollt
ih nit thun. Da wollten fy, ich follt die find mit gemalt
allein hinauß beißen gen, das wollt id auch nit thun, fept
ins beim, da wollt jr Feind uber das tryſcheufel hynauß,
108
patten die herren follten fluxs endt geben, denn das volf
fuff noch immer zu, beforgten fich eins auflaufs, ſprach ich
zu den bern, fo get jr herein und redt mit jn, das ſys
gern thun, ich kann und will fye nit notten zu dem das jn
von fel und herezen wider if. Alfo gingen die 2 herrn
herein, ſprach ich, da ftell ich euch meine arme waißlein wie
je mir geflern von Rats wegen gepotten habt und befelh fy
dem oberften byrten, der ſy mit feinem tewrn plut erloft
bat, gefegenten an einander, mit ungelligen heyßen zeheru
fielen die finder alle umb mid), beulten und ſchryen und be-
gerten ih follt fy nit Toren. Aber ich kunt jn leider nit
helfen, ging id) mit den Sweftern davon und ließ dy armen
find allein jn der cappeln und fperret die thür der cappeln
auf dem kirchhof zu, das nymant in das clofter kunt. Da
lyeffen die pößen weiber herein als die grimige wölfin, Die
friz tezlin mit einer tochter, jeronymus ebnerin, figmundt fu-
rerin, unfer pflegerin Caspar nuplin mit jen pruder linhart
heit, der an des pflegers ftat da war und auch des jebolt
pfinzing fönlein 2c. De hießen die weyber die Finder hinauß
gen mit guten worten, wollten ſy e8 aber nit gutlich thun,
fo wollten fye mit gewalt hinauß zerren, da werten fich die
ftarfen ritterin Chrifti mit worten. und werfen als vil fy
möchten mit großem weinen, ſchreyen, pyten und flehen, aber
mynder parmberzigfeit was da in der hell. Sprachen die
mütter zu den kindern fy wern. in fehuldig gehorfam zu fein
nach gottes gepot, fy wollten gehabt haben das fy hynauß
gingen, dann ſy wern darumb da, das fy ir fel auß der
beit wollten erloßen, fy fefien dem teufel in den rachen,
das kunnten fy nimer on jr gewiſſen erleyden, ſchryen die
finder ſy wollten fi von dem frumen heiligen convent nit
fheyden, fle wern gar nit in der hell, aber wenn ſy's bi-
nauß predhten, würden fy in abgrunt der hell faren, fy woll-
ten jr fel an dem jüngften tag vor dem firengen richter von
jm fordern, wie wol ſy ir mütter wern, fo wern ſy jn doch
104
nit ſchuldig gehorfam zu fein in den Dingen, die wider jr
fel wern. Sprach katharina ebnerin, du pift ain mutter
meines fleifch8 und nit meins geift, dann du haft mir mein
fel nit geben, darumb pin ih dir mit fhuldig gehorfam zu
feyn in den Dingen, die wider mein fel fein, auß dem umd
andern machten fy ein groß gefpött, fagten, fy wollten Die
fah vor gott wol verantwurten und Die fundt all auf fich
nemen. Der helt hyelt die hand auf das jn clara Ruzlin
darein follt ſchlagen, das er all jr fundt die fie jn Der welt
würd thun, auf fein wollt nemen und die am jüngften tag
wollet verantworten, frieget ein itliche mutter mit jr tochter,
verheyßen jn ein weyl vil und troften jn ein weil vil, aber
die kinter weinten und ſchryen unaufbörlich, weret der ftreit
und zank ein lange zeit, redet die fatherin fo dappferlich
und beftendlih und beweret all jre wort mit der heiligen
geſchrift und fing fy in al jrn worten und faget jr wie
ſy fo großfich wider das heilig evangelium handelten, Es
hetten darnach die herren daußen gefagt, ſy heiten all jr
lebtag des menfchen geleichen nye gehort, fye het ſchyr Die
ganze fund on unterlaß geredt, aber fein vergeben wort,
funder fo wol bededhtlih, das ein jtlichs wort ein pfunt
het getragen. Da nun fein teil dem andern wollt weichen,
die fint wollten nit gen, fo wollten die weltlihen das wort
nit haben, das fy mit gewalt angryffen, do troet jn der heft
und auch die weiber, wenn fy ſchon yezunt nit mit jn geen
wollten, und ab müßten laffen, fo follten fy das wiſſen, das
ſy's nit hynnen wollten laffen, furzum fie müßten hinaus,
es ftünd furz oder lang an, das und fein anders, fy woll⸗
ten jn wol leut fchiden die jr ftarf genug wern, man müß
jn hand und fuß zufammen pinten und fy hinauß tragen wie
die bunt, aber e8 half alles nit, die kint wollten fich nit be⸗
geben.
Da ſchickten die herm wider mir und clagten mir, wie
ſy fo engflig wern, fy weiten nit, wie fy all jen Dingen foll-
t05
ten thun, es wollt fein teil dem andern weichen, fo wer bie
fatherin ebnerin zumal trußig und heftig, fy beiten mit jn
gefodhten das fy feinen truden faden an jr hetten, het ſy den
ftreit vworgewißt, fy wollten nit 30 fl. genummen haben, das
ſy darzukommen wern, es follt fy mit der Hilf gottes jr Teb-
tag nymant zu einem foldhen fhympf pringen, wenn fo ſchon
y30 darvon ließen, würdt warhaftig mir und dem convent
ein groß unglüd daraus entftcen, man würd uns mit gewalt
überfallen und müßt doch am letzt en gefchehen. Ich follt mit
jn reden, das ſy gingen. Des meret ich mich ſtark, paten
ſy mich, ich follt ſy Doch der gelubd Tedig fügen, ob fy vil-
leicht mit der gehorfam verftridt wern, das fy mit gen dorf:
ten. Sprach id, ir habt vor von mir gehört, das ich nit
gewalt hab aufzuloffen was gott gelobt ift, begerten fy,
ih fellt doch wider jn die Cappeln zu jn gen, das die frawen
fehen, das der mangel nit an mir wer, ſy wollten mir ſchuz
und fhirm halten, das fy mir kein bochmut bewifen. Alſo
gin ich wieder jn die cappeln hinein mit etlihen Sweftern.
Da flunden meine arme weißlein unter den grimmigen wol-
fen und ſtrytten von allen jren freften, grüft ich die framwen
faget, bet jr nad) gepot eins Rats jre find frey daberge-
ftellt, fo fehen fy wol, wie gern ſy bynauß femen. Beger⸗
ten fy, ich follt ſy der gehorfam ledig zeln, fprad ih ums
fer andern worten: liebe find jr wüft, was fr gott gelobt
habt, das ich nit fan aufloffen, will mich in diefelben gancz
nit fehlagen, funder dem almechtigen gott befellen, der wirts
zu feiner zeit wol außrichten. Aber was jr mir pisher
fhuldig feit geweft, will ich euch ledig fagen als vil ich foll
und mag, als ih dann heut auch Hab gethun, do ich allein
pey eud) pin gewefl. Daran hetten die weltlichen ein guts
benugen, fagten, id het das mein gethun, begerten nit mer,
was gott gelobt wer, dad gelt on das nit, gelubt wern
[don hyn, ſy heiten nit gewalt gehabt etwas zu geloben,
denn in der tauf. Schryen die 3 Findt, als auß einem
S
mundt,: wir wöllen nit Tedig gezellt fein, funder (was) wir
gott gelobt haben, wollen wir mit feiner hilf halten, wenn
uns ſchon die wurdig mutter auspütt und aller Gonvent
da wer, wollten wir dennoch nit auß, daun wir find nit
ſchuldig gehorfam zu fein wider unfer professio, ſchreyt mar:
garet Tezlin, o liebe mutter treibt uns nit alfo von euch.
Sprach ich, liebe findt, jr feht das ich euch leider nit hel-
fen fann, dann der gewalt ift zu groß, follt dann dem Eon
vent weiter ungelüds entfpringen, fecht irs auch nit gern,
ich Hoff wir wollen Darumb nit geſchy den fein, fundern wunder
zufamen fumen und ewiglich pey unferm getrewen hyrten
beleyben, dem befilh ich euch, der euch mit feinem teuren
plut erloft bat. Sprach katherina ebnerin: da ftee ich und
wild nicht weichen, Fein menſch full vermugen hinauß zu gen,
zeuht man mich aber mit gewalt hinauß, ſolls doch mein
will nymer ewiglich fein, wills gott im himel und aller welt
auf erden clagen. Als pald fy das geſprach, nam fy der
beit unter Die arm, fung fy am zu zyecdhen und zerren, da
fieff id) davon mit den Sweflern, mocht des jamers nit fe
ben, etlih Sweftern belieben vor der cappeln thür, die hör
-ten das groß zanfen zerren und fchleppen mit großem fchreyen
und weynen der finder, beiten ye A menſchen an je einen
gezogen 2 forn gezogen, 2 hynten nad) gefchoben, alfo das
das ebnerlein und Tezelein anf dem tryfcheuffel aufeinander marı
gefallen, hat man dem armen Tezelein ſchyr ein fuß abgetreten,
ftunden die pößen weiber da und gefegneten jr töchter hinauf
in aller rytten namen, troet die ebnerin jrer tochter, wollt
fy nit furgen, fo wollt fy die fiygen auf den predigftul hyn⸗
abftogen, da ſpys faum hynabpracht, troet fie je fy wollte
wider Die erd werffen, das fy wider aufprellen müfl. Da
hub fi erft ein nngeleublich fchreyen, clagen und weynen,
ee fy in den beiligeu orden abriffen und jn weltliche kleyder
anlegten, fg furten aber die futten mit jn heim. Das ge
ſchrey und gefecht hörten die fwefter al in dem chor und auf)
2 197
die weltlichen leut, die vor der fire ſtunden, die fidy ge
fammelt beiten in einer ſolchen meng ald wenn man einen
armen menſchen zu dem todt furt.
Da man fy nun auf Die wegen wollt ſetzen vor der
firchen wurd aber großer jamer, rufften die armen Fint mit
lauter fiym zu den leuten und clagten jn, ſy lyden gewalt
und unrecht, das man fy mit gewalt aus dem clofter
gezogen hei. Die clarg Ruzlin bet laut gefprochen
D du fohöne ‚mutter gottes, du weyſt das es mein will nit
iſt. Da man fy nun binfuret, warn ytlichen yr famerwax
gen vil hundert pnben und ander leut nachgeloffen, beiten
unfer findt ymer laut gefchryen und geweynt, het die eb-
nerin jr fetherlein jn den mundt gefchlagen das es ange-
fangenen het zu pluten den ganzen weg auß und auß. Da nun
stliher wagen fur jrs vatere haus war fumen, het fy ein
news fchreyen und laut's weynen angehabt, das Die leut
groß mitleiden mit jr hetten gebabt, auch landsknecht, Die
mit jn geloffen warn, hetten gefagt wenn ſy nit eind auf-
laufs beforgten und Die ſtadtknecht die auh da warn, fe
wollten ſy mit Dem fchwert barein geichlagen haben und den
armen find geholffen. Bor des ebners thur am Obsmard
war das ketterlein abgefiygen, bett die hent ob dem kopf
zuſammen gefchlagen und aber mit großen weynen den leu⸗
ten geklagt, wie jm gewalt und unrecht gefcheen wider fei-
nen willen, das die öbferin ſchyr all mit jm geweint hetten.*)
*) Genügt Ein Beweis, wie bie Reformationsgefhichten gefchrieben
wurben, fo iſt e8, wie fich der offtcielle Gefhichtichreiber ber Stadt
Rürndberg, Millner, in feinen Relationen über biefe arge
Beeintraͤchtigung ber Gewiſſen außbrüdt: „ed ſeyn auch
etlich cloſterfrawen in der Stadt des cloſterlebens überdrüß⸗
lich geworden, dann Hieronymns Ebner's, Caſpar Rüjzels und
Friederich Tezels Tochter haben die Ordenskleider abgeleg: und
fi aus dem Clara Cloſter wieber zu ihren Eltern begeben.” Schade
daß er nicht geradezu ſagte, fie ſeyen audgetreten; dieſer freywil⸗
lige Act, wie er ihn hinſtellt, Hätte vortrefflich gepaſſt zu ber
168
Wie es den armen findern unter den grimmigen wol⸗
fen darnach weiter ift gangen, Tuner wir nit wiffen, dem
das man und am forten tag darnach faget, die clara Nuzlin
bet noch feinen piffen in der welt geeffen, wenneten die an—
dern on alls aufhoren. Sy haben ye allen jrn fleyß gethun,
des gib ich jn gezengtnus nor gott und den menſchen, fo has
ben ſy dem Convent nye nichz poß nachgeredt, funder als
wegen wie man fy angelafien hat, das peſt von und gefagt
und groß fenen und belangen wider in jr clofter gehabt.
Got helf uns wider mit frewden zuſamen, wir haben uns
ye mit großen herzeulayd gefchyden, wir heiten warlid eis
nen betrubten unfers herrn fronleichnams abent, der Con⸗
vent ging erft nach mittag zu tifch.
Darnach machten wir das Inventarium, als man uns
von Rats wegen gepotten het. Aber von den gnaden got-
tes bat man es noch nit geholt. Mit den Eleydern hieften
wir auch ſtill, fchnitten nichz noch Tiegen auch nichz ferben
wye andere clofter, do fom es den leuten ein wenig auß Dem
fonn, das man und nymer als hart mit den Tutten anfocht.
Alfo haben wir von den genaden gottes pisher nit anders
dürfen kleyden. Got behut' mepter.
Das gefychtfenſter müften wir leyder laſſen machen,
theten wir erſt auf den nechſten tag vor dem endt der 4
Wochen, hetten aber von den genaden gottes nit als großen
uberlaft von den weltlichen als wir uns beſorgten, wiewol
etlich jrn geſchwiſterten und freuntin fo bart und vil anla-
gen der Iutterey halben und des hinauf kumens, aber von
den genaden gottes hat fich Fein fmefter laffen bewegen, woll⸗
ten and) dye fweflern nit allein mit jen freunten reden, denn
fy beforgten man wurd jun jr ret verferen, wenn nymant da
° wer, der zuböret. Es haben fich auch die ſweſtern dermaßen
oben erwähnten Thatfadhe, dab man dem einen armen Mäbdhen
beinahe den Fuß abgetreten hat, als es „ſich wieder zu feinen
Eltern begab.”
amp
gen jre freuntin ergaygt. Wer einmalda was, fom nit
pald herwider. laus Deo. ne
Darnach an fant Lorenzen abent kom der vifirer, der
vor pey uns vifirt het, fagt an von Rats wegen III ftud.
Das erſt das wir feinen wein furpaß ein wollten Ie-
gen on ein zettelein von ungelter. Das ander das wir al
weg wein umd pyer vor ſollten vifiren laͤſſen ee wire eim-
legten. Das dritt das alles die gefhworen einleger follten
lafien einlegen. Alfo haben wir foder derfelben zeit alwe⸗
gen wen wir wein gelauft haben, ein zettelein von ungelter
müſſen holen laſſen. Aber wir paten den pfleger und fig-
mundı furer hoch, das man und vergunet den wein mit uns
ferm gefind einzulegen wiever und erputten und, das wir
den einlegen das geit gem wollten geben,. das wir fy nur
nit herein. dörfften loffen. Das gab man und nad) von rats
wegen, doch jo ferr das man ein leggelt in die gemeynen
puchſen leget. Alfo muſſen wir nun von jdem eimer 1 df.
geben, den einlegern fur irn Ion und laſſen es das gefind
einlegen.
Darnah am funtag nad) S. Lorenzentag kom herr
ſygmundt furer und linhart Tucher, .foderten mich an das
gefichtfenfter, wie fie von herr Jeronimus Ebner, Caspar
Nupel und Friderich Tezlin zu gefhidt wern und zu fa.
gen, nachdem wir jr tochter etlihe jar pey und gezogen
betten, aber jen eltern nit fuglid het wöllen fein fy lenger
pey und zu laffen, kunten fy dennoch nit anders merken denn
das wir fy wol und ordenlid gezogen haben und in alle
lieb und trew bewifen und koſten auf ſy gelegt hetten, woll-
ten ſy uns gern vmb folch8 ein widerlegung thun, begerten
nit, das wir fy die langen jar vmbſunſt gehalten hetten,
Äh ſollt jn ein fumma beftymen, die wollten ſy gern
nah jrm vermugen ausrichten für das koſtgelt. Sagt
ich jn, es wer nit not, wir haben die findt in aller
fmefterlichen lieb und trem erzogen, heiten uns ee an uns
110
ferm mundt felber abprochen, das wir die jungen au moch⸗
ten erhalten, aber wie dem ‘allem wollt ih nidz fe
deru, denn em ding, wenn fy mir den Firchenraub widerge-
ben, den fie uns mit gewalt genummen hetten an den 3
findern die ſy uns mit gewalt wider jrn willen geraubt
hetten, fo wollt ich ſy quittiren alles koſtgelts. Sprach der
furer, warumb wir ſy wider ein wollten nemen, er hett uns
doch vorgeraten das wir feine wider ein follten nemen Die
von uns kemen. Sprach ich das wöllen wir thun, weldhe
mit willen von uns lauft und nit getraut pey uns felig zu
werden, die wöllen wir nymer mer wider einnemen, aber es
{ft wiffenlihh mit was jamers weynen und clagen. die 3
findt mit gewalt wider jrn willen von und gemmen find
worden, darumb wollen wir fy gern wider aufnemen welche
ftund fy kumen. Sagten fy, ſy heiten gleich wol gehoert
wie ein großer ſtreyt darzu hort heit, ee man fy von une
pracht Het, wollten auch die mwarheit fagen, ſy gelanbten,
wenn es an den findten lege, ſy femen alle 3 noch vor
naht wider zu uns, aber fy gedechten wol jr eltern wür—⸗
den des nymer mer geftatten, darumb follt ich ein andere
foderung thun. Sagt ich, dDieweil ich am ampt wer geweſt
het ih von nymant fein foftgelt oder anders gefodert, wollt
ih mit jn auch nit abheben, het man uns etwas geben.
hetten wir gott gedankt, heit man uns nichz geben hetten
wir uns nit gezankt, darumb ließ ich es pey voriger ant⸗
wurt beletben, darpey ließn ſy es auch beleiben. Sagten
fy, ſy wollten es der Eindereltern anfagen, hat uns aber ſy⸗
der nymanf nich; angemut und weder haller noch pfening
geben. Aber der furer faget, er feh wol ein, das wir nit
gefolgt hetten, wir trugen noch unfer futten, hetten uns nit
anders geclaydet wie er ung gepotten bett. Sprach ich: Iſt ny⸗
mant fhuld dann ewr, jr habt den Sweftern gefagt, ſy dürfen
mir nit gehorfam fein, fo fol ich fy zu nichts nötten wyder
fen willen. So fagen fy nun fy wöllen mic in dem flud
111
®&
auch nit gehorfam fein, das fy andre klayder anlegen, fü
wollen jre kutten anbehaften und fih nymant anders notten
laffen. Sagt er, es get wol hyn, dieweyl die gemayn ein
wenig über euch geftillt ift, wer e8 aber als aufrwrig als
vor eym firtel jar, fo müft es aljo fein und fein anders.
Item am freytag nad) Bartholomä kom herr Nyclas
gralant und linhart tucher foderten mich an das gefpchtfen-
fter, fagten, fy wern von E. €. R. hergeſchickt, daß ſy mir
einen priff follten geben, den hat der prediger zu fant lo⸗
venzen, der Oſiander, dem burgermeyſter uberamtwurt, den
folt ich fefen, darnach wollten ſy weiter reden. Der priff
faut von wert zu wort alfo:
23) Furſichtiger erber W. ©. Lieber herr burgermanfter
Nachdem mir in vergangen tagen von einz erbern Rats we-
gen ein zeit lang pis heinauder verordent werd zu fant Clara
zu predigen ift aufgelegt, hab ich willigfih angenumen, aber
doch daneben fein ſunderlich matery daſelbſt zu predigen
furgennmen, fundern pey alter bebftlihen gewonheit laſſen
beleiben, dann ich beforget wo id) anfing, wurd ein ander ee
dann ichs endet, an mein flatt geftellet. Dieweil aber foldhe
bebftliche ordnung die matery fo den junffrawen dafelbft am
nottigften zu wiſſen nit gibt, ift mein fleißig pit E. W.
wölle pey einem E. Rat erfragen, ob jr wille fey das ich
ſolche predig noch Tenger vwerfehe, will ih das wo mir ges
purt, mit allem fleyß und unterdennigfeit thun und sin an⸗
dere matery jnen zu predigen furnemen, denn das bebſtlich
ſtückwerck nymer mer mit folcher frucht mag gefurt werden
als fo man einen ganzen evangeliften oder ein ganze epiftel
pauli nach ordnung handel. Dapey wollt id) gern jo ich's
fenger follt verwefen, obs ein €. R, nit fur ſchwerlich an-
ſehe, fo ich einen andern tag in der wochen, dann fo ich in
der pfare predig zu fant Torenzen, dann wo das leydlich
follt fein wer ich gar großer befehwert entladen, das ih nit
113 |
auf einen tag zwo predig dorft thun, wo aber einem E. R.
nit fir gut ausgeht, pin ich willig nad all meinem vermu⸗
gen jrem willen zu geleben, wie ich mich des fchuldig er-
fenne, pitt untertenniglich fol mein frag guter meinung zu
zu verften und anzunemen.
| Andreas Ofyander, prediger zu
fant Lorenzen.
Da id den prif gelaß, fagten fy, ein E. W. R. bei
jn befolhen uns anzufagen mad) dem wir auß dem priff ver-
nummen hetten, was dem prediger zu fant Lorenzen beſchwer⸗
lid) wer, fo ließ uns ein Ew. R. fragen, weldyer uns unter
den 2 predigern am angenemften wer, der Oſiander oder
‚ der farterofer, ob wir der einen oder gar feinen wollten und
was matery fie predigen follten und an was tagen, das
follten wir jn anzaygen. €. E. R. wollt gern unfern willen
wiffen und das peft darynnen thun. Sagt ich, die fach be-
treff mich nit allein fundern mein ganzen Convent mit dem
wollt id mich unterreden. Sagten fy, fy wollten ein halbe
flund verzyehen. Da ſy wider komen gab ich jn ungeferlich
diße antwurt, dann wir merchten wol das e8 nur ein ver-
fuhen und maußfallen was. Tiebe bern, nachdem mein
bern €. E. R. in der faften uns unfere veter, die parfuffen
prediger und ander von uns abgefchafft haben, haben fy zu
derfelben zeit prediger jrs gefallen aufgeftellt und zulaffen,
fagen, man foll uns predigen das clar heil gottäwort das
heilig tvangelium nach recht hriftlihem verftant on menſch⸗
liche gloß. pey demfelben wollen wird noch laſſen beleiben,
wir haben zu derſelben zeit prediger fein perſon, fein ma-
tery, noch fein tag beftympt noch felb8 erwelt, fundern was
€. €. Rat gefellt und verordent, das müſſen wir uns auch
gefallen Tafien fo Tang es gott baden will. Sagt der Gra-
lant, e8 theten e8 Ye die herren guter maynung, das fy ve
gern wollten wiffen welchs uns am liebſten wer. Sprach
118
ich, die antwurt die ich geben hab, ift mir befolhen von
meinen fweitern, hab auf diße zeit kein weiter befelh. Frag⸗
ten ſy ob wir uns aber gefallen laffen wollten wie es ein
sat ordent, ſprach ih, wir leydens. Sagt der Gralant
es war aber gut, Das wir dem wort gotted und den die .
uns das predigten dankpar werden. Sprach ich, das wort
gottes wollten wir gern hören, doc) fo ferrn das ums gepre⸗
Digt wurd, on eintreg und menſchlich gloß mit pruderlicher
lieb und das zu. fryd dient in der gemeyn. Spad er, er
byelt darfur das ytzo im der ganzen flat fein prediger an-
ders predigt, wer auch feiner bern meynung nit andere,
Sprach ih, das befilh ih got und eym ytlichen verftendi-
gen zu hören, wollt nit weiter clagen, wann wir merlien
wol, das e8 ein angerichts ding war, dad man ung wollt faben -
in unferen worten. |
Darnach predigt der Oflander noch pis an funtag vor
Micheli thet er und von den genaden gottes die lebte pres
Diet, hat 34 predig pey uns thun oder ye wenig gottswort
pey uns gefagt, funder uns auf das höchft gefchent und ge-
laͤſtert und allen fleyß angefert, das uns yderman veindt
wurd uud das man uns ganz vertilget, gott vergeb jus
und geb jms bie zu bekennen (beiten).
Am Suntag nah Micheli thet der fartheufer die erfte
yredig und thet alle woch 3 predigen, ſamſtag funtag mon⸗
tag pis auf die negften quatember rorate, predigt furpas kein
montag mer, ließ felber darvon, wir theten felber nichts
darzu. Gott helf uns fein mit gnaden gar ab, dann er iſt
wolt verkert(er) als der Ofländer.
Item etliche tag vor Calizti ſchickt uns der ungelter
ein fchuldzettel umb XVIH. aymer weind, den wir einges
legt hatten vr S. Lorenztag ee man uns anfaget, da ſchri⸗
ben wir dem pfleger digen nachgefchriben prif.
24) Die genad gottes des almechtigen won jn ewrm
herczen, beger ih €. F. W. zu freuntlihem gruß, lieber herr
8
114
Hfleger, ih muß © W. aber müven der ich umb der
Lieb gottes unfers herrn beger hylf und Rat von E. W.
als von unferm getrewen herrn und verforger und ift die
fach, am nechſten mitwoch hat mir der ungelter ein fchuldzet-
tel gefchidt 174 aymer 4 firten weins, den wir eingelegt
baben vor S. Lorenzentug, an welchem abent uns zu ent
potten wardt von Ratswegen das wir fein wein furpaß
follten einlegen on ein zettelein von ungelter, Deshalb
wir nit gedacht haben, das wir verungelten follten was
vor eingelegt ift worden wiewol wir ſuſt gemaynt het-
ten €. € R. wollt unfer armut und unvermügenbeit an-
gefehen haben und uns nit weyter befehwert haben, dann es
be wiffenlih ift, das wir fuft on fchuld nit kunen außfomen,
wie wol uns auf die geneugft halten, fo haben uns doch
die von erfurt die verfallen fryſt walpurgy noch nit bezalt,
desgleichen die von Eger und itzt auch ſchweynfurt, follen
wie dann auch ungelt geben, fo muflen wir dann waſſer
trinfen oder wenn es wohl geredt, pier, des ich warlid) mei-
ner perfon halb nit groß befchwert het, wann ich aber an
die alten mütterlein gedenf, die etlih 80 jar alt And und
vil 70 und noch in K0*), Die am meiften mit dem wein ges
labt werden fo geht e8 mir ye genaug zu berzen, das ſy
erft jn jrn alten tagen verzadelt follten werden und in jr
leben durch foldyen abpruch möcht nicht verkürzt werden, und
noch mer würd ih bewegt, wenn ich jr geduld hör und fo
ſy fagen fo wollen gern mit waffer und prod vergut nemen,
das fy allein pey einander beleiben, es gee jn wie gott wöH,
fo fun e3 jn nit übel gin, hoffen ve es fol ſy nymant dann
der todt von einander ſcheyden, aber effen und trinfen als gering
e8 fey gar nit, die weyl das menfchlich heilmit in effen und trin-
ten flet das allein zu aufenthalt des armen leibs dynt und nit zu
der fel feligfeit, fo fann auch warlih €. E. R. und gemei⸗
ner ftat ein fol gelt nit hoch furtragen wie wol uns das
*) Charitas ſelbſt war damals 60 Jahre alt.
| 113
fer ſchadt. So weiß auch E. W. wol welcher maß wir ge
freyt fyut, ich mein nit von dem babſt, fander Funigen uud
feyfern, dann E. W. hat uns dy letzt befletigung die auf
ein pen geſetzt ift, felber zu wegen pracht zu wurms, Da
von villeiht E. ©. R. nit weiß und wenn es E. W. ge
raten deucht, oder das Die meynet dad es fuderlich wer, fo
wollten wir ein fuplicacion an einen E.R! geben und jn pit-
ten das er und mit Dem ungelt genedig wer, angefehen,
die freigeit, auch unfer armut und unmuglichfeit, und wo
das ye nit fein wollt, damit doch ye unfer gehorfam ges
fpürt würd, das man ein zimlid genant gelt von und nem -
fur das ungelt, doch unbegeben und on verlchung obgemel-
ter keyſerlicher freyheit. Wo aber E. W. meynet wir wur
ben nich erlangen wollten wir fein fuplicacion geben, ſun⸗
der die ſach gott befelhen, fo pitten wir aber €. W. wollt
uns raten welde unfer güter wir vor erft angreifen und
verfaufen follen, damit wir mit zuvil zadel leyden müſſen
und die herrn auch bezaln mugen hat er und etwas geger
ben, fo ift eö fein, er mag und das wol wider nemen, fein
beiliger nam fey ewiglidy gelobt und gebenedeit Amen. Hofs
fen aber dapıy €. E. W. wer zu diſem auch getreulich und
veterlih ob und halten als je pisher der gleichen fellen all⸗
weg gethun habt. Der ewig gott fey ewer reichlicher bes
loner in zeit und jn ewideit des genaden ig E. W. ewig⸗
lich befilh, grüßt unfer frumms clexlein von allen Sweſtern
freuntlidh. |
Auf digen prif gab mir der pfleger die nachvolgente
antwort. j
25) Genad und frid von gott unferem vater ſampt
merung eines rechten friftlihen glaubens zu feinem leben
und des negften pefferung wunfd id) euch und mir von feia
nen gottlichen geraden Erwirdig fraw und fwefter in Ehrifte,
das ic) euch lang nit geichriben oder heym gefucht ift aller⸗
ley verhinderung halber und am mepften gefchehen, das fid
_ ge
116
2
ewr und mein glaub ganz wit will vergleihen mir and
Die weil genad von got fo reichlich degli Damet
(täglich thauet) und regnet, ja auch flerden gewaltigen
kriſtenlichen, damm vor jn vil hundert jarn nye gefchehen,
das herz ganz enpfallen alfo Das ich nachent ganz verzwer-
felt auch wider die ſtarken groben firid, damit jr pisher ge
gurt und von ewrer felb vermeflenheit aygner vernunft und
deren veten, fo demfelben anhenglich gleihwol nit on eygen
aug und dergleichen mengel nymer mer zu weifen feit, affo
das ih wit ſrucht nit weyß zu fihreiben oder zu handeln,
dann das ich mer dann fur mein vater und mutter und ny-
mant anders nit unterloffen got fur euch zu pitten, davon
gedenk id) nody nit zu fleen, wie wol wie oben ftet mit klei⸗
ner hoffnung angefehen das ich vernym Tender ganz on ſcheuche
die predig und was wir durch das gottes wort gehenßen
gott geleftert und die aygen verfluchten gedychten ding und
die predig damit man uns wider wort gottes fdhentlich pöß-
fi gott wollt mit zum teil furfezlich gefürt, gottes lob ge-
beyffen und genennt werden, welches layder fo gar am tag
tigt, das gott zu Magen und hochlich zu erparmen ift, ich
fann auch nit anders fehen, denn das denſelben allen fo vil
an ihrer zeitlichen narung und obgemelten gedychten gelegen,
das ee fye Davor flünden oder ſchaden und abgang Iyden,
ee wollten fye das der ander teil zu poden ging, deren auch
wie vor alten jarn gefchehen doch vil umb des heilig wort
willen jre teichten teuffels die fy gotts gab vorgeadht, ver⸗
zeihen, ya jr vil ritterlih und künlich das leben darob ver-
firn jn vil landen. "So erfar ich fo vil criſtenlichs ſterbens,
das ſich pillim zu frewen, hab aber dagegen durch verfurung
der geiftlichen erfaren, darauß jn jr flerbnot verzweiflung
wie offenlih am tag ligt erfolgt, das zu erparmen ift, euch
und ewrn anbengern die jr doch alle, wie fung varon*) ges
*) fung varon. König Pharao. Die Sprache ber guten Pfleger,
welcher ſich offenbar bemühte apoſtoliſch zu ſchreiden, iſt manch⸗
mal etwas apofalyptifd. £
117
feht, mit mein fondern fein willen zu thun, Damm ich mit
gott bezeug, das mir das zu vernemen die hochſt fremd
wer. .
Ih hab euch vergangener zeit mein freunt jr botfchaft
pey euch gehabt, umb vertrags willen der zeit und Foftung
meiner tochter Claren halben, den it aber davon einig an-
zaigung nit thun wollen, dieweil id) aber befenn, das ih an
jrn hynein thun nid dann das himel und alfo jr und mein
aygen nuß gefucht, daran ich mich doch gröblich geirrt, fo
will ich nit das ir des fhaden tragt, fundern das jr mir
der halb noch ein fumma ernennet, damit will mid euch zu
widerlegung erberlich erzaygen, dann id) wol wayß, das jr
meiner tochter nit genoßen funder auch jr das peft fo jr
gewiß gethun nnd mitgeteylt, des ich dankpar pin, und in
allmeg fein will, allein wollt ich ewr clofter nit nemen ſy
dergeftalt dynen zu wiffen wie pisher gefhechen und das
allein von des glaubens wegen, denn ich nit fann glauben,
Das er pey euch zu herberg fey, verhoff aud jr dapey mir
nit unzymlich, ſunder veterlich getrewlich md rein mitge-
theilt foll werden, ich acht wol jr euch dißer mein geſchrift
villeicht befchweren und gedenken, das ich mich des vor jarn
enthalten bet, wie war ift, das fol ich aber pey der hoch⸗
ſten wahrheit die gott felbs ift, gelauben, Das ichs yez
nit mynder trewlih dann zu derfelben zeit meyn,
jr auch ganz chriſtlich und pruderlich ganzen zuverſicht, fo
ich an euch gar verzwenfelt, er werd euch der fein allein
macht zu geben hat, jm glauben nit verlaffen, Ir habt mir
vergangenen tag angezaygt, daß euch von herrn Jacob Mu⸗
fel ein Hein feßlein wein feins gewechs gefchenft und ge
fragt, ob je das einlegen follt, darauf ich euch entpotten,
ich will das verantworten, hab aber nachmals uber eblidh
tag ſolchs pey einem Rat meiner pflicht halben angezaigt,
da haben auß urſachen das ungelt davon nit nachlaſſen wol⸗
fen und mir nad) meinem auftreten befolhen aud das an⸗
118 j
zuzaygen, als jr mir aber ytzt fehreibt von wegen des un-
gelter8 das er euch ein zettellein zugefchidt und darjn 174-
aymer weind ausgejchriben und euch doch erft darnach an
S. Lorenzenabent ein Ratsbefelh eröffnet, welde ich bei
einem Rat darjnn anzaygt, djeweil die von ©. fatherina
der geleihen anpringen auch gethun nnd den beſcheyd er-
langt, das vor eins Rats anfag und verfaß fein ewr wein
verungelt und dieweil jr alfo armut anzangt, euch ein zeit-
lang auß dem weg zu halten, verftec ich pis man das dem
ungelter wider werd anfagen zu dem entlichen nachlaffen,
bab ich nit troft angefehen das die auffagung nit eud) allein
funder vil berürt, auch bedechtlich beſchloßen, das jr aber
dadurd) etwas im Convent wollt abpredhen, das follt jr fein
wegt thun, dann wo jr den glauben het, den id hab, fo
wurdt jr. des mangels nit forgen, dann ich glaub das pald
wenig, fo gelaubt jr pald wieder viel nunnen werden, zum
wenigjten laft e8 ſten pie herr ebner und ich ewr redhnung
halben fumen, das wir in furz vorhaben.
Das ih euch aber raten fol, ob jr ein fuplicacien
an einen Rat fiellen und ewr freyheit, nit des babites fun-
der fapferlichen, die ich euch zum teil verpent erlangt, dar⸗
zu fann ich nit vaten, idy glaub wol, das euch diejenen,
fo wollten, das allein ewın ımd ander dergleichen weſen
beftundt, damit in auch nit etwas fchaden darauß erfolgt
und all. ander gemayn wider wie vor betrogen, die würden
euch pald raten, der aber nit glaubt, daß gott dife Ding
lenger. zuſehen wöll oder werd, und euch dannoch guts günt,
der wirts nit raten. Darumb erzeugt euch ewr gemüt ges
mes felbes hierin, das id raten wallt wie je jm endt
fhreibt, güter und welche zu verfaufen wird meins achtend
noch ganz von unnotten fein. Sollt euch damit gedient
fein ewr zinß berzugeben, das martini verfekt, laßt mid
wiffen, fol nit mangel haben, dann ich allweg cwr zeitliche
güter gern unbefchedigt und gepeffert fehen und darzu noc-
118
mals en. und raten wollt, damit pfleg gott unfer aller.
Caspar Nuzel der eltere.
Auf den vorgefchriben priff gab ich jm diße antwort.
26) Die genad gottes fey mit uns allen furfichtiger
und lieber herr pfleger. Ih hab E. W. yrif mit dank
entpfangen und mid) gefrewt, Das jr fo demutiglich gott
für uns Bitten wolet. wollt gott das yderman alfo thet,
wollten wir vil dings, vertragen fein, denn ein criftenmenich
fchüt das andern nit, verdampt es nit oder fhmedht es nit,
vil mynder beleidigt oder betrubt es, fundern auß eriftlicher
lieb fo fih pmant nit reiht heilt, bat das ander mit jm
mitleiden und pit gott fur ed. Aber es ift mir geleid, Das
fi) ewr und unfer glaub nit gegen einander vergleichen will,
denn wir ye hoffen wir find criftenmenfchen, wollten auch
gern felig werden uud was wir fünten verften, das nit
recht wer, wollten wir und gern moßen, wollten aud nit
gern ymant betruben vil mynder gott leftern, Den nemen
wir zu zeugen als ein erkenner aller herzen, das wir ganz
ungern etwas aus vermefienheit wider den gelauben, wider
die vernunft oder unfer gewiffen handeln wollten und wenn
wir das theten müßten wir das urteil felber uber uns fels
len, das wir aber wider unfer gewiſſen follten handeln oder.
gelanben, will und auch ſchwer feyn, dann wenn wir fon
fagten, wir glaubten etwas, das wir Doch nit glauben kun⸗
fen, fo heiten wir uns nur ſelbs betrogen, dann der glaub
ift ye ein genad von gott, will aud) ungenott fein, darumb
fann er nit mit gewalt oder troe jn die menfchen gegoffen
werden. Erzaygt ſich aber der menfch als gelaub er einem
andern zu lich, dad er nit gelaubt, ift es ein gleißnerey
fo fuchen wir auch weiß gott feinen aygen nug zu unferm
thun, vil mynder wern wir durch ander verwifen, dann
nymant fompt mer zu uns, der von dißen fadhen mit
und reden möcht und ob und ymant verwaifen wollt, find
120
wir von der genad gottes des verfiants, das wir wol wiffen
Das wir nit volgen follten zu vor die weil wir felbs die
heilig gefährift auch leſen kunen, darumb und ob gott will
weder menfchen noch engel, viel mynder die zeitlih narung
oder aygner nuz foll verfurn, das wir nit gern recht woll-
ten thun und gelauben, dann das ift unfer gelauben nber
den fo wir von den heiligen apofteln gelert find das wir
die rechtfertigung allein gott zu geben und dem verdinft und
leiden Ehrifti, der felb ift unſer gerechtigkeit und gar nit
unfer werfe, dann wir legen und wiffen wol, das auß den
. werfen nymant geredhtfertigt wird, funder allein auß dem
gelauben, dann hetten wir durch unfere wert funen felig
werden, fo wer der herr Ehriftus vergebens fur uns geftor-
ben. Aber das wiffen wir herwiderumb au, fo der menſch
durch die genad gottes und nit durch fein verdienft gerecht:
fertigt tft, das er dann als ein guter paum gut frudt
tregt, die ein anzaygen feines rectben und waren gelaubens
geben, dann auß iren früchten fpricht der herr Chriftus
werdt jr ſy erkennen. Dann wo die werk des glauben
und zuvor die pruderlich Tieb mit ift oder ſich ertrügent, fo
ift der gelaub auch nichz ob er auch fo groß wer, das ſich
Die perg darvon bewegten, und darumb fo wir wiflen das
wir Durch den glauben wie uns der b. paulus fert, gerecht⸗
fertigt find, wiffen wir auch Das wir zu frid mit gott find,
das ift und foll unfer gelaub fein, in dem wir begern zu
leben und zu flerben, ydermann fag und halt von uns was
er wöl. Wir haben auch gott ftettigs petten ob wir an
unferm glauben mangel haben, das er uns den durch feine große
parmherzigfeit nem und fein genad verleyb das wir unfern
glauben auch mit den werfen als ein guter baum beftettigen
mügen, Dieweil gott einen ytlichen menfchen geben wirt
nach feinen werfen. Aber unfer halben, der futten halben
und das wir pey einander wonen, zu zeiten fill fieigen,
die oder jene fpeiß prauchen und der geleichen außwendige
Bing, dieweil ſy frep find, achten wir, wir mügens haften
oder nit, allein das wir und Darauf verloßen, dann wir
wiffeu wol, das wir unfere werk fur nichte achten follen,
wenn wire {hun alle gethun haben, wir find nit pefler da⸗
rumb oder erger, wir. thun oder loßen ſolche außwendige
ding, wo aber fo vil feut pey einander find, muß ye ord⸗
nung fein, damit alle ding, wie S. Paulus fpridht, recht
und ordenlich geſchehen. Gott geb uns feine genad das
wir recht thun und unrecht meyden. Aber E. W. foll. uns
verzeihen, eins will ye nit jn hercz gen, das wir gott nit
halten follen, das wir-jm verfprocden haben, wie wol wir
einem ytlichen erlaubt haben, wo fie nit mit freyen gutem
willen pey uns beleiben wöll, mug fy hyngen (hingehen)
wo ſy wöll, das aber die, fo gern beleiben wollten und die
mit der hilff gottes om die wir nichz vermugen das zu hal-
ten verhoffen das fü goft gelobt haben und darvon wider
jen willen genott, acht ich ſye nit recht wie dann jezt vor
augen ift mit unfer ſweſter der rechin die nunmals pey 5
jan alt ift, die jr pruder und ſweſter wider jm willen
auß dem clofter notten wollen. Was wer e8 wenn wir
fhon all aus dem clofter Iufen, wern wir darumb deſter
peffer oder got neher, wenn wir uns aflein mit dem mundt
sümpten und unfere werfe zaigten ein miderwertigd dem
glauben an. Ich kann uymer mer glauben, das E. W.
das leben etlicher mund und nunnen fo jre clofter verlaffen
haben und fih halten das wol peſſer töcht gefallen Fun,
wiewol fy all fagen, gelauben, aber gott wird zu feiner
zeit daruber der recht urteiler fein, darumb weifer lieber
herr pitt ich euch umb gotts willen jr wollt nit fogar an
und verzagen oder nad einem won (Wahn) urteilen, gott
weiß ve unfere herzen und das wir nichz haben darin wir
glorien mugenen, denn allein jn dem krenz Chriſti Jeſu,
den pit fur uns, das mölln wir auch thun.
E. W. tochter halben laffen wir es noch pey voriger
antwurt beleiben, kunnen euch fein ſumma nennen, dann
wir fy nit wegen guts oder geltd haben anfgenumen, bet
ten wir je vil gucz kunen erzaigen, beiten wir ve gern thun.
Wie fun wir jm aber thun, das E. W. nir glanben fan,
das der glaub pey uns zu herberg fey, wes wir mangeln
das erfill uns die parmberzigfeit gottes. Es ift om nott
das ſich E. W. entfhuldigt diſer fchrift halben, dann ih
die jm allerpeften verfte, hoff auch, E W. werd mir mein
einfeltigs fchreiden and nit andere, dann wie id) es mayn
jm peften verftehen- ımd fo vil an E. W. ift uns helfen
ſchützen und ſchirmen, das uns nit unter der geftalt des
gelaubens und pruderlicher fieb ungleublide umd unpruder-
lie Ding zugefugt werden.
Des ungelts halb. fag ih E. W. zu dem böchften
dank, das die alfo gemut iſt geweft, id) fan mid aber auß
E W. fhreiben nit gauz wol achten, fo E W. der red»
nuug halben zu uns fumpt, will ih mid) pas pey derfel-
bigen erkunden, fo c8 des entlihen nachlaſſes halb nit flat
will haben, hoffen wir doch ye, E. E. R. foll und in gan-
zer ſumma genedig fein, angefehen unjer unvermugen, wir
wollen und auch mit der Freiheit nah E. W. rat Halten,
und bat nymant anders geraten daun wir auch nymants
anders rats gefragt haben. Wir befelhen auch gott e8 wern
wenig oder mehr nunnen, Ddieweil und aber an allen orten
vil abgin muffen wir gedenfen wie wir uns enthalten, wiz
hoffen zu gott, er werd uns nit verlaffen, wir müffen aber
dennoch zu der ſach felben aud) ſehen, uberige forg ift uns
verpoiten, aber notturftige gar nit, wollten gern das wir
nit durfften einpüffen, beleibt denn etwas uber, findt es
auch feinen bern, es find vil arme leut, die des und ans
ders notturftig fein werden, aber die not wirt uns wol lern
das wir an uns halten und abpreden. Man predigt
uns zu zeiten wir follen binauß und uns verdim-
128
gen, du lieber herr gott, es find vil ſchweſtern die 70 iar
alt find nnd vil mer die 60 alt find, was follten fich die
verdingen oder was follten dy arbeiten, fo fy doc ſelbs
aller gutheit notturfftig fein, wenn ſy mid nit. fo hert er—⸗
parmeten, wollt ih mid pald verdingt haben, dann ich
ye von den genaden guttes des almofens nit notturftig bin,
Aber wie fol es den armen elenden tropfen gefhehen, wenn
man uns gleichwol vil hinauß leicht, müffen wir dennoch
zuletzt zaln, kann ich nicht fehen wie das gefchehen fol on
verfaufung Der güter cder abprudh des Convents, wiewol
wir doeh on E. W. rat nichz thun wollen, funder des hal—
ben und ander ding mer wolln wir weiter mit E. W. und
herren Jeronimo Ebner reden, fo die der rechnung halben
zu uns fumen werden, wellen uns mittler zeit gott und
E. W befelhen, damit vil feliger zeit. *)-
Darnach zu fant fymone und Judeſtag fom die jung
Tenzlin zu jrer ſweſter Urfula und Juſtina Frobingeriu,
wollt fy mit gewält hinauß haben, aber die fin.nen findt
werten ſich jr mit gewalt, ‚fagten ſy mern jr nit ſchuldig
gchorfam zu fein, nachdem fy nur je ſtyefffweſter war, hylt
fih fo ungeburlihd das wir Dem pfleger den handel allen
jn dißem nachgeſchriben priff erzelten.
27) Burfichtiger ꝛe. ih fug E. F. W. zu wiffen, das
geftern die jung tenzlin pey jrn 2 ſtyfſchweſtern die fy hey
°, Um Schluße de8 Eober folgt noch, von anderer Hand geſchri⸗
ben und nicht mehr von der Äbtiſſin concipirt, die nanze Corres-
pondenz (alle handlung) daB ungelt betreffent, aus welcher her⸗
vorgeht, wie, ald Heimzahlung der Kapitalien und Entrichtung der
Zinfen damals flodten, der Pfleger dem Cloſter mit 100 fl.
getreulich aushalf, der & Rat aber zulekt, Freytag im Decem⸗
ber 1523 entſchied: „den Elofterfrauen zu St Glaren fol man
vergunnen wein einzulegen fo vil fye wollen bed fo jnen das
gelt von Erfurt gefell ıheimfalle) das ſye alsdann alles ungelt
bezalen
4
i24
uns hat geweft ift, hat mit jn allein am gefichtfenfter ge-
redt und erfucht hinauß zu komen, unter anderm gefagt,
E. W. hab fo außgefchiet. und werd jr noch weiter befcheid
- geben, wenn fy jr nit nad jrm willen willfarn, hat aber
ſolchs gethun mit fo großer ungeflümigfeit und poßen tro=
worten und dem teufel geben, das zu vil in einer offen
tabern geweft wer, das mir nit muglich zu glauben ift, das
war fey, das ſolchs auf E W. befelh geſchehen fey, dann
e8 ganz unpruderlich, uncriftlih und unevangelifc, zugangen
affo das jr 2 fweftern herzlich darvon betrubt find worden,
haben mich auf das hochſt gepetten €. 5. W. von jrn we⸗
gen zu pitten das jr jr flyefichweftern ſolchs nit mer geftat-
ten wollt, hat man aber zweyfel an jren gern hynen fein,
foll man leut fy zu verhörn verorden, die mit befcheidenheit
und nit mit folhem ungeftumen gewalt handeln, dann fy
ye hoffen jr ſtyeffſweſter hab nichz uber fy zu pietten nach-
dem fy weder vater noch mutter mer haben, wyewol fy ſich
gegen jn bat laſſen hörn, wenn ſys wollt fo müßten fy
binauß, wenn e8 auch gott leyd wer, wiewol wir dem fein
glauben geben, dan und ye von eym E. R. wegen zngefagt
worden ift, das allein folch8 vater und mutter und nit we⸗
der freunt noch gefwiftert zugeben fey, Das wollen fi Die
ind auch halten, dann fy merken mol das es nur um das
gut zu thun ift, das fy herein haben pradht, des wir uns
doch ye in jrm hereinfomen ganz nit verfehen hatten, dann
ſy auch gefagt hat, fy haben es ſelbs von den herrn gehört
ob fy innerhalb 14 tagen hynnauß fumen, fo werde man
jn bey heller und pfennig muſſen geben, was fy herein ha⸗
ben pracht, beleiben fy aber Tenger und gefheh was man
mit und vorhab, fo wöllen ſy es laffen gen ob auch die
maden (Motten) aus- jr Frühen, mit andern vil dergleichen
worten, darauß fy jr ſchweſterlich gemudt wol fpüren ꝛc.
Hat jn au getrot, E. W. anzufagen was jr zu antwort
geben fey worden, wiewol wir der Ding aller nit von €.
125
W. ale von unſerm getrewen bern und vater gelauben, pit-
ten euch doch die 2 ſweſtern betrubt findt von herzen de
mutiglih ob jr fweiter zu E. W. kom und vil an wollt
rihten das jr je dad werdt (wehrt), dann ſy wollen non
je ungenstt fein, haben auch ungern mit jr allein geredt,
der urfach halben das man einem alspald die wort verfert
und unrecht nachſagt, von demfelben furchten ſich auch an:
der fweftern faft, wir getrawen fuft nit als ubel an eyn-
ander, weun fun eine allein vedt, wenn man ed neyr pey
der wärheit ließ beleiben, ift und auch nit angefagt worden,
das man mit ydermann allein follt reden dann allein mit
vater und mutter, diß hab ich außgepet der 2 obgemelt
findt E. W. nit mugen verhalten, doc) mit der proteftacion
das ih der ding feins von E. W. gelaub, ift aber dennoch
gut das E. W. den leuten wiß zu begegnen wenn ſy au
euch fumen und das jr darvor mugt fein, das wir furpaß
ſolchs ungeftummen uberlauf3 vertragen find, damit gott
ewiglich befolhen.
Auf se priff Ha mir der pfleger den nadjvolgen:
ten priff.
28) Gott verleyh uns allen fein genad zu einem war⸗
men rechten gelauben, der ich gewiß pin an Die lieb des
nechſten nit fein fan, geliebte frau und fwefter in Ehrifte,
ih hab euch auß gutem herzen pruderlich weyß jüngft auf
ein ewr fchreiben gefchriben und auß der antwurt fo jr mir
hernach zugefchict, wol verftanden, das mein geift zu ein-
feltig und ſchwach euch jn eczt war zu bewegen, darin id)
troft oder ergezlichkeit het mugen haben, fo ich aber mein
unerfarenheit, der fchrift einfalt und jn gottlihen gefallen
unduglichfeit ermyß und teglich pey reichſtem vermuglichen
und weyſeſtem dy welche mich in verſtant weyt ubertreffen,
die allergröſten irrtümer und gottlofigkeit fo gröblich erfyndt,
alſo das ſchir die kindt darvon reden künen, ſo bringt es
—
128
mid) dennoch dahyn euch auß criftficher Lieb wider zu ſchrei⸗
ben, gott den bern pitten, er wöll Die ftücht darauß ver-
fügen, pin auch gehindert worden euch zu ſchreiben dieweil
mir eplicher moßen angelegen geweft, Die heyrat herru
andre ofiander, die weld doch durch den teufcl und fei-
nen außermwelten in vit wegen und auß fait poßem grunt
gern zuruck geftellt und doch gottlob nit on eröffnung vori-
ger poßer leut practica jn die wirkung fumen, funder zwey⸗
fet es fey ein criftlich werk, darauß Dem reich des anticrift
abpruch und Chriſti pefferung volgen fol, ift on nott diß-
mal weiter gelegenheit anzuzaygen Damit noch gewiß pey
mir geacht, das jr des Cunz ſchrötters auch pfarres zu
Regelsbach und jrs geleichen geltfuchtige meßknecht gepreuch—
liche verfnrung wirdiger acht dann dißen gotts befelh. bin
aber meinet einfalt nach mie ich mit warheit ſchreib ent⸗
ſchkoſſen geweſt, euch als Die ich mit hocherer vernunft be
gabt erkenn, daun mir in- digen goltlichen ſachen lieb iſt,
noch weiter dann vor zu verzweyfeln, doch verſtet nit an
der genad gottes funder achente mich auß der lieb fe ich jn
rechter warheit zu euch und den ewrn, die ich elend erkenn,
trag bedacht und gott den rechten tröſter fleißig und zum
hoͤchſten petten mich in meiner ganzen verzweiflung alle
ewres heils genediglich zu ſterken nachdem mir mit der hilf
des herrn eynig purd an ewrer ſeligkeit und wolfart zu
tragen nit ſchwer, darauf mir entlich in gemut komen, nach⸗
dem ich weiß jr an allen predigern und lerern des worts
gottes ſo vil pey tauſenden hie und anderswo criſtlich ge⸗
acht mangel und mißfallen habt und wie ich nit anders ur
teifen kann von der warheit wegen das ich dann desſelben
affer rat zu haben mußig ſten umd ycz und zum letztenmal
doch gott fein Haut ungefpertt pey doctor wenzel Linf
dem jn zeit feines ampts als er vifltator provincial und der
leufft mer erfarn dann ein ander, auch ein man guts lebens
und fitten, dDemfelden ewr mir gethan ſchrifften furzubalten,
—
127
nit on fleißig eröffnung was ich euch zufchreiben willens
geweſt, auch meinen kumernuß, kleynmutigkeit und ſchyr
ganze verzweyflung, die ich im handel het, und bey jm ſter⸗
fung und fo vil troſt gefunden, mit pitt keineswegs abzu⸗
laſſen, alſo er mich bewegt jn umb gottes ere und des
negſten lieb willen zum hochſten zu pitten, mir kurz artickel
gottlicher ſchrifft gemeß zuſtellen, und fo mir die cinfellig
wol nit mit fleiß nody einmol ſchreiben und mein und ewr
heil verfuchen, ob doch gott den furhangk we wollt nemen
und dieweyl auch jn vil ewrer abgötterey von euch fein
irrthum nye bekennt noch vil weniger unterwelfung habt
wöllen annemen,- und doch den widerteil gern ſchriftlich und
mundtlih hort (und noch jr anhang feyt ꝛc. und er mir
den meinen und begern gemeß ein antwort geftellt) daruber
id mich geſetzt und mit fleiß fampt meinen zufellen (Ein—
fällen) etfich pogen lang begriffen, hab ich mein zufell etwas
hitzig, forgent und alfo das fleifch zuwil bewegt, dann ich "
ewr wiewol auß trewem ganz nit vwerfchont het, mich aber-
mals irn peſten entichloffen lauter mit der ſach wie id) pey
euch herbracht umbzugen und cuc die artikel feiner hant-
geſchrift wie ich Bienchen thu zuzuſchicken, weldes ich jm
and) angefagt, darumb gefihehen fey, dieweil ih die nit
alfein nit wiffen zu peſſern funder eplicher moß froft darjn=
nen entpfangen hab, ob doch Die wie ick gott herzlich pitt
zu weiter frucht, frid und fune (Sühne) dynen möchten,
wo euch auch ewr vermaynte heilige vegel oder ya darzu
ih mer hoffnung ſetz, Die genad gottes wollt zu laffen digen
Doctor Wenzel weiter zu vernemen, wie ich aber und aber
umb gotts willen pitt, fo wollt mid, das verftendigen wels
her geftalt euch das am peften gelieben jnn mein oder an-
der peyweſen, allein predigend weiß oder gefchrifftlid, oder
wie euch das anders gelicht, des will ich nit on große ya
hoche begirdt antwurt wardten, follt euch das aber nit fügen,
fo will ih euch alsdann weiter mein herz und gemüt eröffnen
-
und miitler zeit gott pitten umb geuad mir fofern jm gefall im
fonu zu geben euch hinfur am unbeleftiget zum laſſen und demen
zu befelben die mit gutem gewiflen auch ydesmals zu gefallen
werden mugen fein. Aber wollt mir doch wenzels jchrifit
wider su ſchicken fo jr die genugfam gelefen habt.
Der jung Tezlin halben die mit jrer fiyffiwefter ge-
bandelt und auf mich gezogen wundert mid) dieweil ich jr
nit fenn und meins wiflens mein lebtag nichz mit jr gexedt,
vil weniger befelh geben hab.
Es haben mer dann ein furfurft und furft jn jre lan-
dei verordent, ordnung diſer lere halben furzunemen, der
end fein bebſtlichs pfaff predigt oder prauh man gelyden
byerigen ordnung nit ungemeß, was dann philippus
melandton bie wirt außrichten werdt jr auch vernemen.
Er ift zu einem guten werk erfordert, Damit der jugent
zugut criftlih und nuglid lernung werdt aufge
riht, Damit doch verdampt verfurung funftig
defter pas auß geweft, fo e8 doch ycz pey den welt
weyſen nit fein wil, damit geb uns gott rechte ware ers
fentnus, dann der fireyt ift nit umb das die gem im clo⸗
fier wollen beleiben und nit vater und mutter oder die ba
ben, den got befolhen gehorfam zu fein, funder und mer
umb das wiffen, was man fchuldig zu thun und laflen und
was gott frey und ungezwungen haben will.
29) Auf difen priff geb ich dem pfleger diſe antwurt.
Die genad gottes fey mit uns allen F. W. lieber her
pflege. Ich hab ewr fehreiben abermals vernumen und
erkenn mich das ich jm gar zu wenig, das id €. W. nit
mynder einem hochgelerten Doctor foll antwurten oder mit
jm disputiren das ich doch nit not acht, je hapt unfer mey-
nung auß dem nechften fchreiben vernumen, dabey ichs bes
leiben laß. Iſt mir leid das jr in demfelben fein ergecz-
us
(ihfeit kunt haben, was ergezlichkeit funt je aber haben,
wenn wir zu allem dem, das‘ ihr begert, ya fprechen und
wer uns doch nit im herzen und unfer gewiffen rüeg uns
und weifet uns zu einem andern, was wer e8 oder men
betten wir betrogen, warlich nymant denn uns felber, €,
W. weyß das nymant nichz hat denn das jm non gott ge-
geben wirt on des will nichz gefchiäht, fo wir num gott nacht
und tag herzlich pitten umb erfeuchtung unfers gemutes und
merung ward criftlichen glaubens und er uns nit gibt lieb
zu dent newen gelauben, fo fun wir uns ye felber nit ans
derd machen denn gott mit uns verordent. Sollten wir
denn um menfchliche gunft, fort und trowillen uns anders
erzaygen denn uns im herzen were, wer ye große gleißneren,
des E. W. on zweyfel nit von und begert, denn es wer
ve wider gott, aber das € W. fur gewiß acht, das wir
gebrauchen etliche geltfuchtige meßfnecht hab ich pey warem
glauben alle meyn tag Fein rat oder practica pey den 2
‚die jr genannt habt oder andern jrs gleichen gefuht, dann
ye ju die armen tropfen felber weder raten nod) helfen
fönnen. Wir wollen oder follen nymant urteiln, ein ydes
ftet oder fellt feinem herrn, der wird in wol zu feiner zeit
urteilen. Berfauft ymant meß oder fleißt fih fuft poßer
fach, ſoll und ye nit gefallen, es wer uns geleich peygelegt
was gott wol. Als mir aber E. W. peylegt ich fey mit
hoherer vernunft begabt dann euch in difer fach lieb fey,
waiß id} wol, das ich ein arm plod menfch pin, weyß aud
wol, das alle weltliche weißheit wor gott ein thorheit ift,
mir aber wol not in difen firengen zeiten, das mir gott
feinen heiligen geift verleih, das ih weit was
ih thun und laffen follt, dann ih fi das ytzt
den allergrößten gelerten der vernunft zurinnt,
nit allein den bebftifhen, funder aud den, fo
fih evangelifch nennen, alfo das derfelben vil Chriftug
fleifh und plut nit mer jn wein und prot fein wollen lafjen
9
180 |
und das muß aud das wort gottes fein. Das aber
E. W. an uns verzweifeln ift mir leid, wir wöllen aber
ye nit an gott verzweifeln, hoff ye er werdt uns fein genad
und barmhberzigleit nit berauben, dieweil wir der fo herzlid
- begern und ye gern wollten das recht wer wenn wir gleid)
auß dem clofter gingen, wir wern darumb nit feliger als
wenig wir die feligfeit gewiß haben in, dem clofter, denn
ve dife äußeren ding nit geben noch nemen, folln auch frey
fein wie man uns teglichs predigt. Es haben aber ye die
heiligen apoftel pey einder gewont mit den andern gefaubi-
gen und allen ding unter und jun gemeyn gehabt, warumb
fullten wir nit auch pey einander in gemeyn mugen wonen
und fwefterliche lieb an einander erzaigen. Du ewiger gott,
feydt man doc die ſchanthewßer, wiewol wir mußen hören,
wir find erger denn diefelben Teut, wir find leider arg ge
nugs, gott peffer uns mit feinen genaden, wenn wir weften
das e8 der will gotted wer und das wir durch Das heraus-
fomen Tundten felig werden, wollten wir uns warlich nit
lang fäumen, denn wir ye nit von guts lebens wegen in
dem clofter fint, das weiß Die welt und gott, in dem all
unfer hoffnung und zuflucht if. Wir haben auch, wiß gott,
an Dem wort gotte8 nit mißfallen, das uns aber das vil
und manigfaltig ſchmehen, fchenten, Icftern und ere abſchnei⸗
den fo pey vil leuten fur das wort gottes geachtet will wer-
den, fur das wort gottes anfeh, das gefchicht gleichwol nit,
dann wir wiffen das das heilig evangelium ift das gefegt
der Tieb, welche den nechſten nit verdampt noch urtheilt,
funder mit aller beicheidenheit flraff zc. wir find aber nit
allein, die zweifel an den predigern haben, ich weyß nit,
wie man predigt, ih hör aber oft, das vil menfhen
in difer flat find, die halb verzweifelnd find und
in fein predigt mer gen, fagen, fy find durch Die pre-
dig verirret daß ſy nit wiffen was ſy gelauben follen und
geben gern vil darumb das fy derfelben nit gehört heiten.
181
Bir haben nun diſer predig auch 111 gehoert und auf ein
zeit an E. W. herrn andree Dfyander pis jn die A flund
zugehort, haben auch yzunt jungft Doctor wenzel gefchrifft
mit fleiß verlefen und abgeſchriben, haben auß dem allem
genngfamlich unterricht entpfangen, was jz aller grunt und
mayunng und endt ik. Wir find jm zu wenig Das wir mit
ſolchen bochgelerten leuten dioputiren follen, wir fagen
was wir wollen fo müffen wir unrecht haben, und
das if faſt die urſach warumb wir uns pisher enthalten
haben mit den ptedigern nit vil zu reden, uf (das) ſy ſich
unſer wort nit ergerten und nit urſach nemen vil geſchreyß
anf der Canzel daraus zu machen, wie wol das nichz ge-
beifen hat, dann fo ſy unfere wort wit gehört haben, fo
unterftenen fy ſich Doch Die heimlichkeit unferer herzen, die
allein gott erkannt find, auch Die innere meynung ımd ges
danken die uns doch von Dem genaden nye eingefallen find,
alfo ſcheutlich und grob herfur zw bringen mit wil ergerung
der zuhörenten und mit fo ſchweren urteiln uber uns als
wern fy felber herrgott. Das befelhen wir dem ewi-
gen gott der wol wayß warumb er in feinem gerechten und
unftreflichen. urteil ſolchs und anders uber uns verhengt und
geb uns ſolchs mit gedult zu tragen und wiſt fur war, wie
wol uns all armen und unerſtorbenen menſchen ſolche manig⸗
faltige verleymigung jn fo vil weg und am fo vilen orten
allermayſt der großen ergerung halb, die darauß entfpringt
fer ſchwer ift, fo wollen wir das dennoch vil lieper leyden
denn das wird andern leuten follten thun, tröften uns da⸗
bey der warheit, Die zu vechter zeit wol an tag wirt fumenm,
feben ja fein zweifel, wenn wir aus dem cloſter luffen und
uns poßer fiuf fleißen fo wurden wir von etlihen gu-
te criften und ganez evangeliſch gepreift und von
wit feuten gelobt werden. Aber die parmherzigkeit gottes
bebut uns vor ſolchem lob. E. W. woll mir verzeichen ich
ihn jm villeicht zu vil, aber die weil jr fo gar an uns
9»
183
verzweyfelt und doch fehreibt, je wollt lauter mit der ſach
umbgen, muß id) euch ye mein (herz) and eroffnen und
lauter mit darumb gin wie ich allweg gegen E. W. gethau
bab, wir hoffen auch zu gott, wir haben Fein abgoiterey
unter uns vil mynder das wir unfern irrtum wit erlennen
follten, denn das ye wider goit und Die vernuuft wer, das
wir und aber nit einen yilichen geift bewegen Taffen, kann
und nymant mit grunt verargen. ©. Paulus lert umge, wir
follen all ding probiren und was gut fey, dem fohn wir
nachfolgen. Wir willen von feinem wiberteil, find auch mit_
nymant im aubang, funder leyder [hir von. yder-
mann verlaßen, gott erbarm fih unſer. Wir wik
fen au das wir uns nit auf unfer regel verlaffen jollm,
funder allein auf.gott und auf feinen einigen fun Jeſum
Chriſtum unfern herrn der uns mit feiner marter und heili⸗
gen plut erloſt und gegen feinen himmliſchen vater verfunt
bat, der wöll euch nnd uns allen feine gottlid genad ges
ben, das fein landen und marter nit an uns verloren werd.
Hoffen ye E. W. werdt uns armen nit fo heftig fein wie
jr uns trot, funder euch criftenlicher und pruderlicher Lich
gegen und prauchen und jn weiter aufthawung ewrer herzen
nit anders handeln, dann wie jr wollt das es gegen end
geſchech nach außweilung des heiligen evangeliums, und
damit W. herr will ich hunverfiendige auf ewr gefchrift, mit
dem furzen geantwurt aben. Ich bin warlih nit fo ger
hit, Das ich alle Ding und nach der vernunft fün verant-
worten, Darumb wo ich jm zu vil geihun hab, do wöll mir
E. W. umb gottes willen verzeichen, was ich aber notturf⸗
tigs unter wegen ift meines unverftands ſchuld, dann wie
ich vorgemelt hab, pin ich layder ungeſchickter denn mir lieb
if, mich urteil E. W. wie die wölln. Der tejlin halb ha⸗
ben wir E. W. nye verargwont, ih bet E. W. ſuſt nit
geſchriben, id) hab aber jr handlung auch darumb anzaigt,
ob jr uns. heift, das wir des teglichen laſta und uberlauft
486
möchten wberig fein, dann man peinigt und nnd uberfanft
uns ımd fagen denn man hab fy herauß gefchiet, will ung
pderman fern umd unterweiſen, was wir thnn follen, wenn
wir als vil helfer hetten als wir unterweifer und lermay—
fter haben, wir wollten einem pawrnheer ftarf genugt fein
und follten wir alles thun, das man ung rat, wir würden
ein wunderliches regyment haben, dann die zigenner, ver⸗
zeiht mir abermals. s
Und ald mir E. W. jungft von bern Oſiander ge-
fhriben hat, wie mir fein ler onangenem fein, ift mir gleich-
wol fein Ter angenem, denn die ler Ehrifti und feiner apo-
ſteln. Menfchen find menfhen, hewrer als wol ald vor
taufend jarn, aber das wort gottes beleib ewiglih, wollt
gott er het gelert wie die aufrwr furkomen ſollt
werden, ee fo vil Teut zu todt gefhlagen wern worden,
wie wol e8 noch gut ift, das er lert, wie die funftig fur:
fomen werd, gott geb genad, Das es geicheh, ih hab es
alles abloſſen (ablafien) ſchreyben und auch Docter Wenzels
gefchrift, das ift die fah das ichs fo lang behalten hab.
Das herr Philippus melanchton hieher beruft ift, hör
ich faft gern, dann ich Tengft von jm gehört hab, das er
ein frum redlich aufreht man fey und ein lieb-
baber der gerechtigkeit, glaub nit, das jm all
Ding werden gefallen befunder Das man die leut
mit gewalt zum gelauben will notten und zu den
Dingen die wider jr gewiffen find. Gott geb jm
und und allen feinen heiligen geift, dem befelh ih €. d.
W. ewiglich und verftet alle ding im peften.
30) Diß ik Docter Wenzel unterricht die ex mir Dur
nnfern pfleger auf fein anregen gefchriben hat und mein ant-
wort darauf, Die seid ih dem pfleger mit dem obgefchri-
ben priff.
- Dye weil Chriftus unfer herr mit worten und werten
[4
allen Den feinen befelh geben hat, dem weltlityen regyment
‚ nit abzufprechen, funder aud) mer Dann gepurlich von fryds
wegen zu geben als daun auch S. Paulus Rom. 13 car
ausfttencht, habt je Leicht zu ermeflen ob jr jrgenterley
privilegien, ſo Dagegent find, fur criftlich achten oder auch
mit gutem gewiffen prauchen mügt, vil weniger mich die
zu hant haben ermanen, dann ob Eunig und feyfer ſolchs
zugelafien, auch ich oder ander darzu gearbeit haben, ift
funder zweifel auß unwiſſenheit, die und gott nit zwrechnen
wol beſchechen, doch ydermann on fihaden und nachteil, ift
auch hierinnen mer Ehrifto dem bern gehorfam zu layſten
und wo jr des falls dem Evangelio Ehrifti gehorfam fein
wert und.von des wegen ewr vermaynte privilegium farn
laffen, feyt je gewiß das er euch jn ewrer armut nit ver—
Ioffen noch ewrm leben verfurzen wirdt, villeiht auch auß
folhem gehorfam in diefem ſtuck euch zu weiterer erfentnuß
und gehorfam feines worts pringen und alſo fein den unter:
tenig feins reichs feynerley weiß doch daraus ezirmirten
zeitlichen guter genugſamlichen zu werfen, das jr aud) on
verkaufen der Ingenten guter unterhalten mugen werden, der
glaub wirt hie nit Hunger leyden noch von gott verlaffen.
Ryt defter mynder auch wo man folden crifterigehorfam
und gemapne criftlihe trew pey euch fpüren würdt und un-
vermerdt mer lieb gemeind nuß dann aygenſuchtig privile-
gien wird fich ein erbar Nat fampt andern feinen Ehriften-
leuten auch gepurlicher weiß gegen euch ergangen. Die weil
je aber auch befennt des menfchen heil ſte nit auf effen oder
trinfen will ich feinen zweifel tragen, jr werd derhafben den
befelh Chrifti nit furen laſſen es mern auch ewre mitſwe—⸗
ſtern mer gedult tragen das ſy Chriſtum volgen und ſeinen
worten nachkomen dann ob ſy hunger oder durſt, ob ein
ander leyden. Mich bedauert von herzen das ich vernym
ewr vilfeltig ſorg auf die zeitlichen guter und narımg, dar⸗
zu mer vertröſtung auf menſchen privilegien wie auch die zu
wegen pracht fein dann vertrawen auf gottes wort dann fo
ih mit gewiſſen euch pey Dißen oder andern privilegien
weit zu erhalten on abprud des gottlihen wortd wollt id)
feinen fleyß fparen und all zeit euch zu derfelben heil wil-
ih, dDyenen vertrawen und gehorfam des worts Chriſti wirt
euch mer tröjten und erhalten wann diße oder andere pri-
vilegien. Gottes genad mit euch Amen.
War ift das ein der Eriftenmenfchen des andern purd,
tregt zu erfullen das geſetz Chrifti mit herzlihem erparmen
und mitleyden Aber nit defter mynder flraft und fehylt einer
den andern und wendt alle mittel fur, damit ex jn zu rech⸗
ter warheit bringt, dann es wer fein recht mitleyden, wo
nit dem irrfal oder mangel nach vermugen geraten wurdt
es wer auch fein Grift, der nit flraf und weifung dulden
wollt, das fleifch klagt nur man thu jm we, man beleidigt
und betrübt es, dann es will fi ſelbs allzeit rechtfertigen
und erfennet nit gottes urteil, Wer aber durch gottes geift
fih felb8 erkennt, der nymt firaf und ſchelten an, dann die
lieb duldet alles, das aber meiner und ewer gelaub fih nit
miteinander vergleichen, befremdt mich gar wenig auß Den
urfahhen, das ich nach inhalt gottliher lere ganz mein ver-
trauen in gelüd und unglüd auf einen gott allein fiel, von
dem ich alles durch den einigen mittler Jeſum Chriſtum
unfern herrn gewertig pin, aber jr an jm allein nit benn-
gen habt, fundern franciscum und ander nit allein in dex
fchrifft benent funder nur vermaynt heilige neben jn als
götter die euch helfen follen oder jr als mittler furpitten
jest, wie. dann ewr pettbücder fampt ewrm gottsdienft be-
weifen. Darumb fo jr in gott allein gelaubet, fo wern
ewre pettbücher fampt ewrn gottesdienft vernichte. Was
aber fur criften fein die neben Chriſto ander yatronen,
nothelfer oder mittlere haben, ift Leicht zu ermeſſen. Ir
werdent nymer mer verften was unrecht fey, es ſey Dann
136
. das jr ewr vernunft gefangen gebt dem wort
Ehrifti, dann je werd durch fein vernunft begreifen, funder
wo je nit glauben werd, fo werd’ jrs nit verſten. Nymant
vernymt was gott ift, dann der geiſt gottes ſelbſt, wider
vernunft und wider den glanben handeln ift unterſchydlich,
dann unmuglicdh if, Der vernunft volgen und dem -
glauben gehorſam fein. Es fol auch und fan cud
nymant zwingen wider ewr gewiflen zu glanben oder zu
handeln. Aber doch muß man nit geſtatten irrigen falfchen
gewiffen andern menfchen zu ſchaden und ergernuß zu hau
deln und zu den eußerlichen dingen, fo den glauben fordern
als do ift gettes forchtryeßen damit der gaben und gnaden
gottes und dem gelauben fein Hindernup mutwillig geben
werden, ergernus fol man mit allem fleiß vom reich gottes
weg nemen und ob jr gleich Die fhrift lefen kunt und gro
gen verftandt habt, nit defler mynder mugt jr betrogen wer-
den, dieweil großer verſtandt ein gegenwurf if,
dem teufel zu betirug und verfurung.
So ir aber nun gelaubt, das allein gott den mem
fen rechtfertigt durch verdienft Jeſu Chrifti, volgt ye das
jv nit follet difem werk oder gepett fo vil abloßen zufegen
auch durch fein werk puß thun, durch feins heiligen verdinft
oder furpitt genad fuchen, fundern nur durch die genad Jeſu
EHrifti im gelanben ze. Warumb Habt jr denn die flacio:
nes, Roſenkranz, mit benennten anzal ablaß, warump fuct
jr troſt und Hilf pey den heiligen, vertrewt jn Diefelbigen
und nit in gott allein, je muget ye nit fprechen das jr die
werk thun als feucht Dadurch der glauben anzaigt werdt,
denn der glaub wurft nur durch die lieb, es fein aud nit
eriftglaubige werk, denn allein die do beweifen Tieh gegen
gott und den negften, man dynt aud) gott nit, es fen dann
das man auch dem negften dyen, derweil gott nnd menſch
ein Chriftus ift, der jm zurechet alles das dem mynſten
187
feinem pruder geſchicht, Wo je nit merk der Tieb zu bewei-
fung ewrs glaubens thun wolltet, fo müft je ench nit von
dem gemeynen haufen der menfchen abfundern, auch nit be-
funder weg und weiß zu leben erwellen. Dann folchs alles
nit dulden fann Die art der liebe, die unverfperrt und ganz
gemeyn (allgemein) fein will, derhafben auch Ehriftus nad
den werfen richten wirt ob fy auß rechten gelauben in wa—
rer Tieb gejchehen find oder nit — Beforg derhalben das
je mit ewrn crmwellen eingezogen beftympten werfen gar fein
eriftfihe gemeyne fieb werdet beweifen. Wie vil find unter
ench die zu gemeynem nu vwil menfchen dyenen möchten mit
unterweifung Der jugent, haushaltung, regierung der ches
halten, finderzudht und ander werfen, damit dem negſten
gedynt wurd, welche aud) gott am jungften gericht als ware
frucht des rechten glanbens und ſeins worts erfordern wirt,
nnd nichts deſter mynder werden mit jen ſelbs angenımen
erdichten werfen verhindert und verſperrt gleihfam ein fun-
ger paum, der verdempft wirt, Das er nit kann aufwachfen
und dem merfchen zu nuß frucht pringen. So tft ye am
tag das jr im clofter leben nur ewr eygen heil vermaynt
zu fuchen, verfaumt alfo da3 dem gemeynen haufen nnget,
und die war lich erayſcht Cerheifht). Ir mugt auch nit
fpredyen wir petten fingen und faften fur die andern ꝛc.
ſolche Ding fo zu flerbung des alten und ernenerung des jn-
nern menfchen dient, muß man thun, aber nichz defter myn—
der Die werf der lieb nit unterlaffen wie Ehriftus euch dar
innen als die gleyfner ftraffet, To von jrs clofterlebens we-
gen unterlaffen zu dynen jrn nechſten, alfo wirt einem ye—
den nad) feinen werfen der fon von gott geben und geur-
teilt, wie ein yder auß dem glauben feinem nechften gedint
hab, nit wie er gefungen gebet und ſtaciones gehalten hab.
Die werk der Ceremonien und eußerlichen preuch find
eygenlich weder gut noch pöß, ift aber nit recht, das man-
186
die leut darzu verpint und auß unnöttigen Dingen mad
nöttige, daun wo ſolchs nit geſchehe, fo dörft man Die fme-
ftern von wegen folcher ubertretung nit ſtrafen. Es halt
je auch Tayder vil darnber, fefter dann ob gottes gepot
und wern vilmals die gewiffen der einfeltigen Tamit als
uebenwegen verwirrt, das auch befier wer, man wandert
Die gemeynen richtigen firaß der gebot gottes und ‚made
fein funder Rlatut oder gefez, dann alſo wurde peflere ord-
nung in einer fammlung gehalten. So fein aud) vil cere
monicn als Eutten ꝛc. mer ein eygenfinnige abfunderung von
gemeynem criſtlichem leben denn ein rechte ordnung, mod)
ten deshalb die orden wol unorden heyßen. Es haben ye
Ehriftus und fein apofteln alles genugſamlich gelert und
anzaigt, was einem criften nuz und not, zum heil ift, aber
ſolcher unnuzer ding baben fy gar vergeffen, als die mer
fhedlih und parteyiſch find, dann peßlich der criftenheit,
das auh. S. Paulus ſpricht, es follen alle Ding unter euch
erberlih und ordeulich gefhchen, will er das fein verwir-
zung der gemeynen criftenheit gefchehe, funder alles auß lieb
zu pefferung der gemeyn, fridlich in der kirchenverſammlung,
da man gotied wort handelt.
Gott fol man pillih halten, was man jm gelobt,
aber es ift noch nit beweifet und wirt nit beweifet werden,
das jr ewr cloftergelubd gott gethan Habt, Dann im gan
zen evangelio oder jm newen teſtament fein meldung davon
gethun wirt, mir wer e8 ve erfchrofenlich das ein fo große
ding, welche man fo hoch aufgemunzt Bat, fam (sic) fuder-
lich zu feligfeit gar nit angezaigt follte fein. Item gott ge:
fellt oder mißfellt nit, was uns bedunft, das es jm gefell
oder nit, fondern nur das er durch fein wort anzaigt als
gefall oder mißfall auß aygen bedunfen unterftet der jzt un:
criftenlih alddann die ordensleut gethun haben. Nymant
weyß die geheimnuß gottes fpricht S. Paulus dann der
ABB
geiſt gottes hierumb iſt lauter abgetierey, was man unter
namen gottes on rechte erkenutnuß, welche der menſch von
im felbs nit haben fann etwas von gotted gedenken nad
aygem bedunfen geleychſam vor gott refermirt und gewan⸗
delt nad) menfchen herzen ymaginacio und bedunken, der
doch unmandelbar ift. hierumb wo gottes wort nit iſt, da
wirt gott nit recht in der warheit erfannt; wo gott nit
recht erfannt wird, da fein eitel gattlofe wan ymaginacion
und unwiffenheit von gott, gefeichfam gefel jm wol: was wir
gedenfen nnd erwellen. Solch alles fein gotslofe dinft, dadurch
der war geti nit wirt troffen, finder unter Dem nomen und
anfatt gottes Die abgotter und fantafey des Herzens, Das
heyßen fremde götter, ya teufel, Die ſolch won im herzen
aufrichten und darauß entſten eußerlich gottsdienſt, regiment,
lere, Alſo ſein die gelubd und orden entſtanden aus falſchem
won des herzens, welcher ein abgott iſt, Darunter der teu⸗
ſel ſitzt und laßt ſich anpeten unter namen und anſtatt got⸗
tes. Das hat am mayſten Thomas von Aquin mit ſeinen
geſellen den ſchülern angericht, hprumb muß man von fol
chem won der gelubt und cloſterey nit anders dann von der
abgotterey abſtellen, dann wie kann ich gott geloben oder
etwas zu dinſt thun ſo ich nit weyß oder gewiß pin, das
ers befolhen oder gelert hab oder von mir zu gefallen an⸗
nemen wöll, ich muß ye gewiß ſein, das ich daran recht
thu und das jm gefall, ſuſt thu ichs on gelauken und fun-
diger, daun alles was nit auß dem gelauben geſchicht, iſt
ſundig. Ru kann ich nit aus menſchen ſundern auß gottes
wort gewiß werden, dieweil wir aber gottes von ſolchen
gelübten nit haben, fo beleybt darjnnen ungewiß und zwei—⸗
felhaftes, welcher zweifel ein ungelanb ift.
Ob aber au gleich das alles mit wer, fo ligts ye
am tag, das durch ſolch gelubt und verftridung die clofter-
leut verhindert werden an gottes geboten pruderlidye lich
%
180 5
und dienft des neaften wie dann augenfcheinfich fundt ange:
zaigt werden, derhalben je ſolchen falfhen man der gelubt
auß ewrm herzen thun mußt vor allen dingen, wo jr crift-
lich wollt feben. Es ift auch nit wunder, ob ſich ewr umd
mein gelaub nit vergleichen mag, die weil ir einen folden
pöppel im herzen tragt, und anf falichen wan der menſchen
gedunchten gründet, welch ich gar verwurff und Teutterlid
auf ploße wort gottes gründt. Mid) verwundert auch wie
ir fo durflig feyt, das je ewrn fmeftern erlaubt habt anf
dem clofter zu gen, dieweil jr das gelubt ewr geherfam,
armut 2c. fo nottig ſchetzt fein, ſeys gott geſchehen, dann
je ye in den Dingen fo gottes fein nichz zu erlauben habt
oder wo fr recht erlaubt, fo mußens frey fein. Es muß
entweder dy verfiridung nichtig fein oder Die nachlaßung
unrecht, darauß mügt jr wol ermeflen, wie ein yder freunt⸗
fhaft oder die obrifeit als der verlaffen vormundt follen
und mugen ſy auß dem clofter nemen und durch allerley
nittel und weg verfuchen, ob ſys zum rechten waren weg
des heild pringen möchten, unangejeben ob fy gleich gern
darjnnen Beleiben wollten, nit mynder denn fo man einen
jan fewerd oder waſſers nötten feh ferlichfeit leiden, Pa
dörft man nit harren und fragen, ob er wollt, das man
jm hulf. Sy feindt auch fehuldig auß kraft des gottlichen
worts und befelhs jren eltern und oberherren geborfam
zu fein, Dieweil Das eben und verftrifung folcher gelubt
on gottes wort nnd befelh ift, ein lauter menfchen gedicht.
Zu gleicher weiß ift nur ein falicher wan und abgott, das
ſy verhoffen mit gottes hylf ſolchs gelubt zu halten, Die
weyl jn gort ſolche hylf zu thun mit zugefagt hat noch ver-
ſprochen, ya aud) nit genad verleyen oder hylf zu thun in
funtlichen und foldyen Dingen, die cr nit befolhen noch vers
verordent hat, er hilft auch nur in der not da fuft fein hilf
und mittel durch jn zuvor beſchaffen ift und wenn man jn
dDaruber pittet, fo verfuht man jn. Gott will
v
Mi
feinen aydt gehalten haben wo ſolchs einem an
leib oder leben ſchaden pringt, wie wir ein clan exem⸗
yel haben von faul. Reg. 14, vwil weniger wenn. der ſelen
fhadet. Ih wollt wol geloben dab ih Romiſcher Kayfer
wurd, Es thut auch nichz hierzu ob vil ausgetretener nun⸗
nen und mund, ubel leben, man muß nit Die exempel funs
der die fah an jr felber anfehen, ein yder hat fein richter,
wir follen unter allen das peit fycherft und gewiſt ermwellen,
da wir am fuglidhiten gotted gepot mügen halten. Der ges
laub kann wit zu berberg fein, wo menſchen von jen bergen
ſteckt und gottes wert nit allein regirt, ſinder außerhalb
des worts ein weyß des Lebens furgenomen wirt.
In der gefchrift wird kurzumb alle ſorgfelligkeit verpo⸗
ten und fein unterſcheyd zwiſchen uberigen und notturftigen
jorg gemacht, dann wer gott nit vertrawt jn notturftigen
dingen, der wirt jm vil mynder im ubrigen vertrawen. *
31) Mein’ antwort auf doctor wenzels gefchrift.
Damit ih E. W. auf doctor wenzeslaus ſchrifft ant⸗
wurt geb, wiewol ich zu ſolchem ganz ungefchidt pin, will
ih Doc, mit dem furzeften thun nad meinem einfelltgen ver-
Randt, damit E. W. nit gedenden möcht, wir heiten fein
ſchreiben nit überlefen oder wollten das verachten.
Erftlih ımfer privilegia halben ift on not vil disputi⸗
ns E. W. bat uns vor vernumen, dar pey wir es beleis
ben Iaffen, wir fünen und wollen uns nichz wider E. ER,
feßen, der teofilichen zuverſicht, gott und E. ©. R. werden
nnd nit verlaffen, darumb ſich E. W. anf der ſchrift Doctor
wenzels nit bedauern darf laffen, das wir zu vil forgfältig
und anf zeitlih aut. Got: het Die nberigen forgen verpoten.
aber das man darımb gar on forg fol fein, fugt fich aud
nit, wenn wir nichz kochten, müſten wir lang peyten (sie)
pis und das eflen von jm felbs gekocht wurd. Wir ˖ haben
das eloſter nit geſtyft, wolten wir auch nit gern Der-
felben güter verwenden, mäfien wir das thun, fo thun
1
wir es ye nit gern; nympt man uns dann die gar, fo mhf-
fen wir wafler trinken, dürfen wir deſter mynder nngelt ges
ben. Gott pilten wir, woll allein unfer hoffnung fein und
alle uberige forg von uns nemen, E. w. wayß wol, wie
koſtlich zererin wir ſind.
Es iſt war, das id das fleiſch flettiglich beilegen wil,
man thw jm zu wee und nymant bat gern firaf uud jdel-
ten. Es ift auch war, das die lieb alles duldt, wiewel du
lieb nymant ſchilt oder freffel iſt. Aber das eim menfd da
rumb allem wyden (wüthen) nad ſchelten gelauben und ja
allen dingen volgen foll, die auch wider fein geveiffen find,
das gilt und gottes wort gar wit. Ih gün E. W. von
herzen das die als ein flarfen gelamben bat, dem warlid
ein rechter gelaub ein fol fektfam ding ift, das auch Ebri-
ſtus feine jünger fraget, ob fy maynten fo der fun des men
fhen fumen wid, ob er. au ein gelauben wird fynden auf
ertrych, wiewol der gefand als ©. Paulus fagt, om Nie lieh
nichz if, ya on die lieb ift ach fein rechter gelaub. O
wollt gott das yderman ein rechten gelauben bet, wievil
nberlak und beſchwert wollten wir vertragen fein, wenn nad
wollen des gelaubens einen ydlichen mit füer wie er wollt,
das jm geſchech. Aber we Dem menfchen, der fein gefnuben
und vertrawen auders wohin ſeht denn im gott dem allmech⸗
tigen: und jn feinen eingepoven fm unfern bern J. Chri⸗
um. Wir vwoiffen wol .wie wis franciscum halten follen
oder in denſelben umfer hoffnung fegen, wir halten jn auch
für feinen gott, peiten in noch feinen heiligen an, werden
auch ſolchs unfer peipucher nit amaigen, und ob wir glei
und etwann geirrt heiten, den heiligen zuvil zu geben het
man une das als plöden weibspilden nit verubel zu haben,
dieweil fo vil großer Doctores des geleichen auch gethau has
ben, und on aweifel Doctor wenzel felbs hat etwan
wi von. S. Auguſtin gehalten, bat ju num gott auf die
: 143
rechte pan gewifen, fo bat er jm zu danken, iſt uns Doch
die genad gottes auch mit verfagt, wer will und verargen,
das wir arm ertwürm Die dyner gottes mit zimlich er
ere vereren, die gott der vater, der in bimel ift, fel-
ber eret, als Chriſtus von feinen dynern bezengt, wer
will uns auch verubel haben, das wir nit auf einmal
alles das glauben, das noch vil großer leut in jrm gewiffen
anfycht, fo fi doch ye das gewiffen nit wollen fan laſſen
noch der flachel der gewiſſen fid) als ein andre fantafey leſt
ausfchlagen.
Ich befenn aud das ergernus nit leydlich ift, aber ich
traw zu dem almechtigen gott, wir geben nymant ergernus
wir verfürn auch nymants ein ſolchs wer mir ye leyd, aber
Ehriftus unfer here muft auch ein verfurer fein, will: man
zu etwas tringen und retten oder auch gar zu vertreiben,
das muffen wir dem allmechtigen gott befelhen, wir wiſſen
wol, das wider desfelben willen nichz gefchechen kann, auch
nicht ein har verrudt werden, fein gottlicher will geſchech im
ewigfeit. Wir wiffen auch wol, Das alle weißheit diſer weht
vor gott ein torheit it und unmäglid das menſchlich ver⸗
nunft de glory gottes begreifen mug, aber nit. alles iM gold
das Da gleyft. Ich weiß nit was unterfhend wnter zwins
gen und nit geftattet ift, Bieweil Doch der turck wmant von
feinem gelauben zwingt und geftattet ydermann zu giamben,
was ee will, ich bekenn das wir nit fo weiß: ind, Das wir
nit betrogen mogen vorrden, dann nymant iſt cing ex wirt
zu zeiten betrogen, wie wir layder an vil orten wor augen
fehen, wern die armen pawrn nit dlfo pößlich be—
trogen worden und heiten nit alfo pald geglaubt, wer
nit alfo groß plut vergyſſen gefchechen. Aber gottes order
nung- bat es alfo gefſchickt. Es ift da warheit, das wir wife
fen und genzlich glauben, das bie redhifertigung allein durch
das verdient Jeſu Chriſti geſchicht, wie ich dann E. W.
144
vor gefchrieben Hab, das wir uns aber vil auf den ablaß oder
verdienft der heiligen laffen, weiß nymant paß denn gott.
Haben wir vil flationes gehalten und Rofenfranz, find wir
des nit allein geweft, Doctor wenzel und fein prnder
baben Das auch getbun, hat jn gott von irrſal erlöft,
warumb follten wir nit hoffen, das cr uns aud) fein parm-
berzigfeit mittheile, er oder nymant außerhalb gott kann uns
byrinnen urteilen, wie wol die warheit, dus vil Dinge pey
uns hynweg gelegt ift und verenderung balb der zeit vil
pey uns verendert wirt, das ung etwen frembdt geweſt wer.
Das wir aber abgefundert find, haben wir nit erntitlih an-
gefangen, achten das auch nicht für unrecht, theten doch dus
auch die apoſteln mit den Chriftgläubigen in der erſten fir:
hen unter den alle ding gemeyn wen, darumb ift unfers
verſtands abfunderung nit unrecht, wo das in einer recten
und guten maynung geihicht umd nymant Dadurch beſchwert
wirt, deun durch ſolchs mag fryd fun und ordnung defic
paß unter vil leuten erhalten werden. Wir wiſſen aud) das
wir unferm negſten trewlich peyſten und beifen follen.
Hoften aud wir thuu Dafjelb und ſolchs werd fi pey uns
fern fweftern erfinden; ob aber gefagt wollt werden, wir
hülfen nur den unfern und andern gar nit, fo kunten wir
doch vil dent außerhalb des cloſters anzaigen Die ums des⸗
halb kunten zeugnuß geben. Wenn wir glei alle aus dem
Giofter lüfen, Eunnten wir nit darumb ydermann Dinfipar
fein, haben warlich im cloſter mit wart und dinſtparleit un
ter einander genug zu ſchaffen, dann wir vil alte franfe
fweitern haben, die aller wart und gutheit wottürftig find,
die andy gelyder Ehrifti find, der fid) wirt annemen, was jn
beſchicht, darumb wir das fur einen gemehnen nub halten
und achten. E. WW. weiß wie wir mit unferm hawßhalten
umbgen, unfere clagder mit unfern henden machen, darmit
wir und ımd ander beelanden mugen. Db wir aud die Ju:
gent unterweifen oder nit, mag man an den Drey toͤchtern
145
erfarn, fo von uns hynaus genumen find, als das wir nit
fehen ob wir gleich all auß dem elofter fommen, das wir
mit Dinfiparfeit des nechften mehr funten thun denn yez, wir
fnnen Ye nit Ydermann Dinftpar fein oder mer tbun, denn
wir vermugen, wen follten aber die alten mutterlein und
vil andere die geprechlich fein, die ſelbs aller genaden be-
durfen. Darumb fuchen wir nit allein unfer heil funder
auch des nechſten, find aber Darzumenig das wir dem ge⸗
meynen haufen genugthun, wir achten aber, wenn ydermann
den andern thet wie wir unter einander thun, es wurdt eins
ytlichen nach notturft gewart. Wir wiſſen wol, das wir nit
fur ander leut faſten künen, aber fur ander leut künen wir
wol arbeiten, peten für einander lert uns die heilige geſchrift
an vil orten und we uns wenn wir des negſten vergeſſen
und allein unſern nutz ſuchen.
Die cercmoniae halben hoffen wir, wir wiffen uns wol
zu halten und geften, das wer mer auf menfchen heit denn
auf die gepott gottes, der irrt fih. Aber erber ziemlic) cexe-
monien und ordnung umb fryd und einigkeit zu halten, ach⸗
ten wir nis für unrecht, man ficht yebt wol wo nit ordnung
if, was daraus volgt. Es ift auch war, das der herr Cpri,
ſtus und die apofteln genugſamlich gelert haben, wie aber
das gehalten wird, ligt auch am tag, unrecht iſt allweg un-
recht, es ſey geleich in ceremonien oder andern, hoffen ye
es geſcheh nichz unerberliches oder unordentliches unter uns,
dann ſunſt unmüglich wer, das fryd und einigkeit unter uns
wer, Die vil leuten wie wir täglich erfarn, leydt iſt, und
wenn fle neurt vil poß famen unter uns Eunten feen, aufrwr
und widerwertigkeit unter uns machen, jo maynten ſy, fy
heiten gott ein dienft und wolgefallen thun, warlid nit auß
gutem grunt oder pruderficher Lieb, aber pdermann will neurt
allein Das ander gen himel pringen und doc) jelber nit dar⸗
nach trachten, iſt nichz leichter, denn ander leut ſtrafen und
nichz ſchwerer denn fich unſtreflich halten.
10
246
Des gelubs Halben hab ih E. W. hievor unſer gut be-
dunken anzatgt, ih pin im zu wenig, Das id) das disputirn
ih will es hoch verjtendigern denn ich pin befelhen. Ein teil
fagt beleib man jn dem clofter, fo ſey man des teufeld; der
ander fagt, fum man berauß, fo fey man des teufels, umd
wie man thut, fo ift es nit recht. Man fiht wel was nuz
oder exberfeit darauf ervolgt ift, das frawen und man alio
aus dem clofter geloffen find, was frücht es gepradt hat,
werden zu zeiten inmen mit großen clagen und weynen der-
ſelben perfon, der etlich fhyr verzweifelt haben, fa-
gen, man hab fy aus.dem clofter betrogen, gar
nit jr fet heil geſucht, [undern jr gutes, yez find
ſy leibs und lebens nit ficher, ift nichz verſchmechterſt, dann
ansgeloffen nunen und mund. Wenn wir fol jemerlid
clag und verzweiflung hörn, get uns die zu herczen, dann
fo nit das zeitlich, fundern das ewig, nit den feib, fundern
die fel betrifft. Aber W. Lieber herr feinen menfhen auf
erden, er fey wer er wöll, wird ich mir das verpiten laſſen,
- das mir der eingeporn fun gottes nit allein erlaubt, ſundern
auch geheyßen hat, ich wird mir fein Creatur das zu fun-
den machen lafien, das mir das unfhuldig lemlein gottes,
das aller welt fundt hyn nympt, vermant hat, den vater zu,
pitten in feinen namen umb alles das mir nott ift, hat una
auch verheyßen erhorung unfers gepets, was wir den vater
pitten in feinen namen, -da8 wöll er uns geben. Run pin
ich ber genaden ganz nmotturftig zu halten meine gelubd,
in diefelben genad hoff ih woll und mug meine gelubd hal-
ten, das er auch nit wider gott fey, nit auß mein eygen
frefften, fundern jn dem der alle ding vermag, von dem ©.
Paulus fpricht, ich vermag alle ding in dem der mid) ſterkt,
auf ben will ich mit der Hilf gottes verharren, wird villeicht
mittler zeit ausfündig gemacht, was das peft fey, dem mij-
fen wir darnach all volgen, Unfer war foll ob gott will nit
falſch oder unrecht fein umd ſich auf den gefrenzigten Ehri-
2147
ſtum verlaffen, und fann nnmant jn unfer herz fehen, ned
uns urteilen, das wir ein poppel im berzen haben und fal-
fhen wan allein -gott der herr, der ein erfenner ift aller
herzen, auß den früdhten erfennt man den paum, dapey laß
ichs beleiben.
Als aber E WB. ih anf fchreibens des doctors vers
wundert, wie id fo dürftig fey, das ich meinen fweitern
erlaubt hab auß dem cloiter zu gen, und arguirt und bes
ſchleußt daran, ich weiß nit was, dann ich ſolchen fcharfen
Pingen zu wenig pin. Aber E. W. bat vergefien, fo weiß
der gute herr villeiht nit darumb, Das ich das nit von mir
felbs gethan Hab, funder auß beirangen und E. € R. ge⸗
heiß und mit den clar ansgedruften worten, wie wol ich ſy
fedig zel alles des fo ſy meiner perfon pisher pflichtig fein
geweft, wöll ich doch dapey proteftirt haben, was ſy gott
dem allmedhtigen gelobt haben, darein wöll ich mid) ganz
nit fchlagen, wann mir als einer creatur mit gezymen wöll
anfzufdjen was gott dem allmechtigen gelobt fey, das haben
die 2 herrn wol gehört, die won rats wegen darzu verord«
net find geweft, des gleihen das wir ein ytlichen bie nit
gern pey uns beleiben wöll, erlaubt haben hinzugin wo fy
wöll, ift auch gefchehen mit den furmorten, das ein ytliche
gott darynnen vor augen hab, wie fold8 in je gewiflen vor
jm zu verantwurten wiß, darumıb diß fharpf argument nit
ftat. Das aber ein ytliche freuntſchaft macht dab jmant
der zu feinen tagen Tumen ift, auß dem clofler zu nemen
oder wider feinen willen mugen notten, das glauben wiz
gar nit und zu vor wenn es gefchiht von hoffnung des ge»
nyeß, wie dan yez vil vor augen, ich will nit von vater und
mutter reden, die ein größer gewalt möchten haben denn
fchweftern nnd anderweit freunt, ich laß dieſelben was ſy
thun verantwurten; der obrickeit haben wir kein maß zu
fetzen, kunen uns auch gewalt nit erweren, ſy hat und aber
10*
148
zugefagt, ſy wol nit geftatten, das nymant außerhalb vater
und mutter betrangt werd, hoffen man werd uns Das aud)
halten. Wir find ob gott will noch nit jn geferlichfeit waf-
fers und fewers das man uns alfo bei dem hor (Ohr) he
rauß wollt zyehen. Wenn wir fehentlich döchter wern, mödt
ſolchs villeiht ftatt haben, Ddiefelben leſt man aber unbe
fumert, allein get es uber uns, dann wir find wie man jagt
vil erger dann Ddiefelben. das befelhen wir gott, der wirt
urteiln und nit die menfchen. Die leut fünen nit fo vil
von und fagen, man fyndt anber, die fagen noch, vil ergers
von denfelben, und urteylt ydermann den andern und fid
felbs nit. Wir verfehen und auch nit, Das uns gott fein
(beyftant) und hilf verfagen werd, denn nymant wird ver-
laffen, der feine hilf von herzen begert zuvor in dem Dingen,
die nit fo arg als die vil leut gern wollten machen. Geloben
wir etwas das wir nit halten kunen, wird Die unmuglich⸗
feit felb und ift ye war, das ydermann ein richter bat, wie
je fchreibt, der uns alle. richten wirt, wer guts gethun wirt
nach den worten unfers herrn in das ewig leben eingen,
wer aber poß gethun hat, jn das ewig fewer. Damit will id
mit dem kürzeften E. W. auf Doctor wenzels fihreiben geant-
wurt haben. Ich waiß Das ich jm zu wenig pin, Das id
alle ding nad) notturft verantwurten fann, hab ig mid) dann
etwas ubergriffen als ein plods frawenpild, fo verzeucht mir
das umb gottes willen und habt und genzlid darfur, das
wir ge geen recht wollten thun und das uifer maynung gut
ift, dad wir aber yderman und in allen Dingen die uns uns
fer gewiſſen verfern Cverfehren) gelauben und volgen follen,
wi noch nit jun und. E. W. Hat mir etwan den zwins
gel (Gwingli) und ander fer gepreyft, volget wir dem, fecht
wo er uns yezumt mit dem facrament binfuret, und muß
dennodh alles das wort gottes und clar evange-
lium fein. Die prediger zu Straßburg als id) geleublid
ericht pin, die halten yezunt von Chriſto nit anders, denn
-
149
von einem andern menfhen Sollten wir jn wolgen,
würden wir aygentlich nit recht farn. Man mag aber fpre-
Ken, man fol der wahrheit und der gefihrift volgen, es will
aber yderman war und redht haben und prawcht yederman
die gefährift fur fih und will feiner dem andern weichen,
und ift noch fein endt daran. Wir befelhens hoch verftens
Digeren, denn wir find. Mittler zeit wöllen wir ung des
fleyßen, das wir am unftreflidhften achten und
halten und eygentlidh darfur, was wir weften, Das
am rechften wer, dem wollten wir am Tiebften volgen. Ir⸗
ren wir uns aber in etwas, ift es uns ye leid, wir wiflen
aber, wie wir jm thun, fo kunen wir jm nit recht thun, fo
vil irfal if yzunt vorhanden, got geb uns armen menfchen
fein genad. Amen.
| Darnach umb Martini begeret der pfleger an mid),
id follt jm vergunen das er mit Herr Bhilippus Me-
lanchthon zu mir fom, der faft ein gelert man war von
Wittenberg.
32) Genad und fryd von got unferm vater. Erwir—⸗
dige fraw. ic wirt abermals Durch den geift bewegt ench
zu fehreiben, das ich zutragen hat das ich num zwyr mit
beren PHilippus geffen, ob welchs perſon ich groß verwun-
der und unter andern vermerkt, das er Ydesmals zu miteln
genaygt, mit was großem glympf und fugent ſolchs geſchicht,
davon fan nit genug gefchriben oder gefagt werden, nun hab
ih als der ye fein trem und lieb nit gern von euch fegen,
funder wie muglich wer genaygt zu fudern und handhaben
genaygt euch das abermals nit wöllen verhalten, ob vielleidht
gott end in ſynn wollt geben mit jm, als den ich ein ſchatz
der criftenheit acht, wie er dann auch vom widerteil geliebt
zum wenigften nit geſcholten wirt, zu reden und wo es nit
anders wer, das jr doch allein mit jm geredt oder wie et-
wa das geliehen wollt, damit doch gefehen und gemerdt
wurd, das jr foldyer dapfer Teut nit fo gar ring achtet, Dann
159 =
warlich die felikfeit mit im munden und jr angemtlih ver⸗
gebens aui meiliam warten, der will getich wirt argentlıdh
wider foldy felien würlen wie ıd Dann teglıh jm werd and
bei den größten heubtern ſpür, Tamit ril tanjent vil nacht
und feliger zeit. Caſpar Ruzel der elter.
Dieß begern Des pflegers ſchrib ih jm zu, er möcht
mit herr Vhilippus zu mir fommen wenn er wollt, ic be⸗
gert aber das (er) furl nymant mit jm precht. Darauf ſchrib
er mir dißen priff.
33. Genad und fryd von gott unferm vater und
feinen eingeporn fun unfern herrn fanıpt meinem muglidyen.
und willigen Dinft zuvor Erw. und recht geliebte Sweſter in
3. Ch. Mit was fröhlihem herzen ih ewr Fflein priflein
empfangen darin jr mir zu laſſen Herın P. Melanchthon
mit mir euch zu pringen, das fan ich nit genugfam fchrei-
ben, das ich euch aber deshalb on antwurt pisher gelaffen,
ift die urſach Das ich felbs zu jm nit hab funen komen, aber
doch zu jm geſchickt und zum fleißigften pitten laſſen, fid) mit
mir zu feiner gelegenheit zu euch zu fügen, deshalb der ant-
wurt von ihm geweft, das er fid) difer ſach halb zu wenig
acht, aber doch als der erfordert gehorfam erſcheinen und
gott umb genad vertramen mir auch ftund und tag heym—
ftellen wöll, nun hab ich wiß gott nit ftattfinden können und
doch den widercriſt nicht alle vwerhinderung zulaffen wollen,
und mich entſchloſſen, ob gott will fo auf heut ein hochzeit
auf dem rathhauß ift, wie wol ich diefelbe zeit in der loßung
ftuben fein follt, mich des zu entledigen und mit jm nad-
mittag zu eud) in das peichthauß zu kumen, Der und allein
er und id) fein, und ic) aud) gern abtreten will; wie eud
das alsdann am peften gelichen wirt, dann mir Icyd wer,
das durch mic etwas verhindert würdt, wo wir aber nit wer:
den kunen komen fo will ich euch das anfagen fajfen. Ic
hab ewr antwort auf doctor wenzeld mir gegeben unterricht
181
aud empfangen und nit laffen funen demfelben doctor ſolchs
guter maynung zuzuſchicken, der mir darauf wider antwort
am euch zugeftellt, die ich gelefen und abermals nit unan-
genem gefunden, auch fein erbietten darjnn auß grunt feines
Herzens geht, nit uncriftlich verftanden, darumb ich aud) die
guter und getrewe maynung zuzufhiden nit hab wöllen un-
terlaffien aus grunt meines berzend gott dem allmedhtigen
pitten er wöl feinen geift darynnen gnediglichen verleyhen
damit darauf ferner fein will, lob und des nechften peffe-
rung volg. Amen. damit pin ich euch in chriftlicher Lieb
verpflichtet und zu dynen ganz willig wol genaygt.
Caſp. Nuzel der elter.
Des wenzels artikel das ander mal.
34) Gottlihe genad durh J. Chriftum wunſch ich
euch alzeit bevor mit erpietung meiner willigen Dienft wirs
dige Liebe domina. Mir ift furkomen ewr fihreiben fo jr
an den E. herrn E. Nuzel auf etlich meine artikel gethun,
derhalb ich verurfacht mit wenigen worten ein feine ant-
wurt zu thun nit fleißiger pitt, ewr lieb wöll ſolchs freunt-
liche hriftliche maynıng annemen und villeicht etwan zu vil
oder wenig zu ſcharfen oder dergleichen wort euch bedunde-
ten, darauß Fein entjegen nemen aud den ganzen handel
nit anders denn zum peften deuten, gott der alle herzen er-
fennet, weiß mein gemüt hyrjnnen. Ich hab feine genade
entpfunden des ich jm nymer mer verdanken mag und wollte
gott, ich möcht euch und allen andern folche genad wol Eunt
machen und zu heil dyenen, wollt ich von herzen gern thun,
erfeine mich des auch pflichtig, desgeleichen ich auch fur be-
melten berru Caspar Nuzel alfo vermerkt hab, das er’s
recht chriftlich nnd trewlich mit euch vermaynet. Ir habt
mir fein leydt gethun, desgeleichen weiß ich mich nicht zu
erorm und andern cloftern oder ordens perfonen allbier zu
Nurnberg, das mir ye leydes von ihnen widerfarn fey und
ob es gleich gefchehen were, ichs auch weite, dennoch wollt
152
ich nit, das jn leyd widerfure funder als (jn) und mir mug-
fih zum yeften verholfen fein. Es wirt mir auch mit war:
heit nit nadhgefagt werden mögen, das weiß ich mit gutem
gewiffen vor got zu reden. Ob man aber eiwan mein. und
der andern predig deute, fpan, fuchen wir der andern ſchmach
oder fhande, fychtet mich wenig an, Dann id weyß, das
der fathan auch gottes wort verferet, Des anticriſti reich
follen unb wollen wir crifte zu eren mit gottes hilf befrie-
gen und widerfechten, auch nit wider die menfchen fun-
der wider die lyſt der fchlange und poßheit des fathan
ſchreyen mit Tieb der menfhen und haß der lafter, man
zeig Paulum und die apoftelu auch wie fy zu aufrwr und
befhädigung der menſchen predigten. Die liebe ift nit
arcqwenig, hyrumb ih mich zu euch verfehen will, jr
werdet Dißes und das vorige mein fchreiben ohne argk—⸗
won zum peften deuten. Es ift nit on, fo ich vermaynt
hette, das es überſchickt und euch zugeitellt follte werden heit
ih jm ein andere form geben und nit ſchlechts nottel weiße
bleiben laſſen, dann eine kurze fehrift nit allenthalben gleid
gedeutet wirt. Ob ich auch gleich mer dißer ſchrift euch nit
allenthalben fetigen würd, wollet jm peften annemen, dann
jn ſolchen oder unmuglidy ift fo große ſachen gott und die
gewiffen betreffende mit kurzer fchrift verfaflen, ydoch pin
ih erbötig mündlich davon, ‚wie Dann das evangelium will
gehandelt werden, fo vil mir gott verleyhet zu unterreden
und fampt euch die warheit gottes zu erfünden, wie wir
dann von den criften in der erften kirchen leſen, die nad
jnnen das wort auf ganz wilidlih (namen) und forfdeten
teglich die gefchrift, ob ſich's alfo hielte. Wann je unfere
lere ſchelten wolltet und fur unrecht achtet, würdet nit flat
haben, es fey dann das jr zuvor Die annempt und mit fleyßig
durchforſchung erkundet, wo aber wir das papiftifche weien
[helten, haben wir genugfame erfarunge und wiſſen, was
158
es fey, wöllten auch das es andere Teute fampt uns erfen- .
neten, damit allenthalben den feelen geholfen und nymant
befeydigt möcht werden. Mugen wol fagen ift ift unter
evangelium verdeckt, fo iſt's jn denen die die verloren wer-
den verdedt, unter welchen der gott difer Welt verpfendet
hat der ungelanbdigen fon, das jn nit fcheinet die erleuch—
tung des evangeliums von der clarheit crifti, wir mwöllen
eintrechtiglich gott pitten Das er von uns hinweck nemen
wölle den vorhangk umd getreulich jn criftlicher Tiche mit ei=
nander ſuch und erforfch die warbeit, fchewet euch in dieſem
Falle vor mir gar nichz, des gleichen will id) auch thun.
Es trifft nit unfer aygen ding fundern Eriftum unfern herrn
an, wir follen nit zweyfeln, er wirt uns byrinnen peyſten
wie ex felber fagt, wo jr zween oder drey verſamelt find
in meinem namen, da pin ich mitten unter jn, je mügt
ewr thun nit ferner erhalten, dann ala fern ir Durch Die
gottliche ſchrift und wort crifti*) thwen teglicdhen
wir auf unfern teilen auch, gottes wort foll und muß hyr⸗
ynnen unfer richter fein, dann das hat allein jn den gewiſ—
fen zır regieren, dem müffen wir allein unfere herzen eroff-
enen und nit Die oren verftopfen, als die notter fo den be=
ſchwern nit hören will. Es ift auch nid gefagt, wann man.
fpriht, ya fie deuten die fehrift ein yeder nach feinem ge-
fallen, machen deshalb felbft partheyen unter einander wie
wir dann Hzunt erfaren pey Carlsftadt zwingel. Nun ifts
den einfeltigen darjnnen zu urteiln unmuglich, darumb wir
erwarten muffen pid das die ding entfheyden werden im
concilio oder von hochverſtendigen leuten 2c. dann wo foll-
ten die weil die einfeltige pleiben, wann follich erleuterun-
gen verzogen wirt, wie funnten ſy fih hüten vor den fal-
ſchen propheten und feines fremden fiymme dann nur crifti
hören, leret doch S. Paulus wir follen alle ding probiren
*) Die nbfchreibende Ronne konnte Hier nicht weiter leſen mb ließ
deshald eine Feine Lücke.
154 |
und was recht iſt annemen, darzu ſpricht Chriftus das der
vater das cwangelium den ginfeltigen offenware zc. hyrumb
fein außzug noch aufſchub ftatthet, werden wir trewlich mit
einander fuchen, dem wort gottes allein Die ere geben und
nit frefenlich auf unferm war beharren, fo werden wir die
warheit finden, das helf uns gott allen, Amen,
Hyrzu aber follet jr euch fur ewr perſon defter gut
williger finden faffen, hyndan gefept alle natürliche vernunft
und aygen gutdunfen, dieweil jr fur andere felen aud ver-
pflicht .feyt,. Diefelbigen zu der erkenntnus gottes und warm
fihht zu pringen. demnach will ich aufs kurzeſt zu eurem
ſchreiben autwurten als vil ich yezunt bedacht.
Erſtlich laſſet euch nit befumern das ungelt oder andere
gemeyne pürden, denn Dieweil unier herr Chriftus mit wor⸗
ten und erempeln uns befolhen hat, der obrifeit ſolchs zu reis
hen, follen wird gehorfamlih thun in folden gelauben ed
werd darauß und nit mangeln, fein wort ift fo kreftig, er
wirt die gelaubigen und gehorfamen feines worts erhalten
durch frumme leut und ob dy menfchen nit mern anderley
weiß mic es helyam wunderparlich ernerete durch den Ras
ben und ein wittiben, es ift in dißem punft ganz clar, wie
widerwertig das papiftifche. ‚geiftliche weſen Chriſto fey mit
den gewaltigen privilegien egempcionen und befreyungen, jt
werdet auch mit der gefchrift nit erhalten das einigerley ſorg⸗
feltigfeit fey zugelaffen. Es ift beyde die uberflufjige und not-
törftige verpoten, da Chriftus fpricht, jr follet nit forgfel-
tig fein umb leibs nottdurft in effen trinken, cleydern oder
was zu der notturft gehört. Item S. Paulus: forget nid;
fundern in allen Dingen pittet gott ꝛc. Allein umbs rei
gottes und der felen heil follen wir forgen, wie wir einan-
der darzu fudern mügen. Zeitliche Ding find zu wenig das
wir darumb forgen, arbeyten follen wir darnad und diefel-
ben zymlicher weiß nachdem ein yder gnade von gotte hat
erwerben, erhalten, zuberayten, anßtelln und geprauden,
alfo muß man die fpeißen kochen, Die kleyder machen, die
hawſer pawen ꝛc. aber nit darumb forgen oder im herzen
darumb befümern, dann als vil wir das herz darauf legen,
aljo vil entzychen wire Gott und geben jm nit pollen raum
darjnnen. Es ift recht das wir gott pitten folih verdamp-
(ich ubel von uns zu nemen pis fo lange das ey nach difem
(eben auch die arbeit” und Pas manifaltige ubel on welchẽ
diſes leben ‚nit fein fan, hynweg neme ꝛc.
2) Die liebe duldet alles, aber mit gottes mexe nad
der fele ſchaden. Darumb wo fy die fpüret, da ſtrafet,
ſtchilt und weret fy nadı all jrem wermugen, alfo beißt ©.
Paulus einem ydem prediger, predig das wort haft an, es
fey zur geit oder zur ungeit, ſtrafe bedrawe, ermane 2c. Im
er leret das man die verfurer und widerfpenfligen ſcharf
ſtrafen oden ſchelten ſolle auf Das ſy geiund find im glau⸗
ben. Alſo beßlht gott den predigern das evangelium durch
den propheten Oſee: richtet ewre mütter, richtet fye darumb
das ſy mein wort verleßt und jrem gutdunken und menſchen
leren anhanget. Alſo ſtrafete Chriſtus mit der tadt, die
gottes hauß befledien und gewiſſen der menſchen vermarli⸗
geten (sic) nach dem. geſchriben war, der eifer deines hauſes
bat mic) freſſen. Ja der heilig geift ftrafet die welt vom
mayſten bis auf den mynften nymant ansgeſchloſſen, der doch
ein geift der lieb und gütigfeit ift, wie follt Dann Die. liebe
nymant fihbelten oder unpillihs dulden. Man darf aber
dasumb nit allein wyden oder ſchelten funder allein gottes
worten (ed predige die wie do wölle und wie ex mäge mit
glympfe oder unglympfe, freuntlih oder ernitlih) glauben
und volgen und.bey leib die fpeifen von des gefefies wegen
nit verachten oder verwderfen, es fen im angenem oder uit,
e8 thue jm wol ader wer, es fey wider fein gewiſſen
oder nit, wie wol fein gewiffen mit ift, fy'fey dann auf
gottes wort gegrumdet Das ander fendt yrzwo ... und lan⸗
ter geſpenſter.
is.
3) Ih will nit abſchlagen jr wiffent wie jr francie:
cum und andere heiligen follet halten, doch nit deſter myn⸗
der zaygen die peipucher an, das man fy als furpitter und
mittler beit zwyſchen gott und uns, ſolichs ein offenlicher
irrſal ift, dieweil die fchrifft fagt, das nur ein mittfer ifl
zwifchen gott und dem menfhen, nemlich der menſch Jeſus
Ehriftus, der fich felb geben hat fur yderman zur erloffung,
der ift allein der mittler Des newen teftaments, darumb das
allein durch Iefn entpfangen werden die verhenffung gottes.
Die heiligen fendt uns von gotte darumb furgefegt Das wir
jn jn erkennen ımd ſehen ſollen gottes wirkung und genad
zu troftung und flerfung unfers glaubens, als wann ich fehe
was oder wie der ewig gott in ©. petro panlo francisco
agnete, lucia ꝛc. gewerdiget in allem leiden, gefterfet mit
allen gaben erfüllet haben ꝛc. Soll ich gott loben und danfen,
- weinen glauben auf Jeſn feftiglich ftellen und ungesmwenfelt
fein, er werde mid) auch nicht werlaffen oder mir auch ferne
gaben gucdiglich mitten wie er jm gethun hat, dann feine
bant ift nit vwerfurzet, er vermag noch alle Ding. Ich bes
fenn frey, das ich im heiligen dinft gröbfich geirret hab
wie ich dann vil möcht anzaygen mundtlich, das die fchrifft
von furzen wegen nit duldet. Ich danfe auch gott meinem
bern, der mich hyrinnen unterweifet bat, mag auch wol
(enden, wo es euch nit verſchmechet, das jr an mir armen ein
egempel nempt, jeiner geraden, on zweyfel, er wirdt euch
nit verfagen, fehet mim zu, das jr ewre wort nit auß hyzi⸗
gem gemäte flyeßen, war ift gott vwereret alle dyener crifti
und wirdt fy am jüngften tage ewiglich eren, wir follen
ſollen auch Diefelbigen nad jnhalt der fehrifft gotte fo die
eltern oberherren auß pflicht der unterthenigkeit und all an-
dere menſchen auß criftlicher liebe zu eren doch unverleßt
ber ere die crifto alleine zuftet. Ru waiß man das die
papiften gemaynlich die verftorben heiligen als mittler eren,
der lebendigen, Die gott haben will, verachten, derenhalb
37
ih in gemayn davon rede. Ru möcht es auch wol fein
wirdige liebe domina, das etwan unter euch wern mit fols
chem irrſal verhaftet, obgleich jr fur ewre perfon oder an-
dere fampt euch Hyrinnen berichtet wern, ich wayß wie ich
geirrt hab, dann ich mer vertrawen oder ye fo vil auf bar-
bara, fatharina, nicolaum von tolentyn und andere heifige
wann auf criſtum gefept babe, wie das in der nottzeit,
franfpeit; anfechtungen, fih ereignet hat. So wayß Id
auch wol wie uncriftli man das volf gewifen bat, hyrumb
ſchawet eben auf, es wirt euch mit entfchuldigen im glau-
ben ob vil großer leut noch glauben was recht if. Es
muß ewr vernunft willen und gewiffen dem wort gottes un-
terdenig und gefangen werden, obs wol die wmenfchen nit
nötten mugen, alsdann wirt der ſtachel jm gewiſſen anfhö-
ten, aber fuft nymer mer.
6) Mir were leydt das euch jrgenterley gekwanf
oder nberlaßt gefchehen follte, es wirt auch on zwenfel G.
E. R. ſolchs nit geflatten, vil weniger euch mit gewalt
vertreiben, ir dürft da ob nit forge tragen, darzu ruftetet
euch das ir ewres glaubens grunt in der gottlichen fehrifft
babet und ewre gewiffen one wangk (sic) fein, auf das nit
gottes wort wider euch fechte wie der herr trewlidh verma-
net: ſey wilfertig deinen. widerfachern: dieweil du noch mit
im auf dem wegf bil. ꝛc. Darzu arbaytet man, id wii
auch verhoffen jr werdet euch hyrinnen Der gebür erzaygen:
Wann nu befunden würde gruntlich jn der fhrift das etwen
eufferliche breuche peu euch mit nuzlich, pefierlich oder crift-
fih mern, ob irs gleih nit erfennet oder in ewrem
gemwiffen befundet, follet jr dennoch andern leuten folgen
und der warheit gruntlih volgen, auch kein beſchwert
haben, ob mans euch nit geflatte, dann ferm jrs mit ge
wiffen grundt des göttlihen wortd (dann wider und davon
ob gott wöll euch nymant dringen wirt) erhalten kundt,
158
dann dieweil jr befennet es fey nymant fo klug der nit zu
zeiten betrogen werde, follet yr ye (nie euch) wegern trew-
ih fampt uns die warheit zu erforfchen.
6) Das jr ewr abfundern nit fur unrecht haltet, ift
aygentlich unrecht und ein jrrſal, dann die ſchrift ſtrafet die
fich felb8 abfundern von gemeyner criftenlihe ſamplunge
darzu eriftus fpricht, wir follen nit glauben, fo man ſpricht
Criftus fey in der wüftene oder in der famer, dann dus
ift der ſtück eins dadurch auch vil großen heiligen unter
fhein betrogen fein worden. Ein criftlich Teben ift nit ge
jpönet, fondern geet frey daher, das man unter die welt
treten, Criſtum offenlih befennen und die feute zu Chriſto
bringen, wie er felber fagt, man zundet ein licht nit an
darumb das mans unter ein fcheffel ſtürcze. Es Tunderten
fib auch Die apofteln und andere glaubigen nit vom den
triften ab, fundern nur von den ungelaubigen, machtenten
andy dadurch fein verfperung noch verftridunge, fundern
Bongen frey hinauß allenthalben gottes wort zu predigen
und zu bören quch fuft die leut zu tröften, Wen abjundes
range vecht were, fo wurde man faum beffer leut fonden,
wann Die pyckharden, die ix thun faft auf bemelt erempel
der apofteln gründten, ydoch wie dem allen ob man gleid)
aymlich und wol weyßam lebte, muß man aber vil umftende
bewegen, dann auß ferlifeit und fchauden fompt nemlich
Dad man maynet es fey peſſer dann gemayn criftenleben,
derenhalben auch die geiftlichen jr leben ein ſtand der volku⸗
menheit nennen. Item das man verhindert wirt an Der
ubunge criftlicher Liebe oder göttlicher gepot, Dazu verſtry⸗
funge nit-allein des leibb funder auch. Der gewiſſen und Der
gewiflen. (sie) Das gelubi fann man nit andern leuten heym⸗
ftellen, e6 muß ein vder gewiß und ſicher fein in feinem
aygenen gewiflen, dann ein yder wird fein aygne bürde
tragen, byerumb, mein wirdige ‚liebe domina ,. werdet jrö
nit tunen auf Die bochverftendigen fchieben, es ligt auf
159
ewrem geswiffen. Duldets auch die priffsmaffe nit wol ge-
nugfam darvon zu fehreiben, will aber gern davon jn
funderheit mit euch ſchriftlich oder mundtlih handeln. In
funma wenn man mir beweren wird das die clo«
ſtergelubd gott geſchehen, fo will ichs widerumb
aunemen nnd mid; firafen laßen. Gotte thuet man
nichts, man hab dan fern gewiffen grunt anf feinem gott
lien wort oder befelh, dann wie kann ich im gelauben
etwas hun oder wie kann ich wiffen das ein ding wöll ge⸗
fallen oder erelich fein und angenem ꝛc. wo ich nit fein wort
babe, dardurch allein gettes willen uns offenbar wirt. Nun
will ich gerne ‚dem fehen, ber mir diße gelubd auß dem wort
gotte® anzaygen wirt, Dieweil das ganz evangelium und
newe teftament gar nichts von gelubden want. Wann id
mir mun eiu gewiflen made, des verdinſts oder der finde
ob einem dinge des ich’ feinen grundt auß der göftlichen
fchrift oder worte gottes babe fundern nur auf ploßen gute
dunden oder menschen wan, mein gewiſſen beleſtige oder
tröße, So laſſe ich ein andern dann gott und fein heiliges
wort alleine in meinem gewiſſen regiern und ſetzen das Heift
Iucifer neben gott oder den antihrift an Chriſti flat, den grauel
der verwuftung in der heiligen fat feßen. Hierumb ermane
ih umb gottes willen alle quten herczen und getrewe men«
fhen, das fy bey leib und leben in -fein fundere oder ber
fhwerung jres gewiſſens in jrgent einem Dinge machen, es
fey dann in gott ſunde oder befchwerunge darob mache umd
das ſy des gewyß fein auß dem worte gotted wellichs aHein
auf dem thron Davids figen und in der gewiffen regirn
fol ze. O layder dig ift der groß jamer umd felentod den
der anticrift unter dem volle Chriſti treibet und wollt gott
das die gewiflen frey wert und. uymant dann nur gotte®
wort unterthan, fo lege an feinen fpeifen Fleidung oder au-
dern eufferlichen Dingen gar nichz, es thue allhie nichtz zu
der fache die exempel der außgeloffen ordensleut, man findt
'
t
200
uberall Yoß und gute vermenget, die fach trifft gott mer an
und ift fein ſcherz.
8) Das jr auch jn der erlaubung binans zu gin bie
cautel brauchet und proteflicet, jr wollet fy gen ewr pflicht
ledig zaln, aber nit gott, das gilt mit, dann dißer handel
betrifft nit die menfchen, wie auch die fchullerer jelber be-
fennen das geloben ein wegk latrin (sic) fey wellichs alleine
gott zufteet, ein prelat aber ift nit mer dann eim dyner,
der von wegen feines herrn und gar nit fein ſelbs halben
die ſache handelt ꝛc. hyrumb ein graufamer irrfal wenn man
fpricht Ich gelobe der mutter gottes, S. Francisco und dir
mutter oder vater, da legt man der creatur zu, das nad
jr ſelbs lere gott allein gebüret. In fumma als wenig in
der tawfen der getaufte dem priiter oder dyner fo in tauft
ſich verpyndet, under gott allein, alfo wenig verbindt fi
- auch der profefius dem prelaten des clofters fondern gott
allein, er kann auch mit jm nit weiter in der gewiffen han-
dein, danı ala ferne gott befuiht, dieweil aber fy mert
suweit greifen, warumb follt nit ein oberfeit oder freunt-
ſchaft den jren zymliche redtunge thun.
Ir ſollet gott pitten und euch das nit verpieten laßen
wie je ſchreibt, doch alfe das jr im namen Chriſti pittet,
das ift zu zu eren auß befelh und nad) der lere crijli x.
funft wird er fagen, jr wiſſet mit was jr pittet. Run trach⸗
tet 05 gott folche gelubd zu thun befolhen hab oder nit,
wollet jr end auf den gefeuzigten Eriftum werlaffen, fe
mäßt jr in feinem wort beleiben und unter feinem guten
fiheine darvon weder daruber noch darunter laſſen treyben,
dann er fpricht, wo je jn meiner rede werdet befeiben, fo
werdet jr die warheit erfennen, a ſenſu contrario werdet
jr ench auß Diefem wane lagen treiben, fo werdet jr betro⸗
gen umd verfuret werden ꝛc. himit will ich kurz widerfegung
ewres fchreibens gethun haben, wie wol von folchen hoch⸗
161
nottigen fachen gut were vil und weiter zu handeln, Wollte
umb gotteswillen freuntlich annemen und gott für mid) pit-
ten; ich fuch Ye hier jnnen nit das meine, wollt auch nit
gerne, das Yymant beleidigt, funder ydermann gefelliget
wurd, jr dörfft weder mir noch feinem andern funder, allein
dem wort gotted glauben, verhindert euch etwan die gott-
ih ſchrifft hieran, fo zaygts an und höret wider Dagegen
was wir fur ſchrift furpringen, handelt und vergleicht in
ewren herzen zufamen wie die mutter maria thet mit demu—
tigem gebet und herzlicher begirde die warheit gottes zu er-
funden unangefehen aller perfonen. Eigentlih wirt gott
auch das feine würken, wo jrd aber den hochverftendigen be-
felht und mittler zeit nah dem was euch gut bedunden,
. wollet leben, fo fchawet das nit die thuer werde geſchloſſen.
Es iſt nit genugk, das euch leyd ſey, wo jr jn etwas jrret,
dann wo es euch iſt, ſo werdet jr trachten des entlediget
‚zu werden, ob jr den menſchen nit kunt recht thun, fo ver⸗
muget jr doch gotte wol recht thun vermittelſt ſeiner genade,
die wöll er euch und uns zu feinem lob und preyß ver-
leyhen. Amen.
34) Mein antwort darauf
Furfichtiger W. l. h. E. W. hat mir in vergangen
tagen abermals ein lange gefihrift von doctor Wenzel zu=
geſchict. Nun hab ih E. W. vormals anzaygt, das ich
zu wenig pin mit fo hochgelerten Teuten zu disputirn, fo
find ich aud nit befunder frudht darauf, dann die leut be⸗
ſteen fo als vil irrthum vorhanden find, auf irm vernemen
und wo fo das nit theten, redten fy wider fich felber, be-
fteen wir denn auch auf umferm furnemen und kunen jn
unſer gewiffen nit pringen, alles das fy fagen, jo mußen
wir aygenfinnig fein und gottlos und erger dann Yymant.
Solln wir dann wider unfer gewiffen handeln, das will uns
auch nit Teidfich fein. Wenn der Frieg zeitliche Ding antreff,
11
—
162
ſollt er pald unſer halben gericht werden und ob wir halt
umb alles das, ſo wir haben, kumen ſollten, aber wider
das gewiſſen zu handeln, und da nymant fur und autwurt
geben wirt, dann wir, kann uns nymant verargen ob wir
gemach thun, Dieweil fo vil hochgelehrter leut felber in vil
dingen wider einander find und ein ytlicher recht haben will
und wayß doch nymant wie jm ift nit allein wider die Die
fih evangelifch nennen und den papiften, fundern auch den
evangelifchen felb8, und wir armen weißbilden follen einem
ptlichen volgen, was er fagt unangefehen, das uns S. Pau:
lus gelert hut, wir follen die geift probiren und das pefl
annemen. Meins Bedunfens ift jn vil hundert jarn my
nötter geweft furfihtig zu fein nad) der warnung Chriſti,
Seyt furfihtig als die fchlangen und einfeltig als die tau-
ben, fo als vil irrthum vorhanden find wann id) wirt be
richt, das ‚die von Straßburg Puzer, Capito und ander
vtzo fagen, Chriftus fey nit gott geweit, funder ein frum
menfh und alsſo heyß er fun gottes, fo lafien fih etlich
wider taufen und ift das ding fo vil, follten wir jnen allen
volgen, wir weften nit wo wir hinauß follten. Ya fprict
man, volgt den die Die warheit fagen, ſy wöllen
aber alle recht haben und ein yder will, ex fag die warheit
fo find wir nit jnen ye zu wenig den frieg zu unterfcheiden,
Gott weiß unfer herz, das wir nit alſo verftodt find, das
wir nit gern recht wollten gelauben, aber alle Ding gelau-
ben ift eine thorheit, darumb w. I. berr ift on nott auf
das lang fchreiben zu antwurten. Thut das der gut herr
jm peften fo, dank jm gott, er muß uns aber ye aud nit
fur uber haben, ob wir nit von flund an alles das gelau-
ben das er fagt, ex ift on zweyfel auch nit ein Feine zeit
damit umbgangen piff er doher fomen ift und wer wayß,
ob ex auch noch in feiner gewiffen frey if. Ich hoff er
werd gegen uns thun als der heilig Paulus feinen Time
theum lert, das er ein dyner des herrn nit ftreiten fol
168
fundern fanft fein gegen ydermann genaygt zn lernen und
ſoll aud) die böfen leiden, ob jn gott mit der zeit erfennt-
nuß der warheit geben wollt, aber ytzt will ein ytlichs das
ander notten zu gelauben und zu thun was es will und
wenn das nit geſchicht, fo will man zürnen, fchelten, ſchme⸗
ben, zufchiben und den leuten leyds thun. Iſt das der
recht evangeliſch weg, befilh ih gott. Es iſt aygentlich
war, wie er fihreibt, das wir unfer thun nit ferner erhal-
ten mugen, denn gott will, e8 mag aber auch das nit er-
flöst werden es woͤll denn gott, dieweil auch unfere hor
gezalt fein des will gefcheh auf auf ertrich als im himel.
Er ſchreibt auch von den falfhen propheten fo wayß ich
angentli das nymant fann wiffen wer die falſchen prophe⸗
ten find, denn gott allen, Garelflat, Zwingel, Buzer, Ca⸗
püs, jcolampadius und ander halten fich aud) nit fur falſch
propheten fundern fur gerecht. Ich wird auch bericht das
Carelſtat noch nichz widerruft hat, ſunder der Tutter fag,
er hab jn nye recht verſtanden, haben doch daneb auf das
hochſt an ein ander geſchmeht. Der gut herr zeig uns nach
der leng an das wir nit ſorgfelltig umb das zeitlich ſollen
ſein, noch uns des ungelts beſchwern, unangeſehen das wir
E. W. hie vor unſer maynung haben angezaygt und alle
ſach haben einen E. R. heymgeſetzt. Aber uber das will
er und lern, das fo wir vor gethan haben, es ligt layder
amtag wer umb das zeitlich forgfeltig ift oder nit, aber
wenn man ſchon mit dem evangelio und ubergebung der
clofter componirt, fo muß es merces heyſſen und re&ht allein
wenn wir fur trachten fo hoch wir an dem zeitlichen, id
bab fein zweifet gott werdt uns nit verloffen, fchlafen wir
aber fo wirt uns gefchehen wie falomon von den fauln
menſchen fagt. |
2. Ich laß gefchehen das man Die verfürer und aufrwr⸗
macher Strafen ſchelten und ubeiroen foll wie er fhreibt, wir
11*
104 Ä
find aber ob gott will diefelben nit, wie und umpillich von
etlichen zugelegt wirdt und auch gefagt, wir wöllen ein auf
rwr maden, davor und gott behät, wie künen wir armen
ymant verfurn oder aufrwr maden, fo wir ſelbs ſchyr von
yderman verlaffen find, wem predigen wir und au wen be
gern wir, das man und nachfolg. Da ſpricht man, jr
wollt das gottesiwot nit annemen. Jo ob wir ob gott wil,
follten wir aber alles des annemen das man das wort gottes
heyßt, müßt wir villeicht ſchyr wider von eimer ſeyten auf
die andernfallen als etlichen geſchehen ift. Ey fprichf man, man
fol nymant notten, aber doch nit geftatten, was if eins
dem andern, meynt E. WB. wenn man uns gleich nit ge:
fiatt oder betrengt zu etwas das wider unfer gewiſſen if,
ed ſey die fach damit ausgericht, ya es hebt ſich erfl wenn
das gewiſſen in fi felb fchlegt und befyndt das es wide
fi felbR gehalten hat, fo ift es denn wol außgericht wenn
der menfch gar verzwenfelt, wann er neurt aus Dem clofter
it, flet alle ſach recht. Es fellt aber gar weit, €. ®.
weyß was herr Philippus von dem betragen gevedt bat
dabey loß ich es bleiben, genotten fremd thet nye recht.
3. Der heiligen halb hab ih €. W. auch vor unter-
riht gethun was wir gelauben dabey ich es noch beleiben
loß, ih widerfprih nit das vil mißbraudh in vil Dingen
geweft find, der wir uns vil abgethun haben, wo wir Die
in uns gefpurt haben, das wir aber auf einmal alle ding
follen fallen laſſen, auch das wider unfer gewiſſen ift, wil
und daffelb auch nit zulaſſen. E. W. wayß das die find
von Sfrahel nit auf einmal die ungelaubigen wertriben fund-
ten und wir follen auf einmal fallen Iaffen, das fo lange
iar hat eingewurzelt und ift wol war, das die zeit ein um
recht Ding nit recht macht, es ift aber ein Ding darumb nit
unteht das man es unrecht nennt, Wie vil leut haben wi-
ber den lutter gefchrieben und jn geftraft, nit allein papi-
⸗
165
fien, fundern auch die von feiner fect jn ubel gefholten,
eigennügig und ein heuchler gehayffen, follt er darumb dar-
fir gehalten werden, wurd nit yderman gefallen, Im mocht
auch daran ungefchehen. Ich wayß wol und all mein five-
ftern, das zwifchen gott und dem menfchen fein ander mittler
ift Dann der menfch Ehriftus; das man aber Die Tieben hei- -
figen nit eren foll wie fy zu eren find, das acht ih auch
nit recht, dann auguſtinus Seronymus Cyprianus nnd ans
dere ferer mich ein anderes (belehren). Will man fagen
diefelden find menfhen geweft und mugen geirrt haben, fo
find die yzo auch nit gottes und mugen auch jrren, es iſt
auch dennoch difen großen leuten, wovon der ein teil jr
plut fur den criftlihen glauben vergofien haben, mer zu
glauben, denn den yczigen pildflürmern und heiligenfchmehern,
wer mer von francisco dann Ehrifto heit, der verantwurts,
das unrecht ift allweg unrecht.
4. Das aber der gut herr begert wir follten an jm
ein egempel nemen, muß mir €. W. ye verzeihen. Sollt
ih im nachfolgen, muͤſt ih audh ein man nemen, fo
kunt ich villeicht feinen fynden, die weil ih alt und un
geihaffen pin, wie müſt ih jm denn thun, folt ih €.
W. anlaufen, das mir die ein geb, fo Het die funft vil
zu ſchaffen. Jeſus Chriftus fol unſer egempel fein,
und fein tödlich menfh, der geb uns fein genad, das
wir vecht und nit unreht handen. Sol S. Auguſtin
und Jeronymus und dergleichen groß leut verworfen wer-
den, die vorlengft geftorben find, kunen ye meines bedün-
fens die mit fire exempel approbirt werden fo noch leben,
dyeweil aud ein neugeboren find nit on fund iſt. Wir
wollen gott pitten das er und genad geb, Ddieweil wir elende
fundige menfchen find, das unfere wort und werk nit auß hitzi⸗
gen gemüt gen, das er und auch vor allen worten und wer⸗
fen verhüten wöll, die auß einem falfihen uud poßen gewif-
zn
168
fen gen, der wir gezpgen ‚werden. Wir wiflen, das wir
der warheit volgen follen, aber nicht allem geift der fid für
die warheit ausgibt, denn es ift nit alles gold das do
ſcheynt und nit alles die warheit das fi fur die warbeit
auzaigt, wie fi) layder yezunt manigfeltig eridyeint, wann
- der ſchwarz engel fann fid) auch wol transfiguriren im einen
engel bes lichts, fann ſich wol machen das er ſcheint, da:
rumb uns wol nott thut des heiligen S. Paulus lere zu
brauchen, das wir furfichtig find und allein das fo gut if
annemen.
5. Das wir aber nit beſchwert ſollen haben, ſo man
uns nit geſtatt frey zu laſſen Das yderman frey zu lafſen
iſt, ſeyn wir nit ſchuldig man will uns yzunt zumeſſen wir
peichten nit und gin nit zum heiligen facrament und will
nnd doch nit geftatten, das wir dag nemen von wem wir
wöllen, ob das nit ein betrangung fey befelh wir gott und
jn dem yderman frey ift, follen wir verpunden fein und nit
macht haben zu nemen men wir mwöllen. Gott fey es ge
klagt das wir feins heiligen fronleihnams beraubt follen
fein oder genött werden ein der verdampnus zu entpfahen
wir befennen abermals das wir menfchen find und betrogen
mügen werden aber ander leut mügen aud wol betrogen
dieweil fie als wol menfchen find als wir.
6. Des abfundern halb, haben wir E. WB. hievor
geantwurt, darbey ich es noch laß beleiben, Dann wir ye
das nit allein ein exempel von den apofteln haben, fundern
auch von S. Jeronymo und auguftino, den als wol zu glaw
ben ift-ald andern. Wir wiffen das uns das clofter mit
felig macht, es fann uns auch nit unfelig machen, wenn wir
der rechten meynung nachfolgen. Wer auf clofter heit das
er dadurch felig werd, irrt gleich als wol als der fo meynt,
wenn er nuer auß dem clofter kumpt, fey er fchon felig, es
gehort mer dazu. Es find in dem clofter und auß dem
-
167
clofter myßbräuch und doch des clofters oder der fladt fchuld
nit, funder der mißbrauchenden menfchen, es fann dennoch
vil dings ordenlichen geſchehen in der abſunderung, dann
do man vil anfalls Hat, darumb ſich aud der. allerheiligft
von frauenleib geboren Johannes Baptifta von feiner, find:
heit an abfundert und haben fih die apofteln nit allein von
den ungelaubigen abgezogen, fondern auch von den die nit
in allen Dingen mit jn gemeyn gehabt haben, die flat
gibt und nympt nichz darumb fy frey foll fein, ift aber bef-
fer e8 beleib eins in feinem hauß und clofter, denn das es
die ganze ftadt auslauft und ydermann regyren wöll denn
fid) felbs nit. Man muß eben als wol die werf der parm-
herzigfeit in den clöftern beweifen als heraußen als wol
man Die auch jn der welt unterlaffen mag, aber wenn nur
die clöfter zerſtött werden, flund es uberall recht, Iſt ye
ein wunderlid ding, Gott hat die gemeynen häwfer verpo-
ten da man doch offenlih fund treibt und nymant hat mit
denfelben armen leuten mitleyden oder gedendt wie man fy
aus dem fundigen leben pringe, allein und will yderman
mit dem har gen himel zyehen. Wir befennen das Teufch-
heit nit vderman von Gott geben ift, ſy iſt aud nit yder⸗
man verfagt, follt man die nit halten fünen, fo wern alle
eefrawen von den jr eemenner oft ein lange zeit find, nit
frum, das woll aber gott nit. Chriftus hat und genugt
angezaigt welcher ftant der peſſer fey, fo find ye die wort
des S. Paulus auch clar, nemlich das der fo fein tochter
verbheirat nit unrecht thut, aber der thut noch rechter der
fie nit verheirat, zeigt das alsbald urſach an deshalb er
auch wünfcht das alle menfchen wern wie er und wenn es
fo ein gut ding wer umb heirat, Chriftus het auch wol ein
weib funen nemen, deshalb es pillich frey flet, der menſch
verheirat fid oder nicht.
7. Der Gelubd halben hat €. W. vor. auch unfer
antwurt, Es ift war ein ytlichs wirt fein purd felber müͤſ⸗
168
fen tragen, aber wie ift e8 muglih das ymants in allen
fahen gewiß fein fannı. Wir hörn izumt oft Das nymant
ungewiſſer und unruhiger in feinem gewiſſen ift, denn die fo
yezunt aus den clöftern gin, das uns "on zweyfel auch ge
ſchehen würd, wo wir nachfolgten, alfo das wir nit allein
umb das zeitlich fomen würden, funder auch nymer mer in
unferm gewiffen rein, wo wir aber genött werden oder durch
pöße mittel und zufchub alfo bedrangt, das wir nymer be
leiben funen, müffen wir thun wie gott will, der wöll uns
gnediglih vor folhem behuten. Cuts thun zu geloben adıt
ih nit fur arg, poß ding zu thun auch on gelubt fann nit
gut fein, ift aber geloben unredht, fo muß das gelubd im
tauf_auch unrecht fein zuvor von jungen und unverftendigen
findern. Wir laffen einen iglichen frey, es halt oder halt
nit was es gelobt hab, wollten gern dapey, das man und
auch dapey dem beleiben ließ, das wir mit aottes hülf ver-
boffen zu halten, fezen auch in feinen zweifel, wenn wir
gleich richter hetten und Die der ſach nit felb vermant wern
wir wollten wol beften. Nun hat der lutter felbs fein cle-
fter zerftört: oder die leutt genott herauß zu fomen, man
fingt und lift die horas noch zu wittenberg als man fagt,
ift aud) noch ein parfuffer clofter da, aber hie muß es alles
unrecht fein, geb gott daß es auß einem guten grunt get,
wir funen aud wol fprechen, wollt gott das die ge
wiffen frey wern, aber durch folden wunſch achten wir
werden wenig frey funder vil mer befchwert, fo fy nit hal
ten das ſy gelobt haben und an jm ſelbs nit arg ift, fyct
die gelubd yzunt etlih nit an, es möcht noch ein zeit fa
men, darjnnen ſy neyrt zuvil anfehhtung haben würden,
aber wenn eins herauß kompt, achtet es nit, das Yyderman
herauß kum, mit oder one gewifjen gelt im gleich.
8. Das aber der gut herr aber mit einem ſcharfen
argument kumt als folt ich ein Cautel prauchen mit der er-
—
168
laubnuß hinauß zu gin, daran geſchicht mir unrecht, und er
bedenck nit das mir ſolchs von Rats wegen gepoten iſt und
ich darzu genotten pin worden yderman ſeins gelubds ledig
zu zellen, das hab ich thun mußen, und was man mir ges
lobt hat diefelbe pflicht Tedig gezellt, pin quch nit mer ſchul⸗
Dig geweft, und fecht fidh der gute herr ſelbs indem er fagt,
difen handel treff nit dem menfchen funder gott an, alsdann
die warheit ift wie funt ich dann ymant ledig zellen der
mir nit verpfliht wer und ein ding thun das gott allern,
zuftet, auß dem erfindt fih auch mie pillih man an mich
begert hat, ich foll die Schweftern all jr gelubd ledig zefen,
die fü auch gott gethun haben, das mir aber nit zu thun
geweft ift, dann ich an mein ſelbs funden genugt zu tragen
hab. Ein ytliches probir fich felbs, thu oder laß ſeins ge-
fallens, e8 wirt fich zw feiner zeit wol verantworten. Wie
muft ich jm aber noch thun, Het ich mich widerfeßt fy des
gelubds Tedig zu zellen, fo het ih wider € E. R. thun.
So ich ſy aber des gelubds fo fy mir gethun haben ledig
zellt Hab, gilt es auch nit, pin ich nit mer denn ein Dynes
rin, wie funt ich den ledig zellen das gott zugehort, fo ich
mid aber nit annym was gott gelobt ift, fagt man ich
praud ein Cautel. Es find warlich ſophiſtiſche argument,
Damit man die leut gern fyng, ſy handelten, redten oder
theten wie fie wollten, hat fih mir nymant verpunden, darf
ih auch nymant ledig zellen, hat er ſich aber gott verpun⸗
den, was darf man mein darın. Es iſt on nott das die
obrifeit oder die freuntfchaft den jrn rettung thun, dann ich
beger nymant mit gewalt zu haften, acht aber auch nit fur
pillih, wie auch herr philippus felbs, das man ymant, der
zu feinen tagen fumen ift, wider, feinen willen hynauß not⸗
ten foll, zuvor wo nit vater und mutter vorhanden find,
ſolchs und dann von €. E. R. zugefagt ift, wiewol wir
aber das ſchyr teglicy angeloffen und mit feheltworten bele-
fligt werden, und wer uns am manften fohenten, Teftern und
[2
170
beträben fann, der meynt er hab gott ein ſunderlich gefalten
erzaigt, do iſt fein lieb, kein mitleiden, fein parmherzigkeit,
wurt pey dem har auß dem clofter gezogen und Das ge
fürmt. Iſt das die frucht der criftlichen lieb, iſt es war-
lich ein pittere Frucht, dieweil fy fo vil heyßer zehern ver-
ern (sic) macht, und fo vil herzlichs layds, müw, jumer
und nott verurfacht, und ift die warheit, wenn wir uns nit
“auf den freuzigten Chriftum verlyeffen, das wir aller welt
balben verzweifeln müßten. Wir haben diefe not umb gott
wol verdient, aber um Die. menfchen wöllten wird ye mit
gern verfchulden oder anders handeln, dann wir gern woll
ten das uns gefchehen follt, wir hoffen zu gott wir wollen
in ChHriftus worten und gnaden beleiben, ob uns gleich die
menfchen verdammen, dann nit ſy funder der herr Ehriftus
wirt richter und ein gerechter urteiler fein, beleibt man in
dem clofter fo-ift e8 recht, fumt man bynauß, fo waiß man
nit wo hynauß. da wirt nit bedacht die not Der alten ver-
lebten menfchen; do wirt nit zu herzen genumen der jungen
perfonen ferlifeit, neurt allein wenn die clofter zurpßen wer:
den, fo wern alle ding außgeriht. Es haben die pawrn
auch lange zeit die clofter gefturmt und zerryfien, was guts
darauß gevolgt ift, Iygt laider am tag. Sch Bin nit fo ge
lert das ich a sensu contrario fun argurren (argumenti-
ven) Ih Hoff aber zu gott: dem berrn wir wollen jn feinen
reden beleiben und und davon nit tringen faßen, e8 leg die
ein ydliches auß wie er will. Damit will ich abermal und
yczunt zum Ichten dy lange fchrift Doctor wenzels verant-
wurt haben, wie das ſchycklichen gefchehen follt fein, fo fan
ich e8 Doch nit pas, ich hab forg mich helf nichz, ich fag
was ich wöll. Gott der herr geb uns den heiligen geiſt
und genad das wir alle von allem irrtum erloft werden,
davon uns aber die menfchen nit erloßen können und ein
ptlicher recht will haben und welden man nit volgt, ber
fagt, man thu wider das wort gottes, ift alles unfer fund
«
| in
ſchuld, gott geb das wir jn allen ſachen recht handeln und
E. W. nit auch einmal ſprech, ich bet es nit gemaynt ꝛc.
verzeicht mir umb gottes willen wo ich jm zu vil hab ge-
tdun, des doctors gefchrift hat mich zu dißer antwurt ges
pracht, der ih mi doch finpap enthalten will nnd mid
allein befehfen der gnad gottes, will mich der anders haben, _
fo kann er mid on aller menfchen hilf anders machen, denn
menfchenwerf ift es ye verlorn, fein gebenedeiter will gefcheh
an und allen in zeit und ewigfeit Amen.
Darnach uber etlih tag kom der pfleger mit herrn
Philippo in das peichthauß, der faget vil dings auf Die
newe lere, aber da er höret, das wir unfern grunt auf die
genad gottes und nit auf. unfer aygene werd ſetzten, ſprach,
wir möchten eben als wol jm cloiter felig werden als im
der welt, wenn wir allein nichz Bielten auf unfere gelubt,
Wir concordirten zu peder feyten in allen puncten, dann
allein der gelubd halb funten wir nit eins werden, er mey⸗
net pe fy pünden nichts, man wer fy -uit fchuldig zu hals
ten, fo maynet ih, was man gott gelobt, het wer man ſchul⸗
Dig zu halten mit feiner Hilf. Er war befcheidener mit jei-
ner red denn ich nach feinen Lutterifchen gehört hab; was
im fer wider das man die leut mit gewalt notiet. “Er
ſchyd mit guter freundfchaft von und, het darnach dem pfles
ger und den andern bern in vil ftuden heftiglich eingeredt,
befünders das man den parfufien den gottödinft alfo verpot⸗
ten bet und die kinder alfo mit gewalt auß dem clofter ger
zogen het. Sagt in unter augen, wie fy groß fund Daran
gethun hetten. Ich Hoff gott hab digen lutteriſchen man
eben zu rechter zeit hergefurt, wann zu derfelben zeit was
ed aber auf ein newes befchloffen worden, das man und
follt aus dem clofter treiben, die clofter reyßen oder die
alten die den newen glauben nit wollten annemen jn ein
clofter zufamenftoßen und die jungen mit gewalt in die weit
‘ *
⸗
113
nditen, warn fer vil pofler fchleg uber uns die jn Dißer Phi⸗
lippus all verwarf, faget wie es fo größlich wider got wer,
das man mit folcher gewalt die Teut betrangen wollt, und
bet unter anderm gefagt, ed kunts auch weder vater noch
mutter mit gewiffen vor gott verantworten das ſy jre Finder
wider jren willen mit gewalt aus dem clofter nemen, heiten
etliche gefragt was man dern mit den cloftern ſollt anfahen,
ob man fy nit zerſtören follt, bei er gefagt nayn, man wollt
fp in jrm wefen Laffen beleiben, wollt man jun nit vil ge
ben, folt man jn auch nichz nemen, man bett zu wytten⸗
berg und andern futterifchen enden auch noch fein clofter
zerftört. Alſo machet er das dennoch die leut ein wenig
gegen uns abliegen und nymer fo heftig uber ums wern, bes
funders hat er gegen den pfleger ernfllich geredt, das er uns
die pfleg nit auffaget, ald er uns dann emfiglich antroet,
des halben ſchrib mir der pfleger difen nachfolgenden briff.
35) Genad und frid geliebte Frau mutter und ſweſter in
criſto. Ewr nechſt fhreiben fampt der antwurt auf doctor
‚ wenzels dävorgethan fhreiben hab ich entpfangen und baffelb
gemeltem doctor wenzel lofjen hören, der mir darauf geant-
wurt, Dyeweil fein wol maynung mit allein on feucht gegen
euch befinden, funder aud mer denn jm gelieb zum heſſigkeit
dardurch bewegt zu fein vermerkt, gelieb jm dem allem nad
wie auch ewr begern flee, nunmer fich rwe zu begeben und
ih mit euch weyter nicht zu muen und es gott walten lo
fen. Gleichwol möcht ich leyden das jr nnd ander von mir
die fach fo ich auß mangel meins verftands im peften umd
getrawer maynung getriben und pey weiln urſach geben hab
mit etzlichen predigern und andern euch zu beſchwern, anders
auch nit verftanden, dann gott das wayß er in der mid
aber auch weyter gryffen haben dann mein befelh und ampt
fein mag, darumb ih mid) auch entfchloffen euch und bie
ewrn hynfuren mit dergleychen nit weyter zu beſchwern, ſun⸗
der mich genügen laſſen an vergangen handlungen, die wel⸗
198
hen mi auch nit rewen noch beſchwern, funder gott ale
pillich darumb danfpar pin, doch derſelben geiftlih fachen
zu einem freuntlichen abſchyed fann ich dannoch mit umter-
fafien,; euch nochmals zu Difem mat eine Copia zuzuſchycken,
die von lantgraff wilhelm zw heffen antwortöweiß an fein
ſwacher herzog jorgen von Sachſen aufgangen ift, darpey jr
abnemen mügt das Nürnberg nit allein diſer meynung noch
pey ydermann dahyngeacht wie pey denen, den ſcheuchts
von der warheit hörn zu reden, funder das anderswo auch
leut find ungezwenfelt gottes will wert noch furgen, unan-
gefehen des unfchuldigen plutvergyefiens, fo teglich geſchycht
und durch die gefubert ja ſelbs geihan fo der antichriftifchen
partei anhangen und funder find ſy aud mir und meins
gleichen troen, welche euch nit unbelannt, verften ſy pefler,
wie ih auch forg fle wol willen, fie unterließen das pil-
lich, pit auch mir die ſchrift, fo ir Die wie ich. pitt, gele-
fen, wider zu fchiden. Ir wißt mein ſchwachheit, gott hab
lob, pin ich Der unverhindert nnn jn das fubent purgermair
ſter ampt alltag auf das rathhawß gewandert, darin nit ein
Rat verfäumt, flet noch als lang gott will. Wo jr num.
mein halben euch lenger leyden wollt daryn jr aber mir mit
hoffirn follt, fo peut ih euch meinen willigen dienft mit me-
reren fleyß, danı ich pisher gethan aller zeitlichfeit halben
alſo an, das denoch das urlaub geben pey euch fien fol,
daun ich das nit aufzugeben, auch bei herrn Philippo in
rat erfunden, ih hab warlich nye feinen beſchwern gehabt
. eu zu dyenen, fundern allemal freud darin entfangen, maß
‚doch bekennen das ich derhalb den Ion meiner feligfeit hal⸗
ben nit um vil geben bet, yz aberawayß ich mi fleuß zu
thun ſchuldig anf dem das mich die weltliche obrigfeit durch
gott eingefept der ich nit widerfizeben ſoll ſchuldig. Sich
bat pei ginzer (sic flatt W. Link) beſchwert, das ich euch fein
bandfchrift fo er Doch fagt nur allein zu unterricht zugeftellt
bab, will ih foll jm die widerzufiellen, die mügt jr mir
394
zuſchicken, die weil euch die nutzt, ich hab jn gewarnt das
er die ſach möcht verlyrn, vermapnet er nit, fan nit weiter
denn diſe fach. dem rechten zu befeln. Wa ich weit welcher
teil verlien follt, fo wollt ih jm auß urſachen günnen das
deron rerhifertigung feines furnemens abftund. ... Sof
mir den leykauft wieder zufchreibt in maſſen ich hie vorge⸗
melt und ich euch ſchun meiner halb zugefchriben Hab, fo
wert jr mit der zeit finden, Das die greöblich irren, die mid
verzigt das Philippus nit zu lernung der jugent, funder euch
zu verdilgen durch mein zuthun berpepgefordert, und wert
- das widerfpil befynden, Das ſy Die verdilger und ih ob gott
will, mit deſſelben genaden wer ein hanthaber guter poli-
cey dann. fy, ja auch ewrs clofterlebens halb fovil des pik .
lich eriftlich beften fol ein hanthaber fo vil an mir fein kann,
erfunden will en ‚damit. gott befolhen.
Caſp. Nutzel der elter.
.. 36) Die genad goties mit und allen furfichtiger, w. I. Bert
pfleger. Ih hab ewr getrews fchreiben mit großen freuden
fanipt dem ganzen Convent vernumen ewrs gutwilligen er-
pietens halb hoffen ye, Der allmechtig gott hab jn E. ®,
gewürft, Das je mit und armen elenden verloffen menſchen
mitleiden haben wert, und und parmberzigfeit erzaigen, wie
jr begert, Das euch gott zu zeiten feines firengen urteild
auch parmhberzig und genedig fey, fagen darumb E. W.
dank auf das höchſt fo wir kunen. Wir wiflen Das wir der
nich; widerlegen fünnen aber gott wöllen wir pitten, das er
uns arme fundige menfchen erhör und E. W. bie und dort
geb das euch nuz ſey. Wenn €. W. wiſſen follt, wie hoch
und ye zu berizen gangen iſt, wenn uns Die getroet hat
ſy wöll unfer muſſig flen und dergleichen, es wurdt worlid
Diefelb erparmen. Wir willen wol, das E. W. alte ding
im peflen gethan bat, aber die. weil wir alle menfchen find
lebt uymant auf ertrich, Dex jn allen fachen vecht Fan thun
| 175
und in nichz irren, nit das wir E. W. in etwas befchuf-
Digen, fundern das wir derfelben unfer angft und not cla=
gen, darinn wir hertziglich fteden und wol herdurchgelaffen
werden. Gott hab lob ewiglih, er kann uns ab zu der
hell furen und wider nad feiner parmherzigfeit als layds
ergezen. wir haben das und ein merered mit unfern funden
wol vordient, aber wie dem allem pitten wir E. W: umb
gottes willen, Die wöll jrm erpietten nad enger unfer
pfleger, fhußer und befchirmer fein, wenn wir ye derfelben
fein wechfel begern, wollen auch nit das das urlaub geben
pey uns ften foll, funder befelhen das gott unferm getrewen
vater, der jn feiner ewigen weißheit wol erkennt, wen er
zu etlicher zeit. zufammen fnopfen fol, der halt uns durch
parmberzideit zu peder feiten auf jn dem pant gottlicher und
“ pruderlicher lieb, das wir weder hier noch dort in feinem
fob geſchyden werden, unferhalben werdet jr ewr leben lang
fein anders urlaub erlangen, wöllt den Teyfauf entpfahen
von Ehrifto unferm bern der verheyfien hat, was jr einem
mynſten thut, habt jr’ mir felbft getan. Herrn Philippus
halber haben wir watlich nye gehört, ift uns auch in unfer
herz nye eingefallen, das E. W. den follt herpradyt haben
uns zu verdilgen. Gelauben aud das nit und heiten wir
uns von ihm gefürcdht, ich wollt nit fo vil mit jm geredet
haben. Wollt gott e8 wer ydermann der befcheydenheit wie
herr Philippus, hofften wir, es ſollt vil dings unterwegen
plieben fein, das alfo nit zum peften gelangt hat. Het der
gut herr nichz pefleres bie gefchafft, denn das er E. W. ge⸗
ratten hat uns mit der pfleg nit aufzugeben, fo. het jun ye
gott wol bergefugt, der fey gelobt in Ewigfeit. |
Ich Hab das fdhreiben fo der lautgraff ay herzog Jör-
gen gethan hat, nit allein gelejen, fuudern auch abfchreiben
faffen in hoffnung foldh8 fey nit wider E. W., dann ich fer
gern mancherley ließ, und das ift uch die fach, warumbih
176
diezantwurt fo lang verzogen hab und fynd warli mer in
gemelter gefchrifft das ich gern gehort hab dann nit. Dann
auß foldem fehreyben findt fidh nyndert, das man ymant
zu dißem oder jenem nötten fol und zwar das ydermann
frey fol fein fih zu verheyraten oder Nit, die mißpreuch ſind
allweg unrecht geiweft, wie wol man die nit auf einmal mit
wurzel und allem außreuten kann, wir wollen den allmedı-
tigen gott pitten, das cr uns allen einen rechten warn glau-
ben geb und von allem irrthum erlos und genediglich bewar.
Wir haben E. W. negft etlih priff in einer fchadel
gefhict antreffent deu kawff der zolners wifen, wenn der
man der uns darmit aufgeht, die antwort pey E. W. ent-
pfangen hat, fo wöllt uns die wider ſchicken, Damit der gna=-
den gottes fampt all den ewrn ewiglichen befolhen und grüßt
und unfer frums clerlein freuntlih und fagt, das wir von
den genaden gotted einen newen pfleger haben.
Item am eritage nah dem jarstag jm 26. fam ein
fanzelfchreiber zu uns und fagt uns an von rats wegen,
wir heiten etliche fyeder piers gethun fyder martini, wer
eins E. R. maynung und befelh das wir foldy8 pier prewens
furpas mußig follten flen oder wo wir ye fyeden wollten,
follten wir einen geſworn piermefler darpey haben, der auß
dem fefjel meß wie ander pierprewer thun müſſen. Alfo
fingen wir an, müffen dem anti) er, der darzu verordnet
ift, allwegen vorlaffen anfagen, wenn wir prewen wöllen ber,
fit einen piermeffer dazu, dem müßen wir für einmal ge-
ben XIV. pfenn. und zu efjen.
| Anno domini am allerfeelentage fom H. Sigmuudt
furer und Endres Imhof, prachten mit jn doctor jugfer und
ein gerichtöfchreiber mit namen farl Dertel, die mußten wir
‚ja das clofter zu dem Eonvent laffen, that der doctor das
wort auf dife meynung. Ein erber Rot het auß großem ve-
terlihen trewen ſy zu uns verordent, nachdem etliche clofter
> elagenien, ſy weren arme elende und betrangte finder, ſo
377
hat & €. R. mit jrn gelerten Rat geſchlagt, dag fy
zeit als unfer von gott eingefeßte obrideit ſchuldig wern
fur und zu forgen, beiten auch pey den gelerten fo vil
erkundigt, das fy wol möchten und auch follten uns heym-
fuchen (vifitiren), darzu wer jn auch gleubig furfommen das
ſolch mengel und geprehen unter und weren, die pillich
gepeflert weren. Demnach wern ſy von E. E. Rat darzu
werordent daß fy auf dißmal follten an E. E. R. flatt
beumfuchen.
Darumb follten wir jn frey und unerfchroden anfagen
al unfer mengel und gepredhen und ein ytliche ſweſter woll-
ten fy allein verhören, die follten jn fagen alle beſchwerung
die ſy heiten in geiftlihen und zeitlichen Dingen und alles
anliegen jr gewiffen und was fy fur ferupel in jr
confcienz hetten on alle fort, das wollten ſy getrew-
lich anfchreyben und fur €. E. R. pringen, die würden es
dann weitter für jre gelerten fehieben, die würden getrews
lid rot fohlagen das alle Ding gepefiert würden oder zum
unnflen ein teil beſchwerung von und genumen würde zc.
mit vil geſchmyrten worten. Auf dad gab ich jn unter an-
derm diße antwurt, wir hetten und nit verfehen, das fy fi
des ampts unterfangen heiten, darumb weft ich meine Con⸗
vents mennung nit, wollt mich vor mit meinen fweflern
unterreden, wes ſy gewillt wern, aufdas traten fy ein weil
auß.
Do fy widerkomen, gab ich jn die antwurt, der Con⸗
vent faget den herrn großen dank jres veterlichen angeden-
fens, hofften fy hetten ein ſolchs aus nidhte anders, denn
auß trewen und beiten mir die (weftern entpfohlen antwurt
fur ſy al zu geben, denn fein ſweſter wollt mit jn allein
reden, diß befehls gezeugnus het ich von 2 alten, 2 mitteln,
2 jungen, dy ftunden alle auf und beweiften dad des Com-
vents meynung alfo wer. Do die herren hörten das die
fineftern nit allein mit jn wollten reden, warn fy ubel zu-
12
178
frid, fagten, es wer jn anders befolhen von E. E. R.,
es fünten die mengel der gewißen nit berfurte
men wenn man nit allein redet, dam eine fwefter fcheubet
fi) vor der andern und wurdt alfo nichz gepeffert, werdent
fih die ſweſtern alle ſtark und wollten nit allein mit jn
reden, allegirten das ein teil fweftern 50 jar hynnen werk
geweft und nye mit außwendigen perfonen allein hetten ger
redt, ein teil das ſy mit gehorten, ein teil das fy nit fun
ten gin und vil außzug Die wir hetten, die fy Doch all ver
wörfen, fagten wenn der provincial dafeß, fo wurden wir
und uberall nit vor jm fcheuhen, wir follten uns eben als
wenig vor jn ſcheuhen, fu weften Doch vor wol, was wir
fagen würden, und ſprach der furer zu mir, ich follt die
ſweſtern jr gelubd auflofen, das fy deßon freylicher mochten
reden. Sprad ich, ſy haben nit mir, fundern gott gelobt,
gehort mir nit zu aufzulofen was gott gepunden ift, aber was
mein perfon anget, vergün id) einer vtlichen zu fagen was
ſy nach guter gewißen gutdunft. Do nun die fweftern nit
daran wollten, da traten die herrn aber einmal auß, unter
redten ſich lang mit einander, do fy widerfomen, fagten ſy:
ſy beten jrm befelh genugt thun, dann jn wer nit befolhen,
das ſy uns in der gemeyn follten verhoren, fundern ein yt⸗
liche allein, das theten die heren von feiner andern fad
wegen dann von jrer pflicht wegen, denn fy befennten
fi fohuldig für unfer fel zu forgen, das fy ir gewißen
mochten reinigen und gott, aud dem kaiſer und dem punt
und wo es juft hinfom werten antwurt zu geben. So wir
aber €. E. R. in dißer fach verachteten, fo heiten fy nit
weiter befelh mit und zu Handeln auf dißmal, wir follten
aber felber gedenken was unluſt wit auf uns werden laden
und wie unwillig wir und die fchweftern zu S. Katherina
die and) alfo haben gethan, €. E. R. würden machen, die
uns mit fofchem trewen meynten, man würd uns nun für
paß in andern unfern hendeln aud wol. laffen figen und die
hent daruder decken, mit vil andern troworten. Sprach ich
unter anderem, Liebe herren, jr feit heftige peichtveter, man
hat die ornpeicht dißer zeit abgelegt, die allein vor einem
menſchen ift gefchehen und allwegen verfchwigen hat follen
beleiben, fo wollt jr da, wir follen euch allen A peichten und
an tag legen bie mengel unfer gewiffen und fagt uns den⸗
noch vor, jr wollt e8 nit verfweigen funder für ein €. R.
und .Die gelerten pringen. Das dündt uns ein feltfame fach '
fein. Sagten fy all, es follt fein ſolchs Ding fein als umb
die peicht, fy begerten allein zu wiſſen die mengel unfer ges
wiſſen das man uns möcht zu hilf komen. Auf das hub
der eyneigit fehreiber an mit einer großen difputation, wie
ſchwer und ferlih die ornpeicht pisher wer geweit und von
dem communicien unter zweyen geftalten und fuft vil ketzerey
das ich Hinten nad) ſprach: Lieber örttel wir find nit von
diefer disputation wegen da. Alfo flunden die herren auf
md wollten darvon, das wir kaum erwarben das fy von
mir wollten hören was mir Der Convent befolhen het zu
reden. Do fy fih wider nyderfebten ſprach ih: W. Tiebe
bern. So jr fragt unfer mengel und geprechen, fo hat mir
der‘ ganze Convent befolhen, E. W. anzuzaigen, das unfer
alter leiden ift ein leiden gemeyn uns allen, darumb ligt
uns am beftigften in unfer gewiflen an, das wir arme fün-
dige menſchen find, die Retiglich fundigen, welche fundt wir
tegfich unferm bern clagen in pitterfeit unferer fel, aber
wiewol wir und nit pefler ſchetzen denn andere leute die
emſiglich fındigen, fo finden wir doch in unferem gewiflen
nit, das wie haben feld) casus reservatos die man fur
die gelerten foll fchiben oder von der wegen man vil rat
ſchlagen darf. Wiſt jr aber ſolch mengel als jr yz gemelt
habt, fo mügt jr und Die anzaygen, wollen wir guten be-
ſcheyd darüber geben und diß mit der Hilf gottes peffern,
als vil unſer gewifen erleyden mag. Spread der doctor:
wir find darumb da, das wir Die erkundigen wollten.
: " 12 +
Sprach ih, nayn herr doctor, ir habt erft geſprochen es fey
E € R. furlumen das ſy gewißlich wiflen das ſolch men-
gel unter uns feien die pefferung bedorfften, wollten wir
demnad) gern wiffen wer dy felbigen fein. Wir haben uns
ye diße 3 jar getrudt und gefhmudt als die armen würmb-
lein, heiten wir uns unter ein flain fünen verpergen, beiten
wirs gern gethan, haben wir aber ymant beleidigt, fo zaig
man und das an. Sprach der Doctor zu furer: was fol
id) mer ſprechen, ich verfte der ſach nit, alfo redt der furer
darein, daß dißer punct unverantwurt beleib. Darnad)
fprach ich, auch ift das ye ein cleglichs ding und unfer aller
leiden, das wir nun ſchir 3 ganze jar mitten unter criften
fipen on ale ceriftliche facrament, das ye ein elend Ding if,
befunder in tods notten, Das wir mußen flerben als das vieh
von welchem vil mengel und beſchwerung unfer gemifien -ent-
fpringen, die vieleicht nit ein vtlicher glaub, der es nit ent
pfindt. Darzu hat man uns mit Gewalt on alle urſach ge
‚ numen unſer würdigen veter die unfern Gonvent ob. II:
jar getrewlich vor find geweſt, das die zeit alle nye fein
pofler. leymunt oder ergerung noch argwohn entfprungen if,
das etwas ungefchichts oder leichtfertigd gefchehen wer, das
zumb man uns fy pilih nemen follt, alddann die herrn
felber fprachen da fy uns die abfüntten, fy beiten weder von
und noch von den parfüßern fein urſach noch nye micha poß
gehort.. Aber fo mans andern cloflern thet, do man groß
urfa bet, fo würd es nie zu fryd dynen wenn man und
lyeß; bet.man uns denn von ander leut wegen genumen on
urfach, fo wer es nun genug und zeit das man und wider
geb, dann wir wollten uus ye von dem heiligen orden mit
abirennen laſſen, fo wollten und künten wir auch unfern
obern nichz begeben. an jrer Gerechtigkeit, Die fy uber und
betten, wiewol man uns von erſten ander het wöllen geben,
die wir nit betten wöllen aunemen, wer auch unfers fugd
nos nit foldy anzunemen von der newen fect. Hetten wir
381
’
denfelben vetern gefolgt, fo beiten wir lenget zum closter
hynaußgemuͤſt und noch ezu ächſt man müſſen nemen zc.
auß jren früchten erfennt man ſy. Wir petten gott teglich,
wer die new ler ein genad von gott, das er ſy uns auch
mitteilet; wer es aber ein plag, das er uns davor behütet,
ſo wollt es uns je lenger je mynder eingan, wann wir hör⸗
ten teglich was frucht darauß entſpringen. Wir wern arme
einfeltige ungelert frawenpild, darumb wollten wir in kein
weg in diße zwyſpaltige ſach legen, wir wollten es die ge⸗
fehrten laßen ausfechten, wir hörten wol, wie dieſelben zan⸗
den und wider einander fehreiben und die aller gelertäten ye
einer nad dem andern fyelen als der ocolampadius und
zwingel und andere. Sollten wir den Teuten volgen, fo
würden wir villeiht das hochmwärdige facrament and ver-
fäugnen und uns widertaufenlaßen. Darumb beiten wir uns
entfchlofien pey dem alten criftlidhen glauben zu pleiben
pis ein Comilium würd, oder gott fuft einigleit der criſten⸗
heit verleih, was alsdann die gemeyn criftlich kirch aufnimpt,
wollen wir auch nit widerfpenig fein.
Item des predigen balber ſprach ih, je habt uns ein
farteufer geben, der und das gotteswort fol predigen. Ich
bab mein tag vil (gehört) und vil gelefen, hab aber nye
jeltfameres evangelium gelefen, mit fo vil fchenten und
ſchmehen und dem tenfel geben, aber ih will nit uber fu
chagen, dann ich hab fein predig mit fimderem fleiß gehort
und ift mir auch nuß geweft, denn er hat uns mer bes
fettigt in Dem alten gelauben, denn fein-parfuß
het mugen thun, der und diße zeit gepredigt het, wann
aus feinen predigen, ju die im felber etwan 6 oder 8 mal
widerwertig ift, haben wir gemerdt, was abenteuer in
Der Iuttereyfteft, das ich mich mit der hilffgottes
mein leben lang vor der Iutterey hüten will, das
red ich nit darumb, das ih den guten vater verklaynern
wöll, er vedt aus dem geift, Den er hat.
Dann fügt ih mit funzen worten Die beſchwert Die
wir beiten in dem zeitlihen, das man yzunt FI Gulden
von und gefodert het, begerten Das man uns damit gnedig
wer. Das fprach ich, fint unfer aller mengel und geprechen,
die uns anligen in geiftlihen uud zeitlichen Dingen, Die wollt
von mir amnemen, ih bet auch ein ydliche ſweſter in
funderheit gefagt. Do fund aller Convent auf zu einem
zeichen das je aller meynung wer, do fpruchen Die herren fy
wollten die meynung wol €. €. R. furtragen, aber das fy
etwas fruchtparliched damit kunten erlangen, gedechten ſy
nit, fo wir E €. R. nit heiten wollen volgen, und ſy wer
achtet hetien, fo gelt alles nit, wenn man die fweltern nit
allein verhoret, dann es möcht ein eynigs jrrent ſcheflein
fein, das in feinem gewiffen beſchwert wer, dem durch foldye
heymliche verhörung geholfen möcht wern. Sprach ich welche
ſweſter thun woll, gehe allein zu den bern; jr dürft mic
nit daran fcheuchen, fpradı Der furer, es muft aber eine dar-
pey beſorgen fy wurd jr lebtag Feinnen guten (tag) pey uns
haben, wenn ſy fih außſchuß, ich wollt den ſweſtern pey
der gehorfam gepieten, daß ein ytliche allein zu jn ging.
Sprach ih, Habt jr mir doch erit geheiffen, ich ſoll Die
fweftern jr gelubs ledig zellen und yzunt wollt jr, das ich
jrs pei der gehorfam ſoll pietten, wie foll ih jm noch thun,
ich hab die ſweſtern ledig gezellt meiner perfon bald, fo jebt
je wol, das keine allein zu euch will, jr madt wir unge⸗
borfam ‚fweflern. Sprach der furer: ich heyß nit, daB fo eud)
ungehorfam fein, id) wollt aber das Die ſchweſtern diße ftund
ein luſtigung heiten, das ein ytliche durffte fagen was jr
anliege und darnach euch wider gehorfam wer. Noch mollt
fi) fein fwefter Iaffen erheben.
Unter dem fo die Schweftern alfo gefegenten und Die
ſchweſtern offenlich genugt jm jre meynung fagten, wie wol
ed alles nit galt, es geſchech denn heimlich, fom der Doctor
m
‚m mir, fagt, wie er fo gern het gefehen, das wir der.
bern befelh genug gethun hetten, denn er gunet und erell
and guts, er wollt mir dar furfprechen, das fein argliftig-
keit darhinter ſtecket, fo begerten ſy auch nichz heimliches
zu wiſſen, ſo wollten ſy uns auch nit auf den ayd fragen,
ſo wollen wir uns laſſen henugen wenn eine ſchon nichz
ſagt, neurt ſpricht ich loß pey dem beleiben, wie vorge⸗
ſprochen iſt. Auch kom der furer und ſprach, ich het es
neurt gern gefehen von des wegen das jr ein weniger ges
horſamer wert gewefen dann die zu fanct fatharina, auch
meiner perfon halben, dann er faget mir fur war, ih wer
- fo hart von den gelerten in & E. R. getragen das man
genzlich darfur heit, es mußten all mein ſchweſtern gelauben
was ih wöllt, turfft keins darwider reden, darumb folt
ich gedenken das ich mit den fweftern redet das fy ſich dar⸗
zn begeben, denn fü wollten einen andern tag widerlomen.
Da ich höret das fy wider Tomen wollten, und ed ye fein
muft, da forcht ich e8 würd ein ander mal noch ein größes
zer ſtreyt und hyeß die herren aber auß treten, faget den
fhweftern was ich gehöret het und das fy ein andermal
wider wollten fumen und pat die fchweftern das fie ſich
durch gotted willen darzu begeben und wenig wort macheten.
Do verwilligten ſich Die ſchweſtern darzu, doch fo fer das
ein ydliche ein gefpylin mit jr wollt nemen, der fy vertraut,
das wollten dy bern aber nit geftatten, feßten fidh in Die
werdftuben, wollten haben man follt die fhweftern all his
nauß heißen und eine nach der andern hingen, fagten wir
in, wir thaten es nit, wenn ſchon der provincial dawer,
do liefen ſy wider aus der ſtuben und feßten fich in den
ereusgang, das eine nach der andern zu jn ging. Da fra-
geten fy gemayniglich eine wie ſy hyeß und was fy anligent
bet in geiſtlichen, was im zeitlichen, wie ſich die Abtiffin
hielt und wie ſich der prediger hielt und ob unfryd in dem
elofter wer, belieben die ſchweſtern faft all auf Der meynung
dad ſy begerten das würdige facrament von unfern vetern
und was ich vorgemelt het, dabey ließen fies beleiben.
Do fy nun AVI ſchweſtern gehort heiten, do ſchlugen
fih die andern all zufamen und wollten jr fiym all mit
einander jagen, das fy gen vefper lemen. Do fum
die herrn aber auf nnd gefeyneten uns und wollten darvon,
follt das ander als nit gelten, fo die jungen ein yiliche nit
allein follt fiymen. Alſo thet ib aber wie ich möcht Das
ich mer zu jn precht, da fy nun 39 heiten gehort, fom id,
lieg mir die namen lefen, die pey jn warn geweit, ſtellet
mid als wollt ich die andern aud beugen fomen, dann es
waren noch 13 außen, die fihlechts nit zu jn wollten. De
fagten die heren, nayn es wer on not, es pfiffen Die ſchwe⸗
fiern all in ein tor, e3 fingen die fchweftern all ein Tieblein.
Alſo pat ich ſy hoch, fo ſy nun den Convent verhort het:
ten und jn genugfam unfer. mengel angezaigt wern worden,
das fie nun fleyß anferten, pey E. E. R. das uns gebel-
fen wurd. Das gelobten ſy fleyßig zu thun, alfo gingen
fie von gotts gnaden unter der complet wider hinauß, got
behut uns furpas vor folchen vifitatoren in prait pareten, im
zerhadten hoſen, außgeſchnytten ſchuhen und langen ſchwyn⸗
gen an der ſeyten, dann fie find on allen troſt und gut fur
die andadht, wiewol Caspar Nuzel wor etlichen tagen bey
mir war und ſprach, es heiten uns unfer mund alle jar
vifltiret, was es denn fihadet, Das uns die bern ubers jar
auch einmal vifiticten? Gott behut uns vor Dißer plag. Es
haben jn zwar Die fchweftern genng gefagt, in was geftalt ſy
mit jn redeten nit in vifltiens weiß fundern in guter freumt:
ſchaft. Es haben fih vil red und widerred verloffen in di-
fer weltlichen vifitacion, Die nicht al gefchriben mugen wer⸗
den, wer aber pey dißem fcherz ift geweſt, der hat on zwey⸗
fel fo vil angit und not gehabt das es ſy uymer mer
geluftet.
- . | 186
Den nechſten tag darnach ſchrib ich dem figmundt fus
rer dißen nachfolgenden priff. .
36) Weifer günftiger I. herr Mich haben mein ſchwe⸗
ten gebeiten E. W. zu pitten, als unfern günftigen l. h.
zudem wir nnd getren und guts verfehen, das jr durch got-
tes willen darvor feit, das man die handlung fo geftern
gefchehen ift nit wöll weiter fur die gelerten und prediger
fhieben, die als E. W. felbs wol waiß zu vil fpizig und
bizig auf ums. find, wo die fach all an jn flund, muften mein
bern (uns) gar verdilgen. Darumb begein wfe jr ye nit
zu rihtern, wollen vil lieber gewarten der genad unfer w.
[. h., die nnd on zweifel mit größern trewen maynen, dann
dig voll, die auch on jen rat uns arme elende gefangene
frawenpild wol veterlich jn unferm anligen wiflen zu be⸗
denfen, das fy nit jr felbs gewiflen beladen mit dem das
ſy unſer plode gewiſſen verfnupfen, Die gott ye frey will
haben, kann auch nit gelauben das es dem almechtigen gott
gefal, do ein criftenmenfd das ander bezwingen will in den
Dingen, die die fel antreffent befunders in todesnotten. Wir
befennen damit frey, das wir noch nit karln drttels voll:
fumenbeit haben, das wir ungepeicht zum heiligen facrament
mugen gen; wir folgen ee fancto paulo, Der uns vermant,
das fi der menſch vor felbs bewer. ce er von dem prot
eſſe, darumb uns nit zu verargen ift, das wir fundige pers
fonen zu demfelben begern, dann ye menſchlich ift, das ein
menſch ſich mer vertraut einem menfchen, dann dem andern,
nachdem es mer guts erfarn hat von einem dann von dem
andern. "Darumb mein I. h. pitten wir €. W. all gemay⸗
niglich das jr fett unfer gute pott gegen E. €. R., das
unfern anliegen doch etwas ein geringerung werd oder zu
mynft, das nichz noch fchmerlicheres mit und furgenomen
werd mit uberlegung der perfon, die doch der Convent mit
annemen wurd. Wir boffen ve, jr werd uns nit leiden
(sic) zu leiden geben und nit mehr gewalts an uns Tegen,
TB
daB die groß angit, dic wir geftern mit einander eingenu-
men haben, nit umb fuft fey, pegern auch demutiglich wollt
uns verzeihen, das wir uns fo ungeſchickt gehalten Haben.
Wir find der fach nit gemont geweft, thut als wir Das getra⸗
wen zu E. W. haben, dann jr doch ye ein guter nunnens
vater feit. Damit gott ewiglich befolhen. — .
Des andern tags fam die alt ſchwarzin fordert jr
tochter Schw. Anna Schwerzin, fagt lieb Endlein was
barftu geredt, aber wie harſtu dich gehalten gegen den bern,
die ganz flat ift dem vol pis in der Ganzeley fagt man
von dir, wir betten unfer funtichaft das fye mit dem herrn
bet geredt vom heiligen Sacrament unter beyden geftalten,
wie wol fi die herrn pey uns nichz lißen merden, heiten
fye doch zu andern gefagt, Sy haben ein unkraut pey jn.
Es wurdt nit gut, fve kum denn von jn. Bon dißer per-
fon wer vilzu fehreiben, das wir doch um des peflen wegen
unterwegen laßen und allein ein wenig fchreiben. Sye fing
‚ das Intterifch leben an, ging emfig gen predigt, gebraucht
ſich Intterifch freiheit, nam Fein fraf an weder ven obern
oder von jren mitfweftern, fagt fy wollt nit ein ſchaf feim
fundern ein birtin, vermaynt fie wollt das ambt der abtiffin
wol außrichten, ſy wer wol als gelert und gefchidt. Wer
fy von ſolchem unpillihen furnemen abweyſt, dem werbt fy
feindt. Nymandt hei gern mit ihr zu fahiden, fo wont ny⸗
mant gern pey ir, denn fy fi dermafien hüt mit wider»
part gegen den orden und disputiven von der Intterei das
nymant unbetrübt von jr fam. Ging emfig zur predig,
wart ein widerorden, wenn der convent zu tiſch faß, fo
fchlief fy, wenn man zu for war, fo aß fye, fye funt mit
im clofter bleiben. Sagte je pruder: liebe fwefter kanſtu
befeiben, fo beleib. Es ift nymer in unſers vaters hauß
wie du es gelaſſen haſt. Es zeucht ein ytlichs auf ſein teil.
ı9,
Der wirdig :mutter und dem ganzen Convert warb
folch perſon leben befchwerlich und betrubtlih. Man fodertd
oft allein, auch fur die Ratmutter, zulebt fire den convent,
man redt ir gutlid und fyeuntlicdh zu ſolchem leben abzuſa⸗
gen, auch handlet man mit ernftlichen werten mit jr umd
faget jr, der convent het zufamengefiympt, das er auf fein
gewiffen nit wollt nemen, das die Ding einpredhen pey unfern
Zeiten, nit das man jr darmit urſach wollt geben auß dem
elofter zu kommen, aber von uns zu treyben. Neyn es wer
aller ſchweſter maynung nit hinauß zu pringen, aber das
frei leben die großen außpruch fambt andern fluden die man
je erzelt, in fumma, die weren all groß fundt und wider -
jr fel feligfeit. So man diefelben ding flraft und puß wellt
ſy je auß demfelben urfach nemen, Das feßet jr ein vde
ſchweſter auf jr gewiffen die Ding wol zu bedenken, wie fy
e8 vor dem lebendigen gott wollt verantworten. Auch flan-
den eilihe Schweitern im Konvent auf und fagten: fo kun⸗
ten am jungften tag nit zeugunß geben gott dem allmechti-
gen, daß ſy die ding, fo ſy gott gelobt het, gehalten het.
Sye begerten man follt nach jrer mutter ſchicken umb je
die Ding furhalten. Sagt jr die Erw. mutter, ſy dorft jr
mutter nit. darzu, ſy muft die ding peflern, aber ſy war
verfiodt, war darnad) wie davor. — — An der bern faß-
naht fam jr mutter, die alt ſchwerzin, fordert je tochter
an das gefichtfenfter, fy bet allein mit jr zu reden. Alſo
war ſye lenger dann zwu ftunden bey jr. Da fge vom
gefichtfenftern ging, lyß ſye fih merken, fambt wollt ſy pey
ung beleiben und der ding feyns die auf diegmal gehandelt
wurden, wiewol wir unfer fumtfchaft heiten, das die mut-
ter die tochter fait gebeten het, funt und mocht fy beleiben,
ſollt fy ed thun. Es wer vil widerwertigfeit zwifchen den
findern und gejchwifterten auch mit den freunten und zuch
ein ytlichs auf fein teil, mit vil worten. Het die tochter
gefagt: ſye Funt und mocht jm clofter nit beleiben, fye kunt
wit fellg werden, man hilt das enangelinm nit pey uns.
Begert das fie mit einem famerwagen ließ holen und ſollt
fye hinauß zichen und notten wie man den dreyen ſchweſtern
her gethun. Het fye gefagt, den fammerwagen will ich wol
pringen, ih vermag aber ye nit vil zyhens und mnottens,
gee felbft herans. Die E. mutter vermant fy des andem
tags‘, ſye follt jr verlihene hab zufamenfuchen, dann fpe
furcht fi) wie man jr hynach thet, mecht fye nit zufryden
feyn, wie wol ſy's vorlengſt zufamen geordent bet. Sagt
fye, ih will nit hinauß, je kombt mein gern ab, id will
euch aber noch wer peinigen, mit vil andern worten. An
demfelben montag, s'was S. Mathias aber, fam jr mutter
nach tiſch mit je ſchnur, der hannß Scwerzin mit einem
famerwagen und fordert jr. tochter, wie wol ſy's Lieber pey
uns gefehen bet, denn fye es ſyder oft befennt bat, fyder
ſy jr peydt tochter zu S. Katerina herauß genomen bad,
fey jr fein gelud zugangen, wie fy dann am zeitlichen gut
faft abgenumen hat, das fye vor ſchulden muft entrimmen
und kummerlich einfam und zuletzt elendiglih und halb
taub geftorben iſt pey jrem eidam pey dem abt im clofter
zu S. Wiling. Alfo vermont die wirdig mutter fy follt in
den for gen umd fih got befelhen, aber nach außenſcheyn
war fleine andacht da. Alsbald ging ſy an Das thor, da
man das thor aufthet, vil fye der mutter um den hals,
nachdem ſchwang ſy fih paldt auf den wagen on alles
leydt, aber fy ging und nach der fel nit wenig zu herzen
wierool wir einer großen purdt wern abfumen und ein
große geringk (sie) fy im clofter hinter jr ließ.
Nah wenigen tagen fam ein Canzelfchreiber, zaygt
an wie er befelh bet .vom purgermeifter (der von hannien
ſchwarzen uberlofen war) mit uns zu verfchaffen das wir jt
folten geben 100 fl. die jr vater felig herein bet geben,
auch etlich eleynot. Da fagte die E. mutter, das man jr
die 100 fl. herein her geben jr vater feliget als fur ein leib-
fing, das wer die 10 jar wol mit jr aufgangen, die ſye
188
pey und wer geweſt. Da fagte der ſchreiber: es wer alfe
verordent vom bern, das wir jrs nit follen furhalten. Alſo
muften wir jrs ‚geben, haben fye uns quitixt wie hernach ſtet.
37) Ich inngfrau anna weylant forgen ſchwarzin feligen
gefalgen vifhers purger zu R. eliche dochter mit elöpeten
gemelh forgen ſchwarzin fel. naghgelaßen wittwe geporen, mit
derfelben meiner lieben mutter auch mit hannfen fchwarzen
meinem lieben pruder gunſt willen und wiſſen befenn fur
mich und al mein erben und nachkomen nadıdem id) verr
ſchiner zeit mich in dem clofter zu ©. Claren allbier zum 5.
francigcen orden gethun und mein eltern mir zu einer fertir
gung 100 fl. reynifch in. gemeltem cloſter gereicht, mer aud)
an cleynoten und geſchmuls zugeftanden und worden find
ein fumma treffent 8 fl. 3 ort, darfur ſy verfauft find wor-
den, nun aber mich aus urfachen mich Darzu bewegent aus
ſolchen cloſter gethun, das die w. geiftlih fraw Caritas
Abtiſſin und der Eonvent gemelts cloſters zu S. Clara mir
die gemelten 100 fl: außfertigung fo ich jn den orden ge-
pracht mit ſampt 8 fl. 3 ort auß meinem geſchmuck oder
cleynot geloft zu fambt anderm fo ih jm gemelten clofter
gehabt zu gutem volligen dank und benugigen wider außs
gericht und zugefchiet und uberantwort haben, darum id
für mein erben und nachkommen die bemelte Abtiffin und
Eonvent und al jr nachkumen jn der peſten form und ſolchs
als gar und gentlich guit ledig frey und loß fag mit ver-
fprehung und das alles jru nachkumen convent fein klag
oder foderung nymer mer zu haben noch zu gewinnen für-
paß ewiglih, zu urkundt fo hab ich mit fleyß erbeten Die
erbern und wurdigen bern Anton Tezel und meychſner
peydt des großen Rath’ zu R. das fy jr aygen infigel zu
endt der gefchrift gedrudt haben, welchs wir ytzt gemelter
Tezel und meichiner von jrer pet wegen alfo gefihehen fey
befennen doch und und: unfern erben om fchaden. Das
geben ift am 10 tag des monats martii 1528.
Nota. fye het jn die quitirung gefeht urſach das fie
wo
aus dem clofter wer tunen, das ſolchs vermaynts clofter-
feben dem heil. mort gottes und evangelium entgegen wern,
darjnne fye geirrt het und nit wiffen gehabt. Difen artikel
wollten wie nit in der Duitirung haben, da muft fü ein
andere ftelln wie oben gemelt. Es hat fih aud Ama
Schwerzin laßen boven das fye die 100 fl. zu jrem nm
nye gebracht hab, aber ir pruder Hanns Schwarz hat ſy an
gelegt und verpaut in. dem Gartheufergarten bye und ee das
hauß verfertigt war, muſt er von fhulden wegen entrinnen.
| In diem jar wurdt uns ein prief vom bifchof von
Bamberg gefant in Taten, der bye vertenticht iſt.
38) Wigandus von gottes genaden Bifchof zu Bamberg.
Erwirdige geiftl. und andechtige und lanterliche ge
liebte. Nagdem aus etlichen fchwerften urſachen nit allein
unſer firchen zu Bamberg und uns fondern auch ewrn ftand
und aigenfehaft betreffent all und jtlih ebt priores vropk
dechant und Ebtiffin durch unfer flat und biftumb Bamberg
allentbalben jnmwonet auf mitwochen nad dem feit der fet-
tenfeyer S. Petrus auf negft funftig dos der funft tag
wirt feyn des auguſt monats zu erfcheinen vor ums ober
unfer fitatthafter im großen fal unſers biſchofl. hofs haben
wir gehayßen und verfhaft zufamen gefordert werden. Alle
auch berufen wir euch auf forgefprocdhen tag und ort flreng:
lich gebittend das jr durch ein gefchidten und rechtredlichen
procuratorem mit kraft zu erſcheynen euch fleyßent alsdam
die furzulegenden urfachen zuhorent und unfer gemut baruber
zu entphahen. Geben jn unfer ſtat Bamberg. am Montag.
Wolfgangus Balkmacher des Fiscals
notarius hats verzeichnet.
Dite prif ſchrieb die E. mutter in latein die ant⸗
wurbt und verteutfeht.
39) Au ererwirdigſter Fürſt und herr, allergepittendter hert!
a prief Ent erwirdigſten ai in den wir unler
andern auf den V. tag des angıft monats. im den: bifchöfl.
fal werden beruft, haben wir ‚mit aller demutigkeit entpfan-
gen, wiewol wir berayt wern €. allerewr.. herrſchaft in
allen zimlichen und erfamen dingen zu gehorfamen, dieweil
aber wir armen unſers gewalts nit feyn auch funkt allerley
gefchlechts der elend gedruckt, ift es mit nichten in unferer
gewalt gefegt das wir erfihepnen und darumb pitien wir
das E. Allerew. herrlichkeit unfer notwendigung. fur ein ver⸗
nunftige euntſchuldigung gutwilliglich anneme. Der. wir-und
auf das: demutigft als die elentfamen aud menschlicher hilff
beynah ſchir ganz entfegt befeihen. Gefchriben zu Rurnberg
am .calenditag des Auguſtmonats jm jar unfere heils anno
M. D. AXVIIL
E. Allererw. herrlihfeit
die demutigen Abtiſſin und Convent
S. Claren zu Nürnberg
Ein noch beygebundenes Zettelchen ſagt:
Item was ſich verloffen hat von dißem jar pis auf
das 41 jar haben wir ein exemplar geſchriben und mit der
zeyt ſoll es an dis puch auch geſchriben werden.
Bon allen dieſem hat fich nicht erhalten, als die nach⸗
folgende Erzählung, wie des Glaſers Beterlein auf einmal
durch die Winde in das Nefectorium fam und Nonne wer:
den wollte. Ebenfo eine Remonftration der Aebt. Katha-
ring Pirfheimer gegen des Rathsbefehl die 2 dem Efofter
eigenen Remifen auf deſſen Kirchhofe (zu gunften des Pre:
digers P. Sebold Parreyter) zu räumen. Beide Acten⸗
ftüfe gehören der Lebensperiode der Charitas nicht mehr an;
da jedoch das Erſtere die DVerlaffenheit zeigt, in welche die
armen Frauen gerathen waren, möge es hier noch folgen. 8. d.
208 *
Anno Domini 1539 am ſuntag nach Sannt Francif
eentag, was Des 5 tag octobris kam einer Glaßerin Doch⸗
ter wunderlich jun vnnſer Glofter von der vormals aud ge
melt ift in folder weyß. Sye bet 3 jar große begirdt zu
vuns Alfo fagten wir jr wir dorften nymant einnemen on
der herren willen und wiflen, Deun es mocht vnns zu gro
Ben nachtheil Dynen. Soft aber got pitten daß er jr vmd
dem Gonvent jun allen ſachen wol geb zu thun, Wir ver
fehen vnns wenn die Zeit anderst wurdt der convent mocht
gutwillig fepn gegen jr. Dem guten kindt wollt die weyl
zu langl weren vnnd legts mit vmuferer dynerin, die die
winten wardt, an, wie fye ein mal durch diefelben zu vuns
mocht kumen. Alfo auf. den tag het die wintenmayfterin
etliche ding fo außmwendig noturftig worden eingefeßt wund
als bald nad) jren gefcheften wepter gangen. Ee ſye wider
fumen war het die dinerin dem guten fiudt jun Die winten
geholfen. Alsbaldt kam fye zu vnnſern Convents ftuben fur
vnnſern tiſch. Wir erſchraken al fo herzlich dag wir. onus
nit funten gedenken ob es ein menfch oder ein gefpenft war.
Aber was vnns wollt erfcheynen, denn es bedeucht vund
ſeltſam wie fye herein kumen mocht feyn, Die weil wir
„werten daß kein thor geoffent vnnd die Thormayſterin zu
.tifh faßen. Die mutter fragt fye wer fye wer vnnd wie fye
herein kumen wer. Antwurdt fye. Ich pin das glafer Ke
terlein ich pin zu feinem thor herein fumen So pin id nit
ober die mauren geſtigen Aber got vnnd der 5. vater fant
Franciſcus hat mir wunderfich geholfen. Sye pat aber hoch fye
pey vnns zu halten wir fagten jr aber fye bet vbel thun, mocht
dem Eonvent vnnd jr zu großen nachthayl fumen wo man
des innen wurdt das kaum verfhwigen mocht beleyben.
Rah tiſch unnterredt wir vnns mit eynander vnnd erwugens
was vnns daraus mocht entfinen wenn man die fach jnnen
wurdt. Es wardt der fach der Eonvent herzlich betrubt,
aber etlich fweftern fagten, villeycht hat vnns got zu gutem
18
geſchilt Gs ift vnns von den herrn verpoten nymant herein zu
nemen. Sye ift aber an onnfern willen vnnd willen felbft
fumen, drin ift das Cloſter von Recht jr denn fye hats
erfligen vnnd wollt nymant die handt an fye legen, denn
das find fo. jemerlihen thet vnnd vns fo hoch flehet das
wir all ein mitleyden mit jm heiten. Nachmals unterredten
wir vnns weyter, finmbten all fwehtern im Capitel, fye kun-
ten an jr gewiflen. nit haben das begirich findt von unns
zu trepben, mocht villeidht ein funder gnad von got feyn.
Wollten wir nit fchuldig in immeren, kunten aber wol er-
achten das ſolchs nit verſchwigen blieb. Auf dasjelb fagten
die ſchweſtern ſye wollten nit verretterin feyn ſolchs anzu⸗
pringen, man findt der verreter genug, Wenn man es aber
ynnen wurdt follten wir vnnſer vnfhuldt anzaygen, verhof-
ten, wenn es ve ubel geriet, wurdt man vnns weiter nit
zufeßen denn das wir Die perfon muften Iaffen. Doc ſag⸗
ten wir jr, wir funten jr fein zufagung noch verteoft geben
die fach wer zweyfelhaftig. Sye muft ſich gottes vnnd der
herrn genad untergeben. Prach der handel auß. Schidt
der pfleger nach vnnſerm fchaf, bet gefagt wie bey dem
wirtmichel zu dem die herren gingen zu gaſt, wer gereit
worden, wie wir der Glaferin Dochter pey vnns betten,
des wer er faft erfchroden. Wenn dem alfo wer wie. er
nit hoft, fo wer es jm von herzen laydt. Alspaldt ſchick⸗
ten wir nach dem pfleger vnnd legten jm fur allen handel
der fich verloffen bat. Sagt er, jr habt ubel gethan daß
ir als lang gefhwigen habt, das wirt man euch hoch we⸗
gen zum andern das man euchs jm erften furpringen vor
etlicher zeyt abgefchlagen hat. Gab antwurdt, Sye wer zu
derfelben zeit noch kleyn geweit vnnd fein anfehen gehabt
das ſye genugfam mocht feyn zu der arbeyt. Auf das felb
hettens Die herren abgefchlagen, aber er ſech nun wol daß
fye eine feyne perfon, het große gelidmaß fo heitend wir
Die zent wol gebraucht das wir kunten abnemen daß fye der
13
104
arbent genngfam vor mocht feyn. Wir begerten feyns Rats
vnnd paten jnn Daneben er follt vunfer getrew helfer vnnd
furſprach ſeyn. Was er riet verfehen wir vns jm wurdt
vderman zufallen. Alſo riet er vnns wir follten ein fupli-
cation ftellen auf das geltmpflihft was er funt thun wollt
er gern, Er muft aber albeger außtreien wenn man vun
fer fach handlet. Alſo machten wir die fublication wie her-
nach volgt.
40) Yurfihtiger, Wirdiger, gumfliger lieber Herr nahdem
E. W. vergangen zeyt unnfer Ewr armen finder ein orde
nung und befelh geben habt, nymant einzınemen on €.
verwilligung weldhe ordenung wir vnns nye vermeßen haben
zu verbergen hat fi) Doch ein wunderfeltfame handlung zu
getragen mit einer perfon die lange zeyt begirich iſt geweſt
pey vnns zu dynen mit namen der Rillaus Glaſerin Doch⸗
ter vnnd wie wir bericht werden auß anlernung etlicher
nambaftiger perfon. Sye foll einsmals felbft warten wie
foe jnns clofter kumen alſo ift fye vergangen zeyt pey 6
wochen vnter dem nachtmal fo wir zu tifch gefeflen feyn
durch Die winden einkumen und fur vnſer dich, findt wir
von herzen erfchroden die weil wir gar nit gewarnt vm
ons ſolchs vberfals nit verfehen heiten. Bezeugen es auf
mit got vnd vnſerm gewiſſen, das ſolchs wider vunfern wil-
fen vnnd wiffen ift gefchehen. IR vnns dife handlung vaſt
beſchwerlich vnd betrubtlich geweßt angefehen das wider
euer ordenung ift wider die wir nit begern zu thun So hei
auch vnnſer keyne handt mugen am fye legen Sye geweltig-
lich von vnns zu treyben. Die weil ſye fagt Got het ſye
wunderlich zu vnns gefugt vnnd vuns herzlichen pat ſye pey
vnns zu behalten. Nichts deſter mynder ſindt wir une des
willens geweſt ſye bey vnns zu behalten wider euer verwil⸗
ligung, haben jr auch oft geſagt wir werden ſye wider
euren willen nit halten. Doc; haben wir ein zeyt verzogen
haben vnnſer aus betrubnuß der fach nit. kunen bedenken was
8
wet 196
vnns weyters zu handelen ift gewefl. Denn vnns des ges
leychens vor hyn nit mer begegnet ift Doch haben wir vnng
vertroft vnnſer onihuldt So wir der ſach zu redt wurden
geftelt Nachvolgent nach vnnſerm h. pfleger gefchidt jm alle
handlung weytleuftig ertzelt, feyn W. darynne zu Rat ge-
habt. Deshalben ift unfer demutige pitt an E. W. wollt
ons Ewrn arme elende finder veterlichen vnnd gnediglichen
bedenfen vnnd vnſer not beberzigen, das wir perfon zu der
arbeyt noturftig ſeyn Vnnd vnns die perfon zu der arbeyt
vergunen der fye wol mag vor feyn wie wirs Die zeyt an
je erfarn Haben, So fye ye zu vnns ift fumen wiewol an
vunſer zuthun weren auch merer noturftig bat aber jnn vil
zeyten feine zu vnns begerdt dann die, begern fye nit in
for zu brauchen die weil vnns der gotlich dinſt ernyden tft
gelegt, wollen jr jr kleidung laſſen, jr har nit au befchney-
den, Sye nit zwingen mit gelubdt fundern frey von vnns
lagen geen wenn fye will vnnd jr jren Ion geben wie wir
‚vormals dreyen haben gethun, die wir mit vrlaub E. W.
haben aufgenumen vnd feine mer an die flat kumen Wir
baben ye großen mangel an arbeytfamen perfonen denn
vnnſer diß jar die fterfft iſt geſtorben vnnd ein andre das
ſelig benudt Wir haben nit Fleine haußarbayt fambt den
zweyen hofen vnnd der paurſchaft vnnd andre noturft pey
verfimen wol zu bedenken, Hye von Erſamigkeit zu gefchwey-
gen Darauf die perfon vorlengft vnterwiſen iſt worden.
Wenn es aber E. W. ye nit fuglih wer vnns die perfon
zu vergunen wollen vnnd funnen wir fye wider euern wil⸗
fen nit Ballten ein fund lang, unterwerfen ynd E. W. als
gehorfame Linder jnn dem vnnd andern zymlichen Dingen
wiewol wir der hoffnung findt vnnſer follhe pittung nit ab-
zufchlagen die weil vnnfer E. W. alwegegen verhayfen hat
maydt zu erlauben mit folder weyß wie oben gemelt be-
gern deshalben ein genedige antwurdt, wollen wir gegen
got mit onnferm armen gepet gefliſſen feyn zu pitten Ewr
13*
h
196
3. W. jan feynen genaden vımd guten Regiment zu erhal:
tn. E. F. W.
demutige Kinder Abbtiſſin und
Convent zu Sannt Claren.
Diße Suplikation gab wir vnnſerm ſchafner das er ſye
dem pfleger ſollt pringen, Das er ſye dem rat uberantwurdt.
Da bet der pfleger gefagt die fuplifation Docht nit von
zweyer artidel wegen, der erſt das wir heiten gefeßt die
perfon hab anweißung gehabt von etlihen nambhaftigen per-
fonen fye fol wartten wie fye in das clofter mag kumen.
Sollten wir gedenken das wir nymants verretterin weren
denn man wurdt den ſachen nachgeen, feindt man ander
ſchuldig, wurdt man aud) heftig firafen. Ex west wol dad
etlid) frauen und man von feyner freuntfchaft Darunter wa⸗
ren die der perfon rat vnnd that hetten geben. Der ander
artikel was das wir gejebt heiten, das fye zu der winten
herein wer kumen, het er gefagt, das wirt man zu. mal
nit gelauben, denn es ift unmuglid. Ich wollt fye theten
dye perfon herauß vnd machten dann ein fuplifation an den
Rat. Da vnns das war gejagt bedachten wir auch vnnſern
glimpf und begerten pey der warheit zu beleiben vnnd be
falh vnnſern ſchaffner wenn der pfleger die fuplication nit
wollt annemen das er fye zu den purgermanfter trug auf
das fye geantwnrdt wurdt. Wir vermaynten man bet fye faum
verleßen, kamen 2 herrn von Rat Jorg Geuder der jung
des Endris Geuders fun und Erasmus Ebner begerten die
muter. Wie ſye kam mit etlichen Ratmutern, hub Jorg
Geuder an zu. xeden. Wir hetten ein ſuplication einem Rat
vberantwurdt die man verlegen het Bund wer ein rat fall
widermwertig auf vuns der handlung halben, mit vil langen
heftigen worten, befunder bett ein Rat ein entfegung das
wir in die fuplication beiten gefeßt wie ſye zu der win
ten herein wer Lumen, das gelaubt man zumal nit, wer nit
2
17
wol muglih, ift aber meiner herren befelh das jr fye von
ftund an herauß gebt jnn angefiht vnnſer augen jnn der
finnd flug gebts herauf. Das gut Eindt pracdht man. Das
pat fye mit wayneten augen um genad knyete am geſicht⸗
fenfter fur fye nyder. Sagten fye follt vor got nyderfnyen.
Es war fein parmberzigfeit da. Die muter da ſy fach das
der gewalt vorhannten was fagt fye vnnder anderm: mir
it wol wiffent das die perfon zu feinem andern endt iſt
herein kumen, denn ich wayß das ich zu der zent mein fchlu-
Bel pey mir hab gebat fo hat fye weder ubert mauer aber
zum tach herein gemudt, denn das gefindt und andern let
heiten fye gefehen aber damit das jr fecht das der Eonvent
vnnd ich warhaftigk und aufrichtig jnn den fach findt geweft
vnnd die Ding an vnnſerm willen vnnd wiffen fich zutragen
haben, fol got vnfer zeug fein und fo id die perfon muß
hynaußgeben fo will ichs zu keynen andern ort bynauß ge=
ben denn da fye herein ift fumen, damit jr fecht mit euren
augen das wir warhaftig findt. Weyter ſprach fye Tiebe
findt ich hab dir es albeg gefagt wir kunen und werden
Di) wider der herren willen nit behallten, du fichft den
gewalt. Alfo mit großem jamer vnnd weynen Pracht wir
ſye jnn die winten, war außgezogen piß inn das hemdt.
Aber die herren fiyeßen paldt die thur an dem femerlein
anf und weyl fye noch jun der winten faß bett einer zum
andern gefagt. Ich heit es nymer gelaubt wenn ichs felbft
nit ſech. Alspaldt fye aus der wynten fam gab wir jr von
fund an die klayder hynach hynein het geben da fye jnn
das clofter was fumen. Aber fye bett defielben mals jre
klayder in das vnterthayl der winten gelegt Sye unten
faum erwarten piß fye ſich angelegt det, Alspaldt fye fur
die femerlein war kumen betten ſis einem ftatfnecht dDargeben
der het das Elaydt verendert, Der furt fye mit jm, die herren
waren hynten nach von ferren gangen beiten ber empoten
man follt uns fagen wir follten vnns nit befchweren was
198
fye weyters mit der perfon werden handelen follt vnnſer an
allem nachthayl feyn. Wir [hielten alspaldt nad jrer mu⸗
ter, die thet fo jemerlich es het ein flayn mugen erparmen.
Sprach O wu habt je mir mein kindt hyn gethan. Wollt
jr mird nit geben. Die Schweftern fagten wir findt layder
uberfallen haben gewalt muſſen leyden. Alſo loff die Lieb
frau an vil ort ob fye je kindt mocht erforfchen auch zum
lochhuter bey dem het man ein fetten geholt das man Das
findt daran wollt legen. War auch fumen zu .etlihen ber-
ven, die hetten fein wordt gewift das mans dem ftatfnecht
uberhanndt het. Da wir aber den gewalt vnnd großen gry⸗
men gegen uns verubt fahen, beforgt wir man wurdt vnns
weyters anfechten mit weyter beſchwerung, fhilt wir zu
guten freunten fye zu erfragen wes wir vnns muſten befor-
gen. Sagten fye hettem nichts vernumen das man vnns
weyters wirdt anfechten. Den andern tag war die muter
zum alten purgermapfter geloffen, der hett's an jungen
hanns Geuder gewenft bet ſye begert jr kindt, het
er gefeyt O Tiebe frau ich dorft nit XX gulden nemen das
ichs erlaubt das jr mit jm redt allein, bet iv doch darbey
- freuntlichen zugefprochen und getroſt. Sunft bet man fye
faft angefarn vnnd betrubt, jr leyden zu leyden geben.
Den dritten tag bet man der muter den tag geftymbt ſye
follt auf das Rathauß geen, Man wurdt jr tochter hynauß
pringen het fye etlich flundt gewart, aber die tochter hett
der flatfnecht fo felgam weg hynaußpracht das fye einander
nye anflchtig waren worden. Alſo het man das kindt fur
die 2 herren fambt einem ſchreyber jn eine fluben geftellt,
bet fye jorg Gender gefragt, wer jr Rat und that het ge=
ben, vermaynten ye nit daß fye ein ſolchs auß jr felbft hett
gewagt, het fye vnns getreulich entfchuldigt vnnd gefagt,
weltlicher leut frauen vnnd man jun heufern vnnd auf der
gaßen haben es mir geraten. Aber es het nymant nit wol⸗
len nennen. Weyter het mans gefragt ob man jm ein fu-
108
ten bet angelegt aber ob man jm einen macht, was es ges
arbeyt bet unnd folher frag war vil geweft, bet es ſich
wol verandwurdt. Nach Dem bet der fchreyber mußen ber
legen was er het gefihrieben. Her Iorg Gender gefagt die
ding findt zu wenig einem Rat furzubringen, fag weyter
vnd thuftu des nit fo wer wir Dich peynlich im loch fragen
und het jr faft zugefeßt fye follt mer fagen mas fye weft,
alfo das der herr Erasmus Ebner ein mitleyden mit jr het
gehabt vnnd gefagt zum andern, herr laft ab. Nachdem
het mans wider in des flatfnecht hauß gefurt vnnd mit dem
payn an die feten angefchloffen. Des ſtatknechts frau des
geleihen er heiten fye fat angelaffen vnnd ober die harn
krigt. Aber ſye het gemerkt das ſis heiten verſucht vnnd
fhlechte antwurdt geben. War die frau weynig worden
bet gefagt, mein man get auf Das Rathauß vnnd muß pey
feinem aydt anzaygen was er wayß bad Du geredt haft.
Er wirdt dir aber mit fhaden An S. Katerinatag furt
mans widerum aufdas Rathauß. Da mufl fye Urban thun
ja gegenwurtigfeit irer muter Das fye die Ding zu ewigen
zenten weder freten oder rechen wollt vnnd wollten jr ver-
poten feyn alle clofter inn all iren gepiten inn der flat vnd
auf iren fleden. Nachdem lied man fye ledig. Nach tif)
kam fye zu vnns wand fagt vnns mit herzlidem weynen wie
ed ergangen war, Da dankten und lobten wir got Das got
nad) ungennden der menſchen fo parmherzigk mit vnns was.
Über 2 tag famen die 2 herren aber, fagten, wie jun von
Rats wegen befolhen wer vnns ernfllih zu jagen daB fye
ein groß mißfallen an der fach heiten gehabt mit vil hefti-
gen worten, wie wol wir: vnns entfchuldigten, ed wer wis
der vnnſern willen vnnd wiſſen herein kumen, fo betten fye
doch erfarn dad vnnfer ehalt ein die frau die die winten
wart je darzu het geholfen Dean gab inn antwurdt wie
wir die frauen neyert ernfllih darum zu red heiten geftellt,
bet. fye vnns nit wollen bekennen. Sagten fye, wie fyes
⸗
200 \
het befennt aber es ift nit fye findet felbft Darauf gefallen.
Weyter fagten ſye Bnfer herren wollen die fah nun inn
rwe ftellen doch in der weiß, wenn jr euch aber dermaßen
ungepurlich hallt jn dem aber andern fo wollen fye des nit
vergeßen haben fundern eins zum andern nemen das freteft
newr oft berwider. Die muter beclagt fich wie fye vnnd
der Eonvent fidh’8 fo hoch befchwert het Das man die per-
fon auf onnferm grunt vnnd poden mit einem putel bet an⸗
grifen, auf dem man doch freiheit bett, desgleichen het man
das findt gefiraft mer denn wenn fye wider ere het gethum
vnnd man ſye an einem poßen ordt het begriffen. Sagten
fye fie heiten gehandelt nach befelh irer herren. Schiden
paldt ab, des wir fro waren, denn wir forcdhten vnns vbel
auf den nachklang, Da der pfleger fam unter anderm war
gemelt wie wir vnns fo groß beſchwert, dad man vnns vnnſer
freiheit bet zuprochen Es heiten feyn vorfarn Die pfleger
newr getreulichen darob gehalten vnnd ernſtlich geftraft
wenn man die freiheit het zuprochen, fo Die fnecht aneinan-
der heiten gefchlagen, heiten ſye nit gewift wie ſye es newr
follten firafen, fo mercht wir wol das nod) war wie unnfer
prediger fagten vnnd man vnns erger hebt denn die mit
zuchten hynter Die mauer das man nemlich die perfon fo
hertiglich het geftraft, das man keyner foldhen thet. Sagt
er man bet jr befunder nichts gethun, allein von des fdhre-
ckens wegen den fye euch angelegt hat unnd um vbertretung
meiner heren gebot bat man jr ein purgerliche ſtraf ange⸗
thun. Sagt die muter man hets von vnnſert wegen an
keyn feten darf legen, es haben vnns die herren mer er⸗
fhredt denn fye uns und pitt euch dafur ir wollt mein ve-
ter nymer herauß ſchicken fo etwas zu handelen if. Keyn
herr hat nye gemuger gegen vns gehandelt denn Jorg Geu-
der. Ich wollt gern wiffen ob er es im befelh het gehabt
alfo hertigklich gegen onns zu handelen. Sagt er neyn, Ich
will jm es unterfagen nemlich das jr euchs beclagt. Pey
dem ließen wir es beleyben.
u | 20:
Nachvolgens warben wir dem guten find gen Bam-
berg. Da ſchickten ſye unfer Schwefter zu S. Claren zu
Bamberg her fye follt ober jnn wollten fye befichtigen. Alfo
fur fye mit jrer muter hynuber, thet man fye ein das jar
nach den weynadhtfeyrtag erlich und herlich ein. Sye danften
got das fye ein fo frums gotzfurchtigs wolgezogens findt an
je Haben und findt wir fo gutwillig gegen jm geweſt, das
wir fye außgeftewrt haben mit MHaydern gepent und andern
das fye nottnrftig ift, angefehen das fye fi wol pey uns
gehalten hat und wider jren nnd unfern willen von une
fumen, haben zu payden thaylen gewalt mußen leyden.
— —
Anhang.
1) Ordentliche Succeffion aller Abbatiffinen von anfang
bis zum endt (da das Lutterthum regiert) des jungfreulichen
Elofters zu S. Clara in Nürnberg. Mit grundlichen Be—
richt wie lang die Schweftern ſolches innen gehabt.*)
Numerns Abbatiffarm Anno Domini
1. Kunegundis . . 2.2 ..1280
2. Hellwigis Pnpingen (Sm. a a IQ
3. Suta .... En a a DIA
a. Adelbaidid . 2 2 2 rn nn. 1295
5. Kunegundis Ben ae Br A 27
6. Sutta .. . . a ee a 229
7. Adetbeitis . >. 2 2 2 2 222.20... 1300
8. Gutta de Ehingen . . 2 2 20202000. 1803
9. Irmengarbis Müngerin . - . 2.2... 1305
10. Margaretha . . . Bet ar 1307
11. Kunegundis de Diettenhofen 2.2.0.0. 1311
12. Irnegardis Münkerin . . 2. 2202000. 1317
13. Kunegundis de Diettenhofr . . . .... 1333
14. Butta Schultbeifin . . > 2 81324
15. Gertrudis Holzfhuherin ne ae 12T
16. Irmengardis Munkerin * . . 2.202020. 133
*) Auch Müllner Hat ein derartigeß Verzeichniß in feinen Annalen
(1 ©. 306 — 309), ba8 aber durch dieſes verbeflert wird.
. Gutta Ebnerin .
. Kunegundis de Bamberg.
. Outta Ebnerin . .
. Elifabethba Eyftetterin
. Kunegundis de Diettenhofen
. Engelburgis Sallerin .
. Margaretha —VF
Eliſabetha Eyſtetterin
.Margaretha Saxin
. Yon ...
. Margaretha Pfintzingin
. Eliſabetha Stumayerin
. Margaretha Rabeneckerin
. Betronilla Streitbergerin
. Agnes Holafhuhern . ., .
. Catharina Hofmanin .
. Agnes Holzfhuherin
. Batharina Hoffumanin
. Margaretha Wiefentawerin .
>. Agnes Geufhmidin
. Margaretha Wiefentawerin .
Eliſabetha Scheurftabin
. &lara Stromayerin
. Catharina Pfinkingin .
. Anna SKolerin
. Gatharina Boldöheimerin.
. Anna Gartnerin
. Margaretha Volkheimerin.
. Agnes Hübnerin . . N
. Clara Oundelfingin
. Margaretha Ortlichin
. Clara Gundelfingin
. Anna Zinterin .
. Margaretha Grunthern
204
51 Helena Meinen") . . 1488
52. Charitas Birfheimerin H. D. Johannes Birfhei-
mers und Barbara Löffelholgin Tochter und
Schweſter H. Willibalds Birkheimer k. Majeftät
Rath und Diener. Ward geboren an S. Bene:
dietustag a° 1466, fam in S. laraclofter in
der Pfingſtwochen a° 1478 ein fraw Tateinifcher
Syrah fat fundig und wohlberedt, dann fie
viel Tateinifche epiftolas gefchrieben fo noch vor:
handen feint, ward zur Aebtiffin erwählt 1503**),
ift dem clofter vorgeflanden 29 Jahre
und flarb a® 1532, jhred Alters 66 Jahr. Sie
hatte eine herrliche Bibliothecam . . . 4532
53. Clara Birkheimer ihre Schmefter***) fuccedirt
und regirt nur bei 17 Wochen und farb . . 1533
54. Catharina Birfheimer Obg. H. Willibalds Birf-
heimer tochter aud ein faft gelehrte fram, ward
zu einer Abtiffin S. Clara erwählt 1533, bat
regiert 30 Jahr und ift geftorben . . . . 1563
55. Urſula Mufflin, H. Jakob Muffels Schwefter ward
nad ihr erwählt und diefe ift die letzte Abtiffin ln im
vorgemelten S. @laraclofter in Nürnberg. (haec fuit ultima.
Spütere Bemerkung‘ der Tat. Ehronif.)
73) Weiterer Bericht von diefer Abtiffiin und andern
Schweſtern hernach volgt:
„Es iſt allhie zu Bamberg ein fraw mit Namen Catha—
rina Müllerin ſonſt Engelfraw genannt, bekenet daß fie un:
*) 1488 in festo S. Lucie electa est devota in Christo filia et
Domino Helena Meichsnerin que modo preest.
Chr. lat.
*a) Nach der lat. Chronik 1500.
**8*2) Bei anbere Schweftern Sabina u. Euphemia waren nadeinander
Hebtiffinen zu Hl. Kreuz in Kloſter Berg zwiſchen Cichſtädt und
Reuburg 1541 — 1547. Müllner Annal. &. 309.
gefähr vor 42 Jahren in ©. Claracloſter zu Nürnberg 31/
Jahr gedient und noch 3 Jungfrawen des Ordens ©. Clara
gefunden habe: die Abtiffin Urſula Müfflin genannt, ein
Nurnbergifche Geſchlechtern, die andere Felicitas Obermayerin
und Die 3 ein Leyenfchwefler Urfula, die fei aber weil
fie noch allda gewefen geftorben. Zu diefen Elarifferin Clo⸗
fterfrawen ſeint 6 Auguftinerin Jungfrawen von Bil-
derreuthen, Die in dem Marfgräfl. frieg vertrieben, kommen
haben ihre Güter was fie gehabt mit fi in das Cloſter
gebracht und bey dem Elariffinen gelebt bis fie nacheinander
geftorben. Und die letzte Jungfraw, die im Glarifferclofter
geftorben, fey eine won Bildenreuth gewefen und wie ein
vornehmer Herr von Nürnberg befennt is erft bey wenig
etlih 30 Jahren geftorben. Obermelte Sram befennt aud,
das NR. P. Leonardus Graf Duardian des Convents der
Brüder und Beichtvater zu ©. Clara zu Bamberg etlichmal
im Jahr in weltlichen Fleidern nad) Nürnberg zu den Glarif-
fer Jungfrauen hinüber gereift, doch feinen Habit verborgen
mit fih gebracht und in dem clojter denfelbigen angezogen,
die Cloſterjungfrawen Beicht gehört, meß gelefen und ge=
fpeift, wie auch bisweilen denen von Spalt.
derner feint jeßiger Zeit noch in friiher Gefundheit
2 alte Clofterjungfrawen allhie zu Bamberg in S. Clara-
clofter von Ingolftadt gebürtig mit Namen. Maria Werklin
und Urſula Halmbergerin fo a° D. 1588 allhie den heiligen
orden angenommen, die berichten einhelliglih mit gutem ge-
wißen:
1) dag die legte Abtiſſin alldort zu Nürnberg bei ©.
Clara geheißen bat Urſula Mufflin, zu was Zeiten fie
aber geftorben fey, könnten fie nit wiſſen.
2) daß zu ihren Zeiten als fie bie im 5. Orden, noch
ein Schweiter Elarifjen- Ordens in dem Elofter zu
Nürnberg gewefen, fey aber 1'/, Re — 1591
geſtorben.
X 7
3) daß ala der Markgraf das Cloſter Bildenteuth zer-
4
—
ſtört und verbrennt, ſein dieſelbigen Schweſtern nach
Nürnberg zu den Clariſſern geflohen und endlich all⸗
dort auch geſtorben. Von dieſen Schweſtern, Bilden⸗
reutherin, ſeint zu ihrer Zeit noch etlich bei Leben ge⸗
weft, die in dem Cl. S. Clara gewohnet und ihr
Leben allda geendet.
In libro beneficiorum oder Selbuch in dem Clo⸗
fie S. Clara allhie zu Bamberg findet man von
dieſen Schweftern nachfolgende Verzeichnuß:
ae D. 1590 die 24. Rov. iſt in Gott ſelig verſchieden
die würdig und geiſtlich Schweſter Agatha Struerin
des verbrunnen Cloſters zu Bildenreuth Schweſter und
Schaffnerin. a° D. 1591 ift m Gott felig verfchieden
die würdig und geiftl. Schwefter des Cl. Bildenreuth
Magdalena Burkhardin. a° D. 1596 in feſto ©.
Michaelis ift in Gott felig verfchieden die geiſtl.
Schwefter Elifabeth Nebenhöferin.
Berichten diefe 2 alte Schweftern daß fie zu ihrer
Zeit weil fie allhier im orden, R. P. Leonardus Graf
ihr Beichtvater allein zu Bamberg bey S. Clara ofter-
mal,fey nach Nürnberg in weltlichen Fleidern, babe doch
den geiftlichen Habit mit fih genommen, verraifet
und die Schweftern alldort Beicht gehört, communi-
cirt und getröftet. |
Aus welhem allem far erfolgt daß das bemelte Fofter
©. Elara in Nürnberg fey in fteter Poffeflion von feinem
Anfang Bis a° 1596 den Schweitern verblieben.
3) Veränderung der Clofter zu Rürmberg.
a° D. 1526 am Montag nach Martini verfperret man
zu Nürnberg das Auguftinerclofter und über 8 Tag hernach
zu U. 2. %. Brudern (Earmeliten) und die Mönch fo alt und
nit gefchit waren zu predigen und Dorfpfarrer zu werden,
‚ die hielt man aus ein Theil zu S. Aegydien und in der
—
Carthauff und gaben ihnen ein genantes@eld bis fie abſtur⸗
ben; etlihe namens an und etliche verheyratheten fich, fo
namen etlihhe ihren Abſchied fammt demjenigen was fie hin-
weg mochten bringen. Das thaten fort die OÖbriften al,
fo nahm ein Rath alle Elofter an Tiegender und fahrender.
Aber die Mönch zu den Barfüffern wollten fih nicht laßen
aus ihrer Poſſeſſion treiben bis noch auf dieſe Zeit. Auch
wurden die Brauen Clöſter famt ihrer beid Kirchen zu ©.
Clara und Catharina verfperrt, wie dann faft in vielen an-
dern Städten gefhehen mit Mönh und Yrauenclöftern,
man nöthigte oft mit einem geringen hinweg, fo liefen etliche
felbft hinweg.
Dieſes von der Succeffion der Abtiffin und Pofleffion
des Cloſters S. Elara zu Nürnberg, item die Veränderung .
der Cloͤſter dafelbit feint allhir zu Bamberg a° D. 1628 aus
etlichen Nürbergifchen und andern Cronicis auch Tebendigen
Zeugniſſen ohne Falſch treulich zuſammengeſchrieben worden.
per Christianum Koppium Confessarium
ad S. Claram.
a ca 72/07 07 DI m
=
*
Das
Sct. Aegidius -Spital
am Fuße, des Klofters Michaelöberg,
geftiftet vom heil, Otte im Jahre 1120,
nad} deffen Zerftörung neubegründet vom Fürftbifchofe Johann
Gottfried von Aſchhauſen im Sahre 1612.
—
Bon
Sriedrich Wunder,
Domlapitular.
O
Bamberg, isß88
Gebrudt bei J. M. Reindl.
Inhalts - Anzeige.
2 Seite.
I. Entſtehen und Vergehen ded vom heil. one im Jahre
1120 geftifteten Spitales ;
11. Reue Begründung bedfelben durch den Bifchof ae
Gottfried von Aſchhauſen im Jahre 1612 ; 3
118. Ind Lebentretung ber Stiftung — Mehrjahriger Auf⸗
enthalt der geiſtlichen Alumnen im Stiftungſ⸗Hauſe 16
IV. Ereigniſſe ſeit dem Tode des zweiten Stifters bis
Verlaufe des Stiftungh⸗Hauſes : ; 23
V. Verlauf des Stiftungs⸗Hauſes und —— bed»
felden zum Studenten-Geminar ; . 30
VI. Aufhebung der Stiftung im Jahre 1804 . .. \.)
1. Entſtehen und Vergehen bes vom heil, Otto geftifteten
Spitales.
Unſere Bamberger Biſchofe haben vom Beginne an bis
auf die neuſten Zeiten Stiftungen entweder zu frommen oder
zu wohlthätigen Zwecken gemacht, wie ihre Lebensgeſchichte
nachweiſt. In Bezug auf die letzteren wird bemerkt, daß
ſchon der erfte Biſchof Eberhard ein Spital für Arme und
Sremdlinge im mittlern Kaulberg -—. auf ber Stelle des
Earmeliten-Klofterd — geftiftet, und daß der legte, Ehriftoph
Franz, Freiherr von Bufed (+ 1805). 5000 fl. für Arme
vermacht hat; wovon 2000 fl. unverzindlih zur Aneiferung
des Gewerbfleißes verliehen werden jollen.
Doch unfern Bli zieht hier der bi. Dtto auf ſich.
Bon Bewunderung wird unſer Gemüth durchdrungen, wenn
wir von ihm erfahren, was er ald Seelforger, namentlid
Heidenbekehrer — und Urheber vieler Stiftungen gewirkt
bat.
Bezüglich des Aegidius⸗Spitales erzählt die Michaels⸗
berger Chronik Folgendes «von ihm.
Otto durchwanderte die Vorſtadt, um einen fchiellichen
Plag zur Erbauung eined Kofpitald zu finden. Er fam
unten am Berge des hi. Michaeld an einen Hügel. Dieſer
Plag ſchien ihm geeignet; er ließ ihn ebnen, darauf eine Kirche
mit tauglichen Gebäuden für Arme und Fremdlinge erbauen;
weihte Die Kische felbft ein, nachdem er von Wikbod, einem
Chorherrn von Sct. Jakob, Reliquien des hl. Aegidius er-
halten, und dieſe mit andern in deſſen Altar eingefchloflen
batte. Diele im Jahre 1120 gemachte und dem hi. Aegi⸗
1
.
\
dius gewibmete Stiftung hatte er Anfangd dem Dedante
&umpo bei Sct. Jakob, fpäter. aber auf Bermittlung bed
Abtes Wolfram, dem Klofter des hl. Michael zur Auffiht
übergeben.
Bald zeigten fih wiehrere Wohlthäter und zwar zu
nächft des hl. Otto Nachfolger, Biſchof Egilbert, der ale
Lehenherr im Jahre 1140 auf die Bitte Chunrad’d von
Memmisdorf geftattete, daß legterer als Lehenträger ein
Zehen, welches er felbit von feinem Vetter Heinrich erwor⸗
ben hatte, an dad Spital übergab, auch ein Reugereut mit
zwei inneliegenden Aedern, und uͤberdieß einen an dad Spi-
tal angrenzendan Garten, mit folgender Beftimmung daß a)
3 Lichter Davon angefchafft würden, deren eine in der ge
meinfchaftlihen Schlafſtube der Armen alle Nächte, das
zweite beim Abendefien im Winter, und das britte im ge
fönderten Zimmer der Gichtbrüchigen oder anderer Kranken
nach Bedarf brenne; b) ein Sahrtag für den Stifter Ehun-
rad und feine Gattin Chriſtine gehalten werde, wobei zwei
Sceffel Weizen und 20 Denare zum Troſte und zur La-
bung der Armen verabreicht werben follen. Die Urfumde hier:
über ift von hier ind Reih8-Archiv nad Münden abgeliefert
worden, und ein Abdrud davon findet hin Haas Geich. der
Pfarrei Sct. Martin. Rr. 3. ©. 625. — Bilchof Eberhard
1. hat in der Urkunde vom Jahre 1164 die Gabe Con⸗
rads, welchen er feinen Geireuen und Camerariud nennt,
beftätigt. Sie beftand in einem mansus mit Neugereut, und
einigen Morgen Landes. Kaas u. a. O. Nr. 8 ©, 632.
Zu erwähnen ift auch eine Güter- Gabe, die im
Jahre 1223, durch zwei Ritter von Greifenflein gemacht
wurde,
Zänger ald hundert Jahre hatte Diefe Stiftung beftan-
ben, als fie binfichtlich mancher ihrer Beilgungen in einen
Prozeß verwidelt wurde, und die Streitiache ſelbſt bis zur
hoͤchſten geiftlihen Stelle gelangte. Bapft Sunocenz bat
hierauf von Lyon aus unterm 28. Oktober 1250 ben Dech⸗
amt uns Scholaſtiens des neuen Muͤnſters zu Würgburg bes
auftragt, dieſe Sache zu umterfuchen, zu entſcheiden, und
nöthigenfalls Aber den Schuldigen eine Strafe zu verhaͤngen.
(Haas a. a. D. Beil. Rr. 16. ©. 640).
Ein anderer Unfall traf die Stiftung dadurch, Daß
ihre Einkünfte vom Kiofter Michaelöberg im Sabre 1246
verpfändet wurden. Doch das. größte Uebel folgte nach.
Das Klofter Michaeläberg war eine Immunität, und
genoß als foldhe gewifle Vorrechte und Befreiungen. Da
gegen hatten Bamberg Einwohner, die im Mittelalter fi
zu einem blühenden Wohlſtande erheben hatten, im Bewußts
ſein ihrer Kraft ſich mehrmals in einen Kampf mit Dem
Biſchofe ihrer Gerechtſamen und Freiheiten wegen eingelaj-
fen, und wollten eine freie Reichöftabt, wie ihre - Nachbasm
in Rürnberg, degründen.
Bei diefer herrfhenden Gefinnung kam es im Sabre
1435 zu einem gewaltfamen Auöbruche, der gegen dad Klo⸗
ſter Michaeldberg, weil ed mit der Stadt nit heben und
legen wollte, gerichtet war. Daſſelbe wurde geplündert und
jerftört. Da das Set. Aegidius-Spital mit demfelden in
genauer Verbindung ftand, fo fielen die Aufgeregten aud
über -dasfelbe her, zerftärten es bie auf die Kirche, und
fihleppten Gemaͤlde, Tiſche, Thuͤren, Bänke, Fenſter u. f. w.
fur, alles Beweglihe mit fi fort, fo daß der Schaden fi
über 2000 fl. belief. (Schubert, Rachträge ꝛc. ©. 171).
Hiedurch ift dieſe Stiftung in Verfall gerathen.
11. Neue Begründung des Stt. Aegidins- Spitals.
Hundert fieben und fiebenzig Jahre war die Stiftung.
verwaifet, ala im Fürfibifchofe Johann Gottfried (von Aſch⸗
haufen) der Entſchluß veifte, fie mit Wiſſen und Willen des
Demkapitels wieder ind Leben zu rufen,
Er war eifrigjt bemüht, fein Vorhaben auszuführen.
Bor allem benahm er ſich mit dem Abte des un Mid:
⸗
A
chaelsberg Johannes, mit deffen Bropfte und Monvente, und
erwirfte die Zurüdgabe bed Spitaled und der Sct. Aegidins⸗
Capelle, nebft allem, was nod von der urfprünglichen Stik
tung vorhanden war. Dann fuchte er andere Erwerbungen
für feine neue Stiftung zu machen. So hatte fein Bor
gänger Neitharb von XThüngen 7 1598 — Tegtmillig alfo
erklärt, daß von feinem Vermogen — großentheild Erbgut,
der erfte Theil der Kirche — der zwelte ben Armen, der
dritte feinen Verwandten zumal den minderjährigen ſtudie⸗
renden Kindern feines Bruders zukommen foll.
Das Drittel feines Nachlaſſes betrug 17,333 fl. 20 fr.
Biſchof Gottfried hat das für die Armen beftimmte Drittel
-alfo vertheilt, daß hievon 6000 fl. zur Erbauung der Aula
verwenbet*) und die übrigen 11,333 fl. 20 fr. dem Scti.
Aegidius⸗Spitale zugetheilt wurden.
Auch Barbara Dienfiin, Wittwe ded fürfll. Kammer:
meiiterd Georg Dienft hat in ihrem Teftamente v. 5. Aug.
1611 den Fürftbifchof. Gottfrieb zu ihrem Erben eingefegt,
wie aus der hier mitgeiheilten Stelle ihres Teſtaments her
vorgeht.
„Bellen dann ferner die Erb-&infegung oder Institutio
Haercdis eines. jeden ordentlichen Teftamentd das weſentliche
KHauptitud, und Fundament ift, fo feße, orbne, und bekenne
ich zu meinen Rechten, wahren Univerfale Erben und Fidel
Commissario haeredi alle desjenigen, fo über obgeſetzte
Legata zuvoͤrderſt aber die Leicht und Begräbnusunfoften
und obbezahlte Schulden, deren gleihwohl außer was mir
mein hernachgeſetzter Testamentarius Hert Dr. Leonard
Geudenftein einzeithero zu meiner Täglicher Rothdurft, und
und anderen günfttg vorgefireft und nun mehr auf bie
1000 fl. —, fi belaufen wird, welche auch vor allen anderen
Schulden, wo ich® bei Lebzeiten felbft nicht hät, ihme wie
derumb ezahlt werden folfen, wenig fein werden, was von mei:
*) Mehr Hievon in ber heranszugebenden Schulgeſchichte.
nem Vermoͤgen übrig fein wird, ed wäre anliegend — fahs
vend, Baarfchaft — verbrieft, und unverbrieften Schulden
Silbergeſchmey, Kleinsben, Viehe, getraid, und allen andern
Sachen, wie dad Ramen haben mag, nicht ausgenommen
den Hochwurdigen Fürften und Herrn Herrn Johann Gott:
frieden Bifchofen zu Bberg, meinen gnädigen Yürften, und
Herrn, bergeftalt, daß Ihre Fuͤrſtl. Gnaden jolh mein Erb
zu Treuen Handen nehmen, und daflelb zu mehreren Hei
meiner Seelen, an die armen und Bebürftigen, auch an⸗
dere Gottfeelige Gebrauch, und plas Causas, wohin die
felbe moͤgen, und es am beiten angelegt zu fein, ihren hohen
Fürftlichen Judicio nach erachten werden, austheilen, ero-
giren und verwendten follen, und wollen.
Diefe gutgefinnte Witwe ift bald darauf geftorben,
und ſchon im Sabre 1612 hat der Fürſtbiſchof ihren nicht
unbebeutenden Nachlaß (Man ſehe unten) gleichfalls dem
Sct. Hegibius-Spitale zugetheilt.
Dur den. Befit diefer Mittel war er in den’ Stand
gefept, zur Ausführung biefes Täblichen Werkes zu fchreiten.
Es wurde nun der Entwurf der Stiftungs=- Urkunde gefer-
tigt, welcher vom Bamberger Archive in dad Reichs⸗Axchiv
nah München ausgeliefert wurde. Es waren zuvor fchen
getreue Abfchriften hier gemaht worden. Sch erhielt eine
leide, vom H. M. v. Reider, Zeichnungslehrer an der Ges
werböfchufe, welche nun mitgetheilt wird. Ein Abdrud fin
dei fih auch bei Haas a. a. O. ©, 788.
In Ramen der Allerheyligften Untheilbahren _
Dreyfaltigfeit. Amen.
Wir Johann Gottfrid von Gottes Gnad Biichof zu
Bamberg und Wärkburg, Herkog zu Franken, bekennen und
töuen Kund iedermänichlih: Nachdeme Wir die Zeit hero
Ungerer Fürftl. Regirung, darinen Wir Bon dem Allmäch⸗
tigen Bott und feiner Goͤttlichen Fürſehung Verordnet und
gefegt feyn, Reben andern Unferen Obrigfeitlihen Sorgen
Vornehmlich auch dahin geßehen. und getsachtet, Welcher
maflen Unßere anverteaute Liebe Unterthanen und ale um
‚ fere angehörige in ihren zuftehenden Anliegen und Rüthen,
bei ietziger Zumale Verkehrten und unbeflänbig Weldt, der
Ehriftlichen Lich empfinden, getroͤſt und Verſorgt feyn mög
ten: und in ſolchen unferen forgfelltigen NRachdenken Vnſere
Statt Bamberg mit. Bnderfchiettenen Cloͤſtern, Spitäler, für
allerkandt preßhaffte perfonen Yundirten Heufſern und ar
deren ſchoͤnen Stiftungen tbarfür der Goͤttlichen Allmacht
wohl Lob und Dand zu fagen it) Bon den Gottſeeligen
Lieben Bor-Eltern anfehendig begabt; darneben aber in
deme etwas mangel befinden, daß für gedachtes Unſers
Stift8 Bambergs Eriedte und Außgearbeitete
Diener, die fih in ihrem alter felbften zu unterhalten nicht
Vermögen, Keine beiondere Vorſehung nod-Zur Seit be
fhehen. Alß haben Wir denſelben Zu Troſt, damtt Sie
ihrer Treugeleiſten Dinſt und Redlichkeit genießen: auch
trenlich und fleiſſig Zu dienen deſtomehr Verurſacht und am
geraitt fein mögen, nach dergleichen Mittel bißhero unfere
Gedanken gerihtet. Darauf mit Rath, Willen und. Willen
deß Chrwürdigen Vnſers Domb⸗Capituls Dafelbfien, Zu
forderft Gott dem Allmächtigen,. feiner ®loewürbigen Mut
ter der Hochgelobten Jungfrauen Mariä Zu Lob und preiß,
in der Ehr und Gebächtmus deß heiligen Beichtigers St.
Aegidtj Rachuolgende Fundation für un genommen urd
Zu obberührten Ende Weiland deß heil. Ottonis unferes
Stift8 Bambergs fonderbaren Patronen und gemefenen
Biſchofen Vor alterd geftifte® an EinKommen und gepäu
allerdings eingangenes, und Run Biel Lange Jahr oͤdt
gelegenes Spital in der Hadergaſſen, zwifchen unferen Clo⸗
fir Moͤnchsberg und der Pürg, Wiederumb Bon Reue
Erhoben und mit hernach beftümbten Gütteren unb Ruß
ungen dotiret und Derfehen..
Und ift. vemnad unſer Bill und Meinung, daß in
diefen Unferen Neu Erhebenen, und Bon ung infenderkeit
hierzu Fundirten Spital hinfüro unfes und unfeses Rad:
7
koömmen am Stift Bamberg Alte Verlebte und un
vermögliche Diener, welche gedachten unferen Stift etliche
Jahr lang mit guten lob aufrichtig, Treu, und Ehrlich
gebint haben, auch diefer Begnabung würdig, und Hernach
geſeßzter Maſſen beihaffen fein, gratis und auß Gnaden
Ein⸗ und Aufgenommen, und darinnen mit Speid, Tranck
Kleider, lager und aller anderer Leibs Nothdurft, Vermög
unferer. fonderbahren darüber gegebenen Ordnung unterhals
ten werden follen.
Darbey Wir obgedachten unferen Ehrwurdigen Domb⸗
Sapitul drey dergleihen unvermögende Berfohnen auf ihren
Dienern, doch fo lang diefe Anzahl der Dreyen erfegt ift,
darüber nit dergeftalt anzunehmen uud Zu unterhalten gnä-
dig Verordnet und bewilliget, daß ein jeder derſelben uffs
wenigit feh8 Sahr lang einen auſ unfern Dombherrn das
jelbft aneinander gedienet, und fi wohl Verhalten habe,
Auch wit Keinem der hernach bejtimbten defect oder
Anliegen behaftet feie und Zuvor jebeömald einen Regiren⸗
der Kürten und Bifshofen zu Bamberg, AB Welchen Wie
Rachgemeldet, die Völige disposition eingig und allein
Berbleiven und Zuftehen folle, gebührlichen praeſentirt wer⸗
ve. Mir Wollen auch gefcheheu laflen, Daß Neben obbe
meiden Unſeres Stifts Bambergs Erlebten, ober fanften
Roihdürftigen Dienern, denen. Zu Troſt und. Guten Diefe
unfere Stiftung fonderbar vermeint iſt, ſich auch andere Ehr⸗
liebende und UnVerleumbte alte leuth oder ſolche -perfohnen
die fchwehrer und harter Arbeit nicht Vorſtehen Können,
und der hernach berührten Mängel Keinen haben, jo Wohle
Seht Anfangs alſ ind Künftig, fo oft ledige Stellen ohne
Berbringung unferes Stift Diener vorhanden fein, doch
Keine Verheyrathe perfohn, fie wolle dan ihren. Chegenoffen
Zugleich mit hinein bringen, umb ein Billiged - Einfaufen,
und darinnen Vermoͤg rn Spitalorbnung underhalten
werden mqgen.
Und folle ein Jeder Pfrundner, Er Kaufe ſich Ein
oder werde auf Gnaden Aufgenommen, unferer allein ſeelig⸗
machendeu alten Catholiſchen Religion beftändig Zugetban:
| Auch alßbalden bey feiner Einnehmung folde feines
Glaubens Brofefion und Bekandnuſ deß Heiligen Concilij
Zu trient Verordnung gemeſ Würdidh Zu leiften; So wohle
dag Er feines alters uffs Wenigſt über Bierpig Jahr feye,
fhriftlih Zu befheinen; und Zugleich ben gebührenden Ge⸗
horfamb Ueber unfere Verfafte Spitalordnung, und alfe Ders
jelben einverleibte Articul: Nach laut dar fonderbar hierzu
begriffenen Pfliht Zu ſchwoͤhren und Zu geloben ſchuldig
feyn.
Keiner aber weder Zu einen Reihen noch Armen
Pfründner, welcher eined Verleumbten üblen Berufs uub
Wandelf, oder mit dem Außag, Peſtin, Frantzhoſſen, einem
abfheulichen unhailbaren fchaden, oder andern ſolchen Kranck⸗
heit, Die Man Morbum Contagiosum nennet, inficirt und
behaftet ift, und infonderheit Kein Weiböperfohn, welche
Zuvor in jhändlicher unzucht, oder fonften Berbäctig ge
lebt Hat, in diefen unferen Spital folle Eins oder aufge:
nommen werben.
Ef ſoll au ein Jede Berfohn fo EinKaufs weif ober
auf Gnaden in folden unferen Spital aufgenommen würd,
für fich felbften mit einen gerichten Beth fambt aller Zus
gehört, welches uff fhagung, wo nit mehr, doch zum wenig-
ften 15 fl. Werth gefaft und Berfehen feyn, daßſelbe auch
nah ihren Abfterben fambt allem dem, Waß Ste fonften
hineinbringet, unferem Spital Berbleiben.
Ueber eine8 Jeden Armen und Reihen Pfrändnere
übriged herauſſen gelaſſenes Vermögen aber an liegenden
und fahrenden Stüden, was Daßfelbe immer feyn mag,
Bor feiner Aufnahmb und eintrettung in Spital ein ordent⸗
ih Bollftändig Inventarium vfgericht, und in demfelben
specificirt ſoll unterfheiden werben, über welde Stüͤck ber
Pfründner zu disponiren macht haben, und waſ nad feiuen
Todt Bon dem feinigen Unferen Spital eigentlih Berbleis
ben und Zuftändig fein: Darbey fib auch ein jeder, fon-
detlich aus Gnaden KineinKommender Pfründner alfbalden
erflähren; ob feine Verlaſſenſchaft, im fall Er nichts dispo⸗
nire, gedachten unferen Spital Berbleibeu ober anderfiwor
bin Berwand werben folle. |
| Inſonderheit fol ein jeder Reich und Armer Pfruͤnd⸗
‚ner ſchuldig und Verbunden feyn, nit allein den Nechſten
Sonn: ober Feyertag, fo balden Er aufgenommen worden,
fondern auch alle hohe und unfer Lieben Frauen Felt, da⸗
nen an Allerheyligen fo wohle deß H. Aegidij, Sct. Otto⸗
nid, Kayfer Heinrih8 und Sc. Kunigunden Tag in ber
faften unferm Zum Spital Berorbneten BeichtBattern Zu
beichten, und daß Hocheilige Sacrament deß Altar Ans
daͤchtig Zu empfangen.
Solches auch bey ftraff der Auffchafung fo Bern Ers
Leibs gefundheit halber Verrichten Kann, ohne Zuvor ange⸗
melte erhebliche urſach Keinmahl unterlaſſen.
Darneben auch ein jeder, ſo geſundes Leibs und nit
betruͤſtig iſt alle tag daß Goͤttliche Ambt der H. Meß un⸗
unfehlbar hören, und taͤglich für die Stifter und andere
Gutthaͤter Lebendig und abgeftorbene, für daß anliegen ber
gangen Ehriftenheit und um Frieden und Einigkeit im Hei:
ligen Rech einen: an obberührten Feften aber, an denen -
Sie Beichten und Communiciren Zween Rofengräng mit
techter Andacht beiten.
Ingleichen follen Ste fambtlich mit einander fo Biel
Sie gefundtheit halber fortlommen Können, das gantze
Jahr durchaus alle tag abents, Nemblih Bon Sc. Wal:
burgentag an, biß auf daß Felt dep H. EruEngeld Michaelis
im unferer SpitalsKichen, dann fürterft den Winder durch
biß wieder uff Wallburgis in ihrer gefambten Wohnftuben
umb die in unferer Spitalorbnung beftimmte Stundt die
gewoͤhnliche Litaney Bon allen Heiligen Andaͤchtiglich Zu
beiten; Auch alle Sambftag die Kirchen Zu Set. Getreuen Zu
to
beſuchen, uub ein Wahlfarth dahin Zu verrichten Schuldes
Inſgemein aber alle und iede unſere Pfründner ſich
eines eingezogenen Chriſtlichen Wandels, aller Zucht und
Erbarkeit, und Zuforderſt rechter Ainigkeit und brüderlicher
Lieb, welche Gott der Allmächtige an einem ſolchen Ihme
ergebenen .orih ſonderlich erfordert, nach allen Vermoͤgen be⸗
fleiſſen, dargegen ſich leichtfertig und unnützigen geſchwatzs
inſonderheit deß Gottsläſteren und unzüchtiger Wort, auch
deß Volltrinckens, ſchaͤndens und ſchmähens und aller an=
deren unerbahren Händel gäntzlich enthalten, Vnſerer Spi⸗
talordnung und allen derſelben Articulen ſchuldigen Gehor⸗
ſamb leiſten, oder in widrigen fall Die übertretter und ums
gehorſamen uff Zuvor beſchehenes Vermahnen oder Verwar⸗
"nen Erſtlichen mit Waſſer und Brod, dannen mit dem
Kerder unnachleſſig geſtraft und endlichen uff öfters Wieder⸗
holen mit Vorwiſſen unferer Nachkommen eines ieder Zeit
Regirenden Biſchofs Zu Bamberg ohne alle weitergg Begna⸗
dung auf dieſen unferen Spital gefhafft, nnd anderen Zur
ärgernuf länger barinnen Keines Weegs gebultet: Deßglei⸗
den: auch, wer einmal felbft freywillig darauß Komt, nims
mer mehr darein gelaſſen werden.
Solchem unſeren Spital und deſſen einverleibten
Pfründnern wollen Wir einen beſonderen aigenen Priſter
welcher den Gottes⸗Dienſt in der Spital Kirchen Verrich⸗
ten folle, Zu ihrem BeichtVBatter Verordnen, in dem übri⸗
gen aber die Seelforg unferer oberen Pfarr Zu unferer lie
ben Frauen Zu Bamberg untergeben, doch unjerer Pfründner
ihr Begräbtnuß bay Set. Getreuen haben, und für ieden
fo dahin begraben würd, ein gulden in die Kirchen daſelb⸗
ften geben; oder da ſich einer welches iedem frey jteht, an
. ein ander orth Begraben laffen will, ſolche Gebühr daſelbſt⸗
bin, doch auch nit mehr ald ein Gulden, auf unferen
Spital entrichtet „werden. j
Die Anzahl der Perſohnen und Pfruͤndner, fp darin»
1
nen Zu unterhalten, follen ind Künftig nach gelegenheit und
ertragung deß einfommend gerichtet, noch Znr Zeit aber
biß daßfelbe ein mehrerd Zunimmt, über Zwangig Arme
Pfründner, Darunter obberührten unferen DombEapitul bes
wilfigte drey perfohnen Begriefen, nit unterhalten werben.
Hierauf und Zu unterhaltung dieſes unferes erhobenen, nnd
wie obbemeld für Vnſere Bambergifche arme Diener Von
Meuen Yunbirten Spitald, darzu unß Erftlihen die wür-
dige Unfere liebe Andächtige und getreue Abbt, Prior und
Convent obgedachtes unferes Cloſters Moͤnchsberg, Vermög
Zugleich darüber ertheilten Briefs Vnſeren obbenanten Set.
Aegidij Hof Von dem heil. Ottone geſtiftet, Welchem bemelt
unſer Cloſter ſeithero eingegangener Stiftung eingehabt und
genoſſen, ſambt dazugehörigen Capellen oder Kirchen ab⸗
getreten und eingeraumet, haben Wir mit Zeitiger guter Vor⸗
betrachtung, und in beſter Form, alß Wir ſolches immer
thun Können und mögen, denſelben ſambt darzn erkauften
und gleich daran ſtoſſenden garten in der Hadergaſſen ges
legen, Zu dem orth deß Spitale und deſſen beftändiger-
Bohnung depudirt und Verordnet, und Weilen wir unfered
Anvertrauten Stift Bamberg einfommen anzugreifen, ober
Hieher Zu Berwenden nit begehren, folgende pia Legata,
auch die Hernach benante Zu foldem Ende Bon ung fon-
derbar erfaufte Gütter und gefäll übergeben, gewittumbt
und aufgeopfert, gedachten unjern Spital Würdlichen in-
corporirt und ein Berleibt, thuen daß auch hiemit wiſſentlich
in Craft dieſes Briefs. Nemlichen weiland dep Hochwür⸗
digen Fürften Herrn Neibtharten, Biſchofen Zu Bamberg
und Dombprobftien Zu Würgburg, unferd in Gott ruhen»
den geehrten lieben Herren Vorfahrers Chriftlihen An⸗
daͤncens in Seiner Liebben Teftament über außgerichte Le-
geta befundene, und. ad pias Caumas Vermachte Verlaſſen⸗
ſchaft. |
Deſgleichen die Bon weilaud Barbara Dinftin Wittiben
in unſerer Statt Bamberg feeligen Zu ebenmefligen Endte
12 :
wohlmeinend fegirte, und indeme Unſerer dispofition unters
gebene &ütter, inmaffen bei gedachten unferen Spital dieſes
alles fonderbar eingefchrieben und fpezifizirt Zu befinden.
Dann an paren gelt Fünftanffent Güldn welche wey
land der Ehrwürdig unfer Praͤlat, Rath, lieber Freundt,
Andächtiger nnd getreuer Wolfgang Albrecht Bon Würgburg,
beder Vnſerer Dombftieffter Bamberg und Würkburg Domb-
probft, feeliger gedächtnis Zu Dießen unſerem Spital infon⸗
derheit Vermaint und Verſchaft hat.
Daß Ritterguth Dietzhof in nnferen Ambt Vorchheimb
gelegen, ſo Zum theil unſeres Stifts Bambergs Rittermann⸗
lehen, Zum theil frey eigen iſt.
Drey Viertel am Zehenden Zu Renußes bei Vorchheimb
ſo Wieſenthauiſch Lehen.
Und einen getraidt und Weinzehenden Zu Horßdorf,
an deme drey theil Bambergiſch⸗ und ein theil Wießenthauiſch
Mannlehen, welche ietzt Nechſt geſetzte drey Stück Wir Zu
dieſen unſeren Spital Von denen Von Wießenthau erkauft
haben.
Ein Hof Zu lauter, Zu welchen Ungefähr anderthalb
hundert Tagwercks Veldts, bei SechZehen Tagwerck Wieſen.
Ein Hundert Tagwerk Holtz und Fünf Weyerlein, fo
auffer Zweyer unferd Caſtens, Baunach Lehen, gehörig jeyn.
Ein ungebautes Söldengütlein, darzu zwey Hundert Tagwerck
Holg und Sieben Weyer gehörig zu Godeldorf.
Ein Beyer Zu Obern Haidt, einer Gemein dafelb-
ften Lehen.
Einen Drittheil Wein- und getraid Zehenden zu
Dörffles, fo unferen Würkburgifhen Ambt Walburg zu
Zinnslehen rühret.
Einen Fünftheil Weinzehenden dafelbften zu Doͤrffles,
fambt einem Kalterhäußlein jo Zum theil aigen, und Zum
theil unſers Cloſters Monchsbergs Lehen.
Diie Spornlehen zu ſtaffelſtein, deren Vier und Zwan⸗
zig tagwerck Wieſen, Gin getrait gült Dim Braͤunleinshof
‚43
alß ſechs Simra Korn, ſechs Simra Habern, "und ſechs
Simra Dinkel Rürnberger Maaß, ſambt achzig tagwerk Holtz
und ailf Weyerlein ſo unſers Caſtens Vorcheimb Lehen.
Etlich Ewige geltZinnd uf unterſchiedenen Haͤuſſern und
Veldern in der Weyden in unſerer Statt Bamberg, ſo
theils aigen, und Zum theil unſeres Cloſters Moͤnchsbergs
Lehen.
Ein Klein Zehentlein Zu Schwaintbal unſerer Cang⸗
ley Zu Bamberg Lehenbar.
WVierzgig einfache hin und wied gelegene lehen, fo durch
unterſchiedene perſohnen dießen unſeren Spital gutwillig Zu
lehen aufgetragen worden. So Wir alles hierzu erkauft
und gewithmet haben, auch waß wir noch ferner hierzu er⸗
kaufen oder andere guthertzige leuth auſ ſonderbarer Andacht
noch Künftig darzu ſteuern mögten, wie deren übergabs
brief außweißen, welche bey unſeren Spital fleiſſig regiſtrirt,
und ſo wohle ihnen alſ anderen gutthaͤthern in ewiger Gedaͤcht⸗
nus gehalten werden ſolle.
Damit nun ſolche Stück, gütter und gefäll, auch waß
hinführo nach dem Willen Gottes noch weiter darzu ges
bracht würdet, dieſem unferen Spital und befjelben armen
Bfrändnern Zu Rus und guten angewendt und In beitän-
digen bäuligen Weßen, So wohle unſer ganged Spital bey
rechter ordnung und feinen aufnehmen erhalten .werden, fo
haben wir dem gangen Spitalweßen Zween Zu Bor:
ſtehern, Pfleger und Ueberſteher Verordnet, Nemblich
die Bürdige und Hochgelehrte unſere liebe Andächtige und
getreue Bolfgang Dettlein Linfern Fifcalen, und Sobann
-Braunen der Rechten doetorn Unſeren Rath deren ins
Künftig erledtigte Stellen Unfere Nachkommen am Stift
Bamberg ieded mahls wiederumben auf Unferen Gaiſt⸗ und
weltlichen Näthen dafelbft mit anderen taugentlihen, Der:
ſtendigen und ſolchen Berfohnen Zu erfegen, die eine fondere
lieb und. Meinung Zu ben armen leuthen tsagen, uud. fi
14
derfelben halben mit rechter Sorg und mühe gutwillig be
Inden,
Wecelche Unfere jegige und Fünftig Berorbnete Bor,
fieher fih fambt und ſonders Umb diefen unferen Spital,
deffelben gangen Standt und Weßen, aud alle deffen ange
hörige mit getreuen Fleiß annehmen, jede Wochen uffB we
nigft einmahl darein gehen, wie man darinnen hauffe viſt
tiren und Zufehen, infonderbeit darob und daran feyn fol-
len, daß unferd Spitald Nutz und frommen befürbert bejor-
gender Schaden Zeitlich Vorkommen und Verhüttet, mit feinen
einfommen und Gütteru recht Hauß gehalten, die Pfründner
mit der Bon unß Verordneten Speiß, trank, Kleidung, lager
und anderer Notturft unflagbar Berfehen, und fo wohle
Bon unferen Spitalmeifter und. anderen unferes Spitals
beftelten Dienern, alß den Pfrünbnern ſelbſten dieſer unfe:
ver Fundation, deren annectirten Spitalordnung, und allen
ihren punften und Articulen würdlihe Folg geleiftet und
nachgefegt werde. Doc follen gedachte unfere Pfleger und
infpectore8 ohne unßer und unferer Nachkommen am Stift
Bamberg Vorwiffen und Befelh weder mit denen Pfründnern
noch fonften einige Aenderung oder anders wichtige Borzu-
nehmen nicht macht haben, Sondern daß directorium und
Böllige dispofition einem Regirenden Fürften und Biſchofen
Zu Bamberg einzig und allein Zuftehen und Berbleiben.
Zu melden unfere Rachſtommen alß Bon Bolt und
feiner Kirchen gleih unß Constitufrten Curatoren par-
perum, und darneben aud) unferen Ehrwärdigen Dom&apitul
daſelbſten Zu Bamberg Wir unß gaͤntzlich getröften, Die:
felben auch, umb Gottes und der Ehriftlichen Liebe Willen
hiemit erfucht und gebetten haben wollen an dieſen unferen
Spital, Fundation und Berorbnung wider über Kurk noch
fang im geringften nicht® Zu Enberen: noch daſſelbe Yu
beihwähren, etwas darBon Bu erziehen, noch anders we:
hin, dan e8 Bon un gemeinde iſt, Su verwenben; Sun
%
dern Vielmehr weilen wir Ihnen Zumalen aud) zwo Verfohnen
Zu präfentiren Verwilltget nach beften ihren Bermögen fteif
und Veſt handt Zu haben, bei feinen weſen beftändig Yu
erhalten, Zu Mehren und Zu Berbeffeen, and da wir wiber
Verhofen auf biefen Zeitlichen Leben, ehe wir ſolch unfer
Vorhaben Vollſtaͤndig Zu Werd bräcten, nad, dem Willen
Gottes abgefordert mürden, Daffelbe ın feine Voͤllige Enbt.
ſchaft, Würdung und esse unfehlbar Zu bringen und Zu
befürdern. Dardurch werben Ste nit allein, Ihnen ſelbſten
Zu fondern Ruhm und den Armen Zum troft, Wohl und
Augli Handeln, Sondern auch Bon Gott dem Allmächti⸗
gen, der Kein Gutes Werd unbelohnt left, und bey Deme
daß Gebett der armen Biel Bermag, ihnen, unfern Stift
Bamberg, und dem gangen Landt deſto mehrere Zeitlich und
Ewige Wohlfahrth, feegen und gedeyen erwerben.
Sollte aber wider unfere gängliche Zuverfiht und Ber:
teöftung folhe unfere Wohlgemeinde Stiftung niht nad
allen Kräften und Vermögen gehandthabt, und bey ihrigen
beftändig esse erhalten, Sondern entweder auß unfleiß oder
unachtſamkeit in abnehmen und Eingaug gerathen, ober
Borjeglihen in andere Weeg Berwend und geendert mwer-
den, haben die Senigen, fo daran fhuldig, oder in einiger:
ley Weiß darzuhelfen und Fürſchueb thuen, ihren unfleif,
Nachſehen und unzimlihes Vornehmen vor dem Richter:
Stuhl Gotted Zu Berantworten, und uf der armen unauf-
pleibend anklagen den Göttlihen Zorn und Straf, welche
allen denen, fo fi} der Armen nicht Eyfrig annehmen ge-
trohet wird, Zeitlih und Ewig zu gewartten.
Defien wir ung aber Zn denen unferigen Keines⸗
Weegs: fondern Vielmehr aller Getreuen forgfältigen Hülf
und Handthab Verſehen wöllen und haben demnah Zu
Waarer Urfundt an diefen Brief, fo libelld weiß Berfaft,
Unfer Infigel. hängen laffen und ung Zugleich mit eigenen
Handen unterjchrieben.
So befennen wir Johann Chriftoph Neuftätter Stür-
mer genamut, Domprobſt, Johann Georg Fuchs v. Dornheim
Dombdehant, Sebaftien Schenf von Staufenberg Senier,
und daß Eapiiel gemainiglih dep hoben Kayf. Dombſtifts
Yu Bamberg, daß folhe Ihrer F. G. gottjeeligen ftift- und
Verordnung, wie dieſelbe hieeben einverleibt und bejchrie-
ben ift, mit unferen guten Wiffen und Willen gefchehen.
Bereden und Berfprechen auch hiemit, darüber fo Biel unf
berührt, fieet und Veſt In Halten, und im geringften nichts
Zu Berftatten, fo darwiber fein möchte, Geftalten Wir dan
deſſen Zur Urdundt neben Ihrer F. Gn. auch unfere® ge
mainen Eapituld Inſigel hieran gehangen. So geben und
geihehen. Bamberg anno 1612 10. Mai,
1. Inslebentretung der Stiftung. ° Mehrjähriger Aufent⸗
halt der geiſtlichen Alnmnen im Stiftungshaufe.
Ein ferneres Lebendzeichen dieſer Stiftung ift bie erfte
noch vorhandene Rechnung von Walburgid 1612 bis dahin
1613.
In derfelben erfcheinen ald nußbringende Capitalien,
von welchen bereit8 in der Stiftungsurfunde Meldung ge-
macht worden, |
11,333 fl. 20 fr. vom Fürftbifhofe Neidhart v. Thüngen,
5,000 fl. — fr. vom Dompropfte von Würzburg, und
2,000 fl. — fr. von Barbara Dienftin herrührend.
18,333 fl. 20 Er.
Hinfichtlich der Dienſt'ſchen 2000 fl. findet ih in dem
Aten die Bemerkung, daß die fürftlihe Ober⸗Einnahme
1000 fl. nommine hospitalis an die Foͤrtſchiſchen Erben zu
zahlen übernommen habe. Demnach beftand nod ein Aktiv:
Capital von 17,333 fl. 20 kr., welches bei der fürftlichen
Ober-Einnahme verzinslich angelegt war.
Allein im Jahr 1618 brach der 30jaͤhrige Krieg aus,
welcher viele Geldopfer forderte, fo daß Die Zinfe nicht ges
zahlt werden konnten. ‘Diefelben wurden länger als buns
dert Jahre nicht berichtiget, erreichten eine bedeutende Höhe,
17
und laufen wie ein rother Faden durch die Rechnungen hindurch,
und zwar bis zum Jahre 1802, worauf hingewiefen wird.
Die übrigen Befigthümer der Barbara Dienftin, wel
he der Sftiftung zuftelen, waren, wie fie in der Rechnung
vorfommen folgende:
1) Eine Behaufung uff dem Markt „‚gewerthet auf 3,200 fl.“*)
2) Ein Garten vor dem StephandsThor . . . 800 „,
3) Ein Wein: und Getraidzehentlein, fodann uff
34 Ader Weinberg, jährlich den fünften Theil
an Weingült — 13 Ader Weinberg, und ein
Kalter: Haus jammt Kalter-Haudgefhirre . 856 „,
4) Etlihe Zins und Klein Rechte uf — Gü⸗
tern in der Weide... . 160,
5) Ein See zu Oberhaid . . ; 0... 150,
6) Ein Hof zu 2 Sölden zu Rauter 20.0. 2,500 „
7) Ein Hof, ein bebautes Feld und zwei unbe:
baute Felder zu Godeldorf . . . . 1,200 „
8) Ein Fifhwafler zu Lauter, fo die Gemeinde
allda H. Kammer:Meifter Seelr verfegt hat . 50 „,
9) Abnugung des Woͤrths zu Oberhaid . . — —
10) Vieh, Getraid, Haus— zu Lauter und
Godeldorf**).... 2020. 1220,
Summe 10, 136 fl.
Im Jahre 1613 wurde dad Rittergut Dietzhof un:
weit Vorchheim von der Familie von Wieſenthau für
20,000 fl. und 500 fl. Leikauf gefauft. Der Kaufbrief vom
13. Sept. 1613 befindet fi) im hiefigen Archive.
Laut Rechnung vom Sahre 1613 hat Martin von
Schaumberg, Domherr zu Bamberg, Dompropft zu Eichftätt
500 fl., Felir Goͤtz, Dechant zu Set. Safob 100 fl. und
*) Diefed Haus ftand auf der Stelle, wo die Jeſuiten Kirche‘ jetzt
Sct. Martinskirche befindlich.
**) Eine Zeitlang wurben biefe Grundſtücke von der Stiftung aus
ſelbſt bewirthfchaftet, dann verpachtet, endlich Sal
18
Nikolaus Spindler, Provifor zu Güsbach 50 fl. Iegreillig zu
diefer Stiftung gegeben.
Sm Sabre 1614 wurden 5000 fl. reitirentes Kauf
geld von Dietzhof bezahlt.
Aumerlung. Wegen Ankaufes folder Güter, Behenteu x.
war man in bie Rothwenbigteit verfegt, Gelb aufzimehmen, und laut
Rechnung vom Zahre 16/., wurben 1082 fl. 30 Fr. Bindgelder bezaßlt.
Aus der Rechnung vom Jahre 1613 ift dieſes als
merkfwürdig anzuführen, daß zum erften Male Ausgaben
auf den Stiftungszwed erfcheinen als:
39 fl. Koftgeld, welde der Cath. Forfterin nemlich
2 fl. wöchentlich gezahlt wurden.
70 f. 2 Pf. 17 Hlr. für Unterhaltung der Franfen
Hofdiener.
96 fl. 3 Pf. 131 Hlr. für Hausgeräthe und Noth-
durft zur Haushaltung.
Da die Alumnen des Glerifal- Seminare ihre Woh⸗
nung an die im Sahre 1611 hieher berufenen Sejuiten ab⸗
zugeben hatten, und im Sct. Aegidiud-Spitale unbenugte
Zimmer vorhanden waren, fo wurden dm Sahre 1616 bie
Alumnen mit ihrem Inſpektor vorlänfig dort untergebradit,
wo fie viele Dezennten verweilten. (Unten IV. wird ihr
Austritt gemeldet werden.
Deßhalb ericheint in der Rechnung vom Sahre 164$
ald Einnahme zum erften Male:
42 fl. 7 Pf 6 Hlr. Koftgeld aus dem Seminar fer:
ner:
131 fl. 1 Pf. 15 Hlr. Koftgeld-aus fürftl. Bambgr.
Kammer wegen Franfer Hofdiener.
Bemerflihe Audgaben find:
10 fl. Zinfen von 200 fl. Kapital, fo aus den Dienft.
Teftament armen und ehrlihen Dienftmägden verfhafft —
mit beigefegter Bemerkung: „Ueber die Bertheilung Der Zinfe
ift vom Fürftbifchofe noch nicht verfügt worden.”
19
32 fl. 1 Pf. 24 Hlr. für die beiden Welfhen: Beter
Rubini und Alerander Francialli. |
226 fl. 2 Pf. 224 Hlr. wegen kranker KHofdiener
und Alumnen.
Sm Sabre 1645 wurden an Koftgelb:
64 fl. aus hochfürſtl. Hofkammer wegen ber Eranfen
KHofdiener und
50 fl. 4 Pf. 28 Hlr. für die Alumnen aus dem Se:
minario eingenommen, ferner:
2350 fl. Einfaufgeld, als 1500 fl. des geweſenen
Schultheißen Martin Hornung zu Ebensfeld, nämlich 1000fl.
fo er vor deffen Ihro fürfil. Gnaden auffer des Spitald ver-
fprochen, dann 500 fl. für feine Pfründe, laut übergebenen
Revers
500 fl. welche Endres Hilpert, geweſener Büttner uffn
Münchberg für feine reihe Pfründ im Spital gegeben hat,
350 fl. welche Barbara Scharpin, Bürgerin allhier für
ihre Pründe gegeben.
Einnahme an Koftgeld im Sabre 1648.
23 fl. 6 Pf. 14 Hlr. wegen den Alumnen aus dem
Seminario empfangen.
Anmerlung. Bamberger Eiumohner haben zu biefer Zeit
Häufer, Wiefen und Weinberge abgegeben und fi dadurch eingekauft.
Es findet fih zum erſten Male eine Defonomie:Red):
nung vom Jahre 1645 — mit einer Ausgabe von 1528 fl.
221 Hlr.
Als Ausgabe bemerflid:
89 fl. 4 Pf. 18 Hlr. um ein Stüblein und Kämmer:
lein im Spital für die reihen Pfründner herzurichten.
Rehnung 1644,
Cinnahme.
50 fl. welde Caſpar Hartmann, Dechant bei St.
Gangolph Tegirt hat,
1950 fl. in verjhiedenen Poſten von 6 Perfonen, die
fi) eingefauft haben.
| 2°
20
rt. 11 fl. zahlt H. Georg Lichtenftein Prokurator des Se-
minarium, Koftgeld für franfe Alumnen.
18 fl. Die hochfürftlihe Hoflammer für franfe Kof-
diener,
Ausgabe,
1 fl. nad) Baunach wegen des Schöpfenftueld (Sic.)
uff dem Hoff zu Lauter, und muß Beftandbauer auh 1fl.
entrichten.
3 fl. 6 Pf. 24 Hlr. oder 32 Pf. Schöpfengelt gibt
der Bräunleindhof, nad) Neunkirchen.
Anmerlung. Pie Stiftung Hatte zu biefer Zeit viele Pafliv-
Capitalien, deren Binfe 1760 fl. 2 Pf. 3 Hlr. betrugen.
122 Sta. Korn wurden von Walburgis 1621 bis da:
hin 22 zu der Haushaltung verbaden, 6 Zentner 81 Bf.
Karpfen verjpeißt und 4 Zentner 204 Pf. Schmalz ver:
braucht, nebſtdem find, 48 Bentner Fleifh aufgegangen
und wurden 11 Gaͤns 24 alte 56 junge Hüner und 94
Paar Tauben verzehrt.
Der edle Stifter Eonnte fein Werf nicht vollenden.
Der Tod überrafchte ihn am 29. Der. 1622,. ald er fid
zu Regensburg auf dem Reichdtage befand. Roch im legten
Sahre feines Lebens ließ er das Gebäude erweitern. Der
neue Bau Efoftete gegen 600 fl. darunter 19 fl. dem Meifter
Barthel Steinmegen uffm Kaulberg, um Shrer Fürſtl. Gna⸗
den hochfel. Gedaäͤchtniß Wappen zu machen. Rechnung für
1622. |
Der bisherige Domdehant Johann Georg Fuchs von
Dornheim wurde zudeffen Nadyfolger gewählt, welcher ſogleich
im erften Sahre feiner Regierung die Stiftung feine Bor:
fahrers beftätigte,
Die Beftätigungs:Urfunde lautet:
Bon Gotted Snaden Bir Johann Georg Bilchof zu
Bamberg urfunden hiermit, daß weiland der Hochwürdige
Fürſt Herr Sohann Gottfried, Bifchof zu Bamberg, und
21
Würzburg unfer negftgeehrter Lieber Herr, und PVorfahr
hriftfeelicher Gedaͤchtnus, mit zeitigen &üttern vorbedacht,
aud Rath und Wiffen des Ehrwürdigen Unferd Domfapi-
tuls den eingegangenen Spital zu Sct. Negidii unter unferen
Klofter Münichdberg in der Hadergaflen gelegen, aus be—⸗
fonderer Andacht wiederum erhoben, für unfere nnd unfers
Stifte alt erlebte und unvermöglice Diener von neuen ges
ftiftet, einen ewigen Diener- Spital für unfern Stift und
Hofftatt fundirt, mit Güttern, Einfommen begabt, uud zu:
gleich rine wohl verfehene Spitalordnung darüber aufgericht,
wie dero albereit zu Papier gebrachte und zum Beftand ver:
faßte, auch Gapitulariter abgelefene und allerdings ratificirt®
Fundation fambt ter Ordnung von Wortenzu Worten hernach⸗
folgend mit mehreren audweifet, und zu erfennen giebt.
Nahdeme nun Ihre lbd. feelige, ald fie gleich im
Merk begriffen geweſen, diefe Ihre obinferirte Gottfeelige
Stiftung, Fundation, und Ordnung für fi und dero Dom:
fapitel iu originali ausfertigen und mit ihren beederfeitd
Snfigeln zu rechter ewig mwährender Beitändigfeit corrobo-
tiren, und befräftigen zu laffen, von dem Allmächtigen Gott
mit einer unverfehenen gefährlihen Leibsſchwachheit ange:
griffen, auch dadurch nad) feinem göttlichen unwandelbaren
Willen, ehedem foldhe vorgehabte gänzlihe Ausfertigung
ihre vollflommene würflichfeit erreiht, aus diefem zeitlichen
Leben feeliglic, abgefordert worden, und alfo den angedeuten
Begriff, an weldhen Zwar anderft nichts alf die bloſe Sig-
{ung und Subfeription noch gemangelt und unanthentifirt
hinder fih verlaffen.
Darneben doch genugfamb ofenbar am Zag nnd be:
fannt ift, daß diefe Fundation obeinverleibter Maffen, wie
fie die in Schriften felbft aljo wohlbedächtlich begreifen, und
verfaſſen laffen, ihrer Liebden endlicher Will und Meynung ges
weten; Ste auch auf foldhen Fall ausdrudentlih darinnen
verfehen, daß diefe Ihre Fundation, mofern Ihre Liebden vor
22
deren endlihen Vollziehung nah dem Willen Gottes mit
Tod abgehen würden, von dero nächſten Succefforn ver:
faßter Maffen ganz gemacht, und in ihr völliges beftändi-
ges esse gebracht werden folle.
Als Haben wir demnach das Wert mit vor mohl:
ermelten unferen ehrmwürdigen Domfapitul die fi ihres hier
vorigen hierzugegebenen Conſens Raths und Willeus nod
allerdings wohl erinnern, in fernere umftändige, und reife
Ermwegung gezogen, und mit gefambten ceinhelligen Gutach⸗
ten, daß der Abgang an Statt ihrerXiebden durch und zu
abimpliren, und diefem ihren Löbl. bi8 an ihr End behar:
ten Intention feine Bollfommenheit zu geben, für Redt,
und billich ermeſſen, und befunden.
Bekennen derentwegen ſowohl wir Sohann Georg
Bifchof zu Bamberg, ald wir Johann Chriſtoph Neuftetter,
genannt Stürmer Dompropft, Hieronimus von Würzburg,
Domdehant, Sebaftian Schenk von Staufenberg Senior,
und das Kapitul gemeiniglic, des hohen Kaiferl. Domitifts zu
Bamberg, dag wir folde Chriftliche Fundation und Donation
alles ihres innhalts, wie Diefelben hiebevor in Schriften ver-
fapt, und hieoben inferirt iſt, noch mahlen würflichen rati-
fleirt und befräftiget haben: ratificiren confirmiren und
befräftigen Diefelbe in befter Form, ald wir allen Red:
ten, und gemwohnheiten nad immer fönnen, follen, und
mögen hiermit und in Kraft dies Brief. Wollen,
und verordnen auch darauf für und, und unfere Rad:
fommen zu Folg des in Und gefegten Bertrauend ernſi⸗
lich, daß folche weniger nicht als wann dieſe endliche Ans:
fertigung von dem Herrn Fundatore felbften gefchehen, hin:
füro zu ewigen Zeiten veft und jteif gehalten, auch fleißig,
und forgfälltig gehandhabt, und darmwieder im geringften
nicht gehandelt, noch zn thuen ober zu handlen verftattet
werde, bei Bermeidung der hieroken erinnerten Gefahr, und
Verantwortung, und haben deffen zur Urkund unfere beeder
23
Seitd Infigel hieran zu bangen befohlen, fo geben, und
gefchehen den 1623,
IV. Ereignniffe feit dem Tode bes Stifters bis zum Ver⸗
fanfe des Stiftungs = Hanfes.
Sn der Rechnung vom Sahre 1643 erfcheint die Ein-
nahme von 1940 fl. 4 Pf. 14 Hlr., welde „von Margare:
tha Schürerin zu Steindorf durch XTeftament zum Spitale
verfchaffet und vertejtirt worden find.”
Fürſtbiſchof Johann Georg Fuchs von Dornheim, das
traurige 2008 Tienftunfähiger, vermögenslofer Pfarrer ins
Auge faffend, hat im Hinblid auf den Stiftungszwed des
Sct. Aegidius-Spitales „daß für des Stiftes Bamberg er-
lebte und audgearbeitete Diener, welde etliche Jahre lang
mit gutem Lob, aufrichtig, treu und ehrlich gedient haben,
und die fih in ihrem Alter felbft zu unterhalten nicht ver:
mögen,” um das Jabr 162% angeordnet, daß auch emerite
Bfarrer in daſſelbe aufgenommen wurben.
Da duch diefe Anordnung eine neue Ausgabe für
den Unterhalt folder Geiftlichen nothwendig wurde, fo hat
er auch eine neue Einnahmsd-Quelle von einer geiftl. Pfründe
hieher gezogen. Nämlich das feit dem 3. 1490 beftehende
Frühmeßbenefleium in Altenfundftadtt hatte durch den da=
maligen Krieg — den 30jährigen — großen Berluft erlit-
ten, fo, daß ein Beneficiat nicht mehr unterhalten werden
fonnte. Es genügte, daß wöchentlich eine hi. Meſſe gelefen
wurde, gegen Remuneration von 15 fl. jährlich. Die übrigen
Renten an baarem Gelde fowohl ald an Zehent, Getraid
u. f. w. bat der Bifhof dem Set. Aegidius-Spitale zuge:
theilt. In der vom Kaftner in Weismain geführten Alten:
funftadter Trühmeßbenefteiumsrehnung für Lichtmeß 1638
fommen 204 Bbgr. Simra Waizen ald Einnahme vor, wel:
he — jedoch erft 1628 zum Spitale geliefert wurden. In
derfelben Rechnung heißt e8: „Dieſe Frühmeßgefälle find
24
hac intentione zum Spital von Ihro hochfürſtl. Gnaden
gnädig verwendet worden, daß nemlich hievon die fi alls
bereit etlihe Sahr im Spital befindende alte erlebte und
unvermöglice Briefter mit Koft, Getränf, und nothwenti-
gen Leibeskleidung unterhalten werden ſollen.“ Diefe jähr-
lichen Beiträge an Geld und Getraid u. f. w. waren bald
größer bald geringer, fo daß durdfchnittlich die Summe von
100 fl. angenommen werden fann. Sie wnrden gereicht
bis zum Sabre 1748, wo der Sch Negidiusfpitalfend ſich
vermehrt hatte, weshalb nach Beichluß des bifhäflichen Or⸗
dinariated Die Renten dieſes Beneficiumd dem neuentitanz
denem gering botirten Domus Emeritorum zugetheilt wurden.
Man fehe: Der Emeritenfond im Erzbisſthume Bam—
berg, von Friedrich Wunder, Domfapitular, in den katho—
lifhen Blättern aus Franken v. Sahre 1851. S. 323.
Das Spital felbft mag damald mit Pfründnern wohl
befeßt gewefen fein, denn ed wurden 221 Era. Korn und
2684 Maag Schmalz in der Haushaltung verbrauht 64
Zentner Fiſche verfpeifet, 8 Fuder 44 Eimer 134 Maaß
Dier getrunfen, und der Verlag der Oekonomie forderte Die
Summe von 2607 fl. 7 Pf. 12 Hlr.
In Sabre 1628 wurden 17 Gentner 20 Pf. Rind:
und Scweinfleiib vom gelieferten Spital Bich und 544
Zentner 164 Pf. Rind-, Schweine, Kalb: und Echöppen:
Fleifch, welches vom Metzger erfauft wurde, verbraudt.
Sm Sahre 1632 fiel vom verjtorbenen Pfründner
Bilhelm Seifinger ein Legat von 10 fl. an.
Nun fehlen die Rechnungen von 1631 bie 1660.
Die Alumnen tes Clerikal-Seminars benugten fort
während das Spital, denn in der Rechnung vom Jahre
1682 erfcheinen folgende Ausgaben. ©. 64.
25
4 fl. uff Anfchaffen Sr. Excellenz H. Dr. Tertor dem
Schreiner von einem Cabinetlein in der Alumnufen Stuben
für Sr. Excellenz zu machen.
6 Pf. 21 Sir. dem Schreiner für den Fußboden in
des gedachten H. Dr. gewöhnlichen Wohnftüblein zufammens
zufügen.
2 fl.5 Pf. 1 Sfr. dem Steinhauer für Staffel-Tritte,
welche vor der Alumnufen Haudthür und Kirchenthuͤr ver:
braucht worden.
4 Bf. 10 Hlr. für ein Eifen am Ofen im Bibliothef-
Stüblein. ’
30 fl. dem H. Inſpektor Dr. Textor pro Salario.
Sm Spitale war auch ein Springbrunnen, in der
Rechnung vom Jahre 168% ericheint die Ausgabe
6. f.5 Pf. 17 Hle. dem Brunnenmeifter wegen des
Springbrunnens im Hof.
23 fl. 25 Hlr. desgl. für den Springbrunnen.
Nach Rechnung vom Sabre 1689 waren 7373 fl. 3
Pf. 21 Pf bei Privaten ald Gapitalien angelegt, welche
feinen Zins trugen.
Dagegen erfcheinen ©. 119 und 120 22,250 fl. Ca⸗
pitalien, welche das Spital fhuldig war, und davon Feine
Zinſe zahlte.
Um dad Rechnungsjahr 168% gingen mit dem Spitale
wichtige Veränderungen vor:
Fürftbiihof Marquard Sebaftian Schenf von Stau⸗
fenberg hat durdy Dekret vom 19. Febr. 1685 angeordnet,
Daß Die Alumnen nidt mehr im Spitale fih aufhalten, fon-
bern im Pfarrhaufe zu Sct. Martin Fünftig wohnen follen.
Deshalb fommt in den Erinnerungen über die Rec:
nung vom Sahre 1683 Nro. 14 vor: Auf St. hochfuͤrſtlichen
Gnaden Befelch follen einem Seminarii Inſpektori die 30 fl.
nit mehr vom Spittal gereicht werden.
Ferner kommen ſeit längerer Zeit feine Ausgaben für
26
Ratural-Berpflegnng mehr vor, und bat demnach biefelbe
aufgehört. ——
In der Rechnung vom Jahte 1684 ©. 70 iſt bie
Rede von SHerftellung des Kranfen-Baues, und in ber Fol:
ge von Herſtellung der Kranfenzimmer. ©. 73 erfcheint
die Ausgabe von 22 fl. 3 Pf. 11 Hlr. dem Tüncher für
Anftreihen von 24 Zimmern nebft zwei großen Kreuz⸗Gän⸗
gen — jeden für zwei Zimmer gerehnet — thun foldye
28 Zimmer für jedes 12 Bagen dann 4 Pf. 6 Hlr. Trink:
geld den Gefellen und Jungen.
Diefed Spital diente von diefer Zeit an ald Kranfen-
Haus, was durch folgende Rechnungs - Auszüge dargethan
wird,
So erfcheinen in der Rechnung vom Jahre 1687 nur
T Pf. 12 Hlr. für Lichter, Citronen und Pomeranzen, als
franfe Hofdiener ind Spital gebraht wurden. Desgleichen
wurde aud ein Bothe, der aus Schwaben gefommen war,
Krankheitöhalber in daffelbe aufgenommen, ferner der franfe
Hofpage J. Speth, im Auguft 1687, für welchen man ein
neued Kegelfpiel a 5 Pf. 1 Hlr. anſchaffte. 1 Pf. 3 Hr.
wurden der Kranfenwärterin für Licht gezahlt, ald 2. Rov.
1687 ein Laufer ind Spital Fam.
Die Rechnung vom Sahre 1688 enthält die Einnahme
von 860 fl. 6 Pf. 224 Hlr. und die Ausgabe von 676 fl.
6 Pf. 14 Hlr. hierunter der Wärterin 19 fl. 3,Pf. 10 Hlr.
an Geld und 6 Sra. ag Korn.
Für Pfründner wurde nichts ausgegeben als nur 4
Stra. Korn dem Hand Krumer, Zöllner auf dem Kaulberg,
als Pfründner verabreicht.
In den folgenden Rechnungen fommen feine Ausgaben
für Pfeündner uud nur geringe für Kranfe vor. Im Sabre
1694 wurde der Bediente ded Hrn. von Frankenſtein in
das Aegidius-Spital gebracht, welcher alldort den 9. April
169& geftorben: ift.
37
Bon 1695 bid 1738 gehen die Rechnungen ab. Doch
findet fi, ein Auszug vor vom Sahre 1695, welcher hier
mitgetheilt wird und zeigt, daß der Dermögenäftand Fein
glänzender war.
fl.
90
17
314
17
659
Pr.
1
4
6
2
7
4
—
3
—
Einnahme.
Hlr.
54 an Erbzinſen.
4, Kapitalzinfen.
21 ,, Beftandgeldern von Höfen, Fel-
dern und Wiefen.
74 ,, Steuer von Dieghofer und Bie⸗
ger’ihen Unterthanen.
— ,„, Xar und Ungeld.
91-,, unbeftändigen Zehentgeldern.
— aus verkauftem Getraide.
— Weine.
„ „
14 Summe.
Ausgabe an Gelb.
Hlr. 0
84 an Erbzinſen.
— an Zinſen von entlehnten Geldern.
— für Weingartsbaukoſten.
— „ ſonſt nothwendige Baufoften.
3 Abfenzgeld wegen des Altenfun-
ftadter Frühmeß-Beneftcium.
6 Subsidium charitativum.
— für Verpflegung der Kranken⸗Waͤr⸗
terin.
— „ Zehrung bei Berlaffung von
Gült und Zehent, Bothenlohn,
entlehnte Pferde u. ſ. w.
— ,, Befoldnng des PVerwalterd.
— ,, Ausgaben indgemein.
6 174 Summe,
28
Ausgabe an Getraid.
2 an Baiz dem Verwalter.
an Korn.
18 den alten meritirten KHofbedienten.
14 der Kranfen-Wärterin.
10 dem Bermwalter,
2 ,, Foͤrſter zu Weidendorf
3 0 ,, Doigt zu Dietzhof Beſtallung.
2 „der das Getraid wendet
2 an beilaͤufigen Almoſen.
— an Dinkel.
an Haber:
den Verwalter.
an Wein:
1 Eimer’an Füllwein nnd Almoſen.
Anmerkung Am Ende flieht: ‚Auf biefed Spital if feine
Reflerion zu machen, indem die Ausgabe an Gelb die Eiunahme über-
trifft, welche® daher kommt, weil die DObersEinnahme von ihrem an⸗
herſchuldigen Capitale feinen Zins zahlen thut.“ Der Ausſtand be⸗
trägt 15113 fl., welche die Ober⸗Einnahme ſchuldig if.
Wie trübſelig damals die Verhältniffe waren, mag aus
nachſtehendem ‘Defrete erfehen werden:
Nachdem das‘ Hofpital ad S. Aegidium allhier Bon
deifen Steuerbahren Güttern zu Memmelßdorf 780 fl. Hin:
terjtändige Steuer und Contribution zu diefem Steuer-Ambt
bi8 ad Decemb. 1694. ſchuldig, da hingegen ein Capital von
Ir fl. uff der Hochfürftl. Ober-Einnahmb fichen hat, Da
Bon Demfelben in Bielen Sahren Kein Intereſſe Bezabhlt
worben! Als ergeht hiermit des Hochwürdigſten 2c. unfers
gnädigften Fürften und Herrn gnädigfte Verordnung an
Dero Ober: Einnahmb, daß obige 780 fl. Dem gemelten
Hospital in Abfchlag der Hinderftändigen Zinßen abgefchrie-
ben werden follen, allermaffen dann der Ober-Einnahms-
Zahlmeifter, der Aegidiiſpithal-Verwalther, und Voigt Zu
nn
29
Memmelßdorff fih mit Einander Zu Berechnen: und Einer
dem Andern zu quittiren woifßen ‘werden. Berlaft man fich
zu gefchehen. Decretum Bamberg den A. Febr. 1695.
In einem vidirten Rechnungs Audzuge vom Jahre
1729 fteht:
Notandum.,
Bon dem Capitale zu 17333 ft. 20 fr., welches Die
Ober-Einnahme dem Hofpital fchtildet, find demfelben ab
anno 1719 mehr nicht ald 15333 fl. 20 Fr. mithin 2000 fl.
zu wenig verintereffirt worden, welche Intereſſe von mentio-
nirt 1719ten Sahre angerechnet 1100 fl. usque 1729 —
beide incl. — ertragen.
Zu Ende ded 18. Jahrhunderts wurde eine Erwerb,
ung des halben Zodt und lebendigen Dorfzehents in Wohn:
feeß gemadt. Es murde deßhalb in Weismain ein eigner
Verwalter aufgeftellt, der jährlid, Rechnung über diefen Zehent
zu legeu hatte.
Aus der Rechnung vom Sahre 1729 erhellet, daß die
Einnahmen aus verfauftem Getraide, dem lebendigen Zehent
und den Rauch Dreyern 38 fl. 3 Pf. 5 Hlr. und die Aus-
gabe 5 fi. A Pf. 5 Hlr. betrug, worunter 4 fl. Befoldung
des Verwalters begriffen, mithin für die Stiftung ungefähr
33 fl. verblieben.
Wie ſchon erwähnt, fehlen Die Rechnungen von 1695
bi8 1738 — die vorhandene vom Sahre 1735 zeigt, daß
auf den Stiftungdzwed Rüdficht genommen wurde und 16
Pfründner vorhanden waren, wovon 1A jeder jähtlih 40 fl.
und 2 jeder jährlih 56 fl. 3 Pf. 11 Hlr. nebft 6 Simra
Korn erhielten.
Noch ift zu bemerken, daß durch Defret des Fürft-
bifchofs Friedrih Karl von Schönborn vom 17. Sept. 1733
ein Gnadengehalt von 192 fl. für die 6 ftadtgerichtlichen
Schufmeifter dahier angewiefen wurde. Diefe Summe warb
von den Renten hiefiger Wohlthätigfeitöftiftungen genommen
30
und hiezu hatte dieſe unfere Aegidiusfpitalftiftung jährlid
14 fl. fränfifch bi8 zum Beginne der bayer. Negg. beizu-
tragen.
Die Befoldung des Verwalters wurde feit 172% von
50 fl. auf 100 fl. erhöht, nebfidem hatte er freie Wohnung
im Gtiftungd-Gebäude, Getraidebezüge — hievon unten.
In diefem Jahre erfcheint ald neue Ausgabe: A fl. zum
neuen Almofenamte, ferner wurde der Springbrunnen in
einen Ziehbrunnen umgeändert, wofür 5 fl. 3 Pf. 11 Kir.
für 9 Klafter eiferne Ketten. 2 fl. 3 Pf 11 Hlr. für das
Rad verausgabt wurden.
V. Verkanf des Stiftungs-Hauſes.
Das Stiftungshaus war, indem nur äußere Pfründen
beftanden, von Pfründnern nicht befegt, und ging durch Ver:
fauf an eine andere Stiftung über.
Nämlich der am 2. April 1738 zu Würzburg verftorbene
unvergeßliche Domherr von Bamberg und Würzburg Jodok
Bernard Freiherr von Auffeß hat durch Zeftament vom 1%.
Fehr. 1738 verfügt, Daß fein bedeutendes Vermoͤgen von
325,338 fl. fränf. zu einem Seminar für arme Studenten
2 Bamberger und 4 Würzburger verwendet, und fein Haus
im Zinfenwörthe Dift. L Nro. 88 (wo gegenwärtig Das
Schaufpielhaus nebft Wirthſchaſts-Gebaͤude) hiezu eingerichtet
werde. Allein die Vollftreder feines legten Willens fanden
baffelbe ungeeignet, und richteten ihr Augenmerf auf da?
leerftehende Sct. Aegidius-Spital. Sie wandten fi deshalt
an den Fürftbifhof Friedrih Karl (von Schönborn), mit
defien Genehmigung im Jahre 1740 dad Sct. Aegidius⸗
Spital-GebAude mit Garten nebft Capelle für 8000 fi. f.
von ihnen erfauft wurde. Der Kaufichilling wurde zum
Stiftungsfonde gezogen. Durch diefen Verkauf wurde aud
died erzielt, daß nicht mehr Ausgaben für den baulichen
Unterhalt zu machen waren. Dem Verwalter wurden als
31
Entfchädigung wegen Ausziehens aus dem Gtiftungd- Haufe
30 fl. und anf Lebenszeit jährlich 200 fl. für den Entgang
der Wohnung und des Garten — Genußes bewilligt.
Laut Rechnung vom Sahrt 1743 erhöhte ſich die jähr-
liche Unterftügung von 15 Pfründnern von 40 fl. auf AAfl.
6 Pf. 2 Hla. und der 16. erhielt 61 fl. 4 Pf. 21 Kl.
nebftdem jeder 6 Simra Korn.
Sm Sahre 1745 ftarb der biäherige Verwalter Faber,
der auch Bürgermeifter war, und fein Nachfolger Köhler er:
bielt 300 fl. Befoldung nebft 10 Simra Korn und 2 Simra
Haber.
Zu bemerken iſt, daß vom Jahre 1749 bis 3761 die
Rechnungen abgehen, und daß 13. Dez. 1749 dem hiefigen
Stadt-Bau-Amte 700 fl. frank. zu 3 Proz. gelehnt wurden,
um auf dem Sc. Martins Kirchhofe — jegigen Marplage
— ein Haus für den Kirchner, Organiften und Todtengrä-
ber, die männlichen Schulfinder der Pfarrei und ihren Leh⸗
rer zu erbauen. Aus einigen andern Stiftungen wurden
auch zu diefem Zwecke Capitalien entlehnt.
Man fehe das Weitere In der Rechnung vom Sahre
1803 und unten den Vertrag vom Jahre 1836 abgefchloffen
zwifchen dem Set. Anna Damenftifte in Münden und dem
Magiftrate der Stadt Bamberg $. 3. pos. 3.
Da nah Rechnung vom Sahre 174
2923 fl. A Pf. 22 Hlr. an Eapitalzinfen,
503 fl. 2 Pf. 14 Hlr. aus verfauften Getraide und
241.5 Pf. 1 Hlr. aus verkauften Mofte eingenom:
men wurden, und ber Zins von Baftiv-Kapitalien nur A2 fl.
betrug, fo hat man die Gabe an die Pfründner auf 48 fl.
für jeden gefteigert. Nebftvem wurden 54 fl. als Almofen
an verfehiedene Perſonen, und 24 fl. an das neue Almofen-
Amt verabreicht.
Wie nah dem Preußen Kriege, in welchem Bamberg
auch fehr viel gelitten hat, der Stand der Stiftung befchaf-
32
fen war, mag aus den hier folgenden Einnahma-Boften v.
Sahre 1788 erfehen werden.
+
1321 503 Beſtand an baarem Gelbe,
2814 503 an Ausftänden,
111 5 „ Erbzinfen,
103 231 , ordinärer Steuer,
3240 10 ,, Kapitalzinfen aus 72,059 fl. 20 fr.*),
1390 — „ beimbezablten Capitalien,
146 — ,, verpacteten Gütern,
221 36 ,„ Handlohn,
4 — „ von den SKinterfaffen,
4 40 , an Um⸗ und Tax-Geldern,
1 31 ,, beftändigen Zehentgelde,
11 33 ,, lebendigen und Haus-Zehent,
21 49 ,, für Getraid, Heu, Schmalfaat, Wein-
| zehent zu Horſchdorf,
282 404 ,, verfauftes Getraib,
32 112 „ 7 Moft,
— 114 „ Opfer,
— 24 , Straf eines Pfründners für Abweſen⸗
heit vom Gottesdienſte,
1455 554 Insgemein.
17,172 124 Summe ber Einnahmen.
«) In biefer Rechnung wird vorgebradt:
„Der Außenfland an
alten Binfen, welche bie fürftl. Ober-Einnahme zu zahlen bat,
beträgt
56,880 fl. vom Jahre 1633 bis 1706 dann
8,117 fl. 2 Pfd. 9 Hlr. vom Sabre 1706 bis 1718
65,097 fl. 2 Pfb. 9 Hlr. von 15,333 fl. 20 kr. Eapitalien.
Weiter wirb bemerkt; Weil die Ober- Einnahme ſolche Zinfen
nicht abführt, fo werben fie nicht ad calculum genommen, ſon⸗
dern nur berichtweiß angeführt.‘
Die GetraidsEinnahme betrug 226'/, Simra.
Unter den Ausgaben if zu bemerken ber Poften von 194 fl.
Almofen, welches befonderd den Wittwen bed Hoftafeldeder®:-
Soffourierd u. ſ. w. gereicht wurbe.
038
Die Einnahmen diefer Stiftung hatten fi indeffen fo
erhöht, daß nicht nur Die Ausgaben auf den Zweck beftritten
werben Eonnten, jondern noch ein Ueberſchuß verblieb. Da
zur Unterhaltung dienftunfähiger Priefter Feine hinreichenden
Seld-Mittel vorhanden waren, fo hat Die geiftliche Oberbe⸗
börde mit Genehmigung des Fürjtbifhofs Die entbehrlichen
Renten biefiger milden Stiftungen für Diefelben zu verwen-
den fich veranlaßt gejehen. ‘Demzufolge hat das bifchäfliche
Vikariat unterm 7. Nov. 1774 den Beitrag von 40 fl. und
wieder unterm 3. Zuli 1775 noch von 100 fl. alfo 140 fi.
fraͤnk. jährl. aud den Renten des Sct. Aegidius-Spitald an
dad domus Emeritorum verabreichen zu laſſen befchloffen”).
Wegen des guten Standes der Stiftung wurde nod
einigen Snftituten mit Darleihen von Eapitalien zu 3 Broc.
Hülfe geleiftet.
Am Jahre 1753 wurde dad von Pfründnern nicht mehr
befeßte Set. Elifabetha-Spital im Sand für 4000 fl. ge:
Fauft, und auf defien Stelle das noch beftehende Zuchthaus
gebaut, Allein die Züchtlinge follten auf eine nügliche Art
beichäftigt, ferner. arme Kinder in Diefem Haufe unterhalten
und erzogen werden. Die ganze Anſtalt hieß Daher das
vereinigte Zuchts reſp. Arbeitöhaus und Armen⸗Kinderhaus.
Laut Rechnung vom Jahre 1747 hat der Fürftbifhof Adam
Friedrih (Graf v. Seinsheim) befohlen, daß ein mit 3 Pre.
verzinslicheß Capital von 1000 fl. fränf. zur Einrichtung
einer Zeugfabrif an dieſe Anftalt abgegeben wurde**).
*) Bergleihe: Der Emeritenfond im Erzbiöthume Bamberg, von
Br. Wunder, Domkapitnlar. Abgedruckt in ben kath. BI aus
Franken, 1851, S. 339 ff.
**) Obgleich biefed Eapital urfprünglic für daB Zucht» refp. Arbeitb-
Haus verwendet wurde, fo figurirt doch in dem zwifchen bem
abelihen Sct. Anna Damen-Stifte in Münden und dem hies
finden Magiſtrate abgefchloffenen Vertrage vom Jahre 1836 €.
3. 5. pos. 5. das hHiefige Armenkinderhaus ald Schuldner yon
1000 fi. fraͤnk. oder 1250 |. rhu.. ä
34
Ferner vermöge des Dekrets des biſchoͤfl. Vikariates
vom 11. Sept. 1755 wurden der katholiſchen Gemeinde m
Bayreuth 350 fl. zur Herſtellung des dortigen Miffions-Gebäu-
des gelehnt. Der dortige Miſſionär Fink hat bis zu ſeinem
im Jahre 1777 erfolgten Tode die Zinfen und einen Theil
des Capitals bezahlt, fo Daß nur ein apital von 200 fi.
‚zu 3 Prozent laut Schuldbrief von 21. Febr. 1777 beftand.
Demungeachtet erhielt fi) Der gute Stand der Stift:
ung, fo daß man im Sahre 1733 jedem der 4 älteften
Pfründner 51 fl. 36 fr. und jedem der 12 übrigen 48 f.
nebit 6 Simra Korn geben und 1763 fl. 51 fr Almofen
(bievon 773 fl. 58 fr. an die Polizei-Armenkaffe) vertheilen
fonnte,
| Zu bemerken ift, daß im Jahre 1784 das verabreichte
Almofen 3160 fl. betrug.
Als der weife und wohlthätige Fürftbifhof Franz Lud⸗
wig (Freiherr von Erthal) das allgemeine Krankenhaus da:
bier in den Jahren 1783 erbauen ließ, erhielt Die Verwal:
tung des Set. Acgidius-Spitales die Anweifung, nad und
nah 10,000 fl. zu dieſem Baue beizutragen (Bericht de}
‚damaligen Verwalter Ulrih vom 12. Febr. 1803).
Es mag nit unerheblich erjcheinen, einige Nachrichten
über den Stand diefer Stiftung vom Jahre 180%,, ald fe
noch unter der Aufficht des bifhöfl. Ordinariates ftand, mit-
zutheilen. |
' Die Sapitalien betrugen: 93,079 fl. 20 fr. fränf. oder
116,340 fl. chn. die Zinfen hievon 3734 fl. 40 fr, fränf.
. oder 4668 fl. rhn.
Die rüdjtändigen, zum Theil uneinbringlichen Zinfe
betrugen nach einem Berichte des Verwalteas vom 12. Fehr.
1803 die Summe von 3173 fl. 21 fr, unter welchen 1113].
Zins von 700 fl. fränf. Bapital, welches dad Stadt⸗Bauami
(Magiftrat) fehuldet, protao 13. Des. 1750518 13. Dezember
\ 35
1802*), und 112 fl. Zins von 200 fl. Capital, weiches die
fathol. Gemeinde Bayreuth) ſchuldet, protno 21. Febr, 1778
bis 21. Febr. 1802.
Als Rüditand wurden weiters aufgeführt: 65,097 fl.
2». 9 Hlr. fränf. welche die Ober-Einnahme an Zinfen
und Capital jchuldet, dermalen aber nit im Stande ift,
foldhe abznführen. Ob diefe bedeutende Summe abgeführt
worden fei, kann nicht gejagt werden, inden die Ect. Anna
Damen-Stiftd-Akten nicht eingefehen Runen
Bemerklihe Ausgaben:
Bon den 16 Pfründnern erhielten jeder der A älteften
67 fl. 12 Er. fr. Bon den übrigen jeder 57 fl. 36 fr. und
2 fl. Holzgeld, nebft 6 Simra Korn. 19 fl. 12 fr. das
Steueramt Memmelsdorf von dem dahin fteuerbaren Ver⸗
mögen zu 600 fl.
An Alimentationd-Beiträgen und Almofen wurden ge=
reicht:
fl. fr, fr
14 — dem Schulmeifter Auer bei Sct. Martin,
20 - 48 dem Adjunkten der Bhilipinifhen Schule,
20 — Gnadengehalt der Hofräthin Engelhart,
90 — dem englifchen Snftitute,
122 40 dem kathol. Cantor zu Bayreuth,
140 — tem domus Eweritorum,
947 — dem neuen Stadt-Almojen-Amt,
24 — ber Polizei-Armen-Caſſa,
371 17 verfchiedeneu Armen.
‚1758 51 Summe, |
vi. Die Aufhebung der Stiftung und Einverleibung in
das adelide Sct. Anna-Damen-Stift zu Münden.
Im Sept. 1802 fam Bamberg ald Entihädigung an
das Churhaus Pfalz-Bayern. Es wurde aldbald eine eigene
*) Diefe Zinfe wurden fpäter bezahlt, wie alle bis 1835 erlaufenen.
M, fehe: Vertrag zwilhen dem Sct. Anna-DamenStift zu
Münden und dem Magiſtrat der Stadt Bamberg $. 3. pos. 3.
3
36 ®
milde Stiftungs-Commiffon aufgeftellt. Dieſe heantragte
bedeutende Veränderungen mit den hiefigen milden Stiftun-
gen, welche von der Lantes:Direftion, und dem General-
Landes-Commiſſariate audgeführt wurden, und auch unfere
Stiftung auf eine merfwürdige Weife betrafen.
Se. hurfürftl. Durchlaucht Marimilian Sofeph haben
im Sahre 1804 das adelihe Damen Stift an Sc. Anna
in Münden neu conftituirt, und zu verfchiedenen Malen
das Vermögen dieſes Snftitutes durch neue Donationen
in den darüber ausgefertigten Urkunden vergräßert*).
Zu diefen Donationen wurde auch der Fond des St.
Aegidius-Spitaled gezogen. Man berichtete**) nah München
über Diefe Stiftung. Hierauf wurde im Defeete vom 7.
Mai 1804 gefagt, Daß durd die Säculariſation des Dom—
fapiteld zu Bamberg die urfprünglide Beftimmung der
Stiftung aufgehoben fe. E8 wurde befhloffen, den Fond
an das neuconftituirte Damenftift in Münden zu geben.
Sn Bamberg wurde hiefür eine eigene Damen-Stiftd-Ber-
waltung errichtet, welche bi8 zum Ende des Jahres 1835
beftand. Bon jener Zeit an wurden die fänmtliden Capi-
talien, welche, wie oben bemerft, 116,340 fl. im Jahre 1803
betrugen, dorthin ausgeliefert. Das Rittergut Dieghof,
deſſen Ankaufspreis 25,625 fl. rhn. war," die Güter zu
Memmelsdorf, deren Steuerfapital 600 fl. — ein werthvol⸗
ler Wald bei Rothhof gegen Mühldorf, kurz alle Xehen u.
ſ. w. gingen an den Staat’ über. Welche Entihädigung
der Stiftung vom Staate geleiftet wurde, ifi unbefannt.
*) Churpfalzbayerifched Reggsbl. v. J. 1804 S. 686.
**) — — — Nütbe,
Die nad) Gerechtigkeit nicht hungern und bürften,
Machen falfhe Berichte an ben Färften.
Barum? Daß fie erhafhen ‚Spenden,
Das ift, für ihre Töchter Präbenden.
Zu bemerfen ift, daß ber damalige General-Eommiffär Frei-
n von Stengel fih nit um Prädenden für feine Töchter
ewarb.
37
Im Jahre 1805 wurden fämmtlihe Urkunden, viele
Rechnungen u. |. w. an das k. Archiv Tahier auagehändigt,
wie aus Nachfolgendem zu erſehen ift.
Im Namen Seiner Churfürftlihen Durchlaucht zu
Pfalzbaiern.
Dem verſtorbenen Verwalter Ulrich war am 11. Dez.
vorigen Sahres aufgegeben, die Urfunden des Aegidi-Spitals
mit einem Verzeichniffe und gegen Empfangfchein in das
Kurfürftliche Archiv einzuliefern. |
Da es bisher nicht gefchehen ift, fo wird Dem Ber:
walter Gengler die nämlihe Weifung hiedurch wiederholt,
und zu deren Befolgung eine Frift von 8. Xagen vorges
ftredt.
Bamberg, den 1. May 1805.
Kurfürftlide Landesdirektion.
Schr. v. Etengel.
Friedmann.
Berzeihniß .
der zum Aegibiusfpital gehörigen Urkunden, weiche auf hoͤch⸗
fte Weifung Churfürftlicher Landesdirektion in das Churfürft:
lihe Archiv eingeliefert wourden.
Rro. 1) Stiftungsurkunde des Fürfihifchofen Sohann Gott:
fried vom Jahre 1620. Abſchrift.
2) Zeftament von der SKammeramtmäninn Barbara
Dienftin, den Hof zu Lauter, Godeldorf, und Die
Weinberge zu Doͤrfles betr. Abſchrift.
3) Inſtrumentum über das Zehentlein zu Schweinsthal
vom Jahre 1614.
4) Vergleich, fo per Compromissionem beim Kaiſerl.
Landgericht errichtet worden, in Sache des ftrittigen
Haderholzes bei Weipelödorf, (dem Spital gehörig)
beit. zwifchen Wilhelm von Lauffenholz vormaligen
Amtmann zu Burgebrach, und dem Kanzler Mathes
Reuter, dahier vom Jahre 1558.
5) Ein Pergamentner Kaufbrief über Das adeliche Rit-
tergut Dieghof, welches das Aegidiſpital im Sabır
1613 von Tenen son Wieſenthau erfauft bat.
6) Ein detto uber 8 Strichen Feld im Mühlmehrten,
ten Weg gegen den Kaiperähof, vom Jahre 1621.
7, Ein Kaufbrief über den Hof und daraus zerſchla⸗
gene Biejen, tie Spitalwiefen, der Mofb und
Steinweg genannt zu Memmelstorf vom Jahre
1617.
8) Ein Pergamenten Kaufbrief uber dag Zehentlein
zu Schweindthal vom Jahre 1614.
9) Vererbungsbrief über die dermalige Spitaliihe Zehn
zu Ebing vom Sabre 1614.
10) Kaufbrief über einen Striben Gartenfeld tie Spigen
genannt hinter dem Gottesader dahier zwiſchen Ter
Hallftadter und Gundelöheimer Strajfe vom Sabre
1619.
11) Kaufbrief über 2 Striben Feld in der Lichtenhaid
am Biegenhofer Weg vom Jahre 1620.
12) Ein detto über ein Feld in der Siehengaffe von
Hand Kailholz vom Jahre 1621.
13) Zwölf verfchiedene auf Pergament gefchriebene Re-
verd: und Lehenbriefe unterfchieblicher Leben.
14) Sechs Bererbungsbriefe oder Lehenreverd über die
einzelnen Lehen zu Kirchehrenbach von den Jahren
1615= 1616- 1618 und 1620.
15) Siebenzehn Klofter Michelöbergifche Lehenbriefe über
Sind und Gerechtigfeiten auf einigen Feldern in
der Weide, vom Jahre 1482 bis 1690.
16) Verſchiedene Lehen Reverje über die Aegidiſpital⸗
Lehen dahier, woraus die Zins und Handlohnsge⸗
rechtigfeit zu probiren.
17) Freiherrih von Wieſenthauiſche Lehenbriefe über
den Zehenden zu Horfchborf vom Jahre 1609 bie
1753.
38
18) Dergleichen Lehenbriefe über den Zehenden zu a
ſes vom Jahre 1616 bid 1753.
19) Sechszehn Klofter Michelsberger Lehenbrief über die
Weinberge zu Dörfles vom Sabre 1506 bis 17286.
20) Schszehn Verbindungdbriefe über die Lehenbare
* —_ &rundftüde zu Reundorf vom Jahre 1616 bis 1629.
21) Kaufbrief über ein vierten Theil des Zehendes zu
Feullersdorf "vom Jahre 1646 nebſt Lehenbriefen
vom Jahre 1594 bis 1776.
22) Kaufbrief üher den ehemals zum Gt. Aegidiusfpital
gehörig geweſenen Breunleindhef im Ant Marlofs
ftein vom Jahae 1620.
23) Acht Klofter Michaelöberger LKehenbriefe über den
Hof und eingehörige Wiefen zu Memmelsborf vom
Sabre 1609 bis 1725
24) Drey Kaufbriefe über Zins und Gült auf denen 3
Mühlen zu Borchheim außer dem Thore vom Sahre
161% und 1619.
25) Bererbungsbrief über einen Ader in der Güthen⸗
Grube zu Vorchheim fo Georg Schmidt und Peter
Keller befigen.
26) Einige Kauf und Vererbungäbriefe über verfchiedene
Lehen zu Schlafhaufen, Dieghof und Ortſpiß.
27) Vererbungsbrief oder Lehenrenerd über einen Ader
im Leuthenbadher- Flur fo Hanns Roth befiget vom
Sahre 1620.
28) Vererbbrief über ein Feld beim Schreinerfteeg zu
Vorchheim vom Sahre 1612.
29) Bererbrief oder Xehenreverd über 2 Zagw. Feld im
DBreithenlohe, zu Tiefenftürmig vom Sahre 1619.
30) Ein detto über einen Ader am Ruhfenbach zu Pretz⸗
feld vom Sabre 1616.
Consignirt Bamberg den 9. May 1805.
Erhalten am 13. Mai 1805.
Defterreiher, k. ———
40
Da tm Stiftungsbriefe ausgefſprochen iſt, daB „neben
unſeres Stifts Bamberg erlebten oder ſonſten nothdürftigen
Dienern alſo denen zu Troft und Guten, dieſe unſere
Stiftung ſonderbar vermeint it, auch andere Ehr lie-
bende und unverleumbte alte Leuth oder ſolche
Perſonen, die ſchwerer und harter Arbeit nicht
vorſtehen koͤnnen, im Spitale vermoͤg unſrer Spital:Drd-
nung · unterhalten. werben moͤgen; ferner ba ſeit einer langen
Reihe von Jahren Beiträge an die hieſige Armen⸗Caſſe z.
B. im Sahre 1787 — 3160 fl. geleiftet wurden, fo konnte
man nicht umhin, aud nad) dem Uebergange des Stiftungs⸗
fondes an das adelihe Damen-Stift, die Armen der Stadt
Bamberg und bes Hochſtiſts nicht mit den großen Beiträgen
von mehr ald 3000 fi. wie früher, fondern mit der jährli-
hen Summe von 450 fl. und das hiefige Armen - Kinder:
Baus. mit 30 fl. zu unterftügen.
Auch wurden fortwähzenn 140 fl. fränt. oder 175 fl.
rhn. an die Verwaltung des Emeritenfondes gezahlt, und
zwar HB zum Jahre 1834, wo dieſe jährliche Reifiung abge:
geldjet wurde. Durch k. Regierungs-Entfchließung vom 15.
März 1834 wurde angeordnet, daß biefe 175 fl. mit dem
2Bfahen Betrage d. i. mit 4375 fl. dem Emeritenſonde
vergütet wurben.
Glelichzeitig wünfchte die k. Damenſtifts⸗Oberadmini⸗
ſtration das Reichniß von 450 fl. und 30 fl. abzuloͤſen.
Vom Jahre 1834 an wurden deshalb zwiſchen genan⸗
tee Damenſtifts⸗Adminiſtration, dem Magiſtrate, den Ge
meindebevollmädhtigten, dem Armenpflegfihagftörathe und der
f, Regierung Verhandlungen gepflogen, und endlich nad
ftehender Vertrag im Jahre 1836 abgefchloffen.
41
Vertvag
zwiſchen dem igl. Damenſtifte Sc. Anna zu Muͤnchen und
dem Armen⸗Inſtitute, dann dem Armen⸗Kinderhauſe zu Bam:
berg über Abloſung von Paffiv⸗Reichniſſen und reſp. gaͤmz⸗
liche Ausgleichung wechſelſeitiger Forderungen dieſer drei
Anſtalten unter ſich.
§. 1.
Das kgl. Damenſtift Sct. Anna zu München Hatte
die Berbindlichfeit, dem Armen⸗Inſtitute der Stadt Bamberg
jährlihe Vierhundert fünfsig Gulden, dann deu
Armenkinder-Saufe derfelben Stadt jährlide dreißig Gul⸗
den Baffiv-Reichniffe zu entrichten, und ſtellte daher feine
verehrliche Adniniftration den Antrag an den Masgiftrat der
Stadt Bamberg, biefe beide bezeichneten Paſſiv⸗Reichniſſe durch
eine entfprechende Summe re m für allemal “| ewige
Zeiten abzuldfen.
8. 2.
In Folge dieſes geſtellten Antrags fommen beide be⸗
theiligte Behörden, nämlich der Magiſtrat der k. Stade Bam⸗
berg, und die Adminijtration des kgl. Damenſtiftes Set.
Anna zu München dahin überein, Daß daB erfibenangte
Damenftift Set. Anna für die jährliche beide Paſſiv⸗Reich⸗
niſſe an dad Armen⸗Inſtitut und an das Armen⸗ſinderhaus
der Stadt Bamberg zuſammen zu Bierhundert achtzig
Gulden ein für allemal die Summe von
Zmwölftaufend ahthundert Gulden
zu erfegen habe, wogegen bie beide bezeichnete Paſſiv⸗Reich⸗
niſſe zu jährlihen 450 fl. und 30 fl. für ewige Zeiten auf:
hören, und fo das k. Damenftift Set. Anna zu Münden
feiner Verbindlichkeit hiezu vollkommen entiedigt fein fol;
welche Webereinfunft nach ber in beglaubigter Abſchrift bei=
— Entihliegung k. Negierung bed Obermainkreiſes,
K. d. J. als Oberkuratel der Stiſtungen und Kommunen
d. d. Bayreuth A. Aug. 1836 kn die hoͤchſte Genehmig⸗
ung erhalten hat.
4. 3
Um nun biefe, —** Orts -genehmigte Uebereinkunft
vollſtaͤndig durchzufuͤhren, wurde gleichfalls mit Oberkuratel⸗
Genehmigung, da die Stadt Bamberg und das Armenkin⸗
derhaus dieſer Stadt nicht minder Leiſtungen an das kgl.
Damenſtift Sct. Anna zu Muͤnchen zu machen hatten, auf
beiderfeitige Forderungen und Gegenforderungen zwiſchen
der Adminiſtration des kgl. Damenſtiftes Set. Anna zu
München und dem Stadt⸗Magiſtrate Bamberg Abrechnung
gepflogen, und da die Forderungen des Damenftifted St.
Anna an die Stadt-Commune Bamberg und an das Armen:
finderhaus allda, wie folgt, beftanden, naͤmlich in
fl. kr.
7500 — einem von dem vormaligen Ertrabauamte ber:
ruͤhrenden Kapitale,
5100 — Finſen hievon pro 6. Juli 4820 bis dahin
1836 ſomit auf zehn ſieben Jahre, in
375 — einem Stadtbauamts⸗Kapital,
38 184 Zinfen hievon vom 2. Juni 1835 bi8 5. Juli
1836 inel., dann in
185060 -- Kapital Forderung an dad Armenfinderhaus
Dabier, und
74 434 Binfen bievon vom 10. Säner 1835 bie 6.
Juli 1836 inch. ſonach in
14838 14 Summe
Zehen viertaufend achthundert dreißig acht
Gulden, einen und einen halben Kreuzer.
Wogegen das f. Damenftift Set. Anna nur
nachbezeichnete Beträge zu. entrichten hatte, als
12800 — - Abloͤſungs⸗Kapital für deſſen beide Paſſiv⸗Reich⸗
niſſe zu jaͤhrlichen 480 fl. —
Vier hundert achtzig Gulden an das Armen⸗
Inſtitut und Armenkinderhans in Bamberg, dann
AB
42 394 Paſſto⸗MNeichniß von Lichtmeß 1835.68 .5. Juli
1836 incl. dem Ablöfungs:- Termin, milhin wur
Zwoͤlf Taufend acht Hundert vierzig zwei Gul⸗
ben, dreißig neun und einen halben Kreuzer,
fo wurden dem Damenftift Sc. Anna zu
Münden 1995 fl. 22 fr. Ein Taufend neun Hundert,
neunzig fünf Gulden, zwanzig zwei Kreuzer baar hinaudbe-
zahlt, hiedurch die beiderfeitigen Forderungen, und Gegenfor⸗
derung vollftändig getilgt, ſich hierüber gegenfeitig bereit?
quittirt, fo daß nunmehr alle Forderungen des kgl. Damen⸗
ſtifts Set. Anna zu Münden an die Stadt-Commune Bam:
berg und an das Armenfinderhaus allda in Kapitalien und
Zinſen gänzlich befriedigt find, wie auch das ArmensInftitut
und Armenkinderhaus der Stadt Bamberg feine Anſprüche
auf ihre jährliche Baffiv-Reichniffe zu vier Hundert fünf
zig, dann dreißig Gulden mehr haben, diefe Pafliv-
Reichniffe vielmehr auf ewige Zeiten von dem Fol. Damen:
ftifte Sch. Anna abgelöft worden, worüber gegenwärtiger
Vertrag In Duplo audgefertigt, von den beiderfeitigen ons
trabenten mit Siegel und Unterſchrift unterfertigt, fo bekraͤf⸗
tigt, nnd jedem Theile ein Eremplar zugeftellt wurde. So
geſchehen, Bamberg den 20. September 1836.
Sct. Anna Damen-Stifts:VBerwaltung —
Magiftrat der Stadt Bamberg.
Der Magiftrat hatvom 6. Juli 1836 an diefe 12000 fi.
als ein dem Armenpflegfchafts-Rathe fhuldiges Capital verzind:
ih mit 32 fl. Procent alfo im Betrage zu A50fl. übernommen.
Das Armenkinderhaus erhielt einen jährlichen Beitrag
von 30 fl. aus der Aegidiud-Spital-Stiftung. Das Abs
loͤſungsCapital für diefes PaſſivReichniß betrug
800 fl. — dann ein Paſſiv⸗Reichniß Neft bis zum Abloͤſ⸗
ungs-Termin d. Juli 1836 incl.
42 ,,394 fe.
832 1.384 fr. in Summe.
«
Al
Dagegen fdufbete dad Armenlinderhaus
1256 #. Capital
74 fl. 434 fr. Zins bis 5. Juli 1836
1324 $. 434 kr.; es hatte alfo nod an das Damen-Stift
482 fl. 32 fr. zu erfegen, was fogleid vollzogen „wurde.
Mit den Pfründnern hat man fih in der Art abge=
funden, daß die Abgabe von Getraid durch Gelb gut ge
macht, und jedem von ihnen bis zu ihrem nad und nad)
erfolgten Abfterben eine Summe von 144 fl. jährlich ge-
reicht wurde.
Der legte Pfründner war bet hieſige Tuͤncher Chriſtian
Schmitt, welcher 83 Jahre alt am 27. Juli 1851 geftorben
iſt. (Bamberger Tagbl. v. 28. Juli 1851), Seitdem er⸗
haͤlt kein verarmter Bürger Bambergs mehr eine Unterfrüg-
ung aus biefer Stiftung.
Noch ift zu erwähnen, daß die Sch, Aegidius-Capelle
nad Aufhebung des Freiherrl. v. Auffees’fchen Studenten-
Seminars im Jahre 1804 eingelegt und der leere Bauplag
zu einen. Blumen-Garten des im Jahre 1829 wieder herge⸗
‚ flellten Seminard verwendet wurde. =
Dieſe Capelle gegründet vom hl, Otto ift nicht mehr —
der groͤßte Theil des Stiftungs⸗ «Kapitals it nah Münden
an das adeliche Damenftift übergegangen. Kaum daß noch
das Andenfen an diefe Stiftung vorhanden iſt. Doch der
Geſchichte phliegt, es, die Wohlthäter des Menſchengeſchlechtes
— hier des Hochſtiftes Bamberg — mit unzerſtoͤrbarer
Schrift in ihre Gedenktafel einzugraben, aber auch über
jede Unthat — ſelbſt von Maͤchtigen verübt — Urtel zu
ſprechen.
Die Velts eſchichte i ſt das Beltsberiätt
Schiller.
Beantwortung der „Numismatiſchen Anfrage” im
vierzehnten Berichte S. 257 — 259.
Was jahrelanges, mühenolles, methodiſches Suchen
nicht bewirken Fonnte, das bewirkte der Zufall. Bald nad
Veröffentlichung der oben bemerften Anfrage fpielte ein glüd:
lihes Ungefähr dem Unterzeichneten einen öfterreichifchen, in
der Münzftätte zu Kremnig (B) geprägten Vierundzwanziger
vom Sahre 1816 in die Hand, welder diefelbe Umfchrift
wie die in den Sahren 1811 bis 1815 gemünzten trägt,
nehmlich:
Av. FRANCISCVS I: D: G:-AVST: IMPERATOR.
Rv. HVN: BOH: GAL: REX. A: A:-LO: WI: ET
IN FR: D. 1816.
Sonach fteht feit: a) daß aud noch im J. 1816 dfterreidhi-
(che Vierundzwanziger mit dem Titel WI: ET IN FR: D.
(Herzog zu Würzburg u. in Franken) geprägt worden find,
obgleich dieſer Zitel ſchon mit dem 19. Suni 1814 von
Defterreih auf Bayern übergegangen war, und b) daß
dieſe Vierundzwanziger zu den numismatiſchen Seltenheiten
gehören. — Das Warım dürfte unfchwer zu enträthfeln fein-
Dr. %. Gutenäder.
Berbefferungen. _
Titelblatt lied: Ruͤrnberg, flatt Rürnberg.
Seite XII Beile 15 von oben lied: P. Martin V. flatt Martin IV.
„» XXXVI Selle 19 von oben lied: mit Johann Rarſchalk von
Weinberg und Ofiander flatt: (Ofiander.)
» KAXXVII Beile 6 von oben ließ: behandelten flatt behanbelte.
„To ⸗e⸗ ⸗⸗ geſchmaͤhten ſtatt geſchmaͤhte.
Im Jahrebbericht Seite XXII Zeile 14 lies: Silhouetten ſtatt
Silouetten.
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